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47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Magie des wirklichen Lebens
Selten habe ich ein berührenderes Buch gelesen als dieses. Patti Smith, die Rock-Poetin, erzählt mit beeindruckender Aufrichtigkeit und grosser Nähe von ihrem Leben und ihrer Beziehung zu Robert Mapplethorpe (der später ein ziemlich berühmter Fotograf werden sollte). Die beiden jungen Leute lernten sich früh kennen, und hatten zu dieser Zeit...
Veröffentlicht am 30. März 2010 von Peter Steiner

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolles Buch, als Hörbuch leider nur mittel
Ich muss leider Punkte abziehen, weil mir persönlich die Lesung von Sophie Rois überhaupt nicht gefällt. Es ist sicherlich eine tolle Frau und bestimmt ist sie auch für bestimmte Bücher eine gute Vorleserin. Bei Patti Smith klappt es leider überhaupt nicht. Ihre Aussprache im Englischen ist eine Katastrophe und ihre Art zu lesen passt...
Veröffentlicht am 27. März 2011 von Annette Riestenpatt


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47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Magie des wirklichen Lebens, 30. März 2010
Von 
Peter Steiner - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Selten habe ich ein berührenderes Buch gelesen als dieses. Patti Smith, die Rock-Poetin, erzählt mit beeindruckender Aufrichtigkeit und grosser Nähe von ihrem Leben und ihrer Beziehung zu Robert Mapplethorpe (der später ein ziemlich berühmter Fotograf werden sollte). Die beiden jungen Leute lernten sich früh kennen, und hatten zu dieser Zeit nichts, ausser dem beidseitigem Wunsch, Künstler zu werden.

Patti Smith schreibt: "Ich ersehnte den Einlass in die Bruderschaft der Künstler: den Hunger, ihren Kleidungsstil, ihre Arbeitsweise und Gebete."

Und über ihn sagt sie: "Er war ein veschmitztes Kerlchen, dessen sorglose Jugend zart angehaucht war von der Begeisterung für alles Schöne."

Und diese beiden führte das Schicksal also zusammen. Da hatten sie zwar immer noch nichts, aber sie hatten sich.

Daraus wurde eine 22 Jahre andauernde Künstler-Freundschaft, bis zum Tode von Mapplethorpe im Jahre 1989. Es geht um Liebe, um zwei freiheitsliebende Künstlerseelen, Drogen, es geht um den Willen niemals aufzugeben, es geht auch um die Aufbruchsstimmung der 70er und 80er Jahre, es geht um berührende Momente und tiefe Einsichten - all dies findet man in diesem wunderbar geschriebenen Buch.

Das Buch beeindruckt durch Aufrichtigkeit, Präzision in den Beobachtungen und die grosse Gabe von Patti Smith, die verschiedensten Aspekte des Lebens auf erstaunliche Weise zusammenzubringen. So schreibt sie: "Bei Robert wurde genau zu dem Zeitpunkt Aids diagnostiziert, als ich erfuhr, dass ich mit meinem zweiten Kind schwanger war. Es war Ende September 1986, und die Äste der Birnbäume bogen sich vor Früchten." Alles ist da beisammen. Leben und Tod, Glück und Trauer, Banales und grosse Tragödie. In zwei schlichten, einfachen Sätzen. Ich kenne nicht viele Bücher, die so voller Leben sind - so schonungslos und so feinsinnig zugleich. Das Buch mag zur Mitte hin zwar ein wenig durchhängen und an Intensität verlieren, aber als Ganzes finde ich es eine schöne Bereicherung.

Patti Smith hatte Robert Mapplethorpe vor seinem Tod versprochen, dass sie ihre gemeinsame Geschichte aufschreiben werde - und sie hat Wort gehalten. Das Ergebnis ist einerseits ein wundervolles Zeugnis von Liebe und Freundschaft, aber gleichzeitig zeigt es auch den nie versiegenden Wunsch von uns Menschen, unseren eigenen Ausdruck und unsere Freiheit zu finden - und natürlich handelt es auch von den Schwierigkeiten, die sich dadurch immer ergeben. Mit dem Leben wie auch zwischen den Menschen.

Also wirklich ein wundervolles Buch.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Reise einer Freundschaft, 5. April 2010
So sanft und verbunden wie die Freundschaft zwischen Robert Mapplethorpe und Patti Smith war so zieht Sie den/die Leser/in in dieses Buch. Nicht spektakulär und nicht sensationslüstern. Mit einer umwerfenden Sensibilität beschreibt Patti Smith ihre Freundschaft zu Robert Mapplethorpe die bis heute besteht. Und nebenbei zeigt sie uns ein Bild des New York der 70 und 80 Jahre.
Man ist geneigt dies als Lehrbuch für Freundschaften zu empfehlen. Sie wird nie indiskret aber trotzdem verliert sie nicht ihre Ehrlichkeit und gibt dabei sehr viel preis.
Wenn man angefangen hat zu lesen kann man das Buch nicht mehr beiseite legen. Man liest einfach immer weiter. Ihre Sprache umgarnt den/die Leser/in ohne das man es selber bemerkt. Das läßt sich nicht verfilmen . Das geht nur im richtigen Leben.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben, Liebe, Freundschaft - the beat goes on, 8. Mai 2010
Ich kenne Patti nur von ihrem Hit "Because the night...", habe daher zuerst nur halbherzig im Buch geblättert, v. a., weil mich die Aufmachung des Covers sehr angesprochen hat; nach drei Seiten musste ich es kaufen und habe es anschließend verschlungen. Tolle Frau, spannende Zeit, ein interessantes Bild der amerikanischen Gesellschaft der 70-er Jahre!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Love, Poetry and Rock'n Roll, 25. Januar 2012
Man muss kein Patti Smith Fan sein oder ihre Arbeit kennen , um dieses Buch zu lesen. Ich selbst kannte nur ihren großen Hit "Because The Night" und habe es regelrecht verschlungen. Es ist ein Buch für Leute, die gerne (Künstler)Biographien lesen und die sich für Musik/Kunst im Allgemeinen interessieren. Schauplatz ist zum großen Teil das New York der späten 60er/frühen 70er; eine Zeit, in der sich nicht nur die Politik, sondern auch die Kunstszene sehr veränderte. Das Ende der "Hippie"-Zeit. In vielerlei Hinsicht auch das Ende des Idealismus. Es geht um Liebe, Sexualität, Kunst (Malerei, Poesie, Fotografie, Musik...), um Selbstfindung. Nüchtern geschrieben, und schön zugleich. Lesenswert!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolles Buch, als Hörbuch leider nur mittel, 27. März 2011
Ich muss leider Punkte abziehen, weil mir persönlich die Lesung von Sophie Rois überhaupt nicht gefällt. Es ist sicherlich eine tolle Frau und bestimmt ist sie auch für bestimmte Bücher eine gute Vorleserin. Bei Patti Smith klappt es leider überhaupt nicht. Ihre Aussprache im Englischen ist eine Katastrophe und ihre Art zu lesen passt irgendwie nicht zu der Geschichte des Buches. Hat leider den Hörgenuss ein bisschen gemindert.
Das Buch selbst, bzw. die Geschichte ist interessant und sie habt sich angenehm vom üblichen biografien-bla-bla ab. Patti Smith kann wirklich schreiben und sie hat etwas zu erzählen. Toll.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Poetisch Kraft, 29. Oktober 2012
Auch wenn man nicht in New York war, in diesen Zeiten: Patti Smith schafft eine fesselnde Atmosphäre und lässt die Kraft ihrer Poesie in die Beschreibung dieser eigenwilligen Freundschaft hineinfliessen. Die irritierende Lebendigkeit der Personen entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann und mag.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotionen, Kraft und Solidarität die beste Basis für eine Freundschaft die selten ist ..., 4. Juni 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Die Geschichte einer Freundschaft, die tiefe Einblicke in das Leben der beiden gibt. Es wird deutlich was Liebe und Freundschaft zwischen den beiden ausmacht: Kraft, Solidarität und viele Emotionen. Ein bewegendes Buch für alle, die sich näher mit Patti Smith, Robert Mapplethorpe, Kunst oder Musik beschäftigen möchten.
Mir persönlich hat es auch einige Anregungen für meine Bachelorarbeit gegeben (Thema: Musik in der Sozialen Arbeit).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Stück Zeitgeschichte, 11. April 2012
Pattie Smith ist Anfang 20 als sie den gleichaltrigen Robert Mapplethorpe in New York Ende der 60er Jahre kennenlernt. Sie werden ein Liebespaar und schlagen sich vortan mit wenig Geld und vielen Träumen und Visionen durchs Leben. Robert weiß genau, dass er Künstler ist und kämpft ums Bekanntwerden, Pattie ist sich noch nicht so sicher, was aus ihr werden soll. Sie schreibt, sie malt und mag auch Musik. Auf dem Weg zum Ruhm begegnen ihnen viele bekannte Persönlichleiten, die Pattie Smith alle überleben wird: Janis Joplin, Jimi Hendrix, Andy Warhol und Jim Morrison. Im berühmten Chelsea Hotel, in dem sie zusammen ein Zimmer beziehen, geht es langsam aufwärts und beide lernen die richtigen Menschen kennen, um ihren Weg zu finden.
Pattie Shmith beschreibt eine erst im Tod endende Freundschaft, die aus einer Liebesbeziehung entsteht, sehr sensibel, nie voyeuristisch und immer mit sehr viel Respekt. Es ist auch ein Stück Zeitgeschichte, denn als Leser fühlt man sich komplett hineinversetzt in das New York der 60er und 70er Jahre, man hört fast die Musik dieser Zeit im Hintergrund. Manchmal verliert sie sich ein bißchen im Detail, aber es ist ein wirklich tolles Buch über faszinierende Zeiten und einen faszinierenden Ausnahmekünster: Robert Mapplethorpe, dem sie immer versprochen hat, nach seinem Tod ihre gemeinsame Geschichte aufzuschreiben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielmehr als nur eine Biografie!, 7. Januar 2011
Von 
Cornelius Michels - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Patti Smith - weder als Poetin, Musikerin noch als Mensch dem mainstream zu zuordnen. Ihr Buch lebt von einer sehr authentischen und sensiblen Atmosphäre. Es ist eine Botschaft der Menschlichkeit.

Ihr Stil liest sich gut, ist nicht langatmig und im Verlauf des Lesens will man immer mehr wissen, wie es weiter geht.

Worum geht es inhaltlich? Es geht nicht allein um Patti Smith, sondern es geht um junge Menschen mit schlechten Startbedingungen, die mehr oder weniger allein versuchen sich ein eigenes Leben aufzubauen und dabei versuchen ausgetretene Pfade zu verlassen und zu neuen Horizonten vorzustoßen.

Das war auch damals, insbesondere in den USA, die richtige Zeit dazu. Der Hauptteil ihrer biografischen Schilderungen spielt in den 60er und 70er Jahren (Hippietime, Flowerpower, Rockmusik), wobei die Musik, vor allem ihre eigene Karriere als Rockmusikerin, wenig Raum einnimmt.

Im Mittelpunkt steht die besondere Freundschaft und Lebenspartnerschaft zwischen ihr und Robert Mapplethorpe. Und es wird relativ schnell deutlich, warum sie das Buch geschrieben hat, warum sie es sehr wahrscheinlich schreiben musste. Es ist ein tiefes und aufrichtiges Dankeschön an Robert Mapplethorpe, diesen für sie einmaligen Menschen, mit dem sie gemeinsam die ersten Schritte in die Selbstgestaltung ihres Lebens gegangen ist.

Deutlich beschreibt Patti Smith, daß die Anfänge materiell zu überleben, extrem schwierig waren. Aber das gemeinsame Bedürfnis nach Kunst und der gemeinsame Drang kreativ zu sein, war der starke Fixpunkt an dem sich beide festgehalten und immer wieder aufgerichtet haben.

Beschrieben wird die unterschiedliche künstlerische Entwicklung, die sich in einer dynamischen Zeit vollzog, die die alten Werte abstreifte und begierig nach neuen Werten war. In der pulsierende Künstlerszene von New York beginnen die ersten Kontakte zu den schon etablierten Künstlern. Ihre Rettungsinsel - die Zweierbeziehung - kommt in Kontakt mit anderen interessanten Persönlichkeiten und der enge Rahmen lockert sich. Man trennt sich, man geht eigene Wege, man experimentiert, man findet immer mehr sein eigenes Selbst und kommt auf anderen Ebenen wieder zusammen. Und bis zuletzt hält das innere Band, was aufgrund einer zufälligen Begegnung mal geknüpft wurde.

Wie bekannt, Patti Smith wird eine berühmte Rocksängerin und Robert Mapplethorpe ein anerkannter Fotograf. Die Welt für beide Künstler - jedenfalls was den Traum als Künstler zu leben betrifft - scheint in Ordnung zu sein. Ist sie nicht: Robert Mapplethorpe, der seine Homosexualität entdeckte und lebte, erkrankte und stirbt an AIDS.

Fazit: Fast ist man geneigt zu sagen: Schon wieder eine Biografie. Fast alle mehr oder weniger populären Künstler schreiben ihre Biografie. Warum nicht auch Patti Smith? Nein, das ist in diesem Fall überhaupt nicht zutreffend!

Dieses Buch hat eine seriöse menschliche Basis und wäre genauso lesenswert und bedeutungsvoll würde man Patti Smith durch einen x-beliebigen Namen ersetzen. Es geht um zwei junge Menschen, die sich ihre eigene Art von Leben erobern, die gemeinsam stolpern, sich gegenseitig stützen, immer wieder aufstehen, sich einander helfen und bereichern und letztlich ihre Individualität entwickeln.

Natürlich hat Patti Smith in ihrem Buch "Just Kids" auch viel von sich selbst erzählt, aber das eindeutig Primäre ist: Sie hat ihrem Freund Robert Mapplethorpe damit ein aufrichtiges und sehr feines Denkmal gesetzt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer etwas zu sagen hat, kann es auch erzählen, 15. Mai 2010
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Warum ich keine Biographien der B-Prominenz lese, wurde mir bei diesem wunderbaren Buch von Patti Smith wieder einmal klar. Wer wirklich etwas zu sagen hat, kommt auch nicht auf so einfältige Titel wie "Nichts als die Wahrheit". Und eine Künstlerin wie Patti Smith gibt sich auch nicht dazu her, am Firmament Sternchen entdecken zu wollen, deren schwache Lichtschimmer die Erde nie erreichen.

Patti Smith hat sich nicht an den Schreibtisch gesetzt, um den Gesetzen der heutigen Medienlandschaft Genüge zu tun. Ihr Buch ist die Einlösung eines Versprechens, das sie ihrer Jugendliebe Robert Mapplethorpe kurz vor dessen Tod gab. Mit seiner Bitte, die Geschichte ihrer Freundschaft in Worte zu fassen, scheint der berühmte Fotograf geahnt zu haben, dass die folgenden Generationen vergessen könnten, was wirkliche Freundschaft ausmacht. Nichts gegen Facebook und andere Netzwerke, mit denen sich der persönliche Freundeskreis künstlich aufblähen lässt. Aber wer dieses Buch gelesen hat, wird sich unweigerlich fragen, ob man seine kostbare Zeit nicht besser einem Menschen widmen sollte, den man liebt, als sie zum Sammeln oberflächlicher Beziehungen zu verschwenden.

Diese Liebeserklärung an einen verstorbenen Jugendfreund ist auch ein Bekenntnis zum Künstlertum und allem, was mit Berufung und Leidenschaft zusammenhängt. Liest man von den Entbehrungen, die Patti Smith und Robert Mapplethorp in Kauf nahmen, um ihre Träume zu verwirklichen und ihre Freiheiten zu behalten, kommen einem die medial inszenierten Weinkrämpfe unbegabter Möchtegernkünstler noch absurder vor. Nicht dass ich der Meinung bin, nur wer einen langen Leidensweg hinter sich habe, dürfe sich zum Künstler berufen fühlen. Aber wer an eine Idee glaubt und ihr zur Form verhelfen will, darf seine Entwürfe nicht gleich verwerfen, kaum tauchen die ersten Widerstände auf. Improvisieren zu können, heißt eben auch, mit den Zufällen und Widrigkeiten des Lebens zurechtzukommen.

Indem Patti Smith auch schonungslos über alle Schwierigkeiten von damals schreibt, verhindert sie eine Verklärung einer Epoche, der heute viele nachtrauern. Kreativität entsteht vor allem aus einer inneren Freiheit und nicht durch staatliche Förderprogramme und unbegrenzte Möglichkeiten. Wer in erster Linie auf Preise und schnelle Anerkennung schielt, unterwirft sich zwangsläufig gesellschaftlichen Zwängen, die den Verrat eigener Ideen schon in sich tragen.

Patti Smith erinnert ihre Leser aber nicht nur daran, dass Werte gelebt werden müssen, sondern erweist sich auch als große Poetin. Überraschend ist dies zwar nicht, wenn man ihre Songtexte kennt. Aber wie viele Musikerbiographien zeigen, sind Lyrik und Belletristik zwei verschiedene Formen. Obwohl sich Patti Smith in einige Längen verstrickte und den Spannungsbogen manchmal abreißen ließ, konnte sie meine Aufmerksamkeit mit wenigen Sätzen wieder wecken.

Mein Fazit: Da ich die Songs von Patti Smith ebenso liebe wie das fotografische Werk von Robert Mapplethorpe, war die Vorfreude auf dieses Buch groß. Vielleicht habe ich deshalb den deutschen Untertitel "Die Geschichte einer Freundschaft" auf dem Cover übersehen. Aber weil dieses Erinnerungsbuch auch eine wunderbare Hommage an wahre Freundschaft ist, hoffe ich, dass die deutsche Übersetzung auch möglichst viele Leser der Facebook-Generation erreicht.
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