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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum es Religionskriege nicht geben müsste...
Dieser Text behandelt eine Thematik wie sie während der Aufklärung jedem ans Herz gelegt wurde, und es heutzutage noch immer werden sollte.
Lessing geht davon aus, dass sich die Welt als Ganzes bessert wenn sich viele einzelne Menschen bessern. So bessern sich in seinem Werk auch verschiedene Figuren, angeregt durch den Juden Nathan, der bei ihnen diesen...
Veröffentlicht am 14. Juni 2004 von Pomelio

versus
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwieriges Projekt
Es ist mit Sicherheit eine schwierige Aufgabe, einen klassischen Stoff für Kinder aufzubereiten. Hierfür haben die Herausgeber meinen vollen Respekt.

Dennoch war ich von der CD ein wenig enttäuscht. Zu viele Namen und Fakten in zu kurze Zeit gepackt - alle Hörer groß und klein waren nach der Hälfte der CD schon verwirrt...
Veröffentlicht am 15. Februar 2008 von landogarner


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum es Religionskriege nicht geben müsste..., 14. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Nathan der Weise (Taschenbuch)
Dieser Text behandelt eine Thematik wie sie während der Aufklärung jedem ans Herz gelegt wurde, und es heutzutage noch immer werden sollte.
Lessing geht davon aus, dass sich die Welt als Ganzes bessert wenn sich viele einzelne Menschen bessern. So bessern sich in seinem Werk auch verschiedene Figuren, angeregt durch den Juden Nathan, der bei ihnen diesen Prozess der Besserung eingeleitet hat. Nathan ist ein unermüdlicher Kämpfer für dieses Ziel, er könnte also auch als Aufklärer bezeichnet werden, als der ideale Aufklärer, wie in Lessing sich wohl wünschte. Am Ende des Buches sind die Charaktere durch freundschaftliche Beziehungen verknüpft, die keinen Platz für religiösen Fanatismus lassen.
So ist das Herzstück des Buches wohl auch die Frage des Sultans an Nathan:
"[...] - Da du nun
So weise bist: so sage mir doch einmal -
Was für ein Glaube, was für ein Gesetz
Hat dir am meisten eingeleuchtet? "
So beantwortet Nathan dir Frage auch erst nach einiger Bedenkzeit nicht mit einer eindeutigen Antwort, sondern mit einer Geschichte die sich kurz als "Parabel des Ringes" bezeichnen lässt. Diese Parabel hat er von Bocaccio "ausgeliehen" und leicht angepasst. Sie verdeutlicht nochmals Nathans Ansicht, dass es keine richtige Religion gibt, sondern vielmehr das was der Mensch mit seinem Leben und seiner Umwelt macht das ist was zählt, und das sollte in allen Religionen dasselbe sein.
Nathan der Weise ist aufgrund der alten Sprache und der Verse nicht einfach zu lesen, doch nach einer Weile gewöhnt man sich an den Schreibstil und man kann die spannende Geschichte um Toleranz, Frieden, Liebe und Macht geniessen.
Eindeutig eines der bedeutendsten Werke aus dieser Zeit (1779 erschienen) und es repräsentiert auch den Gedanken der Aufklärer, den sich jeder moderne Mensch wieder einmal auffrischen sollte, denn sonst eines der wichtigsten Erbe der Geschichte verloren...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als Gedacht, 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Nathan der Weise (Taschenbuch)
Musste mir das Buch in der 9. Klasse durchlesen.
Zu erst dachte ich was für ein Scheiß doch das änderte sich schnell.
Das Buch regt zum nachdenken an und ist heute noch aktuell.
Besonders gut hat mit das Gleichnis mit dem Ring gefallen.
Das kann man nämlich auch auf andere Themen als Religion anwenden.
Das Buch ruft zur Toleranz und Humanität auf.
Ein Buch das man gelesen haben sollte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein klassisches Drama mit moderner Bedeutung, 9. März 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Nathan der Weise (Taschenbuch)
In diesem Drama geht es um den Juden Nathan. Dessen Tochter ist eigentlich eine Christin, ihr leiblicher Vater starb. Als weitere Protagonisten treten der Tempelherr (ein Kreuzritter, der sich in Recha verliebt) und der Sultan Saladin auf, der muslimische Herrscher in der Stadt Jerusalem. Da die drei Religionen in der Stadt aufeinander treffen, entsteht Konfliktpotential bei der Bevölkerung, die streng nach den Regeln und Gesetzen der Bibel leben und Menschen nach ihrer Religion bewerten.
Da das Stück in der Epoche der Aufklärung geschrieben wurde, geht es vor allem darum, dass die Protagonisten zur Erkenntnis kommen und erkennen, dass die drei Religionen ebenbürtig sind. Nach zahlreichen inneren und äußeren Konflikten (z.B. die Tatsache, dass die Christen nicht einverstanden sind, dass Nathan eine Christin aufzieht) endet die Geschichte mit einem relativ "schmalzigen" Happy End, bei dem zum Vorschein kommt, dass irgendwie alle miteinander verwandt sind. Dass "Nathan der Weise" im NS-Regime verboten wurde, ist nicht verwunderlich; schließlich steht Nathan, ein Jude, über allen, bewahrt jederzeit einen kühlen Kopf und ist die Person, die quasi als "Aufklärer" agiert.
"Nathan der Weise" ist leichte Kost und zeigt uns über 200 Jahre nach der Erstausgabe, dass die idologischen Hürden der Menschen, die Lessing damals zu überwinden versuchte, noch immer bestehen. Doch wo die Menschen noch im 18. Jahrhundert ihre Religion durch Kriege durchzusetzen versuchten, ist es heutzutage eher Krieg zwischen Nationaliäten bzw. "Rassen", und der 2. Weltkrieg war da kein Einzelfall.
Mir hat das Buch gefallen, auch wenn es mir von meiner Deutschlehrerin aufgezwungen wurde, und kann es nur weiterempfehlen. Es ist nun mal ein Stück deutsche Literaturgeschichte.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kongeniales Werk - die einfache Erzählung und schöne Bildgeschichte, 14. April 2008
Von 
Zweifellos gehört Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise, der 1779 veröffentlicht, aber erst zwei Jahre nach seinem Tode am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt worden ist, zur Weltliteratur.
Barbara Kindermann hat in ihrer bemerkenswerten Reihe Weltliteratur für Kinder dieses Werk der Religionstoleranz bereits 2003 (4.Aufl. 2007) neu erzählt. Die Dresdener Künstlerin Maren Briswalter hat es illustriert und sich nicht gescheut, die fachliche Kompetenz des Tübinger Orientalisten Lutz Richter-Bernburg heranzuziehen.
Auch ich habe mich um Rezensionskompetenz bemüht, um diese Werk angemessen zu beurteilen. Meine sechs Enkel, von der Literatur-studentin über die Gymnasiasten bis zum 9 jährigen Grundschüler in Berlin und Bremen urteilten selbständig und übereinstimmend: Ein wundervolles Buch, Das möchte ich haben. Überaus lesenswert. Ein kongeniales Werk - die einfache Erzählung und schöne Bildgeschichte. Das schenke ich meiner Freundin. Ein wirklich gutes Schulbuch. Eine Pflichtlektüre für die Parla-mentarier statt der Zeitungen im Plenarsaal des Bundestages.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Vertretung des Deismus und Humanismus in versteckter Form - Ein dramatisches Gedicht aus der Aufklärung, 22. Mai 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nathan der Weise (Taschenbuch)
Der Jude Nathan kehrt von einer Reise zurück nach Jerusalem und erfährt, dass seine Tochter Recha von dem Tempelherrn vor einem Feuer gerettet worden ist. Nathan macht sich auf seine Suche, um ihm zu danken, doch der Tempelherr vertritt anfangs Züge des Antisemitismus und will mit Nathan nichts zu tun haben. Recha ist in den Tempelherrn verliebt, doch Nathans Gesellschafterin Daja erzählt dem Tempelherrn über die wahre Herkunft von Recha und letztendlich werden große Zusammenhänge zwischen den Figuren deutlich...

"Nathan der Weise" ist natürlich ein Klassiker aus der literarischen Epoche der Aufklärung. Lessing hat dieses Werk geschrieben, um dem Fragmentstreit mit dem Pastor Goeze zu trotzen, der Lessing fortan verbot weiter frei zu schreiben und seine Arbeiten so der Zensur unterliefen. Das dramatische Gedicht ist aufgeteilt in fünf Aufzüge und die jeweiligen und teils zahlreichen Auftritte. Lessing hat noch das ursprüngliche Schema beibehalten mit Einhaltung von Zeit, Ort und Handlung, doch die Orte innerhalb eines Aufzugs wechseln von Auftritt zu Auftritt. Charakteristisch ist hier auch das Benutzen des Blankverses und der Kern des Gedichts bildet die Ringparabel, die nach der Frage der wahren Religion, also Christentum, Judentum oder Islam, um Antwort sucht und Nathan so vor der Figur des Sultans Saladin seine Frage in eine Geschichte, eine Parabel, umwandelt. Lessing verfasste dieses Werk, um sich dem Verbot für das Schreiben von religiösen Schriften zu widersetzen und vertritt also den Deismus und Humanismus, die er in diesem Werk mit der Figur des Nathan und der Geschichte allgemein zum Ausdruck bringt.

Ich kann "Nathan der Weise" jedem nur ans Herz legen, ich finde die Geschichte und die Absichten dahinter noch lange nicht so staubig und trocken wie das Werk "Iphigenie auf Tauris" von Goethe, wobei ich sagen muss, dass ich Goethe als Dichter dennoch liebe, da er mich mit "Die Leiden des jungen Werther" vollends überzeugt hat. "Nathan der Weise" ist absolut nicht schwer zu lesen, zumal im Anhang vielerlei Anmerkungen und "Übersetzungen" stehen, die damalige Begriffe erklären, die im Drama vorkommen. Somit kann ich dieses klassische Werk auch Jugendlichen empfehlen und wenn man den Stoff in der Oberstufe noch dazu behandeln kann, dürfte man es als Geschenk erachten, dass einem die deutsche Literatur so nahe gelegt wird mit allen möglichen Erklärungen und Interpretationen, um das Verständnis hierfür zu erleichtern und nicht zu erschweren, und man somit dieses Meisterwerk und rebellische Arbeit gegen die Zensur damals, in literarischer Form durch Lessing, nicht als Zwang ansehen muss.

~Bücher-Liebhaberin~
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weise und gerecht, 13. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Nathan der Weise (Taschenbuch)
Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise", ein - wie er es selbst bezeichnet - dramatisches Gedicht" entstand 1779 und wurde 1781 uraufgeführt. Lessing soll nach Fertigstellung des Werks sinngemäß gesagt haben, er wisse nicht, ob Deutschland bereits für das Stück bereit sei, aber es wäre ein Glück für jede Bühne, die es wage, es erstmals aufzuführen. Die Geschichte Nathans, des jüdischen Kaufmanns aus Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge, ist eine Geschichte für Toleranz und Offenheit. Lessing selbst wurde und wird unterstellt, er hätte mit dem Werk nur seinen persönlichen Streit mit dem Hamburger Hauptpastor Goeze im Sinn gehabt und tatsächlich kommt in Lessings Ansichten der Weltreligionen die christliche Kirche am Schlechtesten weg. Nichtsdestotrotz ist das Stück ein Meisterwerk der Aufklärung und ein Lehrstück im Umgang der Menschen miteinander.

Nathan, ein wohlhabender Kaufmann aus Jerusalem, erfährt nach seiner Rückkehr von einer erfolgreichen Geschäftsreise, dass es während seiner Abwesenheit einen Brand gegeben hatte und seine Tochter Recha den Flammen nur knapp, und durch Rettung eines christlichen Tempelherrn, überlebt hatte.
Recha, nicht Nathans eigene, sondern angenommene Tochter, eigentlich auch Christin, verliebt sich in Folge in den christlichen Kreuzritter. Der Patriarch von Jerusalem, der durch den Tempelherrn erfährt, dass es einen Juden gäbe, der ein christliches Kind adoptiert habe, pocht auf religiöse Werte und Vorschriften, will den Namen des Juden wissen, erfährt ihn aber nicht. Sultan Saladin, Machthaber in Jerusalem plagen indes Geldsorgen, da der Krieg - es herrscht nur Waffenstillstand - weiter finanziert werden muss. Seine Schwester macht ihn auf den reichen und weisen Juden Nathan aufmerksam und der Sultan lässt ihn zu sich rufen. Er möchte Nathan allerdings nicht um einen Kredit bitten, sondern will ihn in die Enge treiben, auf dass sich der Kaufmann freikaufen muss. Hierzu stellt er Nathan die Frage, welche Religion ihm wohl als die Beste erscheine. Nathan erkennt, dass es für ihn auf diese Frage kaum eine richtige Antwort geben kann und erwidert, indem er dem Sultan mit einer Geschichte erzählt.
Es geht darin um einen König, der - wie die Tradition es erfordert - den Familienring an einen seiner Söhne vererben will, sich allerdings nicht entscheiden kann, welcher seiner drei Söhne ihm der Liebste ist. Darum lässt er zwei weitere Ringe anfertigen und übergibt jedem seiner Nachkommen einen. Jeder der drei ist nun natürlich überzeugt, legitimer Erbe des Vaters zu sein und es kommt zu einem Streit. Ein Richter soll entscheiden, welcher Sohn den echten Ring besitzt. Der Richter sieht sich außerstande dies zu tun, gibt den Brüdern allerdings den Rat mit auf den Weg, nach den Regeln, die ihr Vater ihnen vermittelt hat, zu leben, dann würden sie schon erkennen, wer von ihnen den echten Ring habe. Es würde weiserer Männer bedürfen, meint der Richter, dieses Rätsel zu lösen.
Hier endet Nathans Geschichte und der Sultan erkennt, was der Jude aussagen will. Er ist ergriffen, bietet Nathan seine Freundschaft an, vergisst sogar das Geld, welches er Nathan abluchsen wollte und ist umso mehr erstaunt, als es ihm Nathan selbst anbietet.
Im Laufe der weiteren Geschichte ergeben sich Gespräche, in denen immer mehr klar wird, wie die handelnden Personen miteinander in persönlichen Verhältnissen stehen, egal welcher Religion sie in einem umkämpften Jerusalem angehören. Der Tempelherr und Recha sind Geschwister, der Sultan ein Onkel des Tempelherrn und am Ende bleibt nur ein unversöhnlicher christlicher Patriarch alleine und frustriert zurück.

Lessings Geschichte ist eine Mutige, eine Aktuelle und eine - in der heutigen Zeit - schwierig zu lesende. Die Handlung spielt in einer kurzen Zeitspanne im Jerusalem des Jahres 1192, einer kurzen Zeit des Waffenstillstands in den Epochen der Kreuzzüge. Lessing beschränkt sich auf Gespräche der handelnden Personen und bringt damit alles zum Ausdruck, was er aussagen möchte. Die Weisheit, Menschlichkeit über religiösen Fundamentalismus zu stellen, tätige Hilfe, Ablegen von Vorurteilen, mit der Ringparabel die Wunderkraft", dass jeder vor Gott und Menschen angenehm" erscheinen kann, wenn er selbst danach lebt, und nicht zu Letzt Toleranz. Lessing macht mit Ausnahme des Patriarchen alle Personen seines Stücks zu Helden, da sie alle bereit sind zu lernen und nicht in ihren religiösen Vorurteilen gefangen bleiben.

Es ist Lessing gelungen, eine Parabel der Menschlichkeit, der Toleranz, der Verbundenheit jedes Menschen mit dem Anderen, zu entwerfen. Er bedient sich dabei des Mittels des Theaters und bringt wahrscheinlich fast jedes Vorurteil seiner Zeit ins Gespräch und erschreckender Weise sind es dieselben Vorurteile, die auch heute aktuell sind. Es erscheint mehr als logisch, dass Lessings Nathan" zur Zeit des Dritten Reiches verboten war. Nathan ist - abgesehen von der nicht mehr zeitgemäßen Sprache - aktuell und zeitlos. Ein Meisterstück der Diplomatie und Überschreitung religiöser Vorurteile. Man muss hier wohl auch an die Aufklärer vergangener Epochen denken und egal aus welchen Motiven Lessing sein Werk verfasst hat, ohne Zweifel ist ihm Großes gelungen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Mensch muss müssen, 17. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Nathan der Weise (Taschenbuch)
"Nathan der Weise" ist das literarische Paradigma der Aufklärung. In diesem Stück Lessings soll der Mensch im Mittelpunkt stehen, unabhängig von seinem Glauben und sozialen Status. Außerdem vertraut Lessings Nathan auf die Überzeugungskraft des gesprochenen Wortes - im Diskurs, in der vernünftigen Argumentation soll der Gegenüber überzeugt werden. Mit seinen vernünftigen Argumenten kann Nathan zum Beispiel den Tempelherrn und Saladin überzeugen. Das eigentliche Herzstück des Stückes steht auch in der Mitte - im 3. Aufzug stellt Saladin Nathan die Frage nach der richtigen Religion, nach der, "die am meisten einleuchtet". Und hier antwortet Nathan nicht mit Argumenten, sondern mit einer lehrhaften Geschichte, der Ringparabel. Diese Geschichte, die im Kern aus Boccaccios "Decamerone" stammt, beinhaltet die Aussage, dass es die richtige Religion nicht gibt und dass sich die Frage auch nicht so beantworten lässt. "Nathan der Weise" hat als Theaterstück Vor- und Nachteile aufzuweisen: die Sprache erscheint aus heutiger Sicht veraltet ("er kömmt") - der Blankvers erschwert das flüssige Lesen/Hören zudem. Das Happy End (alle sind miteinander auf absurde Weise verwandt) wirkt lächerlich. Andererseits überzeugt das Vertrauen in den Diskurs und das gesprochene Wort, der Appell an die Vernunft, die Toleranz und die Menschlichkeit - und diese Aussagen möchte man gerne den religiösen Fanatikern der heutigen Zeit entgegenschleudern.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur eine Schullektüre!, 17. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Nathan der Weise (Taschenbuch)
Gotthold Ephraim Lessings dramatisches Gedicht "Nathan der Weise" beschäftigt sich in anschaulicher Weise mit der offenen Frage nach einer einzig richtigen Religion. In Form von verschiedenen Personen im Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge treffen Islam, Juden- und Christentum aufeinander, wobei der reiche Jude Nathan hierbei die Rolle des Vermittlers einnimmt, der die anderen durch seine Redegewandtheit zu mehr Toleranz bewegen will. Hierfür bedient er sich u. a. der Ringparabel nach dem Vorbild Boccaccios.
"Nathan der Weise" bietet dem Zuschauer/Leser 5 unterhaltsame Aufzüge und ist auch außerhalb der Schule eine interessante Lektüre. Die immer neuen Verbindungen zwischen den Charakteren bauen eine Spannung auf, welche das Drama zu einem Leseerlebnis mit immer neuen Überraschungen werden lässt.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Soap Opera der Aufklärung, 6. September 2005
Von 
Melanie Holtmann "Mekko!" (Utopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nathan der Weise (Taschenbuch)
Lessings "Nathan der Weise" mag in seiner kompromisslosen Forderung nach Toleranz - religiöser, humaner, politischer - zweifellos ein ungemein hellsichtiges und wahrhaft weises Werk sein. Die Geschichte des Juden Nathan, der die Christin Recha als seine Tochter im jüdischen Glauben aufzieht, des Tempelherrn, der Recha aus dem Feuer rettet, des Sultans Saladin, der dem Tempelherrn das Leben schenkt, weil er seinem verstorbenen Bruder so ähnlich sieht - all diese Verwirrungen und Verkreuzungen dienen dem höheren Zwecke, die vielgepriesene und vielgeforderte Toleranz auf den verdienten Sockel zu heben, sie als Königsweg zwischenmenschlichen Handelns und Lebens aufzuzeigen. Der Kern des Spiels - die berühmte Ringparabel - konzentriert die Aussage und spitzt sie auf die oft blutige Konkurrenz der drei großen monotheistischen Religionen - Judentum, Christentum, Islam - zu. Allein ihre so vielfältig mögliche Auslegung inspiriert zu Deutung und gedanklicher Bemühung. Sind die drei Ringe - von denen keiner weiß, welcher der "echte" ist - nun in Wahrheit gleich wirksam? Muss sich über die Zeit der echte - dito die "rechte" Religion erst erweisen? Und so weiter...
Abgesehen vom geistigen Potential bietet "Nathan" jedoch auch (das könnte zur Beruhigung GZSZ-et-cetera-affiner SchülerInnen angefügt werden :-)) lupenreine Soapunterhaltung - verschollene bzw. nie gekannte Nichten und Neffen, die plötzlich auftauchen, ein Liebes-, dass sich als Geschwisterpaar entpuppt, Unbekannte, die sich als Abkömmlinge guter Freunde erweisen... das hört man auch heute noch. Nichtsdestotrotz bleibt "Nathan" in seiner Botschaft lebendig und aktuell, gerade in Zeiten, in denen um die einzig wahre Deutung von Kultur, Zukunft, Lebensart so gerungen wird. "Nathan der Weise" als Weisheitsbüchlein - auch heute noch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker!, 22. Juni 2003
Mit dem dramatischen Gedicht ,"Nathan der Weise" ist G.E.Lessing ohne Zweifel DER Klassiker deutscher Aufklärungsliteratur gelungen. Er beschreibt am Beispiel der Geschichte Nathans ,dass es nicht die Religion ist die einen guten Menschen ausmacht ,sondern ,dass dies allein durch die eigene Ausübung des Glaubens ,beziehungsweise durch die Taten desjenigen Menschen erreicht wird. Trotz der nicht mehr zeitgemäßen Sprache ist dieses Werk dennoch auch noch oder gerade heute ,in einer Zeit voller Religions- und Glaubenskonflikte , aktuell und sehr lesenswert!
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