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74 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juni 2001
Nietzsche's "Zarathustra" ist pure Ekstase. Welches Werk kann es an Sprachgewalt und dichterisch philosophischer Kraft mit diesem Wurf aufnehmen? Vielleicht könnte man Hölderlin als Kandidaten aufstellen, zusammen "hocken sie nahe beisammen auf entferntesten Gipfeln" (frei nach Heidegger). Den "Zarathustra" kann man nicht innerhalb eines absehbaren Zeitraumes lesen. Ich selbst lese darin seit zehn Jahren. So seltsam es bei all seiner agnostisch atheistischen Botschaft scheinen mag, aber dieses Buch hat ein spirituelles Bewußtsein in mir erweckt, wie es religiöse Schriften niemals vermocht hätten.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Dezember 1999
Z. zieht sich mit dreißig Jahren in die Bergeinsamkeit zurück. Dann erst kann er der Menschheit sein "Geschenk" machen - er arbeitet an der Schaffung des "Übermenschen" mit und will dadurch seinen Beitrag zur Überwindung des Nihilismus bringen. Nach einer Zurückweisung durch die Menge beschließt er, nur noch zu einzelnen zu sprechen. Im Abschnitt "Von den drei Verwandlungen" schildert er dann die Schaffung des "Übermenschen". Im dritten Teil wagt sich Z. an den "Wiederkunftsgedanken", im vierten Teil hat er auf dem Weg zur eigenen Übermenschlichkeit das Auftauchen "höherer Menschen" zu gegenwärtigen."Also sprach Zarathustra" ist zweifellos Nietzsches persönlichstes und umstrittenstes Buch. In vier Teilen einzeln veröffentlicht, gab es von Anfang an den Lesern Rätsel auf. Schon eine vermeintlich objektive Beschreibung kann nur Interpretation sein. So spricht Nietzsche selbst: "Im Einzelnen ist unglaublich Vieles persönlich Erlebte und Erlittene darin, das nur mir verständlich ist." Das heißt nicht, wie schon Martin Heidegger warnend angemerkt hat, dass Nietzsche etwa Zarathustra oder Zarathustra Nietzsche sei! Vielmehr ist Z. ein poetisches Ich - mit Leistungen, die N. nach eigenem Bekunden nicht erbracht hat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. März 2003
Dieser Nachdruck der Prachtausgabe von Zarathustra von 1908 ist eine wahre Freude! Der Inhalt ist identisch mit den heute erhältlichen Ausgaben, wenn auch weitaus genüsslicher zu lesen. Denn die ganze Aufmachung des großen Buches (ca. 40 cm hoch!) ist im herrlichsten Jugendstil gehalten. Vor jedem Kapitel gibt es eine prächtige ganzseitige Ikone, jeder Abschnitt beginnt mit einer goldenen Überschrift, der ganze Text jeder Seite ist dazu noch graphisch entsprechend schön und individuell gestaltet, dass einem schon allein beim Betrachten die Sprache verschlägt. Der Schriftdruck ist groß und in entsprechender Jugendstil-Schrift gehalten (keine Fraktur oder Süterlin!). Und das auch ist der einzige Nachteil dieser Ausgabe: man muss sich erst an die originelle Schrift gewöhnen, sie ist dann aber leicht zu lesen. Zunächst stolpert man ständig über das "s", das wie ein "f" aussieht und wird häufig durch die Seitenverzierungen vom Inhalt abgelenkt, damit ist ein zügiges Lesen nicht möglich, aber wer will oder kann schon Nietzsche zügig lesen?
Dieses Buch wird leider nicht mehr gedruckt, aber manchmal gebraucht oder wie neu bei amazon und in manchen Antiquariaten angeboten. Es ist ein Beispiel einer hervorragenden Buchkunst, die einst kultiviert wurde, die aber dank der Massenware der Taschenbuchverlage und des unkritischen Lesepublikums nahezu vernichtet wurde. Es ist zu wünschen, dass der Insel-Verlag sich nicht ganz dem Massentrend unterwirft und einige der herrlichsten Klassiker uns wieder in schöner Form präsentieren kann.
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91 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Dezember 2005
Über das Werk an sich, lässt sich im Allgemeinen nur noch recht wenig Neues sagen, da es sicherlich zu den am meisten besprochenen und interpretierten Büchern der Literaturgeschichte gehört. Vielmehr richtet sich diese Rezension auf das außergewöhnlich gute Preis - Leistungsverhältnis dieses offerierten Produktes: So viel Buch bekommt man um 2,95 € äußerst selten. HIerbei handelt es sich keineswegs um einr broschierte - sondern um eine gebundene Ausgabe, die noch dazu qualitativ sehr hochwertig verarbeitet ist. Das Buch lässt sich gut lesen, der kleie Schriftgrad (9 od. 10pt) wird durch den exorbitant groß wirkenden Zeilenabstand wieder aufgewogen. Es handelt sich keineswegs um eine Auswahl, sondern um das vollständige Werk. Ich besitze dieses Werk in allerlei verschiedenen Ausgaben und Sprachen, und trotzdem kam ich nicht darum herum bei diesem mehr als nur freundlichen Angebot erneut zu zuschlagen.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. März 2003
Ein solches Meisterwerk wird es wohl nie wieder geben. Es ist Welten-Darstellung und Tugend-Abrechnung, Lebens-Bejahung und Weges-Ermahnung zugleich. Das ganze poetisch-prophetisch verpackt in einer Sprache, die einem des öfteren ein Grinsen aufs Gesicht zaubert. (Diese Sätze haben mich 'ne halbe Stunde gekostet und sind noch nicht mal ein tausendstel des Originals.)
Sollte dieses Buch tatsächlich von einem 'sich im geistigen Verfall befindenden' Autor geschrieben sein, so fragt man sich unweigerlich, ob nicht 'geistiger Verfall' der höchste Schaffenszustand ist.
Eine so gnadenlose Abrechnung mit der Mittelmässigkeit und deren traditionnellen verkleinernden Werten lässt einen zusammenfahren, wenn man sich einmal selbst darin entdeckt.
Zusammenfassungen und Interpretationen zwecklos, aus jedem Kapitel könnte man ein Buch voll interpretieren.
Noch eine Warnung am Schluss: Nach dieser Lektüre könnten Ihnen alle anderen Bücher trivial und sinnlos erscheinen.
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54 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2007
Es gibt nur zwei Arten von Kritikern für Nietzsche - die einen verachten ihn, die anderen lieben seine brutale Wahrhaftigkeit! Dazu sei gesagt, dass ihn nur lieben kann, wer tolerant ist, die meisten Christen dürften sich von Nietzsche angegriffen fühlen.

"Also sprach Zarathustra" spiegelt Nietzsches Philosophie über den Übermenschen wider. Sehr bald wird deutlich, weshalb Meinungen über ihn so auseinandergehen, er argumentiert i.d.R. mit zwei Gesichtspunkten, stellt also seine Befürwortung auf, und gibt auch gleichzeitig einen zweiten Weg auf. z.B. "...ich liebe den, welcher seinen Gott züchtigt, weil er seinen Gott liebt: denn er muss am Zorn seines Gottes zugrunde gehen." Solche und ähnliche Phrasen erlebt man immer wieder, er meint, an etwas zu glauben ist kostbar, aber wer nur daran festhält, geht zugrunde, weil er sich dadurch nicht entfalten kann. Für Kritiker meist unverständlich, sie meinen, Nietzsche wäre böse, brutal und unentschlossen seiner Philosophie.

Wer dem roten Faden durch die Geschichte folgt, wird eines besseren belehrt. Zarathustra versucht den Übermenschen zu überliefern, meint damit, den Menschen weiterzuentwickeln, wie er sich vom Primade zum aufrechten Lebewesen evolutionierte. Dabei sollen wir uns entwickeln im Einklang mit dem Sinn der Natur, sprich die Entwicklung unseres Selbst, nicht der Umwelt. Unsere Technik wird besser, aber nicht wir selbst. Ein durchaus moderner Ansatz, der in die Zeiten zurückversetzt, als ein Sokrates noch am Stadtbrunnen stand und die Philosophie der Welt kund gab, alle anderen lauschten ihm.

Die zumeist zwiespältigen Aussagen sind dabei jedoch geschickt entworfen. Zum Beispiel sind Gläubiger und Gerechte keine schlechten Menschen, nur akzeptieren sie keine Meinung außerhalb ihres Glaubens und können sich damit nicht entfalten.

Sehr genial auch die Parabel des Baumes, der die Macht von Karrierestrebern verkörpert, immer höher hinaus, da oben vollkommen einsam und über den anderen stehend, wobei auch die Wurzeln in tiefe, böse Regionen streben.

Wer sich Mühe gibt und genau liest, wird merken, dass Nietzsche nicht verrückt ist, sondern sehr klug argumentiert, schonungslos ehrlich und auch die bösen Seiten nicht auslässt, wie z.B. die unvervrorenen Kinder, die ja ohnehin zu Predigern des Todes heranwachsen und keinen Sinn im Leben finden können. Sehr makaber und nicht für jeden annehmbar, aber mit einem gewissen Realismus.

Würde uns Nietzsche gegenüberstehen, würde er sagen: "Hör meine Worte und finde danach Anlass zum Nachdenken, ohne dich dabei auf mich zu verlassen. Wenn es dich nicht interessiert, dann hau ab!"
Das ist Nietzsches Philosophie!
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Januar 2003
Der Inhalt dieses Buches lässt sich nur schwierig zusammenfassen und ist in den vorigen Kommentaren bereits zur Genüge ausgeführt worden. Es handelt sich um die Bibel der Individualisten, jene Geschichte vom tanzenden, singenden, sinkenden Sternenzertrümmerer: Zarathustra.
Neben dem eigentlichen Text enthält das Buch vom Insel-Verlag aber auch einen Essay von Thomas Mann, in dem eine durchaus kritische Stellung zur Bedeutung dieses Werkes bezogen wird. Über die Tatsache hinweg, dass Nietzsche in diesem Essay mehrere eindeutig falsche Behauptungen unterstellt werden, welche von ihm in Wirklichkeit keineswegs in der geschilderten Unkritischen Weise von Schopenhauer übernommen wurden (wie z.B. die Kausalität von Wille und Intellekt), werden hier aus meiner Sicht inhaltlich irreführende Argumentationswege eingeschlagen. Mann sieht den Höhepunkt von Nietzsches künstlerischem Schaffen in seinen früheren Abhandlungen wie z.B. „Jenseits von Gut und Böse" - welches ich selber zwar durchaus mit Interesse, aber mit nur allzu wenig Leidenschaft durchgearbeitet habe und wo eine elaboriert strukturierte Kritik an der klassischen Philosophie als Einleitung in jenen für Nietzsche typischen positiv-konstruktiven Nihilismus vom Autor geschickt eingesetzt wird - jenen komplexen Werken also, welche Nietzsche unter den Philosophen in einen akademischen Status gerückt haben; und doch sind dies Bücher für einen sehr ausgewählten Leserkreis, deren Vertretern profunde Kenntnisse nicht nur im Lateinischen und Französischen, sondern auch der Geschichte der Philosophie und deren Vertretern abverlangt werden. Einem ähnlichen Leserkreis also, den ich auch Thomas Mann selber zuschreiben würde. Und obgleich er sich auch zu den größten Schriftstellern unserer Zeiten zählen darf, so halte ich doch einen Grossteil seiner Ausschweifungen im Allgemeinen für das weltfremde Gerede einer Persönlichkeit, die ihren akademischen Status in einer geschmacklos zwanghaften Weise zu verfestigen sucht. Zwar gesteht Mann ein, dass der Zarathustra das beliebteste Buch Nietzsches ist und dass Nietzsche selber zu den größten Philosophen aller Zeiten zu zählen sei, doch wird dieses Buch als das letzte Hirngespinst eines Wahnsinnigen Hamlet dargestellt, welcher als Opfer seiner Zeit zugrunde geht. Die weitgehende Beliebtheit des Buches sei nach Mann nicht seinem Inhalt, sondern vielmehr seinem prophetischen Charakter sowie dem Mangel an jenem elaborierten Kode zuzuschreiben, welcher die Form der meisten philosophischen Abhandlungen zu prägen pflegt. Und mich verwundert es auch nicht, dass Mann diese Stellung einnimmt, denn eine kritiklose Akzeptanz des Zarathustra wäre gerade zu Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts mit einer Zusage zum endgültigen teleologischen Wahnsinn gleichgestellt worden. Aus der historischen Perspektive möchte Mann sich als erfahrenerer darstellen, wenn er beispielsweise von den Kriegen des 20. Jahrhunderts redet („Er hat es nicht erlebt." (S.355)). Vielleicht hat er ja auch hiermit nicht ganz Unrecht. Aber diesen angeblich eindeutigen Erfahrungsmangel als einen wichtigen Grundstein der Kritik am Zarathustra zu missbrauchen, Nietzsche somit „grotesken Irrtum" (S.368) zu unterstellen, dies ist reine Arroganz und eines berühmten Schaffenden unwürdig. Und außerdem: in einer konservativen Gesellschaft wie der deutschen den Tod Gottes zu predigen, hätte einem aus gutem Hause stammenden Schriftsteller wohl eher schlecht geziemt. Wahrlich ist mir aufgefallen, dass in vielen von Manns Kommentaren eine abgrundtiefe Angst zum Vorschein tritt, zur großen Masse des plebejischen Pöbels gezählt zu werden, welchen übrigens auch Nietzsche gerne kritisiert. Folglich redet Mann auch viel über die religiösen Wurzeln Nietzsches und seiner Familie, um ihn in ein moralisch-gutes Licht zu rücken und den Zarathustra als seinen letzten und größten Irrweg darstellen zu können. Zu den Tugendhaften möchte auch Mann sich zählen („Religion ist Ehrfurcht" (S.368)), doch Zarathustra redet ein hartes Wort von den Tugendhaften und den Predigern seichter Wahrheiten; was wundert es mich, dass Mann sich alle Haare sträuben bei diesem Buch!
Nur weil Nietzsche es tatsächlich geschafft hat, mit „Also sprach Zarathustra" den Durchschnittsmenschen zu berühren, „bis die Weisen unter den Menschen wieder einmal ihrer Torheit und die armen wieder einmal ihres Reichtums froh geworden sind" (S.11), wird er von eben jenen Weisen und Tugendhaften ans Kreuz genagelt. Und wirklich: auch Thomas Mann möchte in Nietzsche einen „Märtyrer" sehen, einen „Opfertod" (z.E. S.349)! Offenbart sich hier ein Mangel an Einsicht? Oder ist dieses Phänomen nicht doch gerade ein Ausdruck dessen, was auch bereits unter dem Titel des Buches angedeutet wird, dass es sich nämlich um „ein Buch für alle und keinen" handle? Ist dies nicht der Widerspruch, an dem auch der Mensch unterzugehen hat? „Und wen ihr nicht fliegen lehrt, den lehrt mir - schneller fallen!" (S.211)
Dass ausgerechnet dieser Text vom Insel-Verlag auserkoren wurde, um ausgerechnet mit dem Zarathustra publiziert zu werden, bezeichnet in meinen Augen eine geradezu arrogante Ironie, welche sich andererseits auch erschreckend gut in den gegebenen Kontext fügt. Doch genug geredet, am besten sollte sich jeder sein eigenes Urteil schaffen „und seinen Willen über sich aufhängen wie ein Gesetz" (S.65)!
Also spricht Zarathustra.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. September 2003
Geschrieben ist das Buch wie die Bibel, dieselben Rhythmen, viele Parallelbegriffe, Gleichnisse. Zarathustra, umgeben von Jüngern, erinnert da an Chistus - oder an den Antichristen. Aber keines von beidem will er sein, vielmehr predigt er den Menschen die Pflicht zur "Selbst-Bewertung", zum Umstoß aller existierenden Werte und aller undurchdachter Tugend. Und erscheint so als wütender Mensch vor einer viel zu lauten Welt, als dunkel geballte, hell-leuchtende, reißende - zerreißende Figur, die dem Menschen im Grunde eines zurufen möchte: Denkt selbst!
Ich hatte viel von dem Buch gehört und Auszüge bearbeitet: es schien mir langatmig... es nun aber noch einmal selbst zu lesen hat mir ein ganz anderes, umfassenderes Verständnis der Idee "Zarathustra" gegeben. Und mir gezeigt, wie künstlerisch Nietzsche war. Gelb ist in dem Buch, überall. Und wunderbare Worte, und kleine Szenen. Und wegen dieser Kunst und dem großen Überblick und dem unvergesslichen Zarathustra, der daraus emporsteigt - sollte man das Buch unbedingt ganz und vollständig lesen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der "Zarathustra" verschliesst sich einer vollständigen Rezension.
Mit dieser Erkenntnis muss man auch das holzschnittartige Bild, was man über Nietzsche hat begraben, um wenigstens zwei wichtige Elemte des Werkes fassen zu können. Zum einne geht es um die Lehre des Übermenschen. Zum anderen um das Gegenstück: Die ewige Wiederkehr des Gleichen.
Mit dem Zarathustra lehnt Nietzsche die platonisch-christliche Weltverdoppelung, den Glauebn an die ewige göttliche Wahrheit und das lineare Weltbild des historischen Fortschrittsdenkens ab.
Sein Zarathustra beschwört am Anfang: "Bleibt der Erde treu!". Denn Gott ist tot. Damit ist auch die vom Christentum beschworene Formel: "Gott ist die Wahrheit" tot und alles ist ist möglich. Hier ensteht der Nihilismus, der positiv oder negativ sein kann. Damit greift die Lehre des Übermenschen, der nicht, wie in der falschen englichen Übersetzung ein "Supermann" ist, sondern am Anfang einer transformatorischen Evolution steht, die vom Übermenschen zum Souveränen Menschen führt, der Macht über sich selbst hat, die Frei macht.
Nietzsche nennt dies die "dreifache Verwandlung": Vom Kamel des "Du sollst" zum Löwen des "Ich will", der gegen den Drachen des "Du sollst" kämpft, bis am Ende das Kind des "Ich bin" steht, welches immer und immer wieder das Spiel des Entstehens spielt.
Zarathustra steht auf der zweiten Stufe, als er seine Predigten zu den Menschn bringt, die auf der untersten Stufe der Entwicklung stehen geblieben sind. Zwar lehrt er den Übermenschen, erreicht aber selbst nicht weitere Stufen (wahrscheinlich, weil Nietzsche beim Schreiben des letzten Teils des Buches schon an geistiger Umnachtung litt).
Aber auch der Übermensch ist in der ewigen Wiederkehr gefangen. Der zyklischen Geschichte von Entstehen und Vergehen, der keiner entkommen kann. Wer das akzeptiert, kann der Souveräne Mensch werden, der sein Leben selbst in die Hand nimmt.
All das ist im Zarathustra in einer bildgewaltigen Sprache beschrieben, die man selbst lesen muss, da man sie nicht gebührend würdigen kann.
Insgesamt eines der wichtigsten Werke von Nietzsche. Und das am meisten missverstandene. Denn wie können Ideologien mit deontologischer Moral, säkularer Religion und dem Glauben an eine teleologische Geschichtsentwicklung, die im "Werden" stehen bleiben, kompatibel sein mit Nietzsches Glauben an die Evolution vom "Werden" zum "Sein"?
Uneingeschränkt für freie Geister und "Übermenschen" zu Empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Mai 2004
Dieses Buch von Friedrich Nietzsche ist zurecht berühmt.
Diese spezielle Ausgabe ist wunderschön.
Goldverzierungen auf jeder Seite, schönster Jugendstil,
tolle Verarbeitung und das Buch ist selber sehr groß.
Der Inhalt des Buches soll hier nicht bewertet werden,
denn der stet außer Frage: Das Buch ist ein Meisterwerk an Dichtung, Erkenntnis, Wahrheit und Wissen. Selbst die Vokale wurden von Nietzsche extra gewählt, nur damit Zarathustra "klingt".
Wirklich in jeder Version sein Geld, jedes Geld - denn es ist Zeitlos -, Wert.
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