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223 von 241 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Main Offender
Die Geschichte beginnt, wie man es bei Keith Richards erwartet hat, mit einer Festnahme wegen Drogenbesitzes 1975 in Arkansas. Anwalt Bill Carter regelt den Fall; die Anklage wird - wie so oft - fallengelassen. Keith und Ronnie (der war auch dabei) können ihre Tour fortsetzen. Wer diese Geschichte aus einer anderen Perspektive lesen möchte, braucht nur in Ronnie...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2010 von Spacetime Traveler

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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bruchstücke aus dem Leben eines Egozentrikers
Keith Richards hat kurz vor seinem 67. Geburtstag seine quasi Autobiographie vorgelegt, bzw. das, was ihm davon erinnerlich scheint und korrigiert das Bild, das viele seiner Fans bisher gehabt haben dürften. Das Bild des Gitarrenheros, des Kumpels, des guten Geistes der Rolling Stones, dem es vornehmlich immer zuerst um die Musik geht und der zugunsten von Mick...
Veröffentlicht am 16. Januar 2011 von Plattensammler


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223 von 241 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Main Offender, 30. Oktober 2010
Von 
Spacetime Traveler ('Castle of Glass' in the forest of Wuellen, on the edge of the Milky Way) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte beginnt, wie man es bei Keith Richards erwartet hat, mit einer Festnahme wegen Drogenbesitzes 1975 in Arkansas. Anwalt Bill Carter regelt den Fall; die Anklage wird - wie so oft - fallengelassen. Keith und Ronnie (der war auch dabei) können ihre Tour fortsetzen. Wer diese Geschichte aus einer anderen Perspektive lesen möchte, braucht nur in Ronnie Woods Biografie nachlesen. Keith Richards hat aufgrund seines Lebenswandels oft am Abgrund gestanden. Das Buch hat aber mehr Facetten, als nur Drogengeschichten. Primär geht es darum, wie Musik sein Leben geprägt hat und was er daraus gemacht hat.

Richards beschreibt im zweiten Kapitel seine Kindheit in Dartford und die war rau, eine typische Nachkriegskindheit in ärmlichen Verhältnissen. Als kleiner Junge wurde er oft verprügelt und konnte sich erst im Laufe der Jahre durchsetzen. Er beschönigt nichts. Seine Verbindung zu Musikinstrumenten hat sein Großvater Gus gefördert. Bei einem Besuch nach Jahrzehnten in Dartford ist es der Geruch der Heide, der Richards Erinnerungen weckt. Richards Ausführungen wirken authentisch.

In allen folgenden Kapiteln dominiert die Musik. Er liebt den Sound von Chuck Berry, Muddy Waters, Howlin' Wolf, John Lee Hooker, Bo Diddley und B. B. King und träumt davon Musiker zu werden. Sein Leben wird vom Rythm and Blues bestimmt. Aufgrund seines rebellischen Charakters fliegt er von der Kunstschule. Mick Jagger, den er von früher kennt, läuft ihm über den Weg und hilft ihm dabei, seine Kontakte zur Musikszene auszubauen. Es folgen Hungerjahre, wie die heutigen Superstars sie nicht kennen. Vielleicht sind es diese schweren Anfangsjahre, die die Band zusammen geschweißt und auch Themen für die Musik geliefert haben.

Keith Richards hat, ebenso wie Bill Wyman, Tagebuch geführt. Seine Einträge enden jedoch, als die Stones bekannter werden. Das Tagebuch hilft bei der Aufarbeitung der frühen Erinnerungen. Als Musiker haben sie alle mal mit Alexis Korner zusammen gearbeitet, der Anfang der 1960er Jahre in der Londoner Musikszene eine bekannte Größe war. Keith Richards verbringt seine Zeit mit Gitarre spielen und es folgt eine beispiellose Karriere als Rockmusiker.

Richards rechnet mit Brian Jones ab, räumt mit Mythen auf und verarbeitet Erlebnisse in Musik, so z.B. die Beziehung zu Anita Pallenberg in "Can't Be Seen". Freundin Linda vergleicht er mit "Ruby Tuesday". "Their Satanic Majesties Request" bezeichnet er als Blödsinn. Die Antwort lautet: "Beggars Banquet". Er spricht über "Flash" (gemeint ist natürlich "Jumpin' Jack Flash"), erklärt die Geheimnisse des typischen Sounds der Stones und erläutert, wie man Songs schreibt. Insbesondere den Songs aus der Topserie (Beggars Banquet, Let It Bleed, Sticky Fingers und Exile On Main St.) widmet er viele Seiten. Und so erfahren die Leser u.a., wo der "Ventilator Blues" seinen Namen her hat und wie "Exile On Main St." entstanden ist. Auch die Ausführungen zu "Dirty Work" (ein Geheimtyp) sind informativ. Musik und Texte sind aggressiv, die Titel sprechen für sich. Die Spannung zwischen Mick Jagger und Keith Richards war hochgradig explosiv und man sieht es dem Cover an. Gerade in anderen Büchern über die Stones vermisse ich Hintergrundinformationen zu den Songs. Auch Bill Wyman äußert sich in seinem sonst erstklassigen Buch nicht genügend zu den einzelnen Songs der Stones.

Es sind die manchmal sentimentalen Momente, die man Keith Richards gar nicht zutraut. So z.B. als er mit Ronnie Bennett von den Ronettes auf einer Tour durch England bei starkem Nebel eine Unterkunft aufsucht. Richards überrascht mit seinen Geständnisse in Sachen Frauen (S. 285). Sie müssen aber wohl relativiert werden, wenn man die weiteren Kapitel liest. Es fiel ihm in späteren Jahren schwer, ein guter Rockmusiker und ein guter Vater zu sein.

Auffallend ist Richards Respekt vor erfahrenen Musikern. Dieser Respekt war für ihn immer Antrieb, noch besser zu werden. Er liebt den Blues, wollte (in den Anfangsjahren) zur besten Bluesband Londons gehören und hat weit weniger als Mick Jagger das Bedürfnis auch Popsongs (z.B. "Miss You") zu produzieren.

Richards kann zwischen seiner eigenen Wahrnehmung und seinem Image unterscheiden. "Die Leute lieben dieses Image. Sie haben sich ein Fantasiebild von mir gemalt, sie haben mich gemacht, die Leute da draußen haben sich diesen Volkshelden geschaffen."

Natürlich beschreibt Keith Richards auch Ereignisse, zu denen sich bereits Ronnie Wood oder Bill Wyman geäußert haben, aber das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Er hat das Recht, seine Geschichte und die Geschichte der Stones aus seiner Perspektive zu erzählen. Und die Drogen? Spätestens als er Kinder hatte, merkte er selbst, auf welcher Gratwanderung er sich befand - letztlich hat er den Absprung geschafft und dazu gehört Stärke.

Keith Richards hat als Musiker alles erreicht. Er ist unabhängig, unangepasst und muss sich oder anderen mit diesem Buch nichts beweisen - er ist Keith Richards, ein Original. Viele selbsternannte oder in Fernsehshows gekürte Superstars sind 2000 Lichtjahre von diesem großen Rythm and Blues Veteranen entfernt. Das Destillat aus den Erzählungen ist der Mensch Keith Richards und der kommt authentisch rüber.
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87 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr als nur Sex, Drugs & Rock'n Roll, 7. November 2010
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich wollte ich auf den Schwachsinn, den einige Schnellleser zu "Life" von sich gaben, gar nicht eingehen. Aber wer behauptet, Keith Richards schreibe nichts über die Musik und ihre Hintergründe, erwartete wohl einen Gitarrenkurs in Prosaform oder eine musikwissenschaftliche Abhandlung. Oder hatte nie ein Instrument in der Hand. Mehr über das Schreiben von Songs, Finden eines Stils und Verarbeiten verschiedenster Einflüsse steht wohl in keinem anderen Buch, das ein Rock'n Roll-Gitarrist verfasste. Und gerade weil aus all diesen Stellen hervor geht, dass sich Keith nicht in Tätigkeiten verirrt, von denen er nichts versteht und für die ihm das Talent fehlt, ist es nur logisch, dass er seine Biographie nicht allein verfasste. Mich hätte er jedenfalls schwer enttäuscht, wenn er seinen Fans über 700 Seiten holprige Zeilen ohne Zug und sprachliche Komposition zugemutet hätte. Und sein Freund James Fox ist ja nicht irgendein Schreiberling, dem er mit diesem Auftrag eine Freude machen kann. Der ehemalige Journalist der Sunday Times versteht sein Handwerk ebenso wie Keith Richards das seine.

Erinnerungen sind Erfindungen, heißt es schon im ersten Kapitel. Daher gab Altmeister Goethe seinen Lebenserinnerungen auch den Titel "Dichtung und Wahrheit". Den Anspruch zu erheben, man erfahre nun alles, was Keith, sein Leben und seine Musik geprägt habe, ist ziemlich naiv. Aber da Drogen dazu gehören, kommt Keith eben oft auf die heimtückischen Gifte zu sprechen. Nicht um sich damit als verwegener Junkie aufzuplustern, sondern einfach weil Drogen jahrzehntelang sein Leben mitbestimmten, im Guten und im Schlechten. Kritiker, die den Stones vorwerfen, sie seien zu alt für die Bühne, sollten Seite 720 aufschlagen. Dort schreibt Keith: "Immer diese Nörgelei, dass wir alte Männer sind. Tatsache ist doch, und das habe ich immer gesagt: Wenn wir schwarz wären und Count Basie oder Duke Ellington hießen, würde uns jeder anfeuern, yeah, yeah, yeah. Für weisse Rock'n Roller in unserem Alter ist so was anscheinend nicht vorgesehen." Ob die Kritiker selber ein Problem mit dem Alter haben?

"Wenn man eine Idee hat, dann muss man sie fliegen lassen." Das ist nur einer von vielen Sätzen, mit denen Keith seinen Lesern vermitteln will, wie Songs entstehen. Manchmal sind sie einfach da. Diese Einsicht hat Richards auch vor dem Abheben bewahrt. Und was passiert, wenn man der eigenen Leistung zu viel Gewicht beimisst, beschreibt Keith auch, wenn er über sein schwieriges Verhältnis zu Mick Jagger spricht. Natürlich konnte er sich vorstellen, dass sich die Medien auf einzelne Sätze stürzen. Aber da er immer wieder die Erfahrung machte, dass ohnehin verbreitet wird, was die Auflagen steigen lässt, kümmert er sich herzlich wenig um selektive Wahrnehmungen und bewusste Verdrehungen. Aber wer genau und ohne Sensationslust liest, kann viel über die Unterschiede von Freunden und Brüdern, Treue und Verrat, Liebe und Sex oder Bewunderer und Schleimer erfahren.

Persönliches preiszugeben heißt für mich nicht, in die Niederungen sattsam bekannter Homestories hinunterzusteigen, sondern Schwächen nicht zu beschönigen und sich damit der Kritik der Öffentlichkeit auszusetzen. Mich interessiert es so wenig wie Keith Richards, wer wann wie mit wem ins Bett oder aufs Klo geht. Persönlich wird ein Buch, wenn es mir eine Ahnung von den Gefühlswelten seines Autors vermittelt, wenn es um Leben und Tod, um Ängste, Zweifel und um den Verkauf der eigenen Seele geht. Während viele Biographien den Charakter eines zu langen Pressetextes haben, lässt Keith Richards die Leser an vielen Stationen seines bewegten Lebens teilhaben. Und da die Stones ein Zeitalter mitprägten, ist diese Biographie auch ein Stück Kultur- und Gesellschaftsgeschichte. Wer von Unterhaltungsliteratur spricht, nur weil James Fox die Erlebnisse, Ansichten und Gefühle von Keith Richards auf unterhaltsame Weise weitergeben kann, hat wohl einfach größere Freude an Faktenhuberei als ich.

Wenn andere Leser die Biographie von Keith Richards authentisch finden, dann täuscht dies wahrscheinlich nicht. Denn jedenfalls begegnete ich in seinem Buch dem Menschen wieder, den ich in den 1980er-Jahren persönlich kennenlernen durfte, weil ich damals mit seiner Nichte zusammenwohnte. Als ich in Rom eine Einladung von Keith zum Essen mit der Begründung ablehnte, ich hätte keine Lust, in den Zoo zu gehen und Promis anzuschauen, meinte er, dieser "strange swiss guy" solle sofort ans Telefon kommen. Dann nannte er mich zum Glück einen Idioten und befahl mir, in einer Stunde auf der Matte zu stehen. Nicht länger Widerstand geleistet zu haben, bereute ich spätestens dann nicht mehr, als ich erlebte, wie Keith alles um sich herum vergessen kann, wenn die Musik von ihm Besitz ergreift. Und wie er sich auch unter widrigen Umständen um seine engsten Familienangehörigen und treuen Freunde kümmerte, beeindruckte mich tief. Jedenfalls würde ich jedem Menschen einen Freund wie Keith wünschen.

Mein Fazit: Natürlich hatte ich beim Lesen eine besondere Optik, da ich das Glück hatte, Keith Richards persönlich kennenzulernen. Aber beim Schreiben dachte er so wenig an mich wie an seine Fans. Zusammen mit seinem Freund James Fox hat er einfach über 700 Seiten verfasst, auf denen er Geschichten erzählt, die von ihm und seinen Beziehungen, vom Songschreiben und der Musik, von damals und heute handeln. Und er lässt auch Menschen zu Worte kommen, die für ihn wichtig waren und sind. Was will man mehr?
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mehr als ein rollender Stein...., 7. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Früher hatte ich Angst vor Büchern, die mehr als 400 Seiten hatten. "LIFE", das Leben des Keith Richards umfasst sagenhafte 736 Seiten. Ich habe dieses Werk eine Woche lang kaum aus der Hand gelegt. Es hat mich gefesselt auf eine ganz besondere Art und Weise. Ich war und bin kein Stones-Fan" und werde es wohl auch nicht mehr werden. Ich kannte Keith Richards nur durch seine zweifelsfrei skandalöse Präsenz in den Medien. Er war für mich der Stones-Gitarrist, der ständig high zu sein scheint und in der Südsee beim Versuch, eine Kokosnuss vom Baum zu holen, von selbigem gefallen sei und sich dabei schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte.
In diesem Buch ist mir ein Mensch begegnet, der den größten Respekt überhaupt verdient. Die Stones haben mit ihrer Musik die Welt zu einer anderen gemacht. Keith Richards zeichnet wohl in erster Instanz und vor allem für den größtes Anteil dessen verantwortlich.
Zweifelsohne entspricht er dem Klischee "Sex, Drugs & Rock n Roll". Aber eben auf die ganz besondere und durchaus beeindruckende Keith-Richards-Weise.
Er erzählt sein Leben nahezu emotionslos. Und trotzdem steckt dieses Buch voller Emotionen. Ein Kunstwerk!
Wenn er über die 70er, seinem Drogenjahrzehnt berichtet, kann man es kaum glauben, dass er immer noch am Leben ist und schlussendlich auch den Absprung geschafft hat. Sein Schutzengel muss sich zum 24-Stunden-Dienst verpflichtet haben.
Er erlitt sowohl private als auch berufliche Tiefschläge (gerade in dieser Zeit), die ihn trotz allem nicht umgebracht haben. Er verlor seinen Sohn durch plötzlichen Kindstod während er auf Tour war, schaffte es nicht, seine schwer heroinabhängige Frau zum Entzug zu bewegen (seine wohl größte Niederlage überhaupt) und er verlor auch eine zeitlang Mick Jagger, den er bedingungslos bis heute liebt, und der aus meiner Sicht die Liebe Keiths keineswegs verdient hat.
Seine Frauengeschichten sind weitaus weniger spektakulär als man denken mag. Er war kein Jäger und Sammler, wie manch anderer aus seinem Umfeld. Es waren bei Keith Richards immer Gefühle im Spiel. Er ist in die Welt hinausgezogen und hat sich mehrfach das Herz brechen lassen. Ein unabdingbares Muss, um Liebeslieder schreiben zu können, wie er selbst sagt. (Das hat mich sehr beeindruckt)
Aber wenn Keith Richards von der größten Liebe seines Lebens, der Musik, erzählt, wenn er erzählt, wie er Songs schreibt oder wie er aus seiner 6-String eine 5-String macht, und mittels einer offenen Stimmung einen ganz eigenen Sound erzeugt, kann man ihm irgendwann kaum mehr folgen. Dann merkt man, dass ein Genie berichtet. Er taucht dann in seine eigene Welt ab, und es wird ganz klar deutlich, Keith Richards ist als rollender Stein geboren worden.
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwartungen an eine Rocklegende, 29. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
..Und die wurden für mich ganz und gar erfüllt mit dieser Biographie. Sie ist sehr ehrlich und kompromisslos. Mir war klar, das ein Großteil seiner Drogengeschichten in diesem Buch abgehandelt werden. Manchmal sind diese aus meiner Sicht etwas zu ausführlich geraten. Vor allem räumt K R mit diesem Buch gründlich mit dem ein oder anderen Mythos auf der ihm im laufe seines Lebens so angedichtet wurde. Ob es die angeblichen Blutwäschen in der Schweiz sind oder die noch nicht so alte Kokosnuss-Geschichte. Im Gegensatz zu der nicht autorisierten Bockris-Biographie die Ihn eher etwas göttlich-abgehoben erscheinen lässt bleibt sein Bild in diesem Buch auf dem Boden der Tatsachen ganz bei Ihm selbst als Mensch Keith Richards.So gradeaus und ehrlich wie er ist, kauft man ihm das ab. Die Worte sind so gehalten wie er sich auch ausdrückt, wie man ihn kennt aus Dokus und Interviews . Die Art wie er redet und seine Sicht der Dinge darlegt, kommt auch so authentisch im Buch rüber,wenn auch die deutsche Übersetzung an manchen stellen etwas (aber selten) hakt :-( Vergessen hat er ja angeblich nichts wie es ja auf der Innenseite des Umschlags in fetter Schrift geschrieben steht. Dank vieler Tagebucheinträge und Sichtweisen, Briefen und Kommentaren von Zeitzeugen kann ja auch die ein oder andere Gedächtnislücke gefüllt werden. Und so ist es auch interessant wenn er den ein oder anderen Tagebucheintrag oder Brief- so wie er ihn damals geschrieben hat einfach auf der ein oder anderen Seite abdruckt.

Herr Richards hat ja viel zu erzählen. Und so beginnt er in dem über 700 Seiten starken Schmöker -nicht chronologisch- mit einer Geschichte irgendwo in Amerika wo er mal wieder von der Polizei gefilzt wurde (sehr amüsant aus heutiger Sicht).
Dann geht es weiter mit seiner frühesten Kindheit mit den harten Nachriegsjahren, seiner Verwandschaft, Schulzeit Freunde usw. Schließlich die ersten muskalischen Eindrücke, die erste Gitarre, die ersten Gehversuche mit den Ur-Stones (mit Stu), seine Liebschaften, Kolaborationen , alle Höhen und Tiefen usw. bis in die heutige Zeit - Klar, für eingefleischte Fans ist das nicht wirlich was neues.Trotzdem findet man noch viele Berichte bsplsw. über die Wingless Angles oder dem ein oder andern Musiker-Kollegen die man so noch nicht kannte.Ich finde die Biographie inhaltlich sehr humorvoll und interessant , zumal auch viele andere Meinungen von Richards Freunden und Bekannten zu Wort kommen. Was mich wirklich begeistert hat ist seine Meinung über die Musik in allen Facetten, über seine Musiker-Kollegen und alles was sich so darum dreht.Der Blues, die Rockmusik und wie er seine großen Songs geschrieben hat ,solo oder mit Mick. Die ganzen Kolaborationen mit anderen Musikern. All die ganzen Geschichten und Begegnungen die er in seinem Leben hatte- könnte man garantiert noch zwei Bücher raus machen.

Meiner Meinung nach zieht er nicht die anderen Bandmitglieder durch den Kakao, sondern er ist in seinem Buch einfach nur schonungslos ehrlich.
Und wenn Brian Jones sich damals so mies verhalten hat und die Band im Stich gelassen hat dann ist das kein Nachtreten sondern das sind dann einfach nur Tatsachen und Fakten.Brian Jones war zwar ein begabter Multiinstrumentalist aber kein Songwriter und weniger Teamfähig als alle anderen Mitglieder. Der beste Mann an Keith' Seite war, rein musikalisch gesehen, Mick Taylor. Aber auch er hat die Band auf eigenen Wunsch verlassen, hat eigentlich nur seinen "Job" gemacht (aber das wirklich gut) bei den Stones, ohne sich jemals wirklich zu integrieren.Ich denke dafür war die gemeinsame Zeit zu kurz und der Wille einfach nicht da. So kommt es auch in dem Buch rüber - völlig berechtigt M.M.n.
Was Mick Jagger angeht so ist Keith auch gnadenlos ehrlich und beschreibt die Beziehung zwischen den Beiden wie sie nun mal war und ist - harte Kritik die ich jetzt verstehen kann.So unterschiedlich die beiden Köpfe der Stones nun mal sind bleibt nicht viel anderes als sich zu arrangieren und das beste draus zu machen:-)

Die Stones wollten anfangs einfach nur Londons beste Bluesband sein. Kein ambitionisiertes Ziel, aber der Stein der ins rollen gebracht wurde, rollt heute noch. An der Gitarre war Keef sicherlich nie der schnell spielende Virtuose. Jedoch hat er mit seinen Bandkollegen und den Beatles die Musikwelt unbestritten nachhaltig richtungsweisend beeinflusst. Er ist sich selbst immer treu geblieben und hat so seinen eigenwilligen, unorthodoxen Stil an der Gitarre entwickelt ,sich damit den Spitznamen "The Human Riff" nicht nur für seine äußerlich Erscheinung verdient.Das Gitarrenspiel, es ist halt eins seiner Markenzeichen, diese fast schon schlampige aber sehr rythmische Spielweise ist seine Handschrift und von der anderer bekannter Gitarristen sofort an ihren markanten Merkmalen zu erkennen.Die ganz alten Blueser haben ihn inspiriert. 5 Saiten, open Tuning und geboren ward ein neuer Sound - und viele berühmte Guitarreros haben's bei ihm abgeschaut :-) Keef ist ein "Typ" und halt so sehr er selbst das man ihn hätte erfinden müssen, würde es ihn nicht geben.

Das Leben von Keith Richards ist eine große Story, weil er eben verdammt viel Sachen erlebt hat (und davon auch ne Menge verrückter Dinge). Und so ist auch das Buch - Echt lesenswert !
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht du schreibst die Musik, sie schreibt dich., 2. November 2010
Von 
Peter Kensok "Globalscout" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Keith Richards, Mick Jagger, die Rolling Stones - in »Life« ist dieses Stück Kulturgeschichte auf eine großartige Weise erzählt. Gleich am Anfang dieser Biographie wird der Hunger jener Leser gestillt, die »es« schon immer gewusst haben: Dieser Typ - Keith Richards - ist ein Junkie! Oder war es zumindest einen Großteil seines Lebens. Und was für eines Lebens! Als Mick Jagger, Keith Richards und Brian Jones 1962 die Rollings Stones gründeten, waren sie bereits ziemlich fitte und unabhängige Entwickler eines Rock `n` Rolls, der wie ein Tsunami über den Planeten fegen sollte. Jahrzehntelang und mit seinen Ausläufern bis heute.

Denn auch wenn Großväterchen Keith sich inzwischen etwas beruhigt hat und in seiner Bibliothek in Connecticut Geschichtsbücher verschlingt, sagt er: »Ich kann mich erst zur Ruhe setzen, wenn ich den Löffel abgebe.« Richards Freund und Wegbegleiter Tom Waits sagt: »Jeder liebt Musik. Die Frage ist, ob die Musik dich liebt - und das ist das Entscheidende. Und dieses Gefühl hatte ich bei Keith sofort. Man muss Respekt haben vor dem Prozess des Musizierens. Nicht du schreibst die Musik, sie schreibt dich.«

Das Buch ist wie Keith Richards Musik und seine Lieder. Temporeich und leidenschaftlich. »Life« ist mit über 700 Seiten eben nur ein bisschen dicker.
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51 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gott waere ein Rolling Stone, wenn auch kein Richards ..., 29. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Was erwarte ich von der Autobiografie eines Mannes, ueber den bereits alles gesagt wurde und von dem alles bekannt ist? Neue Erkenntnisse? Bisher Unbekanntes? Dementis zu Geruechten oder gar deren Bestaetigung? Nicht wirklich, oder? Der Mann ist 67 Jahre alt und sein Gehirn vom Lebenswandel in Mitleidenschaft gezogen. Also wird sein spaetes literarisches Wirken keine Nachhaltigkeit hinterlassen, sondern einfach nur unterhalten. Warum auch, er ist ein begnadeter Musiker, Gitarrist, Songwriter, der als Bestandteil der Rolling Stones goettlichen (Musiker-)status erlangt hat. Schreiben (ueber Richards oder die Stones) sollen andere, die es koennen und auch bereits getan haben und die deren geschichtliche, musikalische und politische Dimension einzuordnen wissen.
Was "'Life"' bietet ist Atmosphaeres aus einer laengst vergangenen Zeit, Sentimentales, Erinnerungswuerdiges und Authentisches. Einen Ausflug in die Vergangenheit, vielleicht sogar in die des Lesers, der mit 'Satisfaction', 'Honky Tonk Women' oder 'Gimme Shelter' Unvergessliches verbindet. Richards ist besessen. Von der Musik, dem R&B, spaeter den Rolling Stones, der wirklich einzigen Sucht, der er jemals anheim gefallen ist. Er haette auch Musik gemacht, wenn er dafuer haette bezahlen muessen. Und bezahlt hat er, besonders in den Anfaengen, als die Stones '"Abschaum'" waren und sich das Establishment (das sich ihrer spaeter bediente) durch die '"Bimbomusik"' bedroht fuehlte. Richards laesst diese Atmosphaere wieder auferstehen, die kreischenden Maedchen, die ausser Rand und Band geratenen Typen, und ein Amerika, dass sich schon damals als wenig zivilisiert und geradezu rassistisch und faschistoid ausserhalb der Staedte New York, L.A. und S.F. zeigt. Pallenberg und Jagger nehmen einen wesentlich Teil in der Biografie ein. Jagger wird dabei nicht immer umschmeichelt, schliesslich ist er das Gegenstueck zu Richards, sorgt fuer Kommerzialitaet und nterliegt ab den 80-ger Jahren einem Persoenichkeitswandel. Richards spricht von einem Bruder, den man sich im Gegensatz zu den Freunden nicht aussuchen kann. Doch kein Zweifel kommt auf, dass Richards und Jagger geniale Komponisten sind, die auch fuer die Umsetzung sorgen und dafuer alle gegenseitigen Vorbehalte ueberwinden. Sich zuruecknehmen fuer etwas, das groesser ist als sie sebst, fuer die Rolling Stones. Wood und Jones werden erwaehnt, Watts ist, wie wir alle wissen der Gute und Bill Wyman wird nur minimal gewuerdigt.
Was eine Tournee bedeutet, lassen die Bezuege zu der Tour 72 und 75 erahnen. Die Shows in den 90-ziger Jahren erreichen einen Gigantismus, der nichts mehr dem Zufall ueberlaesst. Dennoch steht fuer Richards und die Band die Musik immer im Vordergrund. Das nimmt man ihm zu jedem Zeitpunkt ab. Er ist authentisch. Seine Biografie ist Beleg dafuer.
Die Entstehungsgeschichte bestimmter Musikstuecke kommt meiner Meinung nach nicht zu kurz, auch wenn logischerweise (und gottseidank) nicht alle Musikstuecke der Rolling Stones in dieser Form gewuerdigt werden.
Reisserisches wie Groupies, Orgien und Affaeren finden Erwaehnung, ohne das ihnen ein breiter Raum eingeraeunt wird. Richards ist es wichtig, dafuer die Beziehungen anzusprechen, die sich im Laufe seines Lebens als wirklich nachhaltig und wertvoll erwiesen haben. Und er outet sich als Kuschler, wer haette das gedacht.
Einziger Schwachpunkt die haeufige Erwaehnung seiner Drogen- und Alkohol (auch Droge) Eskapaden. Jeder hat seine diesgeartete Geschichte, und sicherlich auch ein Grossteil der Leser. Also interessiert mich die von Richards eigentlich recht wenig.
Dennoch: Ohne die Musik der Rolling Stones waere die Welt eine andere. Ihr Schaffen hat fraglos auch eine politische Dimension. Sie sind die groesste Band, die diese Welt je gesehen hat und gesehen haben wird. Das erneut ins Gedaechtnis zu rufen, ist der eigentliche Verdienst der Biografie eines Richards, der gar nicht erst versucht, intellektuell zu interpretieren, sondern seine grenzenlose Liebe zur Musik und zu den Rolling Stones auf ueber 700 Seiten artikuliert und dabei die Vergangenheit aufleben laesst. Danke Richards, Jagger, Wood, Watts, Wyman, dass es euch gibt!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebensgeschichte, 10. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Ich mag ihn einfach! Mein "Rocker" schlechthin.
Gut erzählte Lebens- und Musikgeschichte eines Mannes, der noch von unten kam und durchgehalten hat (der whrscheinlich auf jede Castingshow gesch* hätte). Vom Leben kann man halt nur erzählen, wenn man es erlebt hat...
Danke Keith
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bruchstücke aus dem Leben eines Egozentrikers, 16. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Keith Richards hat kurz vor seinem 67. Geburtstag seine quasi Autobiographie vorgelegt, bzw. das, was ihm davon erinnerlich scheint und korrigiert das Bild, das viele seiner Fans bisher gehabt haben dürften. Das Bild des Gitarrenheros, des Kumpels, des guten Geistes der Rolling Stones, dem es vornehmlich immer zuerst um die Musik geht und der zugunsten von Mick Jagger und der Band aufopfernd seine Person zurücknimmt. Dem ist ganz offensichtlich nicht so. Richards schildert sich unzweifelhaft ichbezogen. Zugunsten seiner Sucht - nur Heroin ist Rauschgift, Shit, Gras, Koks und Alkohol seiner Darstellung nach nicht - vernachlässigt er seine Mitmenschen, ganz stark erst Anita Pallenberg, dann vor allem und sträflich Sohn Marlon und hätte er nicht zum spätest möglichen Zeitpunkt seine Frau Patti Hansen kennen gelernt, die ihn betreffenden Prophezeiungen in den Siebzigern hätten sich wohl bewahrheitet. In der Band ist Richards launisch, unzuverlässig, nicht in der Lage, bei Konzeption oder Disziplin Jagger das Wasser zu reichen. Dazu kommt ein guter Schuss Aggressivität und dann wieder sozialromantische Reflektion darüber, was für ein guter Freund er doch all denen sein könne, die ihm bedingungslos zu folgen gewillt sind. Dabei misst auch Richards die Stones-Platten durchaus am Verkauf und wurde bei Forbes zwischenzeitlich mit 70 Mio. Euro Jahreseinkommen gelistet. Die hat er zu einem guten Teil dem zielgerichteten Handeln Mick Jaggers zu verdanken, der aber bis auf wenige Sequenzen als wenig liebenswert geschildert wird. Übel, übel und vor allem gibt die ganze Story kein durchgehendes Bild ab, weil manche Ereignisse sehr detailliert geschildert, andere Phasen dagegen völlig ausgeblendet sind. Ich hätte mir mehr über die Entstehung der Songs und Alben gewünscht und weniger egozentrische Nabelschau, die ganz offensichtlich zum Ziel hat, die Person Keith Richards als Seele der Stones zu verewigen. Ist meines Erachtens nicht gelungen, sorry Keith. Ich bin seit 40 Jahren Stones-Fan und auch -kenner, habe ziemlich alle Platten, Dutzende Bücher, war bei sieben Konzerten innerhalb der letzten 35 Jahre, stand immer auf Keith Richards Seite. Jetzt habe ich mich wochenlang durch die 723 Seiten Life gelesen, teilweise gequält und bin zu oben stehender Schlussfolgerung gelangt. Wieder ein bisschen Illusion weniger. Insofern kein unnötiges Buch. Aber Life halt.
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47 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen SORRY - DIES IST EIN ROMAN !!! Keith mit 70 auf dem Level eines Pubertierenden, 18. August 2012
Von 
Esther Everling (Nähe Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Sorry, dass ich hier einen halben Roman schreibe -- es hat auch viel damit zu tun, dass ich Brian-Jones-Fan bin und besonders heftig reagiere, wenn auf ihm herumgetrampelt wird.

Keith's Biographie:
Ich begreife einfach nicht, wie es sein kann, dass dieses Buch hier so viele Sterne absahnt. Selbst Bill Clinton hat es gelobt vor großem Publikum.

Bin ich im falschen Film?

Keith hat eine ganze Menge zum Thema MUSIK zu sagen, wie man in anderen Medien hört, liest und sieht. In seinem eigenen Buch aber kommt Musik als Thema, mit dem er sich ernsthaft auseinandersetzt, fast nie vor, bis auf wenige Stellen, und das sind auch die einzig erträglichen.

Man traut sich gar nicht mehr, dieses Buch negativ zu kritisieren, aber ich denke, es ist inzwischen nicht mehr ganz so taufrisch (veröff. 2010) --- und deshalb werden mich auch nicht mehr so viele Leser in der Luft zerreißen für den einen Stern, den ich gebe, 2-3 Jahre später...Außerdem ist die "Biographie" inzwischen mehr als halb so teuer wie am Anfang, und da ist die Empörung bei Vielen vielleicht nicht mehr sooo groß, wie wenn man 30-40 Euro für die gebundene Ausgabe bezahlen musste für 700 Seiten (von denen die meisten sinnlos und überflüssig sind).

Keith soll, wie ich neulich hörte, mit dem Buch ca. 4-5 Millionen US-Dollar verdient haben....
Ich kann nicht glauben, dass die Lektoren den Pubertäts-Müll eines fast 70jährigen scheinbar gänzlich unzensiert zur Veröffentlichung freigaben, auch wenn er es nur erzählte und jemand anders es in Worte fasste.

Ich bekam das Buch geschenkt, weil ich bis dahin absoluter Stones-Fan war, insbesondere hatte ich immer ein Foto von meinem Lieblings-Stone, Keith, im Portemonnaie. Es war von 1967, mit intellektueller Brille. Ich mochte Vieles, was die STONES veröffentlichten, Manches fand ich sensationell, auch noch Mitte der 80er Jahre.Danach hatte ich keine Zeit mehr für Musik.

Keith' Biographie....

Der Schreibstil, die Wortwahl sind für die Zielgruppe 14-25 geeignet, die das - aus Gewohnheit durch oft übelste Gossensprache in den Medien (BRITT!!!) oder auf dem Schulhof - vielleicht ganz normal oder auch "cool" finden mag, vom Niveau her unterste Schublade.
Warum muss Keith ständig so ordinäre Wörter benutzen -- jemand anders , der hier eine Rezension schrieb, bezeichnete dies als "entwaffnende Ehrlichkeit"...komisch -- aha, wenn man also "PISSEN" sagt statt PINKELN, ist man ehrlich.

Das Buch wimmelt von hohlem Geschwätz, PROLGESCHWAFEL, Ballermann-Endstadium. Da geht es vom "ARSCH AUFREIßEN" und vom KOPF IN DER KLOSCHÜSSEL bis hin zum "in der eigenen KOTZE liegen", das sagt er auch detailreich über John Lennons Besuche bei ihm. Ob Lennon das gewollt hätte, dass Richards das so in die Welt posaunt ?

Wichtig ist auch immer das Ausmaß eines Geschlechtsteils, immer wieder bricht das durch, er macht in dieser Hinsicht Mick Jagger zum Hutzelmännchen, das nur riesige ....in der Hose hat.

Man kann sich, wenn man dies über sich ergehen lassen will, mehrfach an Detailbeschreibungen von Cold Turkeys ergötzen, mit entsprechend extremsten Kraftausdrücken, z.B. die anderen hätten ihm zugesehen , "wie ich SCH..."... Na, toll.

Das alles ist nur dumme, benebelte, gehirngeschrumpfte Sprücheklopferei eines sich selbst gegenüber verblendeten Gitarristen, der im Leben keinerlei Grenzen erfahren hat. Manch anderer Rezensent benutzt das Wort "verblödet", das trifft den Kern.

Keith - er darf dieses Buch so kotzbrockig, "obercool" und dämlich schreiben (lassen), weil man ihm alles, aber auch wirklich alles im Leben, durchgehen ließ. Er kennt es nicht anders, als dass er gebauchpinselt wird trotz jedes noch so miesen Verhaltens, jeder Kaltblütigkeit.

NAME-DROPPING....Er sonnt sich über 700 Seiten lang darin, zwischen welchen zehntausend Leuten und Orten er rumhüpfte. Wirft mit Namen und Orten um sich wie in einem Feuerwerk, ohne jeglichen Tiefgang, kein wieso, warum, keine Zusammenhänge, Analysen, Begründungen, Einsichten.

-- warum hat Keith denn nicht einfach alle Leute, die er mal irgendwo für

eine Sekunde/Stunde/einen Tag/ eine Woche traf,
aufgelistet und dahintergeschrieben, wie wenn man Noten gibt:
RIESENSPAß,sehr gut / ganz okay Note 3/ ZOFF - blöd, 6 ?

Auf diese Weise hätte Keith seinen Lesern 600 Seiten, die man sowieso wieder vergisst, ersparen können. Man hätte nur 122 Seiten lesen müssen. Keith war Zeit seines Lebens benebelt, das Buch dokumentiert das.

Er ist stolz auf sich und sein verpeiltes Leben.. Für Johnny Depp ein wirklich gutes Vorbild als Capt'n Jack Sparrow: Keith' Art zu nuscheln, zu taumeln, - Fluch der Karibik wäre ohne Keith als Johnnys Vorbild niemals so erfolgreich gewesen.

Zurück zu "LIFE": Keith suhlt sich ohne den Ansatz von Nachdenklichkeit in all seinen oberflächlichen Begegnungen: meistens hatte er VIEL SPAß mit X oder Y durch besinnungsloses Betrinken/auf Drogen, manchmal Musizieren... was bringen diese Informationen eines kopfmäßig 15-jährigen dem Leser?

Man lernt nur Eines daraus: Egal, wo er mit wem in welchem Land irgendeinen Mist baut, er kommt immer heil wieder raus, auch aus den Gerichtssälen, weil die Regierungen ja viel zu blöd sind, um "zu checken, was da wirklich läuft"....

Ach nööö --- Hätte Keith mal lieber seinen ach so rebellischen, 70- bzw. 15-jährigen Mund gehalten und die Zeit zum Songschreiben/Komponieren benutzt.

Nur diese raren Stellen, wo er auf das Komponieren und Experimentieren mit den Instrumenten eingeht, zeigen "Tiefe", man merkt, dass nur rein musikalilsche Themen, die hier aber viel zu kurz kommen,in ihm einen gewissen Tiefgang, eine fast verbissene analytische Auseinanderesetzung erzeugen. Das ist es, was er wirklich kann. Musik machen.

Der Rest : alles wird nur mal kurz angedeutet, ohne jemals nachzufragen über das Warum und Wieso, -- eine endlose Kette des ewig Gleichen, nur Austausch von Personen und Orten.

Keith Richards war offensichtlich mit dem sehr frühen Riesenerfolg und Luxus überfordert und konnte sein ganzes Leben lang alles als Spielzeug und selbstverständlich ansehen, -- er scheint keine Werte zu haben, nichts, was er schätzt. Zumindest konnte ich nichts finden, außer Angaben darüber, dass er Frühlingszwiebeln mag. Das ist nicht Bohème, das ist einfach nur primitiv. Der Mann versteht was von Musik, sonst nichts.

Nervtötend ist, dass er, der sich selbst als rausgeflogener Schüler ohne Abschluss "aus der Gosse" kommend bezeichnet, unaufhörlich um sich wirft mit all den Luxus-Orten, Privatinseln, Yachten, Luxushotels, in denen er dies und das angestellt oder jenes mit den Personen x oder y gemacht hat oder welche Pillen er eingeworfen hat.

Er sinniert darüber, dass die bewusstseinserweiternde Pille namens xy früher besser war als heute. Nennt auch alle Namen der Pillen und sagt, welche er für was am besten findet und dass es für ihn früher immer besonders kribbelig war, Drogen mit der Spritze in den "Hintern" zu injizieren.

Wirklich gut brauchbare Bedienungsanleitungen für Nachahmer. Die römischen Ziffern für 4, nämlich IV, erzählt er, waren für ihn immer nur eine Abkürzung für "intravenös". Hat KEEF wirklich toll gemacht, was für ein cooler Typ.

Er prahlt, welchen Bentley, Mercedes oder sonstige Luxusauto er zu Schrott fuhr. Er erzählt lang und breit, wie sehr ihn eine Afrika-Safari zu Tode gelangweilt hätte, er sei auf der Rückbank der Luxuskarosse in Südafrika immer wieder weggedriftet...das Einzige, was ihn bei der Safari interessiert hätte, waren die Ausmaße des Geschlechtsteils eines Elefanten und dass der Elefant vier Fußabdrücke im Sand hinterlie&szliß plus eine lange Schleifspur in der Mitte, und da könne man wirklich neidisch werden.

Frauen kommen mit wenigen Ausnahmen nur als Bettmiezen vor, die genauso dauernd etwas einwerfen, koksen und spritzen wie er.

So plätschert die Szenerie mit dauernd wechselnden Statisten und eingestreuten berühmten Namen dahin, nirgendwo Hintergründe, immer nur kurzes Aufblitzen und Sprung zum nächsten. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit anderen Menschen habe ich nirgends gefunden.Entweder er hatte Spaß mit jemandem oder es gab Zoff, basta.

Am allermeisten hat mich in diesem Zusammenhang geärgert, was Richards in diesem Buch mit BRIAN JONES gemacht hat.
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Ja, nun komme ich zum eingangs erwähnten Thema...Brian Jones und was "KEEF" aus ihm in seinem Buch (und im wahren Leben) gemacht hat ...und wie er über ihn redet bzw. ihn totschweigt, auch wie im wahren Leben.
B r i a n J o n e s war 1962 (siehe 50 Jahre Rolling Stones) der GRÜNDER der Rolling Stones und gab ihnen auch ihren Namen.
Er war ein hochingtelligenter, talentierter, kreativer, genialer junger Mann, der 13 oder gar 15 Instrumente spielen konnte. Dabei war er nicht arrogant, nicht oberflächlich, sondern das glatte Gegenteil. Brian war höflich, bescheiden, nachdenklich, einfühlsam, gutherzig, respektvoll, aber auch sehr schüchtern.

Er hatte eine ungeheuer liebenswürdige Art. Brian plante nebenbei auch andere Dinge, z.B ein Filmprojekt im surrealistischen Stil, unabhängig von den Stones.
Wie Brian war, kann man an seinen Worten und an seiner ganzen Körpersprache sehr gut erkennen: Youtube-Video / Interview mit den Stones part 1 and 2 in Montreal, 1964. Brian ist derjenige, der mit dem Moderator spricht, vernünftig und freundlich, wobei die anderen neben ihm nur hohl herumhängen und dumm kichern wie Teenies, als seien sie zwölf.
Man kann allein an der Körpersprache wirklich sehen, wie Brian war, z.B.als sie sich mit dem Yogi treffen (siehe auch in youtube).

Keith Richards schreibt über Brian fast nur Abfälliges in einer ganz miesen Art und Weise. Stellt ihn hin als Hypochonder, als Jammerlappen. Es hieß immer, Brian Jones sei der Kopf der Rolling Stones. Mick Jagger und Keith Richards waren sogenannte Alpha-Männer, die es nicht ertragen konnten, dass Brian ihnen geistig und auch vom Können her durch seine geniale Art total überlegen war. Sie rangelten sich im Vordergrund als Frontmen herum, während Brian den Stones-Songs absolut perfekt seine gesamte Kreativität, sein bis ins Mystische gehendes instrumentales Spektrum verlieh.

Keith Richards schreibt an einer Stelle, als er Brians Sitar und das Arrangement von "Paint it Black" hörte, wäre es ihm vorgekommen wie etwas aus einem anderen Universum.
In YouTube kann man sich anhören, dass es fast nur Brian war, der diesen Song von Anfang bis Ende bestreitet, denn dort findet man die Tonspur der Sitar , also den Track von Brian, ohne alles andere: siehe in YouTube BRIAN JONES PAINT IT BLACK SITAR WORK.
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Nachtrag : Merkwürdigerweise wurden viele Brian Jones-YouTube-Sachen im Jahr 2012 aus YouTube herausgenommen--
auch die eben genannte Tonspur von Brians SITAR, die das ganze Lied ausmacht.
Warum, frage ich noch einmal, wird Brian nicht, wie es jede andere Band tut, in der ein Mitglied -geschweige denn der Gründer- verstarb- T O T-geschwiegen, wieso gibt es niemals ein Tribute-to Brian-Lied auf Stones-Konzerten?

Bei "Paint it Black, Sitar Work" auf You Tube -nun leider zum 50jährigen wie so Vieles seltsamerweise einfach aus YouTube entfernt- bei Paint it Black vermisst man, wenn man Brian hört, eigentlich gar nichts. Nur Jaggers Gesang.
Brian spielte die klassische Flöte und das Klavier bei RUBY TUESDAY. Brian spielte das mystische Xylophon in UNDER MY THUMB. Er erzeugt den metallischen Sound eines Spinetts in LADY JANE. Und , und, und. Brian war bis zur 10.LP mit dabei, zuletzt bei Beggar's Banquet und Let it Bleed. Brian spielte "Gimme Shelter" und "Sympathy for the devil" mmit ein.

Jagger und Richards wussten, dass Brian scheu und schüchtern war, und dass er sich nicht wehren könnte, wenn sie ihn immer weiter in den Hintergrund schieben und nur noch als instrumentalen Handwerksburschen mit auftreten ließen.

Brians Vater erzählt in einem Interview auf YouTube, dass Brian an einem Tag zu seinen Eltern kam, weil er einen totalen Zusammenbruch erlitten hatte wegen eines Mädchens, das die Liebe seines Lebens war und das ihn verlassen hatte. Danach sei er nie mehr derselbe junge Mann gewesen wie vorher.

Das war, als ihm Keith Richards seine einzige,wirklich große Liebe ausgespannt hatte. Brian lag zu der Zeit mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus.

Dieses für Brian so schlimme Erlebnis wird im Buch von Keith Richards zwischen vielen anderen verzichtbaren Episoden eher als Anekdote nebenbei erwähnt, ansonsten zieht er nur über Brian her, schreibt sogar, Brian sei ein Frauenschläger gewesen. (sic!)

Keith erzählt aus völlig egomanischer Sichtweise, wie er die Dinge sah. So berichtet er, dass er mit Brian und dessen Freundin 1968 auf dem Weg nach Marrakesch war, im Auto. Unterwegs wurde Brian, der an Asthma litt, krank.

Dies tut Richards in seinem Buch wieder abfällig ab. Er schreibt, er habe nicht gewusst, ob das nur wieder Brians "übliches Gewimmere und Gejammere" sei oder ob er tatsächlich etwas Ernstes gehabt hätte.(Ein Wimmerer und Jammerer - ein Frauenschläger?)

Sie ließen Brian in einem Krankenhaus in Spanien und fuhren alleine weiter nach Marrakesch. Dort habe Keith, wie schon seit langem, überlegt, ob er nun Sex mit Brians Freundin haben sollte oder nicht, aber dann hätte es die beiden halt überkommen, und sie wurden ein Paar. Mit wenigen, abfälligen Sätzen beschreibt Richards, dass Brian später nach Marokko nachkam, aber sie hätten sich einfach ohne irgendeine Nachricht nachts aus dem Staub gemacht und Brian in Marrakesch zurückgelassen.

DIESE AKTION beschreibt Keith wie eine lausbübische, witzige Flucht, - für mich ist es nur erbärmlich und feige. Er macht sich darüber lustig, wie Brian nach den anderen gesucht habe, man habe ihn ohne ein Wort hier einfach völlig alleine im Stich gelassen usw.

Das "Abhauen" vor Brian - man kann sich fast Keith' schallend lautes Lachen dazudenken.
Ein Arzt wurde ins Hotel geholt wegen Brian,.. "der gibt ihm eine Spritze und bleibt solange, bis er sicher ist, dass sie wirkt. Nicht, dass er noch aus dem zehnten Stock in den Swimmingpool springt."

Und, wie bei fast allem, was im Buch nach Erklärungen schreit, verliert er nur noch ein paar schnelle Fazitworte darüber, wie sich Brian danach fühlte und was es in ihm auslöste. Er schreibt: "Brian und ich mussten lange weiter zusammenarbeiten, dabei unternahm er verzweifelte Anstrengungen, um seine Freundin zurückzugewinnen. Aber er hatte keine Chance. Wenn sie sich entschieden hat, dann hat sie sich entschieden...Er hat mir nie verziehen. Kann ich verstehen. Meine Meinung ist: Ich habe sie gerettet. Tatsächlich habe ich in gewisser Weise auch ihn gerettet. Sie beide waren auf einem sehr zerstörerischen Weg."
Das Gegenteil war der Fall.
Keith war die Ursache, dass Brian völlig abstürzte.

Brian musste ständig weiter mit Keith auf der Bühne stehen und an Alben basteln, und er sah, wie der Bauch seiner Exfreundin von der Schwangerschaft im Jahre 1969 immer dicker wurde. Keith wurde Vater.

Erst 70 Seiten später (!) greift Keith das Thema BRIAN JONES noch einmal auf:
"Bereits drei Jahre zuvor (1966) hatten wir erstmals den Stecker ziehen müssen, als der komatöse Brian neben seinem brummenden Amp lag, und trotzdem war er noch Anfang 1969, im Jahr seines Todes,auf einigen unserer Tracks zu hören. Autoharp auf YOU GOT THE SILVER und Percussion auf MIDNIGHT RAMBLER. Kaum zu glauben, aber wahr."

Wieso kaum zu glauben? Keith liefert keine Erklärung ab.
Was Brian alles durchmachte, und vor allem: warum (!)-- die Drogen, der Alkoholkonsum, kein Wort davon.

Mit "Den Stecker ziehen" meint Richards, dass sie Brian nun aus der Band kicken wollten.

Zitat: "Im Mai spielten wir schon seinen Ersatz ein: Mick Taylor.... 2 oder 3 Wochen vor seinem Tod war Brian bei uns rausgeflogen. Der Konflikt hatte sich zugespitzt, bis Mick und ich zu Brians Haus fahren mussten. Große Lust hatten wir nicht, aber wir gingen die Sache gemeinsam an: "Hey Brian,Kumpel - es ist aus!" (Mehr kommt zum Thema nicht.)

Und dann schreibt Richards von einem Studio GIG, der unterbrochen wurde von einem Anruf: "Kurz darauf kam der Anruf, die Nachricht von Brians Tod."

"Hey, Brian,Kumpel - es ist aus!" Und sonst nichts. Dieser Satz steht symbolisch für die Erzählweise des ganzen Buches.

Brian "ertrank" am 3. Juli in seinem Swimmingpool, besser gesagt: er wurde unter Wasser gedrückt, bis er erstickte, wie sich viel später nachweisen ließ.

Üver Brians Tod redet Keith nur ein paar Zeilen in sehr flapsigem "Hey,Mann"-Ton, ein Bauarbeiter habe auf seinem Totenbett ca.1994 gestanden, dass e r Brian 1969 getötet habe.

Keith dazu: "Getötet ist ein bisschen viel. Bestenfalls Totschlag, würde ich sagen. Meinetwegen hast du ihn unter Wasser gedrückt...Der ewig jammernde Hurensohn ist jemandem auf die Nerven gegangen und Schluss. An diesem Punkt in Brians Leben hatte es längst keinen Sinn mehr."

Keinen Sinn mehr? Brian war 27 Jahre alt !

Jeder soll sich nach diesen Zitaten seine Meinung selber bilden über die Qualität dieser Autobiografie.

B R I A N S " R A U S S C H M I S S " :

Merkwürdigerweise berichtet Alexis Korner auf YouTube, dass Brian schon längere Zeit mit Jimi Hendrix, John Lennon, Eric Clapton, Steve Mariott, Steve Winwood und auch John Mayall in Verbindung stand, um eine eigene, neue Band zu gründen,Brian war voller neuer Hoffnung. Keith erwähnt hiervon nichts in seinem Buch (da er Brian ja quasi ignoriert,wohingegen andere Bands, bei denen ein Mitglied starb, diesem immer einen Tribut bei Auftritten zollen). Für Keith war es ein Rausschmiss, wohingegen Brian längst andere Pläne hatte, Brian wollte nicht mehr mit den Stones spielen. Brian hatte den Namen "The Rolling Stones" ins Leben gerufen und auf seinen eigenen Namen, auf Brian Jones, registrieren lassen. Hätte er eine neue, eine Superband gegründet, so hätte er ohne jeglichen Widerspruch den Bandnamen "The Rolling Stones" mitnehmen können. Man weiß bis heute nicht, wer genau hinter dem Mord an Brian steckte und warum. Sicher ist, dass die Rolling Stones ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch die "Rolling Stones" ohne "The" hießen, und dass die Gründung einer Superband alles andere vom Markt gefegt hätte; es war zu einem Zeitpunkt,wo sich die Beatles noch nicht aufgelöst hatten -- verschiedene wichtige Bands wären an dieser neuen Superband zerbrochen, Verträge hätten gebrochen werden müssen.

Zum Tod von Brian gibt Keith offen und eiskalt zu, dass der geplante Hydepark-Auftritt am 5.Juli mit Mick Taylor, "unserem neuen Mann an Bord" umbenannt wurde:

"So inszenierten wir das Ganze als Gedenkfeier für Brian." (!)

IST DENN DAS NÖTIG GEWESEN, DIES NACH ÜBER 30 JAHREN SO MIES
IN DIE WELT HINAUSZUPOSAUNEN IN DEM BUCH ? ? ? ? ?

War das kein indirekter Betrug an der halben Million Konzertbesucher?

Das geheuchelte Hydepark-Konzert ( Keith sagt darüber nur wie ein Jugendlicher:
"Eine H a m m e r s h o w ! ") steht auf Seite 362. Er erwähnt B r i a n kein einziges Mal mehr,bis zum Ende des Buches
auf Seite 723.

In Biografien über Brian steht, dass hinter der Bühne beim Hydeparkkonzert
so richtig "die Sau rausgelassen" wurde und dass Backstagebesucher total angewidert diesen Bereich wieder verließen, weil dort große Partystimmung war, alles andere
als ein Gedenkkonzert.

Auf Brians Beerdigung am 10.Juli 1969 waren nur Charlie und Bill. Mick Jagger saß schon einen Tag nach dem Hydeparkkonzert in einem Flieger nach Australien und Keith Richards hockte einfach nur im Studio und dudelte auf seiner Gitarre herum, ziellos, als Brians Sarg in die Erde gelassen wurde.
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Mister Keith Richards, ich habe in Youtube gesehen, wie sehr Sie als Autor gefeiert wurden für Ihre Biografie, die Sie, wie Sie zugeben, nicht selbst geschrieben, sondern nur erzählt haben, jemand anders hat es dann in Worte gefasst -- gefeiert wurden Sie sogar von Ex-Präsident Bill Clinton, er sprach (siehe youtube) beeindruckt von Ihnen und Ihrem Buch vor großem Publikum. Und dann traten Sie auf, und man sah nach 10 Sekunden, dass Sie nicht Herr Ihrer Sinne sind. Es war einfach nur peinlich, weil Ihnen so gar nichts einfiel, was Sie hätten sagen können....das schienen sogar Sie selbst zu merken und gingen nach ein wenig Gestammel wieder von der Bühne. ---- siehe Youtube.
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Nachtrag: Ich sah am 19. August 2012 ein Interview mit Mister Richards, aus dem Jahr 2012, zum Thema 50 Jahre Rolling Stones. Es ist völlig paradox, was er da plötzlich von sich gibt. Er wird gefragt, ob er irgendetwas in seinem Leben bereue. Er hat spontan nur 2 Antworten.
Ich schreibe sie wortwörtlich auf Englisch nieder:

"Yeah, well, regret...hm...having taken certain things I couldnt get off of..." (er meinte die Drogen)
"and Brian dying..-- I mean, it was such a shock... -- how can you dare leaving the band ?!" ( Brians Tod --es war so ein Schock -- wie kannst du es wagen, die Band zu verlassen?)

Hat er bei diesen neuesten Äußerungen vergessen, dass er zuvor in LIFE eine ganz andere Version veröffentlichte, nämlich dass ihm Brian völlig wurscht war?

Oder war Mister Richards' Aussage von 2012 kein Geheuchel für die Presse, sondern vielleicht die Wahrheit --- und das, was im Buch stand, das Obercoole,war Geheuchel?

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Ich gebe dem Buch einen Punkt für die rar gesäten, wenigen Stellen, in denen Keith interessant über musikalische Entdeckungen und Experimente schreibt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts anderes erwartet, 11. August 2013
Von 
musicpeterpan "musicpeterpan" - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Die Biographie von Keith Richard ist genauso geworden wie ich es erwartet habe. Er erzählt vieles aus seinem ereignisreichen Leben und das auch mit der von mir erwarteten Ehrlichkeit und Offenheit. Dass er in seinem Leben viel zu viel Drogen und Alkohol konsumiert hat, ist natürlich weder eine Neuheit noch eine Überraschung. Das diese fast sein gesamtes Leben ausfüllten auch nicht, den Rest hat er mit Musik gefüllt. Diese hat aber einen Stellenwert, der nicht hoch genug zu bewerten ist.
Dass dieses Leben von ihm sehr egoistisch geführt wurde, ist vor dem Hintergrund des exorbitanten Drogen- und Alkoholmissbrauchs ganz normal. Denn wer solche Leute kennt, weiß, dass für sie nur eines zählt, wo krieg ich den nächsten Schuss, Nase, Flasche her, ohne Rücksicht auf Verluste. Das kommt in seinem Buch auch immer wieder klar hervor, er beschönigt das auch gar nicht, was ihn wieder ehrt. Dass er auf seinem Weg viele mit in den Abgrund gestürzt hat, ist eine andere Sache, aber die waren alle erwachsen genug um auch nein zu sagen.
Insgesamt gesehen ist das Buch um mindestens dreihundert Seiten zu lang geraten, denn die immer wieder erzählten Drogenstorys langweilen halt einfach irgendwann. Wenn es schon so ein dicker Wälzer hat sein müssen, dann hätte man ihn mit viel mehr musikalischen Inhalten füllen sollen, denn immerhin ist Keith Richards einer der begnadetsten Musiker und mit seinen Kumpels, den Rolling Stones, auch noch der erfolgreichste unserer Zeit. Das hätte doch locker ein paar hundert Seiten an Veröffentlichungen hergegeben. Aber so hat er eine meines Erachtens eine große Chance verpasst, vor allem vor dem Hintergrund, dass Mick Jagger nie etwas veröffentlichte, hätte er hier im Alleingang alles erzählen können. Wer weiß, vielleicht hätte bei all der schonungslosen Offenheit von Keith, sich der gute Mick dann doch zu Wort gemeldet und ein eigenes Buch mit seiner Sicht der Dinge veröffentlicht. Das wäre doch mal eine Überraschung geworden.
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