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Il Viaggio A Reims
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Anfang der 80er Jahre feierte Claudio Abbado einen Sensationserfolg mit der Ausgrabung einer vergessenen Rossini-Oper: Il Viaggio a Reims (Die Reise nach Reims) war eigentlich mehr Kantate als Oper, ein Huldigungswerk zur Krönung des französischen Königs Karl X. im Jahr 1825. Dass dieser sich als erzreaktionärer Tyrann entpuppte und von den Franzosen schon 1830 wieder zum Teufel gejagt wurde, hat der Oper sicherlich nicht geholfen, ebenso wenig wie der Umstand, dass das Stück 10 (!) Hauptrollen hat, von denen jede einzelne größte Anforderungen an die Sänger stellt.

Aber der Dirigent glaubte an das Stück - und das mit Recht, weil Rossini hier musikalisch einfach alle Register gezogen hat und die Handlung - eine internationale Reisegesellschaft strandet auf der Reise zur Krönung Karl X. in einem tiroler Hotel und feiert ihre eigene Party - mit der richtigen Inszenierung durchaus moderner sein kann als die vieler anderer Rossini-Opern. Der letzte Akt, in dem die einzelnen Gäste jeder seine nationale Hommage an den neuen König bringt (einschließlich Deutschlandlied und "God save the King") mündet in ein unglaubliches Finale - ein Ensemble für 14 Stimmen!

Abbados erste Aufnahme des Stücks mit großer Starbesetzung gewann alle möglichen Preise und löste einen regelrechten Rossini-Hype aus.

1992 ließ der Dirigent - inzwischen Chefdirigent der Berliner Philharmoniker - dann eine halbszenische Aufführung aus der Berliner Philharmonie mitschneiden und veröffentlichen. Im Vergleich ist die Berliner Aufnahme noch quirliger, überdrehter als die erste Einspielung, ein echtes Feuerwerk.

Von der ursprünglichen Besetzung sind die drei Bässe übrig geblieben - Ruggero Raimondi als sarkastischer Philosoph, Enzo Dara als deutscher Baron und Musikliebhaber und Samuel Ramey als steifer Engländer wiederholen ihre großartige Performance aus der ersten Einspielung. Die wunderbare Lucia Valentini Terrani dagegen hat gegenüber der ersten Aufnahme an stimmlicher Sicherheit eingebüßt, allerdings nicht an Ausdruck.

Silvia McNair ist eine engelhafte Corinna, Luciana Serra eine herrlich zickige Marquise, Cheryl Studer eine glamouröse Wirtin - der allerdings im Finale die Fähigkeit zum Jodeln (!) fehlt. Raul Gimenez singt den Romantiker Belfiore mit feinem Schmelz, William Matteuzzi den russischen General mit halsbrecherischer Virtuosität, Lucio Gallo schließlich den stolzen Spanier.

Eine großartige Ensembleleistung, ein Riesenspaß!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Februar 2015
Vielleicht nicht die bekannteste Oper Rossinis, aber bestimmt nicht die schlechteste!
Tolle Einspielung mit dem Spitzen-Dirigenten Claudio Abbado.
Ich habe sie einmal für mich und einmal als Geschenk gekauft. Super!
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