Kundenrezensionen


32 Rezensionen
5 Sterne:
 (13)
4 Sterne:
 (7)
3 Sterne:
 (6)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (2)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Senn Clan
Eine gelungene Literaturverfilmung. Ein Gesellschaftsporträt aus der Welt des Geldadels. Hier geht es um Verdrängen und Vergessen, um eine geraubt Jugend und um den berühmten Teppich, unter den alles Unangenehme gekehrt wird oder wenigstens solange unter Verschluss gehalten wird, wie irgend möglich. Dabei geht man innerhalb des Senn-Clans nicht...
Veröffentlicht am 19. Mai 2011 von zopmar

versus
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schmale Leinwandadaption
Irgendetwas stimmt nicht mit Konrad (Gérard Depardieu): Er fackelt ein Landhaus ab, er legt seine Geldbörse in den Kühlschrank, er setzt sich im Lehnstuhl aufs Dach eines Krankenhauses und schaukelt wie ein Lebensmüder darin herum: Konrad leidet an Alzheimer. Sein Jugendfreund Thomas möchte den in die Jahre gekommenen Bediensteten am liebsten in...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2011 von film-o-meter


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Senn Clan, 19. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Eine gelungene Literaturverfilmung. Ein Gesellschaftsporträt aus der Welt des Geldadels. Hier geht es um Verdrängen und Vergessen, um eine geraubt Jugend und um den berühmten Teppich, unter den alles Unangenehme gekehrt wird oder wenigstens solange unter Verschluss gehalten wird, wie irgend möglich. Dabei geht man innerhalb des Senn-Clans nicht zimperlich miteinander um. Aber das ist nur der Hintergrund. Im Vordergrund steht Konrad, der großartige Gèrard Depardieu, der trotz seiner Körperfülle einer sensiblen Figur Format verleiht. Und er hat Alzheimer! Selten wurde dieses Thema so humorvoll und mit so unendlich viel Herz dargestellt. Es gibt Momente, da werden die Augen feucht. Ihm zur Seite, die nicht minder hervorragende Simone, Alexandra Maria Lara. So eindeutig klar vorgeben wie Depardieus Weg ins Vergessen ist, so ambivalent sind ihre Möglichkeiten, ihre Erkenntnisse in konsequentes Handeln umzusetzen. Depardieu entwickelt sich mit seinen Langzeiterinnerungen rückwärts in seine Kindheit, Simone hingegen gestaltet ihre Zukunft. Und hier kommt genialerweise noch eine dritte Komponente hinzu, an der Konrad und Simone beteiligt sind: die Aufdeckung eines tödlichen Familiengeheimnisses, das viele Jahrzehnte zurückliegt. So kommt auch noch Spannung auf, die mitunter von wunderschönen, lyrischen Bildern retardiert wird. Einfach ein Muss!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schmale Leinwandadaption, 19. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Irgendetwas stimmt nicht mit Konrad (Gérard Depardieu): Er fackelt ein Landhaus ab, er legt seine Geldbörse in den Kühlschrank, er setzt sich im Lehnstuhl aufs Dach eines Krankenhauses und schaukelt wie ein Lebensmüder darin herum: Konrad leidet an Alzheimer. Sein Jugendfreund Thomas möchte den in die Jahre gekommenen Bediensteten am liebsten in ein Heim stecken, doch Thomas' Stiefmutter hängt auf rätselhafte Weise an dem zunehmend von Aussetzern heimgesuchten Ex-Dienstboten. Er verbleibt in der Obhut der begüterten Familie und freundet sich mit Simone (Alexandra Maria Lara) an, Thomas' frisch gebackener, allerdings von ihrem Gatten sogleich betrogener Schwiegertochter. Sie entdeckt, dass eine mysteriöse Venedig-Reise der Kinder Thomas und Konrad in Begleitung der Stiefmutter, von der weder diese noch Thomas etwas wissen wollen, tatsächlich stattfand und der Schlüssel zu einem dunklen Familiengeheimnis ist.

Ein Thema und Protagonisten, bei denen man sofort Altmeister Claude Chabrol auf dem Regiestuhl vermuten würde, wäre er noch unter uns. Aber Bruno Chichi bewegt sich mit ebenso sicherem Gespür im großbürgerlichen Milieu wie die verstorbene Regie-Legende, indem er sich wie Chabrol auf atmosphärenreiche Interieurs und die Seelenabgründe konzentriert, die diese mit diskretem Charme verbergen. Außerdem konzentriert er sich auf seinen überragenden Hauptdarsteller Gérard Depardieu, der viel mehr zeigen kann als im letzten Chabrol-Film, dem enttäuschenden Kommissar Bellamy. Leider drängt jedoch dieser Fokus die von Martin Suter raffiniert ersonnene Familientragödie sträflich an den Rand. Zu beiläufig werden die Charaktere anlässlich von Simones Hochzeit mit dem verwöhnten jüngsten Spross der Familie eingeführt; zu blitzlichtartig und ohne wirkliches Interesse an der Vergangenheit, die alle Hauptakteure zu dem gemacht hat, was sie heute sind, wird enthüllt, was Thomas und Konrad verbindet; zu vieles bleibt schemenhaft. Und das mindert die Fallhöhe des Finales beträchtlich.
Alexandra Maria Lara stakst seltsam steif durch die Geschichte und wirkt, als habe sie bis zum letzten Drehtag mit der richtigen Interpretation ihrer Rolle gerungen. Auf die Rolle von Thomas' Ex-Frau (Nathalie Baye) hätte der Film im Grunde gleich ganz verzichten können.

Fazit: "Small World" eignet sich für alle, denen Süßes Gift und Der Hals der Giraffe gefiel. Das bewegend gespielte Familiendrama punktet vor allem durch die Wahl seines Hauptdarstellers, bei dem jede Nuance stimmt, und verbucht als besonderes Verdienst, das Phänomen Alzheimer in eindringlicher Form fürs große Publikum anschaulich gemacht zu haben.
Das Zusatzmaterial ist geradezu ausufernd (Dreharbeiten, Featurette, Hintergrund zur Adaption des Romans; auch Autor Martin Suter kommt zu Wort).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dunkle Geheimnisse, 5. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
(Kinoversion)

Gérard Depardieu ist scheinbar wie eine Flasche gut gelagerten Weins... er wird mit den Jahren immer besser. Es ist faszinierend mitanzusehen, wie Dépardieu wirklich jede ihm zugeschriebene Rolle so perfekt ausfüllt, als wäre er der Charakter, den er im Film gerade zum Besten gibt. Der Mann ist mit einem so großen Talent gesegnet, dass es einem die (Freuden)tränen in die Augen treibt. Meine Bewunderung für Depardieu ist nicht neu und mir ist auch bewusst, dass ich mich wiederhole, aber ich kann einfach nicht anders, als sinnbildlich vor diesem Schauspieler auf die Knie zu gehen ob seines begnadeten Könnens. Auch in "Small World" beweist Depardieu erneut, dass es nichts gibt, was er nicht darstellen könnte und haut einen erneut um mit seiner physischen Präsenz und seiner grandiosen Schauspielkunst.

Konrad (Gérard Depardieu) ist in den 50ern und wohnt allein in einem Ferienhaus der reichen Familie Senn, die ihn mit der Instandhaltung beauftragt hat. Konrad ist ein bisschen schusselig und vergesslich, kommt aber ansonsten noch ganz gut alleine klar. Bis er eines Abends versehentlich das Haus abfackelt und bei Familie Senn auf der Matte steht. Früher einmal waren er und Thomas Senn (Niels Arestrup, "Ein Prophet") die besten Freunde und wohnten sogar zusammen auf dem riesigen Anwesen der Senns. Heute jedoch scheint Konrad ein eher ungebetener Gast zu sein, was nicht nur Thomas, sondern auch seine Stiefmutter Elvira (Françoise Fabian, "Belle de Jour") deutlich zum Ausdruck bringen. Neben Thomas' Ex-Frau Elisabeth (Nathalie Baye, "Die Blume des Bösen") scheint einzig Simone (Alexandra Maria Lara, "Der Untergang"), Thomas' Schwiegertochter, Konrad offen und freundlich entgegenzutreten. Sie beginnt, sich ein wenig um den vergesslichen, aber liebenswerten Kerl zu kümmern, besonders, als bei ihm Alzheimer festgestellt wird. Konrad wird in das Gästehaus der Familie Senn einquartiert, erstaunlicherweise auf Elviras Geheiß. Woher kommt die plötzliche Barmherzigkeit der matriarchalischen alten Dame und warum sind die Senns so beunruhigt über Konrads wiederkehrende Erinnerungen an die Zeit, in der er noch bei den Senns lebte? Welches Geheimnis soll hier nicht ans Tageslicht gezerrt werden und warum sollte gerade Konrad es lüften können?

Regisseur Bruno Chiche hat sich in seinem dritten Spielfilm einen Roman von Martin Suter vorgenommen und diesen wirklich grandios in bewegte Bilder umgesetzt. Hier stimmt einfach alles, angefangen beim fantastischen Cast über die wunderbar französischen Settings, wunderschöne Musik, die den Film perfekt untermalt bis hin zur dichten Geschichte, die einen über ihre ganze Dauer von 93 Minuten gefangen nimmt. Kameramann Thomas Hardmeier fängt die Stimmung des Films perfekt ein und weiß immer genau, wann er mit der Kamera auf Distanz gehen oder ganz nah an den Darstellern dran bleiben muss. So gelingen ihm einzigartige Bilder des französischen Anwesens der Familie Senn und großartige Einblicke in das Seelenleben der Protagonisten, wenn er ganz nah an ihre Gesichter heranfährt, in denen sich Trauer, Verbitterung, Enttäuschung, Verwirrung, Ärger, Wut und Hilflosigkeit widerspiegeln.

Neben einem Charaktermimen wie Depardieu zu bestehen, gelingt wohl nur den Wenigsten, hier schaffen es nur Françoise Fabian als Familienvorstand Elvira und Nathalie Baye als alte Liebe Konrads. Die mittlerweile 77jährige Françoise Fabian ist eine wunderschöne Frau mit großer Ausstrahlung, die die herrische Familienälteste mit Würde und Unnachgiebigkeit spielt. Auch Nathalie Baye, 62, ist eine beeindruckende Frau, deren Elisabeth viel Sanftmut und Bedauern ausstrahlt. Im Gegensatz dazu lässt sich über Alexandra Maria Lara nur das sagen, was man immer über sie sagen kann: sie spielt durchschnittlich gut, bleibt einem aber nie über den Abspann hinaus in Erinnerung. Ich habe selten eine so konturlose, langweilige und schematische Darstellerin erlebt, und dass, obwohl sie nachweislich schauspielern kann.

Doch spätestens, wenn man Depardieus differenziertem Spiel zusieht, hat man Lara sowieso gänzlich vergessen. Depardieus Darstellung eines an Alzheimer Erkrankten ist facettenreich, bewegend und schlicht ergreifend. Wenn er sich wie ein kleines Kind über ein paar Schneeflocken freut, gänzlich orientierungslos auf der Straße steht, die Verzweiflung in den Augen oder seine große Liebe Elisabeth sehnsuchtsvoll "meine Schöne" nennt, nur, um sie im nächsten Moment nicht mehr zu erkennen, zeugt das von ganz großer Schauspielkunst. Depardieu hat offensichtlich nie die Fähigkeit verloren, sämtliche Emotionen voll auszuleben, seien es nun fröhliche oder tieftraurige. Kleinste Stimmungsveränderungen spiegeln sich in seiner Mimik so treffend wider, dass er mühelos zwischen allen denkbaren emotionalen Stimmungen wechseln kann, ohne dabei nur einen Hauch an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ich glaube, es gibt nur drei Schauspieler, denen ich das zubillige, was man im Musikalischen wohl das absolute Gehör nennt. Neben Sean Penn und Robert deNiro ist Depardieu einer der Menschen, denen ich darstellerisch alles zutraue und die mich noch nie enttäuscht haben, zumindest nicht mit ihren schauspielerischen Qualitäten.

Neben dem angestrebten Drama gelingt es Regisseur Chiche aber auch, in seinen Film krimitechnische Elemente einfließen zu lassen. Die Frage um das Geheimnis der Familie Senn kann man sich als halbwegs intelligenter Zuschauer zwar schon einige Zeit vor Ende des Films beantworten, nichtsdestotrotz ist die Geschichte spannend und wird nur langsam durch Konrads aufkeimende Erinnerungen mit Nahrung gefüttert. Konrads durch Alzheimer immer kleiner werdende Welt (ich vermute einfach mal, dass der Titel des Films dies andeuten will) birgt ein über Jahrzehnte wohl gehütetes Geheimnis, welches auch nach all den Jahren nichts an zerstörerischer Kraft verloren hat. Als die Büchse der Pandora dann endlich geöffnet ist, bleibt kaum ein Stein auf dem anderen und dennoch gelingt Chiche ein Ende, das den Zuschauer mehr als zufrieden aus dem Kino kommen lässt. Ein paar kleine Längen und die an manchen Stellen etwas verwirrend erzählte Geschichte fallen dabei zum Glück nur marginal ins Gewicht.

"Small World" ist ein wunderbar französischer Film (und das ist diesmal durchaus als Kompliment zu verstehen) mit bewegender Geschichte und einem großartigen Cast. Spannend, berührend und einfühlsam und wie immer mit einem fantastischen Gérard Depardieu, der die hohe Erwartungshaltung des Zuschauers mühelos auf seinen breiten Schultern trägt. Somit mehr als gerne vier von fünf dunklen Geheimnissen, die nun endlich gelüftet werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Film, schlechte Verfilmung, 27. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Immer wieder stell ich mir die Frage, wie ich Literaturverfilmungen beurteilen soll: Soll ich sie als eigenständigen Film sehen? Soll ich Grad und Qualität der Umsetzung beurteilen? Dieses Problem stellt sich auch bei "Small World".
Das Buch von Martin Suter bekommt von mir sofort 5 Sterne. "Small World" ist neben "Ein perfekter Freund" und "Der Koch" meines Erachtens sein bester Roman. Behandelt werden hier Themen wie Alter, Krankheit, Familie, Habgier und auch Freundschaft und Liebe. Klingt vielleicht nach einem kitschigen Rosamunde Pilcher, ist es aber bei weitem nicht. Das Buch ist vielmehr eine kleine Studie des menschlichen Miteinanders, getrübt durch die Krankheit Alzheimer und durchzogen von kriminalistischen Elementen. Die wissenschaftlichen Fakten hierzu wurden von Suter sehr genau recherchiert.
Nun aber zum Film. Er bewahrt die Melancholie des Romans durch eine gekonnte Kameraführung und ruhige Schnitte und hält sich in die Grundzüge der Geschichte. Verändert wurden nur Kleinigkeiten, jedoche waren es einige Kleinigkeiten und das fällt auf.
Zum einen wurde die Geschichte von der Schweiz nach Frankreich verlegt, was halb so schlimm ist, aber am Anfang für etwas Verwirrung sorgt, so heißt z.B. Elviras Sohn Urs jetzt Philippe und die Betonung bei den Namen liegt nich mehr auf der deutschen ersten Silbe sondern auf der französischen zweiten (Konraad, Thomaas). Konrads (beinahe) Verlobte heißt nicht mehr Rosemarie sondern Elisabeth und ist keine Fremde sondern irgendwie eine entfernte Cousine so und sovielten Grades aus Amerika in die Konrad bereits seit seiner Jugend verschossen war. Das war die gravierendste Änderung neben dem völligen Fehlen der Ärzte und Wissenschaftler aus dem Buch. Damit fehlte dem Film auch der psychiatrische Tiefgang in die Krankheit Alzheimer.
Ein weiteres Manko: Konrad, der eigentliche Hauptcharakter, geht irgendwie unter. Ja, auch im Buch steht er nicht klar im Vordergrund. Von der Anzahl der Sätze her stehen wahrscheinlich Simone und Elvira Senn an erser Stelle, trotzdem weiß der Leser, dass es um Konrad Lang, seine Krankheit und seine Erinnerungen geht. Der Film behandelt dagegen viel mehr die Beziehung zwischen Elvira - Simone, Elvira - Thomas, Simone - Philippe (Urs) und mutiert dadurch leider viel zu sehr zu einem kitschigen Familiendrama in dem Konrad etwas deplatziert wirkt. Er ist nur so ein alter Knacker um den sich Simone von Zeit zu Zeit kümmert und der irgendwie ein kompliziertes Verhältniss zu den Senns hat.
Aber es gibt auch positive Punkte. Rein technisch ist der Film top. Schnitt, Kamera und Musik ergeben ein wunderschön melancholisches Bild. Die Besetzung ist mit wenigen Ausnahmen gelungen. Gerard Depardieu spielt hervorragend (wie nicht anders von ihm gewohnt) die Rolle des Konrads. Auch Elvira und Philippe (Urs) sind gut besetzt. Thomas hätt ich mir vom Aussehen her irgendwie anders vorgestellt; Niels Arestrup legt aber eine sehr gute Performance als verhätschelter Sohn reicher Eltern, der sich zwischen dem Matriarchat seiner Mutter und seinem Gewissen gegenüber seinem alten Spielkameraden Konrad entscheiden muss, hin. Einziger Schwachpunkt des Casts: Alexandra Maria Lara als Simone. Ich hatte Lara bereits in "Der Untergang" und "Der Baader-Meinhof-Komplex" gesehen und konnte mich nie recht für sie erwärmen. Ähnlich wie Christian Bale oder Kate Winslet wird sie von Kritikern gelobt, ich aber finde, dass sie wie meine beiden anderen Beispiele nur einen einzigen Gesichtsausdruck drauf hat und kaum schauspielerische Fähigkeiten besitzt. Irgendwie starrt sie ständig leidend und betrübt in die Gegend, was in dieser Rolle ja auch passt, aber gerade in "Der Untergang" hätte ich etwas mehr Variabilität erwartet.
Unter Strich ein recht guter Film. Taugt als Verfilmung des Romans aber nicht allzuviel. Da hätte man deutlich mehr rausholen können, so glänzt aber einzig und allein Gerard Depardieu in der Hauptrolle. Für Fans des Schausspielers ein zu empfehlender Film, für Suter Fans nur dann, wenn grad nichts besseres zur Hand ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wunderbarer Film, 30. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Ein Film über ein tragisch-kriminelles Familiengeheimnis, der auf ganz behutsame und respektvolle Art das Thema Alzheimer darstellt. Der füllige Gérard Depardieu spielt den an Alzheimer erkrankten Conrad mit einer Leichtigkeit, Fröhlichkeit und Empathie, dass es einem warm ums Herz wird.
Wir brauchen mehr solcher Filme.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Small world, 12. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Schade - ich habe mich sehr auf den Film gefreut.
Aber wer das Buch gelesen hat, das für mich zu einem der faszinierendsten, bewegendsten und schönsten Bücher gehört, das ich in den letzten Jahren gelesen habe, der wird enttäuscht sein.
Fraglos - Depardieu ist ein großartiger Schauspieler, leider für die Rolle des Konrad Lang völlig ungeeignet (Der ist nämlich ein feiner älterer Herr, der sehr viel Wert auf sein Äußeres und seine Umgangsformen legt...).
Aber nicht nur das - der Film geht mit der Geschichte des Buches sehr sehr frei um, was dazu führt, dass die wesentlichen Inhalte nur mehr sehr schwer wieder erkennbar sind.
So macht der Film der Eindruck, eine Aneinanderreihung von einzelnen Sequenzen zu sein.
Jeglicher Tiefgang, der die schleichend wachsende Demens spüren lässt, ist dem Film abhanden gekommen. Die Zwischentöne, die Suters Buch so stark machen, fehlen dem Film völlig.
Personen und deren Charaktere wurden verändert - leider nicht zum Guten.
Wirklich schade - eine völlig missglückte Verfilmung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührende Momente, 30. August 2011
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Umgeben von bezaubernden Darstellerinnen läuft Gérard Depardieu in der Literaturverfilmung "Small World" zu ganz großer Form auf. Auch wenn der Autor der Buchvorlage, Martin Suter, sich seinen Konrad optisch etwas anders vorgestellt haben mag, spricht er in einem Interview von der berührenden Darstellung des berühmten französischen Schauspielers. Es ist schon etwas ungewöhnlich, einen Alzheimerpatienten in den Mittelpunkt einer Geschichte zu stellen, die obendrein als Kriminalfall bezeichnet werden kann. Bruno Chiche hat diese ungewöhnliche Idee des Romans aufgegriffen und die Struktur der Vorlage für seinen intelligenten und warmherzig gespielten Film erhalten.

Der Film beginnt mit einer Hochzeit. Alexandra Maria Lara (Doktor Schiwago) steht im warmen, goldfarbenen Licht des Tanzsaales in einem wunderschönen Hochzeitskleid. Doch die Frischvermählte, die sich nun Simone Senn nennen darf, wirkt an ihrem großen Tag etwas fehl am Platze. Während sie ihren Ehemann (Yannick Renier) beobachtet, der mit der gefürchteten Großmutter Elvira Senn (Francoise Fabian) tanzt, wirft das Tanzpaar seinerseits einen Blick auf die Eltern des Bräutigams, Thomas (Niels Arestrup) und Elisabeth Senn (Nathalie Baye), die vor kurzem die Scheidung beantragt haben. In das Idyll der Hochzeitsszene platzt der ungelenke Konrad (Gérard Depardieu), ein langjähriger Freund der Familie, der unlängst das Feriendomizil der Familie Senn auf Korfu abgefackelt hat. Nun ist er entschlossen in den Schoß der Familie zurück zu kehren, aber sein ehemals bester Freund Thomas reagiert eher gereizt auf das Erscheinen Konrads. Simone entwickelt ein großes Interesse an der Person des ungeliebten Freundes der Familie, der wie eine lästige Fliege abgeschoben wird. Sie stellt fest, dass Konrad große Probleme zu haben scheint und tatsächlich leidet der charmante Mann schon seit einiger Zeit an der Alzheimerkrankheit. Als sich sein Zustand verschlimmert, beschließt Elvira, die Grande Dame der Familie Senn, Konrad, den sie wie ein eigenes Kind aufgezogen hat, im Gästehaus aufzunehmen und dort privat betreuen zu lassen. Simone misstraut dieser Geste der Großmütigkeit. Die alte Dame scheint sehr beunruhigt zu sein, dass Konrads Kindheitserinnerungen immer stärker in den Vordergrund seines Gedächtnisses drängen. Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter und könnte Konrads Reise in seine eigene Vergangenheit eine Gefahr für ihn selbst darstellen?

Man hat Lust, ihn in den Arm zu nehmen - obwohl er so groß ist. Diese Aussage von Martin Suter beschreibt sehr gut das Gefühl, welches Gérard Depardieus Darstellung des liebenswerten Konrads auslöst. An seiner Seite ist es vor allem Alexandra Maria Lara, die ebenfalls die Herzen berührt. Ihre Simone zeigt eine unglaubliche Anteilnahme an dem Schicksal des Mannes, welchen sie als Seelenverwandten begreift. Beide Darsteller beeindrucken durch das intensive Spiel, welches durch die Leistung der passend gewählten Nebendarsteller perfekt unterstützt wird. Da verzeiht man gerne, dass mit der Romanvorlage etwas freier umgegangen wurde.

Die DVD Ausgabe präsentiert sich sehr großzügig mit wunderschönen Extras und einem übersichtlichen Menü, welches mit stimmungsvoller Musik untermalt wurde. Das Making of wird in verschiedene Kapitel, die man einzeln wählen kann, aufgeteilt. Außerdem gibt es einen informativen Ausschnitt der Weltpremiere am 01.12.2010 in Berlin. Die Interviews mit Martin Suter und Alexandra Maria Lara haben genau die richtige Länge und verraten viel über die Gefühle der Beteiligten zum Film. Natürlich ist die Frage, wie den Autor die Umsetzung des eigenen Romans berührt hat. Außerdem ist es interessant zu erfahren, wie die deutsche Schauspielerin die Herausforderung gemeistert hat, in französischer Sprache zu drehen. Die Filmtrailer auf Französisch und Deutsch dürfen ebenfalls bei den Extras nicht fehlen. Abgerundet werden die Extras durch eine schön gestaltete Bildergalerie mit den schönsten Momenten des Films.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen geht unter die haut..., 8. April 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
ein berührender film mit einem hervorragenden gérard depardieu. ich hatte das buch gelesen und zögerte erst, mir den film anzuschauen...zu oft bin ich enttäuscht worden. doch dieser film ging unter die haut. wunderbar verfilmt! mehr als empfehlenswert durch die unter die haut gehende thematik.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen Small World, 10. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Das Buch wurde mir für das bessere Verständnis für Demenzkranke sehr empfohlen. Habe es rückzukreuzen gelesen, es liest sich fast von alleine, und war restlos begeistert. Daher habe ich mir die DVD bestellt, muss aber zugeben, dass der Film, nicht schlecht gemacht! an das Buch nicht heranreicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Familiendrama, 9. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Small World (DVD)
Ein herausragender Gérard Depardieu. Zu keiner Zeit spielt er den Alzheimer Patienten, den man bemitleiden müsste. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber der Film hat mich begeistert. Ein Film, der fesselt und unter die Haut geht. Man fiebert mit Konrad und Thomas. Was sich hinter den Charakteren verbirgt, welche Vergangenheit sie teilen. Ob die Erinnerungen von Konrad nur "Hirngespinste" sind und welches Geheimnis sie verbindet.
Eine tolle Literaturverfilmung, die man gesehen haben muss.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
ARRAY(0xa49e5b7c)

Dieses Produkt

Small World
Small World von Martin Suter (DVD - 2011)
EUR 5,97
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen