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Kundenrezensionen

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am 7. Oktober 2009
Ein ganz besonderes Kunststück ist Sara Gruen mit "Wasser für die Elefanten" gelungen: eine großartige Geschichte, die soviel Spaß macht wie eine Vorstellung in einem Weltklassezirkus. Liebevoll läßt sie Jacob Jankowski auf sein ungewöhnliches Leben zurückblicken und versetzt den Leser damit in Staunen und Schmunzeln gleichermaßen.

Jacob Jankowski ist 90 oder 93; so genau weiß er das nicht mehr, und lebt in einem Pflegeheim. Als ein Wanderzirkus in die Nähe kommt, blickt er rückwirkend auf seine bewegte Vergangenheit: einem Zirkusleben im Amerika der Depressionszeit in den 30er Jahren.

Sara Gruen läßt es in ihrem bildgewaltigen Buch an nichts mangeln, sodaß sich Freundschaft, Leidenschaft und Schicksal gepaart mit Humor zu einer stimmigen Geschichte verbinden. Das Buch fesselt von Anfang an, ist unterhaltsam, spritzig geschrieben und steckt voller Gefühle.

Dabei wird das vordergründig bunte Zirkusleben hinter den Kulissen der doch recht armseligen Show lebendig. Beim Lesen riecht man das Stroh der Tiere und fühlt sich wie mitten unter den Schaustellern und Akrobaten. Und obwohl ich kein großer Zirkusfreund bin, hat mich dieser Roman völlig in seinen Bann gezogen, sicherlich nicht zuletzt wegen den außergewöhnlichen Figuren und der intensiv fühlbaren Atmosphäre.

Unwillkürlich liest man schneller, um bei "Benzini`s Spektakulärster Show der Welt" auf den vorderen Rängen die Vorführung mitzuerleben und ist traurig, wenn man mit dem Buch durch ist. Schließlich klappt man voller Erfüllung die Buchdeckel zu und freut sich daran, einmal wieder ein Buch mit Seele gelesen zu haben.

Glamour titelt auf dem Cover: "Eines der schönsten Bücher des Jahres. Versprochen." Und das sehe ich genauso. Lesen! Es lohnt sich! Versprochen!
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am 19. Oktober 2013
USA 1931: Jacob Jankowski ist in Schwierigkeiten: Aufgrund eines familiären Schicksalsschlages kann der junge polnischstämmige Student seine Ausbildung zum Tierarzt an der renommierten Universität Cornell nicht beenden. Stattdessen verschlägt es ihn auf einem nachts vorbeirollenden Zug – der zufällig zu einem Wanderzirkus gehört, nämlich zu „Benzinis Spektakulärster Show der Welt“.

Das Zirkusleben ist wahrscheinlich nie was für schwache Gemüter, in den Jahren der Wirtschaftskrise aber sicher noch eine Spur härter. Der junge Jacob erlebt die sozialen Schattenseiten näher als jemals zuvor: eine strenge Hierarchie ordnet das Leben zwischen den Arbeitern, den Artisten und den nahezu allmächtigen Zirkusbossen, die exotischen Tiere sind teurer und wertvoller als die mitreisenden Malocher, denn sie sind eindeutig schwerer zu ersetzen. Zu allem Überfluss ist das wirtschaftliche Überleben mittelfristig immer gefährdet, doch der Boss des Benzini-Zirkus ist ehrgeizig und strebt nach Höherem: zu seinem Glück fehlt ihm noch ein zirkustauglicher Elefant, während Jacob zu seinem Glück noch die Ehefrau des wahnsinnigen Stallmeisters und Dompteurs August fehlt…

Natürlich, das Buch ist diesseits und jenseits des Atlantiks ein Bestseller gewesen und es wurde mittlerweile mit sehr schönen Menschen in den Hauptrollen groß verfilmt. Nichtsdestotrotz gönne ich mir ein persönliches Urteil, das nicht nur positiv ausfallen kann.

„Wasser für die Elefanten“ ist ein guter Schmöker. Die Geschichte ist unterhaltsam und hat kaum Längen, die Zirkuswelt bietet eine tolle, charaktervolle Kulisse. Die Autorin hat offenbar über die vergangene Welt der amerikanischen Wanderzirkusse einiges recherchiert, das mir unbekannt war und sich ferner gut in die Story einfügt. Wer dieses Buch liest, erlebt ein paar entspannte Stunden und macht in dieser Hinsicht nichts falsch. Punkt.

Die große Begeisterung für die Geschichte in allen Ehren, aber es gibt nicht wenige klar zu Tage tretende Schwächen. Zum Beispiel die Protagonisten:

Jacob Jankowski bleibt mir zu blass. Ein junger Kerl mit hoher Moral, allerdings ohne große Ecken und Kanten, der sich nach Brüsten in Zitronengröße sehnt. Irgendwie ein wilder Kerl, irgendwie auch nicht.

Die Dame des Buches, Marlena, die Showreiterin, hat außer einem rosa Kleidchen und unendlicher Liebe zu Pferden auch nicht sonderlich viel Charakter zu bieten. Mir kommt es so vor, als würde sie andauernd bei ihren „Ohs“ und „Ahs“ die Hände vor dem Mund legen vor lauter Wohlanständigkeit. Zugegeben, Mädchen aus gutem Hause waren 1931 vermutlich oft genau so, aber Herrje, abendfüllend ist diese Zweidimensionalität wirklich nicht.

Die Story in ihrer Gesamtheit [Spoiler!]:

In aller Kürze ein romantisches Abenteuer mit Tiere quälenden Bösewichtern und anständigen jungen Helden vor exotischer Kulisse, folgend dem Motto „verliebt – verlobt – verheiratet“. Denn das klassische Happy End bleibt uns natürlich nicht erspart. Die Bösen bekommen ihr Fett weg, die Guten ein schönes Leben – und der Zirkus ist um einen Mythos reicher.
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Inhalt
Es sind manchmal die kleinen Momente, die den Rest unseres Lebens bestimmen. So auch bei Jacob Jankowski, der 1931 kurz vor seinem Abschluss in Tiermedizin an der Eliteuniversität Cornell steht. Nach einem tragischen Unfall bleibt ihm nichts mehr: kein Geld, kein Haus, kein Abschluss. Durch Zufall springt er auf einen Zug auf, der zum Gespann des Benzini Zirkus gehört und bekommt dort tatsächlich einen Job als Tierarzt. Als er seine erste Vorführung dort sieht, verliebt er sich sofort in die hübsche Artistin Marlena, die so liebevoll mit ihren Pferden umgeht. Doch seine Traumfrau ist bereits verheiratet - mit dem unberechenbaren Dompteur August. Erst, als die störrische Elefantendame Rosie n den Zirkus kommt, kann der junge Mann Hoffnung schöpfen. Denn nicht nur ist er der einzige, der mit dem Elefanten umzugehen weiß, auch beginnt eine zaghafte Annäherung zwischen ihm und Marlena. Wäre da nicht August, der mit seinen Gewaltausbrüchen eine Gefahr für jeden im Zirkus darstellt...

Bewertung
Eine Liebesgeschichte? Eine Lebensgeschichte! "Wasser für die Elefanten" erzählt eindrucksvoll vom Leben im Zirkus und einem Schicksal, das aufregender als jede Zirkusvorführung ist.

Jakob ist mittlerweile 90 (oder 94) Jahre alt und lebt in einem Altersheim. Dort ist er als granteliger, alter Mann bekannt. Kein Wunder, wo doch keines seiner fünf Kinder ihn bei sich aufnehmen wollte und nun sogar niemand am Besuchertag erscheint um ihn zu einer Zirkusaufführung zu begleiten. Immer, wenn er kurz wegdämmert, erinnert er sich aber an eine Zeit vor vielen Jahren, als er selber noch in einem Zirkus gearbeitet hat. Und an all die großen und kleinen Wunder wie Schrecken, die er dort gleichermaßen erlebt hat.

Man schließt sowohl den störrischen alten Jakob, als auch den jungen Mann Anfang zwanzig direkt in sein Herz. Sara Gruen beschreibt eindrucksvoll seine Gedankengänge und Gefühle, sodass man seiner Erzählung gespannt lauscht. Es ist ein bisschen so, als würde man seinem eigenen Großvater bei der Geschichte seines Lebens zuhören und ohne es zu merken, befindet man sich plötzlich selber in der Zirkusmanege.

Die Lebendigkeit aller Charaktere und die Beschreibungen des Zirkus wecken wohl in jedem Erinnerungen an die Kindheit, in der man selber mit großen Augen auf den Zuschauerplätzen saß und sich dem Zauber der Show ganz ergeben hat. Ähnliches geschieht auch wieder hier beim Lesen. Der unterschwellige Geruch von Popcorn, Sägemehl und den Tieren ersteht beim Lesen genauso wieder auf, wie das Gefühl der angespannten Vorfreude und Aufregung, die man kurz vor einer Vorführung empfunden hat. Allerdings bleibt der Roman nicht nur bei den oberflächlichen und schönen Beschreibungen des Zirkuslebens. Er entführt uns Leser auch hinter die Kulissen und zeigt, mit welchen Problemen Zirkusbesitzer und Angestellte zu kämpfen hatten. Und obwohl die Erkenntnis all dessen, was hinter der Bühne passiert, mitunter grausam und erschreckend ist, geht der Glanz und Zauber nie ganz verloren. Denn die Liebesgeschichte zwischen Jakob und Marlena hat ihren ganz eigenen Glanz. Sie ist nicht kitschig und überstürzt, viel mehr müssen beide Charaktere sehr für ihre Liebe kämpfen und werden nicht selten vor Gewalt, Trauer und andere Probleme gestellt.

Glatt verläuft Jakobs Leben also wirklich nicht. Der Roman schockiert bisweilen, treibt einem auch schon mal Tränen in die Augen. Aber immer möchte man wissen wie es weiter geht und fiebert mit dem 90 (oder 94)-jährigen Mr. Jankowski mit.

Für mich war das Buch eine große Überraschung im positiven Sinne. Ich hatte eine recht einfache und rosige Liebesgeschichte erwartet und wurde ganz und gar verzaubert von der einmaligen Atmosphäre, die es versprüht. Wer sich auf die Erzählung einlässt, wird ganz und gar von ihr begeistert sein. Man lacht, weint, bangt, streitet und liebt mit jedem einzelnen der Charaktere und hat am Ende das Gefühl, auch ein halbes Leben im Zirkus hinter sich zu haben.

Einfach großartig!
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am 31. März 2011
Ich muß zugeben, ich bin auf das Buch gekommen, weil ich u.a. ein (etwas älterer) Robert Pattinson-Fan bin und immer nachsehe, in was für Filmen er so mitspielen wird. Dann hab ich mir das Buch bestellt und wollte es auch vor dem Kino-Start durch gelesen haben. Sara Gruen war mit bis dahin kein Begriff.

Der Zirkus kampierte auf der Festwiese hinter unserem Haus, als das Buch von Amazon kam (wie passend). Heute ist eine Woche später und ich muß sagen: DAS BUCH IST ECHT DER HAMMER! Es ist leicht zu lesen, ohne daß es oberflächlich ist und es fesselt von den ersten Seiten an. Die Geschichte ist SUPER TOLL! Ich konnte es gar nicht mehr weg legen und habe immer sehnsüchtig darauf gewartet. Über den Inhalt ist ja schon "oben" einiges erwähnt insofern möchte ich nichts weiter vorweg nehmen. Ich konnte mir die ganze Geschichte mit den Schauspielern vorstellen (nur der Jakob-Senior, den bekomme ich nicht in Einklang mit dem "Bild" im Buch). Aber ich habe mit Jakob mitgelebt, mitgelitten und mich mit ihm gefreut. Wenn der Film nur halb so gut ist, wie in meiner Vorstellung, dann hat's sichs gelohnt. Das Buch jedenfalls ist das SCHÖNSTE Buch, an das ich mich erinnern kann. Vielleicht sollte ich es gleich nochmal lesen......?!?!?!
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TOP 100 REZENSENTam 25. April 2015
... und das liegt vor allem an den Figuren, von denen mir insbesondere der erzählende Tierarzt Jacob Jankowski unsympathisch ist.

Ein Altersheim irgendwo in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Zirkus ist in der Stadt und die Bewohner des Heimes beobachten den Aufbau. Ein Neuzugang - ein pensionierter Anwalt - erzählt wie er einst in seiner Jugend den Elefanten Wasser geholt hat. Eine Aussage, die prompt den Widerspruch des bei ihm sitzenden Veterinärs Jacob Jankowski weckt. Wasser für die Elefanten? Kann nicht sein. Eine Lüge. Glasklar. Zumindest für Jacob Jankowski, der sich nun seinerseits erinnert.

Dreiundzwanzig Jahre war er alt als seine Eltern überraschend starben. Kurz vor dem Abschlussexamen seines Veterinärstudiums an einer Eliteuniversität. Aus der Bahn geworfen gibt er auf und schließt sich einem fahrenden Zirkus an. Dort trifft er auf den Stallmeister August, einen launischen Menschen, heute charmant, morgen gewalttätig, und dessen Frau Marlena, eine Kunstreiterin. Onkel Al, der zielorientierte Zirkusdirektor, der nicht davor zurückschreckt, unliebsame Arbeiter aus dem fahrenden Zug werfen zu lassen, wenn das Geld für die Lohnzahlungen knapp wird. Im Fachjargon heißt das: Bei Rot aussteigen. Ein Schicksal, das es zu vermeiden gilt. Walter, der komödiantische Zwerg mit einem Jack-Russell-Terrier namens Queenie. Ein alter Mann namens Camel, der an Ingwerlähmung leidet, die durch gepanschten Alkohol hervorgerufen wurde. Und dann wäre da noch Rosie, der scheinbar nutzlose Elefant, der so gerne Limonade trinkt. Es dauert bis Jacob hinter ihr Geheimnis kommt. Dabei ist es so simpel. Dank seiner Entdeckung ändert sich alles. Aus Rosie wird eine gelehrsame Elefantendame. August, Marlene und Jacob arbeiten harmonisch zusammen. Der erste Auftritt in der Manege wird ein Riesenerfolg. Onkel Al ist begeistert. Das Publikum ist entzückt. Doch dann rastet August aus Eifersucht aus ...

Eine großartige Geschichte - spannend, unterhaltend, bewegend, komisch, traurig - so verspricht es Christine Westermann vom WDR auf der Buchrückseite. Ein Urteil, dem ich mich nicht anschließen kann.

Es beginnt schon beim Prolog. Eine Stampede wird beschrieben, bei der ein Mann stirbt. Erschlagen mit einer Eisenstange. Der Leser wird bewusst im Unklaren gelassen über die Identität. Nur ein namenloses 'Sie' gibt den Hinweis, dass es eine Täterin sein muss. Ausserdem erhält man den Hinweis auf ein Geheimnis, das Jacob siebzig Jahre lang gehütet hat. Ehrlich gesagt empfand ich diesen Prolog als überflüssig. Besondere Spannung auf das weitere Geschehen wurde bei mir nicht geweckt und als ich weiter hinten nochmals zu demselben Ereignis kam, war ich enttäuscht über einen logischen Fehler. Diesmal war die Tatwaffe ein Pflock. Rosies Pflock, an dem sie mit einer Kette befestigt ist. Auf solche Fehler sollte ein Autor (oder der Lektor) meiner Meinung nach achten.

Weitere Ungereimtheiten sind zB die Ausgangsbedingungen der Geschichte. Ein Student einer Eliteuniversität, der kurz vor dem Examen alles hinschmeißt, und sich dann derartig unreif (dazu komme ich später noch) benimmt? Die Eltern gerade gestorben. Von Trauer keine Spur. Die Anstellungsbedingungen von Jacob: Um Silver Star soll er sich kümmern, eins von Marlenas Pferden. 'Wenn du das Pferd verlierst, fliegst du raus.' Das Pferd muss getötet werden. Jacob bleibt.

Oder die Entzweiung von Marlena und August. Er hat sie geschlagen. Sie flüchtet. Und auf wen hört Onkel Al, der ausgefuchste Zirkusdirektor, um die beiden wieder zusammen zu bringen? Auf den unglaublichen Frauenversteher Jacob, der selber bislang keine dauerhafte Beziehung hatte, dafür aber unsterblich in Marlena verknallt ist, die er natürlich für sich selbst haben möchte. Ist Onkel Al wirklich so leichtgläubig und fällt auf einen dreiundzwanzigjährigen Studienabbrecher herein?

Ehrlich gesagt wurde mir dieser Jacob immer unsympathischer je weiter ich kam. Seine angebliche Zuneigung zu Marlena erschien mir wie eine pubertäre Schwärmerei. Unabhängig davon, ob die Ehe zwischen August und Marlena bereits zerrüttet war, empfand ich Jacobs Verhalten als unpassend, unbedacht und unausgereift. Wer auf solch engem Raum mit anderen Zirkusangehörigen lebt und arbeitet, sollte sich beherrschen und nicht einfach seinen Launen folgen.

Nur zwei Aspekte haben in dem ganzen Buch mein Interesse geweckt. Zum Einen geht es um das von Jacob gehütete Geheimnis: „Bei solch einem Geheimnis wird das Geheimnis selbst zwar irgendwann unwichtig, aber die Tatsache, es bewahrt zu haben, nie.“ (401) Ein spannender Gedanke.

Das andere ist der Kommentar einer Schwester zu dem eingangs erwähnten Anwalt und dessen Kindheitserinnerungen. „Manchmal, wenn man älter wird - ... (gekürzt) ... - können Dinge, über die man nachdenkt, und die man sich wünscht, anfangen real zu wirken.“ (224f) Es geht darum, wie man seine eigene Geschichte im Laufe der Zeit unabsichtlich verändern kann.

Dennoch, alles in allem kann mich diese Geschichte nicht begeistern. Weder spannend noch unterhaltend und schon gar nicht bewegend. Und komisch bzw. traurig fand ich sie auch nicht. Dieses Buch war schlicht und einfach nicht mein Fall.
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am 26. November 2014
Ich gebe zu, ich habe mir das Buch gekauft, weil ich es verpasst habe, den Film im Kino zu sehen. Ich war neugierig auf die Geschichte, die im Trailer so gut ausgesehen hat – und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte von Jacob und Marlena liest sich so gut, dass ich sie kaum aus der Hand legen konnte. Am Anfang war ich skeptisch – eine Liebesgeschichte im Zirkus zwischen dem Tierarzt und der Kunstreiterin in einer Zeit, über die ich relativ wenig weiß. Dann war auch noch der Aspekt der (vermutlich) beschriebenen Tierquälerei, wenn Dompteur und Elefantendame Rosie aneinander geraten – trotzdem habe ich das Buch gelesen, nein verschlungen.

Die Autorin geht an die ganze Geschichte mit so viel Respekt und Feinfühligkeit, dass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass ich eine Seite überlesen muss, weil es nicht mehr geht. Es gab zwar viele Szenen, wo ich am liebsten dazwischen gesprungen wäre und eingegriffen hätte, aber sie passten einfach in die Geschichte. Ohne die Tragödie um Marlenas Pferd wären sich Jacob und sie wohl nicht näher gekommen.

Besonders interessant fand ich den hautnahen Einblick in das Zirkusleben. Die Autorin hat anschaulich die Zeit getroffen und das Leben im Zirkus auf eine Weise dargestellt, die mich gleichermaßen fasziniert wie abstößt. Wenn ich an die ganzen Taschenspielertricks zurückdenke… den Menschen wurde wirklich das Geld aus der Tasche gezogen, ohne dass sie es gemerkt haben.

Auch schön ist es, wie Sara Gruen die Handlungsfäden der Gegenwart und Vergangenheit zusammenlaufen lassen hat. Der Augenmerk der Geschichte liegt ganz klar auf der Vergangenheit, trotzdem hat sie sich Mühe gegeben, auch eine Rahmenhandlung zu stricken. Diese stört aber an manchen Stellen doch eher den Lesefluss, als dass sie die Geschichte unterstützt – leider.
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am 9. Februar 2014
==Inhalt==

Jacob Jankowsky steht am Abgrund. Seine Eltern sind bei einem tragischen Autounfall gestorben und er erfährt, dass ihm nun nichts mehr gehört. Denn sein Vater ein passionierter Tierarzt hat zuletzt die Tiere für Naturalien behandelt, einfach weil seine Kunden kein Geld hatten. Die Wirtschaftskrise hat das Land stark gebeutelt.
Nun soll das Haus an die Bank gehen und Jacob ist perspektivlos und natürlich tief erschüttert.
Während seines Examens zum Tierarzt kann er sich auf nichts konzentrieren, also steht er auf und lässt sein leeres Blatt zurück. Wo er hin soll, das weiß er nicht, nur weg von hier, immer weiter gehen.

Er landet schließlich neben einer Eisenbahnstrecke und springt auf den nächstbesten Zug auf, nicht wissend dass er mitten in einem Zirkuszug gelandet ist.
Am ersten Tag macht er sich als Rausschmeißer, Stallausmister und hilft überall, wo Hilfe gebraucht wird. Am nächsten Tag jedoch geht es darum angestellt zu werden und dort kann er auftrumpfen und wird fortan der neue Tierarzt der Truppe.

Bald schon lernt er August, den Stallmeister kennen, ein charmanter Mensch, der jeden für sich einnehmen kann und nun Jacobs bester Freund zu sein scheint, bis zu dem Augenblick, an dem Jacob widerspricht. Denn da verpasst August ihn einen Denkzettel, der jemand anderen schon in der Vergangenheit den Arm gekostet hat.
August hat eine Persönlichkeitsstörung, die zu extremen Wutanfällen gegenüber Mensch oder Tier führt.
Von diesem Moment an weiß Jacob, dass irgendetwas mit August nicht stimmt und man ihn mit Vorsicht genießen muss, besonders wenn es um seine wunderschöne Frau Marlena geht.
Und obwohl Jacob sich schwört auf der Hut zu sein, kann er nichts dagegen tun, nach und nach verliebt er sich immer mehr in Marlena.

So schwer die Zeit auch ist, Jacob kann auch Freunde finden unter Arbeitern, wie Artisten, sehr ungewöhnlich, da zwischen diesen Gruppen ein riesiger Abgrund klafft.

==Meine Meinung==

Der Grund, warum ich dieser Geschichte so skeptisch gegenüberstand, war die kitschige Vermarktung in den Kinotrailern. Diese lassen uns ahnen, dass sich alles nur um eine schnulzige Liebesgeschichte dreht.
Das Buch jedoch erzählt eine andere Geschichte. Es ist die Geschichte von Jacob Jankowskys Leben.

Das Buch wird in zwei Ebenen erzählt. Zum einen haben wir den jungen Jacob, der am Abgrund steht, bis er sich ins Abenteuer stürzt, auf der anderen sitzt der alte 93 Jährige Jacob, der griesgrämig in einem Altersheim sitzt, befürchtet abzubauen, sich über das fürchterliche pürierte Essen beschwert und sich an seine Jugend erinnert, da der Zirkus gerade in der Stadt ist.

Ich persönlich bin ein absoluter Fan von Rückblicken, ob nun in Film, Serie oder Buch. Das Handeln auf mehreren Zeitebenen gibt uns viel mehr über eine Person preis. Und gibt uns eine kleine, traurige Andeutung vom Zahn der Zeit.

Die Figuren wurden meiner Meinung nach sehr gut dargestellt, man hat versucht auf gewisse Stereotypien zu verzichten, wobei das nicht immer möglich ist. Doch für einen Roman, der vom Zirkus handelt, hat man die Stereotypen doch recht klein gehalten.

Eine sehr wichtige und gut ausgefeilte Rolle ist auf jedenfall August, der Stallmeister mit der Persönlichkeitsstörung, der in einem Moment vor Freude strahlt und im nächsten wütend auf einen losgehen kann. Der sich an jedem rächt, der sich ihm widersetzt, ob Mensch oder Tier. Diese Person muss man einfach hassen.

Marlena dahingegen ist sein Ruhepool, doch auch sie vermag es nicht immer seine Ruhe wiederherzustellen.
Marlena ist eine wunderschöne Frau, eine begabte Artistin und vernarrt in ihre Pferde, die sie wie ihre Kinder behandelt. Sie ist sanft und freundlich, jedoch auch überaus naiv und ohne den Zirkus aufgeschmissen.
Denn ihr Elternhaus hat sie verstoßen, als sie es wagte einen Juden zu heiraten.

Jacob ist eine sehr unbekümmerte Person, man merkt jedoch, dass sich sein Wesen arg wandelt, als er zum Zirkus kommt. Er macht die größte Entwicklung durch. Er lernt vorsichtig zu sein und vorausschauend um sich selber zu schützen, jedoch bleibt sein großes Herz am rechten Fleck und er setzt sich für die Schwächeren ein, ob Mensch oder Tier.

Die Geschichte ist zum einen tragisch aber im anderen Moment auch magisch, wie eine Abenteuerroman, in der sich der Held in fremde Weiten erhebt.
Und wir haben hier vor allem eines nicht, einen kitschigen Liebesroman. Ja die Liebe spielt für Jacob eine große Rolle, doch dieses Thema nimmt nicht Überhand, läuft bis zum Schluss auch eher als Nebengeschichte und erhält erst im letzten Viertel an Bedeutung.
In der Zwischenzeit werden wir schon mit Spannung überhäuft, bangen mit, drücken die Daumen und hoffen.

Das Buch ist ehrlich, brutal und zeigt, dass ein Zirkus den Glanz eben nur nach außen trägt und innerhalb dieses auch düstere Seiten herrschen. Dabei werden Themen wie die Prohibition, die Wirtschaftskrise und der Klassenunterschied angesprochen.

Im Zirkus herrscht eine extreme Trennung von Arbeitern und Artisten und sollte das Geld einmal knapp sein, wegen der Krise, so gehen die Arbeiter als einzige leer aus. Sie essen und schlafen getrennt, Artisten erhalten Wasser zum Waschen, Arbeiter nicht. Dies alles geschieht frei nach dem Motto Arbeiter sind ersetzbar und das lässt diese sich fürchten.

Die Prohibition ist ein großes Thema, auch wenn der Zirkus reichlich mit Alkohol ausgestattet zu sein scheint, ist das Thema allgegenwärtig, zweimal kommt in dem Buch eine Alkoholrazzia vor.

Was also ist das Besondere an diesem Buch? Ich kann es gar nicht so genau sagen, weil es für mich mehr das Buch als Gasamtes war, das mich gefesselt hat. Wir haben hier einen sehr spannenden Abenteuerroman, der uns in fremde Gefilde führt, dabei jedoch nicht nur den Glanz zeigt, sondern auch die Schattenseiten. Und wir haben den netten Kerl, der dem fiesen das Mädchen raubt - immer wieder gern gesehen.
Bei mir ist es sehr wichtig, das ich bei einem Buch einen Draht zu mindestens einer Person bekomme, sonst kann ich nicht eintauchen und das Lesevergnügen bleibt sehr oberflächlich. Hier habe ich die Person mit Jacob sehr schnell gefunden, er musste nicht viel sagen, schon war die Verbindung da.

==Fazit==

Ein sehr gelungenes Buch, das mich gleich mitgenommen hat und bis zur letzten Seite nicht mehr losließ.
Neben der hervorragenden Abenteuergeschichte bekommen wir auch einen Blick in die damalige Zeit und das Zirkusleben insbesondere.
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am 7. Januar 2013
Der 93-jährige Jacob Jankowski lebt in einem Altersheim. In dieses wurde er von seinen Kindern untergebracht, nachdem seine Frau starb und er selbst sich bei einem Sturz die Hüfte brach. Geistig ist er noch voll auf der Höhe, nur sein Körper spielt nicht mehr so mit, wie er es gern hätte. In dem Heim ist ein Tag wie der andere. Doch eines Tages wird in Sichtweite ein Zirkus aufgebaut und Jacob erinnert sich an seine Vergangenheit, denn er selbst ist jahrelang mit einem Zirkus durch Amerika gereist.

Bis zu seinem 23. Lebensjahr führte Jacob ein sehr behütetes Leben. Als einziges Kind seiner Eltern hatte er eine glückliche Kindheit und es stand für ihn nie zur Debatte, dass er einen anderen Beruf ergreifen wollte als sein Vater: Veterinär. Auf der Universität läuft es, trotz Wirtschaftskrise, sehr gut für ihn, die Studiengebühren sind gezahlt und es fehlt nur noch eine Prüfung zu seinem Abschluss. Es ist das schicksalhafte Jahr 1931, das sein Leben für immer verändern soll. Kurz vor der Abschlussprüfung sterben Jacobs Eltern bei einem Autounfall und Jacob steht völlig mittellos da, denn seine Eltern konnten ihm, wider erwartend nichts hinterlassen. Sein Elternhaus und die Praxis seines Vaters sind an eine Bank verloren, bei der die Hypothek für seine Studiengebühren lief. Jacob, der nicht weiß, wo er hin soll und was er mit dem Rest seines Lebens anfangen soll, springt einfach auf einen vorbeifahrenden Zug.

Dass es sich bei dem Zug um einen fahrenden Zirkus handelt, merkt Jacob recht schnell. Mit Hilfe von Camel, der sich in jenem bewussten Waggon aufhält, bekommt er tatsächlich Arbeit als Tierarzt beim Zirkus. Jetzt betritt Jacob eine ihm neue und völlig unbekannte Welt. Schnell lebt er sich ein und merkt, wer seine Freunde und Verbündeten sind und wem er aus dem Weg gehen muss, um ein ruhiges Leben beim Zirkus zu führen. Bereits am ersten Tag sieht er Marlena, eine Artistin und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Marlena ist verheiratet und was das bedeutet, eröffnet sich Jacob schneller, als ihm lieb ist. Und dennoch, er kann Marlena nicht fern bleiben und auch sie scheint, obwohl sie verheiratet ist, ihm gegenüber Gefühle zu hegen. Doch kann das gut gehen, zwei Liebende, die nicht sein dürfen auf so engem Raum? Können sie ihre Gefühle gegenüber den anderen verbergen und was passiert, wenn Marlenas Ehemann davon erfährt?

Was für eine ergreifende Geschichte! Der Plot wurde sehr detailliert und gefühlvoll erarbeitet, ich war einfach nur hingerissen. Besonders gut haben mir die fließenden Übergänge von Gegenwart und Vergangenheit gefallen, sie waren gleitend, nicht abrupt, wie es häufig der Fall ist. Die Figuren wurden allesamt facettenreich und tiefgründig in Szene gesetzt, ich war von jeder einzelnen, ob gut oder böse fasziniert und begeistert. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch am Stück gelesen habe - es hatte mich einfach gepackt und nicht mehr losgelassen. Hier hat mir besonders gut gefallen, dass das Buch ausschließlich aus der Sicht Jacobs erzählt wird. Ich musste mich hier nicht auf irgendwelche anderen Sichtweisen einstellen, sondern konnte einfach in die Geschichte eintauchen und mit ihr schwimmen. Abschließend kann ich sagen, dass es sich hier um ein sehr einfühlsames Buch handelt, dass mir wundervolle Lesestunden bereitet hat und von dem ich mir vorstellen könnte, es durchaus noch einmal zu lesen.
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am 6. September 2012
Inhalt:
Jacob Jankowski ist ein vielversprechender Veterinärstudent, der kurz vor seinem Abschluss steht. Doch als bei einem Automobilunfall seine Eltern sterben, bricht Jacobs Leben auseinander. Die Tierarztpraxis wird Opfer der Wirtschaftskrise, ebenso wie das Haus seiner Eltern und so verlässt er vorzeitig das College und strebt ein neues Leben an, bloß weg aus der Kleinstadt, die sein geplantes Leben raubte. So landet Jacob im Jahre 1931 bei dem Zirkus Benzinis spektakulärste Show der Welt, ein Zirkus, der mit dem Zug durch Amerika reist. Schnell wird klar, dass Jacob Veterinärmedizin studiert hat und fortan im Zirkus als Tierarzt arbeiten soll. Doch der Schein trügt, denn auch wenn der Zirkus himmlisch erscheint, sieht es hinter den Kulissen anders aus. Jacob schlägt sich durch, lernt Artisten und Arbeiter kennen, bis er auf August und Marlena stößt. Wo Marlena bezaubernd und unheimlich schön ist, ist August die Gefahr in Person. Als der Zirkuschef Onkel Al schließlich die Elefantendame Rosie ergattert, nimmt die Tragödie ihren Lauf, denn Rosie scheint ein dummer Elefant zu sein, an dem August sich wutentbrannt vergreift. Schließlich ist es Jacob, der Rosies Geheimnis lüftet …

Story 5/5
Spannung 4.5/5
Romantik 3/5
Charaktere 5/5
Das Ende 4.5/5
Tiefgang 4/5

Meinung:
“Wasser für die Elefanten” ist ein sehr ergreifender Roman von Sara Gruen, die schon für ihre anderen Romane mit tierischem Inhalt bekannt ist. Der Roman war sogar so erfolgreich, dass er verfilmt wurde, s.h. Ende der Rezension.

Die Geschichte wird aus Jacob Jankowskis Perspektive erzählt. Er sitz schon längere Zeit im Altenheim und erinnert sich bzw. erzählt Teile seines bewegten Lebens. Es geht dabei überwiegend um seine Geschichte beim Zirkus Benzinis spektakulärste Show der Welt, wo er 1931 als Tierarzt anheuerte, denn Jacob hatte zuvor alles verloren. Er kämpft sich durch das harte Leben im Zirkus und behält dennoch immer seine Liebe zu den Tieren bei. Letztendlich versucht er die Elefantendame Rosie vor dem gewaltbereiten und verrückten Dompteuer August zu beschützen, der sich regelmäßig an ihr vergeht, wenn sie ihm nicht gehorcht. Jacob ist ein sehr freundlicher Mensch, der anderen hilft. Ich fand ihn als Protagonisten, der die Geschichte erzählt, durchweg sehr authentisch und vor allem menschlich.

Als ich beim Pferdewagen ankomme, steht Silver Star vor der hinteren Wand in knietiefem Stroh. Seine Augen sind glasig, sein Pus rast.
(Seite 108)

Zu ihm gesellen sich viele weitere Charaktere. Die Hauptrolle nehmen ansonsten Marlena, August und natürlich die Elefantendame Rosie ein. Marlena ist die Kunstreiterin des Zirkus, mit ihrer atemberaubenden Freiheitsdressur. August ist dagegen Dompteuer, er kümmert sich um die vielen Raubkatzen. Beide sind verheiratet und das Paar im Zirkus. Doch auch hier ist die Ehe nur eine Illusion. August ist launisch, verrückt und krank. Er ist gewaltbereit und es ist immer nur eine Frage der Zeit, wenn er wieder ausflippt. Dies merkt auch Jacob, dem es geradezu das Herz zerreißt, wenn August auf Rosie einprügelt. Natürlich entwickeln Jacob im Laufe der Geschichte Gefühle für Marlena und begibt sich damit in eine gefährliche Lage. Marlena und August sind sehr verschiedene Charaktere. Beide sind authentisch, wie auch der Rest der Charaktere, die alle ihren Kanten und Ecken haben.

Die Handlung baut vor allem auf eine Tragödie auf. Man spürt schnell, dass Jacobs Höhenflug beim Zirkus nicht von Dauer ist, denn der Zirkus ist bloßer Schein, ein Uhrwerk das Geld einbringen muss, koste was es wolle. Als Leser habe ich mit gezittert und nur auf das große Chaos gewartet, denn die Handlung spitz sich von Kapitel zu Kapitel zu. Spätestens als Rosie, die Elefantendame, kommt, wird deutlich, dass der Zirkus funktionieren muss. Rosie funktioniert lange Zeit jedoch nicht und muss darunter leiden. Sie wird von August geprügelt. Jacob dagegen beobachtet Rosie intensiv und merkt eines Tages, dass die hübsche Elefantendame ein Geheimnis verbirgt …

Marlena taucht aus dem Nichts auf und schnappt sich meine Hand. Unter Sirenengeheul und Pfeifentrillern flüchten wir. Als dröhnend Schüsse fallen, packe ich Marlena und gehe mit ihr in einer schmalen Gasse in Deckung.
(Seite 198)

Die ganze Geschichte wirkt sehr authentisch. Der Zirkus wird nicht beschönigt, sondern von seiner knallharten und brutalen Art gezeigt. Im Jahre 1931 gab es zudem Zirkussterben in Amerika, wodurch “Wasser für die Elefanten” einfach noch realistischer wirkt. Die Autorin hat recherchiert, denn viele Details wirken echt und zugleich erschreckend. Doch gerade diese bildvolle Wahrheit verdeutlicht, wie schlimm frühere Zirkusse wirklich waren. In den 30er Jahren hatten weder die Arbeiter beim Zirkus Rechte, noch die Tiere und gerade dies verarbeitet die Autorin sehr intensiv in ihrem Roman.

Insgesamt vergebe ich 4,5 Sterne. “Wasser für die Elefanten” artet in einer wahren Tragödie aus, die allerdings eine Art Happy End für gewisse Protagonisten mit sich bringt, wenn auch eines der etwas anderen Art. Der Roman ist erschreckend realistisch und verdeutlich die allseits bekannte Illusion die sich hinter solch einem Zirkus aus den 30er Jahren verbirgt. Hoffentlich öffnet diese Geschichte vielen Lesern die Augen, denn Tiere in Zirkussen führen bis heute kein artgerechtes Leben …

Etwas ein Viertel der Vorstellung ist vorbei, als sie die Menagerie betritt. Ich spüre ihre Gegenwart, noch bevor ich das erstaunte Gemurmel um mich herum höre.
(Seite 251)

Der Schreibstil ist flüssig und authentisch. Die Autorin verbirgt nichts. Es gibt erschütternde, brutale und sexuelle Szenen, die die wahre Natur von Benzinis spektakulärste Show der Welt verdeutlichen. Zudem fand ich die Erzählform gut gewählt. Jacob erinnert sich, er ist um die 90 Jahre alt und erzählt bzw. erinnert sich an sein atemberaubendes Leben beim Zirkus. Durch diese Erzählform ahnt man schon, dass etwas im Zirkus schief gehen muss, was die Spannung schürt. Zudem ist es immer wieder sehr ergreifend, wie schlecht es Jacob ins einem Pflegeheim geht. Wieder eine Problematik, worauf die Autorin eingeht. Alles in allem also ein sehr gelungener Schreibstil, der von Anfang an eine mulmige und traurige Stimmung beim Leser weckt.

Zum Cover kann ich nicht viel sagen, da ich das Taschenbuch zum Film gekauft habe. Wirklich schön finde ich solche Filmcover eigentlich nicht. Die Bilder in der Mitte waren recht nett, um sich auch von der Elefantendame Rosie ein besseres Bild machen zu können. Der Titel wird übrigens von der Autorin innerhalb der Geschichte geschickt mit aufgenommen ;-)

In der gleichen Nacht schleichen Marlena und ich uns in die Menagerie und holen Bobo zu uns ins Abteil Wenn schon, denn schon.
(Seite 394)

Fazit:
“Wasser für die Elefanten” erhält von meiner Seite 4,5 Sterne. Die Geschichte ist sehr rührend und fesselt den Leser bis zum chaotischen Ende. Jacob als Protagonist ist sehr authentisch, egal ob als junger Tierarzt oder alter Mann. Er hat durchgehend mein Mitgefühl geweckt. Für mich ist der Roman in jedem Fall ein absoluter Lesetip, denn die Geschichte ist nicht nur melancholisch, traurig, sondern auch spannend und birgt ein sehr ergreifendes Ende.

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Kann der Film mit dem Roman mithalten?

Nein, ganz und gar nicht. Der Film ist nett, hat eine gute Besetzung und die Bilder sind gelungen. Aber trotzdem kann der Film nicht mit dem Roman mithalten, denn dafür wurde einfach zu viel verändert und gekürzt in der Filmversion. Onkel Al gibt es nicht, im Film ist August der Zirkuschef, wodurch die Charaktere in ein ganz anderes Licht gerückt werden. Zudem fehlen wichtige Details, kleine Textpassagen, die im Film einfach ignoriert wurden, aber die den kleinen und feinen Unterschied zwischen Buch- und Filmversion machen. Außerdem bin ich mir wirklich nicht sicher, ob die Elefantendame im Film die Kunststücke wirklich freiwillig gemacht hat oder ob hier auch Quälerei im Spiel war … :-(
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am 7. Mai 2011
Dieses Buch hat unbedingt 5 Sterne verdient! Trotzdem wirkt es auf jeden von uns anders. Auch auf die Gefahr, daß ich hier "ausgebuht" werde, möchte ich hier ganz offen meine persönlichen Empfindungen darlegen, die mich beim Lesen bewegten.

Also ein Buch über das Leben mit Tieren, mit Elefanten, im Zirkus, und eine Liebesgeschichte. Dachte ich und freute mich auf genüßlich unterhaltsames lesevergnügen.
Es kam aber ganz anders.
Die ergreifend geschilderten, schlimmen Zustände im Umgang mit den Tieren in diesem Zirkus, und z.T. auch gegenüber den hier arbeitenden Menschen, waren für mich sehr schmerzhaft und überlagerten die eigentliche Beziehungsgeschichte, die sich vor allem in der zweiten Hälfte des Buches auf eine wunderschön feinfühlige Art entfaltet.
Die Autorin räumt dem weigehend gefühllosen und grausamen Umgang mit den Tieren emotional und inhaltlich einen solchen Stellenwert ein, daß man zu recht vermuten darf, daß sie dies beabsichtigt und daß es dafür einen authentischen Grund gibt.

Dies riß mich schmerzhaft aus meiner romantisch naiven Illusion vom Zirkusleben, die wohl jeder Leser meiner Altersgruppe noch aus der Kindheit tief in sich trägt, wenn wir herzhaft und glücklich über die Lustigen Vorführungen und Dressurleistungen der Zirkustiere lachten und uns (wie ich )sogar heimlich wünschten, daß Papa Zirkusdirektor wäre und man selbst mit den lustigen Äffchen in der Manege stünde.
Irgenwie hatte ich mir diese Illusion bewahrt, die nun durch dieses Buch ein jähes Ende fand, denn es macht auch die ökonomischen und technischen Zwänge sichtbar, denen die Tierhaltung in jedem Zirkus naturgemäß unterworfen ist.

Die exzellent aufgebaute Story,wie der heute über 90-jährige Romanheld sich erinnert, wie er das Zikusleben erlebte und wie er mit diesen Bedingungen umging, seine eigene tiefe Beziehung zu den Tieren und "seinem" Elefanten, schließlich die sich zunächst sehr zaghaft anbahnende und scließlich das letzte Drittel des Buches dominierende wunderbar geschilderte Liebesbeziehung,ist wirklich eine schriftstellerisch großartige Leistung und viel mehr, als nur ein Liebesroman. ein Liebesroman.

Für mich auch ein Buch, das aufrüttelt und getragen ist vom Mitgefühl und der Liebe der Autorin zu allen Geschöpfen, sowohl hinsichtlich der oft schlimmen Behandlung und des Mobbings von Menschen, die zu anderen in irgend einer, meist wirtschaftlichen Abhängigkeit stehen, der menschlichen Gefühle füreinander, der gegenseitigen Zuneigung, Achtung und Wertschätzung, als auch des respektvollen und achtsamen Umgangs mit allen anderen Geschöpfen, wie den Tieren, für die wir besonders dann Verantwortung tragen, wenn wir sie uns "dienstbar" machen oder uns aus anderen Motiven für ein Zusammenleben mit ihnen entscheiden. Somit ist dieser großartige Roman für mich auch weit mehr,als der Titel vermuten läßt.

Beim Lesen der Autorenvorstellung von Sara Gruen, "die zusammen mit ihrem Mann, 3 Kindern, 2 Pferden, 2 Hunden, 4 Katzen und einer Ziege" auf dem Lande bei Chicago lebt, mußte ich unwillkürlich an die bezaubernden Bücher der schwedischen Autorin denken, die mit ihren Tieren in der beeindruckenden Naturwelt des hohen Nordens in einem Holzhaus lebt und deren kleiner Buchreihe für mich die gleiche Magie entströmt, wenn auch die Art ihrer Bücher ganz anders ausgerichtet ist...Im Land der Sonne und des Windes 2: Die Heilung der Seele - Der Weg der Mitte. Für alle, die auf der Suche sindoder Hörst du das Flüstern der Lena?: Samara, die Heilerin am Fluss.
Trotz der Unterschiede spürte ich auch bei diesem Spitzenroman von Sara Gruen die gleiche Faszination, die mich beim Lesen solch außergewöhlicher Bücher stets erfaßt, sodaß ich nicht loslassen kann, bis ich durch bin und sie dann meist später nochmal aus neuem Blickwinkel lese.
Deshalb habe ich nun auch zu diesem Roman von Sara Gruen hier "mein Herz ausgeschüttet" und wünsche mir, daß möglichst viele Menschen Bücher wie diese mit offenem Herzen lesen, weil sie uns besonders in der heutigen Zeit viel mehr zu sagen haben, als manch andere Bestseller.

Heidemarie und Familie
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