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31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schockierend ehrlich und mitreißend!
Inhalt:
Als Lia und Cassie 14 Jahre alt waren haben sie an Silvester um Mitternacht einen Blutsschwur geleistet - sie wollten die schlankesten Mädchen ihrer Schule sein. Das hat auch jede für sich selbst getan - Lia ist magersüchtig und Cassie hatte sich für Bulimie entscheiden. Doch nun, vier Jahre später, steht Lia allein da. Cassie ist...
Veröffentlicht am 18. September 2010 von animasoul1986

versus
3.0 von 5 Sternen ganz gut, hätte mir nur was anderes erwartet...
Ich hätte mir vorgestellte, dass das Buch mehr auf Magersucht eingeht...
Es geht um 2 Mädchen. Eines mit Bulimie (die, die starb) und ihre magersüchtige Freundin.
Die Welt von Lia wird zum Chaos als ihre Freundin stirbt und Lias zweite Stimme im Kopf ihr die Schuld gibt.
Lia wurde bereits stationär behandelt, jetzt ist sie...
Vor 4 Monaten von Mountainbike veröffentlicht


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31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schockierend ehrlich und mitreißend!, 18. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Als Lia und Cassie 14 Jahre alt waren haben sie an Silvester um Mitternacht einen Blutsschwur geleistet - sie wollten die schlankesten Mädchen ihrer Schule sein. Das hat auch jede für sich selbst getan - Lia ist magersüchtig und Cassie hatte sich für Bulimie entscheiden. Doch nun, vier Jahre später, steht Lia allein da. Cassie ist tot. Gestorben im Gateway Motel, ganz allein. Es war die Nacht, in der Cassie versuchte Lia anzurufen - 33 Mal und kein einziges Mal ist sie rangegangen.

Da Lia bereits schon zweimal wegen ihrer Essstörung stationär behandelt werden musste - beim ersten Mal war es nur Zufall, dass herausgekommen ist, dass sie essgestört ist, nämlich als sie einen Auffahrunfall verursachte und ins Krankenhaus eingeliefert wurde und beim zweiten Mal, hatte sie die Grenze beim Gewichtsverlust überschritten. Nun ist sie ein drittes Mal nahe dran und versucht alles, um davon abzulenken. Da ist natürlich Cassie's Tod, der gerade einmal zwei Tage her ist, nicht gerade die große Hilfe, zudem ihr ihre ehemals beste Freundin als Geist erscheint und versucht, sie auf die Seite der Wintermädchen zu ziehen. Wird Lia der Versuchung erliegen oder kann sie wiederstehen? Wird sie mit dem Verlust von Cassie zurechtkommen oder gerät ihre Welt erneut vollkommen aus den Fugen?

Meinung:
Ich habe das Buch gerade erst vor ein paar Minuten beendet und bin immer noch leicht schockiert und sprachlos von dem was ich da gerade gelesen habe. Ich habe zwar schon mit einem sehr ernsten und schockierenden Buch über Magersucht und deren Folgen gerechnet, aber in so einem Extrem nicht.

Man erlebt die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite aus der Sicht von Lia, was das Ganze um eindringlicher und wirkungsvoller macht, da die Autorin in der Ich-Form und im Präsens erzählt. Man steckt also in Lia drin, erlebt ihre Gedanken, ihre Gefühle, die Versuchung, gegen die ihr Körper ankämpft, wenn sie mit Nahrungsmitteln - egal welcher Art - konfrontiert wird , ihrer Fantasiewelt, in die sie sich manchmal flüchtet, und ihre Schuldgefühle. Ständig geht die unausgesprochene Frage in ihrem Kopf hin und her, ob sie hätte Cassie nicht helfen können, wenn sie ans Telefon gegangen wäre. Man erlebt auch hautnah mit - was einem wirklich unter die Haut geht - wie Lia jedes Mal, wenn man sie zwingt ein bisschen was zu essen, die Kalorien vorher abwägt. Denn Lia findet sich trotz 44,5 kg eindeutig zu dick und sie will weiter abnehmen; ihr bisheriges Ziel sind 39 kg.
Auch merkt man, wie gestresst und depressiv Lia eigentlich von ihrer gesamten Umgebung ist, dass ihr die ständige Kontrolle auf den Keks geht, das ständige Wiegen zur Tortur wird und sie sich eigentlich niemals jemandem nackt zeigt, denn dann würde auffallen, dass sie abgenommen hat. Lia wird selbst beim Wiegen ziemlich erfinderisch, zieht dabei jedes Mal denselben gelben Bademantel an - Grund: sie hat darin 25 Cent-Stücke eingenäht, damit diese ihr wahres Gewicht vertuschen kann.

Es ist ziemlich extrem, gut und plastisch durch die Autorin dargestellt, wie der Ablauf einer Magersüchtigen und sich selbst verletzenden jungen Frau vonstattengeht, und auch erschreckend. Für dieses Buch musste ich mir wirklich ausreichend Zeit nehmen, um die teilweise doch wirklich schockierenden Details, Tagesabläufe, Erinnerungen und Fantasiegebilde zu verarbeiten.

Selbst, wenn ich mit Lia wirklich gut mitfühlen konnte und sie mir wirklich unter die Haut gegangen ist mir ihrer Welt, die mir so ziemlich fremd ist, hätte ich sie das eine oder andere Mal wirklich gern geschüttelt und zur Vernunft gebracht, ihr gerne gesagt, dass Essen nicht den Tod bedeutet, sondern Leben, dass ein Skelett-Gerippe nicht schön aussieht und dass alle diese Mädels von diesem Essgestörten-Blog wirklich Hilfe brauchen - genau wie sie selbst, was sie allerdings erst einmal einsehen muss, denn wenn jemand keine Hilfe will, ist jede gute Intention zwecklos.

An dieser Stelle, da das Buch wirklich hervorragend geschrieben und die Geschichte wirklich mitreißend ist, kann ich einfach nur sagen: Lest es selbst!
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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörend gut geschrieben, 16. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
"Wintermädchen" handelt von zwei Mädchen, die jahrelang an der Schwelle des Todes balancierten, ohne es zu merken, sogar stolz darauf waren, wie wenig sie wiegen konnten und welche Selbstbeherrschung sie aufbringen konnten. Die Geschichte ist aus Lias Perspektive geschrieben und nimmt den Leser mit in diese Abwärtsspirale aus Selbsthass und -zerstörung. Es ist keine leichte Kost, kein Buch, das man einfach nebenher lesen und danach wieder vergessen kann. Die Handlung nimmt den Leser gefangen, der Gedanke daran, dass diese Art zu denken und zu fühlen wirklich existiert, dass junge Mädchen sich so zerstören und den Druck, unter den sie und ihre Familie sich setzen, nicht aushalten, zieht in seinen Bann.
Lias Essstörung wird nicht beschönigt oder entschuldigt. Nach und nach wird aufgedeckt, wie sie so wurde, wie sie ist und welche Faktoren eine Rolle spielten. Den endgültigen, verstörenden Auslöser entdeckt der Leser aber erst gegen Ende, kurz bevor die Geschichte ihren Höhepunkt erreicht.

Der Roman ist nicht nur durch seine Handlung so beklemmend, auch die Sprache nimmt den Leser gefangen. Ungewöhnliche Formulierungen, neue Wörter, unglaublich treffende und auf verstörende Art schöne Bilder verwendet die Autorin, um den Kampf ihrer Hauptperson gegen sich selbst, gegen das Essen und gegen das Leben zu zeigen. Auch durch diese Sprache bleibt das Buch noch lange im Gedächtnis, nichts wirkt zufällig, sondern alles gehört zum gewebten Gesamtkunstwerk dieser Geschichte.

"Wintermädchen" ist berührend, beängstigend und vor allem auch verstörend. In erster Linie aber ein sehr lesenswertes Buch über Mädchen in der Gefangenschaft einer Essstörung.

Eine Leseprobe der ersten Seiten des Buches findet sich auf der Produktseite des Buches bei Ravensburger.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte die unter die Haut geht, 9. März 2011
Von 
Julia "von the dreamerLand" (Hörsching, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
Essen ist Leben....

In einer Silvesternacht schworen sich Lia und Cassie etwas: sie würden die dünnsten Mädchen der Schule sein.
Doch Cassie stirbt.
Alleine, alleine in einem Motelzimmer und Lia ist Schuld. Dreiunddreißig, dreiunddreißigmal hat Cassia sie angerufen in jener Nacht, wollte mit ihr reden, doch Lia ignorierte die Anrufe und unterschreibt damit ihr Todesurteil.
Und Lia nimmt wieder ab, will frei sein, dünn wie eine Feder um davonzufliegen. Sie täuscht ihre Familie fälscht die Anzeige der Waage und ist immer weniger. Die Stimmen die sie zum hungern animieren werden immer lauter, sind kaum noch zu überhören. Lia ist auf dem Weg in eine Welt in der Cassia auf sie wartet. Dem Land der Wintermädchen..

***Meine Meinung***
Ich kann nur sagen wow. Mit Wintermädchen (eng.: Wintergirls) hat es die Autorin wirklich geschafft sich in meinen Kopf zu planzen. Ich denke schon den ganzen Tag darüber nach wie es bei einem Menschen soweit kommen kann und jetzt analysiere ich das Buch damit ihr einen Eindruck gewinnt.

Schon am Beginn des Buches war ich gefangen. Der Schreibstil ist aus der Sicht von Lia geschrieben und lässt einem im Laufe der ersten paar Seiten schon die Luft anhalten. Ihre Schuldgefühle scheinen erneut etwas in ihr auszulösen das sich ohne professionelle Hilfe nicht überstehen kann. Sie lügt und beschimpft sich selbst, ritzt sich und lässt ihren Körper immer mehr hungern. Als Leser ein eigenwilliges Erlebnis, das ein Mensch der ohnehin schon so wenig wiegt immer noch dünner werden will, nein MUSS um sich irgendwann wohl zu fühlen.

Die Themen Magersucht und Bulimie werden hier keineswegs beschönigt. Dieses Buch zeigt auf, was in einem Menschen vorgeht während er sich selbst hungern lässt und hat mich, vor allem gegen Ende, zu Tränen gerührt. Laurie Halse Anderson glänzt mit ihrer Authentizität zu diesem Thema und schafft es das Thema an den Mann zu bringen.

Was ich hier zu den Charakteren sagen kann? Tja man lernt vor allem Lia kennen und erforscht somit auch unbekannte Gefilde. Ihr Kampf gegen die Magersucht und wie sie diesen zu verlieren scheint, das ist es was dieses Buch ausmacht und doch werden auch Dinge wie Freundschaft und Familie stark vertreten. Ob Lia den Kampf meistert und ihren selbstzerstörerischen Drang bekämpft erfahrt ihr nur wenn ich das Buch auch selbst lest.
Doch eins sei gesagt, Wintermädchen ist keinesfalls leichter oder lockere Lektüre. Nein, ein ernstes Thema erwartet den Leser.

**Fazit**
Ein Buch das berührt und einen in eine Welt entführt die man selbst nicht kennt. Alle die gerne auch mal etwas ernstere Bücher lesen und sich für das Thema Magersucht interessieren ist Wintermädchen die idiale Lektüre die unter die Haut geht. Ich gebe 5 von 5 Sterne.

Mein Dank gilt an dieser Stelle dem Ravensburger Verlag für die zur Verfügung Stellung dieses wundervollen Buches.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychothriller und Magersucht, 13. August 2010
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
Lia und Cassie wollten die dünnsten Mädchen der Schule werden. Dann haben sie sich zerstritten und eines Abends rief Cassie bei Lia an. Immer wieder. Doch Lia ging nicht ans Telefon. Am nächsten Tag war Cassie tot.

Und Lia isst immer weniger. Auch wenn die Pizza noch so verlockend duftet. Gleichzeitig widert diese sie auch an. Ihrem Vater spielt sie vor, dass sie wieder normal essen würde. Schließlich war sie wegen der Magersucht schon mal in der Klinik.

Jetzt schummelt sie mit der Waage, um ein höheres Gewicht vorzutäuschen. In Wirklichkeit ist sie fasziniert davon, dass sie immer weniger wiegt. Nach unten gibt es keine Grenze. Wenn man 45 kg erreicht hat, könnten es auch 43 sein. Und bei 41 fühlt man sich, als ob man fliegt.

Laurie Halse Anderson hat aus dem Thema Magersucht einen spannenden Psychothriller gewoben, der dem Leser den Atem stocken lässt. Und ihn erleben lässt, wie sich ein Mädchen in diesem Wahn, immer weniger zu wiegen, verstrickt, wie sehr das sie fasziniert, wie wenig sie in der Lage ist, loszulassen, gar andere Gedanken wahrzunehmen oder Hilfe anzunehmen.

"Wandelnde Leiche" sagen die Jungs auf den Korridoren.

"Wie macht sie das nur?" flüstern die Mädchen auf der Toilette von Kabine zu Kabine.

Wie sie es macht, steht in dem Buch. Was die Folgen sind, auch. Deshalb ist dieses Buch so wichtig, auch wenn es vermutlich die Falschen lesen werden. Denn Magersucht ist zu einem Problem geworden, in einer Zeit, in der die bewunderten Models immer "schlanker" (sprich: dürrer) werden.

Wer also wissen will, wie sich jemand darin einspinnen kann, nichts anderes mehr wahrnimmt, als sein - zu hohes! - Gewicht, der kann es in diesem Buch erleben. Und ein spannender Psychothriller ist es außerdem.

Hans Peter Roentgen
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Tränen gerührt, 2. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
Cassie und Lia schließen einen grausamen Pakt. Gemeinsam wollen sie die allerdünnsten Mädchen der ganzen Schule werden. Und nun ist Cassie an den Folgen gestorben und Lia lebt.
Doch anstatt endlich aufzuwachen und zu versuchen aus der Magersucht auszubrechen, versinkt sie nur noch tiefer in den Sumpf, in dem sich alles um Essen und Kalorien dreht. Sie fühlt sich einfach tot, leer, unverstanden und einsam. Und Lia ist Schuld an Cassies Tod, nicht die Modezeitschriften, Gruppenzwang oder die Erfinder der Kleidergröße 0 und 00. Nein Lia trägt diese Schuld ganz allein...

Wer meint mit "Wintermädchen" ein ganz klassisches Buch über Essstörungen - insbesondere Magersucht - in den Händen zu halten, liegt völlig falsch. Hier geht es um mehr, außer dem Kalorienzählen und durch Therapie zu versuchen aus dem Sumpf auszubrechen und Heilung zu finden. In dem Jugendbuch geht es außerdem um Freundschaft, Tod und lernen mit der Schuld umzugehen, ja, die Frage der Schuld überhaupt zu klären und mit sich selbst ins Reine zu kommen.

Positiv fällt sofort auf, dass die Autorin sehr gut recherchiert haben muss. Denn wer sich bereits mit dem Thema Essstörungen befasst hat, merkt sofort, dass in dem Buch teilweise Insiderinformationen verwendet werden.

Während der Handlung dreht es sich natürlich immer wieder um das Essen. Hinter jedem Lebensmittel, auch wenn das Mädchen nur ganz kurz daran denkt, steht die exakte Kalorienzahl. Außerdem verbeitet sich die Protagonistin immer wieder Dinge, die eigentlich gut für sie wären. Diese Gedanken und Wünsche sind sofort durchgestrichen. Was bleibt, sind die kläglichen negativen Gedanken und Verbote. Beides zieht sich konsequent wie ein roter Faden durch den Roman und macht die Geschichte sehr authentisch.

Ich persönlich bin immer noch ganz ergriffen von der Geschichte. Das Buch geht ans Herz und rührt zu Tränen. Wie in "Sprich" - das andere Buch, welches ich bereits von Laurie Halse Anderson gelesen habe - zeigt die Autorin wieder sehr viel Einfühlungsvermögen. Gemixt mit äußerst guter Recherche ist eine unglaubliche Geschichte in "Wintermädchen" gesteckt worden. Ein Buch nicht nur für Jugendliche. Diesen Roman kann ich wirklich jedem empfehlen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvoll und erschreckend zugleich., 2. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
Beschreibung:

Lia und Cassie sind schon seit Kindertagen gute Freundinnen. In einer Silvesternacht leisten sich die beiden den Schwur alles dafür zu tun um die dünnsten Mädchen der Schule zu werden.

Seit der Silvesternacht sind einige Jahre vergangen, Lia und Cassie sprechen kaum noch miteinander - nun ist Cassie tot. Für Lia bricht eine Welt zusammen denn Cassie hat sie in ihrer Todesnacht 33 Mal angerufen und kein einziges Mal hat sie abgenommen. Schwere Zweifel und die Stimmen in ihrem Kopf - die ihr befehlen zu hungern - treiben sie immer weiter weg von ihren verzweifelten Eltern hinein in einen einsamen Kampf gegen sich selbst und den Geist ihrer toten Freundin Cassie.

Meine Meinung:

Laurie Halse Andersons Jugendroman >>Wintermädchen<< beschäftigt sich auf eine erschreckend reale Art mit dem brisanten Thema um das Krankheitsbild der Magersucht. Viele junge Mädchen leiden an Essstörungen ohne überhaupt wahr zu nehmen das sie schwer krank sind - so auch Lia.

Die Autorin erzählt die Geschichte zweier Freundinnen (Lia und Cassie), die sich den schrecklichen Schwur geleistet haben die dünnsten Mädchen an der ganzen Schule zu werden. Alles beginnt jedoch mit dem Tod von Lias Freundin Cassie und den nagenden Schuldgefühlen. Hinzu kommen die Stimmen in Lias Kopf die ihr immer wieder befehlen zu hungern, Abführmittel zu nehmen und jede noch so kleine Kalorie abzuzählen. Mit der Zeit beginnt Lia den Geist ihrer toten Freundin Cassie zu sehen welcher sie mit aller Kraft in das Land der Wintermädchen ziehen will.

Laurie Halse Anderson erzählt die ganze Geschichte aus Lias Sicht. Man hat das Gefühl mitten in das Tagebuch von Lia hineinzufallen - brutal und ungeschönt - bekommt man als Leser den inneren Kampf Lias mit. Vor allem durch durchgestrichene Sätze macht die Autorin klar wie stark sich Lia von dem Gedanken schlank zu sein bestimmen lässt. Es wird mit der Zeit immer deutlicher was für einen einsamen Kampf Lia bestreitet, gegen ihren Körper, gegen ihre Familie und gegen den Geist von Cassie.

Viele Mädchen und junge Frauen können den Wunsch von Lia nachvollziehen - Wer möchte auch nicht gerne schlank sein? Doch Laurie Halse Anderson Jugendroman >>Wintermädchen<< soll wachrütteln indem die schrecklichen Auswirkungen von Esstörungen, Magersucht und Bulemie in einem unverfälschten sowie brutal realem Blickwinkel dargestellt werden.

Zeitweise war es schwer für mich das Buch zur Seite zu legen oder auch weiter zu lesen. Da ich selbst vor ein paar Jahren an Esstörungen litt konnte ich mich mit Lia teilweise nur zu gut identifizieren, was mir ziemlich große Angst eingejagte. Umso glücklicher schätze ich mich das meine Familie mich auffangen konnte und es bei mir nie so ausartete wie bei Lia.

Ich bin begeistert von Laurie Halse Andersons >>Wintermädchen<< und kann es vor allem jungen Mädchen nur weiterempfehlen!

Mein Fazit:

Eindrucksvoll und erschreckend zugleich. Ein Roman der zum nachdenken anregt und vor allem Mädchen mit Esstörungen wachrütteln wird.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman über die Odyssee eines Mädchens beim Versuch dünner als Luft zu werden., 17. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Lia und Cassie sind seit Kindertagen die besten Freundinnen. Sie teilen gemeinsame Erlebnisse, teilen frohe und traurige Tage, sowie die Geschichte ihrer Kindheit. Doch schon seit der Pubertät hat Cassie ein Problem, das nur Lia kennt. Cassie hat Bulimie und steckt sich nach jeder Mahlzeit den Finger in den Hals.
Lia sieht schweigend dabei zu, ohne zu helfen oder einzuschreiten. Im Gegenteil: Cassie und Lia beschließen die schlankesten Mädchen der Schule zu sein und sich gegenseitig zu übertrumpfen. Nach vielen Jahren der Freundschaft, wendet sich Cassie jedoch plötzlich von Lia ab.
Dann wird Cassie tot in einem Hotelzimmer gefunden, nach einer Nacht, in der sie Lia ungefähr 30 mal angerufen hat, was Lia ignorierte.- Hätte sie den Tod ihrer ehemals besten Freundin verhindern können?
Jetzt ist Lia übrig und gefangen in ihrer kalten Welt. Cassie lauert ihr auf und will sie dazu überreden, sich totzuhungern und ihr zu folgen, damit sie wieder zusammen sein können. Lia würde zu gerne nachgeben. Ihr einziger Halt ist ihre kleine, lebensfrohe Stiefschwester Emma. Wird Lia ihrer Freundin Cassie folgen oder kann sie ihre eigenen Ängste besiegen und ihren Hunger auf Leben rechtzeitig finden?

Meine Meinung:
Der Roman von Laurie Halse Anderson ist eine traurige und sehr berührende Geschichte eines Mädchens, die für sich selbst die größte Feindin ist. Sie hat die Trennung ihrer Eltern nicht überwunden und irrt durch ihre Winterwelt, die ihr Halt gibt, sie stärkt, aber gleichzeitig zerstört und langsam tötet.
Der Schreibstil dieses Buches ist sehr ungewöhnlich, unterstreicht aber die Zwanghaftigkeit des Charakters Lia, indem sich bestimmte Sachen wiederholen, mit denen sich Lia selbst beschimpft.
Laurie Halse Anderson hat für dieses Buch lange recherchiert, dementsprechend echt und authentisch ist die Geschichte und deswegen umso schockierender, wie Menschen sich in einen selbst erbauten Teufelskreis manövrieren, den sie alleine nicht mehr zu durchbrechen vermögen.
Die Geschichte Lias ist mir sehr nahe gegangen, weil ihre Beweggründe so subtil und dadurch gut nachvollziehbar waren, denn ich frage mich oft: "Was ist die Motivation hinter dem Hungern?", "Warum tut ein Mensch das und glaubt wirklich, er wäre schlecht und unrein, täte er es nicht!"
"Wintermädchen" ist nichts für schwache Nerven, denn es ist sehr ernst und hat mich sehr stark mitgenommen. Gleichzeitig ist es eine gute Erfahrung, denn es brachte mich den Empfindungen von Magersüchtigen näher und lehrte mich, dass manchmal selbst die normalste Tätigkeit wie, Essen und Trinken zu einem Horrortrip werden kann.
Ein sehr empfindsamer Roman, der sich zu lesen lohnte und ganz tief aufs Herz drückt, dorthin, wo nur ganz selten ein Buch Empfindungen zu wecken vermag!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dieses Buch lässt einen nachdenklich zurück, 22. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
In "Wintermädchen" wird das Leben von Lia beschrieben, die sich jeden Tag aufs Neue in einen Kampf begibt, der über Leben und Tod entscheidet. Sie leidet an Magersucht, die sich schleichend in ihrem Leben festgesetzt hat.
Zusammen mit ihrer besten Freundin beschließt sie, die dünnsten Mädchen auf der Schule zu sein, was zwischen den Mädchen immer mehr zum Wettkampf wird. Doch dann kommt es zum Streit und Cassie stirbt - und nun ist Lia auf sich allein gestellt.
Sie beschreibt auf schockierende Art und Weise, wie es ist, mit dieser Krankheit zu leben und lässt dabei nichts aus.

Der Schreibstil ist der Autorin sehr gut gelungen. Sie schafft es, dass dieses Thema nie den Ernst verliert und gleichzeitig schockt sie den Leser mit der schonungslosen Wahrheit, die unter die Haut.
Ein großes Kompliment an die Autorin, dass sie es schafft, sich so gut in einen Teenager mit so einen Hintergrund hineinzuversetzen.

"Wintermädchen" wird aus der Sicht von Lia erzählt. Ob man Lia als tollen Charakter bezeichnen kann, sei dahin gestellt. Ich habe jedoch von der ersten bis zur letzten Seite mit ihr mitgelitten und sie für ihre Ehrlichkeit bewundert. Vor allem bei so einem Krankheitsverlauf ist es schwierig, sich treu zu bleiben.
Durch die ständige Kontrolle ihrer Mitmenschen, gerät sie immer mehr unter Druck und muss sich zusätzlich mit Depressionen und selbstverletztendem Verhalten auseinandersetzen, die ihr eher schaden, als helfen. Insgesamt wirkt sie sehr nachdenklich, verschlossen und vor allem authentisch.

Aber auch ihr restliches Umfeld wirkt sehr authentisch. Vor allem die Kontrollen und Unsicherheiten sind glaubwürdig beschrieben.

Die Covergestaltung ist wunderschön. Vor allem die Farben und die tolle Schriftart geben ein wunderbares Bild ab. Auch die Kurzbeschreibung liest sich sehr gut und macht Lust auf mehr.

Obwohl sich "Wintermädchen" mit einem sehr brisanten und stets aktuellen Thema befasst, hat es mich gut unterhalten, geschockt und nachdenklich gestimmt.

Empfehlenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magersucht, die unter die Haut geht, 18. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
In dem Buch Wintermädchen von Laurie Halse Anderson geht es um 2 Mädchen, Lia und Cassie, die sich schwören die dünnsten Mädchen der Schule zu werden. Mit Folgen.
Nach einem Streit zwischen beiden stirbt Cassie. Lia versucht ihre Freundin den Abend davor noch zu erreichen, schafft es nicht und macht sich Vorwürfe.
Mit den Tod ihrer Freundin kommt sie nicht klar.
Lia isst immer weniger, widersteht der besten Pizza und dem besten Kuchen.
Ihr Gewicht sinkt stetig. Um ihre Mitmenschen zu täuschen, packt sie sich beim Wiegen in ihren Bademantel Geld hinein, damit sie schwerer wird. Die 44 Kg fühlen sich nicht gut genug an.
Lia sieht Cassie nach ihrem Tod in Geistform und wird ständig gequält.
Es kommen Vorwürfe und sie gerät in einen Teufelskreislauf.

Ich habe noch kein Buch zu dem Thema Magersucht gelesen, das so heftig geschrieben und ähnlich aufgebaut war.
Mich selbst hat dieses Buch sehr mitgerissen, weil es wirklich berührt. Es war sehr dramatisch geschrieben und hatte etwas Psychtrhiller mäßiges.
Das Buch hat mich zunächst verstört, wobei ich schon viel zu dem Thema gelesen habe. Das kam durch das ständige auftreten Cassies Geistes, der wirklich sehr beängstigend war. Erschreckend wie die Grenzen überschritten werden.
Man braucht einige Zeit um wieder vollständig im Hier und Jetzt angelangt zu sein.
Es zeigt sehr extrem wie schlimm eine Magersucht ist. Allgemein fühlt man sich richtig in die Person hinein, weil man mitten im Geschehen ist.
Leute, die nicht so gut mit dem Thema zurecht kommen, sollten dieses Buch nicht lesen, weil es wirklich schockierend ist.
Ein großes Lob an die Autorin, der Schreibstil ist sehr angenehm, lebendig, ungewöhnliche Formulierungen und sehr gut zum Vorstellen. Auch wenn die Gedankenzüge wie oben bereits geschrieben, schockierend sind.
Es ist nur sehr empfehlenswert und eins meiner Lieblingsbücher.
Ich hoffe, dass diese Rezension hilfreich war.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, traurig und sehr emotional, 13. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Wintermädchen (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch war keine leichte Kost. Dieser Jugendroman erzählt ein ernstes und trauriges Thema: Die Magersucht!
Cassie und ihre Freundin Lia haben einen Wettstreit begonnen und wollen abnehmen. Beide verlieren sich immer mehr in ihrer Magersucht bis es zu einem dramatischen Ereignis kommt.
Cassie stirbt einsam und verzweifelt in einem Motelzimmer. Kurz vorher rief sie Lia an, doch diese ging nicht ans Telefon.
Lia verliert sich in Selbstvorwürfen und begibt sich mit Ihrem selbstzerstörerischen Hungerwahn immer mehr in den Abgrund, Richtung Tod!
Soviel zur Handlung.
Das Buch ist sehr emotional geschrieben und wird aus Lias Sicht erzählt. Der Leser wird immer mehr in die Welt der magersüchtigen hineingezogen, Seite um Seite erlebt man die Gedanken Lias, die sich rund um die Uhr nur um das Thema Essen und seine Kalorien drehen.
So ist es nicht verwunderlich, dass Lia ihr Essen in Kalorien umdenkt und der Leser, hinter jedem geschriebenen Nahrungsmittel, in Klammern, die Kalorienzahl lesen kann. Ich fand das sehr ansprechend, denn es erleichtert dem Leser, in diesen Wahnsinn hinein zu fühlen und zu verstehen, was in Lias Kopf vor sich geht.
Laura Halse Anderson beschreibt Lia und ihre Magersucht so ausführlich, dass man glaubt sie zu kennen. Die Autorin führt den Leser, Stück für Stück an diese Krankheit heran. Sie beschreibt den Schmerz, die Symptome, den Hungerwahn sowie die Hilflosigkeit der Familie und auch die Lias sehr deutlich und tragisch.
Lias Gedankengänge sind durchgestrichen hinterlegt und verdeutlichen so ihre Gefühle und vereinfachen es, die Gedanken und die Realität auseinander zu halten.
Der Schreibstil ist fließend und jugendlich, mit vielen Absätzen. Die 317 Seiten lassen sich dadurch recht schnell lesen, allein schon, weil man unbedingt wissen möchte, wie es mit Lia weitergeht.
Oft habe ich die Luft angehalten, weil ich glaubte, es könne sich an Dramatik nicht mehr steigern.
Doch dieses Buch wurde von Seite zu Seite spannender. Ab Mitte des Buches wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen, wollte beim Lesen nicht mehr gestört werden und unbedingt dem Ende entgegen kommen. Ängstlich, dass es ein nicht von mir gewolltes Ende nehmen könnte.
Ob ich aber mit der Angst recht hatte oder ob Lia es schafft, das muss der Leser selbst herausfinden, denn genau dieses Finale macht, meiner Meinung nach, den Höhenpunkt aus.
Das Cover fand ich sehr ansprechend, es hat einen grauen Hintergrund mit einem Schmetterling und ich verbinde damit die Assoziation zu der Handlung, denn auch Lia ist klein und zerbrechlich, wie dieser Schmetterling auf dem Umschlag.
Der Titel wird im Laufe der Geschichte erklärt und ich denke er ist passend gewählt.
Auch die Danksagung ist sehr berührend. Hier erklärt die Autorin die Hintergründe dieses Romans, voller Gefühl und nicht einfach als Aufzählung.

Fazit:
Dieses Buch geht an die Substanz. Es berührt und regt noch lange zum Nachdenken an. Das Thema ist ernst und leider allzu realistisch in unserer Gesellschaft. Als Jugendroman finde ich ihn wirklich ansprechend und hilfreich, denn gerade Jugendliche, die oft in ihrer Pubertät an sich selbst und ihrer Figur zweifeln, sollten hiermit ein abschreckendes Beispiel lesen und sehen, wie schnell ein Diätenwahn ausarten kann.
'Wintermädchen' lockt den Leser zum mit Fiebern an, erschreckt und wirkt furchtbar realistisch. Dank dieses Buches kann ich diese Krankheit ein wenig besser verstehen.
Brutal und realistisch beschrieben, spricht es ein ernst zunehmendes Thema in der Umwelt an. Geschrieben von einer Autorin, die es verstanden hat, mir sämtliche Emotionen zu entlocken und mich aufmerksamer beobachten zu lassen.
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Wintermädchen
Wintermädchen von Laurie Halse Anderson
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