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5.0 von 5 Sternen Wieder ein toller Wohlfühl-Roman in historisch korrektem Ambiente mit viel Abenteuer und Herzeleid.
Während Troubadoure an den Höfen eine angeblich so schmerzfreie und reine Liebe, also die rein platonische Liebe, in höchsten Tönen lobpreisen, kommen den beiden Hauptpersonen in diesem Roman im Verlauf der Handlung so einige Zweifel in den Sinn. Eines steht nämlich leider fest: Eine Vescomterssa (vizegräfin)und ein einfacher Cavalier...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2011 von Apicula

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu weitschweifend
Das Lesevergnügen der an und für sich süffigen Geschichte wird arg geschmälert durch eine ausschweifende und gelegentlich zu ausführliche Erzählweise. Vor allem im letzten Teil, nach der Eroberung Narbonnes, verliert die Geschichte völlig an Schwung, verliert sich in Details und lässt sich diagonal durchlesen - ein äusserst...
Veröffentlicht am 16. Februar 2013 von M. Frank


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu weitschweifend, 16. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Taschenbuch)
Das Lesevergnügen der an und für sich süffigen Geschichte wird arg geschmälert durch eine ausschweifende und gelegentlich zu ausführliche Erzählweise. Vor allem im letzten Teil, nach der Eroberung Narbonnes, verliert die Geschichte völlig an Schwung, verliert sich in Details und lässt sich diagonal durchlesen - ein äusserst unbefriedigender Schluss, der den Leser kalt lässt. Die zahlreichen eingestreuten Wörter in alten Sprachen sollten wohl Lokalkolorit vermitteln, wirken aber überflüssig, aufgesetzt und sind ein Ärgernis erster Güte.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein toller Wohlfühl-Roman in historisch korrektem Ambiente mit viel Abenteuer und Herzeleid., 12. Oktober 2011
Von 
Apicula "Biene" (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Gebundene Ausgabe)
Während Troubadoure an den Höfen eine angeblich so schmerzfreie und reine Liebe, also die rein platonische Liebe, in höchsten Tönen lobpreisen, kommen den beiden Hauptpersonen in diesem Roman im Verlauf der Handlung so einige Zweifel in den Sinn. Eines steht nämlich leider fest: Eine Vescomterssa (vizegräfin)und ein einfacher Cavalier (Ritter) --- das geht nicht!
Die beiden Erwähnten sind Ermengarda, die 15-jährige Vescomtessa der Handelsstadt Narbonne, die mit Alfons, dem Grafen von Toulouse zwangsverheiratet wird und Arnaut de Montalban (Enkel von Jaufrè aus DER BAST*RD VON TOLOSA), ein junger Ritter, der sich aus seiner Heimat aufmacht um sich am Hofe des mächtigen Grafen als Ritter zu verdingen. Ermengarda wird über Felipe de Menerba, mit Arnaut bekannt gemacht, und der Plan dass Ermengarda flieht um der Ehe mit Alfons zu entgehen, wird eilig geschmiedet, so dass diese überstürzte Flucht so einige Überraschungen mit sich bringt.
Arnaut und Felipe schwören der jungen Vescomtessa ewige Treue (als Kavaliere und Retter, freilich ;-) und sie begleiten sie auf einer abenteuerlichen Reise.

Der Historische Roman DIE COMTESSA handelt im Groben nicht nur von Macht, Intrigen, Troubadouren und unterdrückter Frauenpower im Mittelalter, sondern - auf eine leichtfüßige und vollkommen unschmalzige Art - von der Liebe. Nach DER BAST*RD VON TOLOSA, wieder so ein herrlich ausgewogenes Leseerlebnis, das Ulf Schiewe mir bietet. Weder geht es in DIE COMTESSA zu trocken geschichtlich, noch zu schmalzig-liebeslüstern zu. Die Palette der Personen bietet ein reichhaltiges Sittengemälde der Gesellschaft des 12. Jahrhunderts. Über reiche, machthungrige Fürsten, einen (raff- und machtgierigen) Kirchenmann, besonnene Mönche, Aussätzige, Abenteuerlustige Cavaliere, eitle Troubadoure, ein naives junges Mädchen und eine Familien-Erhaltungs-Instinkt-motivierte Mutter (Ermengardas Mutter) ist so ziemlich alles dabei. Und spannend bleibt der Roman indes auch noch!
Die Sprache ist bemerkenswert abwechslungsreich; vor allem das Einbinden der fremdsprachlichen Begriffe (lateinische oder in der lenga romana) macht den Stil des Autors zu einem individuellen, äußerst einprägsamen Hochgenuss.

Wenn überhaupt es etwas zu kritisieren gibt, dann folgendes: Der Roman war viel zu kurz. ;-)

Insbesondere erfreulich ist es für Genuss-Leser(Innen) wenn sie mit lieb gewordenen Figuren (aus anderen Romanen) wieder konfrontiert werden. So spielt in DIE COMTESSA ein gewisser Mönch eine wichtige Rolle und freilich auch Arnauts Vater. Es ist mir ein Anliegen explizit zu erwähnen, dass dieses Wiedersehen mir eine ganz besondere Freude war.

Von Ulf Schiewe sind mit DIE COMTESSA nun zwei historische Romane erschienen, die in Hinsicht der Protagonisten ein wenig aufeinander aufbauen, die sich jedoch unabhängig voneinander problemlos lesen lassen. Beide empfehle ich guten Gewissens und mit großer Freude weiter:
DER BAST*RD VON TOLOSA (2009)
DIE COMTESSA (2011)

Nachtrag: Meiner viel zu früh verstorbenen Freundin Gabi hätte ich dieses Buch unbedingt empfohlen. Den Begriff "Herzeleid" kenne ich zwar schon länger, doch sie hat ihn mir eindrücklich in mein Gedächtnis geprägt. Und als ich DIE COMTESSA las, musste ich sehr oft an dieses eher selten gewordene Wörtchen denken: "Herzeleid..."
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historischer Roman der gehobenen Klasse, 15. Mai 2011
Von 
Jürgen Zeller (Kanton Bern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die in diesem Buch erzählte Geschichte spielt im südwestlichen Frankreich des 12. Jahrhunderts ganz in der Nähe des Mittelmeers und den Pyrenäen. Die Provinzstadt Narbonne, hier im Roman mit dem okzitanischen Namen Narbona, ist ideal gelegen. Die römische Handelsstrassen Via Domitia, die durch Narbonne führt, und die Via Aquitania kreuzen sich in der Nähe und die vielen Händler bringen etliches Geld und damit Wohlstand nach Narbonne. Durch die Zollabgaben, Weggebühren und den Handel floriert die Stadt und ihre Bedeutung wächst zusehends. Leider verpassten es ihre bisherigen Machthaber eine starke Befestigung zu bauen und die Stadt mit einer wehrfähigen Truppe zu sichern. So ist sie auf Allianzen angewiesen und im schlimmsten Fall auf bewaffneten Beistand von starken Beschützern, hier Toulouse und die Katalanen. Es gilt politisch tagtäglich geschickt zu taktieren und Bündnisse mit mächtigen Städten und deren Streitmächten einzugehen oder immer wieder zu erneuern, stets im Bewusstsein das plötzlich ändernde Machtverhältnisse die Vernichtung der Stadt bedeuten könnte.

Hier nimmt der Autor Ulf Schiewe den Handlungsfaden auf und erzählt die Geschichte von Ermengarda, der fünfzehnjährigen Tochter von Vescomtessa Ermessenda. Wie es zu dieser Zeit üblich war, werden Töchter von Adligen immer wieder dazu benutzt sie taktisch geschickt zu verheiraten und damit einen lukrativen Vertrag und einen Packt mit andern Machtinhabern zu schliessen. Der für Ermengarda ausgesuchte Ehemann ist jedoch so gar nicht nach ihrem Gusto und sie beschliesst mit der Hilfe von ein paar jungen Edelleuten zu fliehen. Nun beginnt eine Flucht quer durch die malerische Landschaft des Languedoc und es gilt für die tapferen Ausreisser den Verfolgern stets ein Schnippchen zu schlagen und eine Nasenlänge voraus zu sein. Die jungen Begleiter bemühen sich zudem nach Kräften bei der hübschen Ermengarda Eindruck zu schinden und ihre Gunst zu erlangen, aber ob es einem gelingt, was so alles passiert und wie es ausgeht kann und will ich natürlich nicht verraten'

Der Autor Ulf Schiewe hat mich mit der Art und Weise wie er die Geschichte erzählt und strukturiert hat unheimlich beeindruckt. Es gelingt ihm mich beim Schlafittchen zu packen und mein Interesse zu entfachen. Er führt die markanten Hauptpersonen mit all ihren Stärken und Schwächen nach und nach geschickt ein, fügt den ein oder anderen sympathische Nebendarsteller hinzu und lässt mich bei gewissen Figuren im Unklaren ob sie nun zu den "Guten" oder "Bösen" gehören, was natürlich die Spannung immens erhöht. Er schildert sachlich die geographisch vorteilhafte aber politisch delikate Situation Narbonnes zwischen den Mächten. Probleme mit den ähnlichen Namen der Protagonisten löst der Autor in dem er ihnen Spitznahmen verleiht, eine Unterscheidung ist nach kurzer Angewöhnungszeit problemlos möglich. Auf den ersten rund 160 Seiten gibt es Passagen die konzentriert gelesen werden sollten, ich empfehle das Personenregister zu benutzen, aber danach konnte ich die Geschichte uneingeschränkt geniessen und den Abenteuern der jungen Truppe mit Vergnügen frönen.

Die Handlung bietet sich geradezu an in Pathos und kitschigen Schmalz zu versinken aber dies umgeht der Autor gekonnt und schildert die sich anbahnende(n) Romanze(n) dezent und auf hohem erzählerischen Niveau. Die Landschafts- und Alltagsbeschreibungen verleihen der Phantasie Flügel und es bildet sich ein Mengengemisch das funktioniert und mir als Leser unglaublich viel Spass bereit und das viel zitierte Kopfkino in Gang gebracht hat.

Dieser Historische Roman ist von der umfangreichen Ausstattung, der ansprechenden Aufmachung mit dem schönen Umschlag und natürlich dem fesselnden Inhalt ein gelungenes Gesamtwerk und ein Historischer Roman der gehobenen Klasse. Klar das ich dieses Buch mit 5 Amazon Sterne bewerte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein "Reißer", 1. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Taschenbuch)
Viele positive Bewertungen sowie eine offensive Bewerbung durch Amazon/Audible haben mich zu dem Kauf dieses Buches veranlasst. Natürlich ist eine Bewertung immer subjektiv, das ganz große Lob vieler Leser habe ich dennoch nicht nachvollziehen können. Selbst nach der vollständigen Lektüre haben sich nicht wirklich "Bilder im Kopf" eingestellt. Ich habe keine sichere Vorstellung davon, wie die Protagonisten aussehen, abgesehen von großen oder kleinen Brüsten, dunklem oder zerzaustem Haar oder einer insgesamt als angenehm bzw. abstoßend bewerteten Figur. Auch Beschreibungen von Orten sind zwar sehr lang und ausführlich, aber nicht sehr bildhaft. Es dauerte eine Ewigkeit, ehe die eigentliche Geschichte etwas in Gang kam, und selbst dann sprang der Funke nicht wirklich über. Zudem denken und agieren viele Figuren so, wie man es von Menschen des dritten Jahrtausends erwarten würde. Der Autor benennt durchaus zeitgenössische Regeln, Gesetze und Bräuche. Diese wirken jedoch oft kulissenhaft, weil sie permanent ungestraft gebrochen oder ausgehebelt werden - nicht zuletzt in Glaubensfragen. Auch die Charaktere selbst blieben relativ flach und konturarm. Emotionen oder Reflektionen wirkten oft wie theoretisch verhandelt und wurden bei denselben Personen auch an verschiedenen Stellen des Buches mit ungefähr denselben Worten wiederholt. Insgesamt muss ich leider konstatieren, dass "Die Comtessa" trotz des eigentlich sehr vielversprechenden Themas und des historischen Gehaltes keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gelunge Fortsetzung, 4. Februar 2013
Von 
Heike M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bereits Ulf Schiewes Debütroman "Der Bastard von Tolosa" habe ich mit großer Begeisterung gelesen. "Die Comtessa" setzt dessen Handlung etwa zwei Generationen später fort. Es ist nicht zwingend erforderlich, den Vorgängerroman gelesen zu haben, der Autor lässt keine Frage zu früherem Geschehen offen, verliert sich aber auch nicht im endlosen Wiederaufwärmen von bereits Bekanntem. Ich habe mich aber sehr gefreut, "alte Bekannte" wiederzutreffen. Sollte ich diesen Roman kurz charakterisieren fielen mir sofort opulent und bildgewaltig dazu ein. Der Autor lässt seinen Leser das Mittelalter erleben. Er erklärt für jeden verständlich die politische Situation und die Kräfteverteilung der herrschenden Adligen, er beschreibt das Leben der handelnden Personen von den Alltagsaufgaben bis hin zur Verrichtung der Notdurft ohne dabei den Leser zu langweilen oder zu ermüden. Darüber hinaus schildert er die Schönheit der Landschaft und die Härten für den, der in der Natur und von der Natur überleben muss. Auch die zu bestehenden Abenteuer passen sich sehr gut in die Handlung und wirken zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder gar unangemessen.

An ein, zwei Stellen waren mir Ermengarda und ihre männlichen Beschützer ein wenig zu modern, sprich, Ermengarda war mir zu emanzipiert, was Filipe und Arnaut ohne aufzubegehren auch hinnahmen. Ich konnte dies nur unter dem Gesichtspunkt akzeptieren, wenn ich bedachte, dass die junge Vescomtessa im Rang über den ihr treu ergebenen Rittern stand.
In die Romanhandlung ist dezent eine sich anbahnende Liebesgeschichte eingeflochten worden. Mich hat das in diesem Fall nicht gestört. Sie erschien mir glaubhaft und war jenseits von Kitsch und flachem Liebesgestammel. Besonders Ermengarda gefiel mir dabei in ihrer inneren Zerrissenheit.

Obwohl man schon rein intuitiv die Protagonisten als sympathisch oder einschätzt, oder sie eher in ihrer Art und Weise ablehnt, nur wenige stehen zwischen den Lagern, ordne ich diesen Roman zu den anspruchsvollen Romanen dieses Genres zu. Das ist nicht zuletzt der der Zeit angepassten Sprache zu verdanken. Dazu gibt es ein umfangreiches Glossar, ein Verzeichnis der urkundlich erwähnten Personen und drei Karten. Diese machte es mir beim Lesen sehr leicht. Die Flüchtenden konnte ich so genau verfolgen und hatte dadurch stets eine geografische Orientierung.

"Die Comtessa" braucht sich als Roman nicht hinter "Der Bastard von Tolosa" zu verstecken. Letzterer hat mir nur eine Winzigkeit besser gefallen. Ulf Schiewe hat mit "Die Comtessa" einen Roman geschrieben, der sowohl von den Handelnden, die eine gelungene Mischung aus fiktiven und verbürgten Personen sind, als auch von der Handlung her der Bezeichnung historisch" gerecht wird. Die von Ulf Schiewe inszenierte Reise ins Mittelalter habe sehr gern unternommen und freue mich auf weitere. Ich empfehle den Roman sehr gern weiter.
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mein Jahres-Highlight 2011, 21. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als dieses Buch auf den Markt kam, musste ich es einfach lesen. Das erste Werk von Ulf Schiewe hat mir ausgezeichnet gefallen, deshalb kam ich um dieses wundervoll gestaltete Buch nicht herum.
Meine Erwartungshaltung war dem entsprechend sehr hoch, und was soll ich euch sagen, ich würde in keiner Weise enttäuscht.

Die Geschichte spielte wie die im ersten Werk im mittelalterlichen Frankreich ' Spanien, nur zwei Generationen später.
Der Inhaltsangabe vom Verlag habe ich nichts mehr hinzuzufügen, den ansonsten würde zu viel verraten werden.

Ulf Schiewe ist seinem tollen Schreibstil treu geblieben, ich hatte das Gefühl mitten drin zu sein in dieser rasanten und spannenden Geschichte. Seine fast schon bildliche Erzählkunst hat in meinem Kopfkino farbige Bilder der Stadt, der Menschen und auch der schönen Landschaft hinterlassen.
Meine Gefühle führen regelrecht Achterbahn, sodass ich ein paar Protagonisten am liebsten in die Wüste geschickt hätte. Andere wiederum haben bei mir in Herzen einen Platz bekommen.
Alle wichtigen Figuren wurden sehr schön vorgestellt und im Laufe der Geschichte lernte ich diese immer besser kennen.
Bei den Kampfszenen hätte ich schwören können das Geräusch zu hören, welches die Schwerter beim Kampf erzeugen.

Gekonnt mischte Ulf Schiewe wahre Begebenheiten mit seiner Fiktion.

Am Ende des Buches fand ich dann noch ein Wörterverzeichnis und eine Auflistung der Figuren, die es in der Vergangenheit wirklich gegeben hat und welche nicht. Diese Auflistung befindet sich auch auf der Innenseite des Schutzumschlages, was ich eine tolle Idee vom Verlag finde.

Dieses Werk möchte ich jedem ans Herz legen, der gerne historische Romane liest. Dieses Buch ist für mich das Jahres-Highlight 2011.

Ich vergebe ganz klar fünf von fünf Sternen.

[b]Reihenfolge der Bände:[/b]

1. Der Bastard von Tolosa
2. Die Comtessa
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eintauchen in das Südfrankreich des 12. Jahrhunderts, 22. Juni 2011
Von 
truffaldina - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine Frau in Männerkleidern, die sich in einem typisch männlichen Metier behaupten will - also alle Zutaten vorhanden für eine typische -in Schmonzette? Ganz und gar nicht!
Ermengarda weiß zwar was sie will, meistens, aber sie denkt nach, nimmt männliche Hilfe in Anspruch, reflektiert das Erlebte. Durch ihre Augen sehen wir die Lebenswirklichkeit im Südfrankreich des 12. Jahrhunderts: sei es der der gräfliche Palast oder die Aussätzigenhütte, die Burg oder das Kloster, jeder ihrer Aufenthaltsorte scheint sehr real zu sein und entsteht farbenprächtig und detailreich vor meinem inneren Auge. Die männliche Sichtweise steuern Arnaut und Felipe bei und so ergibt sich ein dicht gewebter Teppich mit ausdrucksstarken Bildern. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet, der Bettlerjunge Jori und Arnauts Mutter Adela sind die besten Beispiele dafür. Die Handlung ist spannend erzählt, ich habe mit der kleinen Reisegruppe von Beginn an mitgefiebert. Der historische und politische Kontext wird verständlich dargelegt, so dass die Handlungen der Protagonisten nachvollziehbar bleiben.
Sehr empfehlenswert!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plastisch und Lebensnah, 28. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr schöner historischer Roman aus einer Gegend Europas über die es eine Vielzahl historischer Romane gibt, die alle sechzig- siebzig Jahre später spielen. Dieser Roman spielt zu einer Zeit, in der die bei den anderen im Mittelpunkt stehenden Katharer ihre größte Ausbreitung noch nicht erreicht haben und eben vor dem Kreuzzug gegen diese. Die Adligen der Region sind noch mit sich selbst und ihrer Machtentfaltung und- stabilisierung beschäftigt. Obwohl im nicht allzufernen Aquitanien die junge Alienor die Regentschaft inne hat, scheint doch unvorstellbar, dass in der wichtigen Handelsstadt und strategisch wichtigen Festung Narbonne, okzitanisch Narbona eine Frau regiert. Genau das ist aber der Fall- die Erbin ist eine junge Frau und die Regentin deren Stiefmutter. Da ja aber bekanntlich nicht sein kann, was nicht sein darf wird die Erbin mal eben schnell verheiratet und der Mann erwartet nicht nur mehr Macht, sondern auch eine willige und treusorgend pflichtbewußte Ehefrau im Bett, deren einziger Zweck in der Nachzucht besteht und die dazu vielleicht noch fleissig stickt. Da hat er aber die Rechnung ohne die Tochter des Aimeric gemacht- die Erbin hat ihren eigenen Kopf und setzt ihn durchaus ein.

Mehr will ich nicht verraten- das tut meines Erachtens nach schon der Klappentext zu reichlich.

Das "Roadmovie" das der Autor im Kopfkino ablaufen lässt ist eines von der hochqualitativen Sorte. Keine "tapfere selbstbewußte Frau inmitten bösartiger Männer" Schmonzette, sondern eine auch in dem was wir aus der Zeit wissen glaubhafte Figur, die sich während des Romans entwickelt, die ihre Zwänge zwar überwinden will, aber doch erkennt, dass sie sich letztlich Zwängen beugen muss. Eine Frau aus dem Hochadel ihrer Zeit mit allem was das an Vorteilen und Nachteilen bedeutet. Aber nicht nur die Hauptfiguren sind plastisch und lebensnah herausgearbeitet, auch die Nebenfiguren und die historischen Persönlichkeiten erscheinen dem Leser dreidimensional. Mir persönlich hat es Jori, der Straßenjunge besonders angetan. Dem Autor gelingt es auch die unterschiedlichen politischen Motive der handelnden Adligen, den Stolz des aufstrebenden Bürgertums und das Leid der einfachen (Land-)Bevölkerung unaufgeregt und unaufdringlich darzustellen.
Mir hat es richtig Spaß gemacht. Von diesem Autor wünsche ich mir noch viele Bücher lesen zu können.
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4.0 von 5 Sternen Auf der Flucht vor der Ehe..., 27. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Taschenbuch)
Inhalt
Narbona, 1142: Der junge Ritter Arnaut de Montalban und sein Schildträger Severin wollen Graf Alfons von Tolosa, ihrem Lehnsherren, ihre Dienste anbieten. Allerdings verhindert Arnauts aufbrausendes Temperament, dass es dazu kommt.
Bevor sie jedoch wieder abreisen, erhalten sie ein interessantes Angebot: Sie sollen in die Dienste der Vescomtessa Ermengarda treten, die vor einer erzwungenen Ehe fliehen will. Von dem Auftreten der jungen Frau schwer beeindruckt stimmen die beiden jungen Ritter zu. Doch die Flucht gestaltet sich nicht so leicht wie erhofft, denn die Häscher sind ihnen dicht auf den Fersen, und nicht alle wollen Ermengarda lebendig fangen…

Meine Meinung
Bei diesem Roman handelt es sich um eine Fortsetzung zu Ulf Schiewes Erstlingswerk Der Bastard von Tolosa. Dabei ist es aber nicht zwingend notwendig, den Debütroman auch gelesen zu haben, es erleichtert aber das Verständnis einiger Zusammenhänge.
Wieder führt uns der Autor nach Südfrankreich, nach Okzitanien. Dabei sind die Orte und Landschaften überzeugend und lebendig beschrieben, so dass ich sie mir halbwegs gut vorstellen könnte. Die Sprache ist dabei nicht allzu blumig, stellenweise sogar ein wenig derb. Dem gegenüber stehen Gedichte der Troubadoure, die in zwei Sprachen abgedruckt sind, in der langue d’oc sowie in der deutschen Übersetzung. Leider gibt es auch während des Romans immer wieder einzelne okzitanische Worte, die meinen Lesefluss unterbrochen haben. Gerne hätten diese sich auf Titel beschränken oder insgesamt spärlicher verwendet werden dürfen.
Die Geschichte selbst ist eine Erfindung des Autors, auch wenn sie lose auf Urkunden basiert. Ich kann mir jedoch ganz gut vorstellen, dass es so ähnlich hätte passieren können. Allerdings dauert es eine ganze Weile, bis die Geschichte überhaupt in Schwung kommt, das Vorgeplänkel hat sich für mich ein wenig lang hingezogen.
Nun ist eine Flucht vor der erzwungenen Ehe ein Thema, das gerne für romantische Geschichten verwendet wird. Auch wenn es hier ebenfalls eine Liebesgeschichte gibt, ist dieser Roman nicht allzu romantisch beschrieben, sondern eher eine Beschreibung der Abenteuer, die die Gruppe auf der Reise erlebt
Ermengarda wird dabei als recht starke junge Frau dargestellt, die zwar schon mal in Rüstung unterwegs ist, dabei aber keinesfalls ein Übermensch ist, sondern auch mal ganz normale Schwächen zeigt. Ich halte es aber nicht für unwahrscheinlich, dass die historische Ermengarda ebenfalls sehr stark war, wenn man betrachtet, was sie in ihrem Leben erreicht hat, und so fällt die Romanfigur hier in meinen Augen nicht aus der Rolle.
Arnaut, der ein fiktiver Charakter ist, hat mir ebenfalls ganz gut gefallen. Er ist nicht der typische Held. Zwar ist er stark und groß, größer als die meisten seiner Mitmenschen, doch ist er auch aufbrausend und bringt sich dadurch gelegentlich in Schwierigkeiten. Dazu kommt sein Verständnis von Recht und Unrecht, welches sich schon recht früh im Roman zeigt, das mir allerdings recht modern vorkommt. Zwar ist sein Verhalten durchaus logisch, doch entspricht es nicht unbedingt dem, wie ich mir einen Ritter aus dem 12. Jahrhundert vorstelle.
Auch viele der anderen Charaktere können überzeugen. Selbst Ermengardas Gegenspieler sind nicht durchweg negativ zu sehen, sondern haben auch ihre sympathischen Seiten. Ihre Taten sind zudem begründet und basieren nicht nur auf Willkür. Einige Charaktere jedoch waren ein wenig blass, so dass ich sie gelegentlich verwechselt habe.
Gegen Ende verliert der Roman ein wenig an Schwung, dafür stehen politische Entscheidungen im Vordergrund. Der Schluss selbst ist in meinen Augen ein wenig knapp und lässt Raum zur Spekulation, zudem ist er für einen Roman doch nicht gerade befriedigend. Allerdings kann der Roman gar nicht anders abschließen, wenn der Autor die Geschichte nicht umschreiben will, und so erscheint es mir hier doch stimmig. Einige Fragen, die noch offen geblieben sind, werden möglicherweise im direkt anschließenden Roman Die Hure Babylon beantwortet werden.

Fazit
Nicht ganz so gut wie Der Bastard von Tolosa kann dieser zweite Roman um die Familie Montalban dennoch ganz gut unterhalten und dabei ein wenig über das Okzitanien im 12. Jahrhundert informieren.
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5.0 von 5 Sternen Der Kampf um das Erbe von Narbona, 12. Juni 2014
Von 
Belles Leseinsel (Mainz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Comtessa: Roman (Taschenbuch)
Im Jahr 1142 reist der junge Ritter Arnaut de Montalban in die Vizegrafschaft Narbona, um dort in die Dienste des dort herrschenden Grafen von Toulouse zu treten. Doch aufgrund seines aufbrausenden Temperaments wird Arnaut abgewiesen, lernt aber den Adeligen Felipe de Menerba kennen. Dieser entsinnt gerade einen heiklen wie gefährlichen Plan und bittet Arnaut um Mithilfe. Die 15-jährige Erbin Ermengarda soll zur Ehe mit dem Grafen von Toulouse gezwungen werden, der aufgrund ihrer Minderjährigkeit die Vizegrafschaft besetzt hält und mit der Heirat rechtmäßig das Erbe eben dieser antreten könnte. Allerdings ist die junge Waise fest entschlossen, sich dieser Zwangsheirat zu entziehen und flieht zusammen mit Arnaut und Felipe. Zwar gelingt ihnen die Flucht, doch die Verfolger sind ihnen dicht auf den Fersen.

Ulf Schiewe verbindet geschickt und äußerst unterhaltsam die wenig überlieferten Fakten über das Leben von Ermengarda von Narbona (1127 – 1197), die 50 Jahre eigenständig in Südfrankreich herrschte, mit fiktiven Geschehnissen und hat so einen opulenten wie packenden Roman über die Jugendjahre von Ermengarda von Narbona geschaffen. Hierbei handelt es sich übrigens um den Nachfolger von „Der Bastard von Tolosa“ und Jaufré Montalban wirkt ebenfalls in dem Roman am Rande mit.

Ermengardas Vorbild ist die junge Ehefrau des französischen Königs. Eleanor herrscht eigenmächtig in Aquitanien und Ermengarda als Erbin von Narbona sieht keine Hinderungsgründe, warum sie dies nicht auch so handhaben kann. Ermengarda ist eine dickköpfige, mutige, gebildete und warmherzige Frau, die sich für die Belange und Probleme ihres Volkes interessiert und Neuerungen aufgeschlossen ist. Natürlich entsprechen ihre Vorstellungen so gar nicht denen der Mächtigen der Vizegrafschaft und diese sehen in der jungen Erbin nur eine willenlose Frau, die für ihre Interessen passend verheiratet werden soll. Bester Kandidat hierfür ist Alfons, der Graf von Toulouse, der bereits die Fäden in Narbona zieht und beim Volk äußerst unbeliebt ist.

Ulf Schiewe greift in seinem Roman natürlich auch die politische Lage von Narbona auf, vermittelt diese sehr anschaulich und verständlich wie auch das Leben des einfachen Volkes und dem Bürgertums. Durch diese zusätzlichen Informationen wirkt der Roman atmosphärisch sehr dicht umgesetzt und die Liebesgeschichte zwischen Ermengarda und Arnaut rückt hierdurch auch nie zu sehr in den Vordergrund.

Den Großteil des Romans nimmt die Flucht von Ermengarda und ihren Treuen ein, wodurch man zudem einen bildhaften wie farbenprächtigen Streifzug durch den Süden Frankreichs erhält. Denn das anfängliche Ziel der Flüchtenden ist Barcelona, um sich die Hilfe von Bündnispartnern zu sichern, doch unvorhersehbare Geschehnisse zwingen Ermengarda und ihre Ritter, ihre Pläne bald schon zu ändern.

Fazit: Farbenprächtiger, sprachgewandter wie packend erzählter Roman über eine junge Frau, die den Kampf um ihr Erbe antritt.
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Die Comtessa: Roman
Die Comtessa: Roman von Ulf Schiewe
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