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5.0 von 5 Sternen Mord im Spiegel (reine Filmrezension; andeutungsweise Spoiler)
Das Mädchen ward in einen Schwan verwandelt, und nur die Liebe konnte es erlösen. Letztlich scheiterte diese aber an der dunklen Seite des Mädchens/Schwans. Am Ende scheitert es - findet aber mutmaßlich gerade in diesem Scheitern die ersehnte Erlösung. Das klingt nach schwermütiger Romantik des 19. Jahrhunderts, nach einem saftigen Melodram,...
Vor 4 Monaten von Klein Tonio veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Künstlich, konstruiert, steril und farblos
Black Swan ist ein schlechter Film, der äußerst nervt mit schlecht aufgestellten Schauspielern, die sich an falscher Stelle verbrauchen und austoben. Typisches Modernwerk gemacht von jungen Machern als Künder einer statischen Einseitigkeit. Der Film hat keine Spannung, sondern billiges Pathos und kitschiges Klischee (zB. das langweilig zelebrierte...
Veröffentlicht am 28. April 2012 von Mladen Kosar


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mord im Spiegel (reine Filmrezension; andeutungsweise Spoiler), 25. August 2014
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Das Mädchen ward in einen Schwan verwandelt, und nur die Liebe konnte es erlösen. Letztlich scheiterte diese aber an der dunklen Seite des Mädchens/Schwans. Am Ende scheitert es - findet aber mutmaßlich gerade in diesem Scheitern die ersehnte Erlösung. Das klingt nach schwermütiger Romantik des 19. Jahrhunderts, nach einem saftigen Melodram, nach der Konzentration auf die beiden Themen, die Marcel Reich-Ranicki einmal als die universellen, ewigen Themen der Weltliteratur bezeichnet hatte: die Liebe und der Tod. Es geht aber auch um das Leben und um die nicht minder zeitlose Frage nach dem Selbst im Dickicht zwischen Schein und Sein. Darum ist es passend, wenn die Schwanensee-Geschichte zunächst nur Projektionsfläche für eine Ballett-Company ist, die dieses Stück in New York aufzuführen gedenkt. Natürlich IST eine der Tänzerinnen dieser Schwan, statt ihn nur zu spielen: die junge Nina (Natalie Portman). Sie ist eindeutig genauso unerlöst wie ihre Ballettfigur - und irgendwie auch noch nicht geboren bzw. nicht gereift: Zwischen ihrer überehrgeizigen Mutter (Barbara Hershey) und ihrem Ballettmeister Thomas (Vincent Cassel), fehlt ihr eine eigenständige Persönlichkeit. Muttern hält sie - allein die Kinderzimmerausstattung ist ein Graus in Plüschrosa - wie ein Kleinkind. Thomas nötigt sie bis zur sexuellen Impertinenz, aus sich herauszugehen. Nur sie selbst hat nicht mitzureden. Entsprechend scheint ihr Wesen: Sie möchte "perfekt" sein, schindet sich im Hochleistungsballett seit Jahren - aber in dem metaphorisch-surreal hochinteressant gestalteten Film können ihre Füße einmal blutig, einmal mit zusammengewachsenen Zehen erscheinen. Nina gibt das Äußerste und bleibt doch verschlossen, verklemmt. Den weißen Schwan wird sie perfekt tanzen können, aber auch den schwarzen?

Dabei begegnet sie immer wieder im bildlichen wie übertragenen Sinne ihrer dunklen Seite. Bis es zu einem vieldeutigen Finale kommt, bei dem das Leben und die Kunst sich nicht nur vermischen, sondern auch vereinigen. Nina musste erst ihre dunkle Seite töten, um wahrhaft enthemmt eine nach anfänglichem Straucheln großartige tänzerische Darbietung bei der Premiere zum Besten zu geben. Doch zu dem selben Preis wie das Schwanenmädchen, so ließe es sich deuten...

Ein Film, der viele Einflüsse vereint, sie zu einem geschlossenen Ganzen verarbeitet und nicht nur Kopfkino, sondern sehr sinnliches, bisweilen surreales und/oder verstörendes Gefühlskino ist. Da gibt es beispielsweise die Persönlichkeit Ninas, die nicht unbedingt im schizophrenen Sinne eine Spaltung ist, sondern Schwarz und Weiß, zwei Seiten zwar, aber zur selben Medaille gehörig. Nicht nur im Titel und in der Schwanensee-Handlung, auch in den nicht ballettbezogenen Szenen farblich mit auffälligen Schwarz-Weiß-Kontrasten untermauert. An vielen Orten scheint es kaum andere Farben mit Ausnahme der Gesichtsfarben der Figuren zu geben - sieht man einmal von der nicht minder schrägen rosa Kleinmädchenausstattung Ninas` Zimmers ab. Erinnerungen an die großen psychologischen Films Noirs werden wach; "Der schwarze Spiegel", "Desert Fury" und (obwohl eher nur am Rande ein Noir) "A Stolen Life"; Filme mit zwei Menschen, die doch nur zwei Seiten ein und derselben Persönlichkeit sind (in "Der schwarze Spiegel" und "A Stolen Life" als Zwillingsschwestern von Olivia de Havilland bzw. Bette Davis gespielt). Ansonsten schleicht sich nur noch das Rot des Blutes in das Ensemble aus Schwarz und Weiß. Ob Nina ihre geschundenen Zehen und Hände sieht, sich an Letzteren auch noch selbst verletzt um einen "unperfekten" hängenden Hautfetzen zu entfernen, oder ob sie es mit unerklärlichen Verletzungen zu tun hat: Blut ist Leben, aber auch Schmerz; sie "öffnet" sich und muss bluten, aber kann dadurch und damit auch (auf)leben, zumindest für einen Moment (insoweit sei mir noch eine Assoziation zu einem weiteren Zwillingsschwesterfilm neueren Datums gegönnt, dem genial-abgründigen "Sisters" von Brian de Palma, in dem die gewaltsame Trennung zweier siamesischer Zwillinge ebenfalls halb Rettung, halb Tod ist und man nie weiß, was die Oberhand gewinnt).

Nina weiß das alles noch nicht. Sie sieht den Teil ihrer Persönlichkeit, vor dem sie sich fürchtet, noch als andere Person, die ihr erst eine lockende und auflockernde Freundin ist, die sie dann aber als bedrohlich empfindet. Die eigenen Begrenzungen zu überwinden, als Verlockung und Gefahr - für Regisseur Aronofsky nicht ganz untypisch, dass er dies ein Mal mit einem Drogentrip assoziiert.

Nina ist zuvor eine Dame ohne Unterleib in jeglichem Sinne: Natalie Portman hat hammerhart für die Tanzszenen trainiert und man sieht ihr dies am intensiven Ausdruck ihres gesamten Oberkörpers an, aber ihre Beine sehen wir bei den Ballettszenen fast nie. Meines Erachtens nicht den Notwendigkeiten des Doubelns geschuldet, denn man sieht ab und an, dass der direkte Übergang oder zumindest der nicht sichtbare Schnitte auf die Beine sehr wohl möglich war. Nein, der Aronofsky, der immer ein sehr visueller Regisseur ist, wird schon gewusst haben, was er da macht. Nina ist nur eine halbfertige Persönlichkeit, ist nur der weiße Schwan, das unmündige Kind, und unter der Gürtellinie spielt sich nicht viel bei ihr ab. Thomas fragt sie das recht direkt. Jungfrau ist sie zwar nicht mehr, aber ein Freund ist nicht in Sicht und was sie beim Sex empfindet, kann sie kaum sagen. Als sie die "Hausaufgabe" bekommt, selbst Hand anzulegen, ist sie davon überraschend schnell überraschend heftig erregt. Hier ist der Film aber kein Pseudo-Softporno: Unter der scheinbar Frigiden schlummert halt der unterdrückte schwarze Schwan. Aronofskys Kino ist immer auch eines der Körperlichkeit: In einer Fantasiesequenz wollen die schwarzen Schwanenfedern tatsächlich aus Ninas Körper heraus durch die Haut dringen. Die dunkle Seite des Schwans will an die Oberfläche.

Man sieht, dass es um viel mehr geht als nur um eine interessant gefilmte Künstlerinnengeschichte, die konstruiert ist um Klischees wie die Schinderei, die Übermutter, die fiese Konkurrentinnenzicke und den allzu einnehmenden wie fordernden Chef. Kunst ist hier wohl nur ein Sinnbild für etwas, das einerseits offiziell nichts als Show ist, bei der man aber gleichwohl sein Innerstes nach außen krempelt. Ausgerechnet Aronofskys Vorgängerfilm hat insoweit einiges mit "Black Swan" gemeinsam: "The Wrestler". Man kann innehalten und sich fragen, was denn vom klassischen Ballett weiter weg sein sollte als Showkämpfe. Doch auch dort ist es so, dass man alles im gegenseitigen Einverständnis zelebriert, dass alles ein Fake ist, aber dass es tiefer geht (bei Aronofsky: unter die Haut...) und man sich mehr schindet, als das Publikum ahnt. Mickey Rourke hat es als abgehalfterter Wrestler gezeigt! Damals ein Has-Been, der noch einmal zu sich finden muss, jetzt eine junge Frau vor dem großen Durchbruch, die erstmals erwachsen werden muss. Beide steuern von verschiedenen Seiten auf einen Kern zu, ihren eigenen. Beide stehen zunächst neben sich; auch kameratechnisch, wenn die unruhige Handkamera sie umkreist, sie von vorne, vor allem aber vom unvorteilhaften Hinten zeigt. Beide gehen nicht auf etwas zu, sondern scheinen Verlorene, die dem Glück / der Erkenntnis hinterherrennen müssen. Beide finden dies in ihrer Performance, in der ihnen etwas Bedeutendes gelingt, das auch für das Vordringen zu ihrem Persönlichkeitskern steht. In beiden Fällen ist dies die letzte Einstellung des Filmes und müssen sie den gleichen Preis zahlen.

Während der Wrestler immerhin noch weiß, wer er einmal war, macht Nina eine Neuentdeckung, entpuppt sich, wird sozusagen zum schönen und nicht nur weißen Schwan, obwohl sie zuvor alles andere als ein hässliches Entlein war. Weil sie noch nicht verstehen kann, was da mit ihr passiert, können auch wir nie ganz sicher sein, ob alle Personen, die in "Black Swan" mitspielen, real sind. Kleiner Tipp, auch darin dem Film Noir wie z.B. dem erwähnten "Der schwarze Spiegel" verwandt: Spiegel sind wichtig, sind Metaphern der Persönlichkeitsspiegelung. Man sieht hinein und sieht die andere. So wird es schließlich zu einem Mord im Spiegel kommen. Oder des Spiegelbildes?

Neben allem Genannten wäre zu erwähnen, dass Aronofsky die gesamte wuchtige Sinnlichkeit der klassischen Musik, vor allem natürlich derjenigen von Tschaikowskys "Schwanensee", voll auskostet. Und dass er sehr charismatische Darsteller hat, wobei er Natalie Portman gleichzeitig noch sehr stilisiert in Szene setzt. Sie ist zwar, wie sich das für eine Primaballerina gehört, sehr dünn. Aber sie hat sinnliche volle, deutlich in Szene gesetzte Lippen und hohe Wangenknochen, die angesichts der Beleuchtung und der Schminke in manchen Szenen einen wunderbaren Neo-Noir-Kontrasteffekt ergeben. Perfekt, aber auch voller Leben. Kunstkino, aber nicht künstlich oder gar weltentrückt, sondern mit allen Sinnen zu genießen. Eine uneingeschränkte Empfehlung!
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425 von 502 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 4 Sterne als durchschnittliche Kundenbewertung sind das Ergebnis, wenn...., 3. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
...ein grandioser Film, massenwirksam im mainstream vermarktet wird. Da prallen naturgemäß Welten aufeinander. Die einen erwarten einen Ballett-Film und sind enttäuscht weil das Ballett-Milieu bloß die Kulisse für eine tiefgreifende Handlung ist. Die Saw-Generation erwartete einen Psycho-Thriller und langweilte sich schon nach 10 Minuten. Der solide Thriller-Seher erwartet eine rationale Auflösung und geht angesichts der surrealen Szenen angefressen aus dem Kino, tja und ich bin völlig ohne Erwartungen (schon fast ein bisschen gezwungenermaßen) ins Kino gegangen und war baff mit welcher Genialität und Einfühlsamkeit Aranofsky den psychischen Kollaps dieses Mädchen porträtiert. Ich war von der Handlung, den Bildern, der grandiosen Schauspielerei Portmans (die den Oscar mehr als verdient hat) gefesselt und berührt und als sich gegen Ende schließlich der schwarze Schwan in ihr zeigte, hatte ich das Gefühl das Böse höchstpersönlich hätte seinen Schleier über das Kino gelegt. Das Ende war dann ein grandioses (wenngleich natürlich vorhersehbares), emotionales Feuerwerk, bei dem auch ich als Mann, der noch bei keinem Film geweint hat, die Tränen unterdrücken musste, während meine Freundin daneben die ersten Minuten gar nicht fähig war, aufzustehen, weil der Film sie so sehr mitgenommen hatte.
Aranofskys "Requiem For A Dream" zählte schon bisher zu meinen ganz persönlichen Top 20-Filmen der besten Filme aller Zeiten, wird aber von Black Swan eindeutig übertrumpft. Anschauen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Künstlich, konstruiert, steril und farblos, 28. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Black Swan ist ein schlechter Film, der äußerst nervt mit schlecht aufgestellten Schauspielern, die sich an falscher Stelle verbrauchen und austoben. Typisches Modernwerk gemacht von jungen Machern als Künder einer statischen Einseitigkeit. Der Film hat keine Spannung, sondern billiges Pathos und kitschiges Klischee (zB. das langweilig zelebrierte Verhältnis zwischen Mutter und Tochter, oder die lächerliche französisierte, penetrante Verführmasche des Tanzlehrers, in deutscher Synchro doppelt ungustiös).

Mladen Kosar
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69 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Des Wahnsinns wilde Schönheit, 15. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Ich bin aus anderen Gründen als vielleicht die meisten anderen auf diesen Film gestoßen - nicht weil ich Ballett liebe oder mir einen spannenden Thriller erhofft habe, sondern weil ich mich brennend für Psychologie interessiere. Und ich war von dem Film restlos begeistert. Portman verleiht der psychisch kranken Nina so unglaublich viel Tiefe und Menschlichkeit, und es wurde wundervoll sensibel dargestellt, was passieren kann, wenn ein empfindsamer Mensch mit seelischer Gewalt dazu getrieben wird, seine eigenen Grenzen zu durchbrechen.
Ninas Wunsch, in einer grandiosen Vorstellung zu glänzen, kostet sie eins ihrer kostbarsten Güter -den eigenen Verstand. Denn, schüchtern und künstlerisch vergeistigt wie sie ist, ist sie nicht dazu geschaffen, die Massen auf der Bühne sexuell zu verzaubern. Doch genau das ist es, was sie ersehnt, und am Ende gelingt es ihr. Sie sprengt die Fesseln ihrer Persönlichkeit und setzt eine erotische Ausstrahlung frei, die sämtliche Zuschauer, die im Film und uns, in ihren Bann zieht.
Doch das Glück darüber währt nur eine kurze Sekunde, denn auf ihrem Weg zum Ziel hat sie alles vernichtet, was noch von dem übrig war, was sie ausmachte. Zu schnell und brutal verlief ihre Metamorphose von der zarten Pflanze zur Bühnengöttin, um vor der Realität bestehen zu können. "Black Swan" ist ein hinreißendes, lehrreiches Düstermärchen über die Zerstörung einer Psyche, die makabererweise in ihren letzten Zügen atemberaubender ist alles, was sie zuvor dargestellt hat.
Lohnt sich dieser Preis? Nein. Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Daher ist der Film im besten Sinne abschreckend, und dennoch behält man danach sehr viel Verständnis für die Betroffenen zurück. Wie vielen mag ähnliches geschehen sein, in weniger drastischer Form (letztlich ist Übertreibung im Film ein stilistisches Mittel), ohne dass jemand es gemerkt hat. Denn an Ninas Schicksal sieht man, wie blind und gleichgültig die Menschen gegenüber dem Leiden derer sind, die sie nach oben pushen oder als Beute an sich reißen wollen ...

Black Swan ist ein unvergleichliches Meisterwerk, inhaltlich, darstellerisch und optisch, dazu von einer dunklen, kalt glühenden Sinnlichkeit, wie ich sie nie zuvor in einem Film gesehen habe. Nicht nur Portman hat den Oskar verdient, sondern der Film selbst hätte es ebenfalls.
Mehr möchte ich dazu nicht sagen, das wäre bei mittlerweile über 80 Beiträgen schlicht überflüssig.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Seelendrama einer Ballerina, 24. Februar 2013
Von 
Dodo (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Als ich noch zur Schule ging, war ich total ballettbegeistert und habe auch zig Bücher über große Stars wie Nijinsky, Nurejew, die Pawlowa und Fonteyn immer wieder gelesen und bestaunt (ich liebte auch die Bilder darin). Meine Freundin und ich waren die einzigen im Jahrgang, die regelmäßig in alle Ballettaufführungen an unserer Staatsoper gingen. Auch Schwanensee haben wir dort mal vom Bolshoi-Theater in einer Gastaufführung gesehen.
Weder wir, noch andere, die Ballett machten, wären aber jemals auf die Idee gekommen, das ernsthaft zu verfolgen. Wir wussten alle, was das bedeutet. Und das eben sieht man in diesem Film recht gut, vielleicht sogar etwas zu heftig.

Die Hauptfigur Nina wird von Anfang an als labil gezeigt: sie wirkt sehr unsicher und empfindsam, hat als einzige der Mädchen Mitleid mit der gefeuerten alten Primaballerina, sitzt in den Pausen immer allein in einer versteckten Ecke und grübelt, während die anderen schwatzend und lachend in kleinen Grüppchen ihren Stress abbauen. Die extrovertierte Lily, die neu in der Gruppe ist, möchte sich mit ihr anfreunden, doch Nina missversteht in ihrem krankhaften Minderwertigkeitsgefühl die Bemühungen um Freundschaft als Rivalität und Intrige.
Denn in Nina brodelt ein nicht weniger krankhafter Ehrgeiz, sie möchte schlicht "perfekt" sein, darunter erträgt sie es kaum. Deshalb nagt es an ihr, dass ihr Choreograph Leroy der Meinung ist, ihr fehle die innere Leidenschaft für den schwarzen Schwan. Leroy kann nicht ahnen, was er damit in Nina anrichtet: eine Besessenheit bis zur Selbstverletzung.

"Black Swan" ist trotz einiger Tanzszenen nicht einfach ein "Ballettfilm", er ist mehr das Psychogramm einer manischen Persönlichkeit, die unaufhaltsam tiefer und tiefer in eine Parallelwelt des Wahns versinkt, ohne dass ihre Umgebung wirklich wahrnimmt, was mit ihr geschieht. Zwar erkennt zumindest die sonst herrschsüchtige und überfürsorgliche Mutter am Ende, dass es ihrer Tochter "nicht gut geht", doch an diesem Punkt ist es schon viel zu spät.

Lässt man sich darauf ein, dass man Ninas Halluzinationen ohne Verfremdungseffekte sieht, also manchmal vielleicht zunächst nicht wissen kann, ob eine Szene echt oder nur eingebildet ist, zieht einen der Film sehr bedrückend in die Scheinrealität einer psychisch Labilen und schließlich sogar Kranken. Dabei gibt es auch sicher die eine oder andere Szene, die man als sehr heftig empfinden kann, wenn man den Schmerz regelrecht mitspürt.

Ein Film, den man vielleicht nicht immer wieder sehen möchte, aber ruhig einmal ansehen sollte, unabhängig von Interesse an Tanz und speziell Ballett.

Abschließend möchte ich einfach noch sagen, dass ich rein zufällig ein paar Tage vorher auf youtube sah, wie Anna Pawlowa eben diese Szene des schwarzen Schwans in schwereloser Eleganz tanzt, und dass es mich sehr berührte, wie gut Natalie Portman, eben als Nicht-Profi, diese Verkrampftheit und verzweifelte Perfektionssucht Ninas auch beim Tanzen spielt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach genial, 26. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Als ich den Film das erste Mal bei Freunden gesehn hab,
blieb mir der Mund offen.

Der Film ist aufregend, ästhetisch, intelligent, gefühlvoll und toll gespielt.
Die Regieeinfälle und die Musik sorgten bei mir für Gänsehaut
und das Finale für feuchte Augerln und einen Kloß im Hals ;)

Trotz aller Unkenkritiken kann ich garantieren:
Wer nur ein bisschen ein Gefühl für Kunst hat, wird von dem Film
begeistert sein!
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3.0 von 5 Sternen stark inszenierter Film, BR-Bild auf DVD-Niveau, 12. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan [Blu-ray] (Blu-ray)
Der Film Black Swan selbst ist ein sehr toller Film - wenn man so etwas mag.

Die Baletttänzerin Nina ist talentiert und ehrgeizig, hat aber sehr wenig Selbstvertrauen, was vermutlich u.a. an ihrer ziemlich kaputten Mutter liegt. Gerade das mangelnde Selbstvertrauen steht ihr im Weg, um ihre Traumrolle der "Schwanenkönigin" zu ergattern. Balletchef sieht ihr Potenzial und geht das Risiko ein, dieses Potenzial aus ihr herauszukitzeln. Sie bekommt die Rolle. Für Nina existiert jetzt nur noch die Rolle. Auf der einen Seite beginnt sie ihr Selbstvertrauen zu finden. Auf der anderen Seite ist der Preis dafür hoch, denn plötzlich beginnen ihre Ängste und die Wirklichkeit sich miteinander zu vermengen...

Die Geschichte und selbst die Charaktere sind an und für sich nicht sonderlich komplex, sogar geradezu stereotypisch. Aber das ist nicht schlimm, denn in dem Film geht es eigentlich nur um Nina und ihre emotionalen Entwicklung. Das ist Black Swan vorzüglich gelungen und fünf Sterne wert. Allerdings ist das sicher nicht jedermanns Sache und man sollte sich bewusst sein, dass der Film deutlich mehr Anspruch als Unterhaltung ist.

Sehr enttäusch war ich auf technischer Seite von dem Bild. Von einem Kinofilm auf BluRay erwarte ich auch BluRay-Qualität. Das Bild ist aber oft sehr krisselig und hat nur wenig mehr als DVD-Qualität. Das ist umso bedauerlicher, da die oft eingesetzten hell-dunkel-Kontraste in gestochen scharfem Bild sicher noch eindrucksvoller zur Geltung kämen. Sollte das Krisselbild tatsächlich gewollt sein (kann ja durchaus künsterlisch gemeint sein), dann hat der Effekt bei mir nicht gewirkt.

FAZIT: Black Swan ist kein Unterhaltungsfilm, sondern konzentriert sich vor allem auf die emotionale Entwicklung des Hauptcharakters. Das muss man mögen, dann ist der Film aber ein anspruchsvoller Genuss (fünf Sterne). Allerdings kommt das Bild auf BluRay kaum über DVD-Niveau hinaus, wofür ich zwei Sterne abziehe.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider nicht so schön wie die allgemeine Kritik, 7. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Trotz guter Kritiken im Allgemeinen hat der Film mir nicht gefallen. Auch die Darsteller nicht. Es ist auch zu verstehen, warum die gewollte Schauspielerin Meryl Streep für die Rolle der Mutter von Nina nicht zur Verfügung stand. Es geht eigentlich nur um Nina Sayers (Natalie Portman), die zum Schwarzen Schwan wird. Dann sind noch die Rolle des Tanzdirektor Thomas Leroy (Vincent Cassel) und die Rolle der vermeindlichen Konkurentin Lily (Mila Kunis) von Bedeutung. Selbst Winona Ryder, die ich sehr gerne als Schauspielerin sehe, gefällt mir hier nicht. Natalie Portman hat für diese Rolle einen Oscar bekommen. Schön für sie. Fleißig war sie ja auch, aber sonst.
Vielleicht müsste ich in diesem Film eigentlich mehr sehen. Dennoch fehlt es dort für mich überall. Die Erotikszenen sind eher animalisch und nicht erotisch (vielleicht gewollt). Es wirkt so, als wäre Natalie Portman als Schauspielerin bereit alles zu geben, aber am Schluss ist nichts da. Dies gilt auch für die kurze Szene zwischen Mila Kunis und Vincent Cassel.
Inhaltlich ist die Geschichte eigentlich kurz gehalten. Nina will die Doppelrolle weisser Schwan und schwarzer Schwan. Irgendwie (den weissen Schwan beherrscht sie sehr gut) bekommt sie die Rolle auch. Nun mutiert sie zum schwarzen Schwan. Im Film wird dies bildlich dargestellt oder vielleicht auch nicht. Ich würde es aber so definieren. Alle normalen Handlungen spielen dann im Film keine Rolle mehr. Nur noch Training und Halluzinationen. Ja und auch noch Drogen (klitschehaft) in der Disco. Dann nochmal Training am Vorabend der Vorstellung. Ich bin zwar kein Fachmann, aber es sah aus, als trainierte sie noch an den Grundeinstellungen. Am Tag der Aufführung kommt sie aus irgendwelchen Gründen (unter anderem wegen ihrer Mutter) ziemlich spät zur Vorführung an, zieht sich schnell um und legt los. Die anderen sind ja schon die ganze Zeit fast auf der Bühne. Bei dem Tanzen stürzt sie dann sogar. Die Realität des Films wird jetzt wohl wirklich in Frage gestellt. Schließlich bekommt sie dann alles in den Griff und tanzt bis zu dem (ihrem) Ende. Und das unter den Augen ihrer Mutter, die jetzt auch bei dieser Aufführung im Puplikum sitzt. Hätte man diese Story vor allem in der realen Phase besser ausgearbeitet, wäre es für mich ein guter Film. So wie er sich jetzt zeigt aber nicht.

Meine Schulnote: 4
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen wow, 2. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Black Swan (DVD)
Ballett liebe ich, aber diese Geschichte war etwas zuviel für mich. Daher habe ich sie weiterverkauft und hoffe damit einem anderen Menschen etwas Kurzweil verschafft zu haben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Die eigentliche Arbeit wird deine Metamorphose in den bösen Zwilling...", 13. Juni 2011
Von 
Sarah H. "Sarah H." (Landkreis Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Black Swan" ist ein von Darran Aronofsky gedrehter Film aus dem Jahre 2010. In dem Psychothriller übernimmt Natalie Portman die Hauptrolle der 'Nina Sayers' und wurde dafür unter anderem mit dem Academy Award als "Best Actress" ausgezeichnet.

Die junge Nina würde alles dafür geben den Part der Schwanenkönigin im Ballettstück Schwanensee zu tanzen, doch dem anfangs schüchternem Mädchen will nur der weiße Schwan gelingen. Immer tiefer stürzt sie sich in die Arbeit am "schwarzen Schwan" und verliert dabei jeden Bezug zur Realität. Als dann auch noch die Tänzerin Lily ihr Konkurrenz macht gerät Nina außer Kontrolle...

Ich persönlich zähle "Black Swan" ganz klar zu DEN besten Filmen des Jahres 2010. Selten fühlte ich mich psychisch so involviert und mitgenommen und es brauchte ganze 2 Tage bis der Film aus meinem Kopf halbwegs verschwunden war. Die Story ist an und für sich eigentlich keine Weltneuheit man hat alles irgendwo schon mal gesehen, aber Aronofsky gelang es daraus einen wahren Psychotrip zu machen. Schauspielerisch war es für mich auch ganz klar ein berechtigter Oscargewinn für Natalie Portman, obwohl ich an dieser Stelle zugeben muss, dass ich ohnehin ein großer Fan ihrer Schauspielkunst bin, aber sie mich in "Black Swan" nochmal richtig vom Hocker gehaut hat. Gehört seit meinem Kinobesuch zu meinen TOP 10 Lieblingsfilmen.

Die BluRay an sich ist gut umgesetzt. Problematisch ist nur die Bewertung des Bildes da man hier schon Filmkorn vorfindet was aber als ein Stilmittel des Regisseurs anzusehen ist um die richtige Stimmung zu erzeugen. Daher ziehe ich auch für die technische Umsetzung keinen Stern ab sondern will es nur anmerken. Der Ton ist gut bis sehr gut. Musik und Dialoge hat man schön abgewogen so, dass man hier wirklich nichts zu meckern hat.

Zur Black Edition: der Holoschuber kommt absolut Aufdruck- und FSK-Frei daher und sieht zudem noch ziemlich hübsch aus. Extras findet man auf der beiliegenden Extra-Disc genug und wenn man mal nicht ins TV schauen will findet man auch noch den Filmsoundtrack zu Black Swan. Anmerken möchte ich hier nur, dass die Box keine BD-Größe hat sondern im DVD-Format daher kommt.

FAZIT: Wer auf eine Reise durch die Psyche einer Ballerina steh ist hier definitiv gut beraten, wer aber Special Effects erwartet sollte doch lieber wo anders reinschauen.

________________________________________________
Gesamtergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

Story: *****
Bild: ****
Ton: ****
Extras: ***
-----------------
Gesamt: ****
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