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4.0 von 5 Sternen Anders, gleich, simplifiziert, 23. Februar 2014
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Chuckles and Mr.Squeezy (Jewel) (Audio CD)
Das wird jetzt schwierig, das wird richtig schwierig.

Für mich sind ,El Cielo` und ,Catch without arms' unter den Top 10 der Inselplatten und ich empfehle die Jungs seit Jahren mantramässig weiter. Wegen all der Attribute, wie sie immer wieder von Fans genannt werden: verspielt, emotional, mehrschichtig, unerwartet, genial, epische Tiefe. Das aktuelle Album geht dabei in eine etwas andere Richtung. Guitarist Mark Engles hat es in einem Interview so beschrieben, ,Chuckles And Mr. Squeezy` ist eine Abkehr Platte. Es ist aber keine komplette Abkehr von dem was Dredg eigentlich ausmacht, weder vom dem starken Storytelling, noch von den treibenden Drums und Percussions eines offensichtlich verrückten Drummers, oder von der herausragenden Gitarrenarbeit, sowohl an Lead Guitare als auch auch am Bass. Vielmehr sind noch alle Bestandteile vorhanden, werden nur reduzierter und anders zusammengesetzt. Kombiniert mit der mechanischen und synthetischen Exzellenz des Produzenten Dan the Automator (ob der so im Adressbuch steht?). Dabei kommt etwas anderes heraus, eine Entwicklung zur Simplizität, die sich vielleicht schon auf den letzten beiden Alben andeutetet oder auch, je nach dem mit welchen Fanohr man es hört, etwas komplett neues, an das man sich erst herantasten muss, um es im Detail zu erfassen.

Zu den Songs: ANOTHER TRIBE gibt die neue Richtung vor, poppig, eingänglich und syntheziserlastig. Irgendwo las ich was von a-ha Sequenzern, aber das ist natürlich masslos übertrieben. Die Vocals von Gavin Hayes zeigen wie immer deutlich, dass Dredg eben nicht klingt wie eine andere Band. Die Lyrics lassen das bekannte Tribal Image der Band neuaufleben, aber auch textlich reduzierter als in manchen Songs aus dem Backkatalog. DOWN WITHOUT A FIGHT folgt dieser synthetischen Spur, allerdings etwas härter und marschierender. UPON RETURNING wechselt sie dann, mit einem simplen aber antreibenden Rockriff, dass ein wenig nach oldschool Hard Rock klingt. Faszinierender Song, der auch auf ,Catch without Arms` gepasst hätte. THE TENT ist wieder ein Richtungswechsel, ein langsamer Funk Song mit Portishead Anleihen, der deutlich den Einfluss von Dan the Automator (was für ein Name übrigens, ich kann ihn nicht oft genug schreiben) zeigt. Das akustische KALATHAT, in dem die Geschichte eines High-Tech Professionals erzählt wird, der Eitelkeit und Erfolg über die Liebe seiner Familie stellt, ist wunderschön und einer der Höhepunkte des Albums. Überhaupt die Texte, sie sind diesmal zugänglicher, einfacher, haben aber trotzdem genug Substanz, um nicht zu langweilen und an Tiefe zu verlieren. Weitere Höhepunkte sind THE ORNAMENT, als Fragment schon lange bekannt, hier in einer vollen Version. Über einen bombastischen Beat und einen fantastischen Bass entwickelt sich der Song Minute für Minute. Das von nordafrikanischen Rhythmen durchzogene BEFORE IT BEGAN. Und natürlich THE THOUGHT OF LOSING YOU, die Vorabsingle, die den Fans etwas Angst rauben sollte, toller einfacher Song in der Tradition von ,Information`.

Nach den ersten Hördurchgängen hatte ich Angst eine Lieblingsband zu verlieren, nach und nach verstehe diese Aussage mit der Abkehrplatte etwas besser. Mit dem Produzenten bzw. mit der neuen musikalischen Kooperation, hat Dredg mal wieder eine neue Richtung eingeschlagen: diesmal die Komplexität reduziert, die einzelnen Puzzelteile neu zusammengesetzt, Dan the Automator (Yiihaaa) fügt dazu noch ein ganze neue Komponente hinzu. Das haut nicht bei allen Songs hin, bspw. THE SUN GOES DOWN, aber generell ist die Detailverliebheit des Produzenten bemerkenswert, vor allen weil es ihm gelingt, die fantastische Stimme von Hayes in einen perfekten Kontext zu bringen. Dredg hätte sicher ein ,El Cielo 2` produzieren können und ich bin mir sicher, es wäre hervorragend geworden. Aber wir als Fans können leider nicht immer auswählen, was von uns geschätzte Bands abliefern. Oft genug wird ganz im Gegenteil das Stillstandargument gezogen, dass es keine Entwicklung gibt. Das ist bei Dredg definitiv nicht der Fall. ,Chuckles And Mr. Squeezy` ist entdeckenswert.
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