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29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wunderbarer Roman
Catalin Dorian Florescu, der Autor so großartiger Romane wie "Wunderzeit" und "Zaira" hat mit seinem 5. Roman ein wirkliches Epos vorgelegt.
Erzählt wird zum einen die Geschichte des Jacob Obertin, geboren 1926 im Dorf Triebswetter bei Temeswar, im rumänischen Banat. Zwei Jahre zuvor war mit dem Sturm sein Vater Jakob hierher gekommen, um Elsa...
Veröffentlicht am 20. April 2011 von ruth

versus
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jacob beschließt zu lieben
Lothringen, 1635. Ein junger Mann quittiert seinen Dienst als Söldner und kommt gewaltvoll zu Frau und Land. Viele Jahre vergehen. 1769 bricht der Ururenkel des Söldners auf ins Banat, einem Gebiet das heute im Drei-Länder-Eck Rumänien-Ungarn-Serbien liegt. Viele Generationen später ist da Jacob, der in einer schweren Zeit zwischen...
Veröffentlicht am 7. April 2011 von Kundin aus Berlin


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29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wunderbarer Roman, 20. April 2011
Catalin Dorian Florescu, der Autor so großartiger Romane wie "Wunderzeit" und "Zaira" hat mit seinem 5. Roman ein wirkliches Epos vorgelegt.
Erzählt wird zum einen die Geschichte des Jacob Obertin, geboren 1926 im Dorf Triebswetter bei Temeswar, im rumänischen Banat. Zwei Jahre zuvor war mit dem Sturm sein Vater Jakob hierher gekommen, um Elsa Obertin, eine reiche Hoferbin, zu heiraten. Wir begleiten den Ich-Erzähler Jacob bis ins Jahr 1951, als er "am Ende der Welt" mit seinem Vater neu beginnt.Es waren bewegte Zeiten, die er erlebt hat. Als Kind, schwächlich und sensibel, findet er keine Anerkennung und Liebe bei seinem Vater. Mit den Deutschen kommt der Zweite Weltkrieg ins Dorf, danach folgt der Einmarsch der Roten Armee. Jacob wird von seinem Vater verraten, wird deportiert, kann aber fliehen.
Florescu gibt der Geschichte Jacobs zusätzliche Tiefe, indem er weit zurückgeht in die Vergangenheit, zu den Vorfahren der Obertins. Caspar, ein Soldat der Schwedenarmee im Dreißigjährigen Krieg verschafft sich gewaltsam einen Hof im Lothringischen. Ende des 18. Jahrhunderts macht sich Frederic Obertin, ein Nachkomme Caspars, auf den Weg ins Banat. Mit anderen Glückssuchern reist er auf abenteuerlicher Weise mit dem Schiff von Ulm aus in dieses verödete Land, um sich dort niederzulassen und ein Dorf zu gründen.
Es sind keine erbaulichen Geschichten, die wir hier lesen . Dazu waren die Zeiten zu hart, der Kampf ums Dasein zu erbarmungslos. Das verhärtet die Menschen, macht sie grausam und kalt.Aber Jacob versucht, diese Entwicklung zu durchbrechen, er "beschließt zu lieben". Jacob bewahrt seine Menschlichkeit und Würde, ist zur Versöhnung mit dem Vater bereit.
Dies alles wird uns in einer Fülle von Bildern, Figuren und Geschichten lebendig und spannend erzählt. Catalin Dorian Florescu verbindet auf großartige Weise Familiengeschichte mit historischen und politischen Entwicklungen.Er zeigt, dass schon immer Menschen unterwegs waren, um irgendwo einen Platz für sich zu finden, damals wie heute. Mit diesem Roman hat Florescu bewiesen, dass er zu den großen Autoren unserer Zeit gehört
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abgründe der Menschlichkeit, 11. April 2013
Um es gleich zu Beginn zu sagen: Der Sinn dieses Titels hat sich bis heute mir nicht erschlossen. Auch bin ich nicht der Meinung, dass in dem Buch aufgezeigt wird (wie der Klappentext verspricht), wie die Kraft der Liebe grausame Lebensumstände überwinden kann. Im Gegenteil: Dieser Roman zeigt eher, dass menschliche Grausamkeiten, Verrat, Betrug auch vor der größten Liebe nicht Halt machen und jede Liebe zerstören können.
Erzählt wird die Geschichte des Jacob Obertin und seiner Vorfahren. Seine Ahnen stammen aus Lothringen, hatten sehr unter den Auswirkungen des 30jährigen Krieges zu leiden, konnten aber überleben durch Einsatz von Schläue, äußerster Brutalität und ihrem unbeugsamen Überlebenstrieb. Später ist dann einem Obertin die Auswanderung ins Banat über die Donau gelungen. Auch diese Auswanderung ließ sich nicht ohne Mord, Raub, Verrat und eben diese Obertinsche Schläue verwirklichen. Im Banat angekommen waren die Bedingungen ähnlich desaströs, wie in Lothringen: Kampf um Land und Nahrungsmittel, Kampf gegen die feindlichen Naturgegebenheiten und natürlich Kampf gegen alle Mitmenschen, um die so knappen Ressourcen. Aber erneut gelingt es einem Obertin zu überleben und den besagten Jacob zu zeugen. Jacob wächst auf in einer vollkommen feindlichen Welt: Sein Vater lehnt ihn als Schwächling ab, seine Mutter gibt ihm nicht den Schutz den er eigentlich braucht vor der Gewalttätigkeit seines Vaters. Sein soziales Umfeld besteht aus nationalsozialistisch gesinnten Deutschen, aus verdrängten Rumänen und verfolgten Zigeunern. Zu keiner Gruppe fühlt er sich hingezogen und keine Gruppe will ihn wirklich haben. Geboren wurde Jacob auf einem Misthaufen und ob er dort auch sein Ende erlebt, lasse ich hier offen.
D. Florescu erzählt diese düstere Familiensaga in einer brillanten poetischen Sprache. Nichts ist geschönt, aber alles erscheint poetisch. Es ist die Geschichte der tiefsten menschlichen Abgründe und man lernt, dass es diese Abgründe unter allen politischen Systemen gegeben hat und sie eher Ausdruck der menschlichen Natur sind als Ausdruck bestimmter sozialer Gegebenheiten.
Zusammenfassend handelt es sich bei diesem Buch über einen Roman der die schwarze Seite der menschliche Natur zum Gegenstand hat. Es ist keine Geschichte des Banat und auch keine Familiensaga. Schriftstellerisch gehört das Buch bestimmt zu den ganz großen Romanen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe, Verrat, Heimat und Vertreibung, 19. April 2011
Von 
Nefret - Alle meine Rezensionen ansehen
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Welch Glück, dass ich diesem Buch eine Chance gegeben habe.

Catalin Dorian Florescu hat ein wunderbares Buch über die Familie Obertin geschrieben, die aus der Sicht des Jungen Jacob erzählt wird. Ein Großteil der Handlung beschreibt Jacobs Kindheit und Jugend im rumänischen Banat, aber auch Rückblicke, wie sein Vater Jakob in das Dorf Triebwetter kam und beschloss, die reiche Elsa Obertin zu heiraten, wie sein Vorfahr Caspar sich im 30-jährigen Krieg Land aneignete oder wie Frederick Obertin von Lothringen nach Triebwetter kam.

Die Familie Obertin ist geprägt von Menschen, vor allem Männern, die sich nahezu kompromisslos nehmen, was sie benötigen, um im Leben voranzukommen, sei es Land oder auch Frauen. Dabei wird auch nicht vor Gewalt zurückgeschreckt. Doch Jacob ist anders. Von seinem Vater Jakob als schwächlich und nutzlos angesehen, ist er fähig zu lieben und so immer wieder einen Neuanfang zu starten.

Florescu erzählt von Hass, Verrat, Heimat, Vertreibung, aber auch Liebe. Oft sitzt der Leser fassungslos da und wundert sich, wozu Menschen fähig sind. Dies alles wird in einer schnörkellosen Sprache erzählt.

Leider fehlen mir die passende Worte, um diesem Buch gerecht zu werden.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jacob und Jakob, 28. März 2011
Ein aufbrausender Sturm, der über das Land fegt. Ein Gewitter, das er mitbringt ' als Mitbringsel? Oder bringt das Gewitter ihn ins Dorf? Er, das ist Jakob. Er, der Habenichts. Er, der zähe unnahbare Stallbursche. Er, der keinen Nachnamen hat. Er, der Elsa heiraten will'

Jakob kommt ins Dorf Triebswetter und hat genaue Vorstellungen von seinem zukünftigen Leben, er wird die 'Amerikanerin' Elsa Obertin heiraten, wird ihren Hof ausbauen und Kinder mit ihr haben, er wird reich und unabhängig sein und jeder wird vor ihm den Hut ziehen'

Soweit seine Vorstellungen ' ganz spielt das Leben nicht so, wie Jakob es gerne hätte. Zuerst scheint alles wie am Schnürchen zu laufen, die beiden heiraten, Jakob baut den Hof wieder auf, er organisiert alles und kümmert sich um viele Dinge. Nur seine Aggressionen kann er nicht im Zaum halten und oft fällt er durch seine brutalen Ausbrüche aus der Rolle. Als Elsa, dann einen Sohn bekommt, scheint es nur noch schlimmer zu werden. Jacob (mit c) ist ein schwächliches Kind und wird von seinem Vater verschmäht. Er lässt ihn spüren, dass er ihn für einen Nichtsnutz hält und schlägt ihn bei jeder Gelegenheit. Nur beim Großvater und bei der Zigeunerin Ramina kann der Junge etwas Liebe bekommen.

Als auch der zweite Weltkrieg vor Triebswetter nicht halt macht, geht es Schlag auf Schlag. Erst werden die Zigeuner deportiert, bei Säuberungsaktionen wird die Freundin von Jacob ' das Serbenmädchen Katinca ' ermordet. Jacob wird von seinem Vater verraten und erfährt eine schlimme Zeit, muss hungern, erfriert fast und nur mit viel Glück kann er Jahre später wieder in seine Heimat zurück. Doch es ist nichts mehr so wie es war ' die langen Fäden des Kommunismus haben sein Dorf erreicht und wieder muss Jacob alles mögliche Erleben: Gewalt, Enteignung, Deportation, viele Enttäuschungen und die Willkür von Bürgermeister und Miliz

Jacob versucht eigentlich sein Leben lang, irgendetwas zu tun, was ihm bei seinem Vater Anerkennung bringt. Leider ist sein Vater besessen von Stärke und Willenskraft ' beides sind Eigenschaften über die Jacob nicht verfügt. Erst zum Schluss findet Jacob gezwungenermaßen eine Möglichkeit, einen Weg zu finden ' zwar nicht hoffnungsvoll, aber immerhin'

In Rückblenden erfährt man viel Geschichtliches über Jahrhunderte hinweg. Die Obertins stammen ursprünglich aus Lothringen, sind über ein Aussiedlungsprogramm zu Zeiten Maria Theresias unter beschwerlichen Umständen ins rumänische Banat gekommen. Sie haben dort das Dorf Triebswetter gegründet und aufgebaut.

Durch die kommunistische Befreiung nach dem zweiten Weltkrieg sehen sich etliche Dorfbewohner gezwungen, noch einmal neu anzufangen und dies wollen sie in ihrer ursprünglichen Heimat, in Lothringen, noch einmal tun. Doch auch dort sind sie nicht willkommen.

Catalin Dorian Florescu ist ein rumänischer Schriftsteller, der mittlerweile in der Schweiz lebt. Er beschreibt die Geschichte Jacobs als Ich-Erzählung sehr glaubwürdig, detailliert ohne langatmig zu werden und lebendig. Manches Mal beinahe poetisch, was nicht unbedingt ein Widerspruch zu dem schwierigen Thema sein muss.

Für alle, die sich eine romantische Liebesgeschichte aufgrund des Titels erwarten, ist dieses Buch nicht empfehlenswert. Allen anderen, die sich in einer wunderbaren Geschichte quer durch die Wirren Europas verlieren können, sei gesagt: Einfach großartig!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wann beschließt er denn zu lieben?, 28. Januar 2012
Der Titel hatte mich angesprochen und das war kein Unglück, denn das Buch hat mir gefallen. Es hat mir sogar gut gefallen, wenn es auch sehr düster ist, was dort berichtet wird. Als Leitthema dient die schwierige Beziehung zwischen der Hauptfigur und seinem herrischen Vater; und die ambivalenten Gefühle von Jacob, seinem Vater gegenüber, sind wirklich gut und glaubwürdig erzählt. Über weiter Strecken des Buches dominiert allerdings die Gewalt, werden rohe und gewalttätige Menschen (Männer) porträtiert, Menschen, die mich irgendwie an den Knecht in Kafkas "Landarzt" erinnert haben (unbedingt zu empfehlen!); Tatmenschen, die sich ohne Rücksicht nehmen, was sie sich nehmen wollen. Das liest sich nicht eben leicht (bestimmt keine Strandlektüre!), zeigt aber auch sehr deutlich, was Krieg bedeutet, was Rechtlosigkeit bedeutet, was eine Männerwelt für Frauen bedeutet. Und es zeigt auch sehr gut, wie froh wir sein können, dass wir heute und in einem befriedeten, weitgehend demokratischen Europa leben können. Das Buch hat etwas Archaisches, etwas brutal Knappes, Gerades, es wird ohne viel Umstände erzählt, auch die häufigen Rückblenden "halten" das Buch bzw. den Erzählverlauf nicht störend auf. Was mich dann aber doch irritiert hat, das war das plötzliche und irgendwie ratlose Ende. Vielleicht erhoffte ich mir für die Hauptfigur doch noch ein deutlich von Hoffnung erfülltes Ende, vielleicht erwartete ich etwas Harmonie nach all den Bedrückungen, nach all dem Leiden. Auf jeden Fall wartete ich aber darauf, dass Jacob tatsächlich irgendwann "beschließt zu lieben". Genau das macht er aber nicht. Der starke Titel, der mich gedanklich durch das Buch getragen hatte, bleibt am Ende ein Aussage ohne Hintergrund, eine Frage, eine Metapher vielleicht - verstanden habe ich das nicht und irgendwie stört es mich auch. Unterm Strich also meines Erachtens ein sehr gelungenes Werk über dem Durchschnitt mit einem etwas ratlosen Ende.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jacob beschließt zu lieben, 25. Februar 2011
Jacob beschließt zu lieben

Catalin D. Florescu ist mit diesem Werk ein Stück große Literatur gelungen.

Er erzählt uns die Geschichte von Jacob Obertin, der seine schwierige Kindheit, unter einem despotischen Vater und einer bigotten Mutter, im rumänischen Banat verbringt. Jacob wird zu früh geboren, ist schwächlich und kränklich und kann somit die Erwartungen seines Vaters nicht erfüllen. Die einzigen Personen, die dem Jungen Liebe entgegenbringen, sind der Großvater und die Zigeunerin Ramina. Rückblenden führen uns in die Vergangenheit, in die Geschichte von Jacobs Vorfahren.

Es ist dem Autor auf meisterhafte Weise gelungen eindrucksvolle Charaktere zu zeichnen. Der liebevolle Großvater, der despotische, gewalttätige, lieblose Vater, die bigotte, teilnahmslose Mutter und die wundervolle Figur der ungewöhnlichen, geheimnisvollen Zigeunerin Ramina. Die Geschichte des rumänischen Banat wird ins Blickfeld gerückt und der Leser somit damit vertraut gemacht.

Der Sprachstil des Autors spannt einen weiten Bogen von emotionslos, kalt, sachlich bis einfühlsam, zauberhaft, aufwühlend.

Mich hat dieses Buch absolut in seinen Bann gezogen, ein wahres Meisterwerk
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jacob beschließt zu lieben, 7. April 2011
Lothringen, 1635. Ein junger Mann quittiert seinen Dienst als Söldner und kommt gewaltvoll zu Frau und Land. Viele Jahre vergehen. 1769 bricht der Ururenkel des Söldners auf ins Banat, einem Gebiet das heute im Drei-Länder-Eck Rumänien-Ungarn-Serbien liegt. Viele Generationen später ist da Jacob, der in einer schweren Zeit zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus aufwächst. Dies ist die Geschichte einer einflussreichen Familie. Dies ist die Geschichte von Jacob Obertin.

'Jacob beschließt zu lieben' ist ziemlich schwere Kost. Ich habe ungewöhnlich lange gebraucht, um das Buch zu lesen, denn es lag mir tatsächlich schwer im Magen. Stilistisch ist es sehr fließend und gut verständlich geschrieben. Es ist leicht zu lesen und führt einen gut durch die Erzählung. Auch geschichtlich scheint es gut recherchiert zu sein. Inhaltlich jedoch ist es trüb und düster. Es geht um Verrat und Gewalt, um Besitz um jeden Preis. Der Roman handelt von starken Männern, die ihren Weg gehen und sich nehmen, was sie wollen. Dabei erleben sie alle eher schlechte als gute Zeiten. Rückblickend kann ich mich an gute Zeiten gar nicht erinnern. Auch wenn Jacob zu Beginn der Geschichte eher schwächlich ist, so stammt auch er aus dieser Linie starker Männer.

Mir kam es manchmal vor, als würde sich eine schwarze Wolke über dieses Buch legen. Noch dazu erlebte ich als Leser stellenweise tiefe Abscheu gegenüber den Akteuren, z.B. wenn der eigene Vater seinen Sohn verrät. Die politischen Beziehungen zwischen unterschiedlichen Ethnizitäten waren für mich zeitweise auch sehr schwer verdaulich. Weder der Dreißigjährige Krieg, noch der Nationalsozialismus oder daraus resultierende Deportationen haben für mich freudige Züge. Leider gibt es in dem Buch kaum weitere Handlungsstränge.

Dass Jacob an irgendeiner Stelle wirklich beschloss zu lieben, ist mir jedenfalls nicht aufgefallen. Ich habe einen schönen Roman erwartet, der eine Familie durch Hochs und Tiefs führt. Bekommen habe ich eine dunkele Geschichte mit viel Leid und wenig Freude. Ich bin leider enttäuscht von dem Buch. Da es sich gut lesen ließ und meine interpretierte Dunkelheit vielleicht auch an meiner eigenen aktuellen Gefühlslage liegt, möchte ich dem Buch trotzdem drei Sterne geben.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...oder auch Jacob beschließt zu leben, 1. April 2011
Zusammen mit einem großen Unwetter kommt Jakob ohne Nachnamen in Triebswetter, einem Dorf im rumänischen Banat, an.

Sein Plan ist so keck wie dreist. Er will die Tochter eines ehemals sehr angesehenen Bauern heiraten über die er in der Zeitung einen Artikel gelesen hat. Als er auf dem Hof vorstellig wird, scheint Niclaus Obertins größter Wunsch in Erfüllung zu gehen. Da steht er, ein Bild von einem Mann, arbeitsfähig und gesund einer der den Mut hätte den Hof zu übernehmen. Allerdings schleichen sich bei dem alten Mann auch Zweifel ein, zu groß sind die Standesunterschiede zwischen einer Obertin und einem Ohne-Nachnamen.

Doch Jakobs Plan geht auf und bald heiratet er Elsa Obertin. Er bringt den Hof auf Vordermann und der Name Obertin bedeutet wieder etwas. Auch der erhoffte Erbe läßt nicht lange auf sich warten, aber Jakob hegt bald Zweifel ob dies auch sein "richtiger" Sohn ist. Zuwenig gleicht er ihm, seine Fähigkeiten auf dem Hof mit anzupacken gehen gegen null und das läßt er ihn auf ganz fatale Weise spüren.....

In immer wiederkehrenden Rückblenden erfährt man viel über die Obertins deren Familiengeschichte eng mit der Historie der Banater Schwaben verknüpft ist. Es beginnt mit Caspar, dem Lothringer der die Vogesen überquerte "und in dem Glauben auf eigenem Grund und Boden zu stehen fast eine ganze Familie umbrachte, bevor er am selben Ort eine eigene gründete."

Die Geschichte der Obertins streckt sich über 300 Jahre und gipfelt in der Deportation junger rumänischer Männer nach Sibirien.

Der Autor hat auf jegliche Gefühlsduselei verzichtet und dennoch ist die Geschichte sehr berührend und das menschliche Verhalten, wie so oft, einfach grausam und abstoßend. (dk)
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auswanderung und Vertreibung - Liebe und Verrat, 25. Februar 2011
Catalin Dorian Florescu hat mit seinem Roman 'Jacob beschließt zu lieben' eine generationenübergreifende Geschichte von Auswanderung und Vertreibung, Liebe und Verrat, Inbesitznahme von Land und Herzen geschrieben - kurzum, eine Geschichte über die Suche nach einer Heimat.
Alles beginnt vor etwa 300 Jahren, zur Zeit des 30-jährigen Krieges, nachdem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Die Nachfahren Caspars, der in der Schwedenarmee gekämpft hatte, ziehen im 18. Jh von ihrer Heimat Lothringen ins rumänische Banat, mit der Hoffnung, dort ein besseres Leben zu finden.
Mit Gleichgesinnten gründen sie das Dorf Triebswetter in der Nähe von Temeschwar, aber eigentlich mitten im Nirgendwo.
In Triebswetter wird in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts Florescus Protagonist Jacob geboren. Seine Mutter - eben eine Nachfahrin von Caspar-, verwaltet mit ihrem Vater den noch immer gleichen Besitz . Jacobs Vater Jakob kommt über sie wie ein Gewitter, nistet sich in ihr Leben ein und heiratet sie schließlich.
Jacob, ihr Erstgeborener ist ein schwaches, krankes Kind, das sein Leben lang um die Liebe und Anerkennung seines unerbittlichen Vaters kämpfen wird. Dieser missachtet ihn, verrät ihn und verkauft ihn - nur, um 'seinen' Grundbesitz zu erhalten.
Ein Leben aus Flucht steht Jacob bevor.
Aber aus diesem Leben kehrt er als Erwachsener gestärkt nach Hause, zu Not und Unterdrückung zurück. Die Russen haben mittlerweile das Banat okkupiert. Der Vater, nun allein, schwach und schutzbedürftig ist milder geworden. Beide finden auf unausgesprochene Weise ihren Frieden miteinander.
Am Ende werden sie deportiert, an den Rand der Welt, wieder mitten hinein ins Nirgendwo, wo es nichts gibt, keine Bäume um Hütten zu bauen und keine fruchtbare Erde um etwas anzupflanzen und zu ernten.
Aber nach dem, was Jacob schon überlebt hat, bleibt er auch hier zuversichtlich. Und mit ihm der Leser.
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5.0 von 5 Sternen Sehr gut, 13. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jacob beschließt zu lieben: Roman (Kindle Edition)
Eindrücklich, ein Teil europäischer Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Zum Glück gibt es dieses Buch.

ein äusserst lesenswertes Buch.
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Jacob beschließt zu lieben: Roman
Jacob beschließt zu lieben: Roman von Catalin Dorian Florescu
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