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421 von 498 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 4 Sterne als durchschnittliche Kundenbewertung sind das Ergebnis, wenn....
...ein grandioser Film, massenwirksam im mainstream vermarktet wird. Da prallen naturgemäß Welten aufeinander. Die einen erwarten einen Ballett-Film und sind enttäuscht weil das Ballett-Milieu bloß die Kulisse für eine tiefgreifende Handlung ist. Die Saw-Generation erwartete einen Psycho-Thriller und langweilte sich schon nach 10 Minuten. Der...
Veröffentlicht am 3. März 2011 von James Joyce

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider nicht so schön wie die allgemeine Kritik
Trotz guter Kritiken im Allgemeinen hat der Film mir nicht gefallen. Auch die Darsteller nicht. Es ist auch zu verstehen, warum die gewollte Schauspielerin Meryl Streep für die Rolle der Mutter von Nina nicht zur Verfügung stand. Es geht eigentlich nur um Nina Sayers (Natalie Portman), die zum Schwarzen Schwan wird. Dann sind noch die Rolle des Tanzdirektor...
Vor 7 Monaten von Oliver Reis veröffentlicht


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421 von 498 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 4 Sterne als durchschnittliche Kundenbewertung sind das Ergebnis, wenn...., 3. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
...ein grandioser Film, massenwirksam im mainstream vermarktet wird. Da prallen naturgemäß Welten aufeinander. Die einen erwarten einen Ballett-Film und sind enttäuscht weil das Ballett-Milieu bloß die Kulisse für eine tiefgreifende Handlung ist. Die Saw-Generation erwartete einen Psycho-Thriller und langweilte sich schon nach 10 Minuten. Der solide Thriller-Seher erwartet eine rationale Auflösung und geht angesichts der surrealen Szenen angefressen aus dem Kino, tja und ich bin völlig ohne Erwartungen (schon fast ein bisschen gezwungenermaßen) ins Kino gegangen und war baff mit welcher Genialität und Einfühlsamkeit Aranofsky den psychischen Kollaps dieses Mädchen porträtiert. Ich war von der Handlung, den Bildern, der grandiosen Schauspielerei Portmans (die den Oscar mehr als verdient hat) gefesselt und berührt und als sich gegen Ende schließlich der schwarze Schwan in ihr zeigte, hatte ich das Gefühl das Böse höchstpersönlich hätte seinen Schleier über das Kino gelegt. Das Ende war dann ein grandioses (wenngleich natürlich vorhersehbares), emotionales Feuerwerk, bei dem auch ich als Mann, der noch bei keinem Film geweint hat, die Tränen unterdrücken musste, während meine Freundin daneben die ersten Minuten gar nicht fähig war, aufzustehen, weil der Film sie so sehr mitgenommen hatte.
Aranofskys "Requiem For A Dream" zählte schon bisher zu meinen ganz persönlichen Top 20-Filmen der besten Filme aller Zeiten, wird aber von Black Swan eindeutig übertrumpft. Anschauen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider nicht so schön wie die allgemeine Kritik, 7. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Trotz guter Kritiken im Allgemeinen hat der Film mir nicht gefallen. Auch die Darsteller nicht. Es ist auch zu verstehen, warum die gewollte Schauspielerin Meryl Streep für die Rolle der Mutter von Nina nicht zur Verfügung stand. Es geht eigentlich nur um Nina Sayers (Natalie Portman), die zum Schwarzen Schwan wird. Dann sind noch die Rolle des Tanzdirektor Thomas Leroy (Vincent Cassel) und die Rolle der vermeindlichen Konkurentin Lily (Mila Kunis) von Bedeutung. Selbst Winona Ryder, die ich sehr gerne als Schauspielerin sehe, gefällt mir hier nicht. Natalie Portman hat für diese Rolle einen Oscar bekommen. Schön für sie. Fleißig war sie ja auch, aber sonst.
Vielleicht müsste ich in diesem Film eigentlich mehr sehen. Dennoch fehlt es dort für mich überall. Die Erotikszenen sind eher animalisch und nicht erotisch (vielleicht gewollt). Es wirkt so, als wäre Natalie Portman als Schauspielerin bereit alles zu geben, aber am Schluss ist nichts da. Dies gilt auch für die kurze Szene zwischen Mila Kunis und Vincent Cassel.
Inhaltlich ist die Geschichte eigentlich kurz gehalten. Nina will die Doppelrolle weisser Schwan und schwarzer Schwan. Irgendwie (den weissen Schwan beherrscht sie sehr gut) bekommt sie die Rolle auch. Nun mutiert sie zum schwarzen Schwan. Im Film wird dies bildlich dargestellt oder vielleicht auch nicht. Ich würde es aber so definieren. Alle normalen Handlungen spielen dann im Film keine Rolle mehr. Nur noch Training und Halluzinationen. Ja und auch noch Drogen (klitschehaft) in der Disco. Dann nochmal Training am Vorabend der Vorstellung. Ich bin zwar kein Fachmann, aber es sah aus, als trainierte sie noch an den Grundeinstellungen. Am Tag der Aufführung kommt sie aus irgendwellchen Gründen (unter anderem wegen ihrer Mutter) ziemlich späht zur Vorführung an, zieht sich schnell um und legt los. Die anderen sind ja schon die ganze Zeit fast auf der Bühne. Bei dem Tanzen stürzt sie dann sogar. Die Realität des Films wird jetzt wohl wirklich in Frage gestellt. Schließlich bekommt sie dann alles in den Griff und tanzt bis zu dem (ihrem) Ende. Und das unter den Augen ihrer Mutter, die jetzt auch bei dieser Aufführung im Puplikum sitzt. Hätte man diese Story vor allem in der realen Phase besser ausgearbeitet, wäre es für mich ein guter Film. So wie er sich jetzt zeigt aber nicht.

Meine Schulnote: 4
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mord im Spiegel (reine Filmrezension; andeutungsweise Spoiler), 25. August 2014
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Das Mädchen ward in einen Schwan verwandelt, und nur die Liebe konnte es erlösen. Letztlich scheiterte diese aber an der dunklen Seite des Mädchens/Schwans. Am Ende scheitert es - findet aber mutmaßlich gerade in diesem Scheitern die ersehnte Erlösung. Das klingt nach schwermütiger Romantik des 19. Jahrhunderts, nach einem saftigen Melodram, nach der Konzentration auf die beiden Themen, die Marcel Reich-Ranicki einmal als die universellen, ewigen Themen der Weltliteratur bezeichnet hatte: die Liebe und der Tod. Es geht aber auch um das Leben und um die nicht minder zeitlose Frage nach dem Selbst im Dickicht zwischen Schein und Sein. Darum ist es passend, wenn die Schwanensee-Geschichte zunächst nur Projektionsfläche für eine Ballett-Company ist, die dieses Stück in New York aufzuführen gedenkt. Natürlich IST eine der Tänzerinnen dieser Schwan, statt ihn nur zu spielen: die junge Nina (Natalie Portman). Sie ist eindeutig genauso unerlöst wie ihre Ballettfigur - und irgendwie auch noch nicht geboren bzw. nicht gereift: Zwischen ihrer überehrgeizigen Mutter (Barbara Hershey) und ihrem Ballettmeister Thomas (Vincent Cassel), fehlt ihr eine eigenständige Persönlichkeit. Muttern hält sie - allein die Kinderzimmerausstattung ist ein Graus in Plüschrosa - wie ein Kleinkind. Thomas nötigt sie bis zur sexuellen Impertinenz, aus sich herauszugehen. Nur sie selbst hat nicht mitzureden. Entsprechend scheint ihr Wesen: Sie möchte "perfekt" sein, schindet sich im Hochleistungsballett seit Jahren - aber in dem metaphorisch-surreal hochinteressant gestalteten Film können ihre Füße einmal blutig, einmal mit zusammengewachsenen Zehen erscheinen. Nina gibt das Äußerste und bleibt doch verschlossen, verklemmt. Den weißen Schwan wird sie perfekt tanzen können, aber auch den schwarzen?

Dabei begegnet sie immer wieder im bildlichen wie übertragenen Sinne ihrer dunklen Seite. Bis es zu einem vieldeutigen Finale kommt, bei dem das Leben und die Kunst sich nicht nur vermischen, sondern auch vereinigen. Nina musste erst ihre dunkle Seite töten, um wahrhaft enthemmt eine nach anfänglichem Straucheln großartige tänzerische Darbietung bei der Premiere zum Besten zu geben. Doch zu dem selben Preis wie das Schwanenmädchen, so ließe es sich deuten...

Ein Film, der viele Einflüsse vereint, sie zu einem geschlossenen Ganzen verarbeitet und nicht nur Kopfkino, sondern sehr sinnliches, bisweilen surreales und/oder verstörendes Gefühlskino ist. Da gibt es beispielsweise die Persönlichkeit Ninas, die nicht unbedingt im schizophrenen Sinne eine Spaltung ist, sondern Schwarz und Weiß, zwei Seiten zwar, aber zur selben Medaille gehörig. Nicht nur im Titel und in der Schwanensee-Handlung, auch in den nicht ballettbezogenen Szenen farblich mit auffälligen Schwarz-Weiß-Kontrasten untermauert. An vielen Orten scheint es kaum andere Farben mit Ausnahme der Gesichtsfarben der Figuren zu geben - sieht man einmal von der nicht minder schrägen rosa Kleinmädchenausstattung Ninas` Zimmers ab. Erinnerungen an die großen psychologischen Films Noirs werden wach; "Der schwarze Spiegel", "Desert Fury" und (obwohl eher nur am Rande ein Noir) "A Stolen Life"; Filme mit zwei Menschen, die doch nur zwei Seiten ein und derselben Persönlichkeit sind (in "Der schwarze Spiegel" und "A Stolen Life" als Zwillingsschwestern von Olivia de Havilland bzw. Bette Davis gespielt). Ansonsten schleicht sich nur noch das Rot des Blutes in das Ensemble aus Schwarz und Weiß. Ob Nina ihre geschundenen Zehen und Hände sieht, sich an Letzteren auch noch selbst verletzt um einen "unperfekten" hängenden Hautfetzen zu entfernen, oder ob sie es mit unerklärlichen Verletzungen zu tun hat: Blut ist Leben, aber auch Schmerz; sie "öffnet" sich und muss bluten, aber kann dadurch und damit auch (auf)leben, zumindest für einen Moment (insoweit sei mir noch eine Assoziation zu einem weiteren Zwillingsschwesterfilm neueren Datums gegönnt, dem genial-abgründigen "Sisters" von Brian de Palma, in dem die gewaltsame Trennung zweier siamesischer Zwillinge ebenfalls halb Rettung, halb Tod ist und man nie weiß, was die Oberhand gewinnt).

Nina weiß das alles noch nicht. Sie sieht den Teil ihrer Persönlichkeit, vor dem sie sich fürchtet, noch als andere Person, die ihr erst eine lockende und auflockernde Freundin ist, die sie dann aber als bedrohlich empfindet. Die eigenen Begrenzungen zu überwinden, als Verlockung und Gefahr - für Regisseur Aronofsky nicht ganz untypisch, dass er dies ein Mal mit einem Drogentrip assoziiert.

Nina ist zuvor eine Dame ohne Unterleib in jeglichem Sinne: Natalie Portman hat hammerhart für die Tanzszenen trainiert und man sieht ihr dies am intensiven Ausdruck ihres gesamten Oberkörpers an, aber ihre Beine sehen wir bei den Ballettszenen fast nie. Meines Erachtens nicht den Notwendigkeiten des Doubelns geschuldet, denn man sieht ab und an, dass der direkte Übergang oder zumindest der nicht sichtbare Schnitte auf die Beine sehr wohl möglich war. Nein, der Aronofsky, der immer ein sehr visueller Regisseur ist, wird schon gewusst haben, was er da macht. Nina ist nur eine halbfertige Persönlichkeit, ist nur der weiße Schwan, das unmündige Kind, und unter der Gürtellinie spielt sich nicht viel bei ihr ab. Thomas fragt sie das recht direkt. Jungfrau ist sie zwar nicht mehr, aber ein Freund ist nicht in Sicht und was sie beim Sex empfindet, kann sie kaum sagen. Als sie die "Hausaufgabe" bekommt, selbst Hand anzulegen, ist sie davon überraschend schnell überraschend heftig erregt. Hier ist der Film aber kein Pseudo-Softporno: Unter der scheinbar Frigiden schlummert halt der unterdrückte schwarze Schwan. Aronofskys Kino ist immer auch eines der Körperlichkeit: In einer Fantasiesequenz wollen die schwarzen Schwanenfedern tatsächlich aus Ninas Körper heraus durch die Haut dringen. Die dunkle Seite des Schwans will an die Oberfläche.

Man sieht, dass es um viel mehr geht als nur um eine interessant gefilmte Künstlerinnengeschichte, die konstruiert ist um Klischees wie die Schinderei, die Übermutter, die fiese Konkurrentinnenzicke und den allzu einnehmenden wie fordernden Chef. Kunst ist hier wohl nur ein Sinnbild für etwas, das einerseits offiziell nichts als Show ist, bei der man aber gleichwohl sein Innerstes nach außen krempelt. Ausgerechnet Aronofskys Vorgängerfilm hat insoweit einiges mit "Black Swan" gemeinsam: "The Wrestler". Man kann innehalten und sich fragen, was denn vom klassischen Ballett weiter weg sein sollte als Showkämpfe. Doch auch dort ist es so, dass man alles im gegenseitigen Einverständnis zelebriert, dass alles ein Fake ist, aber dass es tiefer geht (bei Aronofsky: unter die Haut...) und man sich mehr schindet, als das Publikum ahnt. Mickey Rourke hat es als abgehalfterter Wrestler gezeigt! Damals ein Has-Been, der noch einmal zu sich finden muss, jetzt eine junge Frau vor dem großen Durchbruch, die erstmals erwachsen werden muss. Beide steuern von verschiedenen Seiten auf einen Kern zu, ihren eigenen. Beide stehen zunächst neben sich; auch kameratechnisch, wenn die unruhige Handkamera sie umkreist, sie von vorne, vor allem aber vom unvorteilhaften Hinten zeigt. Beide gehen nicht auf etwas zu, sondern scheinen Verlorene, die dem Glück / der Erkenntnis hinterherrennen müssen. Beide finden dies in ihrer Performance, in der ihnen etwas Bedeutendes gelingt, das auch für das Vordringen zu ihrem Persönlichkeitskern steht. In beiden Fällen ist dies die letzte Einstellung des Filmes und müssen sie den gleichen Preis zahlen.

Während der Wrestler immerhin noch weiß, wer er einmal war, macht Nina eine Neuentdeckung, entpuppt sich, wird sozusagen zum schönen und nicht nur weißen Schwan, obwohl sie zuvor alles andere als ein hässliches Entlein war. Weil sie noch nicht verstehen kann, was da mit ihr passiert, können auch wir nie ganz sicher sein, ob alle Personen, die in "Black Swan" mitspielen, real sind. Kleiner Tipp, auch darin dem Film Noir wie z.B. dem erwähnten "Der schwarze Spiegel" verwandt: Spiegel sind wichtig, sind Metaphern der Persönlichkeitsspiegelung. Man sieht hinein und sieht die andere. So wird es schließlich zu einem Mord im Spiegel kommen. Oder des Spiegelbildes?

Neben allem Genannten wäre zu erwähnen, dass Aronofsky die gesamte wuchtige Sinnlichkeit der klassischen Musik, vor allem natürlich derjenigen von Tschaikowskys "Schwanensee", voll auskostet. Und dass er sehr charismatische Darsteller hat, wobei er Natalie Portman gleichzeitig noch sehr stilisiert in Szene setzt. Sie ist zwar, wie sich das für eine Primaballerina gehört, sehr dünn. Aber sie hat sinnliche volle, deutlich in Szene gesetzte Lippen und hohe Wangenknochen, die angesichts der Beleuchtung und der Schminke in manchen Szenen einen wunderbaren Neo-Noir-Kontrasteffekt ergeben. Perfekt, aber auch voller Leben. Kunstkino, aber nicht künstlich oder gar weltentrückt, sondern mit allen Sinnen zu genießen. Eine uneingeschränkte Empfehlung!
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69 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Des Wahnsinns wilde Schönheit, 15. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Ich bin aus anderen Gründen als vielleicht die meisten anderen auf diesen Film gestoßen - nicht weil ich Ballett liebe oder mir einen spannenden Thriller erhofft habe, sondern weil ich mich brennend für Psychologie interessiere. Und ich war von dem Film restlos begeistert. Portman verleiht der psychisch kranken Nina so unglaublich viel Tiefe und Menschlichkeit, und es wurde wundervoll sensibel dargestellt, was passieren kann, wenn ein empfindsamer Mensch mit seelischer Gewalt dazu getrieben wird, seine eigenen Grenzen zu durchbrechen.
Ninas Wunsch, in einer grandiosen Vorstellung zu glänzen, kostet sie eins ihrer kostbarsten Güter -den eigenen Verstand. Denn, schüchtern und künstlerisch vergeistigt wie sie ist, ist sie nicht dazu geschaffen, die Massen auf der Bühne sexuell zu verzaubern. Doch genau das ist es, was sie ersehnt, und am Ende gelingt es ihr. Sie sprengt die Fesseln ihrer Persönlichkeit und setzt eine erotische Ausstrahlung frei, die sämtliche Zuschauer, die im Film und uns, in ihren Bann zieht.
Doch das Glück darüber währt nur eine kurze Sekunde, denn auf ihrem Weg zum Ziel hat sie alles vernichtet, was noch von dem übrig war, was sie ausmachte. Zu schnell und brutal verlief ihre Metamorphose von der zarten Pflanze zur Bühnengöttin, um vor der Realität bestehen zu können. "Black Swan" ist ein hinreißendes, lehrreiches Düstermärchen über die Zerstörung einer Psyche, die makabererweise in ihren letzten Zügen atemberaubender ist alles, was sie zuvor dargestellt hat.
Lohnt sich dieser Preis? Nein. Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Daher ist der Film im besten Sinne abschreckend, und dennoch behält man danach sehr viel Verständnis für die Betroffenen zurück. Wie vielen mag ähnliches geschehen sein, in weniger drastischer Form (letztlich ist Übertreibung im Film ein stilistisches Mittel), ohne dass jemand es gemerkt hat. Denn an Ninas Schicksal sieht man, wie blind und gleichgültig die Menschen gegenüber dem Leiden derer sind, die sie nach oben pushen oder als Beute an sich reißen wollen ...

Black Swan ist ein unvergleichliches Meisterwerk, inhaltlich, darstellerisch und optisch, dazu von einer dunklen, kalt glühenden Sinnlichkeit, wie ich sie nie zuvor in einem Film gesehen habe. Nicht nur Portman hat den Oskar verdient, sondern der Film selbst hätte es ebenfalls.
Mehr möchte ich dazu nicht sagen, das wäre bei mittlerweile über 80 Beiträgen schlicht überflüssig.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Seelendrama einer Ballerina, 24. Februar 2013
Von 
Dodo (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Als ich noch zur Schule ging, war ich total ballettbegeistert und habe auch zig Bücher über große Stars wie Nijinsky, Nurejew, die Pawlowa und Fonteyn immer wieder gelesen und bestaunt (ich liebte auch die Bilder darin). Meine Freundin und ich waren die einzigen im Jahrgang, die regelmäßig in alle Ballettaufführungen an unserer Staatsoper gingen. Auch Schwanensee haben wir dort mal vom Bolshoi-Theater in einer Gastaufführung gesehen.
Weder wir, noch andere, die Ballett machten, wären aber jemals auf die Idee gekommen, das ernsthaft zu verfolgen. Wir wussten alle, was das bedeutet. Und das eben sieht man in diesem Film recht gut, vielleicht sogar etwas zu heftig.

Die Hauptfigur Nina wird von Anfang an als labil gezeigt: sie wirkt sehr unsicher und empfindsam, hat als einzige der Mädchen Mitleid mit der gefeuerten alten Primaballerina, sitzt in den Pausen immer allein in einer versteckten Ecke und grübelt, während die anderen schwatzend und lachend in kleinen Grüppchen ihren Stress abbauen. Die extrovertierte Lily, die neu in der Gruppe ist, möchte sich mit ihr anfreunden, doch Nina missversteht in ihrem krankhaften Minderwertigkeitsgefühl die Bemühungen um Freundschaft als Rivalität und Intrige.
Denn in Nina brodelt ein nicht weniger krankhafter Ehrgeiz, sie möchte schlicht "perfekt" sein, darunter erträgt sie es kaum. Deshalb nagt es an ihr, dass ihr Choreograph Leroy der Meinung ist, ihr fehle die innere Leidenschaft für den schwarzen Schwan. Leroy kann nicht ahnen, was er damit in Nina anrichtet: eine Besessenheit bis zur Selbstverletzung.

"Black Swan" ist trotz einiger Tanzszenen nicht einfach ein "Ballettfilm", er ist mehr das Psychogramm einer manischen Persönlichkeit, die unaufhaltsam tiefer und tiefer in eine Parallelwelt des Wahns versinkt, ohne dass ihre Umgebung wirklich wahrnimmt, was mit ihr geschieht. Zwar erkennt zumindest die sonst herrschsüchtige und überfürsorgliche Mutter am Ende, dass es ihrer Tochter "nicht gut geht", doch an diesem Punkt ist es schon viel zu spät.

Lässt man sich darauf ein, dass man Ninas Halluzinationen ohne Verfremdungseffekte sieht, also manchmal vielleicht zunächst nicht wissen kann, ob eine Szene echt oder nur eingebildet ist, zieht einen der Film sehr bedrückend in die Scheinrealität einer psychisch Labilen und schließlich sogar Kranken. Dabei gibt es auch sicher die eine oder andere Szene, die man als sehr heftig empfinden kann, wenn man den Schmerz regelrecht mitspürt.

Ein Film, den man vielleicht nicht immer wieder sehen möchte, aber ruhig einmal ansehen sollte, unabhängig von Interesse an Tanz und speziell Ballett.

Abschließend möchte ich einfach noch sagen, dass ich rein zufällig ein paar Tage vorher auf youtube sah, wie Anna Pawlowa eben diese Szene des schwarzen Schwans in schwereloser Eleganz tanzt, und dass es mich sehr berührte, wie gut Natalie Portman, eben als Nicht-Profi, diese Verkrampftheit und verzweifelte Perfektionssucht Ninas auch beim Tanzen spielt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen wow, 2. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Ballett liebe ich, aber diese Geschichte war etwas zuviel für mich. Daher habe ich sie weiterverkauft und hoffe damit einem anderen Menschen etwas Kurzweil verschafft zu haben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Die eigentliche Arbeit wird deine Metamorphose in den bösen Zwilling...", 13. Juni 2011
Von 
Lioness "Sarah H." (Landkreis Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Black Swan" ist ein von Darran Aronofsky gedrehter Film aus dem Jahre 2010. In dem Psychothriller übernimmt Natalie Portman die Hauptrolle der 'Nina Sayers' und wurde dafür unter anderem mit dem Academy Award als "Best Actress" ausgezeichnet.

Die junge Nina würde alles dafür geben den Part der Schwanenkönigin im Ballettstück Schwanensee zu tanzen, doch dem anfangs schüchternem Mädchen will nur der weiße Schwan gelingen. Immer tiefer stürzt sie sich in die Arbeit am "schwarzen Schwan" und verliert dabei jeden Bezug zur Realität. Als dann auch noch die Tänzerin Lily ihr Konkurrenz macht gerät Nina außer Kontrolle...

Ich persönlich zähle "Black Swan" ganz klar zu DEN besten Filmen des Jahres 2010. Selten fühlte ich mich psychisch so involviert und mitgenommen und es brauchte ganze 2 Tage bis der Film aus meinem Kopf halbwegs verschwunden war. Die Story ist an und für sich eigentlich keine Weltneuheit man hat alles irgendwo schon mal gesehen, aber Aronofsky gelang es daraus einen wahren Psychotrip zu machen. Schauspielerisch war es für mich auch ganz klar ein berechtigter Oscargewinn für Natalie Portman, obwohl ich an dieser Stelle zugeben muss, dass ich ohnehin ein großer Fan ihrer Schauspielkunst bin, aber sie mich in "Black Swan" nochmal richtig vom Hocker gehaut hat. Gehört seit meinem Kinobesuch zu meinen TOP 10 Lieblingsfilmen.

Die BluRay an sich ist gut umgesetzt. Problematisch ist nur die Bewertung des Bildes da man hier schon Filmkorn vorfindet was aber als ein Stilmittel des Regisseurs anzusehen ist um die richtige Stimmung zu erzeugen. Daher ziehe ich auch für die technische Umsetzung keinen Stern ab sondern will es nur anmerken. Der Ton ist gut bis sehr gut. Musik und Dialoge hat man schön abgewogen so, dass man hier wirklich nichts zu meckern hat.

Zur Black Edition: der Holoschuber kommt absolut Aufdruck- und FSK-Frei daher und sieht zudem noch ziemlich hübsch aus. Extras findet man auf der beiliegenden Extra-Disc genug und wenn man mal nicht ins TV schauen will findet man auch noch den Filmsoundtrack zu Black Swan. Anmerken möchte ich hier nur, dass die Box keine BD-Größe hat sondern im DVD-Format daher kommt.

FAZIT: Wer auf eine Reise durch die Psyche einer Ballerina steh ist hier definitiv gut beraten, wer aber Special Effects erwartet sollte doch lieber wo anders reinschauen.

________________________________________________
Gesamtergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

Story: *****
Bild: ****
Ton: ****
Extras: ***
-----------------
Gesamt: ****
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine intensive Metamorphose, auch für die Zuschauer, 27. März 2011
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Black Swan [Blu-ray] (Blu-ray)
Rezension des Kinofilms

Hat der Film eine eindeutige "Auflösung"? Ich denke er lässt sich auf mehrere Weisen interpretieren. Wer mit solch schwammigen Aussagen nichts anfangen kann könnte von Black Swan enttäuscht werden. Ok, es gibt einige Szenen mit lesbischer Erotik, einige Schockeffekte und eine bezaubernde Natalie Portman wie noch in keinem Film zuvor, aber meist ist der Film alles andere als Popcorn-Kino.
Es ist ein Kunstfilm, noch dazu einer mit recht grobkörnigem Bild. Eine grosse Bedeutung hat der Surround-Sound für Darren Arronofskys Film über den Schwanensee. Nicht nur ist es erhebend dieses sehr populäre Stück klassischer Musik in voller Lautstärke zu erleben, wichtiger sind die Soundeffekte, die mich mehrfach zusammenzucken liessen und besonders in den letzten Momenten des Films sehr beeindruckt haben.

Nina (Natalie Portman) ist eine aufstrebende Ballettänzerin, die unter psychischen Problemen leidet und sich eine Wohnung mit ihrer Mutter teilt, die früher ebenfalls Ballettänzerin war. Ihr Kinderzimmer ist voller Stofftiere, Selbstverletzungen am Rücken deuten aber bereits an, dass Ninas heile Welt bröckelt.
Der gefeierte Choreograph Tomas (Vincent Cassel, mit einem zumindest für mein Empfinden unfreiwillig komischen französischen Akzent) will mit einer Neuinterpretation des Schwanensees wieder mehr Zuschauer ins Ballett locken. Die Auslese ist hart und das Scheitern aufgrund mangelnden Talents oder zu hohen Alters ist gewiß. Ninas grosser Traum den weißen und den schwarzen Schwan tanzen zu dürfen weckt Assoziationen wie: sei vorsichtig was du dir wünscht, denn es könnte wahr werden. Oder auch: Genie und Wahnsinn liegen dich beieinander. Oder: wer schön sein will muss leiden.

Shutter Island und The Game sind Filme die mich ein wenig an Black Swan erinnern, dennoch ist es ein ganz eingenständiges Kunst- und Meisterwerk geworden. Was ist real und was sind Sinnestäuschungen? Wichtiger als der rationale Verstand sind Black Swan das Unbewusste, die Gefühle und die Bilder. Wenn im LSD-Rausch plötzlich Bilder zu sprechen beginnen dann ist das visuell höchst beeindruckend und dem Zuschauer wird eine weitere Erklärung für Ninas verstörende Erlebnisse geboten.

Black Swan vermittelt eine kalte, beklemmende Atmosphäre. Der Film ist durchgängig spannend, bringt es den Zuschauern sehr eindrucksvoll nahe, wie fordernd es sein kann sich voller Leidenschaft in etwas, hier ist es die Kunst des Tanzens, zu verlieren. Die sehr intensive Möglichkeit sich als Zuschauer in Ninas Welt hineinzuversetzen, ihren physischen und psychischen Schmerz zu spüren ist brillant umgesetzt worden! Ein kluger, sehr aufwühlender Film!
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sachen gibts...Arthouse macht Kasse!, 11. Juni 2011
Von 
H. Weisser "Sunny Mars" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Black Swan [Blu-ray] (Blu-ray)
ZUM FILM:
Wer Darren Aronofskys bisheriges Gesamtwerk betrachtet, weiß, dass dieser innovative Regisseur seine Zuschauer zumeist mit abgründigen Themen oder gar dem Abstieg von Menschen beschäftigt. Besonders ausgeprägt war dies zu sehen im erschreckend faszinierenden "Requiem For A Dream" oder im gelungenen "The Wrestler", der Mickey Rourkes Comeback einläutete. Zudem sind Aronofskys Filme immer sehr - und vereinzelt vielleicht zu - vielschichtig und verlangen dem Zuschauer eine hohe Aufmerksamkeit ab, weshalb der in meinen Augen überragende "The Fountain" auch insgesamt nur durchschnittliche Kritiken erhalten hat.
Mit "Black Swan" ist Aronofsky nun gelungen, was kaum jemand für möglich gehalten hätte: Kritiker und Publikum waren und sind gleichermßen begeistert. Wobei besonders auffällt, dass sowohl das klassische Mainstream- als auch das anspruchsvolle Arthouse-Publikum den Film schätzt und ihm somit zu einem großen Kassenerfolg verholfen hat.

Darren Aronofsky bleibt sich treu und zeigt dem Zuschauer den konsequenten und unaufhaltsamen - hier psychischen - Abstieg eines Menschen, in diesem Falle den einer Primaballerina. Diese Essenz ist eingebettet und einen Film, der Drama und Thriller zugleich ist und der durch das Verschwimmen verschiedener Realitätsebenen eine oftmals surreale Stimmung erzeugt. Sowohl Zuschauer als auch die Personen im Film fragen sich daher vermutlich mehr als nur einmal, was schon Traum und Wahnvorstellung oder was noch Realität ist. Darren Aronofsky gelingt das Kunststück, diese unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen zu einem stimmigen Ganzen zu verknüpfen.
Manche Kritiker wollen in dem Film auch Horrorelemente gesehen haben. Das dadurch neugierig gewordene Genrepublikum muss enttäuscht werden, da "Black Swan" alles ist, nur kein Horrorfilm. Er funktioniert als Psycho- und Gesellschaftsstudie, die vor dem Hintergrund der Welt des Balletts angesiedelt ist. Er ist jedoch, und das dürfte manche überraschen, auch kein Ballettfilm. Den Lesern dürfte anhand meiner letzten Zeilen aufgefallen sein, dass der Film viele Facetten in sich vereint und bestimmte Aspekte ausklammert, auch wenn man sie in ihm sehen könnte. Das soll heißen: "Black Swan" wirkte für mich wie ein Genremix, den ich so noch nie zuvor gesehen habe.

Natalie Portmans Leistung ist tatsächlich phänomenal! Absolut glaubwürdig verkörprt sie die unterschiedlichen, psychischen Zustände der ehrgeizigen Nina: Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt, lachend, weinend... alles mit großer Emotion gespielt und teilweise in einer Szene zu sehen. DAS ist ganz große Schauspielkunst.
Schon fast schade ist, dass Vincent Cassels Leistung neben Natalie Portmans Performance beinahe ein wenig verblasst. Für sich genommen liefert er jedoch ebenfalls eine hervorragende Leistung ab. Sein lange nicht durchschaubarer, sehr interessanter Charakter trägt sicher einen Teil dazu bei.

ZUR BLU-RAY:
HD-Fans werden an dem Bild keine uneingeschränkte Freude haben. Nach vielen überragenden Bildern von kürzlich erschienenen Filmen, fällt "Black Swan" doch ein wenig ab. Zu wenig plastisch wirkt das Bild auf mich und ein Rauschen ist ebenfalls feststellbar.
Der Ton ist über jeden Zweifel erhaben - allerdings nur im englischen Originalton, da hier der DTS HD-MA-Format vorliegt. Auf Deutsch liegt der Film leider "nur" im klassischen DTS-Format vor. Für die beite Masse dürfte dies vollkommen ausreichend sein, jedoch erzielt der Sound mit der englischen Tonspur eine hörbare Qualitätssteigerung.

Es sind einige interessante Extras vorhanden, wobei ich jedoch schade finde, dass kein Audiokommentar des Regisseurs enthalten ist... aber das ist eindeutig Geschmackssache.

Sehr schön ist, dass der Film auch in der DVD-Fassung enthalten hat.

FAZIT:
Seit meinem Kinobesuch habe ich mich auf die Blu-Ray-Veröffentlichung gefreut. Wieder ein Film, der mir die Hoffnung zurückgegeben hat, dass aus Hollywood auch im neuen Jahrtausend noch sehr gute Filme kommen, die inhaltlich zu überzeugen wissen. Mehr noch: Darren Aronofskys "Black Swan" ist ein Meisterwerk! Klare Kaufempfehlung!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen eher ein halbes Hühnchen als ein stolzer Schwan, 23. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Vorschusslorbeeren sind immer eine schwere Bürde für einen Film, da sie eine gewisse Erwartungshaltung auslösen.
Was hat man über diesen Film nicht alles im Vorfeld lesen können, von einem Thriller der Extraklasse war da die Rede, von überragenden Schauspielleistungen, spektakulären Ballettszenen und und und...
Ich habe mir daher nach "Genuss" dieses Machwerkes die Frage gestellt, ob es mich mehr hätte überzeugen können, wenn ich es ohne Vorinformation gesehen hätte.
Die Antwort ist leider eindeutig ausgefallen: Nein.

Die Geschichte ist schnell erzählt:
Eine junge Balletttänzerin will in einer Schwanensee-Inszenierung die Doppelrolle des guten weißen und des bösen schwarzen Schwanes verkörpern.
Vom Typ her eher der unschuldige weiße Schwan, weckt die Identifikation mit dem schwarzen Schwan eine bereits zuvor latent in ihr schlummernde Schizophrenie.

Es mag sein, daß die Darstellung eines schizophrenen Charakters gewisse Anforderungen an Schauspieler stellt und die guten Kritiken für die Leistung von Natalie Portman in diesem Film daher eine zumindest gewisse Berechtigung haben, zumal die Konkurrenz in der Sparte weibliche Hauptdarstellerin im Oscarjahr 2010 nicht allzu überragend ist.

Das ändert aber nichts daran, daß "Black Swan" ein schwacher Film ist.
Geschichte: vorhersehbar
Ballettszenen: unspektakulär
Darsteller: durchweg gut, aber leider an diesen Film verschwendet

Dazu wird wirklich kein Klischee ausgelassen, die nicht nur psychisch labile, sondern natürlich auch essgestörte Ballerina, die ehrgeizzerfressene Mutter, die an ihrem mit Gewalt "klein" gehaltenen Töchterchen die eigenen unerfüllten Karriereträume von einst ausleben will, der tyrannische Trainer, die undurchsichtige sexy Konkurrentin, mittels der hier auch noch schnell ein paar möglicherweise publicityförderliche homoerotische Fantasien präsentiert werden, ein paar splatterartige Ekelsequenzen mit aufgerissenen Nagelbetten, aufgekratzter Haut und ähnlichem...

Selbst die wunderschöne Musik von Tschaikowski rettet da nicht viel, zumal der Soundtrack nicht mit interessanten Neuarrangements oder -interpretationen aufwarten kann

Winona Ryder überzeugt in einer kleinen, aber feinen Nebenrolle als Exballerina.
Auch Mila Kunis als schwarzer Schwan ist eine interessante Entdeckung.
Umso enttäuschender, daß sich der sonst oft so großartige Vincent Cassel für diesen Film hergegeben hat.
Die Darstellungen von Natalie Portman und Barbara Hershey, die ihre Mutter spielt, mögen nicht schlecht sein, erschienen mir persönlich aber allzu überzeichnet.

Alles in allem ein für mich leider enttäuschend oberflächliches, oft unfreiwillig komisches kleines Splatterfilmchen und auf gar keinen Fall der tiefgründige große Wurf, als den die Macher und die amerikanischen Kritiker uns dieses zu verkaufen versuchen.
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