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5.0 von 5 Sternen Fantastischer Einblick in eine verschwundene Welt
Moltke ist uns eher als großartiger Militärstratege der drei Bismarckschen Kriege (1864, 1866, 1870/71) bekannt, denn als Schriftsteller. Und dennoch wollte der gebürtige Däne auch zunächst Schriftsteller werden. Und in jungen Jahren, zog es ihn auch in die Welt hinaus. Mit seinen Briefen, die in diesem Buch veröffentlicht sind, hat Moltke...
Veröffentlicht am 27. November 2003 von Martin Kasper

versus
2.0 von 5 Sternen Unter dem Halbmond
dieses Buch war mir zu ausschweifend und für ein Reisebuch zu langweilig, es hatte elllenlange Sätze die manchmal über eine ganze Seite gingen. Ich bin bei lesen immer schnell eingeschlafen.
Vor 18 Monaten von Brirei veröffentlicht


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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastischer Einblick in eine verschwundene Welt, 27. November 2003
Moltke ist uns eher als großartiger Militärstratege der drei Bismarckschen Kriege (1864, 1866, 1870/71) bekannt, denn als Schriftsteller. Und dennoch wollte der gebürtige Däne auch zunächst Schriftsteller werden. Und in jungen Jahren, zog es ihn auch in die Welt hinaus. Mit seinen Briefen, die in diesem Buch veröffentlicht sind, hat Moltke eine großartige Reisebeschreibung über das schon zu diesem Zeitpunkt auseinanderfallende Osmanische Reich vorgelegt.
Moltke beginnt seine Beschreibung mit der Reise durch die Balkanländer. Im Dez. 1835 erreicht er schließlich Konstantinopel (Istambul), wo er als Militärberater in Dienste des türkischen Sultans tritt. Er bereist die Dardanellen, den europäischen Teil der Türkei und Teile des nahen Ostens. Letztendlich wird er der Taurusarmee in Kurdistan zugeteilt, um gegen die rebellierenden Truppen des Paschas von Ägypten vorzugehen. Er beschreibt den katastrophalen Untergang des türkischen Heeres bei Nisib.
Die Beschreibung der Menschen und des Landes sind ein wohl einmaliges authentisches Zeugnis deutscher Sprache, das durch seine literarische und witzige Art besticht. Ebenfalls muss man die Kenntnisse Moltkes über die Geschichte und politischen Zustände des Osmanischen Reiches hervorheben. Moltke zeigt in diesem Buch auf woran die Staatsführung seiner Meinung nach krankt. Er macht dies an folgendem Beispiel deutlich: Während des Feldzuges in Kurdistan, waren die türkischen Truppen vom Gegner so sehr bedrängt, dass schon aus rein militärischen Gesichtspunkten nur ein Rückzug in Frage kam. Moltke schlug dies den türkischen Generälen vor. Diese waren zunächst einverstanden, zogen jedoch ihre Einwilligung nach dem Einspruch islamischer Mullahs (Geistliche) zurück, da diese es als eine Sünde betrachteten, überhaupt nur einen Schritt vor dem Feind zu weichen, egal, wie aussichtslos die Situation auch sei. Die Folgen waren verheerend für die Türken.
Dieses Buch ist sicherlich für Liebhaber alter Reiseberichte, aber auch für diejenigen, welche sich für die Geschichte des Orients interessieren bestens geeignet. Es ist keine trockene Lektüre von einem verknöcherten Soldaten verfasst, wie man vielleicht meinen könnte. Nein, es liest sich leicht und unterhaltsam. Ausserdem besticht diese Veröffentlichung der „Edition Erdmann" durch schöne Illustrationen, die alten zeitgenössischen Stichen des frühen 19. Jahrhunderts entnommen sind.
Zum Schluss sei angemerkt, dass es mich schon nachdenklich stimmte, wenn man das Buch liest und sich dabei das Ende des Osmanischen Reiches (1918) vor Augen hält. Moltke sah wohl schon damals gewisse Entwicklungen teilweise voraus.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine ausführlich kommentierte Ausgabe mit Illustrationen, 6. Januar 2014
Von 
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Vorab: Diese Rezension bezieht sich auf die 2008-er Ausgabe der Edition Erdmann in der Marixverlag GmbH.

Das Osmanische Reich zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Zeit, in welcher man befürchtet hatte, dass sich der Islam bis weit nach Europa hinein ausbreitet, ist noch gar nicht lange her. Jetzt aber scheint sich das Osmanische Reich in Auflösung zu befinden. Selim III (1761-1808), der sich die Reform der Strukturen zur Lebensaufgabe gemacht hatte, scheiterte an der Umgestaltung der Streitkräfte. 1807 meuterten die Janitscharen, setzten ihn ab und seinen Neffen ein. Ein Jahr später wurde Selim III ermordet. Erst 1826 konnte Sultan Mahmud II mit den Mördern seines Vorvorgängers abrechnen. Vorangegangen war der Aufbau einer parallelen Streitmacht nach europäischem Muster, von europäischen Experten ausgebildet: der Sekban-i-Djedid. Der Preis für die Niederschlagung der Janitscharen war dennoch hoch. Auf Jahre hinaus war die Verteidigungsfähigkeit des Osmanischen Reiches deutlich gemindert. Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Griechen wurden 1927 durch Gründung der Tripelallianz (Russland, England, Frankreich) unterstützt, welche ihre Mittelmeergeschwader zusammenzog und in der Seeschlacht von Navarino die türkisch-ägyptische Flotte vernichtete. In der Folge brach 1828 der türkisch-russische Krieg aus, in welchem es den russischen Truppen gelang, die alte Hauptstadt des Osmanischen Reiches - Adrianopel - einzunehmen und sich bis auf wenige Tagesmärsche der neuen Hauptstadt zu nähern. Dank preußischer Vermittlung gelang 1829 der Friedensschluss von Adrianopel. Des Weiteren trat das Osmanische Reich 1830 dem Londoner Schlussprotokoll bei, wodurch der Süden des heutigen Griechenlands eine unabhängige Erbmonarchie wurde mit dem Wittelsbacher Prinzen Otto von Bayern als erstem König. 1830 verlor die Pforte außerdem Algerien, welches von den Franzosen erobert wurde. Währenddessen gewann der Pascha von Ägypten, Mehmed Ali, an Einfluss und Macht. Noch strebte er keine Unabhängigkeit von der Pforte an. Er hatte den Sultan im Rahmen seines Vasallenverhältnisses nach dem Sturz der Janitscharen auch unterstützt. Ab 1830 versuchte er jedoch seinen Einfluss in Syrien auszuweiten. 1832 gewann er die Entscheidungsschlacht von Konia. Der Weg nach Konstantinopel schien offen zu sein. Derart bedrängt musste der Sultan nachgeben, unterzeichnete in der Folge jedoch ein Defensiv-Abkommen mit Russland.

Dass es zur Entsendung einer preußischen Militärmission kam, lag am Zustand des türkischen Heeres. Um zu überleben, war eine schlagkräftige Truppe notwendig. Die Interessen von Russland, England, Frankreich und Österreich waren jedoch nicht kompatibel mit den Zielen des Sultans. Einzig Preußen hatte keine eigenen Ambitionen in der Region und besaß zudem eine ausgezeichnet funktionsfähige Heeresstruktur. Moltke wurde zunächst auf sechs Monate beurlaubt, um nach Wien, Konstantinopel, Athen und Neapel zu reisen. Später wurde sein Aufenthalt verlängert. Erst im September 1939 verließ er Konstantinopel, um nach Berlin zurückzukehren. Durch verschiedene Reisen - zu den Dardanellen, nach Kleinasien, in die europäische Türkei - lernte er Gebiete außerhalb von Konstantinopel kennen. Seine "Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 1839" erschienen 1841 zum ersten Mal. Die kommentierte 1917-er Ausgabe diente als Basis für diese Neuausgabe; Streichungen wurden vorgenommen.

Was mir an dieser Ausgabe besonders gut gefällt:

(1) Ein umfangreiches Vorwort von Dr. Helmut Arndt, in welchem der Leser ein detailliertes Fundament erhält. Zwar geht auch Helmuth von Moltke in seinen Briefe auf den geschichtlichen Kontext ein, die über vierzig Seiten lange Einführung bietet dennoch den perfekten Einstieg in die Materie.

(2) Des Weiteren finden sich in jedem Kapitel ausführliche Anmerkungen mit Hintergrundinformationen zu Personen, Ereignissen oder sonstigen Themen. Diese Anmerkungen sind jeweils am Schluss des Kapitels abgedruckt, so dass man gar nicht weit nach hinten blättern muss.

(3) Aufgelockert wird der Text durch zahlreiche Schwarz-Weiß-Illustrationen. Ein Bildverzeichnis findet sich am Ende des Buches.

(4) Ebenso am Ende des Buches findet der Leser eine mehrseitige Zeittafel mit Ereignissen aus dem Leben des Helmuth von Moltke.

Zum Inhalt der Briefe:
Diese betreffen nicht nur militärische Beobachtungen oder Tätigkeiten des Beraters. Sie sind sehr weitgefächert und umfassen unter anderem Beobachtungen zum Lebensstil und zu den Traditionen, Geschichtliches oder auch Ökonomisches, beispielsweise warum die Regierung gezwungen war, Getreide im Ausland zuzukaufen während fruchtbare Böden in der Region nicht genutzt wurden. Der Grund lag in der Staatswirtschaft. Da im Inland die Regierung die Preise festsetzte, wollte sich niemand mit Ackerbau beschäftigen.

Mein Fazit:
Der Leser erhält in dieser kommentierten Ausgabe einen lehrreichen Einblick in ein untergegangenes Reich. Der Schreibstil ist gut lesbar und dank der ausführlichen Einleitung hat man die perfekte Grundlage für die Briefe. Sehr interessant und informativ!
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4.0 von 5 Sternen Eine wunderbare Reise in die Vergangenheit, 28. Mai 2013
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Rezension bezieht sich auf: Unter dem Halbmond (Kindle Edition)
Ich hatte mir unter dem Titel des Buches eher etwas "romantisches" vorgestellt, da zu Zeiten von Moltke eine gewisse Türkeimode in dem damaligen Deutschland vorhanden war. Aber ich wurde eines besseren belehrt:

Moltke schreibt aus seiner Sicht unzensiert das, was er über die Alltagssituationen denkt. Er jubelt nicht über den Empfang beim Sultan und beschreibt sehr präzise und unverblümt Situationen aus der Welt des Osmanischen Reichs. Seine Wege durch die heutigen Krisengebiete und die Berichte dazu zeigen, wie sich Konflikte entwickelt haben und warum es heute noch diese Konflikte gibt. Es ist damit nicht nur ein Blick in die Vergangenheit.

Ich hatte nach einer Landkarte mit den Reisen von von Moltke im Osmanischen Reich gesucht und bisher nicht gefunden.

Das Buch kann ich denen empfehlen, die eine Türkeireise machen wollen und die im Buch genannten Orte besuchen... so, wie ich es auch gemacht habe :-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Erlebnisbericht über das Osmanische Reich, 11. November 2013
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Rezension bezieht sich auf: Unter dem Halbmond (Kindle Edition)
ich habe dieses Buch während meines All Inklusive Türkei Urlaubs heruntergeladen - das war ein toller Gegenpol zum Turri Rummel.

Helmut von Moltke kann wunderbar schreiben. Schachtelsätze kann ich nicht bestätigen. Moltke gilt übrigens als klarer Denker und excellenter Stratege. Immerhin hat er 1871 den Deutsch - Französischen Krieg gewonnen.
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2.0 von 5 Sternen Unter dem Halbmond, 24. März 2013
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Rezension bezieht sich auf: Unter dem Halbmond (Kindle Edition)
dieses Buch war mir zu ausschweifend und für ein Reisebuch zu langweilig, es hatte elllenlange Sätze die manchmal über eine ganze Seite gingen. Ich bin bei lesen immer schnell eingeschlafen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Reise in die alte Türkei, 27. März 2010
Moltke übermittelt in diesem Werk vom taeglichen Leben der Türken im 19. Jahrhundert und schildert eindrucksvoll die Zürückgebliebenheit der Osmanen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassiker, 16. Juli 2013
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Rezension bezieht sich auf: Unter dem Halbmond (Kindle Edition)
Vor langer Zeit geschrieben, immer noch so aktell wie damals. Allerdings von einem Menschen in ganz anderer Seelenverfassung als sie heute üblich ist. Dies Zeigt sich in der Art der Auswahl des Bemerkenswerten innerhalb des Wahrgenommenen ebenso, wie in den Beurteilungskriterien, welche als im Hintergrund befindliche Messlatte verwendet werden und an den Schlüssen, welche als Ergebnis der Verarbeitung der Wahrnehmungen gezogen werden. Sicher, die beschriebene Welt und die Menschen sind heute moderner, vor allem die antreffbaren Gegebenheiten, aber der Grundton ist vielfach noch in gleicher Weise aufzufinden, wie damals und es bereichert, wenn man diesen Hintergrund in ein heutiges Erleben mit hineintragen kann.
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Unter dem Halbmond
Unter dem Halbmond von Helmuth Graf von Moltke
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