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47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben schreibt die unglaublichsten Geschichten
Ich kann und möchte dieses Buch nicht rezensieren, als sei es ein Roman. Es wurde nicht zu meiner Unterhaltung geschrieben; es ist das ungeschminkte Spiegelbild einer erschreckenden Realität.

Die meisten Menschen werden die Geschichte zumindest in groben Umrissen aus den Nachrichten kennen: ein 10-jähriges Mädchen wird von einem Fremden in...
Vor 14 Monaten von Alexandra Gottstein veröffentlicht

versus
57 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ...und doch bleiben Fragen zurück!
Ich habe mir diese Rezension nicht leicht gemacht und lange überlegt ob ich sie schreiben soll.
Ich gebe hier keine persönliche Meinung zu Natascha Kampusch ab, es ist lediglich das Buch, welches ich rezensiere...
N. Kampusch schreibt ihre Biografie (bzw. lässt schreiben) wie sie ihre Interviews spricht; teilweise in trivialen Worten, dann wieder...
Veröffentlicht am 17. Mai 2011 von Bücherwurm


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47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben schreibt die unglaublichsten Geschichten, 21. Februar 2013
Von 
Alexandra Gottstein "Bloggt Buchkritiken / Bl... (Deutschland / Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Gebundene Ausgabe)
Ich kann und möchte dieses Buch nicht rezensieren, als sei es ein Roman. Es wurde nicht zu meiner Unterhaltung geschrieben; es ist das ungeschminkte Spiegelbild einer erschreckenden Realität.

Die meisten Menschen werden die Geschichte zumindest in groben Umrissen aus den Nachrichten kennen: ein 10-jähriges Mädchen wird von einem Fremden in einen weißen Lieferwagen gezerrt - und verbringt dann den Rest ihrer Kindheit und Jugend als seine Gefangene, nein, seine Sklavin, in einem ausgeklügelt versteckten, winzigen Kellerverlies. Sie muss Einiges ertragen; die Schraube der Gewalt dreht sich immer enger. Isolationshaft, Demütigungen, Tritte und Schläge, Hunger, sexuelle Übergriffe. Die meisten Menschen wären wohl daran zerbrochen.

Umso unglaublicher ist es, das Geschehene aus Sicht von Natascha Kampusch zu lesen. Man gewinnt den Eindruck, dass hier eine unglaublich starke, intelligente und geradezu weise Persönlichkeit spricht. Manche Menschen mögen Natascha übelnehmen, dass sie sich nicht in der Opferrolle einsperren lässt, dass sie sich nicht verhält, wie Viele es von einem Opfer erwarten... Man nimmt ihr übel, dass sie dem Täter verzeiht; man reagiert mit Befremden auf die Schilderungen kleiner gestohlener Momente der Normalität, vielleicht sogar des Glücks.

Wer sind wir, wir Außenstehenden, wir Voyeuere ihres Lebens, dass wir uns anmaßen können, über die Überlebensstrategien eines mutigen Kindes zu urteilen?
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke für dieses Buch, 22. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Taschenbuch)
Als sich Natascha Kampusch 2006 aus ihrer Gefangenschaft befreien konnte und ihre tragische Geschichte ans Tageslicht kam war ich zutiefst berührt und schockiert.

Die späteren Medienauftritte und ihr oft merkwürdiges Verhalten konnte ich später nicht immer ganz nachvollziehen und ich verstand nicht warum sich diese junge Frau nicht einfach zurückzieht und sich Ruhe gönnt.

Hiermit möchte ich mich für solche Gedanken entschuldigen! Nachdem ich das Buch gelesen habe, ist so vieles im Verhalten von Frau Kampusch nachvollziehbar. Niemand hat das Recht über diese Frau und ihre Persönlichkeit zu urteilen. Was sie als Kind, als junge Heranwachsende durchmachen musste ist einfach furchtbar. Der Lebenswille, den sie sich selbst zurechtgebastelt hat ' einfach bewundernswert! Was für eine starke Frau!

Ich finde es gut, dass sie ihre Geschichte jetzt zu Papier gebracht hat und man diese nachlesen kann um sie vielleicht danach besser zu verstehen. Bei mir hat es jedenfalls gewirkt.

Ich bringe Frau Kampusch nur noch Bewunderung und große Wertschätzung entgegen.
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66 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 'Ein Ruck ging durch meine Welt, die Realität verschob sich um ein kleines Stück.', 23. Januar 2012
Von 
sabatayn76 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Im Alter von 10 Jahren wird Natascha Kampusch von Wolfgang Priklopil entführt und verbringt die nächsten 3096 Tage ihres Lebens größtenteils in einem Keller, in dem es kein Tageslicht, keine Privatsphäre, keine Hoffnung auf Entkommen gibt. Sie lebt unter ständiger Kontrolle und Beobachtung, wird wegen Nichtigkeiten bestraft, wird misshandelt und gedemütigt. Nach 8 1/2 Jahren gelingt ihr die Flucht, und sie versucht, ihre unvorstellbaren Erlebnisse zu verarbeiten und ihr Leben in die Hand zu nehmen.

Mein Eindruck:
Natascha Kampuschs Geschichte ist ebenso erschütternd wie beeindruckend. Mit unglaublicher Energie und Entschlossenheit hat sie es geschafft, ihre entsetzliche Zeit in Priklopils Keller in Worte zu fassen und auf Papier zu bringen. Ihr Bericht ist sprachlich einfach gehalten, doch psychologisch sehr authentisch und sehr komplex. Sie vermochte es, dass ich auf jeder Seite ihres Buches mit ihr sympathisieren konnte, denn ihre Sichtweise auf ihre Erlebnisse ist sehr reif, nie oberflächlich oder vereinfachend. Sie sieht ihren Peiniger als komplexe Person mit guten und schlechten Eigenschaften, ihre Zeit bei ihm unter positiven und negativen Gesichtspunkten. Dabei werden psychische Phänomene wie dissoziative Zustände sehr glaubhaft geschildert und stimmig beschrieben, und von ihren Erfahrungen wird eher sachlich und nie reißerisch oder weinerlich erzählt.

Mein Resümee:
Natascha Kampusch gehört meine aufrichtigste Bewunderung und mein tiefster Respekt.

'Nichts ist nur schwarz und nur weiß. Und niemand ist nur gut und nur böse. Das gilt auch für den Entführer. Das sind Sätze, die man von einem Entführungsopfer nicht gerne hört. Denn hier kippt das klar definierte Schema von Gut und Böse, dem die Menschen nur zu bereitwillig folgen, um in einer Welt voller Grauschattierungen nicht die Orientierung zu verlieren.'
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374 von 420 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ehrfurcht, 8. September 2010
Von 
Gabriele "greenwitch" (Todenbüttel, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich darf so ein Buch gar nicht rezensiert werden. Es geht hier um persönliche, furchtbare Erlebnisse. Wie soll man die werten? Auch wenn einige schreiben, dass das Buch nicht wirklich Neues bringt. Man darf nicht vergessen, dass es hier nicht um die Unterhaltung des Lesers geht. Ein Betroffener teilt sich mit. Wenn ich so einen Bericht lesen will, darf ich nicht unbedingt reißerische Enthüllungen erwarten.

Und Natascha Kampusch teilt sich mit. Sie (?) beschreibt ihr Martyrium deutlich und eindringlich. Sensationslüsterne Szenen bleiben dem Leser, bis auf einen kurzen Tagebuchausschnitt, allerdings erspart. Ich finde das ehrlich. Natascha Kampusch schließt ab. Wer daran teil haben möchte, ja vielleicht auch versuchen möchte, diesen ganzen Wahnsinn irgendwie zu verstehen und eben auch ihre Sicht kennenlernen möchte, dem sei das Buch empfohlen.

Einen Stern Abzug möchte ich dennoch vergeben: Die Sprache, ja der ganze Stil, scheinen nicht zu der jungen Frau zu passen. Passagenweise meint man die Stellungnahme eines Psychologen vor sich zu haben. Auch das ein 10-jähriges Mädchen sich damals, vor zwölf Jahren, ernsthaft Gedanken darüber macht, möglicher Weise gutes DNS-Material hinterlassen zu haben oder von dem Entführer "Nessesaires" wie im Hotel zu bekommen, wirkt fremd.

Das haben wir wohl den Co-Autorinnen zu verdanken. Persönlich hätte es mir besser gefallen, die wirkliche, echte Natascha Kampusch zu hören, auch wenn es möglicher Weise etwas holprig geklungen hätte. Es wäre authentischer.

Nichtsdestotrotz ziehe ich meinen Hut vor der mutigen jungen Frau, die so eine innere Stärke aufbrachte. Nicht nur dem Täter gegenüber, sondern auch den Medien. Auch wenn sie mit diesem Buch die Tatsachen richtigstellte, wilde Spekulationen und Gerüchte werden wohl leider trotzdem nicht abebben. Pauschale Wertungen auch nicht.

Für jeden, der wissen will, wie es wirklich war: äußerst lesenswert. Für jeden, der zu Selbstmitleid neigt, ebenso. Das ein Mensch so ein Schicksal meistert, macht mich ehrfürchtig.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührt sehr, vor allem wenn man selbst Kinder hat, 18. Februar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Taschenbuch)
Ich war überrascht wie gut das Buch geschrieben ist. Häufig lesen sich solche Art Bücher eher schlecht.Inhaltlich ist das Erlebte von Frau Kampusch natürlich harte Kost. Ich habe immer wieder Lesepausen von einigen Tagen gebraucht und konnte das Buch auch nicht in allen Stimmungslagen lesen. Allerdings gibt es auch einen Einblick darüber, wieviel ein Mensch ertragen kann und doch den Willen fürs Überleben nicht verliert.
Letztendlich hinterlässt das Buch bei mir ein Gefühl von Bewunderung und Hoffnung. Es ist unglaublich, dass Frau Kampusch die Stärke aufbringt ihre Geschichte so detailiert in der Öffentlichkeit zu teilen.
Und ich habe keinerlei Verständnis für Menschen, die in Bezug auf Frau Kampusch negative Gefühle entwickeln und sie beleidigen oder behelligen. Das ist laut Autorin wohl häufig der Fall gewesen und es bestürzt mich sehr.
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81 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A victim's perspective, 1. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Gebundene Ausgabe)
I'm writing this in English, as my written German is not sufficient to express my tremendous admiration and deep, deep respect for Miss Kampusch's bravery. I'm a former victim of kidnapping, torture and sexual molestation, and this book, and most notably, her spirit, made me feel glad to be alive for the first time in years.

It's her deep commitment to her own truth and her own fight that makes this book a godsend. She doesn't back down ever--she tells the truth about her parents, her fears and how she fought to keep her heart alive all those years. As someone who was always told to keep my mouth shut about the horrors I've lived through, this book was like finding a true friend. A young woman who refuses to hide. Someone who's not afraid to present helplessness and trauma exactly as they are.

A tremendous service to the human race. Thank you Natascha.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Betroffene nicht mehr sprachlos sind, 6. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Taschenbuch)
Natascha Kampusch wird im Jahr 1998 als 10-Jährige auf dem Weg zur Schule entführt. Achteinhalb Jahre später kann sie sich selbst befreien und so geht 2006 die Nachricht ihres Wiederauftauchens und ihres Martyriums um die Welt. Wohl alle kennen die Geschichte und ausgiebige Berichterstattung. Bald wurde von Widersprüchen berichtet, Familienunstimmigkeiten wurden in die Öffentlichkeit gezerrt und die Stimmung kippte. Es wurde viel spekuliert darüber, was in den achteinhalb Jahren passiert ist. Auf die Betroffene wurde wenig Rücksicht genommen.

Nun hat Natascha Kampusch selbst das Wort ergriffen und schildert schonungslos die Geschichte ihrer Gefangenschaft, wohl wissend, dass viele diese nicht hören wollen, weil ihr eigenes Bild davon so viel spektakulärer ist. Kampusch führt dem Leser schmerzhaft vor Augen, dass es keine Welt gibt, die sich klar in Schwarz und Weiß unterteilen lässt und dass sie sich dem Opferbild nicht fügen möchte. Sie betont, dass Priklopil kein sadistisches Monster war (obwohl man oft während des Lesens selbst doch zu diesem Urteil kommt) und sie macht schonungslos klar, dass sich Opfer in solchen Situationen arrangieren müssen, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen.

"Was bringt einen Menschen dazu, ein solches Buch zu lesen?" fragen sich sicher viele. Nicht zuletzt all jene, die mir in den letzten zwei Tagen in der U-Bahn gegenüber saßen. Fast beschämt versuchte ich eigentlich immer wieder, das Cover zu verstecken. Aus Angst, als sensationslüstern und voyeuristisch zu gelten. Es geht einfach nicht, dass man sein Interesse an einer solchen Geschichte öffentlich zeigt. Dieser Sensationsgier kommt man nur hinter der Fassade und in den eigenen vier Wänden nach. Deartige Geschichte wecken das Dunkelste in uns und unserer Gesellschaft, deswegen muss der Täter verteufelt werden und das Opfer sich in seine Rolle fügen. Jegliche Differenzierung oder Beziehung des Opfers zum Täter kostet das Opfer jegliches Mitgefühl der Öffentlichkeit: "Sie [die Gesellschaft] gesteht mir nicht zu, über einen Menschen, der achteinhalb Jahre der einzige in meinem Leben war, auch nur nachzudenken. Ich könnte nicht einmal leise andeuten, dass ich die Gelegenheit der Aufarbeitung vermisse, ohne Unverständnis zu wecken" (S. 193). Kampuschs Buch dient nicht der Unterhaltung der Massen und ist auch nicht im Stile eines true-crime-Buches geschrieben. Es ist eine Biographie und dient der Aufarbeitung. Für mich persönlich war es aufklärerisch bezogen auf das Bild, das die Medien gezeichnet haben. Ich hatte das Gefühl, Kampusch hat mit diesem Buch einiges richtigstellen wollen und als käme das wahre Bild erst jetzt zum Vorschein. Es war für mich sehr aufschlussreich und die Motive des Täters wurden deutlich, wenn auch kein bißchen verständlicher, jedoch nachvollziehbar, wenn man seine psychische Störung berücksichtigt.

Sprachlich war ich etwas enttäuscht von der Leistung der beiden Ko-Autorinnen; die eine Ghostwriterin, die andere Lektorin. Kampusch hat sich sehr komplexe Gedanken gemacht und kann ihre Situation distanziert analysieren. Sprachlich ist es jedoch streckenweise etwas holprig, ungelenk und durcheinander geraten. Manchmal wirkt es eher wie frei assoziiert. Oft wird auf Ereignisse vorgegriffen oder zurückgeblickt, was etwas verwirrt. Auch die Verwendung psychologischer Fachtermini wirkt an einigen Stellen eher nachgeplappert. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass Kampusch in den letzten vier Jahren (und wahrscheinlich vielen Therapiesitzungen) viel über sich und die Mechanismen, die in einer solchen Ausnahmesituation greifen, gelernt hat. Denn das wichtigste ist, keine Schuld für diese Mechanismen zu verinnerlichen. Auffällig fand ich, dass sich Kampusch in diesem Buch sprachlich klar distanziert hat vom Täter, denn durchweg wird er nur "Der Täter" oder "Priklopil" genannt. Der Vorname wird nur benutzt, wenn direkt aus Kampuschs Tagebuch oder Aufzeichnungen aus jener Zeit zitiert wird.

Wie bewertet man eine Lebensgeschichte? Es ist schwer zu trennen, wenn es um dieses Buch geht. Mit meiner Rezension möchte ich hier weder die Lebensgeschichte, noch die Glaubhaftigkeit von Natascha Kampuschs Darstellung bewerten. Für mich kann ich nur folgendes Fazit ziehen: Die Geschichte von Natascha Kampusch hat mich tief berührt, besonders ihr Plädoyer gegen das Etikett des Stockholm-Syndroms. Auch ihr Aufbegehren gegen die ihr zugewiesene Rolle zeigt ihren Lebenswillen. Schockiert haben mich die Reaktionen der Außenwelt und der Medien. Ich bewundere Natascha Kampuschs Mut, sich die Rechte an ihrer Geschichte zurückzuholen und gegen die Skepsis und Vermutungen der Gesellschaft anzukämpfen. Ich kann nur hoffen, dass ihr dieses Buch weitergeholfen hat auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Und ich schäme mich in keinster Weise mehr, dieses Buch öffentlich gelesen zu haben, denn es gibt mir das Gefühl, zur Abwechslung einmal dem Opfer zugehört zu haben, anstatt mich für den Täter zu interessieren.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gehe niemals im Streit auseiander..., 29. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Taschenbuch)
Eigentlich fragt man sich während des Lesens die ganze Zeit wie es ein anfangs 10-jähriges Mädchen das zu einer erwachsenen Frau heranwächst es schaftt,dieses Leid zu ertragen. Es ist eigentlich für den Leser als außenstehende Person nicht fassbar was Natascha Kampusch in den vielen Jahren der Gefangenschaft widerfahren ist.

In all den anderen Rezensionen bereits alles gesagt und ich würde mich sicher wiederholen. Fakt ist dass ich ihre Geschichte als so lesenswert empfand, dass ich sie in geradeeinmal 2 Tagen gelesen hatte. Das Buch ist von vorne nach hinten interessant geschrieben, es wird nichts beschöntigt aber nicht zu utopisch ausgeschmückt. Man fiebert im Grunde die ganze Zeit ihrer Flucht entgegegen.

Fakt ist dass niemand das Grauen was Natascha Kampusch erlebt hat nachvollziehen kann und sicher werden nicht alle verstehen warum sie in ihrer Situation gehandelt hat wie sie gehandelt hat. Dennoch bekommt man am Ende alles aus ihrere eigenen Sicht geschildert und weiß warum die Dinge so passiert sind.

Absolute Empfehlung und 5 Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 24. September 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Kindle Edition)
Ursprünglich war ich sehr skeptisch, da ich nach der endlosen medialen Aufbereitung des Themas schon genug hatte, und mir von dem Buch nicht allzu viel versprochen habe. Schon nach den ersten Seiten wurde mir jedoch klar, dass die Lektüre dieses Buches meinen Horizont erweitern würde. Selbst wenn ich ein ausführliches Lektorat unterstelle, so ist es trotzdem faszinierend, wie differenziert und reflektiert Frau Kampusch Ihr Leben bis zur Flucht beschreibt. Ohne Voyeurismen zu befriedigen verschafft Frau Kampusch dem Leser/der Leserin eine Ahnung vom Unvorstellbaren. Seitdem ich dieses Buch gelesen habe, ertappe ich mich immer wieder dabei, eigene Unpässlichkeiten oder mein persönliches Zeitempfinden in Relation zu den 3096 Tagen von Frau Kampusch zu sehen; ein wertvolles Korrektiv!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bewundernswerte Frau, 7. Oktober 2011
Von 
Rubow, Susann "Susann Rubow" (jwd., Richtung Waldniel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Gebundene Ausgabe)
Sehr lesenswerter Bericht, den ich an zwei Tagen ausgelesen habe. Dafür, daß sie sich nicht bis ins allerletzte schreckliche Detail dieser Quälereien ausgelassen hat, habe ich Verständnis. Die Presse hätte den Fall in ihrer Sensationsgier noch schlimmer ausgeschlachtet, als das damals ohnehin schon der Fall war. Besonders hat mir gefallen, wie sie bereits als noch jüngeres Mädchen versucht hat, ihre Persönlichkeit zusammenzuhalten und trotz ihrer hoffnungslosen Situation etwas für sich zu tun, einen Lerncomputer, TV, Bücher und Malsachen zu erbitten und auch Schulstoff zu erarbeiten, das finde ich ergreifend. Manche Passagen klingen allerdings sehr abgeklärt, manche analytisch, bei einem 10 oder 12jährigen Kind? Nun vielleicht haben einige Berater bei der Formulierung der Texte über die psychopathischen Züge des Täters etwas ausgeufert. War aber hilfreich für das Verstehen, wie es möglicherweise zu der Störung beim Täter überhaupt kommen konnte. Ich wünsche N. Kampusch ein achtsames Leben, sie hat anderen Menschen viel zu sagen. Ein normales Leben wird sie nie haben, da glaube ich nicht dran. Solche Erlebnisse tauchen trotz psychologischer Behandlung als Flashbacks immer wieder wie Neonröhren auf, man kann diese "auf Distanz" halten, aber das ist nicht abzuschalten, auch nicht nach Jahrzehnten.
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3096 Tage von Natascha Kampusch
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