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TOP 1000 REZENSENTam 16. Juli 2012
Ich halte den Mexikaner Alejandro González Iñárritu für einen der wichtigsten Filmemacher der vergangenen Dekade. Bereits sein Erstling "Amores Perros" aus dem Jahr 2000 war ein faszinierender, düsterer Blick auf die Schattenseite des mexikanischen Lebens. Es folgte "21 Gramm", den er in den USA realisierte und der hypnotische Episodenfilm "Babel", vielleicht sogar der beste Film des letzten Filmjahrzehnts.
Mit "Biutuful" kehrte er nun wieder zu seinem Ursprungsthema "Leben am Abgrund" zurück und drehte als Mexikanisch-spanische Coproduktion das in Barcelona spielendeŽtragische Verliererportrait eines Mannes, der langsam stirbt.
Die Szene am Beginn zeigt diesen Uxbal (Javier Bardem) in einer Schneelandschaft, eine Eule liegt leblos im Schnee. Ein junger Mann (Nasser Saleh) ist ebenfalls dort, die beiden hören ein Geräusch.
Szenenwechsel: Uxbal hält sich in Barcelona immer am Rande der Kriminalität über Wasser. Er ist ein treu sorgender Vater für seine beiden KKinder Ana (Hanaa Bouchaib) und Mateo (Guillermo Estrella). Er lebt von seiner labilen manisch-depressiven Frau Marambra (Maricel Alvarez) getrennt. Die führt ein unstetes Leben, Vergnügungssucht wechselt sich ab mit totaler Niedergeschlagenheit. Sie liebt ihren Mann noch immer, auch Uxbal hat noch Gefühle für die chaotische Frau, doch er weiß, dass es nie mehr gut gehen kann.
Uxbal ist krank und der Arzt eröffnet ihm, dass er noch noch einige Monate zu leben hat, er muss sich aber einer Chemotherapie unterziehen.
Seine Brötchen verdient er sich damit, indem er den illegalen Straßenverkauf gefälschter Markenware durch einen afrikanischen Hehlerring organisiert und die Polizei mit Bestechung bei Laune hält, damit sie immer mal wieder wegschauen.
Ausserdem hat er die Gabe mit Toten Kontakt aufzunehmen, dies hat sich herumgesprochen. So bekommt er immer mal wieder etwas Geld, weil er zu Totenfeiern eingeladen wird und den Hinterbliebenen eine Botschaft aus dem Nenseits kundtun kann.
Er selbst holt sich sehr oft Rat bei der befreundeten Geistheilerin Bea ((Ana Wagener), die ihn mit seinem Tod konfrontiert und ihm rät die wichtigen Dinge noch in Ordnung zu bringen.
Das Ziel heisst also alles so zu hinterlassen, dass es den Kindern auch nach seinem Tod gut gehen wird...
Als eine Passionsgeschichte ist das wuchtige Drama von Alejandro González Iñárritu angelegt.
Dabei wählt der Filmemacher erstmalig eine streng lineare Erzählstruktur, die passend ist für Uxbals Weg in den Tod, denn dieser ist unaabwendbar.
Die sonst so strahlende Stadt Barcelona wird von einer wüsten Seite aus gezeigt. Das Treiben im bunten, multiethischen Viertel El Raval erweist sich als Hölle Auf Erden, im Gauner- und Unterweltmilieu ist jeder sich selbst der Nächste, ein Unheil löst weitere Brandherde aus, das menschliche Elend durch die Armut ist allgegenwärtig.
In dieser, seiner Welt erlebt Uxbal seine letzten Tage, der Abschied verheißt vielleicht auch eine neue Hoffnung. Wer weiss.
Erneut ist Inaritu ein sehr gewaltiger, bemerkenswerter Film gelungen, in dem vor allem Javier Bardem eine großartige schauspielerische Leistung vollbringt, diese wurde sogar mit einer Oscarnominierung belohnt.
Als mexikanischer Beitrag gelang dem Film auch die Nominierung zum besten fremdsprachigen Film, wurde allerdings von "In einer besseren Welt" geschlagen.
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TOP 500 REZENSENTam 30. Oktober 2011
FILM:

Uxbal (Javier Bardem) lebt mit seinen zwei ca. 5+8 jährigen Kindern in einem Armenvirtel von Barcelona. Er schlägt sich mit Drogengeschäften und esoterischen Totengesprächen für Hinterbliebende durch. Seine schwer psychisch kranke Frau von der eigentlich getrennt lebt tritt immer wieder in sein Leben und er versucht nochmal das Glück der Famile für die Kinder aufrechtzuerhalten. Insbesondere deswegen weil er erfährt dass er schwer krebskrankt ist und nur noch wenige Monate zu leben hat. Uxbal versucht in dieser ausweglosen Situation mit möglichst viel Gerechtigkeit und Liebe für die Kinder die schwierige finanzielle und menschliche Situation zu meistern....

Es einer der deprimierendsten und traurigsten Filme die ich je gesehen habe, und das sind eine Menge. Was sich nach o.g. Beschreibung nach einem durchschnittlichen Drama anhört und auch recht unübersichtlich anfängt entwickelt sich in den knapp 142 min. zu einem extrem dichten, hervorragend authentisch und Oscar verdächtig von Javier Bardem gespielten Sozialdrama ohne Tabus. Er verfügt über eine Palette der Ausdrucksmöglichkeiten allein in diesem Film die andere im ganzen Leben nicht erreichen werden. Man leidet richtiggehend mit und der Film hinterlässt den Seher noch lange nach Ende sehr nachdenklich. Das Ende schliesst den Bogen zum Anfang in unglaublich emotionaler Weise und streift auch noch das Genre des Phantastischen.

Selten waren in einem Drama alle Beteiligten so egoistisch nur auf ihren Vorteil bedacht und gehen buchstäblich über Leichen so dass es auch insbesondere am Ende richtiggehend schmerzt der Handlung zu folgen. Der Film war zu Recht sowohl für den Golden Globe als auch für den Oscar nominiert - er hätte beide Preise auch für Javier Bardem als einzigartigen Hauptdarsteller mehr als verdient.

5/5 Sternen

MEDIUM:

Gutes Bild ohne für mich feststellbare Schwächen. Herausragend ist der DTS bzw. DTS-HD 5.1 Ton (auch in Deutsch auf der Blu-ray!), leise Passagen sind sehr transparent und dann kommen wuchtige Musikpassagen die einen dramatischen aber gut ausgesteuerten Kontrast dazu bilden. Es sind keine nennenswerten Extras ausser einem 21 min. Tagebuch des Regisseurs zu finden. Diese Erstauflage kommt mit einem O-Card Schuber und einem 8-seitigen Booklet daher. Blu-ray: Schuber mit fester FSK Bezeichnung - Amaray mit Wendecover
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am 19. September 2011
Dies ist wirklich ein Film, der unter die Haut geht.
Schonungslos, ohne Kitsch oder auf die Tränendrüse zu drücken konfrontiert der Film mit der harten Realität vor den Kulissen eines Barcelonas, dass man so als Tourist bestimmt nicht zu sehen bekommt.

Das eher armselige Leben von Uxobal (J. Bardem) ist nicht gerade vom Erfolg gekrönt. Mit kleineren Deals versucht er sich über Wasser zu halten und trotz den sehr bescheidenen Lebensumständen ist er sehr bemüht, ein guter Vater zu sein und seine Frau und auch sich selbst vor dem total Absturz zu bewahren.

Ein Film der wirklich berührt, der nie ins Absurde oder Lächerliche rutscht und einen mehr als nachdenklich zurücklässt.

Wer etwas Heiteres sucht, ist hier nicht richtig, an manchen Stellen ist er eventuell etwas langatmig geworden doch im Großen und Ganzen ist der Film wie eine Explosion die einen mit der bitteren Realität konfrontiert.
Die Schauspieler sind durch die Bank weg großartig und authentisch und vorallem Bardiem überzeugt mit einer Wahnsinnsleistung!

Absolut sehenswert!!
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am 19. Mai 2012
Barcelona der Gegenwart. Der zweifache Familienvater Uxbal ist in illegale Tätigkeiten verwickelt. Nicht aus Habgier, sondern um zu überleben. Gleichzeitig hat er das zweite Gesicht, er kann die Geister Verstorbener sehen und nutzt auch diese Gabe, um etwas Geld zu verdienen. Er liebt seine beiden Kinder über alles, aber die Beziehung zu der Mutter der beiden ist nur als chaotisch zu bezeichnen. In dieser Situation erfährt er von seiner schweren Krankheit. So in sehr nüchternen Worten der Rahmen dieses Filmes, der unterschwellig und in seinen eindrucksvollen Bildern viel, viel mehr vermittelt.
Der Film schafft es mehr durch bloße Bilder als durch Worte tatsächlich die harte Wirklichkeit der Millionenmetropole einzufangen, das Elend der illegalen Einwanderer genauso wie die Welt der Kleinkriminellen. Der Name 'Buitiful' ist gut gewählt, denn trotz des ganzen Schreckens und es geschieht viele Grauenvolles (Altersangabe zu Recht!), geht es hier um die Liebe in einer Familie, um die Liebe und die ist eben wirklich 'buitiful.'
Ein Film für alle die es wagen, auch den düsteren und Schattenseiten des Leben ins Gesicht sehen, denn hier entspringt manchmal die tiefste Schönheit.
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am 30. April 2014
Mein absoluter Lieblingsfilm, der mir jedes mal unter die Haut geht. Er erzählt von einem liebevollen Vater der um die Existenz seiner Familie kämpft. Von Misswirtschaft eines Landes, von der sozialen Ungerechtigkeit, Zwischenmenschlichkeit und gibt dem Charakteren viel Raum sich zu entwickeln.
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am 3. Januar 2014
Xubar ist alleinerziehender Vater, da die Mutter seiner beiden Kinder unter bipolaren Störungen leidet und das Sorgerecht entzogen bekommen hat. Er lebt in Barcelona und verdient dort sein Geld mit krummen Geschäften, indem er Afrikaner und Chinesen, die illegal in Spanien sind, auf dem schwarzen (Arbeits-)Markt vermittelt, dafür Provision kassiert und seinerseits die Polizei besticht, wegzuschauen. Alle leben in diesem Film in prekären Verhältnissen. Das Elend der Illegalen ist himmelschreiend und ihre Ausbeutung wird brutal deutlich gemacht. Eine schwere Erkrankung Xubars zerstört die letzte Hoffnung, dass es in dieser Situation für ihn und seine Familie ein normales Leben geben kann. Xubar, der mit den Toten sprechen kann, und dies zum Trost der Hinterbliebenen tut, kann sich mit seinem Tod nicht versöhnen, der ihn von seinen Kindern trennen wird, deren einziger Halt er ist. Der Film ist sehr realistisch inszeniert und hervorragend gespielt. Individueller Überlebenskampf und individuelles Scheitern am Rande der spanischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert werden in einer drastischen Bildersprache vorgeführt, die keine Illusion lässt, dass diese Leben nicht biutiful sind.
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am 15. August 2012
Erst einmal eines vorweg: Für diesen Film muss man sich Zeit und einige Kraftreserven nehmen. Das habe ich schon geahnt und den Film monatelang ungesehen im Regal liegen gelassen. Das ist definitiv nichts für zwischendurch - das Gegenteil von unterhaltsamer Berieselung nach einem anstrengenden Arbeitstag.
Darüber hinaus ist der Film auch nicht wirklich vergleichbar mit den Vorgängern des Regisseurs wie 21 Gramm oder Babel. Diese waren auch für meinen persönlichen Geschmack etwas zu vielschichtig, zu pathetisch und zu zerfranst - als wollte der Regisseur zu viel in einen einfachen Film packen. Auch diesmal platzen die rund 140 Minuten aus allen Nähten, aber ein fantastischer Hauptdarsteller hält das Ganze zusammen, verleiht der Geschichte eine Seele.
Als Vater von zwei Kindern im ähnlichen Alter hat es mir fast das Herz gebrochen: zu sehen, wie der Vater versucht in der kurzen verbleibenden Zeit, sein Leben zu ordnen und die richtigen Entscheidungen zu fällen. Viele unserer "Urängste" wie Schuld, unheilbare Krankheit, der Verlust der Kinder, der Verfall eines geliebten Menschen werden schonungslos aneinandergereiht - und gipfeln in einer berührenden Szene zwischen Vater und Tochter wo der nahe Tod das erste Mal offen angesprochen wird.
Der Film gönnt dem Betrachter nur wenige kurze Augenblicke des Glücks, welche den Schmerz drumherum aber eigentlich noch unerträglicher machen. Das macht ihn auch vergleichbar mit Lars von Triers "Dancer in the dark", wo bunte und fröhliche Musical-Zwischensequenzen einen extremen Kontrast zum unerbittlichen Rest bilden. Wer bereit ist, sich auf den Film einzulassen, bekommt ein Stück Wahrheit über menschliches Leid geboten - Krankheit, Armut, Tod in destillierter Form. Dinge, die man im täglichen Leben verdrängen muss, um nicht dauerhaft depressiv zu werden. Aber ganz vergessen sollte man sie nicht - Filme wie dieser helfen dabei.
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am 26. Juni 2015
Ich bin leider Laie, was Filmwissenschaft angeht, aber ich kann trotzdem sagen, dass Inarritu verdammt vieles richtig macht. Bei anderen Filmen stellt sich die Frage, ob man sich in die Charaktere hineinversetzen kann, ob man sich mit ihnen identifizieren kann. Die Frage stellt sich bei seinen Filmen gar nicht erst, sondern man taucht so sehr in die Charaktere ein, dass man die Emotionen quasi am eigenen Leib fühlt.
Klingt wahrscheinlich alles ein wenig kryptisch, soll einfach nur heißen, dass der Film sehr gut ist.
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am 30. August 2013
Was kann man zu diesem Film sagen? Vielleicht, dass man ihn sich nicht mit einer Tüte popcorn und einem kühlen Bier angucken sollte. Es wird einem im Halse steckenbleiben. Die Geschichte handelt von einem Vater, der alles gibt, aber doch machtlos ist. Machtlos gegen den Arbeitsmarkt, seine .... schwierige Ex-Frau... und gegen seinen eigenen Körper, der sich von innen zerstöert. Ein liebender Vater, der er ist, versucht er, dem Tode ins Auge schauend, einen Ausweg zu finden. Wir, der Zuschauer, wissen von Anfang an, dass er versagen muss, wird. So ist der Film ein Kampf eines Ertrinkenden im weiten Ozean....hoffnungslos...
Der Film ist technisch toll gemacht, die Musik, die Schnitte...es gibt nichts zu bemängeln...besonders gut, nur am Rande, ist die kleine Prise des Übernatürlichen in diesem Film.

Ich hasse diesen Streifen dafür, dass er mich unendlich traurig gemacht hat, und gleichzeitig liebe ich ihn dafür.
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am 16. Januar 2013
Gekauft habe ich mir diesen Film, da ich viel von Javier Bardems schauspielerischem Talent halte und ihn mal in einem anderen Genre sehen wollte. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Der Hauptdarsteller ist absolut großartig und macht den Film erst so gut.

Die Geschichte: Uxbal lebt mit seinen beiden kleinen Kindern in Barcelona, von seiner Frau lebt er getrennt, er erzieht die Kinder allein und hält sich mit diversen illegalen Geschäften über Wasser (Vermittlung von illegalen Einwanderern, Verkauf von gefälschter Markenware). Schließlich wird bei ihm Krebs festgestellt und er weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, hält dies aber vor seiner Familie und seinem Umfeld geheim. Verzweifelt versucht er in seiner verbleibenden Zeit, seinen Kindern eine starke Erinnerung an ihn mitzugeben und Ihre Zukunft zu sichern.

Uxbal ist ein sehr komplizierter Charakter, mir gefiel besonders, dass der Regisseur ihn nicht als nur gut oder nur schlecht darstellt, sondern sehr differenziert - darin liegt meiner Meinung nach auch die unglaubliche Leistung von Javier Bardem, dem Hauptdarsteller. Uxbal ist einerseits natürlich jemand, der illegalen Geschäften nachgeht, er verursacht letztlich sogar den Tod einiger Menschen, andererseits leidet er auch sehr unter dieser Situation, versucht Menschen in seinem Umfeld zu helfen und ist ein hingebungsvoller Vater.

Allgemein hat der Film eine sehr dunkle, düstere Optik und auch übernatürliche Elemente wie Uxbals Fähigkeit, mit kürzlich Verstorbenen zu kommunizieren.

Der Film ist sicher nicht für jeden Tag oder jede Stimmung geeignet, er enthält einfach sehr viel Realität, Leid und Probleme wie illegale Einwanderung, Armut und tödlich verlaufende Krankheiten. Trotzdem ist er für mich einer der besten Filme die ich kenne, gerade weil er den Mut hat, so viele wichtige und schwierige Themen zu behandeln und auf jeden Fall wegen des grandiosen Hauptdarstellers. Und der Film zeigt eine andere Seite von einerseits schönen und beliebten Städten wie Barcelona (mit Problemen, die ja auch viele andere Größstädte betreffen).

Hinweis: Über die Qualität der deutschen Synchronfassung kann ich noch nichts sagen, ich habe mir den Film im Original (Spanisch) mit deutschen Untertiteln angesehen.
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