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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als erwartet
Abschreckend mögen der aufmerksamkeitsheischende Titel und Aufmachung dieses Stücks Belletristik auf den potentiellen Leser wirken. Dabei verstehen die beiden jungen Autoren, ein Journalist und eine Kulturwissenschaftlerin, die beide als Lektoren arbeiten, durchaus etwas von ihrer Arbeit.

So handelt es sich bei diesem Werk (dessen unsäglich...
Veröffentlicht am 24. August 2008 von S. Bernard

versus
492 von 526 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dieses Buch hätte ein guter Artikel werden können
"Generation Doof" - der Titel springt ins Auge, das Covermotiv tut's ebenso. PISA-Blamage, Stefan-Raab-Erstwähler-Check und Prekariats-Debatte bilden den Nährboden, auf dem ein solches Werk wachsen und gedeihen kann, und neugierig, wie ich bin, habe ich das Buch auf Verdacht gekauft. Die gute Botschaft: Der Schmöker lässt sich bequem an einem...
Veröffentlicht am 3. März 2008 von Spassprediger


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492 von 526 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dieses Buch hätte ein guter Artikel werden können, 3. März 2008
Von 
"Generation Doof" - der Titel springt ins Auge, das Covermotiv tut's ebenso. PISA-Blamage, Stefan-Raab-Erstwähler-Check und Prekariats-Debatte bilden den Nährboden, auf dem ein solches Werk wachsen und gedeihen kann, und neugierig, wie ich bin, habe ich das Buch auf Verdacht gekauft. Die gute Botschaft: Der Schmöker lässt sich bequem an einem Wochenende durchlesen. Die schlechte Nachricht: "Generation Doof" ist weder die schaurig-schöne Anekdotensammlung, die man sich angesichts des Titels und des Klappentextes erhoffen könnte, noch ist es die wirklich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema, die ich mir als Alternative erhofft hätte.

Vielmehr ist "Generation Doof" eine oft unterhaltsame, noch viel öfter aber allzu oberflächliche Bestandsaufnahme, die zudem in weiten Teilen überflüssig ist. Über weite Strecken ist "Generation Doof" lediglich eine Zusammenschau dessen, was längst bekannt ist. Stoff für einen pointierten Artikel hätte das sicher noch allemal geboten - aber es musste ja gleich ein ganzes Buch werden. Was dabei herausgekommen ist, ist eine Mischung aus verspäteter Abrechnung mit der so genannten Spaßgesellschaft, Fin-de-siècle-hafter Dekadenz-Klage und voyeuristischer Nabelschau.

Spätestens ab der 150. Seite stößt zudem der manierierte Schreibstil auf. Ich vermute, dass die beiden Autoren eifrige Leser der Kolumnen von Oliver Kalkofe und große Bewunderer der "SPIEGEL"-eigenen Headline-Kultur sind: Kein noch so flaues Wortspiel wird ausgelassen, und im ganzen Buch gibt es kaum einen Abschnitt, der ganz frei von flapsigen Kalauern ist. Auf Dauer hemmt das den Lesefluss, und letztlich entsteht der Eindruck eines Buches, das gern schlauer und witziger wäre, als es ist.

Auch die Doofheit, die die Urheber (die selbst Teil der "Generation Doof" ist, die sie großzügig als Altersgruppe der 15-45-jährigen fassen) für sich selbst in Anspruch nehmen, wirkt da schnell wie Koketterie. Spätestens an dem Punkt, an dem die beiden dem Urheber eines Web-Postings mangelhafte Rechtschreib-Kenntnisse attestieren, geht der Schuss allerdings kräftig nach hinten los: Man muss vielleicht nicht doof sein, um nicht zu erkennen, dass es sich bei der zitierten Passage um durchaus orthographisch gut wiedergegebenes Schwyzerdüütsch handelt. Es zeugt aber von Ignoranz, wenn das ausgerechnet Zweien nicht aufzufallen scheint, die ihr Geld als Lektoren in einem Kölner Verlag verdienen.

Der Spassprediger meint:

Schlau betitelte, aber reichlich oberflächliche, triviale Bestandsaufnahme, die zusammenfasst, was wir alle längst geahnt haben. Der um Witzigkeit und Lässigkeit bemühte Stil des Buchs nervt auf Dauer, wirklich Neues habe ich "Generation Doof" nicht entnehmen können (aber vielleicht bin ich dafür ja auch einfach und quasi per definitionem zu doof ... ?) Fazit: Aus "Generation Doof" hätte ein prägnanter, pointierter Zeitschriften-Artikel werden können. Meine Bewertung für den wäre sicher besser ausgefallen.
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260 von 307 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Deprimierend, 20. April 2008
Was geschieht, wenn ein Mitglied der "Generation Doof" ein Buch schreibt ? Nein, das ist nicht als Scherzfrage zu verstehen, das Ergebnis rezensiere ich gerade.

Vielleicht sollte es ja ein besonderer Kunstgriff des Autors werden, denn er beging alle Fehler, die er so gerne der heutigen Jugend vorwirft: Die unreflektierte Übernahme von Informationen, Oberflächlichkeit und die mangelnde Fähigkeit zur kritischen Analyse.

Der selbstgefällige, herablassende Schreibstil wirkt nur auf den ersten Seiten wirklich erfrischend. Danach sind die flachen Kalauer und teils dümmlichen Wortspiele nur ein weiteres Puzzlestück, welches mich in dem Glauben bestärkt, der Autor stehe in der Hierarchie der "Generation Doof" ganz weit vorne. Nun ja, zumindest gibt er es ja in gewisser Weise sogar selbst zu.

Viele der angeführten "wahren Geschichten" wirken stark konstruiert und lediglich darauf ausgerichtet, eine bestimmte Gruppe von Menschen verallgemeinernd der Lächerlichkeit preiszugeben. Dies wäre sogar noch verzeihlich, könnte man auch nur einen Hauch intelligenten Humors in den Ausführungen entdecken.

Sicher, eines steht fest: Ein guter Bildungsstand ist für eine moderne, demokratische Gesellschaft essentiell. Der Staat kann nicht zu wenig dafür investieren und wir alle müssen (dürfen) ein Leben lang lernen. Ganz genau diese beiden Sätze hätten die Kernaussage eines solchen Buches werden müssen. In diesem Sinn: Thema verfehlt.

Alles in allem ist "Generation Doof" eine populistische, pseudo-wissenschaftliche Gesellschaftsstudie mit wenig Realitätssinn, dafür umso mehr Geschmacklosigkeiten, sowohl inhaltlicher als auch stilistischer Art. Schande über den Autor.
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66 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine Mogelpackung - letztendlich einfach doof, 18. Juli 2008
Wie schon beim Quell der "Generation XY"-Schwemme, dem Illies-Büchlein "Generation Golf" stellt sich auch bei dieser Version nach dem anfänglichen Amüsement des Wiedererkennes ("Ja, genau so ist es..") spätestens nach einem Drittel des Buches ausgeprägte Langeweile ein. Allerspätestens beim Kapitel "Unterhaltung" ist die Luft raus und sämtliches Pulver verschossen, der Rest ist nur Aufgewärmtes aus bereits vorher Festgestelltem. Wäre man zu Beginn nicht noch ein wenig ob des lockeren Schreibstils amüsiert, könnte man "Generation Doof" auch gut nach dem Vorwort weglegen - dann wahrscheinlich sogar mit dem Gefühl, ein lesenswertes Buch in den Händen gehalten zu haben. So allerdings nervt zunehmend die Flapsigkeit des Autorenduos, das wirklich an keinem noch so doofen Kalauer vorbeigehen kann, vom "Umgang mit eder Allgemeinbildung wie Darth Vader mit der Caritas" bis zur "Windel-Windel-Situation". Was am Anfang wie Koketterie wirkt - die selbst in den Fokus des Lesers gerückte Zugehörigkeit zur "Generation Doof" - entwickelt sich zunehmend zum erschreckenden Aha-Effekt. Und spätestens wenn der eindeutig in Schweizerdeutsch schreibende Teilnehmer eines Internetforums hämisch als des Deutschen nicht mächtig vorgeführt wird, wird zur Gewißheit, daß hier Doof für Doof schreibt und auch der Lektor zur gleichen Generation gehört.
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240 von 286 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Doof? In der Tat, 31. März 2008
Eines vorab: Dieses Buch ist kein Bericht - und schon gar keine Analyse - der Doofheit in unserer Gesellschaft, es legt vielmehr ein plakatives Zeugnis für sie ab. Es scheint heute wirklich nicht viel dazuzugehören, ein Buch zu schreiben. Man nehme einfach seinen Trash-Fernsehkonsum der letzten Jahre, dann noch ein paar persönliche Anekdötchen und mache sich dreihundert Seiten lang darüber lustig: »Hahaha, guckt mal, wie dämlich die doch alle sind.« Am Ende hat der Leser gelernt, dass die Doofen doof sind und das war's. Nichts von Gründen, Zusammenhängen, Parallelen, Widersprüchen, Folgerungen, Erörterungen, Systembezügen oder sonst von irgendetwas, was in die Tiefe ginge. Hier nur ein Beispiel:

Bei einem Schönheitswettbewerb werden die Teilnehmerinnen mit ihrem geographischen Nichtwissen konfrontiert. Schön und gut - billiger Voyeurismus zum Ego-Aufpolieren wie man ihn eben kennt. Aber von einem Buch würde man doch nun erwarten, dass es die nahe liegende Frage anspricht, wieso man überhaupt mit Kamera und Mikrofon bewaffnet die Teilnehmerinnen einer solchen Veranstaltung mit der Frage konfrontiert, wo Polen liegt. Was soll das? Die Frage stellt aber niemand, die Autoren scheinen diesen erbärmlichen Bloßstellungsjournalismus für den Inbegriff der Seriosität zu halten.

Weiterhin wird sich ellenlang über Videos im Internet amüsiert. Ja tatsächlich, im Internet kursieren ausgesprochene Zeugnisse der Dummheit - wer hätte das bei diesem Medium wohl gedacht? Zum Glück befreit uns dieses Buch von der Illusion, im Internet würden sich nur Intellektuelle tummeln, die sich über das Verständnis der aristotelischen Metaphysik oder die Leiden des jungen Werthers austauschen.

Wirklich ärgerlich wird das Ganze aber nicht durch die Arroganz, die das ganze Buch durchzieht, sondern durch den schon lächerlich zu nennenden Versuch, diese zu rechtfertigen, indem man sich selbst auch eine gewisse Idiotie zuschreibt. Einer der Autoren berichtet zu Beginn von einem Feuer, das er mit Whiskey löschen wollte. Damit ist der Rechtfertigung genüge getan und auf geht's zum Fertigmachen.

Dazu kommen noch die unglaublich deplazierten und nichts sagenden Zitate. Wieso greift man hier auf Geistesgrößen wie z.B. Thomas Gottschalk zurück? Nun ja, es passt ins Bild.

Fazit: Ein bemerkenswert schlechtes Buch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wie doof sind wir eigentlich?, 24. Februar 2010
Klappentext: Supernannys, Stars und Sternchen, Prominente, die am PISA-Test scheitern - Deutschland scheint zu verblöden. Eine Karriere als Popstar erscheint jungen Leuten verlockender als eine solide Ausbildung. Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht.

Meiner Meinung nach ist das Buch "Generation Doof" eine sehr oberflächliche Bestandsaufnahme dessen was wir bereits alle wissen. Auch die beiden Autoren gehören dieser Generation an, was leider sehr oft im Schreibstil und der Wahl von nicht existierenden Vokabeln (zum Beispiel Mund-zu-Mund-Propaganda) ersichtlich wird.

Fazit: Das Buch eignet sich als Bettlektüre zum Einschlafen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Oberflächlich, peinlich, unfair, 16. November 2010
Seit einiger Zeit bin ich immer wieder an dem Büchlein mit dem Goldfisch auf dem Cover vorbei gelaufen bis ich schließlich den Klappentext las und mein Interesse geweckt war. Gekauft habe ich es mir dennoch nicht. Jedoch musste ich oft über die Schlagzeilen nachdenken: ''Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol.'' Da musste ich schmunzeln. Dass derartige Beispiele für das behandelte Thema ''Deutschland bzw. unsere Generation verdummt'' nichts weiter als Appetitanreger für ein Gericht sind, das am Ende nicht so schmackhaft wie gedacht serviert wird, konnte ich bis zum letztendlichen Kauf von Generation Doof nicht ahnen. Ich wünschte mir doch wenigstens eine Rezension gelesen zu haben. Doch es war zu spät.

Generation Doof behandelt mehrere Fixpunkte unserer heutigen Gesellschaft. Der Anspruch sich wissenschaftlich den verschiedenen angeschnittenen Themen zu nähern wird gar nicht erst gestellt, was vollkommen in Ordnung ist. Schließlich hat man ja schon bereits ohne überhaupt die erste Seite gelesen zu haben die Ahnung, dass die Autoren Anne Weiss und Stefan Bonner ein breites Publikum wachrütteln wollten. Die Ernüchterung folgt aber schnell.
Generation Doof ist subjektiv. Das ist okay und sogar nötig. Generation Doof ist aber nicht fair. Weiss und Bronner lockern ihre ''Analysen'' unregelmäßig mit orange unterlegten Erfahrungsberichten auf, Zitate von teilweise wahllos und wenig bekräftigenden Prominenten sollen als roter Faden und oft Einleitung für einen neuen Sinnabschnitt dienen. Der erwähnte rote Faden will aber gar nicht erst ersichtlich werden, denn Weiss/Bonner begegnen vielen Themen erschreckend oberflächlich und widersprechen sich im Laufe der 330 Seiten mehr als ein Mal selbst. Ein Beispiel: Es wird über den technikaffinen jungen Erwachsenen von heute berichtet, der seine Wohnung mit diversen HiFi-Accesoires ausstattet. Darunter befindet sich auch eine als ''Daddelbox'' titulierte XBOX 360 mittels der sich die Gäste bei einem abendlichen Treffen ''virtuell in die Fresse'' schlagen. Opportunistischerweise wird etwa 150 Seiten weiter dann doch noch hinterfragt, ob ''Killerspiele'' nicht doch die Konzentration fördern, was (ohne Quellenangabe) auch noch durch eine Studie belegt werden will. Das Ärgerliche ist, dass Weiss und Bonner nach mehreren Etappen des Verfassens von Generation Doof, entweder ihre Meinung änderten (ohne diese in bereits Geschriebenes einfließen zu lassen) oder schlichtweg vergessen haben. Als Fach- oder Hausarbeit wäre Generation Doof schließlich mangelhaft. Aber auch so sind die Ergebnisse vollkommen am Thema vorbei gerutscht.

Dafür gibt es auf Neudeutsch pures ''Gebashe''. Gewollt doch oftmals nicht gekonnt zynisch nähert man sich den Angriffszielen und kommentiert diese wie es gefällt. Dabei geht es wie bereits erwähnt selten fair zu. Dass die ''Glotze'' neben Castingshows und Realitysoaps ' absolut obligatorische Angriffsziele ' auch Sinnvolles bietet, wird kaum ersichtlich. Es kommt darauf an, wie man das Fernsehen nutzt. Eine solche Chance wollte man dem Medium wohl nicht bieten. Stattdessen echauffiert man sich völlig grund- und wahllos darüber, dass Fernsehen ein Synonym für seichte und gehaltlose ''Berieselung'' nach dem Feierabend ist. Die nicht ersichtliche Differenzierung muss sich der Leser dann selbst hinzu denken. Auch wenn man gezielt Referenzen aus der Popkultur nimmt, fällt einem die peinliche und schlampige Recherche auf: Das fängt bei der Videospielikone Super Mario an, der als ''Pizzabäcker'' erwähnt wird und hört bei der Erkenntnis auf, dass uns Luke Skywalker und Darth Vader (leider) schon immer näher als Faust und Mephisto waren. Und dass Stephen King zwar nicht den Stellenwert eines Thomas Mann hat oder Videospiele schon seit langer Zeit die Brücke zur Kunst und Kultur geschlagen haben hätte das Konzept von Generation Doof wohl derart angekratzt, dass selbst Weiss und Bonner lieber auf Konstruktivität verzichteten, um ihre wirklichkeitsverzerrte, sich der Pseudo-Intelektuellität annähernd wollende Weltsicht Stringenz zu verleihen.

Dass BILD-Slogans wie ''Wir sind Pabst'' kritisiert werden, sich die Schriftsprache aber nur selten über dem des Axel-Springer-Blattes bewegt, ist die traurige Ironie. Wobei: Weiss und Bonner rechtfertigen sich damit selbst Teil der Generation Doof zu sein. Wohl ein fauler Kompromiss dem Empfänger nicht auf den Schlips zu treten und sich selbst als messerscharf beobachtende Elite außerhalb der angesprochenen Generation Doof zu sehen. Dennoch zur Verteigung von Weiss' und Bonners Selbsteinschätzung: Irgendwann merkt eh selbst der größte Vollidiot, dass er verdammt sein wird inmitten der Generation Doof zu vegetieren ' Es sei denn er wechselt zur ausschließlich ''Hölderlin lesenden Elite''. War das jetzt der Sinn?
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wer das liest, ist doof, 12. September 2010
Eigentlich war ich mir unsicher, ob dieses Buch geeignet ist, um an dieser Stelle rezensiert zu werden; doch dann dachte ich, ein Buch mit dem Wort Generation" im Titel erhebt den Anspruch, einen gesellschaftlichen Trend von einiger Allgemeingültigkeit zu beschreiben. Dann wäre es quasi eine soziologische Abhandlung, auch wenn der Stil eher essayistisch sein mag, wie etwa seinerzeit bei dem Bestseller Generation Golf" von Florian Illies. (Allerdings war der soziologische Gehalt jenes Buches ebenfalls etwas dünn, auch wenn Meinungsforscher die Generation Golf später angeblich empirisch nachgewiesen haben.) Doch was in einem durchaus umfangreichen Taschenbuch auf 335 Seiten als Generation Doof" verkauft werden soll, hat leider wenig von der Leichtfüßigkeit des Golf-Traktats.

Die Autoren glauben einen sozialen Trend ausgemacht zu haben: Die Leute werden immer dümmer, benehmen und ernähren sich schlecht, haben überhaupt kein Niveau und wissen erst recht nicht, wie man dieses schreibt. Genüsslich und ausführlich werden als Belege Fernsehszenen nacherzählt, etwa wie die Kandidatinnen einer Miss-Wahl daran scheiterten, ihre Heimatstädte auf einer Landkarte zu platzieren. Zugegeben, solche Szenen sind lustig, und Stefan Raab lässt in seinen Sendungen gerne und mit schöner Regelmäßigkeit Leute aufmarschieren, die nicht gerade den tiefen Teller erfunden haben. Dem Publikum gefällt es - schließlich ist es gut zu wissen, das es immer noch Zeitgenossen gibt, die man getrost in die Tasche stecken kann, auch wenn man selbst nicht zu den Schlauesten gehört.

Das ist auch das Grundprinzip des Buches Generation Doof": Die Autoren sind trotz aller vorgetäuschten Selbstironie peinlich bemüht zu zeigen, dass sie nicht ganz so doof sind wie die anderen Generationsgenossen. Die Grenze zwischen dem effizienten Umgang mit der knappen Ressource Geist und purer Doofheit ist dabei recht willkürlich gezogen. Die Autoren halten es zum Beispiel für durchaus verzichtbar zu wissen, wie der erste deutsche Bundespräsident hieß oder wie ein Gesetz im Bundestag entsteht. Aber sie mokieren sich, wenn jemand Harald Schmidt mit Helmut Schmidt verwechselt (die unbestreitbar den gleichen Nachnamen haben, was ja schon mal zu Verwechslungen führen kann).

In vielen Kapiteln wird relativ faktenfrei über die vielen Auswüchse und Gründe der Doofheit lamentiert - einschließlich der Schule und natürlich dem Fernsehen. Umrahmt wird das alles mit wahllosen Zitaten, abgeschrieben aus Sprüchesammlungen aus dem modernen Antiquariat, und persönlichen Alltagsbeschreibungen der Autoren, die noch fast das Witzigste am ganzen Buch sind. Und am Ende wird sogar versucht, ein bisschen konkrete Lebenshilfe zu geben: Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung: Die Probleme der Generation Doof ernst nehmen, erkennen, was schief läuft, und nach sinnvollen Auswegen suchen." Aha. Mein Eindruck ist allerdings, dass die derzeitige Generation (bei aller Beschränktheit hier und da) noch nicht so doof ist wie dieses Buch.
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unglaublicher Mist, 25. Februar 2010
Man verzeihe mir meine deutlichen Worte, aber mehr fällt mir zu diesem Buch nicht ein. Dieses Buch ist eine Beleidigung für die Intelligenz seiner Leser - und zwar der doofen wie der intelligenten. Gott sei Dank wurde es mir nur geschenkt und ich habe dafür kein Geld ausgegeben. Nichts daran kann bei genauerer Betrachtung überzeugen. Die "Analysen" der beiden Autoren beruhen auf dem Hörensagen, auf eigenen massiven Vorurteilen gegenüber anderen, die in Unterschichten-Bashing abgleiten (früher gab es für so was mal den schönen Begriff "Klassendünkel"), auf einer völlig antiquierten Vorstellung von "Kultur" (Wer also nicht Hölderlin liest, ist doof, hm?) und letztendlich wohl auf dem Selbstekel der beiden Verfasser (würde mir auch so gehen, wenn ich nach meinem Kulturwissenschaftsstudium bei Bastei Lübbe gelandet wäre). Es ist ja schön und ehrenwert, die eigenen Bildungsdefizite (oder was man dafür hält) zu konstatieren und zu problematisieren. Wieso man deshalb dann eine ganze Generation meint, in Sippenhaft nehmen zu müssen, ist mir schleierhaft. Die Sprache des Buches ist bemüht, lustigen Blogger-Jargon zu imitieren, gleitet aber immer wieder ins Peinliche ab. Die "Argumentation" erschöpft sich in permanenten Wiederholungen: Zunächst völlig aus der Luft gegriffene Beispiele, dann die moralinsauren, unglaublich konservativen aber im Ton "jugendlichen" Moralpredigten des Autorengespanns. Letztendlich steht man hier vor einem besonders peinlichen und in Anflügen schon als reaktionär zu bezeichenden Beispiel für das kulturgeschichtlich banalste Phänomen der Menschheitsgeschichte: Dem Gejammere der älteren über die von ihnen vermeintlich zu beobachtenden Defizite des Nachwuchses. Was das Buch aber pathologisch macht, ist der Fakt, dass hier in einer Art vorauseilendem Gehorsam aus der eigenen Generation heraus über sich selbst gejammert wird. Eigentlich schreiben hier zwei geistig achtzig bis neunzigjährige, die in zu jungen Körpern stecken. Traurig.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweiliges Lamento, 18. Mai 2009
Titel und Klappentext versprechen unterhaltsame und amüsante Lektüre. Doch leider erwartet den Leser nur langatmiges Lamento über allerlei Schattenseiten des Zeitgeistigen.
In epischer Breite (aber stets mit wenig Tiefe) begeben sich die Autoren auf einen Streifzug durch bundesdeutsche Kinderstuben, über Karriereleitern und Fernsehsessel bis hinein in die Schlafzimmer und machen dabei - leider ausschließlich - unrühmliche Entdeckungen.
So gewinnt man den Eindruck, dieses Land sei ausschließlich von 'doofen' Menschen bevölkert, die sich mit ausschließlich widrigen sozialen Begleitumständen herumschlagen müssen. Und man gewinnt nebenbei den Eindruck, das Buch diene vor allem der Frustbewältigung zweier freudloser Autoren.
Diese Generation hat auch ihre Mutmacher, ihre Vorbilder, ihre Helden. Und diese Generation hat großartige Möglichkeiten und Chancen wie keine vor ihr. Doch all das fehlt in diesem Buch. Leider.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Generation Doof im Überblick, 6. April 2008
Ja, an einem Wochenende ist das Büchlein zu schaffen, aber man legt es weder mit einer Erleichterung weg noch mit einem Schmunzeln auf den Lippen.
Diese Lektüre ist genauso wie alles, was sie abwertend und negierend beschreibt: seicht und verdummend. Wahrscheinlich von der Generation Doof für die Generation Doof geschrieben, denn so liest sich da Ganze.

Die Autoren versuchen (ja, sie versuchen es in der Tat, aber es gelingt ihnen seltener) mit einem spöttisch sarkastischen Schreibstil die ganze Sache witzig zu gestalten, aber dabei verlieren sie die Gesamtheit aus den Augen und der beleidigende Tonfall kehrt sich zu oft heraus. (Außerdem ist nicht zu verkennen, dass beide Autoren sich selbst allzu gerne in den Dreck ziehen, obwohl sie ebenso gern schlauer und intelligenter wirken wollen, indem sie betonen, dass sie die Idee zu deisem Buch hatten.) Selbstdenunzierung als stilstisches Mittel ist keine gute Lösung, wenn sich das über dreihundert Seiten hinzieht.

Alles in allem ist dieses Buch mehr eine Beschreibung der momentanen Lage aus der Sicht zweier sich selbst beschreibender "Doofer", die weder analytisch auf den Kern und die Ursachen des Beschriebenen eingehen. Verallgemeinrungen, aufgesetztes Ammüsement und eine schlechte Gesamteinschätzung ohne angebotene Lösung ist alles, was dieses Buch zu bieten. Manchmal kann man aber doch einen Mundwinkel nach oben ziehen. Aber nicht allzu oft.
Verschwendetes Papier... Armer Regenwald, sage ich.
Leihen Sie sich dieses Buch lieber bei jemandem aus.
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