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4.0 von 5 Sternen Wer offen für außergewöhnliche Filme ist wird ihn lieben!
So ein grandioser Film! Man muss jedoch zugeben, dass er nicht für jeden geeignet ist. Er ist mit fast 3 Stunden Laufzeit ein sehr eigenwilliger Film, der absolut nicht das Ziel verfolgt dem Zuschauer eine gute Zeit zu bereiten. Man bedarf sehr viel Ausdauer denn der Film ist definitiv anstrengend aber sehr anspruchsvoll!

Also warum trotzdem angucken...
Vor 4 Monaten von Pascal veröffentlicht

versus
36 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Overkill
"Enter the void", Gaspar Noés dritter Film, ist eine dreistündige cinematografische Grenzerfahrung. Ich kann sagen, dass ich es nicht bereue, den Film gesehen zu haben. Wer sich für ungewöhnliche Wege und künstlerisch eigenständige Formsprachen interessiert, wer auf der Suche nach Nie-Zuvor-Gesehenem ist, wer sich von ungewöhnlichen...
Veröffentlicht am 17. Februar 2011 von bartgesang


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36 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Overkill, 17. Februar 2011
"Enter the void", Gaspar Noés dritter Film, ist eine dreistündige cinematografische Grenzerfahrung. Ich kann sagen, dass ich es nicht bereue, den Film gesehen zu haben. Wer sich für ungewöhnliche Wege und künstlerisch eigenständige Formsprachen interessiert, wer auf der Suche nach Nie-Zuvor-Gesehenem ist, wer sich von ungewöhnlichen Kamerafahrten gern überraschen lässt und eine Ader für das Experimentelle besitzt - der ist quasi dazu verpflichtet, sich "Enter the void" anzusehen.

Aber ist es auch ein guter Film? Ich bin da unschlüssig.

Die Helden der Geschichte sind Oscar und Linda, zwei twentysomethings, die es als Waisen nach Tokio verschlagen hat. Nach dem Unfalltot der Eltern haben sie sich ewige Geschwister-Treue geschworen. Oscar ist drogenabhängig und dealt in der Tokioter Klubszene. Linda ist Striptänzerin. Bei einem Drogendeal wird Oscar hochgenommen. Auf der Flucht vor der Polizei wird er erschossen. Ab diesem Zeitpunkt folgen wir seinem Geist, der Linda weiterhin begleitet - und der auf der Suche nach einem Tor für seine Wiedergeburt ist.

Auf visueller und akkustischer Ebene ist "Enter the void" phantastisch, bewusstseinserweiternd, bisweilen magisch. Sie werden Dinge sehen, die Sie noch nie gesehen haben. Bis zu seinem Tod folgen wir Oscar per Handkamera auf derart intensive Weise, dass wir uns tatsächlich mit ihm in den Straßenschluchten des nächtlichen Molochs Tokio wähnen. Und wenn er zum Geist geworden ist, geht es gemeinsam mit ihm buchstäblich durch die Wand. Grandios!

Leider hapert es bei der Geschichte. Vielleicht liegt es ja auch an mir. Aber ich habe bisher noch keine überzeugende Auseinandersetzung eines westlichen Regisseurs mit Buddhismus und Reinkarnation gesehen. Es wirkt jedesmal so, als ob ein minderjähriger Konfirmand sich Sonntags auf die Kanzel stellt, um zu predigen. Ich kaufe es einfach nicht. Das ging mir bei "The fountain" so. Und das wiederholt sich nun bei "Enter the void". Es ist unterkomplex. Es wirkt angelesen. Auf dem Weg zu seinem gewaltsamen Tod erzählt Oscars Freund Alex ihm vom Tibetischen Totenbuch. Hören Sie sich diese Sentenz an - dann haben Sie den Plot. So wie es hier erzählt wird, werden wir es mit Oscars Geist nacherleben. Ungelogen - ich habe eine Stunde vor dem Ende des Films gewusst, wie die Auflösung sein wird. Was hier wohl als unvorherzusehender Endtwist gedacht war, kommt ungefähr so überraschend, wie ein sich langsam nähernder Kohlezug. Lesen Sie sich den Wikipedia-Eintrag zum Tibetischen Totenbuch durch - voila, ce sa. Wer einen wirklich vielschichtigen Film über die fernöstliche Geisterwelt sehen möchte, dem empfehle ich "Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben".

Hinzu kommt erstens, dass der Film bei aller optischen Raffinesse, all der genialen Kameraarbeit und all den überzeugenden Darstellern einfach zu lang ist. Mindestens eine halbe Stunde könnte hier weggekürzt werden. Es täte der Sache gut.
Zweitens begann mich nach einiger Zeit Gaspar Noés Hang zum Draufhalten zu nerven. Der Regisseur ist leider kein Freund vornehmer Zurückhaltung. Aufprallunfälle, ein frisch abgetriebener Fötus in einer Blechschale? Krass, da halten wir voll drauf! Leute haben Sex? Yeah, das schauen wir uns mal näher an! Paz de la Huerta ist eine schöne Frau und gute Schauspielerin. Nach drei Stunden kennen wir ihre Linda in- wie auswendig sehr gut. Ihren Geburtskanal eingeschlossen. Zum Ende des Films kippt dieser Hang zur Hardcore-Ästhetik ins unfreiwillig Komische.

Eins noch: ich bezweifle ernstlich, dass dieser Film auf einem kleinen Bildschirm auch nur annähernd die visuelle Wirkung entfalten kann, die es rechtfertigt, sich diese krude Geschichte anzuschauen. Wer zuhause keinen Beamer, keine gute Soundanlage und keine große, weiße Wand in einem gut abzudunkelnden Raum besitzt, der wird mit "Enter the void" keine Freude haben. Dieser Film braucht Fläche, um wirken zu können.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer offen für außergewöhnliche Filme ist wird ihn lieben!, 9. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
So ein grandioser Film! Man muss jedoch zugeben, dass er nicht für jeden geeignet ist. Er ist mit fast 3 Stunden Laufzeit ein sehr eigenwilliger Film, der absolut nicht das Ziel verfolgt dem Zuschauer eine gute Zeit zu bereiten. Man bedarf sehr viel Ausdauer denn der Film ist definitiv anstrengend aber sehr anspruchsvoll!

Also warum trotzdem angucken?
Alle die Filme mögen, die ein wenig intelligenter sind als "Transformers", "Keinohrhasen" etc. Könnten dennoch großen Gefallen an diesem Film finden. Ja, er ist eine Grenzerfahrung, aber das ist auch so gewollt. Wer sich mit der Thematik der halluzinogenen Drogen auskennt weiß, dass solche Trips zwar anstrengend sind aber man viel aus ihnen mitnimmt. Ich denke das war auch die Intention dieses Films, was ihn letztendlich so realistish macht. Man braucht viel Interpretationsvermögen und einiges an Zeit, um den Film zu verarbeiten, aber es lohnt sich allemal.

Als Empfehlung: Nachts alleine im Dunkeln mit viel Ruhe und einem hochauflösenden Fernseher ;)
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32 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartiger Trip und Film des Jahres 2010..., 2. Dezember 2010
Von 
Ich sah den Film in einem der wenigen Kinos, wo er kurze Zeit nach dem Fantasy Film fest lief.
Bei einem Film von Gaspar Noé ist jedem Zuschauer klar, das es bestimmt nicht einfach wird, sich auf das "Experiment" einzulassen. Dies trifft auch auf "Enter the void" zu, wenn auch auf eine andere Weise als bei den beiden Vorgängern "Menschenfeind" und "Irreversible".
Auch in "Enter the void" nutzt Gaspar Noé das Format Film als Spielwiese um eine schockierende Story zu erzählen.
Dieses Mal nimmt er uns mit auf die Reise durch die Nacht (hauptsächlich) erst durch die Augen von Oscar, bis dieser bei einem Polizeieinsatz erschossen wird. Fortan folgen wir Oscar's ruheloser "Seele" (?) durch die Straßen und diverse Wohnungen in Tokyo, während die Story sich auf irrlichternde Weise durch Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit schlängelt. Da Kamera, Licht, Dialoge, Musik und überhaupt jegliche Darstellung total abgedreht in Szene gesetzt ist und die Story ihr übriges dazu tut, ist der Film nicht einfach zu konsumieren und auch nicht gleich zu verstehen. Am besten fand ich es mich einfach darauf einzulassen und lieber nachher über das Gesehene nachzudenken.
Wirre Kamerafahrten, flackernde (Strobo-)Lichter, brachiale und plötzlich ausbrechende Gewalt, expliziter Sex, Sprünge in der Handlung...das kennen wir von dem Regisseur und hier hat er es auf die Spitze getrieben...wobei der Film nicht ganz so verstörend ist wie die beiden ersten Werke von Gaspar Noé.
Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen will sollte sich mal den anderthalbminütigen Trailer auf youtube mit der Eröffnungssequenz (Credits) anschauen...dieser verdeutlicht ganz gut auf was man sich in den zweieinhalb Stunden Film einlässt.
156 Minuten können lang sein ;o) Von den wenigen Leuten im Kino verließen gut ein Drittel die Vorstellung vor dem Ende des Films, ich war bis zum Schluß begeistert.
Nicht zuletzt aufgrund des grandiosen Soundtracks, der zum Großteil von COIL, aber auch von Throbbing Gristle und Daft Punk's Thomas Bangalter stammt.
An dem Film ist möglicherweise nicht alles perfekt, aber Hut ab vor Gaspar Noé, einer der wenigen (erfolgreichen) Regisseure, der sich wirklich was traut und es schafft, filmische Neuerungen in seine Werke zu bringen!
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3.0 von 5 Sternen Innovativer Ansatz, leider mit Längen, 20. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Enter the Void (DVD)
Dass es sich hierbei um einen französischen Film handelt, merkt man spätestens, als sich herausstellt, dass die Protagonisten eine Art Inzest-ähnliche Lebensgemeinschaft führen, hervorgerufen durch traumatischen Verlust der Eltern bei einem Autounfall in früher Kindheit. Doch Spaß bei Seite, dieser Film ist visuell einfach bombastisch und lässt den Zuschauer sogar einen DMT-Trip audiovisuell nacherleben! Der ganze Film wird quasi fasst ohne Schnitte, aus einer Einzigen Einstellung heraus gezeigt, das Leben und Sterben des jungen Drogendealers in Tokyo sieht man durch seine (dessen) Augen.

Was mich an dem Film einfach etwas stört oder sagen wir mal "nervt", ist das Klischee, welches hier verwurstet wurde. Die Geschichte des Drogendealers, der in seinem Milieu den Tod findet und der kleinen Schwester, die in die Prostitution abrutscht, ist wahrlich nicht von originellster Geschichtenschreibung. Die vielen Längen, also Szenen, in denen nichts handlungsrelevantes geschieht, die man quasi über sich ergehen lassen muss, sind ein weiterer Schwachpunkt. In besagten Szenen schwebt der Geist des Protagonisten über Tokoyo und schaut sich alle möglichen Menschen beim Sex an, was eher als lauwarmer Erotik-Aufguss rüberkommt. Hier bietet "Enter the Void" wenig Spannung oder für die Handlung sinnvolles Geschehen. Bahnbrechend ist hier nicht sehr viel. Die Camera schaukelt und wakelt häufiger auch, so dass einem fasst übel werden kann. Auch das Ende ist relativ einleuchtend und deutet sich schon recht bald an, so dass auch hier keine große Spannung vorhanden ist.

Vielleicht ist an dieser Stelle doch die ein oder andere Bewusstseinsveränrnde Substanz hilfreich, um sich das Filmerlebnnis angenehmer zu machen. Ein sehenswerter Film, jedoch eher ein Experiment, denn ein durchdachter Spielfilm von A bis Z.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein einziger Trip!, 2. Oktober 2010
Von 
Aller wahnsinniger, schwieriger und herausfordernder Dinge sind drei, müsste es bei Gaspar Noé heißen. Bei "Enter the Void" perfektioniert er seinen Stil des scheinbar ohne bzw. kaum mit Schnitten auskommenden Films, den er mit einer völlig losgelösten Kamera umsetzt und liefert ein ums andere mal schon formal eine richtige Kraftprobe für jeden Zuschauer, der das Wagnis eingeht, sich sein neues Werk anzuschauen. Konsequent aus der subjektiven Sicht erst der Hauptfigur, dann von dessen freischwebender Seele erzählt, geht es um Oscar, der mit seiner Schwester in Tokio als Drogendealer lebt, während sie als Stripperin ihre Brötchen verdient. Ein vermeintlicher Drogendeal entpuppt sich jedoch als Falle, in deren Verlauf Oscar von der Polizei erschossen wird. Fortan irrt seine Seele durch die Stadt, die Zeit und beobachtet dabei seine Bekannten, scheinbar ziellos. Die Geschichte ist bei "Enter the Void" so ziemlich vollkommen unwichtig, was im Vordergrund steht ist die Porträtierung eines Zustandes, der keiner ist. Dabei lotet Noé nicht nur alle Grenzen des filmischen aus, sondern sprengt diese mitunter und mutet dem Zuschauer dabei teils unerträgliche Sequenzen von heftig flackerndem Licht zu, nur um ihn danach wieder der Kamera in die Hände zu geben, die Kunststücke vollführt, wie sie nicht mal ein Düsenjetflieger zu realisieren wüsste. Und dennoch ist es gerade diese unfassbar gnadenlose Stilistik gepaart mit der transzendentalen Thematik, die zunächst wirklich aufregend ist, denn vergleichbares hat man wohl so noch nie gesehen. Und als ob das noch nicht genug wäre, lässt Noé seine Zuschauer auch noch an die Drogenflashs seines Protagonisten teilhaben und stellt diese als eine Häufung schöner, bunter Illusionen dar und macht somit den audiovisuellen Trip perfekt. Ein erhebliches, ja fast schon dem Film das Genick brechende Problem ist jedoch die Länge. Über zweieinhalb Stunden lang wird man von der puren Surrealität und Verstörung, sowohl formal als auch inhaltlich, torpediert, bis diese anfänglich so wirksamen Elemente fast gänzlich an Bedeutung und Sogkraft verlieren. Die ohnehin schon irgendwie wenig aussagenden und noch weniger erzählenden Bilder und Sequenzen werden zu einer Endlosschleife und somit zu einer wahren Geduldsprobe. Münden tut das alles in der Wiedergeburt Oscars, die man "hautnah" miterlebt. Um nicht zu sagen: So tiefe Einblicke gewährte wohl noch kein Kinofilm zuvor und wer es bis dahin noch nicht getan hat, wird spätestens hier vermutlich komplett vor Noé kapitulieren wollen.
Wie schon zuvor gilt, dass man einen Gaspar Noé entweder lieben oder hassen muss und dieses mal fällt es gar nicht so leicht, eine Entscheidung zu treffen. Eine absolut grenzwertige Filmerfahrung ist "Enter the Void" allemal geworden, bei dem schon die Opening Credits verstörender und verrückter sind, als so mancher kompletter Film. Wenn jemals die Bezeichnung eines Films als Trip wie die Faust aufs Auge passte, dann hier.
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18 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anstrengend, eigenwillig und überladen - ein einzigartiger Film aber kaum auszuhalten, 13. August 2012
Gaspar Noes „Enter the Void“ ist vor allem eines: schwer zugänglich. Noe hat 15 Jahre an dem Drehbuch gearbeitet, bevor der Film in die Produktion ging – alleine das zeigt, wie viel Kleinstarbeit und Detailverliebtheit in diesem Projekt steckt. Und das merkt man auch. Von der unkonventionellen Erzzählstruktur mal angefangen, hier wirkt nichts dem Zufall überlassen. Der Film wurde mit unzähligen Stilmitteln in den Bereichen Bild und Ton überarbeitet um eine besonders intensive und schmerzhafte (im wahrsten Sinne des Wortes) Erfahrung für den Zuschauer zu schaffen. Für viele wird der Film vor allem durch seine Stroboskop-Szenen zu einer Tortur, Epileptiker seien an dieser Stelle ausdrücklich vor diesem Film gewarnt. Szenen wie plötzlich auftauchendes, oranges, flackerndes Bild für knapp eine Minute werden auf den ersten Blick verwundern. Je mehr man sich allerdings mit dem Film auseinander setzt und versucht, ihn zu verstehen – das Interview im Buchteil des Films hilft sehr dabei – desto mehr Sinn kann man in die einzelnen visuellen Kniffe des Regisseurs interpretieren und desto mehr Tiefgang bekommt auch der Film. „Enter the Void“ ist in jeder Hinsicht ein Kunstwerk. Ein anstrengendes Stück durchdachter 160 Minuten, die beim Zuschauer Unbehagen auslösen werden und ihn oft mit fragendem Blick zurücklassen werden. Oft auch auf der Suche nach einer Antwort für das, was man gerade gesehen hat.

„Enter the Void“ ist zwar ein expliziter Film, wird aber durch seine Darstellungen von Sex und Gewalt weniger schockieren als durch seine exzessiven Stilmittel und seine ungewöhnliche visuelle Präsentation, Der wohl beeindruckendste Teil des Films sind die sensationellen Kamerafahrten, mit denen verschiedene Szenen vernüpft oder schlicht ein- und/oder übergeleitet werden. Insgesamt ist „Enter the Void“ in erster Linie ein schwieriger Film, den man entweder lieben oder hassen wird. Noe ist nicht der einzige Regisseur, der das tibetische Buch der Toten auf die Leinwand bringt. Sein unkonventioneller Zugang an das Material und die eigenwillige Inszenierung sind zweifelsohne interessant und sehenswert. Allerdings sind es wieder einmal die visuellen Stilmitteln – allen voran die immer wieder auftauchenden, flackernden Bilder – die über den persönlichen Eindruck dieses Films entscheiden werden. Eines ist klar: „Enter the Void“ ist eine Erfahrung, der Film ist ein Erlebnis, der Film ist ein Kunstwerk. Filmfreunde sollten diese ungewöhnliche Produktion auf jeden Fall gesehen haben um sich selbst eine Meinung zu bilden. Auch, wenn diese bei vielen wohl negativ ausfallen wird ist es doch wichtig gewesen, den Film gesehen zu haben und sich Gedanken darüber gemacht zu haben.

Ich selbst konnte mit „Enter the Void“ nichts anfangen – absolut gar nichts. Noes Zugang zur Geschichte ist interessant, aber das flackernde Bild ist nervig und schmerzhaft. Der Film wirkt oft wie mit Stilmitteln überladen, was die Geschichte fast zu einem Nebencharakter verkommen lässt in einem visuellen Bilderrausch. Inwiefern das Noes Intention war kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass es mich genervt hat und ich es in vielen Szenen bevorzugt habe, neben und nicht auf den Fernseher zu schauen. Kein gutes Zeichen! „Enter the Void“ war für mich eine interessante Erfahrung, aber eine, die ich wirklich nur einmal machen will und dann nie wieder. Die verworrene Erzählweise des Films ist etwas, das ich eigentlich sehr schätze (siehe auch „Memento“), aber die Optik des Films macht diesen fast unschaubar. Selbst die vorher gelobten Kamerafahrten werden schlicht und ergreifend übertrieben. Ohne klaren Zusammenhang mit der Story oder gar eine erkennbare Bedeutung fährt die Kamera gegen Ende des Films insgesamt mehrer Minuten über die Stadt und zeigt Häuser und Straßen aus der Vogelperspektive. Vergleichbare Stellen finden sich im Verlauf des Films noch einige.

Wenn Noe den Film so haben wollte, dann hat er sein persönliches Meisterwerk geschaffen – denn immer den Überblick über diese visuelle Extravaganz zu behalten und alle Stilmittel richtig, wie geplant, einzusetzen ist wirklich bemerkenswert. Meiner Meinung nach gelang Noe ohne Zweifel ein Kunstwerk, aber als Meisterwerk würde ich persönlich „Enter the Void“ keinesfalls bezeichnen. Für mich war es eine nerviger, Kopfschmerz fördernder Angriff auf die Sinne, bei dem ich ehrlich gesagt froh bin, ihn hinter mir zu haben. Noch einmal würde ich mir diesen Film freiwillig garantiert nicht ansehen und letztendlich wurde meine Neugier zwar durch den künstlerischen Anspruch des Films befriedigt, die ungemütliche Präsentation hat aber vieles wieder zu Nichte gemacht.

Hinzu kommt, dass der Film zwar eine interessante aber dennoch einfache Story zeigt, die eine Laufzeit von 160 Minuten einfach nicht notwendig hat. Alleine die Begründung Noes, für die Kurzfassung einfach die letzten 17 Minuten aus dem Film zu nehmen weil „eh nix essentielles passiert“ (frei übersetzt) spricht schon Bände. Dadurch, dass der Film viele Handlungen in die Länge zieht und vor allem aufgrund seiner Stilmittel (flackerndes oranges Bild!) viel Zeit ohne erkennbare Weiterentwicklung der Geschichte verbringt wird er auf Dauer einfach langweilig.

Künstlerisch höchst anspruchsvoll, eigenwillig und vor allem einzigartig – aber auch nervig, Kopfschmerz fördernd und anstrengend in einem Ausmaß, das wirklich nicht hätte sein müssen und mit dem sich der Film im Endeffekt selbst im Weg steht. Weniger ist manchmal mehr, vor allem, wenn eine an sich einfache Story mit Stilmitteln derart überladen ist, dass es kaum mehr möglich ist, sich den Film anzusehen.

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P.S.: Eine abschließende Wertung für diesen Film zu finden war fast ein Ding der Unmöglichkeit. In Anbetracht des hohen künstlerischen Anspruch, der perfekt durchdachten Inszenierung und der genialen Kameraarbeit ist „Enter the Void“ wohl einer der interessantesten Filme unserer Zeit. Durch den exzessiven Gebrauch von Stilmitteln macht sich der Film aber vieles wieder zu Nichte und hat zumindest in mir eine Abwehrreaktion hervorgerufen, sodass ich nur mehr sehnlichst auf das Ende meiner Tortur gewartet habe. Um es kurz zu fassen: Auch, wenn ich aus cineastischer Sicht damit sicherlich „Unrecht“ habe (und mir dessen voll und ganz bewusst bin) habe ich den Film schlicht und ergreifend gehasst. Deswegen noch einmal klar und deutlich: Diese Wertung ist meine persönliche Meinung über den Film – ein numerischer Ausdruck dessen, wie ich „Enter the Void“ empfunden habe – und kein professionelles Filmreview.
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5.0 von 5 Sternen Beautiful Digibook!!!!!!!!!!, 17. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
One of my favorite movies. Issued in the form of colorful didzhibuka. 3 discs.
Playing the player region code "C".
Subtitles are not boosted, switched off from the control!
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11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grosses KINO, 22. Dezember 2010
Dieses Kunstwerk wird jede/r mögen der genug vom Popcorn-Mainstream hat. Man muss es sich mit dem Bauch ansehen, sich darauf einlassen und später reflektieren was einem der Noe da wieder um die Ohren haut. Dies allerdings bitte mit grosser Diagonale und ausgeglichener Seelenlage, sensible Gemüter seien gewarnt! Ein Film getreu der Devise des Meisters "die Zeit zerstört alles", ein Film über nichts weniger als das Leben, dreckig und schön zugleich, ein Film der den der offen ist in seinen Bann ziehen wird!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grauenhaft realistischer Film mit Bachs Air Suite Nr. 3 als Soundtrack, 16. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Enter the Void (DVD)
Den Film finde ich genial. Ja, man muss sich auf diesen Film einlassen, das ist keine Unterhaltung wie im Fernsehen das Vorabendprogramm vor der Tagesschau. Ein Geschwisterpaar verliert seine Eltern bei einem tödlichen Autounfall, die Kinder überleben traumatisiert. Beide schwören sich sich niemals im Leben zu verlassen. Oscar, der Bruder, will ein neues Leben in Tokio beginnen und holt bald seine Schwester nach. Der Neuanfang ist sehr schwer, Oscar landet im Rotlicht- und Drogenmilieu. Genauso ergeht es seiner Schwester, die sich bald als Stripperin durchschlagen muss. Geträumte Träume dieses Geschwisterpaares werden von einer grausamen Realität schnell zerstört. Als Oscar bei einer Drogenrazzia erschossen wird verliert seine Schwester schnell den Halt und rutscht in die Prostitution ab. Der Regisseur versteht es eine unwahrscheinliche Spannung zu erzeugen und aufrecht zu erhalten. Die wackelnde Handkamera erzeugt bei den ZuseherInnen Irritatonen, was gewollt ist. Das erinnert an Lars von Trier. "Enter the Void" (Leere)heisst ein Etablissement das zwischen Disco, Tabledance Bar und Puff angesiedelt ist, "Love"-Hotel ist ein Etablissement das viel verspricht und nichts hält. Immer wieder erscheint als Leuchtreklame das Wort "Love". Nur Liebe findet niemand dort. Die Menschen agieren in einer Leere die schmerzt. Die Schlussszene lässt Raum für Interpretationen. Hat Linda ein Kind zur Welt gebracht als Hoffnungsträger in dieser grausamen Welt oder ist Oscar nach Buddhistischer Lehre wiedergeboren ? Das muss der/die geneigte ZuseherIn selbst entscheiden. Der Film ist schwere Kost. Wer einen Actionthriller erwartet wird enttäuscht werden. Der Film zeigt eine grausame Realität mit Science Fiction Character. Grelle Leuchtreklamen, Unbedarfte werden in Discos zu Drogenkonsum verführt, sexuelle Gewalt, Abtreibung, Suff und Mord. Der Film wirkt lange nach. Und der Soundtrack dieser Hölle in der Realität ist Bachs "Air". Das hat mich tief beeindruckt, weil diese zärtliche Musik völlig im Gegensatz zu der furchtbaren Realität dieses Films steht. Aber der Film wird durch diese wunderbare Musik aufgewertet und das Grauen verstärkt. Ich kann diesen Film nur Ausgeschlafenen empfehlen die nicht die Augen vor der Realität verschließen. Denn wie oben schon geschrieben, beschreibt dieser Film eine grauenhafte Zukunft. Die langen Pausen mit den langen Kameraeinstellungen finde ich überhaupt nicht langweilig und den Film dadurch in die Länge gezogen, denn diese Pausen/Kameraeinstellungen erhöhen die Spannung und verstärken das Grauen der Handlungen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Kunstwerk, 14. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Enter the Void (DVD)
Das ist ein Film den man einlegen sollte, wenn man eine gewisse Muse hat, Sachen auf sich wirken zu lassen. Hier gehts nicht darum etwas zu verstehen, sondern man lässt diesen Film auf sich wirken. Das Ergebnis ist trotz einer tragischen Story ein positives Gefühl. Der Film schenkt Hoffnung.
Die Ausgestaltung hat nichts mit normalen Filmen zu tun, sondern eher mit der Betrachtung eines Bildes in einer Galerie. Eine entsprechende Stimmung sollte man deswegen wie oben erwähnt auch mitbringen beim Konsum dieses Filmes.
Trotz der optischen Unruhe ist der Film absolut klar und rein in seiner Aussage. Ich schaue mir Filme selten 2 Mal an, aber dieser Film fordert dieses geradezu heraus mehrmals konsumiert zu werden. Sehr zu empfehlen für Leute die offen für neue Eindrücke sind, für manche aber mit Sicherheit nicht das Richtige.
Für mich persönlich 5 Sterne, aber mit dem Wissen um die Allgemeinheit gebe ich 4 Sterne, da diese Bewertungen ja dafür dienen sollen eine evtl. Kaufempfehlung auszusprechen. Und diese kann ich eben nicht pauschal geben.
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Enter the Void
Enter the Void von Nathaniel Brown (DVD - 2011)
EUR 8,77
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