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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ebenso trauriges wie starkes Buch
"Ein Akt der Gewalt" ist ein trauriges Buch. Das liegt auch daran, dass Ryan David Jahn sein Porträt eines Mordes an einer realen Geschichte orientiert. Als 1964 auf Kitty Genovese mit einem Messer wieder und wieder eingestochen wurde, schauten die Nachbarn weg - und die Welt anschließend in den Schlagzeilen zu.

In Ryan David Jahns Thriller...
Veröffentlicht am 7. März 2011 von Peter Kensok

versus
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es geschah in einer Nacht
Es scheint eine Welle harter, noir-artiger Thriller aus den USA zu kommen, wenn man die Neuauflagen von Pete Dexters Büchern oder "Das Handwerk des Teufels" von Donald Ray Pollock u.a. einbezieht. Das mag den Zeitläuften geschuldet sein: Wenn ein Land wie die USA derart in Zerreißproben kommt, wie es der Fall ist seit 9/11, zieht das irgendwann kulturelle...
Veröffentlicht am 30. August 2012 von Gavin Armour


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ebenso trauriges wie starkes Buch, 7. März 2011
Von 
Peter Kensok "Globalscout" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
"Ein Akt der Gewalt" ist ein trauriges Buch. Das liegt auch daran, dass Ryan David Jahn sein Porträt eines Mordes an einer realen Geschichte orientiert. Als 1964 auf Kitty Genovese mit einem Messer wieder und wieder eingestochen wurde, schauten die Nachbarn weg - und die Welt anschließend in den Schlagzeilen zu.

In Ryan David Jahns Thriller heißt das Opfer Katrina Marino. Die zierliche Frau wird nach der Rückkehr von ihrer Arbeit in den frühen Morgenstunden vor ihrer Haustür überfallen. Der Täter, William, wird bei seiner Tat jedoch unterbrochen. Trotzdem und obwohl sie die Schreie hören, bleiben die Nachbarn untätig. Katrina bleibt ihrem Kampf ums Überleben allein überlassen. Sie schleppt sich zur Haustür, doch Ewigkeiten später kommt ihr Mörder zurück, sticht wieder auf sie ein und vergewaltigt sie schließlich, bevor er zurück in seine kaputte Ehe flüchtet. Irgendwann kommt der Krankenwagen, gerufen von einem farbigen Nachbarn, der gerade selbst Opfer rassistischer polizeilicher Gewalt wurde. Für Katrina kommt diese Hilfe zu spät; sie stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus.

"Ein Akt der Gewalt" ist ein starkes Buch, und selbst wenn Ryan David Jahn die Geschichte schriftstellerisch weiterentwickelt hat, schaut er im Gegensatz zu seinen Protagonisten genau hin. Das Düstere an diesem Sittengemälde Amerikas in den frühen Sechzigern ist, dass es für das Wegschauen auch in der Gegenwart und auch im heutigen Deutschland genügend Beispiele gibt. Ryan David Jahns erster Roman wurde mit dem renommierten Debut Dagger Award ausgezeichnet. Nach "Ein Akt der Gewalt" bin ich gespannt auf mehr.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es geschah in einer Nacht, 30. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein Akt der Gewalt: Thriller (Taschenbuch)
Es scheint eine Welle harter, noir-artiger Thriller aus den USA zu kommen, wenn man die Neuauflagen von Pete Dexters Büchern oder "Das Handwerk des Teufels" von Donald Ray Pollock u.a. einbezieht. Das mag den Zeitläuften geschuldet sein: Wenn ein Land wie die USA derart in Zerreißproben kommt, wie es der Fall ist seit 9/11, zieht das irgendwann kulturelle Spuren nach sich. Interessanter Weise greifen einige Autoren dabei jedoch zeitlich auf eine Ära zurück, die gemeinhin für Auf- und Umbrüche steht, konservativ gesehen auch für den Verlust von Unschuld. Das war im "Handwerk des Teufels" so, das gleich die Zeit von 1945 bis ca. 1967 umfasst, es ist so in diesem Roman, der Anfang der 60er Jahre spielt.

Im Original heißt dieses Buch "Acts of Violence" - wählt also den Plural im Titel und das kommt der Sache dann doch näher. Eine junge Frau fährt nachts gegen halb Vier nach hause von ihrem Job in einer Bar. Unterwegs fährt ein Nachbar an ihr vorbei, sie grüßen sich. Sie steigt aus und wird fast unmittelbar von einem ihr Unbekannten angegriffne und schwer verletzt. Dies alles geschieht im Innenhof des Wohnblocks, in dem sie lebt. Lichter gehen an, Fenster werden geöffnet, eine Reihe von Menschen schaut zu. Keiner hilft oder ruft auch nur die Polizei. Jeder beruhigt sich damit, irgendwer würde ja schon etwas tun. Und so nimmt die Geschichte dieser Nacht - angeblich verbürgt und wirklich geschehen - ihren Lauf.

Was das Buch besonders macht, ist die Technik, die Ryan David Jahn anwendet: Einer Kamera gleich, die sich nicht entscheiden kann, bei wem sie verharren soll, schwenkt der Blick des Buches, des Autors, letztlich des Lesers hin und her und bleibt mal hier, mal dort haften. So greift Jahn eine Gruppe von sich fremden Menschen auf und zeigt in einem Vor und Zurück, wie sie den Abend bis in den Moment hinein, da das Verbrechen geschieht, verbracht haben, wie sie mit dem, was im Hof geschieht umgehen und wie sie (fast alle) schuldig werden, schuldig durch Unterlassen (und die "Akte der Gewalt", die sie selbst im Laufe des Abends begangen haben: versuchter Selbstmord, Ehebruch, Korruption und Diebstahl, Mord usw.). Hinzu kommt ein Panoptikum von Menschen, die an diesem Abend irgendwie im Entferntesten mit dem Geschehen verbunden sind: Ein Polizist, ein Sanitäter, ein trinkender, alter Lehrer, der die junge Frau ganz zu Beginn des Buches überholt, dann abbiegt und in einen fürchterlichen Verkehrsunfall verwickelt wird. Und anhand all dieser Figuren werden wir Zeugen all dessen, was die amerikanische Gesellschaft anfangs der 60er Jahre umtrieb: Rassismus, Korruption, eine Staatsmacht, die sich für unangreifbar hielt, erwachende sexuelle Freiheit und Freizügigkeit, Angst um den Job, Angst vor einer Zukunft, die nicht mehr nur und nur Zuwachs versprach und so weiter.

Im Grunde könnte man dieses Buch dafür nur loben. Vielleicht hat es mit dem Alter des Lesers zu tun. Vielleicht mit der Masse dessen, was man schon gelesen hat. Jedenfalls kommt einem während der Lektüre in einigen Zusammenhängen der Gedanke, daß man das irgendwie alles schon kennt. Gerade der korrupte Polizist, der, um die eigene Verstricktheit zu kaschieren, mal eben einen Schwarzen über die Klinge springen lassen will und dessen Vorgesetzter, der, um sich den Ärger mit Presse etc. zu ersparen, das Opfer drängt, ein paar Kröten anzunehmen und ansonsten eine Verzichtserklärung zu unterschreiben - sowohl diese Figuren als auch diese Konstellation und auch die Situation selbst: das nächtliche Revier, zuvor ein angehaltener Wagen, in dem Beweismaterial versteckt werden, kennt man aus diversen Filmen, Romanen und Artikeln.

Was Jahn schafft, ist, einen lakonischen Ton anzuschlagen und zu halten. Teils ist das, was geschildert wird ungeheuerlich, kommt aber dennoch wie nebenbei erzählt beim Leser an. Das schafft schon eine Atmosphäre der Bedrohlichkeit, der Unsicherheit. Wie soll man sich in und vor so einer Gesellschaft schützen?

Und doch: Wie gesagt, es mag am Alter liegen, vor 20 Jahren hätte mich dieser Roman (ein Thriller ist es übrigens nicht wirklich, da sei gewarnt!) restlos gepackt. Heute interessiert er mich, er sorgt für ein gewisses Maß an Spannung, er unterhält gelinde (bei dem Thema!), aber fesseln tut er nicht. Was sicher auch damit zu tun hat, daß dies ein spezifisch amerikanisches Problem in einer spezifischen für die USA wesentlichen Zeit ist (nicht das Wegschauen! Aber der Rassismus und Sexismus in dieser speziellen Variante), das abgehandelt wird. Und hinzu kommt, wie schon gesagt, das Gefühl, all dies irgendwie irgendwo schon mal gelesen/gesehen zu haben.

Drei gute Punkte für ein Buch, daß droht, etwas im Strom der (teils wirklich guten!) Noir-Literatur unterzugehen.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter vielen ist man sicher??, 26. März 2011
Wenn ich dieses Buch in ein Genre einordnen sollte, würde mir das vermutlich sehr schwer fallen. Der Klappentext suggeriert, dass es sich um einen Thriller handelt. Aber eigentlich ist dieses Buch viel mehr.
Es geht vor allem um eine junge Frau - von allen Kat genannt - die nachts um vier Uhr von ihrem Job in einer Bar nach Hause kommt und im Hof des Gebäudekomplexes, in dem sie wohnt, niedergestochen wird.
Jedoch ist dies nur der rote Faden, der alle anderen Handlungen miteinander verstrickt. Denn es geht vor allem darum, dass viele der Bewohner des Komplexes die Tat mit ansehen, aber niemand tut etwas. "Jemand wird schon die Polizei gerufen haben. Wir wollen ja die Leitung nicht überlasten."
Jeder schiebt die Verantwortung auf den nächsten und wie fatal dieser Satz ist, wird klar, nachdem zwei Stunden später immer noch keine Polizei da ist.
Was vor allem von Jahn beschrieben wird, sind die Schicksale der anderen Bewohner des Komplexes. Da ist Patrick, der seine totkranke Mutter pflegt. Zwei Pärchen, die es mal mit Partnertausch probieren wollen. Thomas, der in der selben Nacht Selbstmord begehen will und viele andere. Jeder von ihnen hat ein anderes Kreuz zu tragen und vergisst über diese Probleme schnell die Tatsache, dass im Hof grade ein Mord passiert.
Und ich habe von oben zugesehen und war fassungslos über so wenig Zivilcourage. Noch fassungsloser war ich, als ich mir klar geworden war, dass dies keine fiktive Geschichte ist, sondern in der Form tatsächlich passiert ist. Allerdings kann ich mir auch jetzt, nach Lektüre des Buchs, einfach nicht vorstellen, dass so etwas tatsächlich passieren kann.
"Ich wollte doch nur ein Bad nehmen."
Am besten beschrieben im ganzen Buch fand ich die Passagen, in denen Kat zu Wort kommt. Der Autor versteht es perfekt, ihren Mut hervorzuheben, mit dem sie auf eigene Faust versucht, sich zu retten, nachdem der Täter sie im Hof zurückgelassen hat. Immer noch schauen Leute aus ihren Fenstern zu, aber keiner hilft. Kat ist übel zugerichtet und kriecht auf ihre Wohnung zu. Immer wieder redet sie sich ein, dass es doch 'babyleicht' ist, sie muss einfach nur die drei Meter bis zur Wohnungstür zurücklegen.
Das alles ist von Jahn so eindringlich beschrieben, dass man einfach nur da sitzen und den Kopf schütteln kann. Es zieht sich einem der Magen zusammen, wenn man sich überlegt, dass so viele Menschen da sind, die arme Kat aber alleine klarkommen muss.
Denn während dies alles passiert, geht das Leben der anderen Bewohner weiter. Man selbst vergisst darüber nie, was im Hof passiert; die Bewohner scheinbar schon. Ihre eigenen Probleme sind scheinbar wichtiger als das Leben, das gerade langsam im Hof endet. Denn als die Nachbarn zwei Stunden nach der Tat mal wieder zum Fenster gehen und das Blutbad im Hof sehen, überkommt sie das schlechte Gewissen und der Schock, dass wohl scheinbar doch niemand die Polizei gerufen hat. Doch dann ist es zu spät.

Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch! Selten habe ich eine Geschichte gelesen, in die ich mich so gut hineinversetzen konnte.
Dies ist eine Geschichte, bei der man sich im Sessel windet und einfach laut schreien möchte, damit endlich jemand Kat hilft.
Eine Geschichte, die einem die Luft abschnürt, weil man die Menschen einfach nicht versteht.
Eine Geschichte, die auch eine Mahnung darstellt an alle, so etwas nicht geschehen zu lassen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seht nicht weg! Greift ein! Warum unternimmt denn keiner etwas?, 10. Mai 2011
Von 
goldmarie (lestumzuleben.blogspot.com/) - Alle meine Rezensionen ansehen
Um vier Uhr morgens, als Cat Marino gerade von der Arbeit in einer Bar nach Hause kommt, wird die junge Frau Opfer eines brutalen Überfalls. Ein Mann sticht mehrere Male auf sie ein und lässt sie blutend im Innenhof ihres Appartementkomplexes zurück. Catrina weint und schreit, ruft um Hilfe.
Ihre Nachbarn, viele von ihnen stehen an hell erleuchteten Fenstern und sehen zu, hören ihre Schreie - doch keiner unternimmt etwas. Sie alle sehen, dass vor ihrer Haustür etwas Schrecklickes passiert, doch sie haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Denken, dass bestimmt schon jemand die Polizei gerufen hat. Dass jemand anderes sich darum kümmern soll. Wollen nicht hineingezogen werden.
Patrick, der von seinem Vater im Stich gelassen wurde und für seine kranke Mutter sorgen muss. Diane, die von ihrem Mann betrogen wird. Thomas, der Angst hat, sich seinen Gefühlen zu stellen. Oder Peter und Anne, deren Ehe beinahe an einem lustvollen Abenteuer zerbricht.

Ein Akt der Gewalt hat mich betroffen, wütend und traurig gemacht. Mitzuerleben, wie die Menschen ignorieren, was vor ihren Augen passiert, welche Gewalt einer jungen Frau angetan wurde, die verhindert hätte werden können, hätte jemand eingegriffen.
Die Geschichte basiert auf auf einer wahren Begebenheit und spielt in den 60er Jahren. Themen wie Rassenkonflike, Homosexualität und Sterbehilfe werden aufgegriffen.
Abwechselnd erzählt Jahn aus der Perspektive unterschiedlicher Menschen, wie sie die Nacht des Angriffs auf Cat erleben. Sie alle haben Probleme, manche belanglose, manche tiefergehende, doch sie alle können nicht rechtfertigen, weggesehen zu haben, darauf vertraut zu haben, dass ein Anderer sich des Mädchens annehmen wird, die Polizei rufen wird, eingreifen wird.
Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Charaktere und ihre Geschichten sind vielfältig und interessant. Bei der Beschreibung von Gewaltakten nimmt Jahn kein Blatt vor den Mund, er erzählt die Dinge wie sie passieren, scheut sich nicht, sie detailreich zu beschreiben und löst so beim Leser noch mehr Betroffenheit aus.
Zu sagen, mir hat das Buch gefallen, wäre ein falscher Ausdruck für diese Geschichte, denn etwas so Furchtbares kann man nicht mit dem Wort "gefallen" beschreiben. Doch ich finde, dass es ein sehr wichtiges Buch ist, denn die Thematik der fehlenden Zivilcourage ist heute genauso aktuell wie vor 40 oder 50 Jahren!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bewegender Thriller mit eindeutiger Botschaft, 20. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein Akt der Gewalt (Audio CD)
"Ein Akt der Gewalt" ist ein Hörbuch, dessen Handlung auf einen wahren Fall beruht. Im Jahr 1964 wurde die in New York lebende Kitty Genovese etwa 30 Meter von ihrer Wohnungstür entfernt von einem Mann vergewaltigt, ausgeraubt und niedergestochen, bevor sie auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb. Eine grausame Tat, die von mehreren Personen, allerdings nur teilweise, beobachtet wurde, ohne dass ihr jemand half.

Der Autor Ryan David Jahn hat den schockierenden Fall der erst achtundzwanzigjährigen Amerikanerin erneut aufgegriffen und in seinem Thriller verarbeitet. Während er sich an viele Originaldetails hält, wagt er den Versuch, den Menschen, die nicht gewillt waren, einer Frau in Not zu helfen, ein Gesicht zu geben. Dabei stattet er jeden seiner Protagonisten mit persönlichen Problemen aus und lässt sie, nur mit sich selbst beschäftigt, eine Ignoranz verkörpern, die für die heutige Zeit typisch ist. Ohne sich ihrer Schuld bewusst zu sein, stehen sie am Fenster, erkennen die Notlage der Frau und sind sich in ihrem Glauben sicher, dass ein anderer hilft. Ein plastisches Abbild einer Gesellschaft, in der Gleichgültigkeit und Egoismus an der Tagesordnung sind.

Gelesen wird der bewegende Thriller von David Nathan, der es wunderbar versteht, den in ihm handelnden Personen eine passende Stimme zu verleihen. Dabei stellt er die Panik des Opfers genauso greifbar dar wie die Verwunderung des Täters, als dieser am nächsten Morgen unbehelligt zur Arbeit fahren kann. Ein Hörbuch, das ans Herz geht und bei dem sich der Hörer nichts sehnsüchtiger wünscht, als in das Geschehen eingreifen zu können.

Fazit:
"Ein Akt der Gewalt" ist ein schockierendes wie bewegendes Debüt, das, gelungen umgesetzt, eine eindeutige Botschaft vermittelt. Ein Hörbuch, das jedem nur empfohlen werden kann!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stell Dir vor, Du wirst ermordet, und keiner greift ein, 6. März 2011
Von 
Bouquineur (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Stell Dir vor Du wirst ermordet und keiner greift ein. Um diese zentrale Kernaussage dreht sich Ryan David Jahns Buch, dem ein realer Fall aus dem Jahre 1964 zugrunde liegt und anhand dessen erstmalig das psychologische Phänomen des "Bystander-Effektes", des Zuschauen aber nicht Helfen-Effektes näher definiert wurde. Eine junge Frau wird vor den Augen ihrer Nachbarn ermordet. Viele Menschen bekommen zumindest teilweise mit, was sich unten im Hof des Wohnkomplexes abspielt, aber niemand greift ein. Niemand schaut nach, was passiert. Niemand ruft die Polizei, jeder schiebt die Verantwortung auf den nächsten, der ganz bestimmt die Polizei ruft, denn es wäre ja schlimm, wenn mehr als eine Person den Überfall meldet und man so vielleicht noch an einer Überlastung der Telefonleitungen schuld wäre.
Die Gründe für das Wegsehen sind vielfältig: persönliche Sorgen, die genau in diesem Moment die Gedanken von den Geschehnissen im Hof ablenken; Egoismus, weil man ja im Anschluss eventuell als Zeuge aussagen muss und man nicht "in die Sache" verwickelt werden möchte und man den Zeitaufwand scheut; Desinteresse an den Dingen, die außerhalb der eigenen vier Wände passieren.

Der Leser wird hier zum Voyeur, nicht nur des Mordes, sondern auch der intimsten Ereignisse und Seelennöte der wegsehenden Nachbarn, deren Mikrokosmos sich im Moment des Mordes nur um sich selbst dreht. Wie einen Spielball gibt der Autor die Erzählperspektive, die in der Gegenwartsform gehalten ist, von einem Nachbar an den nächsten weiter und so erlebt man nicht nur den Überfall auf Kat, ihre Todesangst und Verzweiflung aus deren eigener Perspektive mit, sondern erfährt nach und nach, was die Menschen in diesem Wohnkomplex in der Zeit zwischen vier Uhr morgens und der Dämmerung fühlen, wahrnehmen und schlimmer noch, sehen und ignorieren. Jahn verzichtet hier zwar auf Ich-Erzähler, es wirkt aber aufgrund des sehr persönlichen Schreib- und Erzählstils trotzdem extrem beklemmend.

Ryan David Jahn schreibt zutiefst verstörend. Fassungslos sitzt man hier beim Lesen und denkt: es muss doch endlich jemand reagieren. Es kann doch nicht sein, dass alle ihre Augen verschließen und sich nur mit sich selbst beschäftigen, aber es ist so. Quälende Stunden vergehen, in denen man als Leser das Sterben miterlebt. Die einzige Person, die vielleicht genug Courage besessen hätte um zu helfen, wird an anderer Stelle aufgehalten und kommt letztendlich zu spät.

Ich würde mir wünschen, dass Ryan David Jahns Buch nicht nur viele Leser findet sondern auch zur Schullektüre wird als abschreckendes Beispiel für das was passiert wenn man wegsieht, wenn man die Verantwortung und die Pflicht zum Handeln mit dem Gedanken verdrängt "der andere wirds schon richten". Niemand muss sich einer Gefahr für das eigene Leben aussetzen. Aber manchmal genügt schon ein einziger Anruf, um ein anderes Leben zu retten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Buch - der Wahnsinn!!! Ganz klar lesen., 21. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Akt der Gewalt: Thriller (Taschenbuch)
Nicht nur die Überfallene selber spielt hier die Rolle oder gibt das Thema der Geschichte vor (steht ja auch genau beschrieben auf der Rückseite). Sondern das darum herum - die Personen mit ihren verschiedenen Leben". Alle verbunden durch ihre Tatenlosigkeit. Jeder sieht das Schreckliche, jeder bleibt hinter seiner Wohnungstür und ist sich sicher, dass da schon irgendwer handeln werde. Aber warum und wie diese Beobachter, Abhängig von ihren bisherigen Erfahrungen, in der späten Nacht nur Ihrer Welt beachten und nicht helfen, dies ist hier ausgezeichnet und sehr eindrucksvoll gezeigt.
Nicht unrealistisch, keine Utopie, nicht fantasiert; jederzeit bei uns/mir möglich?
Eine sehr beachtlicher Schreibstil - hier kann man kein Wort oder gar Absatz mal schnell überfliegen.
Leider ein Erstlingswerk - da muss ich wohl nur auf weiteres warten, bzw. mich freuen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man blickt der Realität ins Gesicht ..., 19. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein Akt der Gewalt: Thriller (Taschenbuch)
Zur Story- Das Buch beginnt mit Kat, einer jungen Frau, die sich um 4 Uhr morgens nach ihrer Schicht in einer Bar auf den Heimweg macht. Sie fühlt sich schon seit dem sie die Bar verschlossen hat beobachtet und versucht sich einzureden dass sie sich alles einbildet. Doch als sie vor ihrer Wohnung aus dem Auto steigt wird das Gefühl nur noch schlimmer. Dann sieht sie ihn- ein Mann steht an einem Baum gelehnt und raucht eine Zigarette. Als er sie registriert bewegt er sich auf sie zu- und Kat sieht voller Entsetzen auf das rostige Messer in seiner Hand...

Die oben beschriebene Geschichte habe ich bewusst an den Klappentext des Buches angepasst, obwohl ich finde dass dieser sehr irreführend ist. Prinzipiell dreht sich das Buch nicht nur um Kat, sie ist sozusagen nur die Schnittstelle, an der alle Geschichten im Buch zusammen führen. Eigentlich dreht es sich um eine ganze Wohnsiedlung voll mit Singles und Pärchen, Rassismus und Vorurteilen. Es wird geschildert wie grausam die Welt wirklich sein kann und wie wenig Zivilcourage die Menschheit besitzt.

Anfangs war ich mir nicht sicher was ich von diesem Buch halten soll, denn die Geschichten darin kamen mir zu übertrieben vor. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen das bei derartigen Geschehnissen die beschrieben bzw erzählt werden niemand zur Hilfe eilt, keiner der Menschen - die alles beobachten - kommt auf die Idee zu helfen oder die Polizei zu rufen, nach dem Motto "Wird schon ein anderer machen". Doch dann unterhielt ich mich mit Freunden, und nach einigen Gesprächen musste ich traurig feststellen dass die Menschheit wirklich kaum noch Zivilcourage, Anstand oder Respekt beherrscht. Das Buch öffnet einem die Augen wie grausam es zugeht bzw zugehen kann, und ich begann zu grübeln ob ich wirklich so viel Anstand hätte das ich helfen würde, oder ob ich mir das nur jetzt einrede, da ich noch nie in solch einer Situation war. Oder ob mir, wenn ich in einer der Situationen stecken würde, womöglich auch niemand helfen würde.

Das diese Geschichte von Kat auf einer wahren Begebenheit basiert erfuhr ich erst nach dem Lesen des Buches- was mich einerseits schwer schockiert hat, weil es so schwer vorstellbar ist dass so etwas geschehen kann / ist und mich andererseits noch mehr ins Grübeln brachte ...

Das Buch ist sehr schwere Kost und ich persönlich brauchte ein paar Tage um es zu verdauen, aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen sollte man es lesen ...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow!!!, 22. Januar 2011
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Als erstes muss ich bemerken, dass ich den Titel des Buches nicht passend finde. Es wirkt zu nett und zu sachlich um diesem Inhalt gerecht zu werden. Ich hätte aber auch keinen Vorschlag, wie man es sonst hätte nennen sollen.

Als ich das Buch angefangen habe, dachte ich erst, dass das arme Mädchen umgebracht wird und sich dann alles darum dreht, dass man herausfindet, wie es passieren konnte, dass niemand etwas getan hat. Tatsächlich ist es aber so, dass das Buch in der Gegnwartsform sozusagen zeitgleich zu dem, was Kat erleidet, aus verschiedenen Perspektiven beschrieben wird.

Jedes Kapitel zeigt eine andere Sichtweise. Die Sichtweise des Mörders wird auch beleuchtet. Die Kapitel sind kurz und meist mit einem Cliffhanger geschrieben, so dass man einfach nicht anders kann als weiterlesen. Die Stimmung ist sehr düster gehalten. Man merkt den einzelnen Personen die Hoffnungslosigkeit in ihrem Leben an.

Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass manche Szenen in dem Buch sehr detailliert dargestellt sind. Wer nicht gerne in allen Einzelheiten wissen muss, wie es sich anfühlt, wenn einem ein Messer in der Brust steckt, der sollte die Finger von dem Buch lassen.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich werde mit Sicherheit das nächste Buch vom Autor ebenfalls lesen. Von mir gibt es die volle Sternchenanzahl.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd, 5. Oktober 2011
Die Geschichte rund um Katrina - das Opfer - ist sehr verstörend und hinterfragend. Sehen wirklich alle weg? Unternimmt wirklich niemand etwas? Ist wirklich jeder mit seinen eigenen Kasperlproblemen so beschäftigt? Scheinbar ... denn auch in der heutigen Zeit gehen viele Menschen vorbei, schauen viele einfach weg. Traurig aber wahr. Ich finde das Thema in diesem Buch sehr gut umgesetzt. Sehr beeindruckt hat mich der Kampfgeist von Katrina! Vielleicht bewirkt das Buch ja, dass man sich mit diesen schrecklich Thema wenigstens ein bisserl auseinandersetzt und nachdenkt und bestenfalls .... das nächste Mal einfach hilft!
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