Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren b2s Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
15
3,6 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 16. Juli 2009
Das Gehirn ist entgegen der häufig falsch verbreiteten Meinung formbar und zwar ein Leben lang. Auch im hohen Alter kommt es zur Bildung von neuen Neuronen.

Es wird in diesem Buch gezeigt, dass nicht einmal der IQ festgemeißelt ist, sondern in einem bestimmten Rahmen gesteigert werden kann und dass dieser nicht zwangsläufig mit größeren Leistungen einhergeht, wie zum Beispiel im Schachspiel, sondern dass die intensive Auseinandersetzung mit einer Materie am wichtigesten ist und auch nachweislich Spuren im Gehirn hinterlässt.

Das wichtigste Rezept für Erfolg ist hauptsächlich "Üben, üben, üben", bei 10.000 Stunden hätte man sich in einem beliebigen Bereich zum Experten gemustert.
Nahezu jeder hat persönlich schon diese Erfahrung gemacht. Wenn man als Anfänger einer neuen Aufgabe gegenübersteht, zum Beispiel einer neuen Sportart stellt man sich am Anfang ziemlich ungeschickt an, hat eventuell das Gefühl nie weiterzukommen und nach und nach wird man besser und kann mit den anderen mithalten.

Desweiteren wird der Leser näher in die Nuture-Nature-Debatte eingeführt, wobei sich die Wissenschaftler immer noch streiten, was angeboren und was durch Umwelt, üben und Erziehung entstanden ist. Fakt ist, dass jeder viel aus sich herausholen und sich auf einem Gebiet wesentlich steigern kann, wenn er nur genügend Stunden konzentrierten und intensiven Übens in eine Sache steckt. Etwas wie ein IQ-Gen, welches man hat oder nicht gibt es so in dieser Form nicht.

Der Autor hat viel Recherche betrieben, stützt und stützt sich bei seiner Argumentation auf anerkannte Studien.

Es werden Beispiele aus nahezu allen Bereichen herangezogen, mir persönlich hat sich der Autor hierbei ein bisschen zu sehr auf einzelne Sportarten bezogen.

Letztendlich hat das Buch allerdings keine Erklärung für die kurz eingeführten Inselbegabungen geliefert, welche anscheinend tatsächlich aus dem Nichts entstehen, nur zum Schluss erwähnt, dass diese wahrscheinlich im Zusammenhang mit Einbussen in anderen geistigen Bereichen einhergehen.
Desweiteren wurde überzeugend dargelegt, dass nahezu jeder alles lernen kann. Jedoch kamen nahezu nur Beispiele für sehr strukturierte, schablonenhafte Lerninhalte, auf kreatives Problemlösen, bei welchen Schablonen nichts mehr bringen und "geniale" Kunstwerke, welche wahrscheinlich mehr brauchen als nur viele, viele Übungsstunden, da hier auch emotionaler Ausdruck und eben Denken außerhalb von Schablonen mit einfließt (obwohl Üben hier wohl auch unerlässlich sind) wurde kaum eingegangen.
So wurde erwähnt, dass Experten wie Schachspieler in Schablonen denken und bei völlig neuen, sonst nicht auftretenen Kombinationen nahezu so ahnunglos sind wie Laien. So macht meiner Meinung nach aber gerade die schnelle Lösung und Erfassung unbekannter Situationen ein Genie aus. Geniale Mathematiker gelten nicht deshalb als genial, weil sie zum Beispiel schnell Kopfrechnen können und bekannte Probleme in allen Variationen schnell lösen, sondern weil sie kreative Lösungswege für sehr schwierige mathematische Probleme finden, was natürlich ebenfalls viel Beschäftigung und Üben mit der Materie mit einschliesst, aber meiner Meinung nach nicht alles ist.
Es wurde allerdings erwähnt, dass die Steigerung des Arbeitsgedächtnisses auch in anderen geistigen Bereichen föderlich ist, so wird hierdurch zum Beispiel der IQ gesteigert.

Das Buch ist einfach zu lesen und gibt einen guten Überblick über die Thematik und der Forschung in diesem Bereich.

Ein gut recherchiertes, einfach zu lesenes Buch, der Titel hält jedoch meiner Meinung nach nicht ganz was er verspricht, deshalb vier Sterne.
11 Kommentar| 34 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wer bin ich und wo ist mein Platz in dieser Welt? Wer darauf Antworten sucht, und das sind letztlich alle, beschäftigt sich auch mit der Frage, wie weit sein Leben bereits von den Genen festgeschrieben ist. Gibt jemand darauf so kluge, verständliche und in die Wissenschaft eingebettete Antworten wie Werner Siefer, sollten wir ihm zuhören. Zumal zu seinen Spezialgebieten Hirnforschung, Evolution und Anthropologie gehören und Siefer als Diplom-Biologe auch dort in die Tiefe gehen kann, wo andere nur an der Oberfläche kratzen. Das hat er bereits in seinem Buch "Ich. Wie wir uns selbst erfinden" bewiesen, das er zusammen mit Christian Weber verfasste.

Wer hat Erfolg und wer nicht? Was ist angeboren und was angelernt? Wie plastisch oder statisch ist unser Gehirn? Das sind alles Themenkreise, die leicht zu Glaubenskriegen führen können, auch in der Politik. Werner Siefer nähert sich möglichen Antworten sehr viel vorsichtiger als der amerikanische Erfolgsautor Malcolm Gladwell. Dem Leser weniger Sicherheit zu bieten, schlägt sich leider in den Verkaufszahlen nieder, macht mir aber den Autor umso sympathischer. Wo aus wissenschaftlicher Sicht der Konjunktiv angesagt ist, hält sich auch Werner Siefer mit klaren Aussagen zurück und überlässt es dem Leser, aus den Beispielen und zusammengefassten Ergebnisse Schlüsse zu ziehen. Vagheit kann allerdings dazu führen, dass man von Ideologen vereinnahmt und missbraucht wird. Diese Gefahr besteht bei Werner Siefers neuem Buch vor allem dort, wo es um die Unterscheidung von Persönlichkeitseigenschaften und Fertigkeiten geht. Das zeigt auch die Rezeption der Stanford Professorin Carol Dweck, deren Buch "Selbstbild. Wie unser Denken Erfolge und Niederlagen bewirkt" so interpretiert wird, dass menschliche Verhaltensmuster fast beliebig veränderbar sind.

Selbstverständlich bestreitet kein namhafter Neurologe, dass unser Gehirn ein plastisches, hoch dynamisches System ist, das sich bis ins hohe Alter verändern kann. Aber diese Plastizität betrifft vor allem Hirnareale, die für Fertigkeiten zuständig sind. Neuronale Muster jedoch, die unsere Persönlichkeitseigenschaften und damit unser Verhalten steuern, sind Änderungen gegenüber sehr viel resistenter. Dem widerspricht Carol Dweck ebenso wenig wie Werner Siefer. Aber da wir Menschen die Tendenz haben, nur das zu hören, was wir hören wollen, sollte ein Wissenschaftsautor diese Eigenart nicht zusätzlich fördern, indem er ein Buch mit dem Satz "Ein Genie steckt in jedem" beendet. Denn obwohl Werner Siefer immer wieder darauf hinweist, dass das autobiografische Gedächtnis etwas anderes ist als das Arbeitsgedächtnis, zweifle ich daran, ob dies auch wirklich gehört und verstanden wird. Immerhin spricht Siefer Klartext, wenn er sagt, dass die einfachen Formeln von Ratgeberbüchern blanker Unsinn sind.

Der Autor hat sehr viele aktuelle Studien gesichtet, Fachpublikationen verarbeitet und Experten besucht. Und die Schlüsse, welche er daraus zieht, stellt er in Bezug zum umfangreichen biografischen Material, das über so genannte Genies vorliegt. Selbst wenn sich viele Fragen beim gegenwärtigen Stand der Forschung noch nicht abschließend beantworten lassen, zeigen sich doch gewisse Tendenzen. So deutet vieles darauf hin, dass der Einfluss der Gene auf unsere Talente und Fertigkeiten weniger stark ist als bisher angenommen. Aber, und auch das müsste stärker betont werden, ohne Durchhaltevermögen und sehr viel Üben wird niemand zum Genie oder außerordentlichen Spezialisten. An einer Sache dran zu bleiben gehört jedoch zu den so genannten Big Five, also zu den Persönlichkeitseigenschaften mit hoher Stabilität.

Dieses Buch empfehle ich deshalb gerne, weil sein Autor etwas von der Materie versteht, komplizierte Zusammenhänge einfach beschreiben kann, wichtige Themen aufgreift und vielleicht auch Entscheidungsträger erreicht, die veralteten Vorstellungen von Intelligenzquotienten, Vererbung und Talent anhängen. Seine Lesern möchte ich allerdings dazu ermuntern, sich bei der Lektüre vor Augen zu halten, dass die verschiedene Hirnareale zwar alle miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen, aber dennoch für unterschiedliche Spezialaufgaben entwickelt wurden. Von der grundsätzlichen Plastizität des menschlichen Gehirns darf man also noch lange nicht darauf schließen, jeder Mensch sei der Schmied seines Glücks und jeder gesellschaftspolitische Wunsch lasse sich mit Appellen erfüllen. So unabhängig von den Einflüssen einer langen evolutionären Geschichte ist auch die Gattung Mensch nicht.

Mein Fazit: Werner Siefer gibt seinen Lesern einen verständlichen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung, regt sie zum Nachdenken an und räumt mit vielen Mythen des Geniekults gründlich auf. Hätte er noch dezidierter auf die Unterschiede von Persönlichkeitseigenschaften und menschlichen Fertigkeiten hingewiesen, könnte ich noch mehr zu meiner Fünfsternebewertung stehen.
0Kommentar| 45 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 10. November 2011
In Werner Sieferts Buch geht es um Intelligenz, Begabung, vor allem jedoch um Genies. Seine Kernaussage, die schon den Titel des ersten Kapitels ausmacht und sich dann durch das ganze Buch zieht, ist: Für den Lebenserfolg bzw. das Erbringen herausragender Leistungen ist weniger das Können bzw. die Begabung oder gar die Erbanlage entscheidend, sondern viel mehr das Wollen (die Motivation). Genies zeichnen sich nämlich vor allem durch eine unbändige Zielstrebigkeit und den unbedingten Willen aus, etwas zu vollbringen. Dazu sind sie ggf. sogar bereit, auf alle anderen Annehmlichkeiten inkl. den Kontakt zu anderen Menschen zu verzichten. Das ist richtig. Allerdings ist auch dieses Wollen vermutlich sehr stark genetisch bedingt, was Siefer zum Teil bestätigt. Beispielsweise heißt es auf S. 56: "Dass dem Faktor Motivation eine besondere Rolle zukommt, wenn es darum geht, das Leistungsvermögen eines Individuums einzuschätzen, steht für Howe fest. 'Wenn, was wahrscheinlich ist, ererbte Unterschiede dafür verantwortlich sind, was Menschen schlussendlich erreichen, dann sind dies Persönlichkeitsmerkmale und nicht die Intelligenz', erklärt der Psychologe. 'Es ist einfach besonders vorteilhaft, es immer weiter zu versuchen.'" Und unter der Überschrift "Gene sind nicht gleich Begabung" liest man (109): "Womöglich ist also der eigene Antrieb, die eigene Motivation weitaus entscheidender dafür, selbstgesetzte Ziele zu erreichen, als der Talent-Rucksack, den die Natur uns mitgegeben hat." Dieser Einschätzung stimme ich zu.

Was mich zur Evolutionstheorie bringt. Die klassische biologische Evolutionstheorie bzw. die Theorie der egoistischen Gene kennt im Grunde keine Motivationsunterschiede. Die Lehre vom egoistischen Gen und die Hamiltonsche Regel zur Verwandtenselektion kennen nur gleich starke Egoismen, keinen individuell unterschiedlich starken Willen, etwas zu erreichen, und sei es, sich fortzupflanzen. Man könnte sagen, dass gemäß der Darwinschen Evolutionstheorie alle Individuen den gleichen Kinderwunsch und einen gleich starken Willen, sich im Lebensraum zurecht zu finden, besitzen. Ein Sprichwort sagt jedoch bereits - und zwar ganz im Sinne Sieberts: "Drei Dinge machen den Meister: Wissen, Können und Wollen." Bei den ersten beiden Punkten handelt es sich um Kompetenzen, bei dem letzten um die Motivation bzw. das Interesse. Dementsprechend spricht die Systemische Evolutionstheorie den Individuen einer Population nicht nur individuelle Anpassungen bzw. Kompetenzen, sondern auch unterschiedliche Reproduktionsinteressen (d.h. letztlich Motivationen) zu, was schlussendlich dazu führt, dass man mit dieser Evolutionstheorie auch Evolutionen in menschlichen Gesellschaften beschreiben kann, was mit den biologischen Evolutionstheorien bekanntermaßen nicht möglich ist.

Was Siebert dabei jedoch leider übersieht, ist das Folgende: Wenn die Motivation bzw. der Wille, etwas zu erreichen, einen möglicherweise sogar noch stärkeren Einfluss auf den beruflichen Erfolg hat als die Begabung, und sie ebenfalls einen hohen Erblichkeitsanteil besitzt, dann ist die in unserer Gesellschaft nachweisbare negative Korrelation zwischen beruflichem Erfolg und Kinderzahl erst recht desaströs. Dies würde ja bedeuten, dass die kommenden Generationen anteilsmäßig immer stärker aus Menschen bestehen, die lieber passiv geführt werden möchten.

Man erkennt das auch am schnellen Aufstieg Amerikas nach seiner Besiedlung durch europäische Auswanderer. Wer ist denn damals ausgewandert? Sicherlich vorzugsweise Menschen, die einen unbändigen Willen besaßen, denn den brauchte man allein schon, um dorthin zu gelangen, im Land selbst dann umso mehr.

Was auch immer die Motivation Sieberts für sein Buch gewesen sein mag, im Endeffekt hat es zur Folge: Wer sich nach der Lektüre motiviert fühlt, die schlummernden Fähigkeiten in sich selbst zu fördern, um vielleicht Herausragendes zu leisten, der wird in unserer Gesellschaft durchschnittlich weniger eigene Nachkommen haben als diejenigen, die aufgegeben haben und von der Sozialhilfe leben. Oder in den Worten Thilo Sarrazins: Deutschland schafft sich ab.

Ansonsten empfand ich Sieberts Ausführungen zwar gut geschrieben und zum Teil auch spannend formuliert - man merkt, dass er Journalist ist -, aber eben leider sehr häufig auch ungenau bis manipulierend. Beispielsweise ist es - anders als er es suggeriert - völlig egal, ob der Savant Daniel Tammet seine Fähigkeiten schon bei Geburt hatte oder erst nach einigen epileptischen Anfällen, entscheidend ist, dass er sie nicht erlernt hat. Man kann deshalb nicht plötzlich Tammet werden wollen. Ferner spielt es keine Rolle, ob man Intelligenz-Gene identifizieren kann oder nicht. Auch bei vielen anderen menschlichen Merkmalen sind stets eine Vielzahl von Genen im Spiel. Ganz entsprechend kann man sich kein Rennpferd genetisch zusammenbasteln lassen, sondern man muss es gezielt züchten, wenn überhaupt. Viele Argumente Siefers gegen einen Erblichkeitsanteil bei der Intelligenz sind identisch auf andere Merkmale übertragbar (z. B. die Laufgeschwindigkeit von Geparden). Wären seine Argumente und Einwände zutreffend, bedeuteten sie das Ende der Evolutionstheorie. Daran glaubt heute niemand.

Zu den Frauen in der Mathematik (82f.) will ich mich lieber nicht äußern, ich denke, da hat er sich die falschen Untersuchungen angesehen.

Regelrecht unzutreffend ist seine überraschte Feststellung, dass Tests ergeben haben wollen, dass auch die fluide Intelligenz trainierbar sei, obwohl diese doch angeblich zu 100 Prozent erblich sei (S. 99f.). Leider behauptet das kein ernsthafter Intelligenzforscher, siehe z. B. Lernen macht intelligent: Warum Begabung gefördert werden muss von Neubauer und Stern. Dort wird zwar behauptet, dass der genetische Anteil bei der fluiden Intelligenz höher als bei der kristallinen ist, allerdings gehen auch sie von einem beträchtlichen nichtgenetischen Anteil aus.

Veraltet ist weiterhin seine Darstellung zum IQ-Paradoxon (103ff.), wo er den sog. Flynn-Effekt erläutert, demzufolge die Generationen immer "klüger" werden. In Intelligenztests fiel nämlich auf, dass die Generationen sie von Jahr zu Jahr besser bewältigen können, weswegen sie regelmäßig "geeicht" werden müssen. Allerdings stagnieren die Messergebnisse seit den 1990er Jahren und seit dem Ende der 1990er Jahren sind sie sogar rückläufig. Wir haben es also längst mit einem negativen Flynn-Effekt (in fast allen Industrienationen) zu tun, den er interessanterweise verschweigt.

Wenig sinnvoll schien mir auch die übliche Kritik am IQ zu sein, nämlich dass der im Grunde nur Fähigkeiten messe, die in unserer Gesellschaft hilfreich sind. Deshalb könne man die Ergebnisse nicht mit denen von Eskimos vergleichen. Das mag ja alles sein, nur werden in unserem Land geborene Menschen im Allgemeinen in unserem Land einen Job suchen oder ein Studium beginnen und dafür bestehen dann meist solche typischen Anforderungen. Die Fertigkeit, mit bloßen Händen eine Robbe fangen zu können, wird dagegen üblicherweise nicht erwartet.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. November 2012
Dieses zur Zeit bei Amazon für lediglich 4,95 Euro erhältliche Buch fügt sich in die Reihe aktueller Veröffentlichungen, die sich mit der Frage beschäftigen, ob Talent durch Übung erlernbar ist oder ob Talent letztlich eine unverdiente Gnade „von oben“ darstellt, die mit der Geburt, also ohne eigenes Dazutun erworben wird.

Im Englischen finden sich für diese zwei Sichtweisen die Bezeichnungen Nature (= Gene) bzw. Nurture (= Umwelt). Anhand von Ergebnissen aus der Hirn- und Expertiseforschung versteht es Werner Siefer, den Leser mitzunehmen und zum Nachdenken anzuregen. Seine tröstende Botschaft: Talent ist erlernbar. Und: Das Alter ist nicht das Ende, sondern kann auch immer wieder ein Neubeginn sein (geistige und körperliche Bewegung vorausgesetzt). Die Plastizität des menschlichen Gehirns lässt selbst in späten Lebensabschnitten noch Weiterentwicklungen zu (wenn auch nicht mehr im selben Tempo wie in der Kindheit und Jugend).

Talent gibt es jedoch nicht zum „Nulltarif“. Ohne Fleiß in Form von bewusster und anstrengender Übung, ohne Geduld und Ausdauer und ohne die notwendige Leistungsmotivation wird es niemand zu einem Talent bringen. In Bezug auf die Nature-Nurture-Debatte heißt dies, dass die Anlage lediglich das Material liefert, „an welchem die Umwelt ansetzt. Diese verändert im Feinen, was das grobe genetische Programm bereitgestellt hat“ (Seite 189 f.).
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. September 2009
Wer auf der Suche nach einem spannenden Buch ist, sollte so ein Sachbuch lesen.
Werner Siefer räumt bei der Antwort auf die ewige Frage, ob die Umwelt oder die Genetik entscheidend sind, über faszinierende Beobachtungen und Einsichten mit vielen Vorurteilen auf und macht uns am Ende Mut: Ich kann mein Schicksal in die Hand nehmen und mein persönliches Genie entwickeln.
Beispiel? Er schreibt über Vincent van Gogh: Es war Vincent van Gogh vermutlich nicht einmal viel Talent in die Wiege gelegt als allein der pure Schaffenswille. van Gogh war ein in jeder Hinsicht unkonventionelles Genie: Er wusste zunächst nicht, was er wollte, er konnte nicht, wofür er später berühmt werden sollte, und für das, was er machte, interessierte sich, solange er lebte, das Publikum nicht. Spätberufen, innovativ und Horizont erweiternd. Erfolg? Er hat ihn gar nicht erlebt.
Ich lege das Buch vor allem Eltern und Lehrern ans Herz, legt es doch eine Erziehung nahe, die an Entwicklung glaubt. Das Plädoyer für die Fähigkeit jedes Menschen zu lernen und überdurchschnittliches zu vollbringen hat für mich aber dann doch eine Frage aufgeworfen: Wie entsteht eigentlich Motivation?
Und wenn Werner Siefer wieder so fesselnd schreiben wird, dann steht fest: Auch das will ich lesen!
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. August 2013
Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich den Autor bei einer Morgensendung im Fernsehen gesehen habe und das Thema mich gleich interessiert hat. Groß ist nun die Enttäuschung .. 255 Seiten ohne wirklich etwas Spannendes oder gar Hilfreiches zu vermitteln. Ständig nur Beispiele von begabten Menschen und "Genies" .. wenig für den normal interessierten Leser .. außer "anfangen und üben" .. nur dafür brauche ich kein Buch, und schon gar keine 255 Seiten. Bin von dem Buch sehr enttäuscht und kann es nicht empfehlen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Juni 2016
Gut in der Literatur recherchiert, aber auch nur da(?!). Es ist schon fast anmaßend solch eine Aussage zu formulieren, wenn doch die Wissenschaft auf diesem Gebiet noch in Kinderschuhen steckt. Ich bezweifle, dass der Autor aus eigener Erfahrung schreibt. Es ist ja wohl selbstverständlich, dass ein Einstein ebenso ein ganz normaler Mensch war. Mit den selben Lerneigenschaften, wie jeder Andere auch. Aber dass ein Geistesblitz in solch einem Umfang erlernbar und trainierbar ist, halte ich für Absurd. Ein Genie würde ich auch nicht mit Hoch- oder Inselbegabung gleichsetzen.

Aber sehr gut in der vorhandenen Literatur recherchiert. Wenn der Schwerpunkt auf die Lernpsychologie gelegt wäre und nicht auf den Versuch ein Genie zu erklären. Hätte ich 5 Punkte gegeben.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juli 2012
Ein gut geschriebenes populärwissenschaftliches Buch, das viele Aspekte zum Thema Talent, Begabung, Genie beleuchtet. Viele wissenschaftliche Thesen mit Quellangaben und daraus sich ergebende Überlegungen. Beispiele an Hand von Kurzportaits,z.B. Mozart, Einstein etc. die belegen das nicht nur die Gene für Talent, Begabung und Genies zuständig sind, sondern vor allem ein hartes, langwieriges Training und eine gehörige Portion Selbstmotivation und Durchhaltevermögen.
Dazu dann auch noch einiges Hirnanatomisches, das zu mindest mir neu war, aber logisch erschien.
Ein Buch das motiviert, schon wissendes bestätigte und neue Ansätze offenbarte.
Ich fand es sehr gut und kanns nur empfehlen
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Juni 2012
Der Titel des Buches hatte mich zunächst etwas abgeschreckt, aber da das Buch gerade im Angebot war habe ich zugegriffen. Ich habe es keinen einzigen Moment bereut! Der Autor schreibt fantastisch und leicht verständlich. Man möchte meinen, dass aktuelle Forschung nur schwer an den Mann und die Frau zu bringen ist, wenn man sich nicht intensiv damit beschäftigt. Der Autor schafft es aber ,ohne größere Schwierigkeiten, in leicht verständlicher Sprache die aktuellsten Forschungen zum Thema zu präsentieren. Seine Beispiele und Erläuterungen sind dabei ungeheuer gut gewählt und helfen sehr alles in einem großen Zusammenhang sehen zu können. Ich war und bin von dem Buch ehrlich begeistert und hoffe der Auto wird uns in Zukunft mit ähnlicher Qualität freude bereiten.

5 Stern für ein wirklich sehr gutes, sehr verständliches und fundiertes Sachbuch :-)
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. September 2012
Schon vor Jahren meldeten Gehirnforscher, dass das Gehirn ab dem Alter XY nicht abgeschlossen und neue Neuronenverbindungen auch im hohen Alter noch möglich sind. Damit konform geht auch Werner Siefers Buch, wenn er behauptet: " In jedem von uns steckt ein Genie!"-Man könne diesen wecken. Wobei mir dieser abendländische Genieglaube etwas gegen den Strich geht, dennoch ein lesenswertes Buch.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden