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67 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunstvoll und erschreckend aktuell!
1891 festigte der englische Schriftsteller Oscar Wilde mit seinem "Bildnis des Dorian Gray" seinen bis heute unverblassten Ruhm als begabter Schriftsteller, aber auch als "Enfant terrible" der aristokratisch-literarischen Szene.
Er erweist sich in diesem Buch als ungeheuer lustvoller Formulierer von BonMots, als unerschrocken-ehrlicher Beobachter und entlarvt in...
Veröffentlicht am 27. Dezember 2006 von zeilensprung

versus
37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mieseste Übersetzung, die ich je gelesen habe ...
Wenn Null Sterne zu vergeben wären, so würde ich dieses tun. Die Ullstein Übersetzung dieses wunderbaren Buches ist wirklich unter aller S ... Ganze Passagen fehlen, aus einer Person werden plötzlich zwei und weitere Ärgerlichkeiten mehr. Bitte bitte nicht kaufen. Lieber auf die Haffmans Ausgabe zugreifen. Dort heißt der Titel auch richtig...
Veröffentlicht am 4. August 2005 von JaneAusten


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komplex und brillant!, 26. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Bildnis des Dorian Gray (Audio CD)
Oscar Wildes einziger Roman aus dem Jahr 1890/91 spielt im viktorianischen Zeitalter in London. Das gesamte Hörbuch ist beherrscht von den Dialogen dreier Männer und mit zunehmender Dauer dem inneren Monolog des Dorian Gray. Es ist eine Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher Auffassungen von Moral. Auf der einen Seite der Maler Basil Hallward, der das viktorianische England „vertritt“, dessen romantisierende Lebensauffassung, die Idealisierung von Seele und Geist. Auf der anderen Seite der hedonistische, rein der Lust und der Sinneserfahrung huldigende Lord Henry Wotton, der die Vorstellungen des Autors wiedergibt. Entsprechend der offenen Zurückweisung überkommener Moral und bigotter Lebensführung, der fast lustvollen Darstellung des amoralischen Lebensstils Dorian Grays, führte dieses Buch zu einem Skandal und der Autor wurde öffentlich angefeindet. Nicht zuletzt durch dieses Buch und die im folgenden offen zu Tage tretenden homosexuellen Neigungen Oscar Wildes kam es zu einer Gerichtsverhandlung und zur Inhaftierung des Autors. Gesundheitlich angeschlagen, verschwand er nach der Haft aus der Öffentlichkeit und starb am 30. November 1900.
„Dorian Gray“ blieb der einzige, große Roman von Oscar Wilde. In seiner Komposition brillant und sprachgewaltig, elegant im Stil und hart und kompromisslos in seinen Aussagen. Wilde verwob Prometheus-, Faust- und Luzifer-Mythen zu einem Kunstwerk, das bis heute seine Wirkung auf die Leser hat und seinen Erfolg zu Recht verdient.
Der Vortrag des ungekürzt übertragenen Romans durch Jan Josef Liefers ist ein Glücksfall. Vor allem die im Mittelteil des Hörbuchs sehr langen, schwierigen und komplexen Textpassagen, die den inneren Wandel des Dorian Gray darlegen, werden so intensiv und wahrhaftig vorgelesen, dass man das Gefühl hat, Gray selbst trage die Essenz seiner Vorstellungen, Qualen und leidenschaftlichen Erfahrungen mit.
Wichtigster Kunstgriff dieses Romans ist die Rolle, die das Bildnis Dorians hat. Es wird zu einer eigenständigen Person, zu einem Gewissen und Gedächtnis Grays. Das Bild wird zum wahren Dorian Gray, wird zu dem Mann, der erlebt, fühlt, trauert, triumphiert.
Es ist zugleich Sinnbild für den heute herrschenden Jugendwahn. Oscar Wilde beruft sich auf die griechischen Klassiker, das Dandytum seiner Zeit und die Wirkung des Schönen im romantischen England. Doch ist die moderne Aussage, das „Dorian–Gray–Syndrom“ (eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, bei der das eigene Ich im Mittelpunkt des Strebens und Denkens steht) heute um so wirksamer und aktueller als vor einhundert Jahren.
Vielleicht erklärt das den auch heute noch anhaltenden Erfolg des Buches. In jedem Fall ist es in dieser Hörbuchedition, die in einer wundervollen roten Pappschachtel, einem ausführlichen Booklet und einem perfekten Sprecher zu einem angemessenen Preis zu erwerben ist, ein Gewinn für jede Hörbuch-Bibliothek.
Einzig der überbordende Detailreichtum, der fast fanatische Perfektionismus Oscar Wildes führt immer wieder zu langweiligen, für die Entwicklung des Protagonisten unwichtigen Schilderungen und Passagen, die dem Hörbuch das Tempo nehmen. Auch wenn Jan Josef Lievers in dem Bemühen diese Textstellen möglichst interessant zu gestalten großes Lob zuzusprechen ist, kann er doch nicht vermeiden, dass der Hörer Schwierigkeiten hat, die Konzentration zu wahren.

Fazit: Diese Edition ist fantastisch. Der Sprecher ist in Bestform, Layout und Ausstattung sind hervorragend. Da auch der Text, einer der großen Klassiker der Weltliteratur, brillant ist, kann man nicht fehlgehen, wenn man diese Box erwirbt. Man sollte aber wissen, dass Langmut und Konzentrationsfähigkeit vonnöten sind, den oft sehr langen Monologen zu folgen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich fesselnd!, 4. September 2004
Von Ein Kunde
Seit langer, langer Zeit habe ich endlich wieder ein Buch gefunden, bei dem ich selbst beim Laufen noch mit der Nase drin steckte.
Der Schreibstil von Oscar Wilde ist atemberaubend, obwohl ich zugeben muss, dass ich mich erst daran gewöhnen musste.
Nach einem etwas lahmen Einstieg habe ich das Buch erst einmal für längere Zeit zur Seite gelegt, dann aber zum Glück doch wieder angefangen. Und von da an konnte ich mich nicht mehr losreißen. Das Buch ist einfach unglaublich fesselnd und die Charaktere Dorian Gray und Lord Henry faszinierend.
Fazit: Kaufen, Lesen, Staunen!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von der unerfüllbaren Sehnucht, ohne Makel zu sein, 1. Februar 2009
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Zum Inhalt möchte ich nichts sagen, da der sattsam bekannt sein dürfte - und zudem obenstehend nachzulesen ist. Ich hoffe auf Nachsicht. Jetzt zur Rezension...

"Das Bildnis des Dorian Gray" stand jetzt seit ein paar Jahren in meinem Bücherschrank. Ich hatte in der Buchhandlung die erste Seite gelesen, wie es meine Gewohnheit ist, und mich von dem poetischen Ton angesprochen gefühlt. Jetzt habe ich es endlich gelesen und muss - bevor ich zur abschließenden Bewertung komme - vorwegschicken: Es ist ein durchwachsenes Werk.

Zunächst zur Sprache: Die vermag es, ausgezeichnete Bilder zu malen, die oft einfach schön, bisweilen aber auch ein bisschen zu verschwurbelt oder schlicht ermüdend sind in ihrer übersteigerten Gestaltungswut. Aber das ist Konzept und hat mit Ästhetizismus zu tun.

Zum Aufbau der Geschichte: Die 20 Kapitel des Romans scheinen am Reißbrett entworfen. Die ersten 10, die von Dorians Sündenfall berichten, sind fast durchgehend mit leichter Feder geschrieben und reich gefüllt mit teils höchst vergnüglichen, böse zynischen Bonmots und Aphorismen. Die Handlung schwappt hier nur sehr langsam voran; die schon erwähnte Sprache aber treibt schöne Blüten, die manchmal jedoch auch so schwer duften, dass man Kopfschmerzen bekommen kann, wenn man dazu neigt.
Das elfte Kapitel saust dann - als Teilunggsstrich zwischen den beiden großen Blöcken am Anfang und am Ende - im Zeitraffer durch Dorians Jahre der Genuss- und Vergnügungssucht, ohne allerdings Begebenheiten zu erzählen. Ich empfand es als fast nicht zu ertragen in seiner ausufernden und dazu noch mit historischen Bezügen verbrämten Aneinanderreihung von schönen Dingen, denen sich Dorian verschreibt. Des Langen und Breiten liest man da von exotischen Musikinstrumenten, Ringen, Edelsteinen, Wandteppichen, Gewändern und desgleichen mehr. Ein Beispiel? Bitteschön: "Er besaß einen prachtvollen Chorrock aus karmesinroter Seide und goldgewirktem Damast, der mit einem fortlaufenden Muster von goldenen Granatäpfeln geschmückt war, die sich über sechsblättrigen, stilisierten Blüten befanden, beidseitig eingefasst von einem aus Zuchtperlen gearbeiteten Ananasmotiv. Die goldbestickten Bordüren waren in einzelne Felder unterteilt, die..." ich habe keine Lust mehr, weiter zu abzutippen (denn es geht noch weiter!). Ich hoffe, es wird auch so deutlich, warum ich hier - zum ersten Mal in meinem Leseleben - einen Absatz übersprungen habe.
Die letzten 9 Kapitel sind aber dafür wesentlich stringenter erzählt, beherbergen einiges mehr an echter Handlung und sind dadurch ungleich spannender. Die klaren und ungekünstelten Bilder, die hier gezeichnet werden, haben eine enorme Schärfe, sind fast filmisch zu nennen. Alles in allem hätten 50 bis 100 Seiten weniger der Geschichte gut getan.

Zur Geschichte an sich: Die ist selbstredend großartig und bleibt haften. Allein die zahllosen Verfilmungen (eine neue und vielversprechende kommt 2009 von Regisseur Oliver Parker mit Colin Firth, Ben Barnes und Rachel Hurd-Wood) zeigen, was für eine enorme Durchschlagskraft das Gedankenspiel um das Bildnis hat, das an Dorians statt altert. Erzählt es doch von der unerfüllbaren Sehnsucht, ohne Makel zu sein. Ein uralter Menschheitstraum, der aber auch diesem Buch versagt geblieben ist.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich "Das Bildnis des Dorian Gray" dennoch jedem Literaturinteressierten ans Herz lege: Zum Erweitern des Horizonts, zum Mitredenkönnen und zum Amüsement. Denn trotz aller Makel ist es am Ende ein spannendes und in jeder Hinsicht geistreiches Buch.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Buch Top - Ausgabe Flop, 16. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Dorian Gray (Gebundene Ausgabe)
Es ist eine einzige Unverschämtheit, dem Lesenden ein Buch in die Hand zu drücken, das derart vor Druckfehlern strotzt! Vermutlich handelt es sich bei dem Buch um einen Versuch, ein tolles Werk billig zu verkaufen! Es ist natürlich intelligent, so etwas zu tun, doch ich empfehle allen anderen Wilde - Interessierten eine andere Ausgabe!!!
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen kometenhafte Anfänger, 27. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Dorian Gray (Gebundene Ausgabe)
Kann mich nur anschließen: Das Werk an sich ist eine 1, die Übersetzung eine glatte 6, Druckfehler ohne Ende und Billigpapier. Lieber etwas mehr investieren und glücklich sein. Dieses Exemplar war ein glatter Fehlkauf!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So schön sarkastisch!, 13. Februar 2003
Ich liebe dieses Buch! Die Personen sind so faszinierend. Was würden wir tun, wenn man uns unsere Sünden nicht äußerlich ansehen würde? Würden wir alles anders machen? Diese Buch bringt zum Nachdenken. Aber nicht nur über diese Frage, sondern auch über die Bemerkungen Lord Henrys. Er ist ein sehr ruhiger Charakter, aber seine Bemerkungen treffen immer ins Schwarze (auf die Aussage seines Onkels "Die jungen Leute heutzutage glauben, Geld sei alles." antwortet er kühl: "Und wenn sie älter werden, dann wissen sie es.")Dass Oscar Wilde auf diese Sätze gekommen ist und einen ganzen Roman damit gespickt hat, macht ihn fast zu einem Genie. Dieses Werk gehört zu den ganz GROßEN der Literatur!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine wunderschöne Ausgabe des Klassikers, 3. Juli 2010
Von 
Bernd Hild "FritzX" (Ludwigshafen, Rheinland Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Oskar Wildes einziger Roman befasst sich mit Themen die auch heute noch aktuell sind und es wohl auch immer bleiben werden, da sie Teil der menschlichen Natur sind. Eitelkeit, Jugend - und Schönheitswahn, der maßlos ausschweifende Lebensstil einer kleinen, elitären Gesellschaftsschicht und die damit einhergehende Heuchellei sind die Hauptschwerpunkte dieser interessanten Geschichte, in deren Mittelpunkt der junge, zunächst schüchtern und auch etwas dümmliche Dorian Gray steht. Durch die Beeinflussung eines zünischen Lebemannes verändert er sich zunehmend zu einem skrupellosen und unmoralischen Menschen, der nur auf sein eigenes Vergnügen aus ist und dabei reihenweise Personen die ihm nahe stehen ins Unglück stürtzt. Von Dorian selbst aber scheint sein wildes Leben nicht den geringsten Tribut zu fordern, da er auch nach Jahren der Ausschweifungen mit Huren und Opium noch immer jung und schön ist. Was niemand weiß ist das er es durch den fanatischen Willen für immer jung und schön zu bleiben irgendwie geschafft hat einem Portrait von ihm die Bürde seiner Sünden aufzuerlegen und dieses nun an seiner Stelle altert. Angeeckelt von der hässlichen Fratze seines wahren Wesens, schließt er das Bild in einem alten Lagerraum ein, doch vergessen kann er es nicht und letzten Endes wird es ihm zum Verhängnis.
Die Geschichte an sich ist wirklich faszinierend und gibt einem so einiges zu Denken. Auch wenn die Sprache des Buches antiquiert wirken mag und einige Passagen schon etwas schwerer zu verstehen sind kommt man nicht umhin immer weiter zu lesen weil man bestätigt finden will was man schon die ganze Stecke zum Ende hin vermutet. Die Spannung des Romanes ergibt sich nicht aus irgendwelchen gewalt - oder sexbetonten Stellen oder der detaillierten Schilderungen von Grays Verfehlungen, dass überlässt der Autor weitestgehend der Fantasie des Lesers, nein es ist vielmehr die Entwicklung des Hauptcharakters und die Frage ob ihm nicht doch irgendwann jemand auf die Schliche kommen muß! Letztendlich gibt die Geschichte aber doch auch das Bild einer bornierten Gesellschaft wieder, die sich für die Krone der Schöpfung hält aber doch längst den Bezug zur Realität verloren hat. Das beste Beispiel dafür ist Lord Henry Wotton, Grays Mentor sozusagen, der zwar zu allen Themen des Lebens eine Weisheit auf Lager hat und bei jeder Gelegenheit die Welt in all ihren Facetten erklärt aber nicht auch nur ansatzweise dazu in der Lage ist zu erkennen wie Gray sich, unter seinem Einfluss, vom unschuldigen Jüngling zum kaltherzigen Menschenfeind und Mörder entwickelt, da er viel zu sehr damit beschäftigt ist sich an seinem Spielzeug (Gray) zu erfreuen!
Nun noch ein paar Worte zur Ausgabe des Buches. Ich liebe klassische Bücher wie dieses und ziehe sie im allgemeinen der modernen Literatur vor. Was ich aber am meisten schätze ist wenn ein alter Klassiker auch im klassischen Gewand daherkommt und da trifft diese wunderschöne Ausgabe im geprägten Ledereinband voll und ganz meinen Geschmack. Dieses Buch ist nicht nur ein Erlebnis beim Lesen sonder auch ein Juwel im Regal und weiß den Besitzer so auf zwei Arten zu erfreuen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So packend inszeniert wie ein Film made in Hollywood, 27. Juni 2009
Von 
Florian Hilleberg (Göttingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Dorian Gray ist ein wohlhabender, gutaussehender, junger Mann, der in der High Society von London hoch angesehen ist. Eines Tages lässt er sich von dem befreundeten Künstler Basil Hallward portraitieren. Bei dieser Gelegenheit lernt er dessen exzentrischen Freund Lord Henry Worron kennen, der anwesend ist, als Basils Nichte Rebecca den Wunsch äußert, dass Dorian ewig so jung und schön bleiben möge, wie auf diesem Bild, damit sie heiraten könnten, wenn sie einmal alt genug dafür sei. Dorian wiederholt diesen Wunsch, denn was niemand weiß, ist, dass die Katzenstatue, die neben dem Gemälde steht, das Artefakt einer dämonischen Gottheit ist, die den Wunsch der Menschen umgehend erfüllt. Dorian Gray bleibt jung und schön, während das Gemälde an seiner statt altert. Doch der Charakter Grays verkommt mehr und mehr, und so zeichnet das Portrait bald das Antlitz eines machthungrigen, liederlichen Mannes, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist. Und das Gemälde fordert unerbittlich seinen Preis'

Bereits die ersten Minuten fesseln den Hörer mit einem packenden Soundtrack, der episch durch die Boxen wummert. Die Stimme von Klaus-Dieter Klebsch lässt in Kombination mit den einsetzenden Geräuschen bereits die ersten Bilder plastisch vor dem geistigen Auge entstehen und eröffnet die Geschichte, wie es ein Hollywood-Blockbuster nicht besser hätte machen können. Ascan von Bargen schuf aus dem Roman von Oscar Wilde ein spannendes und temporeiches Hörspiel, dass durch die professionelle Inszenierung und die versierten Synchronsprecher zu einem echten Highlight innerhalb des umfangreichen Programms der Verlagsgruppe Hermann wird. Mit Abstand ist das Hörspiel aber das Beste der Gruselreihe 'Meister des Schreckens', und präsentiert dem Hörer einen echten Klassiker der Weltliteratur. Mit Florian Halm wurde die optimale Besetzung von Dorian Gray gefunden, der Synchronsprecher leiht üblicherweise Jude Law oder Colin Farrell seine Stimme. Peter Weis spricht den gelangweilten und exzentrischen Lord Henry Worron ebenso glaubhaft wie Klaus Dittmann den Künstler Basil Hallward. Die Namen bekannter Schauspieler und Sprecher reichen bis in die kleinsten Nebenrollen. Helmut Krauss beispielsweise, spricht einen Kutscher, während Volker Brandt als Khaled nur in der Vergangenheitsszene am Beginn zu hören ist. Des Weiteren bereichern Wolfgang Bahro, Roswitha Benda, Gisela Fritsch, Peter Groeger, Christian Rode und viele andere mehr dieses äußerst stimmungsvolle Hörerlebnis. Nur bei den Effekten bietet die Produktion das normale Datenbankrepertoire. Der Kampflärm in der Eröffnungssequenz besteht aus dem üblichen Säbelgeklapper und den Gewehrschüssen aus der Konserve und wirkt bisweilen etwas lieblos. Dieser Umstand indes trübt den guten Gesamteindruck aber nur wenig, so dass 'Das Bildnis des Dorian Gray' ein Gruselhörspiel par excellence darstellt, das uneingeschränkt empfohlen werden kann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ewige Spassgesellschaft, 22. April 2009
Von 
Tilo "Weltenbummler" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Schon die Lebenswelt, die der Roman beschreibt, ist faszinierend: die Akteure leben isoliert von der uebrigen Gesellschaft auf einer Insel der Glueckseligen, wo es alles gibt, nur keine Arbeit und keine Anstrengung. Umgeben von den luxerioesen Interieurs der englischen Oberschicht und vom verachteten Broterwerb befreit, besteht das Streben dieser Herrschaften einzig darin, die vielen Musestunden und die Langeweile mit allen moeglichen Vergnuegungen moeglichst zweckfrei zu verbringen. Vergnuegen und Genuss kann hierbei alles moegliche bereiten, dass Fuehren eines geistreichen Gespraeches oder das Betrachten eines schoenen Bildes genauso, wie der Konsum von kaeuflicher Liebe und Drogen. Dabei teilen die Protagonisten selbst ihre Anschauungen in witzigen Bonmots und geistreichen Spruechen mit. Am besten sind die von Lord Harry, einem englischen Lebemann, der offensichtlich mit allen Wassern gewaschen ist, und der einen wirklich zum Lachen bringt, verhoehnt er doch in kurzer, messerscharfer Form alles, was dem Spiesser heilig ist. Der Autor selbst meldet sich kaum zu Wort.

Das Leben haette nun ruhig so weiter plaetschern koennen, mit Dinnerparties und Empfaengen, haette nicht gleich zu Anfang des Buches der Maler Basil Hallward dem mit aussergewoehnlicher Schoenheit begabten Titelhelden des Buches den Floh ins Ohr gesetzt, der einzige Zweck des Lebens bestuende in der Jugend. Dieser geht nun einen Faustschen Pakt mit dem Teufel ein um ewige Jugend zu erhalten, waehrend sich gleichzeitig seine Suenden im Gesicht desjenigen Portraits eingraben sollen, welches der Maler von im fertigte. Damit geht Dorian zu weit, verstosst gegen ungeschriebenes Gesetz und es muss natuerlich ein boesses Ende nehmen. In eleganter Erzaehlweise, die noch angereichert ist mit den Elementen des Schauerromans, fuehrt der Autor die Handlung unterhaltsam und spannend fort.

Dieser Klassiker ist immernoch aktuell. Wollen nicht auch die Menschen unserer Spassgesellschaft ewig jung sein, nur das sie auch noch den Spagat zwischen harter Brotarbeit und Fun schaffen muessen? Wenigstens erstere ist Dorian Gray erspart geblieben
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hedonismus - eine Anleitung, 7. Oktober 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Bildnis des Dorian Gray (Taschenbuch)
Beeindruckend, faszinierend, erschreckend, eindrucksvoll - das sind Worte, die einem durch den Kopf gehen beim Lesen diese Buches. Beeindruckend, wie Oscar Wilde der Gesellschaft des 19. Jhdt.s einen Spiegel vorhält und die Heuchlerei und Verlogenheit der damaligen "upper-class" indirekt durch den genialen Charakter des Lord Henry kritisiert. Faszinierend, mit welch scheinbarer Leichtigkeit Wilde provokante Aphorismen in den Mund des zynisch-dekandenten Lords legt. Erschreckend, wie dieser Dorian Gray als Experimentierobjekt betrachtet und ihn mit seinen hedonistischen Idealen ohne jegliche Rücksicht auf andere beeinflusst. Insofern ist für mich der eigentliche Hauptcharakter Lord Henry, denn Gray ist nur die Fleisch gewordene Idee Lord Henrys. Eindrucksvoll, wie Wilde immer wieder - für die damalige Zeit sehr deutliche - Hinweise auf das von der Gesellschaft erzwungene Doppelleben von Homosexuellen zu seiner Zeit gibt. Insgesamt ein Buch, das man gelesen haben sollte, allein schon wegen den genialen Aphorismen und der Rigorosität der hedonistischen Ansichten. Eine Freude, es zu lesen!
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Das Bildnis des Dorian Gray
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