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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das wurde ja auch wirklich Zeit...
36 Jahre (!) nach Veröffentlichung erscheint nun endlich auch das beste Rolling-Stones-Album auf CD (ok, zumindest eins der 5 Besten - 'Let It Bleed', 'Beggar's Banquet', 'Sticky Fingers' & 'Exile On Main St.' sind die anderen...). Kurz nach Einführung der CD gab es zwar schon mal eine Version dieses Klassikers, sie wurde aber ziemlich schnell ersatzlos durch...
Veröffentlicht am 29. Oktober 2002 von Marc reinhardt

versus
5 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine gelungene Bombe Surprise...
Nein - das ist nicht der Stones-Klassiker der 60er und schon gar nicht mit "Revolver" von den Beatles zu vergleichen. Herrgott. Und der Grund ist auch ganz einfach: Die zweite Seite ist einfach zu schwach. Ähnlich wie beim Nachfolger "Between the Buttons" gibt es keinen einzigen vernünftigen Titel auf der zweiten Seite. Erst Ende der 60iger kommen die...
Veröffentlicht am 3. April 2009 von Neo Nephew


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34 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das wurde ja auch wirklich Zeit..., 29. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Aftermath (UK) (Audio CD)
36 Jahre (!) nach Veröffentlichung erscheint nun endlich auch das beste Rolling-Stones-Album auf CD (ok, zumindest eins der 5 Besten - 'Let It Bleed', 'Beggar's Banquet', 'Sticky Fingers' & 'Exile On Main St.' sind die anderen...). Kurz nach Einführung der CD gab es zwar schon mal eine Version dieses Klassikers, sie wurde aber ziemlich schnell ersatzlos durch die um Längen schwächere US-Version des Albums ersetzt. Das alles hatte rechtliche Gründe, die wohl kaum ein Stones-Fan richtig nachvollziehen konnte... Jetzt endlich hat sich dieser Streit gelegt und man kann (und sollte!) 'Aftermath' in seiner ganzen Pracht vollends geniessen. Nie zuvor oder danach haben die Stones so abwechslungsreich und innovativ geklungen wie auf dieser Scheibe, man muss es einfach selbst hören um es nachvollziehen zu können.
Die US-Version ist im Zuge der neuen Stones-Remasters ebenfalls noch mal aufgelegt worden - wer also unbedingt ein 'Aftermath' mit 'Paint It, Black' braucht, kann sich ja diese kaufen, aber weitaus besser ist die Original UK-Version (Paint It, Black gibt es ja nun auch wirklich auf genügend Best-Ofs, was man von 'Out Of Time' - die lange Version! - nicht behaupten kann...).
Verpassen tut man bei der US-Version 'Take It Or Leave It', 'Mother's Little Helper', 'What To Do und eben 'Out Of Time'. Ausserdem sind die Stücke in einer völlig anderen - weniger stimmigen - Reihenfolge durcheinandergewürfelt...
Das man die beiden Versionen nicht zu einer 15-Track-CD zusammengefasst hat, halte ich persönlich für eine lobenswerte Entscheidung (auch wenn viele schreien werden: "Da soll doch den Fans wieder das doppelte Geld aus der Tasche gezogen werden..."), es ging hier schliesslich darum ein absolut klassiches Album in der Form zu präsentieren, wie es 1966 erschienen ist (Deshalb auch positiv, das es KEINE neuen Liner-Notes oder sonstiges gibt). Und mal ganz ehrlich - Wo hätte den 'Paint It, Black' auf dieser CD sein sollen? (Am Anfang, also noch vor 'Little Helper'? - Undenkbar! Ans Ende? - Nach 'What To Do' kann einfach nichts mehr kommen! Irgendwo mittendrin? - Möchte ich lieber gar nicht drüber nachdenken...)
Zum Klang: Ich habe zwar keinen SACD-Player (damit sollen die neuen Stones-Remaster ja noch um einiges besser klingen...), das Ding klingt aber trotzdem um längen besser als die vor ein paar Jahren erschienene "remasterte" US-Version.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brilliantes Debüt des Songschreiberduos Jagger/Richards, 29. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Aftermath (UK) (Audio CD)
Es ist das erste Album der Rolling Stones, bei dem die Songs ausschließlich von der Band, d.h. Jagger/Richards, selbst geschrieben wurden. Das Album war der Durchbruch der Rolling Stones und es wirkt dabei als Gesamtwerk sehr homogen, die Lieder sehr ausgeglichen auf hohem Niveau und sehr abwechslungsreich. Der musikalische Stil ist generell zwar der für die frühen Stones typische melodiöse Rhythm 'n Blues, aber stets mit Rock- und Beateinflüssen gemischt.
Dass aber die Stones von den jungen Frauen so verehrt worden sind, wundert mich angesichts der Lyrics der Songs doch sehr: die sind alle reichlich frauenfeindlich: In Mother's little helper wird das damals aktuelle Thema auf die Schippe genommen, dass einige Hausfrauen von ihrem Alltag so frustriert in Tabletten und Drogen ihren Ausweg suchten. Stupid girl brauche ich nicht zu übersetzen. Under my thumb (unter meiner Fuchtel) ist nun das Mädchen, das mich einmal unterdrückt hat. Don'cha bother me: Reg mich nicht mehr auf usw.
Auch wenn diese Texte politisch nicht korrekt und der Feind jeder Feministin sind, musikalisch bieten die Stones um Jagger, Richards, dem instrumental starken Brian Jones, Bill Wyman und Charlie Watts ein begeisterndes und abwechslungsreiches Repertoire an Bluessongs. Die Hits sind die von Charlie Watts drums angetriebenen und mit Supermelodien ausgestattenten Mother's little helper (lyrics und music eine Einheit, für damalige Zeit doch eher ungewöhnliche Verwendung einer Sitar), Stupid girl, Under my thumb, die schöne und ruhige Ballade Lady Jane sowie das durch Chris Farlowe's Coverversion bekannt gewordene Out of time (von den Stones aber besser, nicht so schnulzig). Doch auch die anderen Songs des Albums überzeugen und haben immer wieder begeisternde Songzeilen (sowie der Abschlussvers von High and dry oder der Refrain von It's not easy oder die Bridge von I am waiting oder das lustige What to do). Going home war mit über zehn Minuten der bis dahin längste Song der Musikgeschichte. Das Album besticht durch hohes Niveau aller Songs und präsentiert als einheitliches Album mit vielen vor allem auch überaschenden und neuen Ideen. Eigentlich fünf Sterne, aber da es noch bessere Stones-Alben gibt vier(1/2) Sterne.
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine gelungene Bombe Surprise!, 15. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Aftermath (U.K. Version) (Audio CD)
Wer die Rolling Stones nur oberflächlich kennt oder sie für eine Dinosaurier-Bluesrockgruppe hält, deren Alben allesamt wie ein schlechterer Abklatsch von 'Exile on main street' klingen: Vorsicht! In ihrer ersten Dekade konnte die Londoner Kombo auch ganz anders, frisch und wagemutig klingen. Eindruckvollsten und zugleich gefälligsten Beleg dafür liefert gewiss die `66er LP 'Aftermath'. Wenn die Stones jemals den Beatles überlegen waren, dann - der Stärke deren 'Revolver' zum Trotz - 1966!
Bewährtes R&B-Material ('Doncha bother me', 'Flight no. 505' und zuvorderst das herausragende 'It's not easy') steht auf 'Aftermath' neben experimentellen (aber nie "entwurzelten"!) Songs: 'Mother's little helper', Track 1 und Single, - leider etwas eng am Liverpooler Trendsetter orientiert - mit indischer Sitar, das bezaubernde, anrührende 'Lady Jane' von Cembalo und Harfe begleitet, das alle folgenden Songs überstrahlende, dennoch aufreizend sublime 'Under my thumb' wie die Song- (und Sing-)Perle 'Out of time' mit Xylophon und 'I am waiting' in markanter Laut-leise-Dynamik seien nur als Beispiele genannt. Dem überlangen Jam 'Goin' home' ebenso wie dem Kirmes-Blues von 'High and dry' (für `80er Jahrgänge: ein fast verstörend andersgearteter Namensvetter des ungleich fragileren Radiohead-Takes) stahl freilich Dylan allein mit der ersten und letzten Aufnahme seines synchron veröffentlichten Doppelschlages 'Blonde on blonde' schon die Schau.
Dafür kann 'Aftermath' gerade mit seinen letzten vier Songs noch in der Kategorie "Pop" glänzen - Pop naturgemäß im allerbesten Sinne! Gerade deshalb aber: Bitte lassen Sie sich nicht wegen 'Paint it, black' die schwache U.S.-Variante des Albums andrehen (lieber den Singles-Sampler 'Out of the past, darkly' mit tollen Stereo-Mixes u.a. von 'Paint it, black' draufschlagen), sondern greifen Sie zum superben UK-Original. Dieses bietet nicht nur quantitativ (4 Songs!), sondern auch qualitativ (z.B. 'Mother's little helper' nur hier in Stereo, v.a. aber das homogene Sequencing) unverhältnismäßig mehr.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine gelungene Bombe Surprise!, 15. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Aftermath [Import] (Audio CD)
Wer die Rolling Stones nur oberflächlich kennt oder sie für eine Dinosaurier-Bluesrockgruppe hält, deren Alben allesamt wie ein schlechterer Abklatsch von 'Exile on main street' klingen: Vorsicht! In ihrer ersten Dekade konnte die Londoner Kombo auch ganz anders, frisch und wagemutig klingen. Eindruckvollsten und zugleich gefälligsten Beleg dafür liefert gewiss die `66er LP 'Aftermath'. Wenn die Stones jemals den Beatles überlegen waren, dann - der Stärke deren 'Revolver' zum Trotz - 1966!
Bewährtes R&B-Material ('Doncha bother me', 'Flight no. 505' und zuvorderst das herausragende 'It's not easy') steht auf 'Aftermath' neben experimentellen (aber nie "entwurzelten"!) Songs: 'Mother's little helper', Track 1 und Single, - leider etwas eng am Liverpooler Trendsetter orientiert - mit indischer Sitar, das bezaubernde, anrührende 'Lady Jane' von Cembalo und Harfe begleitet, das alle folgenden Songs überstrahlende, dennoch aufreizend sublime 'Under my thumb' wie die Song- (und Sing-)Perle 'Out of time' mit Xylophon und 'I am waiting' in markanter Laut-leise-Dynamik seien nur als Beispiele genannt. Dem überlangen Jam 'Goin' home' ebenso wie dem Kirmes-Blues von 'High and dry' (für `80er Jahrgänge: ein fast verstörend andersgearteter Namensvetter des ungleich fragileren Radiohead-Takes) stahl freilich Dylan allein mit der ersten und letzten Aufnahme seines synchron veröffentlichten Doppelschlages 'Blonde on blonde' schon die Schau.
Dafür kann 'Aftermath' gerade mit seinen letzten vier Songs noch in der Kategorie "Pop" glänzen - Pop naturgemäß im allerbesten Sinne! Gerade deshalb aber: Bitte lassen Sie sich nicht wegen 'Paint it, black' die schwache U.S.-Variante des Albums andrehen (lieber den Singles-Sampler 'Out of the past, darkly' mit tollen Stereo-Mixes u.a. von 'Paint it, black' draufschlagen), sondern greifen Sie zum superben UK-Original. Dieses bietet nicht nur quantitativ (4 Songs!), sondern auch qualitativ (z.B. 'Mother's little helper' nur hier in Stereo, v.a. aber das homogene Sequencing) unverhältnismäßig mehr.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kreativ-Schub, 23. Mai 2008
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Aftermath (U.K. Version) (Audio CD)
Das erste Rolling Stones-Album, das auschließlich Jagger / Richards-Kompositionen enthielt, war gleichzeitig ihr erstes, das in Stereo erschien, und mit für damals ungewöhnlichen 54 Minuten Spielzeit war es 20 Minuten länger als das durchschnittliche Beatles-Album. Es enthält mit Lady Jane, Out of Time und Mother's little Helper einige Stones-Klassiker, und Under my Thumb ziert heute noch ihr Live-Repertoire. Brian Jones sorgt mit Dulcimer (Lady Jane) und Marimba (Under my Thumb, Out of Time) für sehr innovative bzw. düstere Klangfarben.

Auffallend ist hier, wie häufig sich die Stones in den Songtexten einerseits ungewohnt zart (Lady Jane, I am waiting), aber auch geringschätzig und abfällig über Frauen äußern (Stupid Girl, Under my Thumb, Out of Time).

Goin' home ist zwar ein sehr mutiges und meinetwegen auch spontanes Studio-Experiment; über die gut 11 Minuten zieht es sich aber doch ganz schön. (Bei Midnight Rambler und Can't you hear me knocking hört man wenige Jahre später, was die Stones dann bei längeren Stücken dazugelernt haben.) Jagger klingt hier noch sehr jung, und da es sich de facto nach 3 Minuten um eine Zweispur-Aufnahme handelt, klingt es recht dünn und kann (in stereo zumindest) einfach nicht den nötigen Druck entfalten. Trotzdem als Experiment seiner Zeit einmalig (wer hat damals schon so lange Studiotitel veröffentlicht? The End von den Doors war zeitgleich im Entstehen) und unverzichtbar!

Das Album ist musikalisch sehr abwechslungsreich, hätte aber einen etwas höheren Qualitätsstandard erreichen können, wenn man es um ein paar Minuten gekürzt hätte. Seite 2 kann die Qualität von Seite 1 nicht ganz halten: High and dry ist nicht wirklich ein Gewinn, auf Think hätte man ebenfalls verzichten können, und What to do war ein unnötig schwacher Schlußpunkt für das Album - so, als hätte man "Rubber Soul" von den Beatles mit P.S. I love you beendet.

Die definitive Version des Albums ist zweifellos die UK-Ausgabe. Erstens bekommt man hier mit 14 gegenüber 11 Titeln (US-Ausgabe) mehr für's Geld, und zweitens ist dies die von den Stones selber zusammen gestellte und autorisierte Version. Unter der Unart amerikanischer Plattenfirmen, Alben zu "melken", d.h. willkürlich einige Titel wegzulassen und dafür weniger und andere hinzuzufügen und somit das Originalkonzept gründlich zu vermasseln, litten in den Sechzigern nicht nur Stones und Beatles (erst ab 1967 konnten beide durchsetzen, dass ihre Alben weltweit einheitlich erschienen). Und wenn ich das übrigens richtig überblicke, gibt's im gesamten 2002-Remaster-Katalog nur auf der UK-Version den Stereo-Mix von Mother's little Helper!

Die 2002er Remasters klingen erheblich besser als die erste CD von 1985; es würde meinen persönlichen Hörgenuss jedoch keineswegs schmälern, wenn man der CD mit 19th Nervous Breakdown, Sad Day, Paint it black, Long long While, Have you seen your Mother, Baby und Who's driving your Plane? die '66er Singles anfügen würde!

"Aftermath" ist das letzte und reifste Werk der "frühen" Stones; ein Jahr später folgte eine Übergangsphase mit der etwas unausgegorenen "Between the Buttons" und der bedröhnten "Satanic Majesties", und 1968 sollten die Rolling Stones dann mit Jumpin' Jack Flash ihren endgültigen Stil definieren, dem sie im Grunde bis heute treu geblieben sind.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kreativ-Schub, 23. Mai 2008
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Aftermath [Import] (Audio CD)
Das erste Rolling Stones-Album, das ausschließlich Jagger / Richards-Kompositionen enthielt, war gleichzeitig ihr erstes, das in Stereo erschien, und mit für damals ungewöhnlichen 54 Minuten Spielzeit war es 20 Minuten länger als das durchschnittliche Beatles-Album. Es enthält mit Lady Jane, Out of Time und Mother's little Helper einige Stones-Klassiker, und Under my Thumb ziert heute noch ihr Live-Repertoire. Brian Jones sorgt mit Dulcimer (Lady Jane) und Marimba (Under my Thumb, Out of Time) für sehr innovative bzw. düstere Klangfarben.

Auffallend ist hier, wie häufig sich die Stones in den Songtexten einerseits ungewohnt zart (Lady Jane, I am waiting), aber auch geringschätzig und abfällig über Frauen äußern (Stupid Girl, Under my Thumb, Out of Time).

Goin' home ist zwar ein sehr mutiges und meinetwegen auch spontanes Studio-Experiment; über die gut 11 Minuten zieht es sich aber doch ganz schön. (Bei Midnight Rambler und Can't you hear me knocking hört man wenige Jahre später, was die Stones dann bei längeren Stücken dazugelernt haben.) Jagger klingt hier noch sehr jung, und da es sich de facto nach 3 Minuten um eine Zweispur-Aufnahme handelt, klingt es recht dünn und kann (in stereo zumindest) einfach nicht den nötigen Druck entfalten. Trotzdem als Experiment seiner Zeit einmalig (wer hat damals schon so lange Studiotitel veröffentlicht? The End von den Doors war zeitgleich im Entstehen) und unverzichtbar!

Das Album ist musikalisch sehr abwechslungsreich, hätte aber einen etwas höheren Qualitätsstandard erreichen können, wenn man es um ein paar Minuten gekürzt hätte. Seite 2 kann die Qualität von Seite 1 nicht ganz halten: High and dry ist nicht wirklich ein Gewinn, auf Think hätte man ebenfalls verzichten können, und What to do war ein unnötig schwacher Schlußpunkt für das Album - so, als hätte man "Rubber Soul" von den Beatles mit P.S. I love you beendet.

Die definitive Version des Albums ist zweifellos die UK-Ausgabe. Erstens bekommt man hier mit 14 gegenüber 11 Titeln (US-Ausgabe) mehr für's Geld, und zweitens ist dies die von den Stones selber zusammen gestellte und autorisierte Version. (Paint it black ist kein wirkliches Kaufargument für die US-Version, denn das erschien auf zahllosen weiteren Greatest Hits-Alben.) Unter der Unart amerikanischer Plattenfirmen, Alben zu "melken", d.h. willkürlich einige Titel wegzulassen und dafür weniger und andere hinzuzufügen und somit das Originalkonzept gründlich zu vermasseln, litten in den Sechzigern nicht nur Stones und Beatles (erst ab 1967 konnten beide durchsetzen, dass ihre Alben weltweit einheitlich erschienen). Und wenn ich das übrigens richtig überblicke, gibt's im gesamten 2002-Remaster-Katalog nur auf der UK-Version den Stereo-Mix von Mother's little Helper!

Die 2002er Remasters klingen erheblich besser als die erste CD von 1985; es würde meinen persönlichen Hörgenuss jedoch keineswegs schmälern, wenn man die CD mit 19th Nervous Breakdown, Sad Day, Paint it black, Long long While, Have you seen your Mother, Baby und Who's driving your Plane? um die '66er Singles erweitern würde!

"Aftermath" ist das letzte und reifste Werk der "frühen" Stones; ein Jahr später folgte eine Übergangsphase mit der etwas unausgegorenen "Between the Buttons" und der bedröhnten "Satanic Majesties", und 1968 sollten die Rolling Stones dann mit Jumpin' Jack Flash ihren endgültigen Stil definieren, dem sie im Grunde bis heute treu geblieben sind.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein starkes Stück, 21. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Aftermath (U.K. Version) (Audio CD)
Die 1966 in Deutschland von TELDEC (Telefunken/Decca) herausgegebene LP "Aftermath" war natürlich die UK-Version (die Stones waren und sind schließlich eine englische Band, damals noch mit Brian Jones an der Gitarre und an tausend anderen Instrumenten, Bill Wyman am Bass; Gast-Musiker: Jack Nitzsche und Ian Stewart) und ein ABSOLUTES MUSS für den Fan, alle Stücke von MJ/KR !
Der Nr.1-Single-Hit "Paint It Black" passt gar nicht in dieses Album, er wurde vermutlich für Verkaufszwecke in das US-Album hineingebracht.

Ich habe mir dann später die unter dem LONDON-Label veröffentlichte(n) CD(s) besorgt, die US-Version ist dort gar nicht erst erschienen. Sie ist der Neuauflage, also dieser Hybrid-SACD, durchaus ebenbürtig. Dem fortgeschrittenen Fan seien Infos von lukpac(dot)org/stereostones/stones-cd-faq.txt an's Herz gelegt !

Zur Eröffnung werden "Mother's Little Helper" eingeworfen (spielt Brian Jones nun Sitar oder Slide Guitar ?), danach lassen sich trefflich "Stupid Girl", "Lady Jane" und "Under My Thumb" konsumieren. Den Abschluss der A-Seite bildet das 11'35" lange "Goin' Home". Allerdings passt zu den eben genannten besser "Out Of Time" ! Der Song ist in dieser Lang-Version eben NUR auf der UK-Aftermath vertreten (auf der LP 5'15" lang, auf der CD sogar 5'40") und für mich allein den Kauf dieser CD wert (früher den der LP), da kommt auch "Goin' Home" nicht mit ! Eine interessante Alternativ-Version ist übrigens auf "Metamorphosis" vorhanden (u.a. mit Streicher-Einleitung).

Auf der B-Seite beginnt Ian Stewart ein schönes Klavier-Solo in "Flight 505", in "High And Dry" spielt der unvergessene Brian Jones Mundharmonika, in "It's Not Easy" die Rhythmus-Gitarre. "I Am Waiting" bis "What To Do" leiten bereits auf das ein Jahr jüngere Album "Between The Buttons" über.

Zum Schluss, wer Sampler (auch von Singles) sucht: mal in die "Hot Rocks / More Hot Rocks" hineinsehen (-hören) !
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine gelungene Bombe Surprise, 7. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Aftermath (UK) (Audio CD)
Wer die Rolling Stones nur oberflächlich kennt oder sie für eine Dinosaurier-Bluesrockgruppe hält, deren Alben allesamt wie ein schlechterer Abklatsch von 'Exile on main street' klingen: Vorsicht! In ihrer ersten Dekade konnte die Londoner Kombo auch ganz anders, frisch und wagemutig klingen. Eindruckvollsten und zugleich gefälligsten Beleg dafür liefert gewiss die `66er LP 'Aftermath'. Wenn die Stones jemals den Beatles überlegen waren, dann - der Stärke deren 'Revolver' zum Trotz - 1966!
Bewährtes R&B-Material ('Doncha bother me', 'Flight no. 505' und zuvorderst das herausragende 'It's not easy') steht auf 'Aftermath' neben experimentellen (aber nie "entwurzelten"!) Songs: 'Mother's little helper', Track 1 und Single, - leider etwas eng am Liverpooler Trendsetter orientiert - mit indischer Sitar, das bezaubernde, anrührende 'Lady Jane' von Cembalo und Harfe begleitet, das alle folgenden Songs überstrahlende, dennoch aufreizend sublime 'Under my thumb' wie die Song- (und Sing-)Perle 'Out of time' mit Xylophon und 'I am waiting' in markanter Laut-leise-Dynamik seien nur als Beispiele genannt. Dem überlangen Jam 'Goin' home' ebenso wie dem Kirmes-Blues von 'High and dry' (für `80er Jahrgänge: ein fast verstörend andersgearteter Namensvetter des ungleich fragileren Radiohead-Takes) stahl freilich Dylan allein mit der ersten und letzten Aufnahme seines synchron veröffentlichten Doppelschlages 'Blonde on blonde' schon die Schau.
Dafür kann 'Aftermath' gerade mit seinen letzten vier Songs noch in der Kategorie "Pop" glänzen - Pop naturgemäß im allerbesten Sinne! Gerade deshalb aber: Bitte lassen Sie sich nicht wegen 'Paint it, black' die schwache U.S.-Variante des Albums andrehen (lieber den Singles-Sampler 'Out of the past, darkly' mit tollen Stereo-Mixes u.a. von 'Paint it, black' draufschlagen), sondern greifen Sie zum superben UK-Original. Dieses bietet nicht nur quantitativ (4 Songs!), sondern auch qualitativ (z.B. 'Mother's little helper' nur hier in Stereo, v.a. aber das homogene Sequencing) unverhältnismäßig mehr.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kreativ-Schub, 23. Mai 2008
Von 
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(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Aftermath (UK) (Audio CD)
Das erste Rolling Stones-Album, das auschließlich Jagger / Richards-Kompositionen enthielt, war gleichzeitig ihr erstes, das in Stereo erschien, und mit für damals ungewöhnlichen 54 Minuten Spielzeit war es 20 Minuten länger als das durchschnittliche Beatles-Album. Es enthält mit Lady Jane, Out of Time und Mother's little Helper einige Stones-Klassiker, und Under my Thumb ziert heute noch ihr Live-Repertoire. Brian Jones sorgt mit Dulcimer (Lady Jane) und Marimba (Under my Thumb, Out of Time) für sehr innovative bzw. düstere Klangfarben.

Auffallend ist hier, wie häufig sich die Stones in den Songtexten einerseits ungewohnt zart (Lady Jane, I am waiting), aber auch geringschätzig und abfällig über Frauen äußern (Stupid Girl, Under my Thumb, Out of Time).

Goin' home ist zwar ein sehr mutiges und meinetwegen auch spontanes Studio-Experiment; über die gut 11 Minuten zieht es sich aber doch ganz schön. (Bei Midnight Rambler und Can't you hear me knocking hört man wenige Jahre später, was die Stones dann bei längeren Stücken dazugelernt haben.) Jagger klingt hier noch sehr jung, und da es sich de facto nach 3 Minuten um eine Zweispur-Aufnahme handelt, klingt es recht dünn und kann (in stereo zumindest) einfach nicht den nötigen Druck entfalten. Trotzdem als Experiment seiner Zeit einmalig (wer hat damals schon so lange Studiotitel veröffentlicht? The End von den Doors war zeitgleich im Entstehen) und unverzichtbar!

Das Album ist musikalisch sehr abwechslungsreich, hätte aber einen etwas höheren Qualitätsstandard erreichen können, wenn man es um ein paar Minuten gekürzt hätte. Seite 2 kann die Qualität von Seite 1 nicht ganz halten: High and dry ist nicht wirklich ein Gewinn, auf Think hätte man ebenfalls verzichten können, und What to do war ein unnötig schwacher Schlußpunkt für das Album - so, als hätte man "Rubber Soul" von den Beatles mit P.S. I love you beendet.

Die definitive Version des Albums ist zweifellos die UK-Ausgabe. Erstens bekommt man hier mit 14 gegenüber 11 Titeln (US-Ausgabe) mehr für's Geld, und zweitens ist dies die von den Stones selber zusammen gestellte und autorisierte Version. Unter der Unart amerikanischer Plattenfirmen, Alben zu "melken", d.h. willkürlich einige Titel wegzulassen und dafür weniger und andere hinzuzufügen und somit das Originalkonzept gründlich zu vermasseln, litten in den Sechzigern nicht nur Stones und Beatles (erst ab 1967 konnten beide durchsetzen, dass ihre Alben weltweit einheitlich erschienen). Und wenn ich das übrigens richtig überblicke, gibt's im gesamten 2002-Remaster-Katalog nur auf der UK-Version den Stereo-Mix von Mother's little Helper!

Die 2002er Remasters klingen erheblich besser als die erste CD von 1985; es würde meinen persönlichen Hörgenuss jedoch keineswegs schmälern, wenn man der CD mit 19th Nervous Breakdown, Sad Day, Paint it black, Long long While, Have you seen your Mother, Baby und Who's driving your Plane? die '66er Singles anfügen würde!

"Aftermath" ist das letzte und reifste Werk der "frühen" Stones; ein Jahr später folgte eine Übergangsphase mit der etwas unausgegorenen "Between the Buttons" und der bedröhnten "Satanic Majesties", und 1968 sollten die Rolling Stones dann mit Jumpin' Jack Flash ihren endgültigen Stil definieren, dem sie im Grunde bis heute treu geblieben sind.
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5.0 von 5 Sternen Ein starkes Stück, 23. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Aftermath (UK) (Audio CD)
Die 1966 in Deutschland von TELDEC (Telefunken/Decca) herausgegebene LP "Aftermath" war natürlich die UK-Version (die Stones waren und sind schließlich eine englische Band, damals noch mit Brian Jones an der Gitarre und an tausend anderen Instrumenten, Bill Wyman am Bass; Gast-Musiker: Jack Nitzsche und Ian Stewart) und ein ABSOLUTES MUSS für den Fan, alle Stücke von MJ/KR !
Der Nr.1-Single-Hit "Paint It Black" passt gar nicht in dieses Album, er wurde vermutlich für Verkaufszwecke in das US-Album hineingebracht.

Ich habe mir dann später die unter dem LONDON-Label veröffentlichte(n) CD(s) besorgt, die US-Version ist dort gar nicht erst erschienen. Sie ist der Neuauflage, also dieser Hybrid-SACD, durchaus ebenbürtig.

Zur Eröffnung werden "Mother's Little Helper" eingeworfen (spielt Brian Jones nun Sitar oder Slide Guitar ?), danach lassen sich trefflich "Stupid Girl", "Lady Jane" und "Under My Thumb" konsumieren. Den Abschluss der A-Seite bildet das 11'35" lange "Goin' Home". Allerdings passt zu den eben genannten besser "Out Of Time" ! Der Song ist in dieser Lang-Version eben NUR auf der UK-Aftermath vertreten (auf der LP 5'15" lang, auf der CD sogar 5'40") und für mich allein den Kauf dieser CD wert (früher den der LP), da kommt auch "Goin' Home" nicht mit ! Eine interessante Alternativ-Version ist übrigens auf "Metamorphosis" vorhanden (u.a. mit Streicher-Einleitung).

Auf der B-Seite beginnt Ian Stewart ein schönes Klavier-Solo in "Flight 505", in "High And Dry" spielt der unvergessene Brian Jones Mundharmonika, in "It's Not Easy" die Rhythmus-Gitarre. "I Am Waiting" bis "What To Do" leiten bereits auf das ein Jahr jüngere Album "Between The Buttons" über.

Zum Schluss, wer Sampler (auch von Singles) sucht: mal in die "Hot Rocks / More Hot Rocks" hineinsehen (-hören) !
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