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am 16. Juli 1999
Italien in einer Zeit der Schwertkämpfe und Intrigen:
Vittoria Accoramboni ist ein wunderschönes Mädchen, mit langen Haaren. Nur wegen ihr ist ihre Heimatstadt "berühmt" geworden. Verständlicherweise ist ihre Mutter sehr stolz auf sie und versucht sie mit einem reichen Adligen zu verheiraten. Um dieses Ziel zu erreichen müssen sie jedoch in eine grössere Stadt, was den Vater fast in den Ruin treibt.
Alles, was die Mutter tut, glaubt sie aus Liebe zu ihrer Tochter zu tun, doch tatsächlich engt sie Vittoria ein und zwingt sie schliesslich in eine Ehe, die zwar von ihrem Ehemann aus von Liebe geprägt wird, nicht jedoch von ihr. Vittoria hat ein "hartes" Leben. Zwar bleibt ihr körperliche Arbeit erspart, doch findet sie auch keine Liebe.
Ihr einiger Verbündeter ist ihr Zwillingsbruder Marcello, ein ungehobelter, harter und mitunter auch grausamer junger Mann, der jedoch alles tun würde, um seine Schwester glücklich zu machen.
Er, der weder fähig ist wahrhaft zu lieben noch Liebe zu empfangen hat viele Liebschaften und noch mehr Schwertkämpfeauszutragen, ist es auch, der Vittoria zu ihrer wahren Liebe führt, einem Schiffskapitän. Zwar erwiedert er die Liebe, doch ist sie von Anfang an zum Scheitern verurteilt - Ehebruch wurde zur damaligen Zeit hart bestraft.
Beeindruckend real kommt einem die Welt vor, die Merle einem eröffnet. Man glaubt direkt beim Geschehen dabei zu sein und erhält einen Einblick in die Intrigen der damaligen Zeit. Das Buch erzählt eine wunderschöne und doch sehr traurige Geschichte einer Liebe und eines Kampfes. Dabei wird gleichzeitig auch ein Bild des Lebens vermittelt, dass Vittoria geführt haben muss. Das Werk ist jedem nur zu empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 2. September 2009
Neben Umberto Eco und Patrick O'Brian ist Robert Merle einer der wenigen zeitgenössischen Schriftsteller, die ein großes Erzähltalent mit profunder Geschichtskenntnis verbinden und darum wirklich hervorragende historische Romane geschrieben haben.
Während Merle in seiner "Fortune de France"-Reihe den Aufstieg einer fiktiven Adelsfamilie zum Thema nimmt, um ein Kolossalgemälde des 16. und 17. Jahrhunderts in Frankreich zu schaffen, greift er für "Das Idol" ein einziges Menschenschicksal auf - die Geschichte der Vittoria Accoramboni. Wie schon in "Hinter Glas" läßt er eine bunt zusammengewürfelte Handvoll Personen, die alle irgendwie beteiligt sind, abwechselnd erzählen - und verwandelt so den nahezu unbekannten Stoff in eine Shakespeare'sche Tragödie. Die Bühne ist klein, die Zahl der Schauspieler begrenzt, und doch steht dieses gute Dutzend Personen für die Gesellschaft eines ganzen Zeitalters.
Gerade weil Merle hier der Platz für die vielen Exkurse fehlt, die dem Leser der "Fortune de France" den notwendigen Hintergrund liefern, nimmt dieser die Welt von "Das Idol" jedesmal mit neuen Augen wahr, sooft die Erzählperspektive wechselt. Denn jeder der Erzähler gehört einem anderen Stand an, jeder redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und jeder besitzt ein Stück des Puzzles. Aber keiner von ihnen weiß alles.
Der Leser allein erkennt bald, wie sich ihrer aller Schicksale in einem einzigen Knoten - Vittoria - verflechten. Er entdeckt Glanz und Elend einer Welt, in der sich alles um drei Dinge drehte: Sex, Macht und Religion. Und er bangt um Vittoria, die in ebendieser Welt aus ihrer festgeschriebenen Rolle ausbricht und an ihrer unvergleichlichen Schönheit schließlich zugrunde geht.
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am 4. Februar 2002
Man könnte meinen, dieses vorliegende Buch ist in irgeneiner Weise ein weiterer Band von Fortune de France, könnte es sich doch in seiner packenden Erzählweise, die gnadenlose Darstellung der Realität dieser Zeit in diese hervorragende Reihe einreihen.
Erzählt wird die brutale Realität Italiens im 16. Jahrhundert zu Zeiten Gregor XIII. und Sixtus V. und der Lebensweg einer unendlich schönen Frau - Vittoria Accoramboni, verwickelt in Liebe, Intrigen, ihr Aufstieg bis zur Nichte des Kardinal Montalto (dem späteren Sixtus V.)... über die versuchte Entführung durch den Fürsten Orsini, ihre Verhaftung und Einkerkerung, ihre neuerliche Hochzeit bis hin zu ihrer Ermordung durch Lodovico Orsini.
Ein packendes Leseerlebnis mit soviel historischem Hintergrund ... man möchte hoffen, daß weiterhin so hervorragende Bücher aus der Feder Robert Merles erscheinen.
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am 31. Juli 2015
Bin schon sehr lange Fan von R. Merle und habe mir daher "Das Idol" zugelegt. Insgesamt ein typischer Merle, aber man braucht etwas länger bevor die Geschichte richtig ins Laufen kommt.
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