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Dante Alighieri (1265 - 1321) ist der Nationaldichter Italiens und bis heute einer der großen europäischen Klassiker. Berühmt wurde er vor allem durch seine "Commedia", später auch "Göttliche Komödie" genannt. Das Hauptwerk des italienischen Dichters ist das große Epos des Mittelalters, in dem sich Theologie, Geschichte, Politik, Astronomie, Physik, Philosophie, Mystik und Scholastik literarisch vereinigten. Der Autor Dante ist zugleich die Hauptfigur seiner Dichtung, in der er gemeinsam mit dem römischen Dichter Vergil durch Hölle, Fegefeuer und Paradies geht.

Bis heute haben sich Künstler über die Jahrhunderte hinweg von der "Göttlichen Komödie" inspirieren lassen ... und nun der bekannte italienische Schauspieler Roberto Benigni, der eigentlich aus der Unterhaltungsbranche kommt, ja ein Komiker ist. Er nimmt den Leser mit auf eine spannende Entdeckungstour durch den ungeheuerlichen Kosmos dieses Klassikers der Weltliteratur.

Als Benigni das erste Mal die "Göttliche Komödie" zu lesen begann, klappte er wütend das Buch zu und rief entzürnt: "So was! Der hat mir meine Idee geklaut!" Doch dann las er weiter in der Hoffnung, Dante sei das Ganze misslungen und er hätte eine Chance, es besser zu machen. Seit diesem Tag hat Benigni das Buch nicht mehr zugeklappt. Mit jedem Vers hatte er das Gefühl, "der Held des überwältigendsten Abenteuers" zu sein.

Eigentlich ist dieses Buch, das 2008 in italienischer Sprache erschien, eine regelrechte Abhöraktion, denn es sind Mitschriften von Benignis Dante-Abenden und Lesungen, die von Freunden einfach mitgeschnitten wurden.

Als Dante seine "Göttliche Komödie" schrieb, war er kein altersweiser Dichter sondern ein junger Kerl von 35 Jahren. Ansonsten weiß man über ihn wirklich wenig, doch wenn man die 222 Seiten gelesen hat, ist er dem Leser schon wie ein alter Freund und sein Meisterwerk eine der klarsten und einfachsten Geschichten.

Man merkt es Roberto Benigni auf jeder Seite an, dass er mit Leib und Seele dabei ist, sobald von Dante und seiner "Göttlichen Komödie" die Rede ist. Für ihn ist sie ein "göttliches Geschenk". So will er sein Buch auch als einen Beitrag zur Dichtung, zur Schönheit und Lebensfreude verstanden wissen. Aber in erster Linie will Benigni vermitteln, will, dass man Dante selbst liest, der für ihn so aktuell ist wie die Sonne oder das Wasser.

Manfred Orlick
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. November 2011
Dantes "Göttliche Komödie" ist zweifellos eines der größten Werke der europäischen Literatur. Näher als durch seine Lektüre dürfte man dem Weltbild und dem Lebensgefühl des ausgehenden Mittelalters wohl kaum kommen. Und Roberto Benigni ist nicht nur ein großartiger Komiker, sondern hat es etwa in seinem Film "Das Leben ist schön" geschafft, einem bitterernsten Thema auch heitere Seiten abzugewinnen und es dadurch einer breiten Schicht von Zuschauern besser zu vermitteln als all die vielen Dokumentationen (die natürlich auch wichtig sind).

Vor diesem Hintergrund liegt der Gedanke nahe, ein Werk wie das Dantes, dass den heutigen Menschen mit seinen 100 gereimten Gesängen á durchschnittlich 150 Zeilen recht sperrig erscheint, mit Hilfe von Benignis unvergleichlichem Witz und Auftreten zu vermitteln. Und life scheint das Benigni vielen Berichten zufolge auch zu gelingen. Das Problem für das nicht Italienisch sprechende Publikum besteht nun allerdings darin, dass es kein Wort versteht. Abfilmen und synchronisieren bzw. untertiteln dürfte wohl auch nicht viel helfen - dabei geht einfach zuviel Sprachwitz verloren.

Was bleibt, ist eine Dokumentation in Buchform. Aber auch hier geht ziemlich viel verloren. Und die hier vorliegende ist - offen gestanden - nicht gerade überragend gut gelungen. Es beginnt damit, dass nur 92 der insgesamt 219 Buchseiten von Benigni selbst stammen. Davon muss man noch einmal acht für ein Vorwort Benignis und drei für Anmerkungen abziehen. Bleiben nur 81 Seiten für die eigentlichen Dante-Vorträge übrig. Das ist weniger als die Hälfte und damit ziemlich mager. Der Rest des Buches besteht aus einem Vorwort von Umberto Eco (das sich noch ganz nett liest), einem kurzen (eher langweiligem) Essay von Valentina Pattavina mit ihren Eindrücken über Benignis Vorträge sowie einigen Anmerkungen des Verlages; fast hundert Seiten schindet die Buchausgabe jedoch mit einem Ausschnitt von Dantes "Göttlicher Komödie" (in der deutschen Übersetzung handelt es sich dabei um die Version von Ida und Walther von Wartburg aus dem Jahr 1963). Letzteres ist wirklich ärgerlich, denn der interessierte Leser verfügt entweder schon längst über mindestens eine vollständige Dante-Ausgabe oder würde sie sich nach überzeugender Lektüre des vorliegenden Buches sowieso selbst anschaffen.

Der im Verhältnis zum Gesamtumfang des Buches recht kurze "eigentliche" Teil von Benigni liest sich ganz angenehm, aber die Begeisterung der Verlagsankündigung und der anderen Rezensionen scheint mir übertrieben. Eine viel bessere Vermittlung findet sich beispielsweise im Kommentarband von Ferdinand Barth aus der Ausgabe Die göttliche Komödie: 2 Bde. Dass der eine oder andere Aspekt von Benigni sehr gut erläutert und humorvoll nahegebracht wird, ist zwar richtig, aber insgesamt machen diese Momente nur einen relativ kleinen Teil vom Umfang des Buches aus. Alles in allem wird in der Ankündigung mit hohen Erwartungen gespielt, die letztlich nicht erfüllt werden. Daher nur drei Sterne.

Im Vorwort spielt Benigni mit dem Gedanken, die "Göttliche Komödie" vielleicht einmal zu verfilmen. Dabei wird dieser Gedanke so dargestellt, als sei er weder ganz ernst gemeint, noch ganz abwegig. Man darf also hoffen. Immerhin gibt es schon so etwas wie einen Arbeitstitel: "Das Leben im Jenseits ist schön".
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es ist ein sehr geistreicher Ausflug Benignis in die Literatur geworden. Der Danteanhänger ist ja wohl doch als Schauspieler in "Down by Law" oder auch "Night on Earth" mehr bekannt geworden.

Gut, dass den Autor des vorliegenden Buches nicht doch, wie er es beinah befürchtet hatte, der Schlag getroffen hatte beim lesen von Dante. Nachdem man ihm bereits zuvor Buchideen stahl wollte er nun doch einmal zum Zuge kommen und dies ist ihm auch auf wunderbare Weise gelungen.

Benigni schwärmt, zerfließt beinah seit er die Göttliche Komödie gelesen hat. Dante war schon lange sein Thema und so sagt der Autor: "Mein Beitrag ist als Hommage zu verstehen: Was ich sage, hat keinen wissenschaftlichen, sondern persönlichen Charakter." Gerade dies macht das Intime, das Schöne dieses Buches aus. Benigni offenbart sich seinem Leser in einer Weise wie dies nur selten geschieht.

Roberto Benigni wirkt ansteckend. Er ist so überzeugend verliebt in Dante, dass dieser nun sicher eine Menge mehr Leser bekommen wird. Der Autor wirkt hier als Werbeträger, dies hat ihm sehr gut getan und mir auch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. April 2014
Ich habe mich irgendwann nach einem meiner Florenzbesuche entschieden die göttliche Komödie zu lesen. So interessant sie auch war, ich hatte das Gefühl, dass ich am Ende nicht viel verstanden habe von dem was Dante uns eigentlich sagen wollte. Auf eine Empfehlung hin bin ich dann auf Roberto Benigni gestoßen. Nicht nur, dass er einen sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Schreibstil hat (ich habe immer wieder herzlich lachen müssen), so beschreibt er auch die Hintergründe, die "seinen Dante" in der Zeit bewegt haben. Sowohl als Beipack zum Original als auch als eigenständiges Werk kann ich dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der sich mit Dante beschäftigt und die Informationen nicht staubtrocken aufbereitet haben möchte.
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am 17. April 2015
Benignis humorvolle, lockere Vorstellung hat es mir leicht gemacht, der Komödie nahe zu kommen. Der italienische Komiker verbindet charmant hohe Bildung mit spaßiger Unterhaltung - man grinst die ganze Zeit beim Lesen. Gleichzeitig geht einem das Herz auf. Ein Gedicht! Toll als Lektüre geeignet, wenn man noch nie Dante gelesen hat. Der Schluss-Gesang im Paradies ist ein spirituelles Juwel.
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am 19. April 2014
Da hätte ich mir doch etwas mehr erwartet (vom Umfang her)
Den Text der göttlichen Kommödie hatte ich eh schon, auch italienisch und ich habe mir auch etliche der Vorträge Benignis angesehen. (teils live, teils auf Rai2)
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