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5.0 von 5 Sternen "Gegen den Priester hat man nicht Gründe, man hat das Zuchthaus" (Gesetz wider das Christenthum).
Zur Zeit rollt die Welle der sogenannten "new atheists" über Deutschland und den Rest der Welt. Der in Oxford lehrende Evolutionsbiologe Richard Dawkins ist der bekannteste Vertreter dieser Bewegung und sein neuestes Buch "Der Gotteswahn" (orig: "The God Delusion") ist diesen September auf Deutsch erschienen. Nur wenige Wochen später kam Christopher Hitchens...
Veröffentlicht am 6. Oktober 2007 von Michael Dienstbier

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naja
Habe mir das Buch aufgrund einiger Empfehlungen zugelegt, fand es ganz ok, aber würde es nicht unbedingt wieder lesen wollen.
Vor 5 Monaten von Vanessa veröffentlicht


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164 von 176 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Gegen den Priester hat man nicht Gründe, man hat das Zuchthaus" (Gesetz wider das Christenthum)., 6. Oktober 2007
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Zur Zeit rollt die Welle der sogenannten "new atheists" über Deutschland und den Rest der Welt. Der in Oxford lehrende Evolutionsbiologe Richard Dawkins ist der bekannteste Vertreter dieser Bewegung und sein neuestes Buch "Der Gotteswahn" (orig: "The God Delusion") ist diesen September auf Deutsch erschienen. Nur wenige Wochen später kam Christopher Hitchens "Der Herr ist kein Hirte" (orig: "Why God is not Great") auf den deutschen Buchmarkt. Beide Autoren rechnen in schärfster Polemik mit dem unkritischen Glauben an eine göttliche Instanz ab und ziehen sich so den Hass vieler Gläubigen zu. Und dennoch, gegen Friedrich Nietzsches Spätwerk "Der Antichrist" wirken Dawkins, Hitchens & Co eher harmlos. Was Nietzsche hier liefert, ist der brutalstmögliche nur denkbare Angriff auf das Christentum sowie dessen zersetzende Wirkung auf die Menschheit.

Was Nietzsche anprangert ist die Tendenz des Christentums, Schwäche und Demut zur Tugend zu erklären. Seine Wut richtet sich vor allem gegen die Primärtugend des Christentums, das Mitleid: "Die Schwachen und Missrathnen sollen zu Grunde gehen: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen auch noch dazu helfen. Was ist schädlicher als irgendein Laster? - Das Mitleiden der That mit allen Missrathnen und Schwachen - das Christentum..." (Abschnitt 2). Da die Nazis sich Nietzsches Rhetorik zu Eigen gemacht haben, benötigt sie heute einige erklärende Worte. Das "Schwache und Missrathne" bezieht sich bei Nietzsche niemals auf irgendwelche körperliche Eigenschaften oder ähnliches. Als schwach prangert Nietzsche die freiwillige Unterwerfung eines jeden Menschen unter ein göttlich legitimiertes Moralkonstrukt wie das des Christentums, zum Beispiel, an. Sich davon zu befreien, alle aufoktroyierten Werte abzulehnen und sich selbst seine Lebensmaximen zu schaffen, das bedeutet für Nietzsche Stärke. Diesen potentiellen Zustand eines jeden Menschen bezeichnet Nietzsche in "Also sprach Zarathustra" als den Übermenschen. Das Konstrukt des Göttlichen sei der Haupthinderungsgrund für den Menschen, den Zustand des Übermenschen zu erreichen, da Religion von Grund auf diesseitsverachtend sei: "Gott die Formel für jede Verleumdung des 'Diesseits', für jede Lüge vom 'Jenseits'! In Gott das Nichts vergöttlicht, der Wille zum Nichts heilig gesprochen!" (Abschnitt 18) Religion also als der Wille zum Nichts. Demgegenüber steht Nietzsches Wille zur Macht, der nichts anderes ist als der Wille zum Übermenschen.

Und so geht es munter weiter: "Das Christenthum ist ein Aufstand aller Am-Boden-Kriechenden gegen das, was Höhe hat" (Abschnitt 43). "Der Christ, diese ultima ratio der Lüge" (Abschnitt 44). An anderer Stelle wird das Christentum als "Gehirn-Dressur" (Abschnitt 59) bezeichnet, um im letzten Abschnitt zu bilanzieren: "Ich heisse es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" (Abschnitt 62). Jede mögliche Beleidigung, die man sich nur denken kann, findet sich an irgendeiner Stelle in "Der Antichrist". Für jeden, der political correctness sowieso für überschätzt hält, ist das genau das Richtige. "Der Antichrist" ist im höchsten Maße unterhaltsam, politisch unkorrekt und trifft abseits aller Polemik genau den Punkt. Alle Religion basieren auf dem Grundsatz der bedingungslosen Akzeptanz bestimmter Wert- und Moralmaßstäbe. Kritisches Denken wird in sämtlichen Schriften der monotheistischen Religionen als Gefahr diskreditiert. Darin lag damals und darin liegt heute eines der Hauptprobleme der Menschheit.

Fazit: Hart, polemisch, gnadenlos. Da die Nazis Nietzsches Terminologie für ihre Zwecke missbraucht haben, ist es unbedingt erforderlich Begriffe wie den "Übermenschen" oder das "Schwache und Missrathne" zu erklären und im Kontext zu verstehen. Ist das geschehen, ist es leicht nachzuvollziehen, warum Nietzsche bis heute einer der faszinierendsten und aktuellsten Philosophie geblieben ist.
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95 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir Freigeister, 27. Dezember 2005
wissen, dass Nietzsche nur kleines Stück eines großen Puzzel ist. Wer Nietzsche liest, sollte auch Haeckel, Goethe, Feuerbach, Lessing, Kant, Darwin etc. und die Bibel (!) lesen. Denn Glaube allein, heißt nicht wissen wollen - heißt, einseitig denken - heißt, Unwissenheit - heißt, Intoleranz - heißt, Krieg und Zerstörung. Lesen erweitert den Horizont. Jeder "Glaube" (ergo, jede unhinterfragte Annahme einer subjektiven Meinung) verbirgt - in sich - die Gefahr einer einseitigen Betrachtungsweise. Deshalb können Freigeister niemals eine Meinung als richtig oder falsch einordnen. Es ist immer eine gewisse Dualität vorhanden. So z.B. steht auf der einen Seite eine eindeutig zu verurteilende und zu verwerfende dogmatische Kirche, auf der anderen stehen die (gesellschaftspolitisch konstruktiven) zehn Gebote. Wie Haeckel schon richtig sagte, das gute und gerechte am Christentum sollten wir übernehmen, das schlechte jedoch verwerfen.
Jeder der sich mit Religionen objektiv, konstruktiv auseinandersetzt wird früher oder später zur Ansicht gelangen, dass diese als gesellschaftliche Phänomene zu betrachten sind. Sie sind Ergebnisse menschlicher Phantasien, unbegründeter Hoffnungen und unerfüllter Wünsche. Der Mensch wird eines Tages begreifen müssen, dass er auf diesen Planeten zwar einzigartig, aber nicht unentbehrlich ist. Wer mit diesen Wissen handelt, handelt für die gesamte Menschheit und für den Erhalt unseres Planteten.
Nietzsche und all die anderen Freigeister, die schon vor langer Zeit (!) ihre Thesen an die Pforten der menschlichen Unwissenheit genagelt haben, werden leider immer unpopulärer und geraten in Vergessenheit. Wenn ihre Meinungen für sich auch nicht immer mit der unsrigen korrelieren, so müssen sie jedoch im Gesamtkontext als "Lest und hinterfragt!" gesehen werden. Und nur das zählt!
Jemand hat mal gesagt: "Das schlimmste an Geschichte ist, dass sie sich immer wiederholt!"
In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß mit diesem Buch. Ich kann es nur jedem Empfehlen, der den Mut aufbringt, etwas an und in sich verändern zu wollen.
Mit freundlichen Grüßen!
Christian
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64 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Priester herrscht durch die Sünde", 26. Mai 2008
"Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die fruchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt. Die christliche Kirche ließ nichts mit ihrem Verderbnis unberührt, sie hat aus jedem Wert einen Unwert, aus jeder Wahrheit eine Lüge, aus jeder Rechtschaffenheit eine Seelen-Niedertracht gemacht. Man wage es noch, mir von ihren 'humanitären' Segnungen zu reden! Irgend einen Notstand abschaffen ging wider ihre tiefste Nützlichkeit, sie lebte von Notständen, sie schuf Notstände, um sich zu verewigen ..."
Dieses Zitat stammt aus dem letzten der 62 kurzen Kapitel. Schon im kurzen Vorwort schreibt Nietzsche, dass dieses Buch für eine Minderheit geschrieben ist und dass man es wohl zu späteren Zeiten besser verstehen würde. Man tut das hoffentlich heute, 120 Jahre nach Niederschrift.
Es ist kaum möglich, dieses Werk zu knapp zu würdigen: da ist die intensive Sprache, in der jeder Halbsatz ein Volltreffer, eine Punktlandung ist. Nitzsche bringt es fertig, nicht nur eine erbarmungslose, begründete Kirchenkritik zu verfassen, er findet auch Kritik an den großen deutschen Philosophen, besonders an Kant, die zu sehr Knechte der Theologie seien.
Er vergleicht Buddhismus mit Christentum, geht auf das Judentum ein und bringt eine interessante Interpretation von Jesus. Nitzsche stellt das Verhältnis der Kirche zur Wissenschaft dar - mit vielen Seitenhieben auf Paulus: "Der 'Glaube' als Imperativ ist das Veto gegen die Wissenschaft, - in praxi die Lüge um jeden Preis ... Paulus begriff, dass die Lüge - daß der 'Glaube' not tat; ...".
"Der Priester kennt nur eine große Gefahr: das ist die Wissenschaft, - der gesunde Begriff von Ursache und Wirkung. Aber die Wissenschaft gedeiht im ganzen nur unter glücklichen Verhältnissen, - man muß Zeit, man muß Geist überflüssig haben, um zu 'erkennen' ...'Folglich muß man den Menschen unglücklich machen', - dies war zu jeder Zeit die Logik des Priesters. - Man errät bereits, was, dieser Logik gemäß, damit erst in die Welt gekommen ist: - die 'Sünde'... Der Schuld- und Strafbegriff, die ganze 'sittliche Weltordnung' ist erfunden gegen die Wissenschaft, - gegen die Ablösung des Menschen vom Priester...; der Priester herrscht durch die Sünde."
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46 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der kritischen Reflexion und Polemik, 27. August 2006
Wem die nachfolgende Inhaltsangabe zu lang ist, der möge bitte bis zum letzten Abschnitt fortschreiten.

Friedrich Nietzsches Schrift "Der Antichrist -Versuch einer Kritik des Christentums",
geschrieben 1888, veröffentlich 1895, gliedert sich in 62 kleine Kapitel, war ursprünglich als das erste Buch der auf vier Bände angelegten "Umwertung aller Werte" geplant und handelt von Nietzsches Auseinandersetzung und Kritik mit den Religionen Christentum, Judentum und Buddhismus und mündet schließlich in eine Kritik an seiner Zeit.

Nach dem Vorwort, in dem Nietzsche zum Ausdruck bringt, dass ihn die wenigsten verstehen werden, diese Menschen vielleicht noch gar nicht geboren sind, beginnt er sein Werk mit dem Gedanken des Hyperboräers, einer Art "Übermensch". Er bezeichnet diesen als Formel des Glücks und stellt eine Relation zur Menschheit seiner Zeit her. Er macht deutlich, dass man diese Glücksformel verwenden muss um zum Ziel zu gelangen: die Menschheit zu überwinden und deren Platz durch etwas Überlegeneres zu ersetzen. Nun definiert er die Werte Gut, Schlecht und Glück, sowie das christliche Mitleid, das er als sehr schädlich abtut. Er zeigt auf, in welche Richtung die geistige Entwicklung auf schnellen Sohlen schreiten soll, nämlich zurück, in die von ihm sehr verehrte Renaissance.
Er stellt nun das Christentum und den "Übermenschen" gegenüber und spricht davon, dass das Christentum aufgrund bestimmter Eigenschaften einen Krieg um Leben und Tod gegen diesen Typus geführt hat. Er erklärt die Verdorbenheit des Menschen und bezeichnet die Werte, in denen die Menschheit ihre oberste Wünschbarkeit zusammenfasst als Werte des "Verfalls". Danach vergleicht er den christlichen Mitleidsbegriff mit Selektion. Für ihn wirkt Mitleid depressiv, es ist ebenso Multiplikator allen Elends wie auch Konservator und dementsprechend Hauptwerkzeug der "décadence". Schließlich schlussfolgert er, dass Mitleid zum Nichts überredet. Im nächsten Kapitel greift er den Theologengeist an und macht klar, dass er alles daransetzt den "Theologen-Instinkt" zu bekriegen, denn was ein Theologe als wahr empfindet muss falsch sein. Ein jeder Theologe ist ein von Macht vergifteter Dogmatiker. Den Protestantismus definiert er nun als halbseitige Lähmung des Christentums -und der Vernunft, er lässt kein gutes Wort an dem Philosophen und Zeitgenossen Goethes Kant und dessen Morallehre. Er wundert sich scherzhaft, dass man Kants "kategorischen Imperativ" nicht als lebensgefährlich empfunden hat, erklärt aber, dass allein der "Theologen-Instinkt" diesen in Schutz nahm.
Im nächsten Kapitel geht Nietzsche nun wieder auf die Priester ein und bringt zum Ausdruck, dass ein jeder Priester seine Macht missbraucht und herrscht, da er die Begriffe "wahr" und "unwahr" bestimmt, er fühlt sich durch die "heiligen Aufgaben" selbst schon als geheiligt, für Nietzsche Grund genug diese als "Truthähne Gottes" zu beschimpfen. Daran anschließend fasst Nietzsche nun die Darstellung des Menschen als Tier auf, welches, seiner Meinung nach, das gefährlichste, krankhafteste aber auch interessanteste ist. Im folgenden stellt Nietzsche nun imaginäre Ursachen wie z.B. "Gott", "Seele", "Ich", "Geist" auf und geht dann über zum christlichen Gottesbegriff. Er kritisiert diesen als einen der korruptesten Gottesbegriffe, die auf Erden erreicht worden sind, als den "Pegel des Tiefstands" in der absteigenden Entwicklung der Götter.
Danach macht er die Folgen der Unterdrückung deutlich um von der Lüge des Jenseits zu berichten, denn das "Jenseits" entwertet das "Diesseits".
Er stellt fest, dass ein Fluch auf den starken Völkern liegen muss, da diese den schwachen christlichen Gott nicht von sich gestoßen haben, geradezu aus Hass verflucht er diese nun auch von seiner Seite aus. In den nächsten Kapiteln geht Nietzsche zum Vergleich zwischen Buddhismus und Christentum über. Er zeigt die psychische Grausamkeit des Christentums und den entsprechenden Unterschied im Buddhismus. Nietzsche lobt den Buddhismus. Zwar bezeichnet er diesen auch als Dekadenz, jedoch empfindet er ihn als 1000mal realistischer. Das Christentum betrachtet er nun intensiver und lässt verlauten, dass alles auf jüdischem Gedankengut gewachsen ist, was für ihn Grund der Dekadenz ist. Im nächsten Kapitel berichtet Nietzsche von der Geschichte Israels und dessen Entnatürlichung der Natur-Werte, die ihn zutiefst traurig stimmen, denn was noch so wundervoll für ihn begann, explorierte und explodierte umso schlimmer zur "Krankheit der Dekadenz". Nietzsche erzählt nun eine Geschichte der religiösen Umwertung, der Fälschung, die dann zum "Thema Jesus" mündet. Diesen bezeichnet er als "heiligen Anarchist", kritisiert aber die Überlieferung (auch die von Paulus überlieferten Dinge, die seiner Meinung nach nicht mehr als Heiligen-Legenden sind).
Ebenso kritisiert er es Jesus als "Heros" und "Genie" zu bezeichnen, was seiner Meinung nach einem Begriffsmissbrauch gleichkommt. In den nächsten Kapiteln berichtet er von den psychologischen Grundlagen der Erlösungslehre und zeigt die Widersprüchlichkeit Jesu auf, um diesen danach als "Freigeist" darzustellen. Die von Nietzsche verkündete frohe Botschaft, hat zum Inhalt, dass jeder das "wahre Leben" in sich trägt. Nun folgt Nietzsches Sicht auf die christlichen Symbole. Die Geschichte des Christentums ist, laut Nietzsche, die Geschichte des schrittweise immer gröberen Missverstehens eines ursprünglichen Symbolismus. Das Wort "Christentum" ist schon ein Missverständnis, denn laut Nietzsche gab es nur einen Christen und der starb am Kreuz. Daran verknüpfend macht er den Kontrast zwischen Kirche und Evangelium deutlich. Laut Nietzsche liegt die Menschheit vor dem Gegensatz dessen auf den Knien, was der Ursprung, der Sinn, das Recht des Evangeliums war, dass sie in dem Begriff "Kirche" gerade das heilig gesprochen hatte, was der "frohe Botschafter" als unter sich, als hinter sich empfand, für Nietzsche die größte Form welthistorischer Ironie.
Er veranschaulicht auch, dass das Christentum an fremden Ritualen krank ist, in einen Mantel aus Lehren und Riten des "Imperium Romanum" und der Barbarei gehüllt ist und kritisiert Religion als Schauspiel für selbsternannte Stellvertreter Gottes. Danach prangert er das Missverständnis um den Tod Jesu an und zeigt die Absurdität des Opfergedankens auf. Nietzsche entlarvt den Unsterblichkeitsglauben, der seiner Meinung nach, nicht mehr als ein unerfüllbares Versprechen ist und empfindet den Glauben an Jenseits wiedereinmal als entwertend für das Diesseits. Im nächsten Kapitel zeigt er anhand von Bibelsprüchen die Grausamkeit Gottes bzw. wie grausam Gott laut der Bibel sein müsste. Er fragt, was Wahrheit ist und macht deutlich, dass sich Glaube und Wissenschaft nicht miteinander vertragen. In den nächsten Kapiteln interpretiert er den Sündenfall und zeigt die "Psychologie des Priesters" auf. Für ihn ist Seligkeit kein Beweis für Wahrheit und das Christentum, das größte Unglück der Menschheit, denn Glauben heißt seiner Meinung nach "Nichtwissenwollen". Er fühlt sich außerdem von Überzeugungen gefangen genommen bzw. stellt Überzeugungen als Käfige, Gefängnisse, als Einschränkungen dar, denn man muss selbst die Grenzen der Vernunft begreifen und darf sich nicht durch den Begriff der Sünde schänden. Im nächsten Kapitel plädiert er für die Kastengesellschaft und spricht seine Freude über die vorbildliche Kultur Roms aus. Seiner Meinung nach sind die wissenschaftlichen Methoden für ihn Erzeugnis und Leistung des Römischenreiches. Anschließend hält er ein Loblied auf die von ihm sehr geschätzte Renaissance und kritisiert konträr die Kreuzzüge des Christentums als "höhere Seeräuberei". Für ihn hat sich das Christentum endgültig gegen das Leben verschworen, Rechtfertigung genug um seine Anklage an alle Wände zuschreiben, von einer Schwere so dass auch Blinde mit seine Buchstaben sehen und seine Worte lesen können. Er heißt das Christentum einen "unsterblichen Schandfleck der Menschheit" und fordert abschließend zu einer neuen Zeitrechnung, die nach dem letzen Tag des Christentums beginnen soll, auf.

Der Antichrist ist eines von Nietzsches Spätwerken, welches (in wenigen Wochen) 1888 niedergeschrieben wurde. Dieses an sich kleine Büchlein beinhaltet unglaublich viel. Es verlangt dem Leser allerdings auch Einiges ab und sei es nur mit der Kraft der Polemik Nietzsches umzugehen. Man kann den Antichristen auf viele Weisen lesen, man kann vieles überlesen, daher erfordert das Buch auch große Wachsamkeit. Es ist unglaublich anregend, man kann vieles über sich selbst lernen, über das Christentum und die Kirche. Nietzsche selbst wuchs als Pfarrerssohn auf und sollte eigentlich die theologischen Gewänder seines Vaters ausfüllen, der sehr früh verstarb. Daher erlebt man auch den ernsthaften Versuch einer Kritik an den Religionen. Große Theologen haben das Buch als hilfreich verstanden und dankbar angenommen, was sicher nicht die schlechteste Art ist mit dieser Schrift umzugehen. Bewundernswert ist, neben dem kritischen Geiste, auch die sprachliche Brillanz, die man in Nietzsches Schriften finden kann. Ist der Leser kritisch genug und Liebhaber wundervoller Sprache, so wird er durch dieses Büchlein auf beeindruckende Weise bereichert.
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36 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fortführung des Zarathustra, 24. Januar 2006
Der "Antichrist" führt Nietzsches Lehre des Übermenschen als evolutionäre Entwicklung zum Souveränen Menschen konsequent weiter. Das man seit der "fröhlichen Wissenschaft" weiss, dass Gott tot ist, gibt es keine Wahrheit mehr. Kein Oben und Unten. Kein Gut und Böse. Die Lösung folgt aus dem Nihilismus, der apodiktischen Entwertung der bisherigen, auch durch das Christentum als deontologische Moral vertretenen Moral und Parusieerwartung, die die Entwicklung des freien Geistes hemmt. Nietzsche hat dem Christentum immer vorgeworfen:
-es hätte Anteil an der Verherdung und Verweichlichung des Menschen
-es bestehe dogmatisch aus relikten einer paradoxen antiken Vorstellungswelt (Platons zwei Reichslehre von Ideen und Abbildungen)
-es vertröstet auf ein Jenseits, an welches schon jetzt niemand glaubt
-die Heuchelei, da die "Christen" selbst nicht das leben, was sie vorgeben zu glauben
Nietzsche beschreibt diese Determinanten in einer wuchtigen Sprache, die schwer zu beschreiben ist (zumal manchmal der geistige Verfall Nietzsches durchschimmert). Auch die Wortwahl reizt dazu, ihn mit der Ideologie des Nationalsozialismus gleichzusetzen. Das stimmt aber nicht, da auch der Natinalsozialismus dem Wesen nach eine säkulare Ersatzreligion darstellt, die das Christentum durch einen biologistischen Rassismus ersetzt hat. Nietzsche selbst war aber Anti-Antisemit. So verachtet er den Mann seiner Schwester, der ein Antisemit war.
Insgesamt ein lesenswertes Buch, da es die Frage stellt, an was soll man glauben, wenn der bisherige Glauben nicht mehr ist und auch nicht mehr sein wird. Wie soll man werden, wenn man nicht vorgegebn bekommt, was man sein soll.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ...und das Universum schweigt!, 4. April 2009
Nietzsche als Gefahr für die Kirche

Vollkommen verständlich ist es, dass die Kirche als "Große Institution der Seelentröstung" nur dann gedeihen kann, wenn es genug Grund zur Tröstung gibt. Das "Schäflein" muß schon den Fuß gebrochen haben oder vom bösen Wolf bedroht sein, um in die Arme des Schäfers flüchten zu wollen. Vollkommen verständlich ist es, dass die Kirche, als "Post-mortem-Strafen-in-Aussicht-stellende" Instanz, nur dann ernst genommen wird, wenn das "Schäflein" unbeleckt von der Welten Wissen, die Allmacht und Allwissenheit des "Schäfers", einem naiven Kindlein gleich ("...lasset die Kindlein zu mir kommen!"), unkritisch anerkennt und fürchtet.

Bedingungen dieser Art fand die Kirche im breiten, ungebildeten Volke über fast 2000 Jahre vor, bis die Menschen kürzlich in ihrer Masse aufhörten, derartig "Schäflein" zu sein und ob der Erkenntnisse moderner, empirisch arbeitender Wissenschaften und der medialen Verbreitung derselben "vom verbotenen Baume der Erkenntnis" in einem für die Kirche derart bedrohlichen Maße "aßen", dass sie in ihrer Masse zwar nicht aufhörten, Jesu Philosophie, plakativ dargelegt in seiner Bergpredigt, für wahr und unendlich weise zu befinden, jedoch "leider" aufhörten, der Kirche, insbesondere der römisch-katholischen, zu verzeihen, dass diese sich selbst absolut konträr dazu verhielt und verhält; Jesu Weisheit nicht adaptiert sondern sie nur postuliert und von allen verlangt, ohne sie selber vorzuleben. Weiterhin hält sie es bis heute nicht für nötig, ihre verstaubten, althergebrachten Ansichten durch neue, sich aufdrängende Erkenntnisse zu ergänzen, beharrt auf dem "Status Quo", macht von dieser Beharrung gar ihre ganze Existenz und, man staune, ihre Glaubwürdigkeit abhängig und beleidigt damit die Intelligenz der Menschen. Tatsachen, die Nietzsche früh erkannte... und bestimmt nicht nur er!

Nietzsche und die Existenz Gottes:

"...nach dem Tode Gottes...", sagt Nietzsche, und implementiert mit diesen wenigen Worten eine philosophische Aussage in die Köpfe und Herzen der Menschen, die der Kirche den Boden unter den Füßen wegzieht. Doch nicht er war der erste, der den Verdacht, der Abwesenheit Gottes als Überzeugung frech in den religiösen Äther stellte und umfassende Leserschaft fand, sondern schon der Philosophen-Vater Rene Descartes("Ich denke, also bin ich!"), der "seine" Philosophie auf Fakten (ähnlich der Mathematik!) basieren lassen wollte und a l l e s Nicht-Messbare, auch und vor allem die Existenz Gottes negierte.

Nietzsche verlangte, auf ähnliche Weise zur Wahrheit zu kommen! Für ihn liegt diese nicht in der mittelalterlichen Annahme der Existenz Gottes als Basis und Ursache allen Seins und es gab einen ungefähren Zeitgenossen, dessen Naturbetrachtungen ihn, höchstpopulär, wissenschaftlich zu bestätigen schienen: Charles Darwin!

Nietzsche, Jesus und die Zukunft der Menschheit:

Jesus wollte den Übermenschen im Sinne Nietzsches schon vor 2000 Jahren! Er benutzte "Seinen Vater im Himmel", als Vehikel um die Menschen mit "Zuckerbrot (Verheißungen) und Peitsche (Bestrafungen)", zum Reifen, zum Altruismus, zur Liebe und zur Güte zu erziehen, doch Appelle alleine reichten ihm nicht, denn so "funktioniert" der Mensch nun mal bis heute nicht (erst als es unter Strafe gestellt wurde, unangeschnallt Auto zu fahren, schnallten sich die Leute an!), und ähnliches wußte Jesus, und auch Paulus, der wohl den größten Anteil an der Verbreitung des Ur-Christentums hatte.

Es bleibt, neben der exzellenten schriftstellerischen Leistung Nietzsches, die Tatsache, dass man ihn, so wie er es voraussah, erst heute, in einer deutlich aufgeklärteren Welt, wirklich in der Masse zu verstehen beginnt. Nicht weil man es nicht früher gekonnt hätte; dafür liegt die Essenz seiner Aussage zu nah an der gottlosen, von allen, die die "Augen öffnen" akzeptierbaren Wahrheit des Darwinschen Weltbildes. Man hatte wohl noch eine geringere Skepsis in Glaubensfragen und ließ sich gerne und aus Tradition heraus von der "Heiligen Mutter Kirche" führen. Es ist ja auch bequemer, einen "Gott" zu haben, den man als Gesellschaft für alles "Schlechte" und "Gute" verantwortlich machen kann. Doch "nach dem Tode Gottes" muß sich der Mensch wohl an die eigene Nase fassen.

Das wahrhaft Göttliche liegt in uns selbst! Des Menschen Paradies ist inwendig zu finden... auch dies hatte Jesus seinerzeit schon klar gemacht und Nietzsche durch seinen "Übermenschen" unterstrichen. Die Spezies "Mensch" m u s s zum Über-Menschen reifen, sonst wird sie untergehen, wie alles untergeht, was sich nicht anpassen kann, und kein "Gott" wird uns retten oder um uns weinen, was im Kontext der Jahrmilliarden wahrscheinlich auch keiner Zähre wert wäre, und das Universum schweigt weiter!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Nietzsche ist kein Leseabenteuer!", 31. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Egal ob Atheist, Heide, Christ oder anderweitig gläubig ' wer sich mit dem Christentum auseinandersetzen möchte, kommt nicht umher Nietzsches 'Antichrist' zu lesen. In dem 'Versuch einer Kritik am Christentum' klagt Nietzsche an: das Christentum, die Kirche, ihre Priester, die Gesellschaft; den Zeitgeist von Mitleid und niederen Tugenden, christlichen Tugenden. Nächstenliebe ist für Nietzsche ebenso verabscheuenswert wie das Judentum selbst, auf das es sich bezieht.

In diesem Werk spottet er über alles, was das Christentum sein will. Polemisch, scharfsinnig konsequent und gnadenlos ehrlich ist das Buch, das nur denjenigen gehört, denen heute schon Ohren wachsen. 'All jenen, für die Zarathustra mehr als nur ein Begriff ist, den Menschen von morgen!', wie Nietzsche selbst schrieb.

Die verschiedenen Intentionen sich mit dem Antichristen zu befassen sind wie die Meinungen darüber sehr verschieden. Nietzsche verkenne das Christentum, stelle Jesus in einen wunderlichen Zusammenhang und gehe überhaupt nicht wissenschaftlich vor, so lautet die Kritik. Den Anspruch hat Nietzsche selbst auch niemals erhoben. Moral-frei und geradeaus philosophiert er mit dem Hammer und trifft den Nerv der Zeit auch heute noch, genauso wie vor über 100 Jahren.

Er befasst sich mit Aristoteles und Schobenhauers Mitleidsbegriff [K. 7] und stellt das Christentum als Sammelbecken der Schwäche und des Niederganges dar. Um Christ zu sein müsse man krank genug sein und umgekehrt: das Christentum mache krank. Es entziehe jegliches menschliche Bestreben zum Höheren, fordere das Niedere. Es schwäche das Starke, vergötze das Schwache und binde es an sich. Geburt, Taufe, Schule, Ehe, Tod und Feiertage machten es für all jene unentbehrlich, die dem Fluch des Christentums erlegen seien.[K. 51].

Er verurteilt Kants praktische Vernunft und Kant selbst [K. 11], vergleicht Buddhismus und Christentum in ihrer nihilistischen Funktion und stellt gleichzeitig die scharfen Unterschiede zwischen der christlichen und der der buddhistischen Religion dar [K. 20].

Die Entwicklung des Christentums wird beleuchtet und der prägende Charakter des Judentums herausgestellt [K. 24.]. Jesus selbst sei der einzige Christ, ähnlich Buddha habe er seine innere ruhe ohne jegliche Rache gefunden [K. 27].
Auch Islam [K.59], Anarchie [K. 57] und vieles mehr kommen in den wenigen 62 Kapiteln zum Gespräch.

Er endet mit seiner Anklage:

'Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt, ' ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen. [...] Ich heiße das Christentum den Einen großen Fluch, die Eine große innerlichste Verdorbenheit, den Einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist, ' ich heiße es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit.' [Kapitel 62]

Nietzsches Umwertung aller Werte hat nicht erst mit diesem Buch angefangen, sie aber um ein großes Stück vorangetragen. Wer dieses Buch liest muss nachdenken, muss umdenken. Derjenige muss begreifen, dass das Christentum hinterfragt und kritisiert werden muss, genauso wie man Nietzsche hinterfragen muss, denn seine rhetorische Begabung lädt schnell zu dem ein, was er bekämpft: unreflektiertem Glauben. Wer das schaffen möchte muss nicht zuletzt frei sein alles über Bord zu werfen, an was er geglaubt hat. Freilich nicht nur das Christentum.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer "erleuchtende" Erfahrung, 8. Januar 2012
Nietzsches Antichrist liest sich leichter als beschrieben, klarer als befürchtet und ist in der Präzision seiner Betrachtung gewaltiger als erwartet.
Man braucht zwar einige Seiten, um in die von Nietzsche gebrauchten Ausdrücke und Bilder hinein zu finden. Ist dies jedoch erst einmal gelungen, besticht sein Werk mit klaren, einleuchtenden Thesen.
Vor allem für Menschen wie mich, die aus einem sehr religiös geprägten Umfeld stammen, sind die Mängel die Nietzsche beschreibt aus eigener Erfahrung Realität. Dabei handelt es sich um Probleme, die von außen betrachtet als nichtig erscheinen mögen, wenn man aber in diesen Kreisen verkehrt eine Wichtigkeit entwickeln, die einem erst beim der reflektierenden Studie vom "Antichrist" klar werden.

Ich empfehle daher dieses Buch in erster Linie Menschen, welche das Christentum gut kennen und selbst erfahren haben. Für Menschen mit weniger tiefem, beziehungsweise nur oberflächlichem Kontakt mögen Nietzsches Thesen an mancher Stelle überzogen wirken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, 29. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Antichrist (Kindle Edition)
Kurz und pointiert. Etwas zu positive Einschätzung des Islams, aber das mag den Zeitumständen geschuldet sein. Entscheident die Erkenntnis das der Buddishmus eine Religion für reife Menschen ist.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kritisches, zuweilen sehr radikales Werk, 20. September 2010
Ich habe mir Nietzsche's Antichrist gekauft, weil ich zwecks meines Studiums viel mit Literatur und ihre Auswirkungen auf Kultur zu tun habe und dadurch auch sehr an Religion und der Kritik an Religion interessiert bin. Mit Kritik an der Religion spart Herr Nietzsche nicht. Empfindlichen Gläubigen würde ich dieses Buch nicht empfehlen. Nietzsche nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut nicht davor zurück, das Christientum zu "verfluchen" und als "Krankheit" unserer Zeit zu bezeichnen. Wenn man allerdings in der Lage ist, die radikal Formulierung auszublenden und die Fakten zu lesen auf die Herr Nietzsche seine Leser immerhin aufmerksam machen wollte, so bekommt man einen guten Einblick und versteht auch warum das Buch heißt wie es heißt.

Allen die Interesse an Religion haben, und an der Richtigkeit des Christentums und vor allem seiner Ausübung wie wir sie kennen zweifeln, lege ich dieses Buch sehr ans Herz. Es ist ein kurzes aber heftiges Lesevergnügen mit teilweise Augen-öffnendem Effekt.
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Der Antichrist
Der Antichrist von Friedrich Wilhelm Nietzsche
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