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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "interessantes" Leben im beinahe chinesischen Sinne
Es gibt die Idee, dass "Mögest Du in interessanten Zeiten leben" der bösartigste Fluch ist, den sich ein Chinese vorstellen kann. Und genauso könnte einem das Leben Doug Parkers erscheinen, der nach dem Unfalltod seiner Frau einfach nicht aus seiner Trauer heraus findet.

Der Erzähler ist traurig, wütend und wirkt vom Leben geschlagen,...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2007 von K. Beck-Ewerhardy

versus
25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "P.S. I love you" für Männer
Der 29jährige Doug ist am Boden zerstört. Seine Frau Hailey, die er so geliebt hat, ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen - und weil Hailey so viel älter war als er, "erbt" er auch noch einen Stiefsohn, Russ, der gerade mitten in den Wirren der Spätpubertät steckt und sich hauptsächlich durch Schlägereien und Drogenkonsum...
Veröffentlicht am 20. November 2007 von Valentine


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "interessantes" Leben im beinahe chinesischen Sinne, 22. Oktober 2007
Von 
K. Beck-Ewerhardy "kgbeast" (Moers) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Es gibt die Idee, dass "Mögest Du in interessanten Zeiten leben" der bösartigste Fluch ist, den sich ein Chinese vorstellen kann. Und genauso könnte einem das Leben Doug Parkers erscheinen, der nach dem Unfalltod seiner Frau einfach nicht aus seiner Trauer heraus findet.

Der Erzähler ist traurig, wütend und wirkt vom Leben geschlagen, aber langsam arbeitet er sich - mit ein wenig Hilfe - aus seinem Tief heraus, bis er schließlich einen Weg findet sein Leben weiterzuleben.

Mir persönlich hat dieses Buch sprachlich und auch erzählerisch sehr gut gefallen. Eigentlich ist Doug eine eher positiv eingestellte Person, die immer wieder aus ihrem eigenen Schmerz heraus versucht lebensbejahend zu sein, was sich besonders in seinen Kolumnen zum Thema zeigt. Er stellt viele psychologische Mechanismen der Trauerarbeit in Frage und auch im Zusammenhang mit anderen Beziehungsmomenten lässt er viele gängige Klischees ins Leere laufen. Dabei bleibt das Buch insgesamt eher leichtfüßig, so dass die Leserinnen und Leser sich ständig in einem Spannungsfeld zwischen Mittrauern und laut lachen bewegen. Sehr interessant - im eher europäischen Sinne.
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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsamer Roman zum Thema Trauerbewältigung, 20. September 2007
Als Dougs Frau Hailey bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt, bricht für Doug eine Welt zusammen. Obwohl er mit einer leicht chaotischen aber unglaublich liebenswerten Familie gesegnet ist, die ihn mit allen Mitteln versucht aus seiner Lethargie zu reißen, kapselt Doug sich ein Jahr völlig ab, verbringt fortan seine Tage mit Trauern und ergießt sich in Selbstmitleid. Selbst als Haileys Sohn im Teenageralter aus erster Ehe, Russ, an falsche Freunde und auf die schiefe Bahn gerät, bleibt Doug zunächst teilnahmslos und das; obwohl er weiß, dass der Junge keine andere Bezugsperson außer ihm hat. Als Doug einige Zeit später aus purer Verzweiflung eine Affäre mit der verheirateten Nachbarin anfängt, beschließt Dougs resolute und einfühlsame Zwillingsschwester Claire, dass es nun genug sei, zieht kurzerhand bei ihm ein und liest ihm liebevoll aber direkt die Leviten. Außerdem versucht sie, eine neue Frau für ihren Bruder zu finden. Wird ihr die Umsetzung dieses Plans gelingen?

Meine Einschätzung:

Obwohl mein perfektes Leben" von Jonathan Tropper meiner Meinung nach, kein Meilenstein im großen Bereich der Belletristik geworden ist; der fliegende Wechsel zwischen den Zeitformen, denen sich der Autor bedient, für mich als Leser etwas gewöhnungsbedürftig waren und auch manche Textpassagen etwas vulgär anmuteten, hat es der Autor jedoch trotzdem geschafft, mich mit dieser bittersüßen, oftmals rabenschwarzen Tragikromanze, jenseits der Kitschgrenze, zu fesseln, denn die Geschichte über Doug und seine chaotisch, liebeswerte Familie ist mit viel Herz geschrieben. Viele Gedankengänge der Protagonisten, allen voran Dougs, rührten mich zu Tränen; um mich gleich darauf wieder zum Lachen zu bringen, wenn Dougs zynischer Humor für kurze Momente die Oberhand gewann. Die Alltagssituationen eines Witwers, die der Autor seinen Protagonisten Doug durchleben und durchleiden lässt, sind sehr realistisch beschrieben und regen zum Nachdenken an. Selten habe ich bisher ein Buch über Trauer und Trauerbewältigung lesen können, dass so gekonnt tiefgründig geschrieben ist und trotzdem nie zu schwermütig wirkt. Diese gekonnte Leichtigkeit, mit der dieser Roman trotz des schweren Themas aufwartet, hat mich in ihren Bann gezogen und mich sehr berührt.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman! (NG)
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "P.S. I love you" für Männer, 20. November 2007
Der 29jährige Doug ist am Boden zerstört. Seine Frau Hailey, die er so geliebt hat, ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen - und weil Hailey so viel älter war als er, "erbt" er auch noch einen Stiefsohn, Russ, der gerade mitten in den Wirren der Spätpubertät steckt und sich hauptsächlich durch Schlägereien und Drogenkonsum hervortut.

Um Doug aus seiner Erstarrung zu lösen, tut seine resolute Zwillingsschwester Claire ihr Möglichstes, und ganz langsam macht er den einen oder anderen Fortschritt ...

Zu Beginn gefiel mir das Buch nicht besonders, ich fand die zahlreichen Sexszenen und die ziemlich vulgäre Ausdrucksweise eher abstoßend als lustig. Mit der Zeit wurde der Stil etwas besser, als Doug nicht mehr nur an Hailey zurückdenkt, sondern langsam beginnt, sich wieder der Gegenwart mit all ihren großen und kleinen Katastrophen zu stellen: seinem demenzkranken Vater, der Mutter, die ihren Kummer mit Tabletten betäubt, seiner kleinen Schwester, deren Hochzeit mit einem Mann bevorsteht, den sie ausgerechnet bei der Totenwache für Hailey kennengelernt hat ... und natürlich Russ, einem wandelnden Problem.

Hätte hier nicht ein Mann die Hauptrolle inne, würde man wohl von Chick-Lit sprechen. Ein locker-flockiger Schreibstil, schräge Figuren, die alle mehr oder weniger eine Schraube locker haben, und letztendlich doch der große Familienzusammenhalt. Eine Art "P.S. I love you" aus der Männerperspektive.

Und ebenso wie das Buch von Cecelia Ahern war das hier nette Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Haileysche Komet..., 25. Oktober 2008
Von 
Bianca Wenzel (MKK, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Doug Parker ist 29 Jahre jung, Journalist und bereits Witwer. Seine Frau
Hailey starb vor einem Jahr bei einem Flugzeugabsturz. Seit dem Tod seiner
geliebten Frau leidet er und hat sich vom Leben komplett zurückgezogen.

Da steht die Polizei vor der Tür, mit seinem Stiefsohn Russ. Er ist total
zugekifft und wurde in eine Schlägerei verwickelt. Der Polizist berichtet,
dass das in der letzten Zeit öfter vorgekommen sei. Doug macht sich große
Sorgen, doch er hat Russ zurück zu seinem Vater Jim gegeben, weil er der
Verantwortung nicht gewachsen war.
Später steht ein großes Familienessen an, da Dougs kleine Schwester bald
heiraten wird. Doch ausgerechnet auf der Totenwache für Hailey lernte sie
ihren zukünftigen Mann kennen und Doug hasst die Vorstellung, dass Menschen
aus dem Tod Haileys' persönlichen Profit schlagen können. So hat er wenig
Lust auf das Familientreffen, doch seine Zwillingsschwester schleift ihn
mit. Sie hat sich bei ihm eingenistet, weil sie ihren Mann verlassen will
und dabei noch schwanger ist. Das Essen geht gründlich schief und man lernt
eine Familie kennen, wie sie wohl jeder irgendwie kennt, alle stellen ihre
eigenen Probleme als Nr.1 dar und jeder will besser vor dem anderen
dastehen.

Nach und nach erfährt der Leser, wie Doug und Hailey zusammengekommen sind,
was sie für ein Leben hatten und wie sehr Doug seine Frau vermisst. Sein
einziger Kontakt zur Außenwelt, fern ab von seiner Familie, ist eine
Kolumne in der Zeitung, für die er arbeitet. Er schreibt hier über sein
Leben als junger Witwer. Diese Kolumne erfährt großen Zuspruch und Doug
bekommt dadurch Anfragen von Verlagen und Talkshows, doch so weit ist er
noch nicht. Sehr gerührt ist Doug, als Russ sich ein Tattoo stechen lässt,
den Haileyschen Kometen. Auch wenn Hailey dies gehasst hätte, so rührt es
ihn doch zutiefst, wie Russ die Erinnerung an seine wundervolle Mutter
aufrecht erhält.
Claire nimmt ihrem Bruder eines Tages das Versprechen ab, dass er wieder
anfängt zu leben. Doch schafft sie es, die selber gerade privat in einem
Zwiespalt steckt, ihren Bruder wieder zum Lachen zu bringen? Kann Doug Mike
und Debbie verzeihen? Rutscht Russ auf die schiefe Bahn ab? Und was hat
Russ' Schulpsychologin Brooke in dieser Geschichte verloren?

In einer sehr bildreichen und humorvollen Sprache schreibt Jonathan Tropper
sehr flüssig und fesselnd über das Leben von Doug Parker, ein Jahr nach
dem Tod seiner Frau. 406 Seiten lesen sich weg wie nichts, man ist
emotional tief verbunden mit den Protagonisten, bei jedem auf eine andere
Art und Weise. Die Stilwechsel zwischen Erzählung, Emails sowie der Kolumne
von Doug lockern das Buch auf moderne Art und Weise auf.

'Mein fast perfektes Leben' ist eine wunderbare Geschichte für ein
Herbstwochenende unter der Decke mit Kakao, Kerzen und Schokolade. Es ist
eine Geschichte, die ein bisschen an 'P.S. ich liebe dich' und deren Humor
an Jan Weiler erinnert. Eine Geschichte zum Lachen und zum Weinen, manchmal
will man auch beides gleichzeitig. Es ist ein Buch, das man am liebsten in
einem Rutsch durchlesen möchte, weil es einen perfekt vom Alltagstrott
fernhält, die Probleme der Protagonisten sind absolut menschlich und jedem
vertraut. Man leidet mit Doug mit, hadert mit seiner Familie, bewundert den
Mut von Claire, kann Debbie und Mike nicht verstehen und hat Mitleid mit
Russ, der seine Mutter verlor und zu seinem gehassten Vater zurück muss.
Ein Buch zum Zurücklehnen und Genießen. Ein Buch über ein fast perfektes
Leben, das eben nur fast perfekt ist ' dafür aber perfektes Lesevergnügen
bietet.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfektes Hörbuch, 31. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Mein fast perfektes Leben (Audio CD)
Ich will es kurz halten. Zum Geburtstag geschenkt bekommen und total unwissend habe ich das Hörbuch zwischen zwei anderen angefangen. Und ich war komplett begeistert. Toller Erzählstil, toller Leser. Man wird hin und her geworfen zwischen Lachen und Weinen, Hoffen und Bangen, Trauer und Freude - ohne dass dabei irgendetwas aufgesetzt oder konstuiert wirkt. Besonders die Beobachtungen der Details im Leben eines in Selbstmitleid zergehenden Witwers sind zum totlachen pefekt - so perfekt wie das fast peferkte Leben.
Das tollste Hörbuch seit langem!! Uneingeschränkt und für jeden mit ein bisschen Hirn zu empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man kann es nicht aus den Händen legen.., 5. November 2007
.. endlich mal wieder ein Buch, dass ich an einem Tag.. na gut und eine Nacht.. durchgelesen habe. Ein sensibles Thema sehr gut verpackt. Doug hat seine Frau durch einen Flugzeugabsturz verloren. Nun dreht sich die Welt plötzlich anders als vorher. Er versucht seinen Weg zu finden.. und es unglaublich faszinierend, wie er das tut.. auf eine erfrischend andere Art und Weise als man sich das vorstellt. Er tritt dabei in viele Fettnäpfchen und man lernt ihn und seine Familie kennen. Die Personen wachsen einem ans Herz und man hofft irgendwann, dass jeder seine Mitte findet.
Ich finde den Schreibstil sehr schwungvoll... und auch die männliche Denkweise ist wirklich klasse. Eben nicht nur Herz und Schmerz gepaart mit viel Schmalz.. wie in solch Büchern oft üblich, sondern realistisch und mit einem Augenzwinkern.
UNBEDINGT LESEN!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "perfektes" Buch über Männer, Frauen, Familie und Gefühle, 12. September 2007
Von 
BerndP "berndp" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Schon die ersten drei Romane von Jonathan Tropper haben mir ausgesprochen gut gefallen - aber mit "Mein fast perfektes Leben" hat der Mann wirklich einen Höhepunkt erreicht. Er erzählt die Geschichte von einem ganz normalen Mann, der eher ein Sixpack trinkt, als eins am Bauch zu haben, und der im Gegensatz zu so vielen anderen Romanhelden eben nicht besonders cool, besonders abgefuckt oder besonders irgendwas ist. Nein, Doug ist ganz normal - bis zu dem Tag, als seine Frau bei einem Flugzeugabsturz stirbt (das darf man verraten, passiert auf den ersten Seiten). Doug igelt sich in seiner Trauer ein ... und Jonathan Tropper erzählt darüber auf wirklich wunderbare Art und Weise. Er macht dabei nicht den Fehler, Doug unbedingt über-sympathisch darzustellen, im Gegenteil: Der Mann hat zum Teil krasse Ansichten, man möchte ihn packen und schütteln ... und gleichzeitig ein Bier mit ihm trinken gehen, um ihn aufzuheitern und ihm zu sagen: "Komm, es wird schon wieder ..." Genau dies tut nun, ein Jahr nach dem Tod seiner Frau, seine Familie, insbesondere seine Zwillingsschwester (klasse Frau!) und sein Stiefsohn Russ. (Und dann gibt es da auch noch Dougs Mutter - der Hammer!) Aber das ist natürlich alles nicht so einfach für Doug - und für den Leser unterhaltsam, sehr witzig und dabei doch immer tiefgründig. "Mein fast perfektes Leben" hat mich mehr als einmal sehr laut zum lachen gebracht und mich trotzdem immer wieder so berührt, dass ich Tränen in den Augen hatte. Jonathan Tropper ist ein Autor, der es versteht, seine Leser glücklich zu machen - und "Mein fast perfektes Leben" ein Buch, das ich mit großer Sicherheit sehr oft verschenken werde.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tragikkomische Trauerbewältigung, 4. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Mein fast perfektes Leben (Audio CD)
"Ich hatte eine Frau. Ihr Name war Hailey. Ich habe sie verloren. Und mich dazu." Das ist Dougs Mantra. Doug hat Angst, das Andenken an Hailey zu beschmutzen, wenn sein Leben nach einem Jahr Trauer jetzt allmählich mal wieder weitergehen soll, wenn er nach Hailey irgendetwas Neues anfängt, egal ob beruflich oder privat. Er versucht, sein Leben in dem Zustand einzufrieren, indem Hailey ihn verlassen hat und schafft es so nicht einmal, ihre Wäsche in den Schrank zu hängen.

Ironisch, rührend und offenherzig plaudert der Kolumnist Doug über die Probleme des Witwerdaseins. Jonathan Tropper beweist, wie schon andere vor ihm, dass das Thema Trauerbewältigung leichtfüßiger Unterhaltung nicht unbedingt im Wege steht. Er verknüpft Selbstironie und einen lockeren Erzählstil mit einer ernsten Thematik und schafft dabei einen Balanceakt. Mal rührend, mal komisch, erzählt er eine Geschichte, die trotz des allgegenwärtigen Themas Tod, vor Leben strotzt.

Die Zutaten sind stimmig und garantieren einen gewissen Unterhaltungswert. Ein selbstironischer, tragikkomischer Protagonist, eine schräge, aber sympathische Familie, in der jeder seine ganz eigenen Macken hat und sich so manche interessante Verwicklung ergibt. Es ist vor allem auch Jonathan Troppers Erzählstil, der die Würze des Ganzen ist. Er verknüpft Ernsthaftigkeit mit einem gewitzten Erzählstil, der zu keiner Zeit Gefahr läuft, das Ganze ins Lächerliche zu ziehen. Treffsicher entblättert er das Seelenleben seiner Protagonisten und macht sie so für den Leser/Hörer begreifbar. Er erzählt eine Geschichte, die immer wieder ihre rührenden Augenblicke hat, ohne dass er dabei ins Kitschige abzudriften droht. "Mein fast perfektes Leben" wird dadurch zu einem wirklichen Genuss.

Natürlich läuft eine solche Geschichte am Ende immer Gefahr in einem kitschigen Friede-Freude-Eierkuchen-Ende zu gipfeln. So ergeht es beispielsweise auch Lolly Winston mit "Himmelblau und Rabenschwarz", die es am Ende dann doch etwas zu gut mit ihrer gebeutelten Hauptfigur meint. Auch bei Jonathan Tropper habe ich diesen Effekt befürchtet, doch zieht der Autor sich geschickt aus der Affäre. Er lässt am Ende einige Punkte offen. Man kann sich denken, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, aber die Tatsache, dass Tropper am Ende doch nicht zum großangelegten Happy End ansetzt, lässt der Fantasie angenehmen Spielraum.

Besonders lohnenswert ist "Mein fast perfektes Leben" als Hörbuch. Als Sprecher wurde der Schauspieler Sebastian Blomberg verpflichtet, der eine wunderbar sympathische, warme und ruhige Erzählstimme hat und trotz seiner eigentlichen sehr ruhigen und gleichmäßigen Erzählweise dazu in der Lage, die Geschichte wunderbar mit Leben zu füllen.

FAZIT: "Mein fast perfektes Leben" ist ein schöner Unterhaltungsroman, der eine ernste Thematik mit viel Feingefühl und einer humorvollen Note rüberbringt. Freunde der leichtfüßigen Unterhaltungsliteratur können getrost zuschlagen und dürften an Jonathan Tropper ihre Freude haben.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltung vom Feinsten !, 21. September 2007
Ich hatte eine Frau. Ihr Name war Hailey. Ich habe sie verloren - und mich dazu.
Dies ist das persönliche Mantra des Protagonisten Douglas Parker in Jonathan Troppers Roman Mein fast perfektes Leben. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen schildert der Autor die schmerzvolle Zeit eines jungen Mannes nach dem Tod seiner Ehefrau.

Doug Parker steht ein Jahr nach diesem traumatischen Erlebnis noch immer vor dem Trümmern seines Lebens, lebt einsam in seiner Trauer in den Tag hinein, säuft und jagt Kaninchen in seinem Vorgarten. Er hat sich vom Leben völlig zurückgezogen und will eigentlich nur noch seine Ruhe, vor dem ganzen Mitleid und den Bemühungen seines Umfelds ihm zu helfen, während er in seinem Selbstmitleid versinkt. Das Schicksal jedoch meint es anders mit ihm und reißt ihn zusehends aus seiner Lethargie. Es beginnt damit, dass Doug wieder Lust auf Sex verspürt, was ihn zunächst in tiefe Gewissenskonflikte bringt. Dann ist da auch Haileys Sohn, der nun bei seinem ungeliebten leiblichen Vater leben muss, aber eigentlich nur bei Doug leben möchte, der Einzige der seine tiefe Trauer teilt. Da ist seine, nun sagen wir, leicht dominante Zwillingsschwester Claire, die trotz ihrer mannigfaltigen eigenen Probleme, dass Leben ihres Bruders wieder hin zur “Normalität” führen will; und seine liebenswert chaotische Familie, jeder mit seinem eigenen Päckchen, aber liebevoll an seiner Seite stehend.

Wie das Leben seines Protagonisten Doug Parker ist auch Jonathan Troppers Buch fast perfekt. Sein trockener Humor und seine plastischen Beschreibungen der aberwitzigsten Situationen hat mich Tränen lachen und die Tragik seiner liebenswerten Charaktere Tränen weinen lassen. Er schafft es einfach anzurühren. Sein Schreibstil ist einzigartig und mitreißend. Ich konnte mich kaum von dem Buch lösen und habe es in Rekordzeit und in Nachtschicht verschlungen. Ein wunderbares Buch, dass mich bestens unterhalten hat!

Einziger Schönheitsfehler: Gegen Ende schießt die Story ein wenig über das Ziel hinaus, wie es eben oft bei amerikanischen Autoren passiert. Das Ende muss immer fulminant und dramatisch sein. Ein ruhigeres und unspektakuläreres Ende hätte den Roman zu einem der Besten überhaupt gemacht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Steigert sich nach mattem Beginn gewaltig, 6. Januar 2009
Dies ist der dritte Roman des Autors, welcher in Zeit für Plan B" die Qualität seines bemerkenswerten Erstlingswerkes Der Stadtfeind Nr.1" nicht halten konnte. Zunächst scheint sich diese absteigende Qualität auch in seinem neuesten Roman anzudeuten: Der Beginn ist müde, es fehlt an Esprit. Das liegt auch daran, dass man fast das Gefühl hat, Tropper scheinen die Ideen ausgegangen zu sein. In der Tat setzt sich der Protagonist zu Beginn kaum von den Charakteren der anderen beiden Romane ab. Allmählich steigert sich der Roman aber und spätestens zur Hälfte hat er einen richtig gepackt. Die Figuren werden einem wieder so vertraut und sympathisch, wie man es aus Troppers vorherigen Werken kennt. Auch die Dialoge sind jetzt wieder frisch und authentisch statt aufgesetzt und langweilig. Nur der Humor bleibt dieses Mal etwas außen vor, die Handlung entlockt einem allenfalls kleine Schmunzler. Aber sie ist packend und emotional, speziell gegen Ende hin. Darum reicht es auch gerade noch zu vier Sternen
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