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Kundenrezensionen

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am 28. Dezember 2005
Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" ist eine - 1844 gedruckte - Satire auf deutsche Zustände um 1840. Das Werk, das nach Heines Deutschland-Reise 1843 entstanden ist (er lebte seit 1831 im Pariser Exil), ist in Form einer Reisebeschreibung organisiert; die wichtigsten Stationen sind Aachen, Köln (Kölner Dom), der Teutoburger Wald (Hermannsdenkmal), Minden, Hannover und Hamburg. Jeder Ort wird von Heine mit einem speziellen Thema verknüpft, mit einem spezifischen Aspekt seiner Deutschland-Kritik, z.B. Aachen mit dem stocksteifen preußischen Militär, Köln mit der Kritik an der katholischen Kirche, Hannover mit dem Verfassungsbruch von König Ernst August, Hamburg mit philiströser Geschäftstüchtigkeit etc. Im Zentrum stehen vier Barbarossa-Kapitel, die im Kyffhäuser (Thüringen) angesiedelt sind. In diesen Kapiteln reagiert Heine auf die politische Instrumentalisierung der Barbarossa-Sage, wie sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von zeitgenössischen Autoren (u.a. Geibel) vorgenommen wurde. Für Heine ist Barbarossa ein anachronistisches Idol, und deshalb wird er als vertrottelter Antiquar, als "altes Fabelwesen" karikiert. Eigentlich treffen aber will er mit seiner Satire Friedrich Wilhelm IV., den reaktionären König von Preußen, der ihn mit Haftbefehlen verfolgt und den er im Schlusscaput direkt attackiert. Berühmtheit erlangte insbesondere das erste Caput, in dem Heine der christlichen Jenseitsvertröstung seine sensualistische Doktrin entgegenstellt: "Wir wollen hier auf Erden schon / Das Himmelreich errichten." - Eine glänzende Satire. Sehr witzig! Sehr amüsant! Sehr polemisch! Deutschtümelnde Kritiker sprachen indes vom schlimmsten Pamphlet, das je gegen die Deutschen geschleudert wurde.
Die jetzt vom Reclam-Verlag vorgelegte Ausgabe erhält ihren besonderen Wert durch die kongenialen Bilder, die Hans Traxler gezeichnet hat. Jedes der 27 Kapitel ist mit einer farbigen Illustration versehen und auch der gesamte Buchschmuck stammt aus der Feder des Mitbegründers von "Pardon" und "Titanic". Eine wunderschöne Ausgabe!
Ein informatives Nachwort und einen knappen, aber hilfreichen Kommentar, der heute nicht mehr verständliche Anspielungen und Zeitbezüge erklärt, hat der Wuppertaler Literaturwissenschaftler Werner Bellmann beigesteuert.
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am 6. August 1999
Heines „Wintermärchen" von Deutschland ist entstanden von Januar bis April 1844. In diesem Gedichtszyklus verarbeitet Heine die Eindrücke, die er bei seiner Deutschlandreise ein Jahr zuvor unternommen hat. Er zeigt die Misere der deutschen Verhältnisse auf. Dabei besitzen die Verse eine beißende Satire. Man kann den Text so erklären: Heine besucht seine Mutter in Deutschland, die er viele Jahre schon nicht mehr gesehen hat und verarbeitet das in seinem „Wintermärchen". Nichts weiter. Aber das wäre nur die halbe Geschichte, denn das „Wintermärchen" ist mehr! Es ist grundsätzliche Kritik an den deutschen Verhältnissen der Zeit in einer Bissigkeit, die sie nur außerhalb des Einflußbereichs der deutschen Zensoren haben konnte. Das Buch ist nicht umsonst heute Schulstoff. Aber man sollte es sich auch mal (wieder) außerhalb des schulischen Drucks durchlesen, denn allein die Dichtung ist es wert. Aber auch für die historische Betrachtung kann Heines Wintermärchen ein übriges tun. Und wer zu faul zum Lesen ist, kann es sich ja von Eberhard Esche vorlesen lassen.. dazu müsste dann aber diese CD gekauft werden oder man müsste ins Deutsche Theater Berlin gehen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 10. November 2007
Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" ist eine - 1844 gedruckte - Satire auf deutsche Zustände um 1840. Das Werk, das nach Heines Deutschland-Reise 1843 entstanden ist (er lebte seit 1831 im Pariser Exil), ist in Form einer Reisebeschreibung organisiert; die wichtigsten Stationen sind Aachen, Köln (Kölner Dom), der Teutoburger Wald (Hermannsdenkmal), Minden, Hannover und Hamburg. Jeder Ort wird von Heine mit einem speziellen Thema verknüpft, mit einem spezifischen Aspekt seiner Deutschland-Kritik, z.B. Aachen mit dem stocksteifen preußischen Militär, Köln mit der Kritik an der katholischen Kirche, Hannover mit dem Verfassungsbruch von König Ernst August, Hamburg mit philiströser Geschäftstüchtigkeit etc. Im Zentrum stehen vier Barbarossa-Kapitel, die im Kyffhäuser (Thüringen) angesiedelt sind. In diesen Kapiteln reagiert Heine auf die politische Instrumentalisierung der Barbarossa-Sage, wie sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von zeitgenössischen Autoren (u.a. Geibel) vorgenommen wurde. Für Heine ist Barbarossa ein anachronistisches Idol, und deshalb wird er als vertrottelter Antiquar, als "altes Fabelwesen" karikiert. Eigentlich treffen aber will er mit seiner Satire Friedrich Wilhelm IV., den reaktionären König von Preußen, der ihn mit Haftbefehlen verfolgt und den er im Schlusscaput direkt attackiert. Berühmtheit erlangte insbesondere das erste Caput, in dem Heine der christlichen Jenseitsvertröstung seine sensualistische Doktrin entgegenstellt: "Wir wollen hier auf Erden schon / Das Himmelreich errichten." - Eine glänzende Satire. Sehr witzig! Sehr amüsant! Sehr polemisch! Deutschtümelnde Kritiker sprachen indes vom schlimmsten Pamphlet, das je gegen die Deutschen geschleudert wurde.

Die Ausgabe des Reclam-Verlags bietet - neben dem vollständigen Text in der Fassung der "Neuen Gedichte" (1844) - einige Varianten der (zensierten) Separatausgabe von 1844, einen knappen, aber hilfreichen Kommentar, der heute nicht mehr verständliche Anspielungen erklärt, sowie ein Literaturverzeichnis. Abgeschlossen wird das Bändchen durch ein informatives Nachwort, das Entstehung, zentrale Themen, Struktur und Erzählweise sowie die zeitgenössische Rezeption der Satire skizziert. - Zur ergänzenden Lektüre zu empfehlen: die gleichfalls bei Reclam erschienenen "Erläuterungen und Dokumente" zu "Deutschland. Ein Wintermärchen".
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VINE-PRODUKTTESTERam 17. Oktober 2011
Um dieses Werk zu verstehen, musste ich es insgesamt 5x lesen, denn ich konnte mich am Anfang nicht wirklich auf den Stil einlassen, in welchem Heine das Werk geschrieben hat. Mit jedem mal lesen mehr hab ich jedoch sowohl den Inhalt verstanden, als mich auch mit der schriftlichen Form angefreundet, und wie es typisch für Heinrich Heine ist, ist es einfach wieder ein Klassiker der deutschen Literatur.
Besonders auffallend ist, dass es nicht nur eine doch sehr offene Satire des damaligen Deutschland darstellt, sondern in gewissen Abstrichen auch heute noch einige sehr interessante Anspielpunkte findet, denn so sind selbst heute noch einige Punkte noch recht ansprechend, wenn auch nicht mehr so offensichtlich wie es zur damaligen Zeit war.

Liest man das Buch, sollte man aber seine ganze Aufmerksamkeit dem Werk widmen, denn jede kleine Ablenkung kann einem aus dem Inhalt reisen, und in meinen Augen ist dies wirklich ein Werk, welches nicht für jeden sofort einfach zu verstehen ist, denn so verabscheuen leider die meisten Leute aus meinem Umfeld dieses Werk, und in meinen Augen ganz klar unverdient.
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am 4. Oktober 2000
Das "längste Gedicht der Welt" ist eines der spannensten Bücher deutscher Geschichte. Es beschreibt in frischer Art und Weise die gesellschaftliche Situation in Deutschland des des Frühmärzes und übt daran Kritik. Heine hat dieses Buch leicht verständlich geschrieben - es sind keine "literarischen Vorkenntnisse" nötig. Manche Anspielungen verlangen etwas Geschichtswissen, sie sind für den Gesamteindruck aber nicht nötig. Es ist erstaunlich wie aktuell dieser "alte Schinken" heute noch ist. Ein Pflichtbuch für jeden!
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am 28. Juli 2008
Ja, die Bilder von Hans Traxler gestalten das Buch wunderbar, sie geben dem ohnehin bissigen Werk Heines noch einen sarkastischen Zusatz. Das Buch ist in Leinen gebunden und von vorne bis hinten einfach schön! Auch die Anmerkungen am Ende machen das Gedicht sehr viel verständlicher für den normalen Leser.
Ein tolles Werk toll verlegt!
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am 3. Februar 2008
Ein satirischer Blick auf das Deutschland 1844 in Versform ist es,
den Heine, aus dem französischen Exil zurückkehrend, auf seine Heimat wirft.
Gezielte Seitenhiebe gehen in die Richtung der Kirche, der Zensur, der reaktionären
Politik und des übertriebenen Nationalismus.
Das alles in flotten Versen, die schon fast Volkslied-Charakter haben.
Das Wintermärchen läßt einen schmunzeln, nachdenken und regt sogar dazu
an, das Geschichtsbuch hervorzukramen, um sich noch einmal mit den historischen
Fakten auseinander zu setzen.

Wer große Literatur sucht, die kurzweilig zu lesen ist, der wird bei
diesem Buch fündig!
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am 25. Juli 1999
„Eberhard Esche spricht Heines ,Wintermärchen' ", so heißt es seit den siebziger Jahren am Deutschen Theater in Berlin und jedes Mal ist das Haus voll! - Aus gutem Grunde, wovon man sich auf diesen CDs überzeugen kann. Esches Aufführungen sind bissig, voller Satire, laden zum Schmunzeln und zum Nachdenken gleichermaßen ein. Eine gewisse Arroganz gegenüber dem Autor Heine sind Esche anzumerken, so erzählte er bei einer Aufführung den zu spät hereinkommenden Zuschauern in einer „Zusammenfassung" des Werkes, es handle sich um eine Erzählung eines Mannes, der seine alte Mutter besucht, die er viele Jahre nicht mehr gesehen habe, „nichts weiter"... Diese Arroganz führt dazu, daß das „Wintermärchen" noch spitzer und besser wird, als es Heine geschafft hat: es wird Esches Wintermärchen. Dadurch kommt das Wintermärchen trotz Heine-gemäßer Rezitation (einige Kürzungen sind natürlich dabei) in die heutige Zeit und führt zu einem einmaligen Erlebnis- bei jedem Theaterbesuch oder Anhören der CDs wieder...
Wer einmal die Heine-Rezitation aus dem Munde von Eberhard Esche gehört hat, hat mit jeder anderen Rezitation seine Probleme... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Wintermärchen - wer denkt bei diesem Wort nicht an Landschaften wie mit Puderzucker bestreut, Spuren im glitzernden Schnee und eine Tasse heißen Tee am prasselnden Kaminfeuer? Heinrich Heines Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen" hat allerdings mit solcher Romantik nichts zu tun. Das Land, das der Erzähler bereist, ist vielmehr während einer politischen Eiszeit in geistiger Unbeweglichkeit erstarrt, geprägt von Unfreiheit und Unterdrückung. Statt die Zukunft zu gestalten, wird die Vergangenheit verklärt. Mit diesen deutschen Zuständen setzt sich der Erzähler in Beobachtungen, Assoziationen und Träumen auseinander. Der überzeugte, ja radikale Demokrat Heine, zu dessen Freundeskreis im Pariser Exil auch Karl Marx gehörte, übt beißende Kritik und entwirft die Utopie einer besseren Zukunft für kommende Generationen. Heines Werk ist stark zeitgebunden; wer die Satire verstehen will, muss zumindest eine ungefähre Vorstellung von den politischen Gegebenheiten der damaligen Zeit haben, sonst bleiben viele Bilder und Anspielungen unverständlich. Aber anders als andere politische Satiren hat Heines bissige Versdichtung auch überzeitliche literarische Qualität und bereitet darum auch heute noch großes Lesevergnügen.
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am 20. Juni 2002
Heine ist unser Kulturerbe- ein Mann, der uns ein neues Verständnis von Deutschland gegeben hat, indem er uns mit einer Spur von Witz und Ironie das Junge Deutschland ein Stückchen näher bringt.
Heine ist ein Romantiker- Selten sieht man so viel Liebe und Leidenschaft, als in seinen Gedichten.
Heine kann man nur genießen, weil er ein Klassiker ist, welcher bis heute noch aktuell ist- kurz: Heine ist ein Genius der Gefühle- er ist Kabarettist, der seine Ideen aufgeschrieben hat statt zu zeigen- Heine ist perfekt
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