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Kundenrezensionen

947
4,2 von 5 Sternen
Erbarmen: Thriller
Format: Kindle EditionÄndern
Preis:8,99 €
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am 21. Juni 2015
Dieser erste Fall für das Sonderdezernat Q bietet viel Stoff für Spekulationen. Dass Merete
Lyngaards Verschwinden kein Selbstmord gewesen ist, war nicht nur mir als Leser schnell klar
(der zweite Erzählstrang wird nämlich aus der Sicht der verschwundenen Merete wiedergegeben),
nein, auch für das Ermittlerduo Carl und Assad stand das schon sehr bald fest.

Man merkt im Laufe des Lesens einfach, dass Carl ein wesentlich besserer Polizist ist, als seine
Kollegen, die vor Jahren an dem Fall dran waren und damals nur ziemlich oberflächlich gearbeitet
und kaum verwertbare Informationen zusammengetragen haben. - Carl regt sich nicht nur einmal
fürchterlich darüber auf, dass gewissen Details einfach nicht nachgegangen wurde.
Aber auch sein neuer Assistent, der Syrier Assad, ist ein wirklich aufmerksamer und talentierter
Mann. Gemeinsam sind die beiden ein unschlagbares Team. Ich mochte beide sehr, Carl kam mir
anfangs zwar noch ein bisschen melancholisch und widerwillig vor (das hatte aber wahrscheinlich
damit zu tun, dass er vor kurzem erst seine beiden Partner bei einer Schießerei verloren hat, bei
der einer davon nun gelähmt und der zweite tot ist), aber als dann die ersten erfolgreichen
Ermittlungsergebnisse vorgelegen sind, hat er sich zusammengerissen und einen sympathischen
Elan an den Tag gelegt. Und Assad war ja sowieso mein Lieblingsprotagonist - er ist einfach ein
cooler Hund und meiner Meinung nach wie gemacht für den Job als Kommissar. Aber er ist nicht
nur aufmerksam, vielseitig begabt und ziemlich mutig, sondern auch irgendwie überraschend
unberechenbar und ein kleines Rätsel. Er möchte nämlich nicht über seine Vergangenheit sprechen,
weil sie angeblich nicht so schön war, und genau das macht mich natürlich sehr neugierig auf diese
Buchfigur. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, ob und wie viel Assad in den nächsten Bänden
so von sich preisgeben wird.

Fesselnd und wirklich interessant zu lesen fand ich eigentlich das gesamte Buch, aber so richtig
spannend wurde es erst auf den letzten 100 Seiten. Der letzte Teil hat den Namen Thriller wahrlich
verdient.
Man stellt sich schon von Anfang an die Frage, ob Merete nach diesen fünf Jahren Martyrium, in
der Zeit, wo Carl und Assad zu ermitteln beginnen, immer noch am Leben ist. Und diese Ungewissheit
lässt einen eben die ganze Zeit gespannt weiterlesen ...

Ein in meinen Augen echt gut gelungener Reihenauftakt, der einige sehr spannende Lesestunden
bietet und mit einem Humor punkten konnte, der ganz nach meinem Geschmack ist.
Ich persönlich werde die Reihe mit Sicherheit weiterverfolgen. Das Buch kann ich euch auf jeden Fall
uneingeschränkt weiterempfehlen!
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am 28. August 2013
Alle drei Titel sind spannende Krimis, die sich perfekt als Hörbuch eignen. Die im Vergleich zum Buch gekürzte Fassung von Erbarmen ist auf 5 CD's zu haben. Trotz hohem Preis ein grosses Vergnügen, das sich lohnt, wenn man zum Beispiel mit dem Auto eine längere Strecke unterwegs ist.

Kommissar Karl Mörk ist etwas faul und unmotiviert. Aber er schlägt sich durchs Leben und im entscheidenden Moment ist er jeweils hellwach, findet die richtigen Worte, um in Verhören die Wahrheit ans Licht zu kitzeln, oder zieht die richtigen Schlussfolgerungen, wenn es zeitlich knapp wird. Es macht Spass, selbst an der Auflösung des Falles mitzurätseln. Mit fortschreitender Dauer der Geschichte ist man dem Kommissar einen Schritt voraus, weil auch die Perspektive des Täters berücksichtigt wird. Neben der Auflösung des Falles steht bei Jussi Adler-Olsen immer auch das Verständnis für den Täter im Rampenlicht genauso wie die tragischen Umstände, die dieses verbrecherische Handeln begünstigt oder gar heraufbeschworen haben. Hier spielt immer auch eine fundierte und gut nachvollziehbare Gesellschaftskritik mit rein.

Die beschriebenen Verbrechen sind zwar aussergewöhnlich, aber bleiben meist im realistischen Rahmen. Die Ausführungen über Verletzungen, Quälerei oder Todesfälle sind in der Hörfassung gut erträglich, aber immer noch ausreichend detailliert, so dass sich der Zuhörer sein eigenes (grausameres) Bild im Kopf basteln kann.

Wolfram Koch liest hervorragend. Er bringt die Emotionen einfühlsam herüber ohne zu übertreiben. Ulrike Hübschmann ergänzt einzelne Passagen aus der Sicht des weiblichen Opfers, was dem ganzen noch mehr Authentizität verleiht.

Erbarmen ist der erste Fall von Carl Mörk und seinem Assistenten Assad. Die beiden nachfolgenden Fälle Schändung und Erlösung sind vom gleichen Stil, genauso spannend und ebenso empfehlenswert. Vergleichbar mit Henning Mankells Wallander, Stieg Larsson, Hakan Nesser oder Elisabeth George.

Fazit: von den drei genannten Titeln ist Schändung (als Hörbuch) der spannendste, weil die Charaktere der Opfer und Täter am überzeugendsten geschildert werden. Erbarmen ist anfangs extrem spannend, fällt dann aber etwas ab. Vielleicht ist dieser Fall im Vergleich zu den anderen etwas zu weit hergeholt.
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am 15. Februar 2012
Auch ich habe mich dem Druck der Bestsellerlisten, Spiegelinterviews und den Erzählungen von Freunden gebeugt und mir das Buch des dänischen Autoren Jussi Adler Olsen gekauft - und vorab: Ich wurde nicht enttäuscht.

Kommissar Carl Morck ist ein alternder Polizist, der gerade eben einen Mordanschlag - im Gegenteil zu seinem gelähmten Kollegen und dem Tod eines weiteren - überlebt hat.
Nun gibt es keine Verwendung mehr für Carl und er wird eigens in das sogennante Sonderdezernat Q "abgeschoben". Nach Außen eine Abteilung für besonders wichtig erscheinende ältere, nie aufgeklärte Fälle. Nach Innen nur eine 'geniale' Idee der Behörde um neue Gelder für die Polizei zu aquirieren und mit diesen andere Dinge zu machen.

So sitzt Carl also nun im Keller der Polizei und findet sich mit stark zugestaubten Akten wieder. Ihm an die Seite gestellt wird Assad - eine Hilfskraft: Zum Putzen, zum Tee Machen, zur Ablage...aber alles andere als ein Polizist und nie ein adequater Ersatz zu seinen alten Kollegen.

Der erste Fall, den die beiden bearbeiten "müssen", ist der Fall der Merete Lynggard, die auf einer Überfahrt mit einem Kreuzfahrtschiff einfach spurlos verschwunden ist.

Und für den Leser beginnt eine wunderbare Reise mit einem "Antihero" als Chefermittler und seinem Gehilfen, der alles andere als sprachsicher ist und von der einen linguistischen Verlegenheit in die nächste stolpert. Jussi Adler-Olsen begeistert mit tollen, innovativen und vorallem tiefen Charakteren, die mir als Leser immer wieder ein Schmunzeln auf den Mund gezaubert haben. Während die Geschichte voranschreitet fühle ich mich sehr verbunden mit diesem ungleichen Ermittlungsteam und entwickle enorme Sympathien. Die spannende Auftaktgeschichte tut sein übriges, um uns einen Thriller der Extraklasse zu liefern!
Absolut lesenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 6. Oktober 2011
'Erbarmen' ist der erste Roman rund um den Ermittler Carl Mørck. Inzwischen gibt es schon den dritten Fall. Dieser war auch mein erster Jussi Adler-Olsen, sodass ich, nachdem er mich überzeugt hat, auch den ersten Teil kaufen musste.

In seinem ersten Fall trifft der Ermittler Carl Mørck, der zu der neu eingerichteten Sondereinheit Q gehört, auf eine verschwundene Frau. Am 02.03.2002 verschwindet Merete spurlos. Anfangs geht jeder davon aus, dass sie von der Fähre heruntergefallen und ertrunken ist. Damit ist der Fall eigentlich erledigt, aber was sie nicht wissen ist, das sie festgehalten wird in einem Beton-Gefängnis. Ihre Akte kommt zu den ungeklärten Todesfällen. Inzwischen sind fünf Jahre seit dem Verschwinden der Politikerin vergangen. Wie ein Tier wurde sie die ganzen Jahre festgehalten und nur mit dem Nötigsten versorgt. Ihr Geburtstag bietet mit der jährlichen Frage 'Warum halten wir dich fest' eine kleine Abwechslung, denn sie bekommt stets ein kleines Geschenk, wie zum Beispiel eine Taschenlampe. Carl Mørck rollt nun den Fall noch einmal auf und sein einziger Hinweis ist ihr jüngerer Bruder Uffe, der seit dem Tod seiner Eltern traumatisiert und stumm ist, denn er war an dem Tag dabei.

Schon seit 'Cold Case' mag ich Thriller rund um alte, ungelöste Fälle. Das es sich hierbei um eine verschwundene Politikerin handelt, gefiel mir zwar weniger gut, weil ich Bedenken hatte, dass hier sehr viel auf politische Aspekte eingegangen wird, aber spätestens nach der Hälfte, wurde mir klar, dass dies nicht der Fall ist, sondern die Thematik für einen spannenden Fall genutzt wurde. Politik hat nur eine kleine Rolle, die mir den Spaß am Lesen nicht nahm.

Durch den Prolog, in dem man die aktuelle Situation von Merete erfährt, ist der Leser schon gefesselt. Brutal, beängstigend und schockierend beschreibt Jussi Adler-Olsen ihr Gefängnis. Die Frage nach dem Warum stellt sich auch der Leser, und möchte unbedingt die Antwort erfahren. Damit gelingt es dem Autor seine Leser bis zur Aufklärung der grundlegenden Frage zu fesseln.

Nach dem Prolog hatte ich zwar meine Bedenken, dass ich als Quereinsteiger, der mit dem dritten Fall schon viel mehr über die einzelnen Charaktere weiß, etwas gelangweilt sein könnte. Es war aber eher das genaue Gegenteil der Fall. Ich lernte den Ermittler von Anfang an kennen, entdeckte Seite und Macken, die ich beim Lesen des dritten Falls noch nicht entdeckt hatte. Neueinsteiger, wie auch Quereinsteiger werden an den eingeführten Charakteren ihre wahre Freude haben. Nach und nach rundet sich das Bild, welches ich schon vorher hatte, ab.

Genauso gelungen wie die Protagonisten in den ersten Teil eingeführt werden, ist auch die Umsetzung der Grundidee. Besonders die Schilderungen, wie sich die Politikerin in ihrer Zelle fühlt und was sie erlebt, werden so dramatisch, blutig und grausam geschildert, dass es einem beim Lesen kalt den Rücken hinunterläuft. Man möchte gar nicht mehr aufhören und ich fühlte mich teilweise sehr gestört, wenn die Perspektive wieder zu den Ermittlern zurück wechselte. Schließlich wollte ich wissen, wie es ihr ergeht. Trotzdem sind die Ermittlungen keineswegs langweilig. Neue Hinweise bringen immer neue Erkenntnisse und treiben den Fall in Windeseile voran. Dafür sorgt der Stil des Autors, der bildhaft ist und sich flüssig lesen lässt. Selbst die gewöhnungsbedürftigen Namen habe ich diesmal nicht als hinderlich empfunden, so gut schildert der Autor alles. Man sieht das gesamte Buch vor seinem inneren Auge. Das spricht für einen grandiosen Schreibstil. Dadurch entsteht eine mitreißende Spannung, die bis zur letzten Seite anhält. Zwar wusste ich schon recht früh, wie das Buch ausgehen würde, aber man fiebert trotzdem mit und überlegt, ob es vielleicht doch noch eine andere Lösung geben kann.
Der ausgewählte Schluss ist logisch und sorgt für Nervenkitzel pur. Er rundet die entstandene Atmosphäre ab und führt dazu, dass man unbedingt mehr von diesem skurrilen Inspektor lesen möchte.

Auf Grund der brutalen Szenen ist das Buch nicht unbedingt was für schwache Nerven, aber ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
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HALL OF FAMEam 26. August 2011
"Erbarmen" (dtv premium 24751 - "Kvinden i buret", 2008) ist der erste Roman von Jussi Adler Olsen mit einem ungewöhnlichen Ermittlerpaar - zwischenzeitlich gibt es schon zwei weitere Folgen: "Schändung" (dtv premium 24787 - "Fasandraeberne", 2008) und "Erlösung" (dtv premium 24852 - "Flaskepost fra P", 2009). Das ungewöhnliche Ermittlerpaar ist Kommissar Carl Morck und sein Assistent Hafez al-Assad (!). Sie sind die einzigen Mitarbeiter im Sonderdezernat Q. Dieses wurde aufgrund eines Beschlusses des dänischen Parlaments geschaffen, um "cold cases" von besonderer Bedeutung aufzuklären. Für Carl Morck war es zwar eine Beförderung zum Dezernatsleiter, gleichzeitig aber ein Abschieben aus der Mordkommission Kopenhagen. Dies deshalb, weil er zunehmend als Folge einer schiefgegangenen Verhaftung unleidlich und unkooperativ wurde. Diese schiefgegangene Verhaftung hat zu einer Schießerei geführt, die die Tötung seines Kollegen Anker und die Querschnittslähmlung seines Kollegen Hardy nach sich zog. Das konnte er nicht verhindern das hat er bis dato nicht verkraftet. Und so startet er im Dezernat Q 2007 seine erste Ermittlung: die Aufklärung des Verschwindens der Politikerin Merete Lynggaard beim Ausschiffen aus einer Fähre in Puttgarden im Jahr 2002. Damit beginnt die Zweiteilung des Romans. Einerseits erfährt der Leser sukzessive, wie das Befinden der "Verschwundenen" ist, andererseits wie Kommissar Morck mit seinen Ermittlungen vorankommt. Wenngleich Morck eine Aufklärung des Falles anfangs fast als aussichtslos sieht, gelingt es ihm sowie dem eifrigen und umtriebigen Hafez al-Assad mehr und mehr Einzelheiten herauszufinden, was sich damals alles ereignet hatte. BAld es stellt sich heraus, daß die Lösung in der Vergangenheit des Opfers liegt - was auch der aufmerksame Leser bemerkt. Und so kommt es - wenngleich Morck dies nicht weiß - zu einem Wettlauf gegen die Zeit und schließlich zu einem spannenden Finale. Insgesamt ist es ein athmosphärisch dichter Kriminalroman a) um eine entführte, wehrlose und gequälte Frau und b) um einen nicht loslassenden Kommissar samt ebensolchem Assistenten, die in klassischer Ermittlerarbeit auf die richtige Spur kommen. Die 417 Seiten lesen sich wie im Fluge. Jussi Adler Olsen ist ein würdiger Nachfolger des leider zu früh verstorbenen Stieg Larsson.
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am 23. August 2011
Kurzinhalt:
Kommissar Moerk wurde im Einsatz schwer verletzt, seine Partner getötet bzw. verkrüppelt - seit seiner Rückkehr ins Dezernat geht Moerk all seinen Kollegen seitdem mit seiner "Scheißegal"-Haltung ziemlich auf die Nerven. Man versetzt ihn daraufhin in das neu gegründete Dezernat Q, das sich mit alten, unaufgeklärten Fällen befasst. Oder mit anderen Worten: in den Keller, wo er keinen mehr stören kann.

Ihm an die Seite gestellt wird die männliche Putz"frau" Assad, ein arabischer Einwanderer, der sich jedoch bald als Mann mit vielen Talenten herausstellt. U.a. beginnt Assad sein Dänisch an den alten Akten aufzufrischen, während Moerk noch Löcher in die Luft starrt.
Zwischen Gebetsteppich und zu süßem arabischen Tee werden beide neugierig auf den Fall der seit 5 Jahren vermissten Politikerin Lyngaard, die damals scheinbar von der Reeling eines Schiffs fiel und ertrank. Ihre Leiche wurde nie gefunden.

Es wird jedoch schnell deutlich, dass die Ermittler damals mehr als geschlampt haben. Tatsächlich beginnt bald ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Lyngaard wird seit 5 Jahren in einem geschlossenen Raum gefangen gehalten.

Meine Meinung:
Endlich mal wieder der Pageturner, nachdem ich mich so lange gesehnt habe.

Zunächste einmal: Was für ein herrliches Ermittlerduo! Auf der einen Seite der traumatisierte Moerk, der seinen toten bzw. schwer verletzten ehemaligen Partern hinterher trauert und sich seitdem um nichts mehr wirklich kümmert, als den nächsten Tag zu überstehen. Insofern hat er auch keine Skrupel, als seine Putz"frau" Assad beginnt, die eigentlich geheimen Akten zu lesen und darauf einen ganz neuen Blick erhält.
Mehr als einmal fragt sich Moerk, was dieser Mann eigentlich gemacht hat, bevor er ihn aufgrund seines Führerscheins eingestellt hat. Zumal Assad unter Autofahren offenbar etwas anderes versteht, als der gemächliche Däne mit all seinen Verkehrsschildern.

Parallel dazu läuft die Geschichte um die Politikerin Lyngaard, 5 Jahre zuvor. Während man als Leser ihre Entführung im Jahr 2002 erlebt, weiß man doch genauso wenig, wie Moerk im Jahr 2007, der in ihrer Akte blättert. Erst so nach und nach nähert sich ihre Geschichte seinen Ermittlungen an und das fand ich eine sehr interessante Perspektive.
Zumal man als Leser nachvollziehen darf, wie scheinbare Kleinigkeiten nachher zu einem großen Ganzen führen und nur seinen Hut vor den Ermittlungsarbeit der Polizei, Pardon, des Ermittlerduos (Moerk und Putz"mann"), ziehen kann.

Dies mag einigen Rezensenten hier unrealisitsch erscheinen - unterhaltsam ist es allemal. Und dabei unglaublich spannend. Die Vorstellung, 5 Jahre in einem völlig kahlen Raum eingesperrt zu sein, hat etwas mehr als Traumatisches.
Beklemmend schildert Adler-Olsen die Szenen, wie Lyngaard sich am Leben hält - und bei Verstand. Untermalt von gruseligen Lautsprecherstimmen, die ihr immer wieder die Frage stellen, die man sich als Leser auch stellt: Warum ist sie dort?
Und mehr als einmal fragt man sich auch nach dem titelgebenden "Erbarmen". Denn was kann ein Mensch getan haben, dass solch eine "Strafe" rechtfertigt? Und wie kann umgekehrt ein Mensch soetwas einem anderen antun?

Fazit:
Spannend und gleichzeitig unterhaltsam, dazu ein tolles Ermittlungsduo - was will man mehr? Außer eine baldige Fortsetzung?
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am 23. Juli 2011
Merete Lynggaard, die aufstrebende, erfolgreiche, junge stellvertretende Vorsitzende der Demokratischen Partei, ist überall beliebt - auch bei der Presse. Sie sieht gut aus, ist zielstrebig und weiß sich zu artikulieren. Doch plötzlich verschwindet sie von einer Fähre ohne eine Spur zu hinterlassen. Nur ihr seit einem Autounfall, bei dem ihre Eltern ums Leben kamen, behinderter Bruder Uffe könnte der Polizei weiterhelfen. Doch der spricht nicht.
Seit fünf Jahren gilt Merete bereits als vermisst, als in der Mordkommission eine neue Abteilung - das Sonderdezernat Q - eingerichtet wird. Carl Mørck, ein - seit einem fatal geendeten Einsatz, bei dem ein Kollege ermordet und ein anderer schwerverletzt wurde - missmutiger Kommissar, wird in diese Abteilung, die im Keller des Gebäudes eingerichtet wird, versetzt. Er sieht das alles natürlich als Bosheit ihm gegenüber an und ist absolut nicht zufrieden mit der neuen Situation. Daher beschließt er, seine Füße hochzulegen und nichts zu tun. Doch dann bekommt er einen Assistenten, der eigentlich nur für Ordnung im Keller sorgen soll, an seine Seite gestellt - Assad. Schnell beginnt sich Assad für die alten Fälle, die im Sonderdezernat Q wieder aufgerollt werden sollen, zu interessieren. Vor allem einer springt ihm ins Auge: der von Merete Lynggaard. Wird Carl sich von Assad überzeugen lassen, den Fall zu übernehmen? Wenn ja, schaffen sie es Merete lebendig zu finden und ihr mysteriöses Verschwinden aufzuklären? Oder ist sie wirklich schon seit fünf Jahren tot?

Spannend und nie langweilig erzählt Jussi Adler Olsen eine grandiose Story. Der Auftakt zu einer erbarmungslos guten Ermittler-Reihe rund um Carl Mørck und seinem Assistenten Assad. Obwohl Carl wirklich nicht sympathisch ist, wächst er einem doch ans Herz. Mit seiner muffeligen Art und der mir-doch-egal-Haltung bringt er eine gute Portion Witz in die Geschichte, die dadurch aufgelockert und entspannt wird. Der Schreibstil ist wunderbar, sodass man schnell durch den Thriller kommt und das ganze zu einer kurzweiligen Angelegenheit ohne jegliche Längen macht. Die Kapitel sind kurz gehalten, was diesen Effekt nochmals unterstützt. Die Handlungsabschnitte sind zweigeteilt. In einem Kapitel (oder auch mal mehreren aufeinanderfolgenden) wird von der Ermittlerarbeit im Jahr 2007 berichtet und in den anderen Teilen wird die Geschichte von Meretes Verschwinden geschildert, die 2002 beginnt. Gott sei Dank gibt es über Carl Mørck und Assad noch Nachfolgebände, sodass die Geschichte um den einzigartigen Ermittler und seinen merkwürdigen Assistenten an dieser Stelle noch nicht endet.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. Juli 2011
Dieser Thriller ist durch zwei zeitversetzte Handlungsstränge gekennzeichnet, die gegen Ende des Buchs in einen einzigen münden. Eine der beiden Erzählebenen berichtet von der im Jahr 2002 erfolgten Entführung und dem anschließenden jahrelangen Martyrium der jungen Politikerin Merete Lynggaard, die in strenger Isolationshaft in einem Raum gehalten wird, in dem der Luftdruck immer wieder erhöht wird. Zunächst weiß sie nicht, was ihre Entführer wollen, als sie während ihrer Gefangenschaft jedoch ihr Leben Revue passieren lässt, beginnt sie (ebenso wie der Leser) zu ahnen, worum es eigentlich geht.

Die andere Erzählebene ist im Jahr 2007 angesiedelt und beschreibt, wie der nach einer Schießerei schwer traumatisierte Polizist (Vizekriminalkommissar) Carl Mörck von seinen Kollegen, denen er oft unbequem ist, auf das Abstellgleis geschoben wird: er soll ein Büro im Keller beziehen und als Leiter und - bis auf einen Assistenten für Putzarbeiten - einziger Mitarbeiter des neugegründeten Sonderdezernats Q alte Fälle wieder aufrollen. Wenig enthusiastisch durchkämmt er, unterbrochen von längeren "Meditations"- bzw. Schlafphasen am Schreibtisch, alte Akten und stößt dabei auf das ungeklärte Verschwinden von Merete Lynggaard. Von seinem Assistenten Assad, einem ebenso mysteriösen wie pfiffigen Syrer mit vielen Talenten, angespornt, wird er dann doch durch die Unstimmigkeiten des Falls und die offensichtlichen Ermittlungsfehler eines ziemlich inkompetenten Kollegen dazu animiert, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Die Darstellung von Meretes Gefangenschaft ist sehr plastisch und in ihrer Erbarmungslosigkeit etwas für Leser mit starken Nerven. Auch die Handlung um die fortschreitenden Ermittlungen von Carl und Assad sind bis zum Schluss spannungsgeladen, selbst wenn man das Motiv für die Rache an Merete relativ früh erkennt.

Mir hat dieser Thriller ausgezeichnet gefallen und ich hoffe, dass der zweite Band um das Sonderdezernat Q ebenfalls ins Deutsche übersetzt wird.
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am 21. Juli 2011
Nur ein kleines Beispiel, was mich in diesem Buch so alles zum Schmunzeln brachte. Carl Morck schwärmt für die Psychologin Mona Ibsen - angenehme Beigabe: sie ist in seinem Alter oder älter ! - und als er mit ihr telefoniert, hört er das Atmen dieses "erotischen Individuums".

Das Buch lebt von solchen Feinheiten und andererseits vom Weglassen von Feinheiten. Für mich stimmt die Balance und das Timing, für andere nicht.

Ich mag Carl Morck, weil er muffelig und eigenbrötlerisch ist. Es ist eben NICHT das übliche Klischee eines Gebeutelten, von schlimmen Erfahrungen Heimgesuchten, der sich dann in den Abgrund stürzt. Das Ganze geht wesentlich "normaler" vor sich. Er hat einfach keinen Bock, er tagträumt, er spielt Patiencen während der Arbeitszeit, legt die Füße hoch. Kennt das jemand ?

Sein Gehilfe Assad bringt ein wenig frischen Wind in die Bude, aber auch nicht zu frisch. Auch hier kann von Klischee nicht geredet werden, obwohl damit gespielt wird. In der Beziehung zwischen Carl und Assad bestimmt das Weglassen bestimmter Erörterungen oder Gedanken die Qualität. Sachen einfach mal so stehen zu lassen.

Eigentlich schreibe ich ja, weil hier auch in den positiven Rezensionen öfter der Vergleich Adler-Olsen/Larsson stattfindet. Mir persönlich gefällt Adler-Olsen besser, obwohl ich Larsson auch mit Vergnügen gelesen habe. Vergleicht man die Figuren, finde ich "Kalle" Blomquist, den Frauenheld (und Lisbeth Salander sowieso), sehr konstruiert und im Grunde realitätsfern gegenüber Carl Morck und Assad.

Daß die Autoren überhaupt verglichen werden, also etwas Ähnliches haben müßten, erschließt sich mir nicht so ganz.

Den Bösewicht als Leser weit vor Ende des Buches dingfest zu machen, ist nicht so ganz schwer (einer der ewigen Kritikpunkte hier). Aber es ist einem doch irgendwann klar, daß der Autor nicht von der Art ist, irgendwann ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern. Solche maschinengestrickten Plots hasse ich ehrlich gesagt. Hier gibt es eine faire Zusammenarbeit zwischen Autor und Leser. Habe auch Columbo immer gerne geguckt:-)
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am 7. Juli 2011
Der erste Roman um Vizepolizeikommissar CARL MÖRCK und dessen syrischen Kollegen EL-ASSAD macht Lust auf mehr.

DIE STORY:

Vizepolizeikommissar CARL MÖRCK, bei seinen Kollegen und seinem Vorgesetzten wegen seiner eigensinnigen Ermittlungsmethoden und eigenbrötlerischem Verhalten in Ungnade gefallen, wird Leiter des neu geschaffenen Sonderdezernats Q. Man erhofft sich davon, CARL MÖRCK von aktuellen Ermittlungen abgezogen und ihn "kaltgestellt" zu haben. Das neue Sonderdezernat Q ist auf politisches Bestreben hin eingerichtet worden. Es soll sich um brisante bereits "abgelegte" aber nicht aufgeklärte Fälle kümmern. Ausgestattet wird es mit einem Etat von 5 Mio. Kronen. MÖRCKS Vorgesetzter, MARCUS JACOBSEN, wähnt sich, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen zu haben: mit der "Abkommandierung" scheint MÖRCK ruhiggestellt zu sein, gleichzeitig kann man den Großteil des Budgets für die Arbeit des eigentlichen Morddezernats "abzweigen". MÖRCK wird ein Büro im Keller des Polizeigebäudes zugewiesen. Als "Assistent" wird ihm der Syrer HAFEZ EL-ASSAD zur Seite gestellt, dessen Herkunft und Ausbildung im Dunkeln bleiben. Die beiden nehmen sich die verstaubten Akten vor und stoßen als erstes auf einen brisanten Fall, bei dem eine junge Politikerin, die am Anfang einer hoffnungsvollen Karriere stand, 2002 auf der Fähre zwischen Rödby und Puttgarden spurlos verschwunden ist. Die damaligen Ermittlungen führte MÖRCKS Kollege und "Intimfeind" BÖRGE BAK. Man ging davon aus, dass das Opfer - MERETE LYNGGAARD - über Bord gefallen und ertrunken war. Der Leichnam wurde allerdings nie gefunden. MÖRCKs Ermittlungen fördern kapitale Fehler bei den Erstermittlungen durch BAK und sein Team zu Tage. Die akribische und intuitive Ermittlungsarbeit CARL MÖRCKs und die ungeahnten verborgenen Fähigkeitten EL-ASSADs bringen beide dann auf eine sehr heiße Spur, an deren Ende sie der Aufklärung der damaligen Ereignisse sehr nahe kommen, aber am Schluß dann unversehens sich selbst in aller höchster Lebensgefahr wiederfinden...

FAZIT:

Ein wirklich rundum gelungenes Krimidebüt mit einem interessanten und ungewöhnlichen Ermittlerduo. Entsprechend positiv ist dieser Erstling auch aufgenommen worden; die Verkaufszahlen sprechen für sich. Mit dem - werbewirksam bemühten - Vergleich mit STIEG LARSSON sollte man jedoch vorsichtig sein; zumindest gleich nach dem ersten Buch. Allerdings macht dieser Erstling Lust auf mehr Ermittlungsarbeit von CARL MÖRCK und seinem Assistenten...

Also viel Spaß und Spannung beim Nachlesen!
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