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65 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Peter Pan goes Hack' n Slay - großartig!!
...und wieder beginnt meine Begeisterung bei den Äußerlichkeiten des Romans: Brom, Autor und Illustrator, ist hier ein absolut geniales Cover gelungen. Peter, in düsterer Pose eingefangen, umflogen von den Geistern toter Pixies, Menschen - und was da noch so kreucht und fleucht.

Auch inhaltlich bleibt es bei diesem Stil. Wer Angst davor hat,...
Veröffentlicht am 10. Februar 2010 von H. Kamp

versus
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Peter Pan in der Moderne
Vorwiegend abends und nachts streift er durch New York - ein Junge auf der Suche. Doch er sucht weder Geld, noch Drogen, noch Abwechslung aus seinem Alltag - er sucht Kinder, Kinder, die verlassen wurden, Kinder, die vernachlässigt werden, Kinder, die nicht wissen wohin. Eines Nachts schaut er durch ein Fenster und sieht, wie ein Mann über seine Tochter...
Vor 18 Monaten von Kerry veröffentlicht


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65 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Peter Pan goes Hack' n Slay - großartig!!, 10. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
...und wieder beginnt meine Begeisterung bei den Äußerlichkeiten des Romans: Brom, Autor und Illustrator, ist hier ein absolut geniales Cover gelungen. Peter, in düsterer Pose eingefangen, umflogen von den Geistern toter Pixies, Menschen - und was da noch so kreucht und fleucht.

Auch inhaltlich bleibt es bei diesem Stil. Wer Angst davor hat, sich seine schönen Kindheitserinnerungen des Märchens von Peter Pan und dem Nimmerland zu verderben, Vorsicht! ;)

Dieser Peter Pan ist nämlich ein ganz anderer, und auch das Reich, in dem er lebt, ist nicht wirklich friedlich....

Broms Märchen" spielt in der Gegenwart. Peter, der Kinderdieb, hält in New York Ausschau nach hoffnungslosen, einsamen Straßenkindern ohne Zukunft, die er durch den Nebel nach Avalon lockt - die Welt der Magie, in der man niemals erwachsen wird; bevölkter von Elfen, Trollen, Zentauren, Naturgeistern, Feen, Pixies und etlichen anderen wunderlichen Geschöpfen.
Beherrscht wird diese Welt von der Dame, der Göttin, die den Nebel erschuf um Avalon zu verbergen - allerdings ist sie geschwächt und ihre Kraft zerrinnt zusehends.

Diese Welt ist von der Zerstörung bedroht, denn die Fleischfresser" - erwachsene Menschen, die zur Zeit des Bürgerkrieges auf Avalon landeten und die die dortige Magie verwandelt, verkrüppelt, entstellt und in den Wahnsinn getrieben hat, drohen alles zu vernichten.
Peter bildet seine gestohlenen Kinder zu einer Armee aus, den Teufeln, wilde, skrupellose Krieger, mit dem Ziel, die Fleischfresser zurückzuschlagen und Avalon zu retten.
Nick, ein 16-jähriger Junge, wird einer von ihnen. Und so beginnt das Abenteuer in Der Kinderdieb" - ein packendes, SEHR blutrünstiges, düsteres, brutales aber wahnsinnig gelungenes Märchen für Erwachsene; eine Verschmelzung von Horror, Avalon-Mythos, Peter Pan-Märchen, Artus-Saga und Fantasy.
Mich hat das Buch bis zur letzten Seite gepackt, ich war immer aufs Neue entzückt und beeindruckt von den zahlreichen Illustrationen jeweils zu jedem Kapitelbeginn.

Ein umwerfendes Buch, blutig, bizarr, skurril - unbedingt lesen!!
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100 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum 650 Seiten verdammt wenig sein können, 3. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die letzte Seite - und in meinem Gesicht steht das völlige Entsetzen. Ich bin immer noch wie betäubt. Aus? Vorbei? Da kommt jetzt nichts mehr? Letzte Seite? Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Binnen drei Tagen hat sich dieses Buch zu meinem neuen Liebling gemausert. Ich würde es am liebsten in eine Vitrine stellen, damit es im Regal zwischen den anderen Büchern nicht untergeht. Damit ich es immer vor Augen habe - und mich gleich wieder zwischen seinen Seiten befinde. Ich muss verhext sein! (Und das würde glatt noch zum Buch passen.)

[Eine Warnung voraus: Diese Rezension ist rein SUBJEKTIV. (So, wie es Rezensionen meiner Meinung nach auch sein sollten.)]

1) Spannung.

Das Buch beginnt mit Action und hört mit Action auf. Schon auf der ersten Seite des Prologs ist man mitten im Geschehen, steckt man mitten in den Köpfen der handelnden Figuren. Die Handlung ist dicht und hektisch, und vor allem ist sie zu jeder Zeit nachvollziehbar. Eine verwickelte Handlung, ein filigranes Uhrwerk - "Spannung pur" ist diesmal nicht nur ein leeres Versprechen.

Kontra: Irgendwo im ersten Drittel fand sich einmal ein kleines Handlungsloch ein, wo mich das Gefühl beschlich, die Geschichte beginne zu schleifen, die Verwicklungen lösen sich in Luft auf. Aber das stellte sich im Nachhinein als Irrtum heraus. Wem es genau so ergehen sollte: Weiterlesen lohnt sich.

2) Schreibstil.

Brom ist weder blumig noch romantisch. Er hält sich nicht lange mit unwichtigen Details auf und beschreibt die Dinge wie sie sind. Sein Schreibstil ist leicht zu lesen aber nicht anspruchslos, er entführt und reißt mit.

3) Humor.

Dieses Buch ist ernst, meint es ernst, will ernst genommen werden und transportiert, ganz im Ernst, nur wenig Humor. Ich habe festgestellt, dass ich Bücher, die überhaupt keinen Humor, nein nicht einmal Sarkasmus bieten, schnell als eintönig empfinde. Aber im Kinderdieb hat mich das überhaupt nicht gestört; ein weiteres Detail, das sich ganz geschmeidig ins Gesamtbild einfügt.

4) Charaktere.

Einige Charaktere (vor allem die zweite Hauptfigur Nick) wirken anfangs noch recht platt, manche bleiben es bis zum Schluss, was aber aufgrund ihrer Funktion nicht so schlimm ist. Nick gewinnt im Laufe des Buches massiv an Plastizität und durchläuft einen meiner Meinung nach sehr unerwarteten Entwicklungsprozess. Peter wird sehr anschaulich und psychologisch nachvollziehbar dargestellt, wobei ihm der Zauber, der seine Person umgibt, nicht abgeht.

5) Blutbad.

Manche werden hinterher sagen, es handele sich bei dem Buch um Gewalt mit ein bisschen Geschichte - und diese Leute sollen im Voraus gewarnt sein.

Dieses Buch.
Ist.
Nicht.
Harmlos.

Literweise spritzt das Blut, Eingeweide blubbern aus aufgeschlitzten Bäuchen, Köpfe und Gliedmaßen fliegen in alle Richtungen, Schwerter stechen Augen aus, Menschen brennen - und so weiter und so fort. Aber anders als in so manchem Film, den sich Jugendliche im Kino oder TV heute so ansehen, wird die rohe Gewalt hier in einen subtilen Kontext gestellt, wo er durchaus Sinn macht. Keine einzige Szene ist - in meinen Augen - überflüssig. (Und Brom schildert die Szenen so lebendig, dass mir stellenweise richtig übel wurde.)

Fazit:

Von mir bekommt das Buch fünf Sterne. Und ich habe es garantiert nicht zum letzten Mal gelesen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber etwas zu drastisch., 10. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
In der Nachbemerkung zum Buch Der Kinderdieb" von Brom, der dies Buch nicht nur geschrieben sondern auch selbst illustriert hat, schreibt der amerikanische Autor, dass er sein Buch als Lobgesang auf die ursprüngliche, nicht geschönte, nicht entschärfte und nicht bereinigte Fassung des Romans Peter Pan" von James Barrie verstanden haben will, in der noch -- wie er schreibt -- die dunklen Untertöne vorhanden sind.

Ich kenne gar keine Fassung des Romans Peter Pan" -- unglaublich, aber wahr -- und konnte mich vielleicht gerade deswegen auf den Roman Der Kinderdieb" völlig unbelastet einlassen. Würde man eine Einordnung vornehmen wollen, was ich eigentlich prinzipiell nicht gerne tue, gehört das Buch vermutlich am ehesten zu der sogenannten Dark-Fantasy"-Sparte und ich würde es wohl eher keinem Jugendlichen unter 16 Jahren empfehlen zu lesen, denn manche Szenerien, Illustrationen und Dialoge sind doch recht heftig ausgefallen und könnten zartbesaiteten Gemütern eventuell nicht zusagen.

Wobei ich als erwachsener Leser schon fast bei der Frage angelangt bin, für wen das Buch denn wohl geschrieben sein soll und -- abgesehen von dem erwähnten Lobgesang/der Hommage -- was es beim Leser erzeugen soll? Denn der Roman provoziert meiner Ansicht nach den Leser auf jeden Fall zum Nachdenken.
Daher erst kurz zum Inhalt und danach zu dem Eindruck, den das Buch und die Illustrationen bei mir hinterlassen haben:
Ein menschenähnliches Wesen, genannt Peter, sucht in unserer Welt nach Kindern, die -- wie Peter selbst es an einigen Stellen im Roman ausdrückt - ihren ZAUBER noch nicht verloren haben. Diese Kinder stehen meist an einem entsetzlichen Abgrund, sind grob gesagt, seelisch oder physisch vergewaltigt oder anderweitig schwer misshandelt worden und wissen keinen Ausweg mehr. Ein Kind, Nathan mit Namen, z.B. steht kurz davor, in einem verständlich erscheinenden Racheakt die Mörder seines Bruders selbst zu erschießen, ein anderer Junge, Nick, fühlt sich in einer Kurzschlußhandlung genötigt, den brutalen Drogendealern, an die seine Mutter untervermietet hatte und die jetzt die gesamte Familie terrorisieren, die Drogen wegzunehmen, wird natürlich aber sofort von ihnen erwischt.

Genau in diesem Moment erscheint meist Peter, hilft diesen Kindern aus der Klemme -- manchmal ziemlich brutal - und bietet ihnen an, mit ihm zu kommen. In ein Land der ewigen Jugend, wo man Abenteuer satt erleben und viel Spaß haben kann und nichts mehr mit unserer Welt zu tun haben braucht. Allerdings verschweigt ihnen Peter, dass sowohl der Weg in dieses Land schon, als auch das Land selbst, Avalon mit Namen, lebensgefährlich und vom Untergang bedroht ist.
Denn Peter sucht Kinder, die ihm helfen, das Land von dieser Bedrohung zu befreien und wieder zu dem zu machen, was es mal gewesen war. Er kennt es als blühendes Land der ewigen Jugend, ein wahres Paradies, dem üppigen Schlaraffenland oder dem Phantasia aus Die unendliche Geschichte" vergleichbar, wo Kinder nicht erwachsen zu werden brauchten, keine Erwachsenen-Regeln galten und man nicht um sein Leben, seine Seele, seine Existenz fürchten brauchte. Wo die Magie, der ZAUBER aus alten Zeiten noch lebendig war. Doch das ist längst nur noch die halbe Wahrheit.

Peter selbst ist kein Mensch, sondern stammt väterlicherseits von den Elfen ab und wurde von der Familie als Wechselbalg verstoßen und im zarten Babyalter dem Tode ausgeliefert. Der Moosmann Goll, der ihn vor dem Gefressenwerden durch einen Wolf rettet und bei dem er zunächst Unterschlupf findet, verlangt ihm allerdings einiges an Selbstständigkeit ab und bei ihm geht Peter durch eine sehr harte Schule. Als Peter sich im Alter von 6 Jahren nach Spielkameraden sehnt und sich zu nahe an ein Menschendorf wagt, wird er auch dort wieder von den abergläubischen Dörflern weggejagt, verfolgt und Goll auf brutalste Weise ermordet, sobald man seiner habhaft wurde. Bevor er stirbt, ermahnt er Peter noch, den Wolf zu töten, der ständig hinter ihm her ist. Als er dies schließlich tut, hat er zwar eine wichtige Mutprobe bestanden, aber auch wieder noch ein Stückchen unbeschwerter Kindheit verloren und als er von 3 Elfen per Steinkreismagie nach Avalon geholt wird, sind diese nur darauf aus, Peter zu ihrer Mutter, der Hexe zu bringen, um ihn gemeinsam mit ihr zu fressen. Es gelingt ihm, der gefährlichen Hexe ein Auge auszustechen, wodurch er sie sich allerdings zu einem lebenslänglichen Feind macht.

Im Grunde fängt hier der Roman erst richtig an und es würde zu weit führen, die gesamte Geschichte, die meist in Rückblicken von Peter auf frühere Begebenheiten in die fortlaufende Handlung eingestreut werden, zu erzählen. Peter lernt die Dame von Avalon, die diese mysthische Welt durch Nebel schützt, kennen und auch Ulfger, den Sohn und Erben des Gehörnten, der in Peter sofort die Konkurrenz sieht und der sein erbittertster Feind wird. Es wird auch erzählt, wie es dazu kam, dass Peter in unsere Welt zurückkehrt und sich eine Kinderarmee in Avalon aufbaut und es wird auch klar, dass Peter nicht nur aus edlen Motiven und uneigennützig handelt.

Der Autor hat den Roman sowieso auch sehr dicht gepackt und reißt hier mal einen alten Mythos an, erwähnt durch eine Romanfigur eine andere Begebenheit...kurzum: vielschichtiger, spannender und interessanter kann man kaum schreiben. Ob die teilweise starke Zurschaustellung brutaler Geschehnisse allerdings nötig gewesen wäre, wage ich mal zu bezweifeln. Da wäre weniger oft mehr gewesen, finde ich, ohne das Ziel des Romans zu verfehlen.
Wie schon erwähnt, kenne ich zwar "Peter Pan" nicht, aber mehrere Legenden um Avalon und Broms Roman ist einfach toll und läßt im besten Fall den Leser wirklich sehr darüber nachdenken, worin eigentlich der ZAUBER von Kindern besteht und was man sich unter einem wirklichen Paradies vorstellen könnte.

Fazit von mir: Klasse Roman, der das Zeug hat, ein wirklicher Spitzentitel zu sein. Allerdings möchte man dem Autor wirklich raten, den nächsten Roman mit etwas weniger drastischen Szenen zu schreiben, denn es kommt auch ohne diese so beim Leser an, wie es gemeint ist.
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine abenteuerliche Entdeckungsreise, 12. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch beginnt mit der Geschichte eines Mädchens. Sie wird von ihrem Vater missbraucht, doch eines Tages erscheint ein goldäugiger Junge und rettet sie. Als nächstes lernen wir Nick kennen, er ist ein vierzehn Jahre alter Ausreißer, und er ist auf der Flucht vor einem brutalen Drogenboss und dessen Gang. Als Nick von ein paar Jungs in die Mangel genommen wird, kommt ihn ein Junge mit spitzen Ohren zur Hilfe. Der Name des Jungen ist Peter und er bietet Nick an ihn mit auf seine Feste zu nehmen. Diese befindet sich in Avalon, einem Ort voller Magie und ohne Regeln die von Erwachsenen aufgestellt wurden. Um an diesen wundersammen Ort zu gelangen, muss Nick den "Kinderdieb" durch eine Nebelwand begleiten. Doch die Welt hinter dem Nebel begrüßt Nick mit grauenvollen Bildern. Auch Peter hat in seinem Leben schon schreckliche Dinge erlebt und der Leser darf ihn immer wieder in die Vergangenheit begleiten. Als Neuling in Peters Feste muss Nick sich erst beweisen. Peters Clan "die Teufel" sind ein wilder, irrer Haufen, und die Wälder von Avalon gefährlicher als Brooklyns nächtliche Straßen- wie Nick schon bald feststellen muss. Außerdem plagen den Jungen schlimme Albträume und Schuldgefühle. Nick möchte zurück in seine Welt, doch wie soll er das anstellen? Er nimmt Peter ein Versprechen ab und im Gegenzug dafür zieht er mit den Teufeln in die Schlacht, denn der Kapitän wartet schon...

Brom wollte 'den Schleier von James Matthew Barries poetischer Sprache beiseite ziehen und die sich dahinter verbergende Gewalt und Barbarei ungeschminkt zeigen'. Und genau das hat er auch getan! Seine Peter Pan Version ist nicht weichgespült, sie ist knallhart und oberkrass. Das Buch ist nicht gnädig mit seinem Leser, hier sterben liebgewonnene Figuren, immer wieder spritzt Hirn, Eingeweide quellen heraus und Körperteile werden abgetrennt. Kinder werden missbraucht, getötet oder selbst zu Killern. Trotz allem ist 'Der Kinderdieb' fesselnd und vielschichtig. Es ist kein klassischer Gut/Böse Roman, denn man lernt die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln kennen. Es kann sogar vorkommen, dass man vermeintliche Bösewichte plötzlich sympathisch findet. Die Geschichte ist rau und brutal, aber sie handelt auch von Freundschaft, Liebe und Tapferkeit. Zu jedem Kapitel hat der Künstler Brom eine schwarzweiß Zeichnung gemacht und in der Buchmitte findet man farbige Zeichnungen. Die Bilder sind wirklich sehenswert! Auch ich kannte bisher nur die seichte Disney-Version, aber die interessanten Nachbemerkungen des Autors haben mir Lust auf die Originalversion gemacht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastisch, 17. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Leise wie ein Schatten streift ein merkwürdiger Junge durch die Straßen von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie - und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch größte Gefahr..."

Wer kennt sie nicht, die Geschichte um Peter Pan. Der Junge aus dem Nimmerland, der nie erwachsen werden will und Kinder mit auf seine Reise nimmt. Wollten wir nicht alle schon einmal in unserer Kindheit mit dem sympathischen Jungen durch die Lüfte fliegen und Abenteuer bestehen?

Brom hat allerdings das Märchen mal von einer ganz anderen Seite betrachtet. Denn eigentlich ist Peter gar nicht der Traum aller Kinder, die nie erwachsen werden wollen. Er benutzt die Kleinen für eigene Zwecke und lockt diese mit in sein Reich. Das schafft er nur, indem er sich gezielt Jugendliche mit Problemen oder einem schlimmen sozialen Umfeld aussucht und diese quasi rettet.
Warum tut Peter das? Welche Ziele verfolgt er? Sollten ihm die Kinder dankbar sein, dass er sie mitgenommen hat, oder ist er wirklich einfach ein böser Kinderdieb?

Wer glaubt, mit dem "Kinderdieb" ein Jugendbuch in den Händen zu halten, den muss ich leider enttäuschen. Die Protagonisten sind zwar Teenager und Jugendliche, allerdings ist der Fantasyroman eindeutig für Erwachsene gemacht. Das merkt man gleich am Anfang der Geschichte. Es geht sofort brutal zu. Der Autor hat sich nicht gescheut, auch grausame Dinge bildlich und detailgetreu zu beschreiben.

Der Leser hat alles ganz klar vor Augen und fühlt mit allen Charakteren sehr mit. Das wird noch durch die liebevolle Gestaltung des Buches unterstützt. Ab der Hälfte finden sich wunderschöne Zeichnungen der verschiedenen Wesen in Farbe und vor jedem Kapitel ist auch noch ein passendes Bild zu sehen.

Ich muss sagen, dass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlingen musste. Auf der einen Seite war ich immer wieder von der offenen Brutalität von Peter geschockt, andererseits hat er ein Herz aus Gold und viel Edelmut gezeigt. Die Handlungen und Charakterzüge haben einen großen Zwiespalt in mir ausgelöst und sehr zum Nachdenken angeregt. Davon war ich sehr begeistert.
Ich möchte an dieser Stelle eine absolute Buchempfehlung aussprechen.
Aber Achtung: "Der Kinderdieb" ist nichts für zartbesaitete Leser!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Unterhaltung für Youngsters, 11. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte von Peter Pan wurde ursprünglich von James Barrie geschrieben und ist, im Gegensatz zu den Disney-Verfilmungen, eine durchaus blutrünstige Story mit einem rücksichtlosen Peter Pan, der andere Kinder rekrutiert, um sie gegen seine Feinde wie z.B. die Piraten kämpfen zu lassen. Der Schriftsteller Brom hat diese Geschichte in unsere Zeit versetzt und mit englischen Sagen wie der vom mystischen Reich Avalon gewürzt.

Und auch Broms Peter Pan ist nicht nur der nette, spitzbübige Junge, der jede Menge Spaß haben und niemals erwachsen werden will, sondern eine stets undurchsichtige Gestalt, die ihre Ziele auch auf Kosten anderer verfolgt. In der Auseinandersetzung mit Peter und ganz ohne die Erwachsenen erschafft Brom eine Situation, in der die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Regeln aufstellen müssen, um zu überleben - frei nach Klassikern wie "Lord of the flies". Ernsthaft-spannende Unterhaltung für Youngsters.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Kindermärchen mal in einem ganz anderen Licht, 3. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Erste Worte
"In einer kleinen Ecke des Prospekt Park in Brooklyn versteckte sich ein Dieb zwischen den Bäumen. Dieser Dieb hielt nicht nach einer unbewachten Geldbörse, nach einem Handy oder einem Fotoapparat Ausschau. Dieser Dieb suchte nach einem Kind."

Meinung
Jedes Kind kennt die Geschichte von Peter Pan, der Junge, der niemals erwachsen werden wollte, und seinem Nimmerland. Wie er gegen den Bösewicht Kapitän Hook gekämpft hat und natürlich darf Naseweiß, die kleine Fee, nicht fehlen. Jedes Kind würde gerne so wie Peter Pan sein - ein Kind das ganze Leben lang und die Welt ist der Spielplatz. "Der Kinderdieb" entführt einen auch in Peter's Reich - Avalon, doch hier erinnert nichts an das fantastische Kindermärchen. Diese Geschichte erzählt von Magie und Gewalt, Lügen und Abgründen, großer Liebe, falschen Freunden und wahren Helden - das "Peter Pan"-Märchen für die großen Kinder (:

Brom beginnt die Geschichte mit einem kleinen Prolog, in dem Peter ein Mädchen vor ihrem gewalttätigen Vater rettet und Peter sie mit nach Avalon nimmt. Danach beginnt die wirkliche Handlung und Nick, ein Junge aus New York/Brooklyn kommt ins Spiel. Er ist von daheim ausgerissen, hat die Gang aus der Gegend im Nacken, muss daher so schnell wie möglich ganz weit weg und hat absolut keine Ahnung wie. Da läuft ihm Peter ganz "zufällig" über den Weg und unterbreitet Nick das Angebot mit nach Avalon zu kommen. Natürlich weis er nicht das Peter ihn nur ausnutzen will, denn die magische Insel stirbt - die Magie stirbt. Erwachsene haben sich auf der Insel angesiedelt und Peter möchte sie vertreiben - mit allen Mitteln. Dafür braucht er Kinder - viele Kinder -, die er in seinen Teufelsclan einführt (sozusagen die Kinderarmee von Peter). Nick ist sein neuster Rekrut und muss sich mit dem Leben zwischen den Teufeln und den Kämpfen vertraut machen. Nach und nach wird ihm klar, wie Peter's wahres Ich ist und alles nimmt seinen Lauf.

Als ich den Buchdeckel zugeklappt habe, war ich erstmal etwas perplex und musste die Geschichte mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Dieser Peter Pan, Brom's Peter, hat nichts mit dem kleinen lustigen Jungen aus dem Märchen gleich. Genau diese Tatsache macht den Roman aber so lesenswert. Der Autor verschönert nichts, er stellt das Leben des "Petervogels" in seiner ganzen Deutlichkeit da. Peter ist mit dem Herzen noch ein Kind, aber sein Kopf arbeitet so präzise und listig wie eines Erwachsenen. Er versucht mit aller Gewalt seine Insel zu retten, auch wenn dafür x Kinder sterben müssen - ihm ist es egal. Brom hat diesen Charakter so verdammt lebendig hinbekommen, mit seinen Taten, Gefühlen (wenn er mal welche zeigt) und Gedanken. Peter ist und war nie wirklich sympathisch. Am Anfang fand ich ihn interessant, dann einfach nur hinterlistig und böse (vor allem wegen dem, was er den Kindern zumutet) und dann als ich seine Beweggründe wirklich verstanden habe, tat er mir einfach nur Leid. Denn Peter agiert nur so, weil er versucht sein zu Hause zu schützen, denn ein Kind braucht ein zu Hause und ein Kind ist er. Peter ist definitiv einer der interessantesten Charaktere, der ich während meiner Leselaufbahn begegnen durfte. Nick ist auch einer der Hauptpropaganisten, neben Peter und den Teufeln. Er ist eigentlich nur mit Peter mitgegangen, weil er einfach in NY nicht wusste wohin. Nick wurde auch sehr tiefgründig beschreiben. Wie er zu jeder Sache sich Gedanken macht, wie er dahinterkommt warum ihn Peter wirklich braucht. Als Leser versetzt man sich doch schon eher in Nick's Situation, da er so ziemlich die Person ist (mal ausgenommen Peter), deren Gedanken und Gefühle näher beschrieben werden. Ich hatte oft das Gefühl in das Buch hineinspringen zu müssen, um Nick von irgendeiner Entscheidung abzubringen. Nick ist eher zurückhaltend und schaut sich die Situation erst genauer an, bevor er sich ins Getümmel wirft. Er ist sehr pragmatisch veranlagt und zeigt im Laufe des Buches seine wahre starke Persönlichkeit. Der Teufelsclan besteht aus mehreren Kindern, Mädchen wie Jungs, und alle stehen fest hinter Peter's Ansichten. Ab und zu hätte ich mehr Details zu der Vergangenheit des ein oder anderen erfahren, z.B. warum er jetzt bei Peter ist, etc. Aber ich verstehe es, dass Brom hier nicht auf jeden eingehen konnte. Da wäre das Buch ja gar nicht fertig geworden (: Die weiteren Figuren, z.B. die Dame, der Troll, Ulfger, etc. sind meist sehr Detailgetreu beschrieben, sowohl von den Charakterzügen als auch von ihrem Aussehen her. Hier hat Brom für mich auf ganzer Linie gepunktet.

Kurz zum Handlungverlauf ein paar Worte. Der Autor hält die Spannung über das gesamte Buch meist auf einem hohen Niveau. So vergeht auch nicht die Lust am Lesen, denn Langweile kommt bei diesem Buch zu 1oo % nicht auf. Ansonsten fließt eine Handlungstation in die andere über und das Buch lässt sich flüssig runterlesen.

Das gewisse Etwas bekommt der Roman durch seine schönen Illustrationen, die alle von Brom selbst stammen. Das Cover wurde in einem glänzenden Schwarz gestaltet und im Mittelpunkt schwebt Peter mit ausgestreckten Armen vor der Silhouette eines Häuserblocks (in NY?!) Es wirkt düster und geheimnisvoll außen herum, Peter mit seiner knallroten Jacke, dem hellen Hintergrund und den ausgebreiteten Armen wirkt wie eine Zuflucht vor dem Dunkeln. Sehr zutreffend auf den Romaninhalt, denn vielleicht sehen das die Kinder in Peter - eine Zuflucht/ein zu Hause? Auch wurde vor jedem Kapitel ein schwarz/weiß Bild abgedruckt. Meist ist dieses Bild auf die Kapitelüberschrift abgestimmt. Nach Seite 32o sind sogar einige Farbbilder eignefügt worden - Illustrator natürlich Brom. Sie zeigen Charaktere, die im Laufe des Buches dem Leser begegnen. durch die Zeichnungen kann man sich auch besser ein Bild von den Figuren machen und außerdem schauen sie echt schön aus. Super!

Obwohl es ein etwas trauriges Ende hat, zwischen durch auch mal ein paar Gute sterben und es hier und da etwas komplizierter erscheint, ist "Der Kinderdieb" ein unschlagbarer Tipp für jeden Fantasyleser und für Leser, die einfach mal die etwas andere Geschichte über Peter Pan lesen wollen.

Fazit
Ein Roman über einen Märchenhelden und sein verwunschenes Land. Doch Positives hat natürlich Negatives. Ein wunderschönes Buch über Freundschaft, Verrat und Magie, das zum Nachdenken anregt. Ich würde es jederzeit wieder kaufen & lesen - absolut!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine sehr düstere aber beeindruckende Peter Pan-Adaption, 12. Januar 2011
Von 
Kerstin Junglen (Flörsheim/Main, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kurzbeschreibung:
Leise wie ein Schatten streift ein merkwürdiger Junge durch die Straßen von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie - und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch größte Gefahr...

Zum Autor:
Brom, Jahrgang 1965, wurde in Albany im amerikanischen Bundesstaat Georgia geboren. Da sein Vater Pilot bei der U.S. Army war, verbrachte Brom einen Teil seiner Jugend im Ausland, unter anderem in Japan und Deutschland; aus dieser Zeit rührt auch seine Angewohnheit her, seinen Vornamen nicht zu benutzen. Bereits mit 21 arbeitete Brom als Illustrator für Firmen wie Coca-Cola und IBM. Später begann er, sich auf die visuelle Umsetzung von Spielen wie Dungeons & Dragons, Magic: The Gathering und World of Warcraft zu spezialisieren, und arbeitete für zahlreiche Verlage und Computerspielhersteller. Brom lebt heute mit seiner Familie in Seattle.

"Hätte das Mädchen nur mit den anderen Jungen und Mädchen reden können, jenen etwa, die dem goldäugigen Jungen bereits gefolgt waren, dann hätte es gewusst, dass man immer noch etwas zu verlieren hat." (Seite 11)

Rezension:
Brom erzählt die Geschichte von Peter Pan ganz neu. Sie hat nichts von der Erzählung, die man z. B. aus der Disney-Verfilmung kennt, gemein. Peter ist in diesem Roman nicht der sympathische Junge, der nicht erwachsen werden will und andere Kinder einlädt, ihm in sein Reich zu folgen, sondern ein sehr zwiespältiger Jugendlicher, der alles dafür tut, seine Ziele durchzusetzen. Die Kinder sind für ihn Mittel zum Zweck, er lässt sie für sich kämpfen und sterben.

Das Reich des Peter Pan liegt in Avalon (das mit dem "zuckersüßen" Nimmerland überhaupt nichts gemein hat) und es fließen sehr viele Gestalten der mystischen und keltischen Sagen in den Roman mit ein, wie z.B. Morgan Le Fay, die hier als Modron, die Dame vom See eine tragende Rolle spielt.

Auf gar keinen Fall möchte ich das Buch für Kinder weiterempfehlen! Es baut eine zunehmende Brutalität auf, die sehr detailreich geschildert wird, was fast an eine Art Splatter-Horror erinnert. Daher würde ich ein Lesealter ab 16 Jahren empfehlen. Erwachsene erwartet eine wirklich sehr gelungene Neuerzählung: Bisweilen sehr dunkel, brutal und düster aber auch fantasiereich und spannend.

Zur Gestaltung des Buches: Ein absoluter Hingucker ist bereits der fantastisch gestaltete Schutzumschlag mit Peter Pan als Titelfigur und umherfliegenden Pixies mit einem grob im Hintergrund angedeuteten New York. Hervorheben möchte ich die sehr schönen Farb- und Schwarz/Weißillustrationen in der Mitte des Buches und jeweils zu Kapitelbeginn, die von Brom selbst gestaltet wurden.

Fazit: Absolute Leseempfehlung an alle, die einmal einen anderen Peter Pan kennenlernen wollen und gerne Fantasy lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie in einem Film von Tim Burton, 5. Januar 2011
Von 
horrorbiene - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Peter ist der Kinderdieb. Er stielt Kinder jedoch nicht einfach so, er rettet sie und macht sich so zu ihrem Heiland. So auch Nick: Nick hat arge Probleme mit einem Mieter des Hauses seiner Mutter namens Marko. Dieser hat die Bude zu einem Drogenumschlagplatz gemacht und Nick möchte nur noch fort. Als er eine Menge Drogen gestohlen hat und Markos Bande hinter ihm her ist, kommt Peter gerade richtig um ihn aus der Misere zu retten. Da er nicht weiß wo er unterkommen soll begeleitet Nick Peter anschließend in das Reich Avalon, wo kein Kind jemals erwachsen wird. Doch Avalon ist kein schöner Ort mehr, es lauern Gefahren und das Land stirbt. Schuld sind die Fleischfresser und Peter sammelt eine kleine Armee Kinder um sich, damit sie gemeinsam dem Sterben Einhalt gebieten können.

Meine Meinung: Das Buch ist definitiv anders. Der erste Eindruck war super: Das Buch enthält, neben einer ausreichend detaillierten Karte, zu Beginn jedes Kapitels eine Illustration eines im folgenden Kapitel vorgestellten Protagonisten oder einer Lokalität und darüber hinaus sogar acht farbige Abbildungen in der Mitte des Buches. Diese wurden vom überaus talentierten Autor angefertigt. Zudem finde ich das Papier überaus hochwertig. Doch beim Lesen des Buches war ich zu Anfang etwas irritiert: Die Sprache der Jungen ist geprägt von Kraftausdrücken und Flüchen gepaart mit wirklich gewalttätigen Szenen. Dafür, dass Kinder oder jüngere Teenager agieren war mir das etwas zu krass. Dies legte sich aber im Laufe des Buches teilweise bzw. bekam einen anderen Charakter. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch für Jugendliche unter 16 Jahre nicht wirklich geeignet.
Die Handlung kam auch relativ spät erst in Fahrt: Auf Seite 100 wusste ich immer noch nicht worum es wirklich gehen soll. Doch dies war taktisch eigentlich sehr geschickt gemacht von Brom, denn der Leser begleitet zu Beginn das gestohlene Kind" Nick, dass in die Welt von Avalon und Peters Clan (den Teufeln") eingeführt wird und ebenso wenig weiß. Der Anfang des Buches ist daher geprägt von zwei Perspektiven: Zum einen erleben wir Nicks Einstieg in Avalon und dessen Abenteuer und zum anderen Peters Diebstähle in New York mit eingebetteten Rückblenden über seine Vergangenheit. Dies ist ebenfalls sehr geschickt gestaltet, da Peter sich zurückerinnert werden Zusammenhänge klarer und man versteht die Figur Peter besser, z.B. warum er einen so großen Hass auf die Erwachsenen verspürt.
Gerade durch die Gewalt die oft beschrieben wird, wird schnell klar, dass Brom sich nicht den Disney Film als Vorlage für sein Werk genommen hat, sondern eher das unbereinigte Original von James M. Barrie. Doch nicht nur Peter Pan" diente als Vorlage, nein, Brom fand auch Inspiration bei der englischen Legende um Avalon, diese Konstellation ist wirklich interessant. Dadurch schafft es Brom mit seinem Werk eine sehr schöne und intensive Atmosphäre aufzubauen, die zwischen zauberhaft und düster variiert und gerade dieser Punkt ist es, der dieses Buch, meiner Meinung nach, so außergewöhnlich macht. Außerdem ist das Buch geprägt von Kontrasten: Peter mit seinem jungenhaften Aussehen ist mal gewalttätig und ein Mörder und dann der sich sorgende und sich kümmernde Anführer seiner ungezähmten Kinder. Der Kapitän dagegen wird erstaunlich anders dargestellt, als man es von ihm erwarten würde und diesen Eindruck erlebt man besonders intensiv, da ihm im letzten Teil des Buches sogar eine eigene Erzählperspektive eingeräumt wird und der Leser so auch die Gegenseite unverfälscht erlebt.
Mich persönlich hat gefreut, dass sogar ein schnarchender Mops erwähnt wurde, doch das ist eine andere Geschichte...

Fazit: Dieses Werk könnte eine ideale Vorlage für einen neuen Film von Tim Burton bilden, denn es hat, neben einer gewissen Skurrilität und Gewalt, eine wirklich zauberhaft gestaltete Welt mit starker Atmosphäre. Gerade diese Besonderheiten stechen derart heraus, dass die kleinen negativen Punkte (Flüche, harte Sprache und Brutalität) nicht mehr so ins Gewicht fallen, bzw. sich in das Gesamtbild einfügen. Das Buch ist sicher nichts für schwache Nerven oder jemanden der eine Disney Version von Peter Pan erwartet, doch z.B. für Freunde von Filmen im Stile Tim Burtons ist dies absolut zu empfehlen! Mir hat das Buch alles in allem sehr gut gefallen und die Illustrationen waren ein sehr schöner Bonus!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein Buch wie seine (Broms) Bilder, düster und bedrückend., 3. September 2010
Von 
Wortsplitter "Wortsplitter" (Papenburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Kinderdieb: Roman (Gebundene Ausgabe)
Peter ist ein Kind des Waldes, ganz anders als die Menschenkinder, mit spitzen Ohren und goldenen Augen und noch immer ein Baby, als er zu Sprechen beginnt. Aus Angst verstößt ihn seine menschliche Mutter und setzt ihn mitten im Winter im gefährlichen Wald aus. Doch er überlebt und findet nach einigen Jahren den Weg nach Avalon, der Insel der Dame.

Wir treffen Peter im heutigen New York wieder und er ist auf der Suche nach verlorenen Kindern. Es sind die Ungewollten, die Misshandelten, die Traurigen, die Einsamen, die Heimatlosen, die Peter sucht und durch den Nebel nach Avalon bringen will. Dort sollen sie zu seinen Teufeln werden, eine Bande wilder Kinder, die sich im Kampf üben. Denn Avalon ist im Krieg gegen die Fleischfresser und langsam vernichtet die Geißel alles Leben auf der Insel.

Es ist die dunkle Geschichte von Peter Pan, blutrünstig und verdorben. Es gab viele Lesemomente, an denen ich das Buch voller Grauen und teilweise angewidert beiseite legen musste. Wenn ein 6-jähriger Peter von einer Sumpfhexe sexuell angegriffen wird, geht das über meine Schmerzgrenze hinaus.
Trotzdem habe ich immer weiter gelesen. Die Geschichte der Dame des Sees, Königin von Avalon, und die alten Legenden, Peters Leben, seine Vergangenheit und der Kampf um das letzte magische Land, sind zu packend, als dass ich es bleiben lassen konnte.
Brom webt hier ein Gespinst aus Elfenhaar und Feenglitzerstaub, der in die dunkelsten Ecken der menschlichen Grausamkeit leuchtet. Die Sprache und die unerbittliche Brutalität machen die Botschaft des Buches teilweise mehr als deutlich. Ein wenig mehr Raffinesse hätte der Geschichte, meines Erachtens, gut getan. Vielleicht war es aber gerade deshalb packend wie ein Sog, aus dem es kein Entkommen gibt, bis zum tödlichen Ende, egal wie sinnlos es scheint.
Am Ende war ich enttäuscht, dass die Wahrheit zu nah an die Realität heran kommt.

War die Geschichte von J. M. Barrie noch ein fröhliches Kinderbuch mit kritischen Aspekten, rate ich davon ab Broms Der Kinderdieb" Kindern oder Jugendlichen in die Hand zu geben. Die Gewalt und sexuellen Anspielungen könnten sogar einigen Erwachsenen zu weit gehen. Was mir besonders nahe geht, ist der Zusammenhang mit Kinder, die entweder Opfer oder Täter sind.

Für mich war es sowohl ein Highlight als auch abschreckendes Beispiel. Ich bin hin und hergerissen. Die Kapitel sind mit eindrucksvollen Schwarz/Weiß-Bildern unterteilt und in der Mitte des Buches gibt es zusätzliche Hochglanz Farbbilder. Für mich ist das eindeutig ein Pluspunkt.
Wer also nicht vor drastischer Darstellung von Gewalt an, von und mit Kindern zurück schreckt, der mag sich bitte selbst ein Bild machen.
Doch seid gewarnt! Peters Lächeln ist ansteckend, nicht einmal die Sterne können ihm widerstehen.
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Der Kinderdieb: Roman
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