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TOP 500 REZENSENTam 21. November 2010
8. September 1560: Die junge Amy Robsart wird tot am Ende einer Treppe aufgefunden, und ganz Europa spekuliert, ob es ein Unfall war, eventuell Selbstmord, oder ob gar ihr Ehemann Robert Dudley dahinter steckt. Dudley ist allgemein als Günstling der Königin bekannt, und die Gerüchteküche brodelt. Hat er vielleicht veranlasst, seine Ehefrau zu ermorden, um Elizabeth I. heiraten zu können?
Thomas Blount, ein enger Vertrauter Dudleys, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und reist zum Unfallort nach Oxfordshire, wo Amy zuletzt gelebt hat. Der Ich-Erzähler Blount handelt nicht ganz uneigennützig, denn auch seine Existenz steht auf dem Spiel und nicht nur das. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass er sich am Schicksal der jungen Verstorbenen nicht ganz unschuldig fühlt, denn er hat ein sehr persönliches Geheimnis. Nach seiner Ankunft im Landhaus Cumnor Place ereignen sich zudem mehrere merkwürdige Zwischenfälle, denen er zusätzlich auf den Grund gehen muss.
Die Gouvernante und enge Vertraute der Königin, Kat Ashley, tritt als zweite Ich-Erzählerin auf und ist ebenfalls bestrebt, so schnell wie möglich Gewissheit über den wahren Sachverhalt zu bekommen.

Man merkt beim Lesen deutlich, dass sich die Autorin sehr ausführlich mit Elizabeth I. und ihrer Zeit beschäftigt hat. Ihr Roman hat Substanz und einen sehr hohen Informationswert. Auch über das alltägliche Leben damals am Königshof lässt Frau Kinkel häufig interessante Bemerkungen einfließen. Daneben erfährt der Leser nicht nur viel über historische Details, sondern bekommt den Fall der Amy Robsart aus zwei ganz unterschiedlichen Sichtweisen Perspektiven präsentiert.
Der eigentliche Handlungszeitraum beschränkt sich nur auf die sieben Tage zwischen dem Tod der jungen Frau und ihrer Bestattung. Beide Erzähler schildern jedoch häufig Ereignisse aus der Vergangenheit, die das Gesamtbild abrunden und zurechtrücken.
Während Kat Ashley nicht ganz so oft und ausführlich zu Wort kommt (ihr sind lediglich diverse Zwischenspiele vorbehalten), machen die Kapitel um Tom Blount den größeren Teil des Romans aus. Blount ist nicht so ganz glücklich mit seiner Aufgabe, Licht in den Fall zu bringen. Er wird von Selbstzweifel gequält. Dies und die Erwähnung seiner kleinen Schwächen und Eitelkeiten lassen ihn sehr menschlich, ja manchmal fast rührend erscheinen. Trotz einiger Hindernisse und seiner Bedenken bleibt er hartnäckig in seinem Tun und lässt sich nicht beirren. Unerwartete Unterstützung findet er dabei in dem Schauspieler Frobisher, dem es mit der Zeit gelingt, Thomas' Vertrauen zu erringen und wertvolle Beiträge zum Fall zu leisten.
Besonders genossen habe ich die intelligenten und gleichzeitig amüsanten Dialoge zwischen Thomas Blount und Lady Edith Odingsells. Das Geplänkel der beiden, die sich schon von Jugend an kennen, ist stellenweise köstlich zu verfolgen.

Tanja Kinkels Lösung für den Fall ist faszinierend und macht Sinn, auch wenn der wahre Sachverhalt auf ewig ein Geheimnis bleiben wird.
Für Liebhaber gut recherchierter historischer Romane ist 'Im Schatten der Königin' eine absolute Leseempfehlung. Die äußere Aufmachung ist sehr edel und hochwertig gestaltet, und der Inhalt wird durch ein informatives Nachwort sowie die Stammbäume der betroffenen Familien sehr schön ergänzt. Leider haben sich ein paar gravierende Druckfehler eingeschlichen, welche den Sinn und Ablauf der Geschichte verfälschen. Im Forum auf der Homepage der Autorin werden diese richtiggestellt, und ich hoffe, dass die folgenden Auflagen des Romans diesbezüglich korrigiert erscheinen.
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Bereits der 1998 verfilmte Roman "Elizabeth" von Tom McGregor setzte sich mit den frühen Regentschaftsjahren Königin Elizabeth auseinander - und mit ihrer Beziehung zu dem damals bereits verheirateten Robert Dudley. In diesem Roman geht Tanja Kinkel diese Geschichte aus einer etwas anderen Richtung an.

Thomas Blount - ein Jugendfreund und jetziger Angestellter Robert Dudleys und ein Bekannter der jungen Elizabeth - wird von seinem Vorgesetzten nach Oxfordshire geschickt um "ohne Ansehen der Personen" zu ermitteln, wie es zum Tod seiner Frau gekommen ist. Robert weiß nur zu gut, dass nicht nur sein Kopf auf dem Spiel steht, sondern auch die noch nicht konsolidierte Regentschaft seiner geliebten Freundin, da bereits Gerüchte kursieren, dass er seine Ehefrau besietigen ließ um seine Königin heiraten zu können. Und da sein eigenes Überleben - zumindest in beruflicher Hinsicht - von dem Robert Dudleys abhängt, ist Thomas sehr motiviert - und auch, weil er selbst eine heimliche Verbindung mit der Verstorbenen gehabt hat.

In Begleitung eines jungen Schauspielers aus dem Kreise Burbages beginnt er seine Ermittlungen, die ihn und die Leserinnen und Leser durch die politischen und moralischen Wirren der damaligen europäischen Geschichte führen und ihn sich immer wieder selbst in Frage stellen lassen. Thomas ich-erzählende Betrachtungen werden dabei immer wieder durch diese einer einflussreichen Dame am Hofe ergänzt, so dass sich ein sehr geschlossenes mögliches Bild der damaligen Ereignisse ergibt.

Dass es naturgegeben nur mögliche Ereignisse sind macht die Autorin in ihrem Nachwort noch einmal deutlich. Darin weist sie die Leserinnen und Leser auch auf weitere Quellen hin und es finden sich hier außerdem drei Genealogien der wichtigsten beteiligten Familien.

Ein handwerrklich hervorragender und inhaltlich sehr interessanter historischer Roman, der nicht nur Freunde des Elizabethanischen Zeitalters begeistern dürfte.
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am 22. Februar 2010
Im Schatten der Königin. Treffender kann man den Zustand Amy Dudleys nicht beschreiben. Denn ihr Mann, Robert Dudley, ist der beste Freund von Königin Elisabeth I. Schon früh in ihrer Ehe muss Amy lernen, dass sie sich das Herz ihres Mannes mit der mächtigsten Frau des Landes teilen muss. Und immer den Kürzeren zieht, wenn es um die Aufmerksamkeit Roberts geht. Da die Königin ihr auch noch den ihr zustehenden Zutritt zum königlichen Hof ohne Grund verwehrt, unterstellt nicht nur Amy, sondern das gesamte englische Volk den beiden eine Affäre. Doch verheiratet hat Robert keine Chance bei der Königin und so spekuliert man nicht nur am Hofe, wann Amy plötzlich das Zeitliche segnen wird.

Als Robert Dudley daher am 09.09.1560 seinem Freund Thomas Blount den Tod seiner Frau verkündet, schwant ihm nichts Gutes. Wird Robert jetzt, da er frei ist, die Königin heiraten wollen? Das Volk mag Robert Dudley nicht, war sein Vater doch ein geköpfter Verräter, und wird sich diesen Schritt wohl nicht gefallen lassen. Aber wie kam Amy überhaupt zu Tode? War es ein Unfall oder hat Robert gar jemanden engagiert, der ihm hilft, seine Frau loszuwerden? Oder kam der Auftrag gar von der Königin selbst? Eine fieberhafte Suche nach der wahren Todesursache entbrennt, wobei das Volk sofort in Robert den Täter sieht. Doch auch Thomas Blount selbst verbindet ein Geheimnis mit Amy, das ihn gefährlich werden könnte...

Tanja Kinkel zeichnet in diesem Buch das traurige Bild einer Frau, der nach ihrem Tod mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als zu ihren Lebzeiten. Statt den Fokus auf Elisabeth I zu legen, dreht sich die Geschichte hauptsächlich um Amys Todesursache, die den Experten bis heute Rätsel aufgibt und auch damals nicht hinreichend geklärt werden konnte. Natürlich werden diverse Intrigen und Machtspielchen aufgedeckt und mit jeder Wendung des Buches steigt die Anzahl der potentiellen Täter. Leider schwächelt das Buch zur Mitte hin etwas, da die Ermittlungen nicht so recht voranschreiten. Trotzdem ist das Buch ein Lesegenuss. Die Charaktere, sowohl die historisch belegten als auch die erdachten, sind tiefgründig gestaltet und wachsen dem Leser ans Herz. Und das Ende, obwohl fiktiv, erscheint sehr logisch und realistisch und bildet einen guten, würdigen Schluss für die Geschichte.

"Im Schatten der Königin" ist für mich sowohl ein unterhaltsames als auch lehrreiches Buch über die Zeit der Tudors. Die Vereinigung von Krimi und historischem Roman ist der Autorin gut gelungen und ich werde es gerne weiterempfehlen.
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am 28. August 2011
Über Elizabeth I. hat man gelesen und wunderbare Verfilmungen mit Cate Blanchet sehen dürfen. Es gab einen Mann, einen guten Freund und zwar Robert Dudley? Er durfte sich Hoffnungen auf ihre Hand machen, doch es gab ein Problem. Robert Dudley war verheiratet mit Amy Robsart.
Am o8. September 1560 wird seine Frau am Fuße einer Treppe tot aufgefunden. Niemand kann erklären wie sich der Treppensturz ereignet hat. Das reizt zu Spekulationen und Robert Dudley gerät unter Mordverdacht. Wollte er seine Frau loswerden, um für Elizabeth I. frei zu sein? Ist er so weit gegangen? Wer hat Schuld auf sich geladen oder war es vielleicht nur ein Unglücksfall?
Es drängt sich die Frage auf, wie Elizabeth I. mit dieser Situation umgehen wird. Sie muss an den Thron denken, doch kann sie Robert Dudley vergessen?
Tom Blount, Robert Dudleys bester Freund, muss sich ebenso der Mordfrage stellen. Er nimmt die Bürde auf sich und geht nach Oxfordshire, um die Wahrheit über den Tod Amy Robsarts heraus zu finden. Dabei bewegt er sich auf dünnem Eis, weiß er nur zu gut, welch heikle Folgen das Ergebnis seiner Untersuchungen für Robert, aber auch für ihn selbst haben könnte.
Elizabeths I. treu ergebene Gouvernante, Kat Ashley ist ebenso interessiert daran die Wahrheit heraus zu finden. Dafür ist sie bereit jeden Preis zu zahlen. Es zählt nur ein Mensch bei der ganzen Angelegenheit, Elizabeth I..
Die Bestseller-Autorin Tanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, hat im Alter von 8 Jahren begonnen Geschichten und Gedichte zu schreiben und bereits 1987 in einem Jugendliteraturwettbewerb gewonnen. Sie hat Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft studiert und über Lion Feuchtwangers Auseinandersetzung mit dem Thema Macht promoviert.
1990 erschien ihr erster Roman 'Wahnsinn, der das Herz zerfrisst'. Es folgte 'Die Löwin von Aquitanien'. Tanja Kinkel erhielt für diese beiden Romane den Förderpreis des Freistaates Bayern für junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Ihr erfolgreicher Roman 'Die Puppenspieler' wird von Ziegler Film verfilmt.
Ihr soziales Engagement gilt Brot und Bücher e.V., einer Kinderhilfsorganisation, die Tanja Kinkel 1992 gegründet hat.
Das Elisabethanische Zeitalter fasziniert die Menschen bis heute. Elisabeth I. ist eine schillernde Figur ihrer Zeit. Die Menschen in ihrer Nähe waren nicht weniger interessant. Unweigerlich stößt man auf Robert Dudley, der näher an einer Ehe mit Elizabeth I. war, als irgendein anderer Mensch. Doch er war verheiratet mit Amy Robsart. Eine junge Frau die, unter bis heute ungeklärten Umstanden, ums Leben kam und gerade deshalb zu vielen Spekulationen Anlass gab. In 'Im Schatten der Königin' stellt Tanja Kinkel ihre Version der Geschichte vor. Ein historisches Ereignis, ein Kriminalfall aus vergangenen Zeiten, der nie aufgeklärt wurde.
Hier bietet sich ein Roman an, der die Fans der historischen Romane ebenso begeistert, wie auch Krimifans und all jene, die an der Wahrheit interessiert sind. Zu empfehlen ist dieses Buch auch den Anhängern Elizabeth I., da der Mordfall untrennbar mit Elizabeths I. Leben verbunden ist. Was ist faszinierender, als eine wahre Begebenheit, die über Jahrhunderte hinweg Anlass zu wilden Spekulationen bietet. Hier darf der Leser sich seine Meinung zu den Ereignissen bilden und bekommt eine mögliche Version in bester Romanform geboten. Tanja Kinkel beleuchtet eine Szene der Geschichte, die bis heute im Dunkeln liegt und legt einen Fokus auf Amy Robsart. Dadurch gibt sie dieser Frau ein wenig mehr Raum in der Geschichte und lässt sie nicht in Vergessenheit geraten. Tanja Kinkel hat Thomas Blount eine wunderbare Erzählstimme gegeben, der man interessiert folgt und auch Kat Ashley trägt ihren Teil dazu bei.
Das Buchcover ist erwähnenswert und fängt den Grund der Erzählung ein. Es zeigt Amy Robsart, wie sie am Fuße der Treppe liegt, mit einer Haube auf dem Kopf, die im Originalbild von William Frederick Yeames fehlt. Das mag Hinweis genug sein, aber lesen Sie doch selbst.
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am 29. Juni 2010
Tanja Kinkel, Großmeisterin des historischen Romans, hat wieder einmal die Zutaten für eine intensive Geschichte voller lebenspraller Figuren einer vergangenen Epoche in die Hände genommen.

Die Königin, Elisabeth die I. von England (1533-1603), ist eine der wesentlichen Zutaten dieses dichten und gelungenen Romans. Ihr Jugendfreund Robert Dudley, vertraut und eng verbunden mit Elizabeth, ist die zweite, wesentliche Zutat.
Geht die Beziehung zwischen der jungen Königin in ihren noch nicht gefestigten
Machtverhältnissen über eine enge Freundschaft hinaus? So weit hinaus, dass ein Mord denkbar wäre, um einander nahe sein zu können?

Die Öffentlichkeit glaubt dies auf jeden Fall und so ist das Urteil über Robert Dudley in der öffentlichen Meinung umgehend gefällt, als die dritte, wichtige Zutat in das Buch eingewoben wird. 1560 findet man die, seit langem, kränkelnde Ehefrau Dudleys, Amy, mit gebrochenem Genick am Fuße einer Treppe. Schnell werden die Stimmen lauter, die Robert Dudley und sogar die Königin selbst als Drahtzieher hinter dem Tod der jungen Frau vermuten. Um die Bahn frei zu machen für ihre intime Verbindung.

Roberts bester Freunde Tom Blount übernimmt die Untersuchung des Todes von Amy Dudley. Kat Ashley, Gouvernante und Beschützerin der Königin beginnt ihrerseits auf ganz eigenen Wegen der Wahrheit auf den Grund zu gehen.
Mord oder Unfall? Viel steht auf dem Spiel, zumindest das Leben Robert Dudleys, aber auch der Thronanspruch Elizabeths beginnt zu wanken. Und so machen sich die beiden ganz verschiedenen Ermittler auf ihren Weg.

In ständigem Wechsel der Perspektiven tauchen beide jeweils aus ihrer Richtung und mit ihren Möglichkeiten hinein in einen sich immer weiter verstrickenden Sumpf von Intrigen, Machtansprüchen, Bestechung, Drohungen und Einschüchterungen auf allen Seiten.

Tanja Kinkel versteht es, die handelnden Personen in ihrem Wesen einzufangen und die vielen Querverbindungen, gegenseitigen Abhängigkeiten und die Ränkespiele der Macht treffend in den Raum zu heben. Sprachlich flüssig und souverän zeichnet sie sich ebenfalls durch ihr großes Wissen der Epoche aus und vermag es, das alltägliche und höfische Leben im England des 16. Jahrhunderts in kräftigen Farben vor Augen zu führen.

Diese lebendig geschilderte Blaupause ergibt den Hintergrund für die lange unklar bleibende Auflösung der Geschehnisse um den Tod von Amy Dudley. Eine Auflösung, für die die eigentliche Hauptfigur der Geschichte, Tom Blount, Kopf und Kragen riskieren muss.

Detailgespickt, authentisch geschildert und mit vielen Verwicklungen versehen bietet der Roman nicht nur eine anspruchsvolle Kriminalgeschichte, sondern ebenso einen intensiven Blick auf eine vergangene Epoche und auf das Wesen menschlicher Machtgelüste. Empfehlenswert, wenn auch Geduld vonnöten ist, all den Verzweigungen und all der Ränkespiele zu folgen.
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am 11. Oktober 2011
Wieder einmal entführt die Schöpferin dieser Geschichte, Tanja Kinkel, ihren Leser zurück in die Vergangenheit mit ihrem Buch "Im Schatten der Königin". Zum Thema hat der Roman den Skandal um den mysteriösen Tod der jungen Amy Dudley, Ehefrau des Günstlings Robert Dudley. Seine Gönnerin ist niemand anders als Elizabeth I., eine Überlebenskünstlerin und Vollblutpolitikerin, doch sie ist in diesem Buch nur eine Randfigur - Hauptfigur ist Thomas Blount, die rechte Hand von Robert Dudley, und auch Kate Ashley, die Gouvernante der Königin, bekommt eine kleine, aber wichtige Rolle. Diese Charaktere ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen, denn die geschichtlichen Randfiguren eröffnen eine eigene Perspektive und geben der Autorin die Freiheit sie individuell zu gestalten, da sie eher unbekannt sind.

So wird Tanja Kinkel die Möglichkeit gegeben Fäden aus Liebe, Eifersucht, Rache und Macht mit historischen Fakten zu kombinieren und den Leser damit einzufangen. Als Zusatzmaterial erwarten ihn am Ende des Buches die Genealogien der drei beteiligten Familien und ein Nachwort der Autorin, in dem sie nochmals auf ihre Quellen verweist.

Eins ist klar, Tanja Kinkel wird auch mit diesem Buch ihrem Ruf mehr als gerecht: Eingetaucht in eine andere Zeit, erwartet den Leser ein spannender Roman, der mit nur ein paar historischen Fakten und einem Handlungsspielraum von wenigen Tagen den Leser zu faszinieren weiß.
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am 22. Oktober 2012
England im Jahre 1560: Die junge Amy Robsart ist tot, und das ganze Königreich scheint den Täter bereits zu kennen: ihren Ehemann Robert Dudley, dem ein Streben nach der Hand Königin Elizabeths und deren Krone nachgesagt wird. Robert selbst beauftragt seinen engsten Vertrauten - Tom Blount - mit der Aufgabe, die Umstände des Todes seiner Gemahlin aufzudecken und dadurch den bösen Gerüchten ein Ende zu setzen.
Tanja Kinkel hat mit „Im Schatten der Königin“ einen höchst unterhaltsamen historischen Kriminalroman zu Papier gebracht. Aus der Perspektive Tom Blounts in der Form des Ich-Erzählers geschrieben, zieht die Geschichte ihren Reiz aus den zahlreichen, mit sprachlicher Brillanz und viel Wortwitz verfassten Dialogen, die den Leser über gut 400 Seiten allmählich der Auflösung des Falles näher bringen, und an deren Ende die Autorin eine plausible Erklärung für die bis heute in der Geschichtswissenschaft umstrittene Ursache für den Tod Mary Robsarts liefert.
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am 27. März 2010
Zum Inhalt ist ja bereits einiges gesagt worden, daher möchte ich gern meinen Eindruck wiedergeben.
Zum einen: Ich habe mich mit der Lektüre nicht immer leicht getan, daher fällt es mir eher schwer dieses Buch zu bewerten, zumal ich für meine Verhältnisse sehr lange gebraucht habe, um es zu Ende zu lesen.
Zum anderen: Es gab einige negative Aspekte, aber ebenso positives....
Insgesamt ist es für mich ein durchaus schwierig zu bewertendes Buch.
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Direkt am Anfang hat mir ein Druckfehler den Spaß verleidet. Die Irritation hat leider dazu geführt, dass das Interesse und die positive Ausgangssituation etwas gelitten haben. Thomas Blount erzählt, obwohl er laut Stammbaum tot sein müsste. Mir ist unverständlich, wie solch ein Fehler passieren kann. Wäre der Fehler zum Sterbedatum einer 'Nebenfigur' passiert, ließe sich dies übersehen, so aber bezogen auf einen der Hauptdarsteller ist es ärgerlich und nicht nachvollziehbar!
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Im Verlauf des Romans haben mir die Zwischenspiele der Gouvernante Kat Ashley gut gefallen, diese fand ich unheimlich interessant, weil sie Königin Elizabeth näher gebracht und beleuchtet haben.
Die Kapitel aus Thomas Blounts Sicht waren manchmal etwas schwerfällig. Die kriminalistische Herangehensweise - und somit der kriminalistische Aspekt des Romans - an den Tod von Amy Dudley hat mir aber gut gefallen.
Manchmal hat mich der Roman doch in seinen Bann gezogen, aber leider immer nur zeitweise. Besonders schwer fiel mir der Einsteig ebenso wie die Tatsache, dass ich von den Tudors so gut wie nichts wusste. Die Erwähnung vieler Namen machte es mir schwer, mich zurecht zu finden. Teilweise habe ich mir Informationen besorgt, um ein besseres Verständnis zu kriegen, was dazu führte, dass ich mich für die geschichtlichen Fakten und Zusammenhänge zu interessieren begann. Dieses ist schon mal ziemlich klasse, wenn ein Buch das schafft!
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Die Sprache ist durchweg gut, elegant, schön sowie ansprechend und in der erzählerischen 'Oberliga' einzuordnen; in jedem Fall positiv hervorzuheben. Leider reicht dies für mich aber nicht, da mich der Roman nicht 'vom Hocker gerissen hat' und mir die Spannung nicht offensichtlich und durchgängig genug war. Es fehlte mir die ausführlichere Darstellung des Lebens der Menschen zu der damaligen Zeit. Ich konnte nicht 'eintauchen', wie ich dies bei anderen historischen Romanen bereits erlebt habe.
Nebenbei: Der Roman hat jedoch mein Interesse an historischen Romanen wiederbelebt, so dass ich beschlossen habe, bald mit der Lektüre von "Das Lächlen der Fortuna" von Rebecca Gablé zu beginnen und mich demnächst mit einem weiteren Roman von Tanja Kinkel zu versuchen: "Der Puppenspieler".
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Fazit: Tudor-Neulingen kann ich das Buch nicht empfehlen! Fans historischer Romane, am besten mit Vorkenntnissen, könnte dieser Roman durchaus gefallen.
Da es für mich ein ambivalentes Leseerlebnis war, vergebe ich gute 3 Sterne mit Abstrichen, aber auch Aspekten, die nach oben hin zeigen.
11 Kommentar|18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Amy Robsart schickt am 8. September 1560 all ihre Bediensteten zu einem Jahrmarkt. Als diese zurückkehren, finden sie ihre Herrin leblos am Fuße der Treppe vor. War es ein Unfall oder hat gar eine fremde Hand nachgeholfen? Tags darauf wird Tom Blount von seinem Vetter Robin Dudley nach Cumnor geschickt, um den Vorfall aufzuklären. Der Tod seiner Frau löst in England einen Skandal aus und das will er so schnell wie möglich bereinigen.

Wie so oft schreibt auch hier das Leben die besten Krimis. Tanja Kinkel hat dieses historisch belegte Geschehen in ihrem Roman verarbeitet. Dabei beleuchtet sie die möglichen Motive aus allen möglichen Perspektiven. Bekannt ist, dass der damalige Rittmeister der Königin ein besonders enges Verhältnis zu ihr hatte. Bekannt ist auch, dass Elizabeth I. seine Frau nicht an ihrem Hof haben wollte. Nun liegt eben diese Dame mit gebrochenen Genick am Fuße einer Treppe auf dem Landsitz Cumnor. Die Bevölkerung musste daraus schließen, dass ihr Tod geplant war. Eine Heirat zwischen Robin und Elizabeth war nun nicht mehr denkbar.

Doch über allem steht die Frage, was sich tatsächlich zugetragen hat. Hatte Amy jemanden treffen wollen und keiner ihrer Dienstboten sollte davon wissen? Hat sie womöglich selber Hand an sich gelegt, weil ihr die wiederkehrenden Schmerzen in ihrer Brust unerträglich wurden? Zu Wort kommen bei dieser Untersuchung die damaligen Hausbewohner und allen voran Kat Ashley, die Kammerzofe von Elizabeth. Die Autorin verschafft den Beteiligten nach 450 Jahren Gehör und kommt zu einem logischen, aber dennoch überraschenden Schluss. Sprachlich der Zeit überaus angepasst und mit unterschwelligem Humor aufbereitet, kann man so die vergangene Zeit miterleben. Amy Robsart verschied nun nicht mehr einfach tragisch, sondern nimmt gerade dadurch Einfluss auf das private Glück der mächtigen Königin. Akribisch recherchiert wie eine Dokumentation, steht dieses Buch im Bezug auf Spannung in einem Krimi in nichts nach. Besser hätte man sich einen fiktiven Fall in der Tudorzeit nicht ausdenken können.
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am 9. Januar 2015
Historische Kriminalromane sind seit vielen Jahren in Mode, und die Idee, aus einen ungelösten historischen Fall einen Kriminalroman zu schreiben, ist nicht neu. (Wobei anzumerken ist, dass viele dieser ungelösten historischen Fälle nur angeblich ungelöst sind.)

Der Fall um Amy Robsart dürfte allerdings zu jenen Kriminalfällen gehören, die bis heute tatsächlich ungelöst sind und zu denen es unterschiedliche Auflösungstheorien gibt. Abgesehen davon finde ich es aber auch vorstellbar, dass Robert Dudley vielleicht tatsächlich jemanden mit Ermittlungen beauftragt haben könnte.

Tanja Kinkel ist eine Autorin, die seit mehr als zwanzig Jahren regelmäßig publiziert, wobei ich finde, dass die Qualität ihrer Romane schwankend ist, aber stets ein gewisses Niveau hält. (Ein Werk, das ich eindeutig als schlechten Trivialroman oder (Drei-)Groschenroman einstufen würde, habe ich bisher von ihr noch nicht gelesen.)

"Im Schatten der Königin" gehört (mein Eindruck) zu ihrem besten Werken und funktioniert besonders als Whodunit. Dass mit Thomas Blount der "Privatermittler" weder besonders fähig noch sehr "clever" ist, fand ich recht unterhaltsam. (Zum Glück bekommt er Hilfe, und die hat er notwendig!)

Robert Dudley als "Hauptverdächtiger" ist auch sehr gelungen, einerseits kommt er, nicht zuletzt, da ihm der Erzähler Thomas positiv gesinnt ist, recht sympathisch rüber, andererseits ist er aber undurchsichtig genug, dass vorstellbar ist, dass er Amy tatsächlich ermordet haben könnte.

Die Einschübe um Kate Ashley sind wohl dazu da, um auch die Sicht Elizabeth einzubauen. Kinkel zeichnet ein ganz anderes Bild von ihr als die aktuellen englischen Romanautorinnen, die zurzeit im deutschen Sprachraum publiziert werden / wurden. Ihre Elizabeth ist durchaus sympathisch, und der Konflikt, in dem sie sich befindet, nachvollziehbar.

Ein weiterer Pluspunkt ist auch die Figur Amy Robsart, die hier einmal nicht als armes Hascherl oder hilfloses Opfer dargestellt ist, ohne dass sie gleich zur Negativfigur gemacht würde.

Auch wenn ich nicht glaube, dass Kinkels Auflösung des Kriminalfalls Amy Robsart tatsächlich historisch zutrifft, ist diese sehr gelungen. Sie ist einerseits originell genug, um zu überraschen und andererseits schlüssig aus den bekannten Fakten entwickelt.

FAZIT: Eine Leseempfehlung für einen sehr gelungenen historischen Kriminalroman (Whodunit), verdient eindeutig eine Chance
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