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60 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Buch zum Nachdenken
Frankl beschreibt in diesem eindrücklichen Buch seine Erfahrungen, seine Gedanken und seine vor Ort und Stelle entwickelten Theorien über die psychologischen Vorgänge der Menschen, welche das unbeschreiblich schreckliche Erlebnis, in einem Konzentrationslager gefangen zu sein, erleben mussten.
Die Worte des Autors gehen einem enorm tief, weiss man doch...
Veröffentlicht am 21. August 2002 von Psylaw

versus
3.0 von 5 Sternen Ok
Ganz ok, nicht überragend. Schwach geschrieben und manchmal ohne Zugang zum eigentlichen Thema. Habe mir leider sehr viel mehr erwartet.
Vor 1 Monat von mag. maximilian link veröffentlicht


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60 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Buch zum Nachdenken, 21. August 2002
Frankl beschreibt in diesem eindrücklichen Buch seine Erfahrungen, seine Gedanken und seine vor Ort und Stelle entwickelten Theorien über die psychologischen Vorgänge der Menschen, welche das unbeschreiblich schreckliche Erlebnis, in einem Konzentrationslager gefangen zu sein, erleben mussten.
Die Worte des Autors gehen einem enorm tief, weiss man doch um die Tatsache, dass er nicht bloss theoretische Aspekte übermittelt, sondern das Niedergeschriebene am eigenen Leibe erfahren hat. So steht im Vorwort von 'Trotzdem Ja zum Leben sagen': "Viktor Frankl hat gelebt, was er lehrt." Und dies wird dem Leser/der Leserin auf jeder Seite, in jedem Satz, bei jedem Wort dieses Buch deutlich bewusst!
Die Sicht eines Psychologen über die Ungerechtigkeit und die Schreckenstaten in einem Konzentrationslager und wie ein Mensch eine solche Situation überhaupt seelisch durchstehen konnte, dürfte für jede und jeden von uns von grosser Bedeutung und grossem Interesse sein.
Viktor Frankls im KZ erlangten Erkenntnisse verursachen Aha-Erlebnisse und lassen sich auch auf unser Leben umsetzen. Seine Worte treffen uns und bewirken eine Veränderung unserer Sichtweisen in den verschiedensten Bereichen.
"Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzen Atemzug nicht nehmen kann, lässt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten." (Viktor Frankl)
Die 200 Seiten bewegen, beschäftigen und schmerzen. Man liest diesen Schicksalsbericht und erfährt Einzelheiten darüber, wie es Menschen wie Viktor Frankl gelungen ist, diese Zeit trotz Schmerzen, Ängsten und andauernden Qualen seelisch zu überstehen.
"Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muss auch Leiden einen Sinn haben." (Viktor Frankl)
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223 von 237 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch der Menschlichkeit, 13. September 2002
Am 2.September 1997 verstarb im Alter von 92 Jahren in Wien eine der für mich beeindruckendsten Persönlichkeiten, die ich kenne: der große, gütige und weise Viktor Emil Frankl, der auf allen Kontinenten berühmte österreichische Arzt, Professor für Neurologie und Psychiatrie sowie Professor der von ihm begründeten Wissenschaft Logopädie. Unter seinem Werk von über dreißig Fachbüchern, übersetzt in alle wichtigen Sprachen der Erde, ist dieses kleine Bändchen äußerlich vergleichsweise unscheinbar, und dennoch gehört es, wie das Zitat auf der vierten Umschlagseite aussagt, "zum kostbaren Erbe jener säkulären Literatur, in der die Grundwahrheiten unseres Jahrhunderts manifest werden" (deutschland-berichte).
Das Buch will kein objektiver Tatsachenbericht über das Leben in Konzentrationslagern des deutschen Faschismus sein, sondern eine subjektive Erlebnisschilderung aus der Sicht eines Häftlings, der das Erfahrene zudem mit den Augen und dem Verstand eines Psychologen betrachtet und zu erklären versucht. Frankl beleuchtet Ereignisse und Situationen sowie Vorgänge und Verhaltensweisen auf seiten der Inhaftierten wie der SS-Offiziere im KZ-Alltag von der Einlieferung bis zur Befreiung und versucht hier und da psychologische Deutungen. Dabei kommt er unter anderem zu der Feststellung, daß mit der Kennzeichnung einer Person entweder als Angehörigen der SS oder als Lagerhäftling noch kein Urteil über ihn gefällt werden könne. "Menschliche Güte kann man bei allen Menschen finden, sie findet sich also auch bei der Gruppe, deren pauschale Verurteilung doch gewiß sehr nahe liegt. [...] So einfach dürfen wir es uns nicht machen, daß wir erklären: die einen sind die Engel und die andern sind Teufel." (S. 137) Damit spricht er etwas aus, das ich schon immer so empfunden habe. Grundsätzlich lehnt er eine Pauschalverurteilung ab und die Existenz einer "Kollektivschuld".
Er beschreibt sachlich und emotionslos - aber gerade dadurch sehr eindrucksvoll und berührend - in der "ersten Phase" die Ankunft im Bahnhof Auschwitz, die Aufnahme im Lager mit der ersten Selektion, die Desinfektion und die ersten Reaktionen der Mitgefangenen vom Zerrinnen der Illusionen über den Galgenhumor bis hin zur Neugier. Er setzt sich auseinander mit der Selbsttötung, in der vom ersten Tag an von vielen der einzige Ausweg gesehen wurde. Gleich am ersten Abend hatte Frankl sich selbst das Versprechen abgenommen, nicht "in den Draht zu laufen" (womit die Häftlinge das Berühren des mit elektrischer Hochspannung geladenen Stacheldrahtes meinten), und selbst in der schlimmsten Verzweiflung hat er an diesem Vorsatz festgehalten - in dem Wissen, daß auch unter diesen Umständen sein Leben sinnvoll ist.
Als typisch für die "zweite Phase" des Lagerlebens bezeichnet der Autor die Apathie und die Abstumpfung des Gemüts bis hin zur Gleichgültigkeit. Der Tod von Mitgefangenen löste bald kaum noch Gefühlsreaktionen aus. Was dennoch als das Schmerzlichste empfunden wurde, waren nach Mißhandlungen nicht der körperliche Schmerz, sondern der Hohn und der Haß, der sie begleitete, die entmenschte Grausamkeit, der sie entsprangen. Bedingt durch die unter der seelischen Zwangslage des Lagerlebens entstehende Regression, den Rückzug auf eine primitive Form der Emotionalität, spielten in den nächtlichen Träumen der Häftlinge vor allem Brot und Torten und Zigaretten und ein warmes Wannebad die Hauptrolle. Der Hunger und die Gedanken ans Essen bildeten das Haupt-Gesprächsthema, dagegen schwieg unter den Bedingungen der Unterernährung der Sexualtrieb. Die Themen Politik und Kultur rückten zugunsten des religiösen Interesses, das als Ausdruck der inneren (in Ermangelung der äußeren) Freiheit viel Raum im Denken einnahm, in den Hintergrund.
"Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzten Atemzug nicht nehmen kann, läßt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten. [...] Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muß auch Leiden einen Sinn haben." (S. 109 f.)
Allgemein zu beobachten war die Flucht nach innen und damit auch in die Transzendenz, die Meditation, die Selbstgespräche und die Sehnsucht nach Einsamkeit, einem Zustand, der fast nicht existierte. Beeindruckend war für mich, daß es auch künstlerische Aktivitäten im KZ gab in Form von Kabarettveranstaltungen, Lyrikabenden, Musikaufführungen, an denen SS-Leute als Zuschauer teilnahmen; und erstaunlich tönte für mich, daß neben dem Kunsterleben sogar Humor seinen Platz hatte - als eine Waffe der Seele im Kampf um ihre Selbsterhaltung.
Die psychologische Besonderheit der "dritten Phase", nämlich der nach der Befreiung des Lagers (Frankls vierten!), bestand darin, daß der seelischen Hochspannung plötzlich die totale innere Entspannung folgte - mit dem Ergebnis einer ausgeprägten Depersonalisation, in der zunächst alles als irreal, unwahrscheinlich, traumhaft erlebt wurde, so daß man sich über die jahrelang ersehnte Freiheit nicht mehr freuen konnte und nicht mehr zurechtkam mit ihr. Diese Enttäuschung gehörte mit zu den seelischen Spätfolgen des geschehenen Unrechts.
Seit ich diesen 1946 geschriebenen Bericht "... trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" kenne, gehört er zu den kostbarsten Schriften, die ich besitze. Er hat mich zutiefst bewegt sowie emotional und intellektuell bereichert, und es hat mich in meiner Weltanschauung bestärkt. Was mir besonders zusagt: Es ist kein Buch der Anklage und des Hasses, sondern des Verständnisses menschlicher Schwäche und Begrenztheit und des Glaubens an den Sinn des Lebens, der selbst in der furchtbarsten Existenzbedrohung vorhanden ist. Obzwar Frankl Mutter, Vater und Ehefrau in Konzentrationslagern verloren hat, liegt seinem Fühlen und Denken jegliche Bitterkeit fern. Im Rückblick auf die qualvollen Jahre, die hinter ihm lagen, als er dieses Buch schrieb - ebenso wie bis zu seinem Tode -, überwiegt in seinem Urteilen, das an keiner Stelle ein Ver-Urteilen ist, eine dem Wesen des Menschen gerecht werdende ganzheitliche Betrachtungsweise, in der die einzigartige Kostbarkeit des Individuums ebenso Berücksichtigung findet wie die in uns allen angelegte Neigung, schuldig zu werden. Dieses Verständnis, das keine Rechtfertigung ist, schließt für Frankl Vergeltung aus, denn niemand hat nach seiner Überzeugung das Recht, "Unrecht zu tun, auch der nicht, der Unrecht erlitten hat" (S. 145).
Dieses zutiefst humanistische und lebensfreundliche Buch möchte ich Leser(inne)n jeden Alters ans Herz legen, die nach dem Verständnis des Menschen fragen, die nach Humanismus dürstet und die nach dem Sinn des Lebens suchen. Das Buch macht Hoffnung und ermutigt zum Leben - auch in Grenzsituationen.
Die Ausgabe des Deutschen Taschenbuchverlags von 1982 (21. Auflage 2002), welcher der Text eines von den Häftlingen in Auschwitz aufgeführten Dramas mit dem Titel "Synchronisation in Birkenwald. Eine metaphysische Conférance" und eine Liste weiterer Werke von Viktor E. Frankl beigefügt sind, umfaßt 199 Seiten und ist zum Preis von 7,50 € im Handel erhältlich.
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74 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selten so etwas gutes gelesen, 24. Januar 2006
Über den Inhalt und den Autor wurde schon sehr viel berichtet.
Beeindruckend ist die Botschaft, die das Buch vermittelt. Es gibt einem Mut, denn der Titel trifft es auf den Punkt "... trotzdem ja zum Leben sagen". Der Wille zum Leben und die Tatsache, dass der Mensch nichts im Leben mitbekommen hat als seine nackte Existenz und die Freiheit damit etwas anzufangen oder auch nicht.
Der gleichzeit damit eingebrachte psychologische Aspekt, macht das Buch einzigartig. Wie verhält sich die menschliche Psyche in solch einer aussichtslosen Situation und was hält ihn noch am Leben? Er beschreibt die einzelnen Phasen durch die man geht und wohin sie führen (Ich möchte nicht zuviel verraten).
Und zum Schluss, der Bezug zur heuten Zeit. Da muss man etwas zwischen Zeilen lesen. Wie ZB Der Mensch versucht in der Masse aufzugehen, sich abzuheben aber gleichzeitig aus Selbstschutz nicht aufzufallen.
Mir persönlich hat die Botschaft, sich dem Leid zu stellen und lernen damit umzugehen, am besten gefallen, „Auch in einer Situation tiefster Qualen sich die Freiheit zu nehmen, diese Zeit sinnvoll zu gestalten.“
Beeindruckend ist, dass jeder den ich kenne und das Buch gelesen hat, immer eine andere "Lieblings"Stelle für sich gefunden hat und Kraft daraus schöpfen konnte.
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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Besten sind nicht zurückgekommen", 7. Mai 2005
Frankls Buch "... trotzdem Ja zum Leben sagen" enthält auf 142 Seiten seinen Bericht "Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" (Frankls toten Mutter gewidmet) und auf 47 Seiten seine "Synchronisation in Birkenwald" (seinem toten Vater gewidmet).
"... trotzdem Ja zum Leben sagen" ist ein Bericht des Häftlings Nr. 119 104, des Psychologen Viktor E. Frankls (1905-1997), Professor für Neurologie und Psychiatrie und Professor für die von ihm begründete Logotherapie, Vorstand der Wiener neurologischen Poliklink und Präsident der Österreichischen Ärztegesellschaft für Psychotherapie.
"Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" ist in drei Phasen unterteilt: 1. Die Aufnahme ins Lager, 2. Das Lagerleben und 3. Nach der Befreiung aus dem Lager. Auch wenn es sich - wie Frankl sich ausdrückt - um einen "psycholgischen Versuch" handelt, sollte jeder dieses Buch gelesen haben ... (deshalb biete ich hier auch keine Zusammenfassung des Buches, da jeder selbst diese Erfahrung machen sollte - meiner Meinung nach). Unter "psychologischer Versuch" versteht Frankl, dass er versucht, das im Konzentrationslager Erlebte in Form von Selbst- und Fremdbeobachtungen zu erzählen und zu erklären/deuten. Aus diesem Grunde befindet sich zu Anfang des Buches eine kleine Einführung in die Arbeitsweise der Psychologie und auch gegen Ende wird es dem ein oder anderen nicht-Psychologie-interessiertem-Leser ggf. zu "psychologisch". Der Leser widerum, der ein rein wissenschaftliches Buch erwartet, mag auch enttäuscht sein, diesmal nicht überfordert oder genervt wie der Nicht-Psychologe, sondern enttäuscht darüber, dass Frankl keine Theorien-Auflistung bietet.
Ich jedoch, obwohl Psychologie-Studentin *lach*, finde dieses Buch genau so wie es ist richtig! Frankl selbst rechtfertigt sich folgendermaßen: "Fragen wir uns aber (nunmehr) nach dem Sinn eines solchen Unternehmens, wie dieser Bericht es darstellt. Tatsachenberichte über die Konzentrationslager sind ja schon in genügender Anzahl erschienen. Hier sollen jedoch Tatsachen nur insofern vorgebracht werden, als das Erlebnis eines Menschen jeweils das Erlebnis tatsächlichen Geschehens ist; dem Erlebnis als solchem jedoch gelten die folgenden psychologischen Bemühungen. Ihr Sinn ist ein doppelter, je nachdem, ob der Leser das Konzentrationslager und das Leben daselbst aus eigenem Erleben kennt oder nicht. Für die erstere Gruppe von Lesern soll hier das, was sie selber tatsächlich erlebt haben, mit den zur Zeit (Anm.: 1945) zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Methoden zu erklären versucht werden; für die zweite Gruppe aber soll das, was der ersteren erklärbar ist, verstehbar werden. (...)"
Frankl führt uns in diesem Bericht durch sein Lagerleben als Auschwitz- und danach Dachau-Häftling. Er berichtet vom Ankommen der Häftlinge in Auschwitz, von der ersten Selektion, der Desinfektion, von der nackten Existens als das einzige, was einem als Häftling blieb, von den ersten Reaktionen der Häftlinge, von ihren Überlegungen, Selbstmord zu begehen oder gegenseitigen Versprechungen, dies nicht zu tun. Der Leser erfährt viel über die physischen und psychischen Zustände der Häftlinge, so z.B. von der allgemein herrschenden Apathie, was das wirklich Schmerzhafte ist (Worte verletzen oft mehr als Schläge), von Träumen der Häftlinge (in den Träumen wird die Primitivität der Wünsche deutlich - meist träumen die Häftlinge von Essen, Zigaretten oder einem ordentlichen Bad), der Hunger wird beschrieben, die Sexualität, die nicht existiert, das unsentimental-Werden der Häftlinge (die Abstumpfung, durch das "Sich-konzentrieren-Müssen auf die ständig in Frage gestellte simple Lebenserhaltung"). Ebenso berichtet Frankl von Politik, Religion und Kunst im Lagerleben, von der Bedeutung der "Flucht nach Innen", die auch eine Art Kunst darstellt, denn oft können nur phantasievolle, zart besaitete Menschen "nach innen", in eine andere Realität, flüchten, und auf diese Weise eine Möglichkeit haben, besser durchhalten zu können: "Empfindsame Menschen, die von Haus aus gewohnt sind, in einem geistig regen Dasein zu stehen, werden daher unter Umständen trotz ihrer verhältnismäßig weichen Gemütsveranlagung die so schwierige äußere Situation des Lagerlebens zwar schmerzlich, aber doch irgendwie weniger destruktiv in bezug auf ihr geistiges Sein erleben. Denn gerade ihnen steht der Rückzug aus der schrecklichen Umwelt und die Einkehr in ein Reich geistiger Freiheit und inneren Reichtums offen. So und nur so ist die Paradoxie zu verstehen, dass manchmal die zarter Konstituierten das Lagerleben besser überstehen können als die robusteren Naturen."
Durch und durch wird in diesem Werk deutlich, wie gut es das Schicksal mit Frankl meinte - er selbst kommt immer wieder durch Selektionen, er hat das Glück, in ein Schonungslager zu kommen, während andere Kameraden (denen das gleich versprochen wurde!) direkt "ins Gas" gingen. Frankl betont vor allem die große Bedeutung der Tatsache, dass man einen "Sinn" braucht, um überleben zu können; Kameraden, die keinen Sinn in ihrem Leiden sahen, gingen an ihrer Selbstaufgabe meist zugrunde. Zitiert wird an dieser Stelle mehrmals die Aussage Nietzsches: "Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie."
Dem Leser wird bis zu Ende nicht aus dem Kopf gehen, dass Frankl nicht mehr erwähnt hat, was aus seinem "Brotbeutel" wurde, den er mit nach Auschwitz brachte (und höchstwahrscheinlich wie alles andere auch abgeben musste), dass man leider nie erfährt, wie es Frankls Frau erging und dass man wohl nie eine Antwort auf eine der am tiefsten berührenden Textstellen bekommt: "Otto - wo bist du jetzt? Lebst du noch? Was ist aus dir geworden, seit jener letzten gemeinsamen Stunde? Hast du deine Frau wiedergefunden? Und erinnerst du dich noch daran - wie ich dich damals, trotz deines kindlichen Weinens, gezwungen habe: Wort für Wort mein mündliches Testament - auswendig zu lernen?"
Alles in allem ist "... trotzdem Ja zum Leben sagen" ein großartiges Buch, das jeder gelesen haben muss! Mir ist es völlig unverständlich, dass in 13 Jahren Schulunterricht niemals der Name Frankl oder gar dieser Buchtitel fiel (trotz Deutsch-Leistungskurses musste ich warten, bis ich Frankls Theorie im Studium für das Psychologie-Vordiplom lernen sollte), denn dieses Buch (auch die "Synchronisation in Birkenwald", der ich eine eigene Rezension widmen werde, da hierfür hier kein Platz mehr ist - aufgrund der Begrenzung der Rezensionen auf 1000 Wörter) gehört eindeutig in jeden Schulunterricht und erst recht in jedes Bücherregal! Es ist eines der wertvollsten Bücher, die ich je gelesen habe.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Autobiographisch, erschütternd und beeindruckend zugleich, 10. November 2000
Von Ein Kunde
Viktor Frankl beschreibt in beeindruckender Art und Weise seine tragischen Erlebnisse aus dem Konzentrationslager. Trotzdem ist dieses Buch eines der postivsten Bücher,die ich je gelesen habe. Die wichtigste Erkenntnis: Der Sinn hilft dem Menschen in allen Lebenssituation zu überleben. Sowohl vor dem geschichtlichen Hintergrund als auch als Lebenshilfe ist dieses Buch zu empfehlen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesenswert, 18. Januar 2010
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich mit der Zeit des Dritten Reiches auseinander setzen wollen. Es gibt genügend Bücher, die die Greueltaten und die geschichtlichen Ereignisse schildern. Aber nur wenige zeigen das Erlebte in einem Konzentrationslager aus der Sicht eines Menschen, dessen einziger Instinkt es ist, diese Zeit zu überleben. Der Autor prangert nicht an und jammert nicht. Er zeigt auf, wie schnell die Ansprüche des Menschen sinken, wenn er alles verliert und täglich um sein Leben kämpft. Kleinigkeiten bilden plötzlich den Mittelpunkt des Denkens, dass nur noch das Hier und Jetzt kennt und das Hoffen, den nächsten Tag zu überstehen. Wer die Schilderungen liest, dem empfehle ich zwischendurch zu reflektieren, wie gut es uns geht. Essen, Trinken, Wärme, Freiheit. Güter, so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht (mehr) wahrnehmen.
Nebenbei erklärt der Autor, wie die schreckliche Maschinerie eines KZ's funktionieren konnte. Diese Erläuterungen sind zwar kurz gehalten, aber durchaus ausreichend.
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51 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Nichtverständliche fühlen, 2. September 2000
Von Ein Kunde
Selten zuvor hat mich ein Buch ähnlich berührt, entsetzt und im selben stockenden Atemzug Hoffnung gemacht. Frankls schockierende Grenzerfahrung stellt den Menschen mit seinen zeitlosen Fragen und Zweifeln in den Mittelpunkt. Es zeigt die Möglichkeit, inmitten einer längst zersetzten Wertewüste Ideen der Würde und Menschlichkeit zu leben, und das Wunder menschlicher Existenz mit unendlichem Sinn zu erfüllen. Für jeden Menschen zu empfehlen, der an seine persönlichen Grenzen stößt und die Ahnung in sich spürt, daß es einen Weg gibt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Buch, 1. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Mutter aller Resilienz-Bücher. Frankl erklärt, dass jeder im KZ jederzeit umkommen konnte. Das ist die Seite, die man nicht beeinflussen konnte. Hatte man Glück und wurde nicht einfach umgebracht, dann konnte man Überlebensstrategien für diesen Tag entwickeln. Und er meint das psychische Überleben in dieser Hölle. Wo kann da Sinn sein, sich irgendwie zu verhalten, wenn doch alles verloren zu sein scheint? Warum nicht einfach gehen lassen, aufgeben? Frankl findet diesen Sinn und beschreibt ihn eindringlich. Seine Erkenntnis kann Hilfe für viele Menschen sein, die heute in Krisen stecken. Denn was im KZ funktioniert hat, um nicht zusammenzubrechen, dass funktioniert vermutlich auch in weniger unmittelbar bedrohlichen Lebenssituationen. Resilienz.
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34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch das Leben verändern kann!, 13. Juni 2007
Von 
Volker Tepp "Coach/Supervisor" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Hand aufs Herz! Wie viele Bücher haben Sie zu hause, die Sie wirklich regelmäßig wieder herausholen und lesen???

Frankl's Buch gehört für mich als Pastor, Coach und Supervisor zu den 10 Büchern auf die ich niemals verzichten würde!

Jedesmal neu bin ich tief berührt über eine Tiefe die ich in dieser Autobiografie erlebe, die mich jedesmal bis in mein Innerstes berührt. Frankl hat das KZ überlebt! Und dabei seine eigene "kopernikanische Wende" erlebt! Es sind nicht die äußeren Umstände, die unser Leben von seiner Qualität ausmachen. Es ist unsere innere Haltung! Und in der sind wir immer in einer Freiheit, selbst zu entscheiden. Frankl fordert heraus, provoziert, berührt. Aber hier hat ein Mensch in den Abgrund geschaut und ist gestärkt hervorgegangen.

Wie kann ein Buch stärker beschreiben, wie tiefer berühren???

Kaufen! Lesen! Staunen!

Es hat mein persönliches Leben geprägt! Das kann ich wahrlich von wenigen Büchern sagen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sinn stiftend, 7. Februar 2011
Ankunft und vor allem Leben/Leiden im KZ werden in den ersten beiden Teilen des Buches sehr anschaulich beschrieben.

physische bzw. äußere Rettungsanker werden vorgestellt, wie
gepflegtes Äußeres / Verbergen von Krankheit, Schlaf, emotionales Abstumpfen, Diebstahl, Egoismus bzw. Bevorzugen von Freunden, Verrat an der Menschlichkeit, Schmeichelei, Gehorsam, Aufsparen von Naturalien bzw. Werten wie Zigaretten... und gezieltes Eintauschen in Notsituationen.

Frankl wird nicht müde, die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Körpers (Kälte, Hunger, Schlaf) und seiner Psyche (Abstumpfung) zu beschreiben.

Neben den rein physischen Torturen, und Schlägen, welche die Lagerinsassen ausgesetzt waren, sind es jedoch vor allem die seelischen Demütigungen, welche Frankl mitnehmen. SSler und Capos (meist brutale Häftlinge, die sich auf die Seite der Aufpasser gestellt haben) misshandelten psychisch durch Hohn, Spott und Allmachtsstellung.

Im weiteren Verlauf beschreibt Frankl psychologische Strategien, welche das Überleben im KZ ermöglichten, wie:

Hoffnung auf baldiges Kriegsende und Befreiung,
Hoffnung auf angenehmere Arbeit,
sich selbst aufgeben,
Galgenhumor,
Kameradschaft und Zusammenhalt,
Visualisierungsübungen (häufig Belanglosigkeiten aus dem "früheren Leben" aber auch der Familie bzw. liebenden Personen, tiefe Meditation),
Spiritualität.

Frankl erklärt Gefahren mancher Strategien (unrealistische Hoffnung führt bei nicht Eintreten zu Enttäuschung, was Immunschwäche und damit Tod zu Folge haben konnte).
Zunehmend kristallisiert sich (neben Spiritualität die Suche nach Antwort auf das Warum (die Sinnfrage) als Frankls favorisierte Strategie heraus (Logotherapie).
(Frankl verbindet dieses mit "inneren Reisen", in denen er als Professor in angenehmem Umfeld einen Vortrag über sein Leben im KZ hält)
Verbindungen zu aktuellen Themen wie Depression, Arbeitslosigkeit werden geknüpft

Frankl geht auf im Gut sein (Schmeicheln und Zuhören von Problemen von Aufpassern, zunehmend psychologische Präsenz und Hilfeleistung für Mitgefangene, zuletzt in der Tätigkeit als Stationsarzt zur Behandlung des Fleckfiebers). Als weitere Lebensziele hofft er auf ein Wiedersehen seiner Frau und die Rettung eines Buchmanuskriptes, das ihm bei der Ankunft weggenommen wurde.

Täter und Opfer werden diffiziel betrachtet. (neben den Bekannten: Brutalste Capos, dümmlicher/selbstgefälliger SSler, Medikamenten spendierender Lageraufseher, der nach der Befreiung durch die Alliierten Sammel/u. Hilfsaktionen leitet)
Frankls teilweise eigene Untätigkeit, Gutes zu Tun vergisst er nicht zu erwähnen.
Durchgehend empfehlenswert.
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