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222 von 262 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich kann den Band uneingeschränkt empfehlen!
Es versteht sich, dass jeder Leser mit anderen Erwartungen an ein Werk wie das vorliegende herangeht. Mir war vor dem Erscheinen klar, dass noch zwei Folgebände angekündigt sind und deshalb vorliegend nicht mit einem (Teil-)Abschluss der Handlung zu rechnen war. Vielleicht fielen mir deshalb die Stärken des 5. Teils stärker ins Auge als anderen. Diese...
Veröffentlicht am 21. Juli 2011 von Caliban

versus
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Drachen tanzen Slow Fox
Daenerys ist im Osten, die Lannisters sind in Kings Landing, die Starks sind verstreut, Stannis hat sich verrannt, in Dorne brütet man in der Sonne und auf den Iron Islands betreibt man immer noch keinen Ackerbau. So viel zur Story. War schon "A Feast for Crows" durch die Verwendung neuer point-of-view-Charaktere ein retardierendes Moment in der großen...
Vor 4 Monaten von Rolli in Gefahr veröffentlicht


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Drachen tanzen Slow Fox, 26. März 2014
Daenerys ist im Osten, die Lannisters sind in Kings Landing, die Starks sind verstreut, Stannis hat sich verrannt, in Dorne brütet man in der Sonne und auf den Iron Islands betreibt man immer noch keinen Ackerbau. So viel zur Story. War schon "A Feast for Crows" durch die Verwendung neuer point-of-view-Charaktere ein retardierendes Moment in der großen Geschichte, kommt jetzt das Ganze knirschend zum Stehen. In den ersten drei Bänden der englischen Ausgabe (entspricht den Bänden 1-6 der deutschen Fassung) entwickelt sich eine faszinierende Welt und eine Geschichte, die Gier auf mehr macht. "A Feast for Crows" wirkte nach dem wirklich dichten "A Storm of Swords" behäbig und erweckte den Anschein, als ob der Band das Luftholen vor dem großen Finale würde. Leider wurde die Hoffnung getäuscht. "A Dance with Dragons" tritt auf der Stelle. Anstatt die vielen verschiedenen angerissenen Handlungsstränge langsam in Richtung Finale zu führen, werden weitere (unnötige) Stränge eingeflochten. Bei dem bisherigen Schreibtempo und Martins Ablehnung von fan fiction gehe ich davon aus, dass die Reihe kein würdiges, sondern eher ein Hopplahopp-Ende (wenn überhaupt) bekommt. Trotzdem habe ich dem Buch drei Sterne gegeben. Die Geschichte an sich ist ja nicht wirklich neu. Aber Martin kann einfach hervorragend formulieren. Und was für mich die Stärke der Reihe ausmacht, ist das geschickte Spiel des Autors mit Erwartunghaltungen. Martin unterläuft diese nämlich mit schöner Regelmäßigkeit. Im ersten Band ist Ned Stark klar die Identifikationsfigur, bis zum Verlust seines Kopfes. Robert Baratheon ist der umgängliche König, der mit Cersei Lannister einen regelrechten Hausdrachen (Tschuldigung für das doofe Wortspiel) geheiratet hat. Speziell im fünften Band nimmt Martin die Bilder, die er selbst dem Leser in den Kopf gepflanzt hat, mit Genuss auseinander. So geht er jetzt z.B. auf Cerseis Sicht auf ihre Ehe ein und erweckt fast schon wieder Mitleid mit diesem Miststück.
Fazit: Eine Weiterführung der Geschichte ist fast nicht vorhanden. Aber die Facetten, die Martin seinen Figuren hinzufügt, sind faszinierend und machen das Buch doch lesenswert. Im Vergleich mit dem Beginn der Reihe sind trotzdem nicht mehr als drei Sterne drin.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Winter kommt langsam, 17. Mai 2014
*spoilerfreie Rezension*

Jahre nach der Lektüre des letzten Bandes, "A feast for crows" habe ich mich durch die ca. 900 Seiten von George Martins sechstem Band kämpfen müssen. Die Handlungsstränge der Charaktere, die in "Feast" gefehlt hatten werden nun wieder aufgenommen und bewegen sich mit der Geschwindigkeit einer sedierten Schildkröte vorwärts. Einige Charaktere scheinen bewusst idiotische Entscheidungen zu treffen um die Handlung künstlich in die Länge ziehen zu können (Stannis und Dany fallen hier besonders negativ auf), andere Charaktere werden von Missgeschickten heimgesucht, die letztlich nichts tun um die Entwicklung der Charaktere oer die Handlung voranzutreiben, sie aber in letzter Sekunde doch wieder von ihrem Ziel trennen. Man hat as Gefühl, einer Partie "Mensche ärgere dich nicht" beizuwohnen, bei denen alle Spieler vor ihrem letzten Ziel stehen, aber konstant die falsche Augenzahl erwürfeln.

Neue Charaktere und Blickwinkel werden eingeführt, bei denen man das Gefühl hat, sich besser nicht einmal die Namen zu merken nachdem sie bereits nach zwei Zeilen in die Kategorie "Statist" eingeordnet werden können, deren Lebenserwartung wohl den nächsten Band nicht übersteigen wird. Erneut hat man das Gefühl, dass gewisse Dinge einfach nur geschehen, damit den Status Quo in Westeros nicht verändern muss. Dadurch erinnert die Serie mittlerweile fatal an die mittleren Bände von "Wheel of time", die eine anfänglich vielversprehene Buchreihe in dutzenden zunehmend uninteressanteren Handlunssträngen versinken zu lassen.

George Martin beherrscht es nach wie vor, einige spannende Szenen zu schreiben, ein zunehmender Teil der Zeit zwischen diesen Ereignissen beschäftigt sich aber mit der Auflistung von Nahrungsmitteln, die eingelagert, gekocht, gegessen oder verschifft werden. Oder mit der Aufzählung der Namen von Charakteren, die niemals wieder in irgendeiner Weise relevant sein werden, was aber nicht daran hindert, auch die Namen derer Frauen und Kinder aufzuzählen. Es gibt halbe Buchseiten, die nur aus der Aufzählung von Eigennamen und deren Marschreihenfolge bestehen. Besonders interessant, wenn die Auflösung dieses Handlungsstrangs - der sich durch das ganze Buch zieht - dann über einen Brief von 8 Zeilen erfolgt.

Insgesamt beschleicht den Leser das Gefühl, dass Martin selbst keine Ahnung hat, wohin er mit seiner Handlung möchte, und dass er insbesondere keine Lust mehr hat, seine Geschichte jemals zu Ende zu bringen. Man kann nur hoffen, dass der vermulich in 8 - 10 Jahren erscheinende nächste Band wieder an Fahrt aufnimmt.
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222 von 262 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich kann den Band uneingeschränkt empfehlen!, 21. Juli 2011
Von 
Caliban (Süddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es versteht sich, dass jeder Leser mit anderen Erwartungen an ein Werk wie das vorliegende herangeht. Mir war vor dem Erscheinen klar, dass noch zwei Folgebände angekündigt sind und deshalb vorliegend nicht mit einem (Teil-)Abschluss der Handlung zu rechnen war. Vielleicht fielen mir deshalb die Stärken des 5. Teils stärker ins Auge als anderen. Diese sind aber unverkennbar:

Zunächst hatte ich große Bedenken, nach ca. 5 Jahren Unterbrechung überhaupt noch folgen zu können. Das Problem ist eigentlich noch gravierender, denn im Band "A Feast for Crows" kommen die Hauptpersonen ja praktisch gar nicht vor. Ich habe daher zunächst im Internet (Tower of the Hand und Wikipedia) die überaus komplexe Handlung noch einmal im Rahmen von Zusammenfassungen überflogen und musste gewaltige Erinnerungslücken erkennen, die mich fast aufgeben ließen. Zum Glück hat die Neugier gesiegt, und hier komme ich auf die erste Stärke der Darstellung von GRR Martin zu sprechen: Unaufdringlich, aber sehr effektiv ruft er dem Leser bei jedem Wiedersehen mit den einzelnen Helden kurz den vorangegangnen Handlungsabschnitt und die darin vorkommenden Personen in Erinnerung. Auf diese Weise gelingt der Anschluss problemlos. Wer sich also nicht mehr - wie ich - an Hodor erinnert, wird in Bran's Kapitel rasch mit der Figur noch einmal vertraut usw. Deshalb wage ich fast zu behaupten, dass man sich die Zusammenfassungen im Internet sparen kann.

Hinzu tritt die außergewöhnliche Stimmungsdichte des Bandes, die mir bei "A Feast for Crows" zwischenzeitlich verloren gegangen schien. Schon das allererste Kapitel (ich verrate hier nichts) saugt den Leser förmlich ins Buch und verblüfft durch die düster-fantastische Atmosphäre, und so geht es eigentlich mit abwechselnden Szenarien durch das ganze Buch. Ob die großen Sklavenhändlerstädte beschrieben werden, Wald, Burgverliese, übernatürliche Wesen, Schurken oder Helden: stets gelingt Martin Außergewöhnliches. Auch vermeidet er vordergründige Klischees. Sympathisch erscheinen bisweilen auch Gestalten, die man auf den ersten Blick sofort auf der Schurkenseite verbuchen würde; Gegenbeispiele sind ebenfalls ausreichend vorhanden.

Die dritte Stärke liegt im bruchlosen Weiterführen der Charaktere. Für mich war beeindruckend, dass Martin den Band gleich mit den aus meiner Sicht sympathischsten Helden beginnen lässt: Tyrion, Daenerys und Jon Snow. Ich hatte bereits wieder vergessen, wie sorgfältig diese Charaktere ausgearbeitet sind. Keineswegs ohne Widersprüche nehmen sie den Leser einerseits durch eine illusionslose Ehrlichkeit, andererseits aber auch durch persönlichen Wagemut und Ideenreichtum sofort wieder für sich ein. Dies gilt im kleinen oder großen aber für praktisch alle auftretenden Personen. Dialoge, Begegnungen und Konflikte "sprühen" daher nur so vor Spannung, Geist und Dramatik.

Und deshalb darf ich auf den wichtigsten Punkt kommen: Ich habe nicht den Eindruck, dass die Handlung auf der Stelle tritt und der Leser hingehalten wird - ein Phänomen, dass ja die viele Leser vom Robert-Jordan-Zyklus abspringen ließ. Vielmehr ist deutlich zu erkennen, dass Martin - anders als bei "A Feast for Crows" - wieder Selbstvertrauen gefasst hat und die Handlung in eine bestimmte Richtung lenkt. Praktisch schließt die Handlung an Band 3 an und man könnte den vierten, etwas verunglückten Band daher fast überspringen. Wohin die Reise geht, scheint sich mir jedenfalls anzudeuten; ich will aber hier niemand den Spaß mit Spekulationen verderben, weil diese auf der Handlung des vorliegenden Bandes gründen müssten. Was wichtiger ist: Man kann die Stimmungsdichte des Bandes, die grandiose Charakterzeichnung und die dramatischen Wendungen genießen und sich zugleich darüber freuen, dass das ganze Spektakel noch nicht so schnell zu Ende ist!

Klare Empfehlung!
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Epos auf der Kippe .... eine SPOILERFREIE Rezension ;-), 24. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Durchschnittsbewertung der Amazon-Rezensenten macht es wohl schon deutlich: Mit "A Dance with Dragons" hat GRRM nach gut 6 Jahren eine Fortsetzung geliefert, die zwiespältig beurteilt werden kann. Wer vom Schreibstil des Autors und der rauen Welt von Westeros&Co. bislang begeistert war, macht garantiert nichts falsch mit diesem Buch. Es liest sich bei aller Komplexität wie in einem Rausch in kürzester Zeit durch, an Faszination hat die Reihe absolut gar nichts eingebüßt!

Gleichwohl: Es hat sechs Jahre gedauert, und dieser Zeitraum fließt automatisch in die Bewertung aller GRRM-Stammleser mit ein und dürfte Erklärung für so manches enttäuschende Fazit sein.

Ist das gerechtfertigt?

Ich denke schon. Die Handlung kommt durchaus voran, nach meinem Eindruck auch stärker als im vorangegangenen Buch "A Feast for Crows" (was aber auch nicht schwer sein konnte). Sowohl im Norden an der Mauer als auch im Süden bei Daenerys wird die Entwicklung vorangetrieben - jedoch stellt sich auch mir zunehmend die Frage, ob all die Handlungsstränge in den verbleibenden zwei bis ggf. drei Büchern tatsächlich aufgelöst werden können. Und wenn mal wieder einer Person, deren Entwicklung in den nunmehr 5 Büchern viel Zeit gewidmet wurde, überraschend sterben muss, stellt sich bei all den Ungeklärtheiten so langsam die Frage, warum dem Charakter so viel Raum gegeben wurde bzw. ob nicht besser manche Fäden langsam verbunden werden müssten.

Daher mein Eindruck: Wäre es eine Fantasy-Serie, die wie manche andere moderne Reihen von Jordan, Erikson,... auf mehr Bände angelegt wäre und müsste man gleichzeitig nicht mehr als ein halbes Jahrzehnt auf den jeweils nächsten Band warten, man könnte sich mit diesem Buch weit besser arrangieren, man würde nach vielleicht 600-700 Seiten nicht langsam das Gefühl bekommen, nun müsse aber endlich auch etwas geschehen, was die Handlung erkennbar vorantreibt. So erging es mir, und diese Form der Ungeduld beeinträchtigte meine Lesefreude.

Einem Aspekt eines vorgehenden Rezensenten möchte ich unterstreichend erwähnen: "A Dance with Dragons" ist im Vergleich zu den vorhergehenden Bänden bemerkenswert heterogen: Die Kapitel etwa an der Mauer oder um Theon sind straight und fesselnd geschrieben ... während ich ausgerechnet bei einer Lieblingsfigur (Tyrion, und da bin ich sicher nicht der einzige) die Kapitel mit den langatmigen und teils redundant erscheinenden Reisen und seiner weiteren Entwicklung für zäh und bisweilen unglaubwürdig halte.

Daher als Fazit: 4 Sterne - das ist vielleicht Jammern auf hohem Niveau, aber nach 6 Jahren und mit dem beabsichtigten Ende in 2-3 Büchern ist zu wenig erkennbar, dass die zerfaserten Handlungsstränge wieder stimmig zusammengeführt werden können.
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44 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Blabla um wenig Inhalt, 26. Oktober 2012
Ich sollte gleich am Anfang erwähnen, dass ich nie ein wirklicher "Fan" der Reihe war. Angestoßen durch das Verfolgen der TV-Serie hatte ich mir zunächst die ersten vier Bände gekauft. Die ersten drei Bücher fand ich noch gut, wenn ich auch nie richtig den Hype als beste Fantasy-Reihe nachvollziehen konnte. Der vierte Teil war da schon etwas lahmer, fand ich aber noch ok. Und nun das.

Martin's Laberlust hat anscheinend eine ganz neue Stufe erreicht. Wo vorher schon viel Zeit auf das Aufzählen von unnötigen Informationen verwendet wurde, hat sich diese hier nochmal mindestens verdoppelt. Ich habe das Buch noch nicht einmal ganz durch, aber ich bin geschockt davon, wie wenig hier eigentlich passiert. Es wird gegessen, gereist, geplant, gehungert und gelitten, aber sehr wenig Relevantes getan. Natürlich werden wieder alle Mahlzeiten in mindestens fünf Sätzen geschildert, obwohl es sowieso immer wieder das gleiche gibt (in Dorne ist alles scharf, in Westeros gibt's Elch und Gemüse, und in Mereen eklige/ungewöhnliche Sachen). Noch dazu hat Martin anscheinend einige neue Lieblingsphrasen, die er gerne auch mal fünfmal in einem Kapitel wiederholt. Wenn ich zum Beispiel noch einmal lesen muss, dass Tyrions Beine wehtun, muss ich das Buch wahrscheinlich weglegen. Tyrion ist sowieso von einem der interessantesten Charaktere zu einem verbitterten Emo geworden, der alle fünf Minuten wieder über seinen bösen Vater grübeln muss sowie über sein Pech mit Frauen (dass er selbst eine von ihnen vergewaltigt und eine getötet hat, ist für ihn anscheinend nicht so wichtig). Immerhin bekommt er mit Penny einen guten neuen Charakter an die Seite gestellt.

Indessen überschreiten die Darstellungen von Gewalt die Grenze zur Lächerlichkeit. Es wird gehäutet, amputiert und vergewaltigt, bis man nicht mehr schockiert, sondern nur noch genervt ist. Und hier besteht meiner Meinung nach ein großes Problem: die Welt von Game of Thrones macht mir einfach keinen Spaß mehr. Sie wird durchgehend als grausam und schrecklich beschrieben. Wenn man in dieser Welt lebt, kann man damit rechnen, vor seinem dreißigsten Geburtstag auf grausame Weise zu sterben. Bis dahin wurde man mindestens 5mal gefoltert, zwangsverheiratet, die ganze Familie wurde ausgelöscht, und als Frau wurde man auch noch 500mal vergewaltigt und dann von Hunden gefressen oder so. Für mich gibt es bisher in den Büchern nichts, für das es sich wirklich zu leben lohnen würde, es geht den meisten Charakteren nur noch um Macht, Besitzansprüche oder das Vermindern der eigenen Qualen, was nicht gerade die faszinierendsten Ziele sind. Und von einer so durchaus abstoßenden Welt lese ich auch nicht gern. Klar, eine heile Blümchenwelt wäre auch langweilig, aber als Protagonist der Serie würde ich mir ernsthaft überlegen, einfach präventiv Selbstmord zu begehen, bevor ich sowieso einen qualvollen Tod finde.

Und überhaupt, was sollen die ganzen Erwähnungen von Folter und Vergewaltigung? Okay, klar darf sowas mal vorkommen, aber langsam frage ich mich, ob es wirklich schocken soll oder ob hier nicht der Autor seine etwas fragwürdigen Fantasien auslebt. Natürlich gibt es auch wieder mindestens eine sehr geschmackslose Sex- bzw. Vergewaltigungsszene mit einer Minderjährigen, was ja auch so ein wiederkehrendes Thema ist.

Dann gibt es noch wieder ein paar kurze Kapitel mit den uninteressanten Charakteren, die im letzten Teil eingeführt wurden, sowie NOCH mehr neue Charaktere, die Martin sich mal eben ausgedacht hat. Jemand sollte ihm mal sagen, dass Qualität immer noch über Quantität geht und es kein Zeichen von guten Geschichten ist, 1000+ Charaktere zu erstellen, wenn sie nachher todlangweilig sind.

Trotz allem werde ich mir auch den nächsten Teil kaufen. Alleine schon, um zu sehen, ob Martin es doch noch irgendwie schaffen wird, die Handlung sinnvoll wieder zusammen- und einem Ende entgegen zu führen. Langsam sehe ich da aber schwarz. Während sich in den ersten drei Teilen noch teilweise die Ereignisse überschlugen, plätschert hier eher alles einschläfernd vor sich hin. Gegen Ende wird zwar wieder versucht, ein paar schockierende Wendungen einzubauen, die mir aber herzlich egal waren. Schade.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Metamorphosen, Teil 2, 11. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie sein Zwilling "A Feast for Crows" widmet sich auch George R. R. Martins Folgeband "A Dance of Dragons" im wesentlichen einem Aspekt, nämlich dem der Verwandlung seiner Figuren.

Während "A Game of Thrones", der erste Teil dieser inzwischen opulent und fesselnd geratenen Saga mit Namen "A Song of Ice and Fire", die Exposition der Sieben Königreiche und ihrer Länder, Häuser und Legenden vornahm und den Grundstein für jenen Konflikt legte, der dann im Band zwei, "A Clash of Kings" seinen kriegerischen Höhepunkt fand, welcher sich nach dem Geschlagenwerden der großen Schlachten als eine Fülle an Mikrokonflikten aktionsreich in den kleineren Scharmützeln von "A Storm of Swords" fortsetzte, zeigten sich viele Fans der Romanreihe ernüchtert von dem doch gemächlicheren Tempo und dem vermeintlich handlungsarmen Geschehen des vierten Bandes, "A Feast for Crows".

Wie schon zu diesem Band geschrieben, täuscht hier der erste Eindruck. Es geschieht mitnichten nichts, vielmehr vollzieht sich das, was hier geschieht, nicht im Raum, sondern in den Figuren. Es wird zugegeben viel gereist, aber wie in einem Road Movie ist die Reise hier ein Symbol für eine Verwandlung, für eine Reise zu sich selbst, während sich der lange Sommer in einen grimmen Winter verwandelt. Martins Protagonisten sind im letzten bislang erschienen Band "A Dance with Dragons" noch sehr viel weiter auf der Welt von Westeros und jenseits davon verstreut, und ihre Reisen durch fremde Lande führt sie fort von ihrem alten Selbst und hin zu einer neuen Identität, einer neuen Aufgabe, einer neuen Rolle, die sie sowohl im Leben als auch im Roman zu spielen haben.

Vielen wird dieser fünfte Roman allein deswegen besser gefallen als der vierte, weil Tyrion Lannister und Jon Snow, zwei der populärsten und illustresten Figuren der Saga nach ihrem (fast) vollständigen Fehlen in "A Feast for Crows" wieder in zentralen Rollen zu finden sind.

Aber in der Tat zeigt sich "A Dance with Dragons" auch erzählerisch umtriebiger. Stärker noch als im vorigen Band wechselt Martin die Perspektiven innerhalb der Erzählung, die etwa Parallel zu den Anfängen des Zwllings beginnen, am Ende aber weit über diesen hinausreichen und im Zuge dessen auch die Figuren des anderen Erzählstrangs wieder einflechten und deren Geschichte weiterspinnen. So erweckt dieses fünfte Buch nicht nur durch den beständigen Wechsel zwischen Westeros und dem fernen Meereen am quasi anderen Ende der Welt, das Umschalten zwischen Norden und Süden, Westen und Osten, einen weit virileren und ereignisreicheren Eindruck, sondern auch dadurch, dass er dem Leser stets zwingt, sein inzwischen erworbenes Wissen über Handlung, Figuren, Zusammenhänge anzuwenden, um sich orientieren zu können.

Daenerys Targaryen, Jon Snow und Tyrion Lannister sind die zentralen Figuren des Bandes, flankiert von eine Fülle anderer wie Davos Seaworth, Bran Stark, Theon Greyjoy, Quentin Martell, Barristan Selmy, Arya Stark, Cersei Lannister oder Asha Greyjoy sowie nochmals so vieler sonstiger, die oft nur ein oder zwei Kapitel aus ihrer Perspektive beisteuern. Zugegeben gibt es einige Kapitel und Figuren, deren Notwendigkeit für die Geschichte sich unmittelbar nicht erschließt, was Martin in diesem Fall einen Stern kostet, aber ich hege unvermindert die Hoffnung, dass am Ende all die inzwischen etablierten Erzählstränge zu einem fulminanten Ganzen zusammenlaufen werden.

Den Hauptfiguren gemeinsam ist, dass sie mit sich und der Rolle hadern, welche ihnen im Game of Thrones zugedacht ist: Daenerys, die zwischen ihrer Pflicht als Königin von Meereen und ihrer Sehnsucht als junge Frau hin- und hergeworfen ist und die Kontrolle über ihre Kinder, die Drachen zu verlieren droht; Jon Snow, der als Boy Commander der Night Watch, die sich an weltlichen Konflikten nicht beteiligt, zwischen dem selbsternannten König Stannis Baratheon, den Wildlingen jenseits der Wall und den schwindenden eigenen Brüdern der Wache einen mörderischen Spagat wagen muss; Tyrion, der mit einer Fülle von Decknamen im Exil auf allerlei Irrwegen hierhin und dorthin getrieben wird und am Ende trotz aller Verwandlungen sich selbst noch am treusten bleibt; aber auch Theon Greyjoy, der unter der Folter Ramsay Boltons sich in die Kreatur Reek verwandelte, dem die zusehends verblassende Erinnerung an sein früheres Selbst nackte Angst einflößt; auch Arya Stark, die als einzige der Figuren nicht darauf aus zu sein scheint, inmitten verschiedener Rollen ihre Identität zu finden, sondern vielmehr danach trachtet, sie zu verlieren; auch alle übrigen, die in fremde Masken, Rollen, Identitäten gezwungen werden, umgeben von anderen, die ebenfalls an diesem Maskenball teilnehmen und derer man sich so gewiss sein kann wie seiner selbst ... nämlich gar nicht.

Eines steht fest: Winter is coming ... und es ist grausam, dass die Veröffentlichung des nächsten Bandes, "The Winds of Winter" noch nicht einmal abzusehen ist.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen schade, 31. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
hatte mir leider mehr versprochen, nach dem extrem entäuschenden Band 4.
Ich habe mir angewöhnt, nach jedem Kaptitel zu überlegen, was nun eigentlich passiert ist und kam zu dem Ergebnis, dass Martin eine Gabe besitzt unglaublich viele Wörter für vergleichsweise wenig Handlung zu verschwenden, wofür manch einem die Zeit vielleicht erwas zu schade sein könnte.
Schade, die ersten drei Bücher hatten mich ohne Abstriche besgeistert.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mr Martin, was war das denn?, 4. August 2012
Dass George R.R Martins "Ice and Fire" Serie zu den besten Fantasy-Reihen unserer Zeit gehört, muss wohl kaum diskutiert zu werden. Schon nach wenigen Kapiteln von "Game of Thrones" konnte ich kaum genug bekommen von Westeros mit all seinen mitreißenden Charakteren, Schauplätzen und Geschehnissen, und so verschlang ich die ersten vier Bände in einem Rutsch. Als dann endlich der heiß ersehnte fünfte Band der Reihe erschien, erwartete ich weitere 900 Seiten pure Lesefreude - doch ich wurde leider enttäuscht.

Wer in "Dance" auf einen großen Wendepunkt oder zumindest auf eine spannende Weiterführung der Handlungsstränge hofft, wird vergeblich danach suchen. In der Tat ist die Geschichte am Ende des Buches beinahe genauso weit fortgeschritten wie am Anfang, denn es passiert fast nichts. Statt die Leser wie in gewohnter Manier mit überraschenden Wendungen und interessanten Storylines zu fesseln, lässt Martin seine Charaktere in "Dance" 900 Seiten lang orientierungslos durch Westeros irren, bis man schließlich das Gefühl hat, dass der Autor selbst nicht mehr weiß, wie die Geschichte eigentlich weitergehen soll. Tyrion reist ständig von A nach B, ohne jemals in B anzukommen oder sein ursprüngliches Ziel verwirklichen zu können, während Melisandre und Jon sich an der Mauer im Kreis drehen. Noch schlimmer ist der Handlungsstrang Danys, die statisch in Meereen sitzt und trotz ihrer gefährlichen Situation nichts anderes zu tun hat, als den Leser mit seitenlangen Anschmachtungen an Daario Naharis zu nerven. Darauf, dass der Knoten in Meereen platzt, wartet man das ganze Buch vergeblich, und sogar am Ende, als die Stadt belagert wird und es für Dany eigentlich Spitz auf Knopf steht, kommt keine richtige Spannung auf.

Der Rest der Charaktere hangelt sich ebenso bedeutungslos durch die Geschichte. Daran kann auch Martins neue (und äußerst nervige) Angewohnheit nichts ändern, seinen Charakteren plötzlich in der Kapitelüberschrift nicht mehr 'Asha' oder 'Quentyn', sondern 'The Wayward Bride' und ' The Spurned Suitor' zu nennen. Die neu plötzlich auftauchenden POVs Jon Connington und Victarion Greyjoy tragen zur Handlung auch nicht viel bei, sondern wirken im Gegenteil eher gekünstelt und vom Autor mit Gewalt in die Geschichte gepresst. Die einzigen Höhepunkte sind die Kapitel von Theon und Bran, doch gegen die Überzahl uninteressanter Handlungsstränge gehen diese wenigen Lichtblicke schlicht unter. Auch Martins Stil ist in diesem Buch nicht so glorios, dass er noch viel retten könnte, im Gegenteil: Die langwierigen Beschreibungen von Essen oder Kleidern sind irgendwann nur noch zum Gähnen. Dazu kommen jede Menge Gewalt- und Sexszenen, die nichts zum Plot beitragen, sondern allein um des Ekelfaktors Willen existieren. Das ist störend und völlig überflüssig.

Insgesamt also kommt 'Dance' so daher, als hätte Martin ein wenig die Lust an seiner Reihe verloren, oder als habe er so viel zu tun, dass er diesem Buch nur die Hälfte seiner Aufmerksamkeit schenken konnte. Hoffentlich findet er im nächsten Buch, 'Winds of Winter', wieder zu seiner alten Größe zurück - es wäre schade, wenn eine Buchreihe, die so großartig begonnen hat, jetzt im Sand verlaufen würde.

Trotz all der oben genannten Schwächen muss man abschließend aber trotzdem sagen: Obwohl wir von George R.R. Martin mehr gewohnt sind, ist "Dance" immer noch besser als die meisten Bücher, die zurzeit auf dem Fantasymarkt herumschwirrt. Deshalb sind drei Sterne meiner Meinung nach die angemessene Bewertung für dieses Werk.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow... was für ein Ritt..., 25. Januar 2012
George R.R. Martin hat mich im Jahre 2011 in seinen Bann gezogen. Zunächst habe ich die ersten vier Bände in der deutschen Hörbuchversion von Audible gehört - und da das neue Buch noch nicht übersetzt wurde, konnte ich einfach nicht warten und habe mir dann das (für mich untypische) klassische Lesevergnügen gegönnt. Und mit Vergnügen meine ich wirklich: Lesen, weil es Spaß macht!

Teils bis tief in die Nacht haben mich Martins Charaktere wach gehalten. Selten bis nie habe ich es erlebt, daß mich ein Buch wirklich so motiviert, immer weiter und weiter zu lesen. Gegen Ende konnte ich gar nicht mehr aufhören, und nach der letzten Seite zog ich mir umgehend das Sample-Kapitel aus dem sechsten Buch rein, daß Martin auf seiner Homepage veröffentlicht hat.

Was manche als Langeweile bezeichnen, ist in Wirklichkeit die umfangreiche Gestaltung des Szenarios und der Charaktere. Man kann dem Autoren vorwerfen, daß er das in Band 4 übertrieben hat, wo Figuren wie Brienne oder Arya das ganze Buch lang kaum etwas Interessantes erlebt hatten. Für diesen fünften Band gilt das nicht mehr. Jede Figur geht durch Aufs und Abs, so manchen Charakter treibt das Schicksal durch die halbe (fiktive) Welt. Und die Sprache ist dabei stets edel und fesselnd, das Englisch bis auf wenige Ausnahmen wunderbar zu verstehen. Ich persönlich hätte gerne noch wochenlang so weiterlesen wollen.

Der große Vorteil gegenüber Band 4: Die "eigentlichen" Hauptfiguren Tyrion, Daenerys, Jon Snow und Bran sind wieder mit von der Partie. Daß gleich alle vier fehlten, machte den vierten Band "A feast for crows" trotz der spannenden Handlung in Kings Landing etwas weniger mitreißend. Nun sind alle wieder dabei, und die Handlung treibt auf mehreren Handlungsebenen unaufhaltsam einem Höhepunkt entgegen.

Leider beschummelt der Autor hier ein bißchen: Während die Bücher 2 und 3 diesem Höhepunkt nicht nur entgegentrieben, sondern ihn am Ende auch erreichten, endet Band 5 leider auf allen Ebenen mit einem gewaltigen Cliffhanger. Die Schlachten, die sich sowohl im Norden als auch in Mereen abzeichnen, passieren am Ende (noch) nicht. Auch Victarion Greyjoy oder Jon Connington erleben den großen Showdown wohl erst zu Beginn von Band 6. Von Daenerys und Jon Snow mal ganz zu schweigen, der Cliffhanger ist sozusagen universell.

Das mag wohl auch ein Grund dafür sein, warum der Autor so lange mit dem Buch brauchte: Die Handlung treibt mit unzähligen Figuren (für den Stargate Kucker quälend) langsam voran, und es kommt immer noch etwas Neues spannendes hinzu, und am Ende wird er dann nicht fertig. Sicherlich entstand daraus dann die Entscheidung, statt sechs nun sieben Bücher anzupeilen. Schade, daß man so lange warten wird müssen, bis der sechste Band endlich zu kaufen sein wird...

Zur Klarstellung: Natürlich passiert trotz der vielen Cliffhanger am Ende durchaus noch einiges. Zwar lassen die großen Schlachten a la Blackwater noch auf sich warten, dennoch passiert gerade in Mereen so einiges (ich sage nur: Drachen!), und beim letzten Theon Kapitel konnte ich kaum noch sitzen bleiben. Der Epilog bringt dann - wie schon in Band 3 - nochmals eine völlig unerwartete Wendung, die für mich wirklich aus heiterem Himmel kam. Es wird also mächtig was geboten - und es bleibt noch so viel für den nächsten Band übrig...

Für mich ist dieses Buch wie bislang die ganze Saga ein echtes Meisterwerk, sprachlich wie inhaltlich. Ich hätte nie gedacht, daß ich 960 Seiten so schnell verschlingen kann. Und meine nächtlichen Reisen nach Westeros werden mir für die nächste Zeit mit Sicherheit sehr fehlen. Danke, George R.R. Martin, und ich wünsche Ihnen viel Gesundheit und Kraft, damit die Saga möglichst bald weitergehen kann!
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64 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen A Dance With Dragons - ohne viel Dragons, 27. Juli 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zuerst einmal zum Äußeren des Buches: Das Cover kommt wertig daher, vor Allem zu dem Preis! Ein Bronzener Drache auf dem Buchumschlag, im Relief gearbeitet - das sieht nicht nur im Regal gut aus sondern macht auch richtig Lust auf mehr. Da kommt dann aber schon der erste Haken.

Die letzten Bücher habe ich erst wieder gelesen um mich "einzustimmen". Ich hatte mich im Vorfeld also sehr auf das fünfte Buch gefreut und es sobald es möglich war vorbestellt. Jetzt bin ich mit dem Buch durch und muss sagen: Ich bin enttäuscht. Die Geschichte von Daenerys hat mich von Anfang an sehr mitgerissen, ich hatte mir vom Titel erhofft dass es jetzt endlich ordentlich um die Drachen geht die langsam größer und mächtiger werden. Fehlanzeige. Die Drachen kommen das ganze Buch über wenn dann nur am Rand vor, erst zum Ende hin werden sie endlich interessant und wichtig, aber dann in einer Art und Weise die sicher nicht jedem Fan gefallen wird. Auch Daenerys' Geschichte ist sicherlich kein Dance, sondern wenn überhaupt ein Struggle.
Die gesamte Handlung baut sich am Anfang sehr zäh auf, wenn man dann etwa bei der Hälfte des Buches angekommen ist wird's langsam besser. Zum Ende hin gibt es wieder die üblichen Cliffhanger, manche Charaktere die zu Anfang sehr wichtig erschienen finden plötzlich keine Erwähnung mehr, was mich enttäuscht hat, bei anderen bisher lieb gewonnenen Charakteren fehlen mir die Emotionen.

Ansonsten wird viel auf der Stelle getreten und viel erzählt, passieren tut aber kaum etwas. Die Äußere Handlung ist dürftig, die innere Handlung meiner Meinung nach leider auch. Die lieb gewonnenen Charaktere wie Daenerys, Jon oder Tyrion erleben schwere Krisen in diesem Band, aber nirgendwo liest man von Zweifel, Angst, Sehnsucht, Verzweiflung, oder irgend einer anderen menschlichen Emotion. Die Charaktere wirken platter als jemals zuvor.

Martins Erzählstil hat sich seit dem ersten Buch sehr verändert. Manche mögen die Details die er seit Neuem in seine Erzählungen einstreut lieben, ich mag sie nicht. Oft habe ich mich beim Lesen dabei ertappt ganze Absätze zu überspringen wenn ich gemerkt habe dass es jetzt wieder einmal um das Aussehen irgend eines Nebencharakters ging, oder um das Essen das bis ins kleinste Detail beschrieben wurde, oder darum ob einer von 15 Rittern die nicht einmal namentlich erwähnt werden sich jetzt heute Morgen frisch rasiert hat oder nicht. Ich mochte den alten knackigen Erzählstil lieber, und konnte mich mit den vielen Details im fünften Band nicht anfreunden, auch deswegen nicht weil ihr Nutzen sich mir nie erschlossen hat. Atmosphäre schön und gut, aber die Details waren zu viele und zu überladen um die Geschichte runder wirken zu lassen. Im Gegenteil: Sie haben meiner Meinung nach mehr geschadet als genutzt. Die Sprache wirkte früher flüssig und knackig, das fünfte Buch kommt ebenso wie das vierte sehr konstruiert daher. Am Meisten stört mich die Tatsache dass viele Kapitel nur auf einen einzigen Cliffhanger hinaus laufen der dann in den letzten fünf Zeilen der letzten Seite des Kapitels endlich kommt. Alles was zuvor beschrieben wurde scheint zum Teil nur dem Zweck zu dienen von diesem besonderen Moment abzulenken oder so etwas wie alltägliche Langeweile aufkommen zu lassen damit die letzten Zeilen so richtig schocken. Dadurch wird die Erzählung auf einmal erschreckend vorhersehbar.
Das hat der Martin doch eigentlich gar nicht nötig! Kennen gelernt hab ich ihn als einen Autor der mit seinen Lesern spielt, kraftvolle präsente Charaktere zaubert, nicht vor Überraschungen zurück schreckt, und seien sie auch noch so entsetzlich. Inzwischen empfinde ich seine Erzählweise als überladen und zugleich zu vorhersehbar um mich längerfristig zu begeistern. Die "Twists and Turns" früherer Bücher haben mich richtig umgehauen, hier habe ich oft den Eindruck dass ein "Twist" nur um des Twist's Willen eingebaut wurde, und um das Buch etwas länger zu machen. Man hat das Gefühl dass Martin sich selbst und seinen Stil in den letzten fünf Jahren verloren hat.
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