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am 14. Juli 2011
Ulrich Schnabel hat ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit geschrieben.

Eigentlich weiß ja jeder, dass man sich ab und zu Auszeiten gönnen sollte. Man weiß, dass Mußestunden ausgeglichener machen und dem Leistungsstress entgegenwirken. Wozu also ein Buch darüber lesen?
Wäre das wirklich alles, was man hier erfahren würde, dann könnte man sich Schnabels Buch auch sparen. Aber zum Glück ist dem nicht so!

Denn die interessanteste Frage lautet doch: Warum gelingt es uns nicht, diese recht simple Erkenntnis in die Tat umzusetzen?
Die Antworten, die der Autor auf diese Frage findet, sind sehr einleuchtend! Sie ermöglichen es dem Leser, die wahren Ursachen der ständigen Hetze und Rastlosigkeit unserer heutigen Zeit zu entdecken. Man versteht endlich, warum es der Einzelne in unserer Gesellschaft so schwer hat, sich gegen den Druck der allgegenwärtigen Beschleunigung zur Wehr zu setzen. Was ist es eigentlich, das uns daran hindert, mal einen Gang runterzuschalten?

Die Antwort: Eine Kombination verhängnisvoller Faktoren.
Zum einen wäre da der technische Fortschritt, der die meisten Abläufe des Alltags immer schneller macht. Seltsamerweise hat das nämlich nicht zur Folge, dass wir die "eingesparte" Zeit zum Müßiggang verwenden. Stattdessen eröffnen sich uns unzählige neue Möglichkeiten zur Beschäftigung: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Auswahl wird immer größer, wir können uns aber nur für EINES entscheiden. Weil wir uns damit auch GEGEN alle anderen Optionen entscheiden müssen, entsteht das Gefühl, das meiste zu verpassen. (Opportunitätskosten) Die Folge: Wir versuchen so viel wie möglich in unserem Zeitplan unterzukriegen!
Hinzu kommen die Informationsflut und die ständige Erreichbarkeit. Alle paar Minuten gibt es etwas neues, das unsere Aufmerksamkeit bindet und uns ablenkt. Ein wichtiger Punkt ist sicher auch die Tatsache, dass sich viele Leute nicht mit der Sinnfrage auseinandersetzen. Wer nie darüber nachgedacht hat, was wohl der Sinn seines Lebens sein könnte, dem fällt es schwerer Prioritäten zu setzen. Je mehr Entscheidungen man fällen muss, desto mehr sollte man fähig sein, wichtig von unwichtig zu unterscheiden. Transzendenzerfahrungen und/oder die Beschäftigung mit der eigenen Sterblichkeit könnten den Menschen helfen herauszufinden, was sie eigentlich wollen und wofür es sich lohnt die begrenzte Zeit einzusetzen. Dummerweise sind es gerade diese Dinge, die immer mehr verdrängt werden und für die man "keine Zeit hat".
Neben vielen weiteren Ursachen für die Ruhelosigkeit unserer modernen Gesellschaft hat mich besonders diese fasziniert: Unser Umfeld lässt es mittlerweile schlicht nicht mehr zu, wenn sich einer aus der allgemeinen Hetzerei verabschieden will! Wer unter lauter Beschleunigern auf einmal langsamer wird, muss mit Irritation und Unverständnis rechnen. Es kostet Energie und Überwindung sich dagegen durchzusetzen. Deshalb schaffen es nur so wenige! Zwar ist Muße angenehm und erholsam, aber das Erreichen selbiger wird immer aufwändiger. Es erfordert Willenskraft und die Fähigkeit "nein" zu sagen, um dem Drängen der Außenwelt zu widerstehen.

Zum Glück gibt der Autor hilfreiche Tipps, wie man verhindern kann in all diese Fallen zu tappen. Das Buch enthält eine kurze Anleitung zur Atemmeditation, ein ganzes Kapitel über berühmte/begabte große Müßiggänger, die "Odysseus-Strategie" und jede Menge weitere Tricks...

Ulrich Schnabel hat hervorragend recherchiert und ist deshalb in der Lage, uns Leser umfassend über die Muße und ihre Vorteile zu informieren. Was ist Muße überhaupt? Wie wirkt sie sich auf unsere psychische Gesundheit aus? Was passiert mit uns, wenn wir sie vernachlässigen?
Ergebnisse wissenschaftlicher Studien, Fallbeispiele und Anekdoten... Man lernt eine Menge!

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Nicht nur Gestressten - allen!

Das letzte Wort hat der Autor (S. 227):
"Statt ständig zu fragen, was eine bestimmte Aktivität für unser Fortkommen, unser Bankkonto oder unser Ansehen bringt, können wir diese Logik genauso gut umdrehen und die Frage stellen, inwiefern uns die Karriere, das Konto oder das Ansehen hilft, unser Leben im Hier und Jetzt zu genießen."
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am 12. Dezember 2010
Ein schönes und notwendiges Buch in diesen hektischen Zeiten. Denn wenn uns klar wird, dass wir, je mehr wir tun, desto weniger bekommen, weil wir uns damit selbst überfordern und uns so um den wahren Genuss bringen, dann erst können wir zu einer ganz neuen Lebensart finden: Einer entspannteren, kreativeren und beglückenderen. Im Leben geht es eben weniger um Quantität, wie wir oft meinen, sondern viel mehr um Qualität. Und wer das verstanden hat, der tut eben weniger, aber das dafür besser und mit mehr Freude.

Grundlage dafür ist das Nichtstunkönnen. Denn wenn wir nichts tun, ordnet und klärt sich unser Geist und unser Gehirn. Und so ist Nichtstun eigentlich sich selbst Gutes tun. Ulrich Schnabel erklärt dies in seinem Buch auf sehr schöne und einleuchtende Weise - auch wenn er dafür vielleicht einen ein bisschen sehr wissenschaftlich-nüchternen Ton anschlägt, z.B. sagt er: "Befreit vom Input, kann das Gehirn gewissermassen in sich selbst spazieren gehen, frische Verbindungen zwischen Nervenzellen knüpfen und so neue Zusammenhänge zwischen gespeicherten Fakten herstellen. Auf diese Weise entstehen ganz von selbst neue Gedanken und, wenn wir Glück haben, auch unerwartete Geniestreiche."

Zur Ruhe kommen können ist also einer der wesentlichen Schlüssel zum Glück und zum Fortschritt. Wer seine Hirnwindungen permanent auf Trab hält, überfordert es und sorgt dafür, dass es nur noch in starren Schemen und Mustern agiert. Wahre Lebenskunst hat schon immer aus der richtigen Balance zwischen Aktivität und Ruhe bestanden, zwischen Kreativität und Nichtstun - da entsteht das Leben, das einen selbst immer wieder überrascht.

Die Tipps, die Ulrich Schnabel uns gibt, mögen manchmal ein wenig banal klingen, aber sie sind ein Anfang. Der beste Weg führt irgendwann zur Meditation, der absoluten perfekten Kunst des Nichtstuns. Das ist die Krönung und eröffnet uns völlig neue Sichtweisen und Welten. Wir sitzen dann da und fragen uns: "Wie konnten wir früher nur bei diesem wahnhaften Aktionismus mitmachen?" "Was hat uns so sehr in die Irre geführt?", "Wie konnten wir übersehen, was immer da war?"

Die besten Erkenntnisse kommen tatsächlich wie aus dem Nichts.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.
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am 13. Dezember 2010
Denkt man bei dem Wörtchen "Muße" nicht sogleich an Dichter wie Fontane, Adalbert Stifter oder Gottfried Keller?

Ulrich Schnabel führt uns vor Augen, wie wir täglich der Hast, Getriebigkeit und der unermüdliche Berieselung mit Unterhaltung und dauernden Aktivitäten ausgesetzt sind. Ist nicht gerade in den vergangenen vierzig Jahren mit dem explosionsartigen Fortschritt der Technik ein Maß an Hektik über uns gekommen, dem der eine oder andere nur noch mit "Krankheit" zu entkommen vermag?

Leicht verdaulich und schlüssig aufbereitet, zeigt der Autor Ulrich Schnabel, wie es in unserer Zeit zugeht, und wohin uns das automatisierte Leben zu treiben scheint.
Zur Muße gehört Zeit und die Freiheit, über diese selbst zu bestimmen.
Fälschlich werden Zeit und Muße heute ( Wellness und Freizeitaktivitäten) als Konsumgüter betrachtet, die man sich kaufen kann. Sie geraten somit zu weiteren Stressfaktoren, mit denen die heutige Zeit gesegnet ist. Dabei ist es weniger die fehlende Zeit als die mangelnde Fähigkeit, Glücksmomente zu empfinden, an denen Erholungssuchende leiden. An zahlreichen Beispielen macht der Autor U. Schnabel den Unterschied zwischen "Zeit" und "Muße" fest und benennt die Hektik, mit der sich Menschen vom Treiben des lauten, schnellen und überdigitalisierten Zeitalters bestimmen lassen. Überall und an jedem Ort, selbst in der Kirche, wird telefoniert und über Nichtigkeiten palavert. Der Computer gehört zu den größten Zeitzerstörern, denn man vertut mit dem Suchen und Stöbern ebenfalls kostbare Lebenszeit. Was man macht, das muss immer schnell gehen, nur nicht verweilen und einmal den eigenen Gedanken nachhängen! Phantasie und Kreativität sind im Netz jedoch sicher gefragt, wenn man sie zu weiterführender Studien nutzt.
U.Schnabel beschäftigt sich u.a. mit der Funktion des Schlafes und der Ruhe. Gilt doch herkömmlich der Mensch als "Faulenzer", wenn er nicht unentwegt tätig ist. Doch in Wirklichkeit vernachlässigen wir mit dieser Wertung wichtige Ressourcen unseres Körpers, denn der Schlaf ist zu Regeneration, Verarbeitung von Erlebtem und zu unserer Lernfähigkeit unabdingbar.

Schnabel wendet den Blick weit zurück in die Geschichte der Philosophen, Politiker und Denker und kommt zu dem Schluss, dass zu allen Zeiten Fortschritte auch als böse galten und als Beeinträchtigung des Herkömmlichen betrachtet wurden. Dazu gehörte die Erfindung der Schrift ebenso wie die Buchdruckerkunst. In Wirklichkeit ging es immer schon ebenso wie heute darum, den Fortschritt zu nutzen, ohne sich von ihm beengen und überwältigen zu lassen.

Ulrich Schnabel hat ein leicht verständliches, gut nachzuvollziehendes und eingängiges Buch über Muße und das ' "Nichtstun"' geschrieben. Es sollte unter keinem Weihnachtsbaum fehlen!
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am 29. Dezember 2011
Schnabel ist ein guter Wissenschaftsjournalist. Als ein solcher schreibt er auch keinen Ratgeber, sondern beleuchtet Hintergründe zu unserer Beschleunigungsgesellschaft.

Dafür benutzt er Studien, Studien, Studien. Stellenweise fühlt man sich wie in der BILD-Zeitung: "Wissenschaftler haben herausgefunden, dass..." Meist gelingt ihm aber eine unterhalternde Veranschaulichung unserer Gesellschaft. Gut gefallen haben mir die philosophischen Ausschweife, weniger gut die schiere Masse an Studien. Selbst wenn jene als Beleg dienen solche, hätte man das sprachlich auch dezenter einarbeiten können.

Vielfach wird in den Rezensionen gelobt, dass der Ratgeberteil "liberal" gehalten ist. Quintessenzen sind kurze Anleitungen zu Atemübungen und "jeder muss seinen individuellen Weg finden". Das ist mir auf 260 Seiten zu wenig!

Das Positivste an dem Buch war für mich: Beim Lesen habe ich Muße empfunden! Da ich doch recht viel lese und auch noch gerne draussen bin und auch sonst bereits bewusst Wert auf Ruhezeiten lege, hätte ich meine Mußezeit lieber anders investiert.

Wer dieses Buch als Augenöffner benötigt, dem sei es empfohlen.
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TOP 100 REZENSENTam 13. Dezember 2010
Es ist schon erstaunlich. Mit unserem Körper gehen wir längst pfleglicher und klüger um, als mit unseren Geist. Wir machen Diäten, achten auf die Qualität unserer Lebensmittel und empören uns über Gammelfleisch an der Ladentheke. Doch all das, was in Bezug auf das Essen inzwischen "common Sense" ist, scheint im Umgang mit Informationen nicht zu gelten. Da frönen wir häufig einer ungezügelten Völlerei, stopfen das Gehirn mit zu vielen, falschen oder unwichtigen Informationen voll, und kommen kaum auf den Gedanken, dass auch das Gehirn Zeiten der Verdauung, der Regeneration braucht. Am Ende wundern wir uns, warum wir uns ausgebrannt fühlen. Das Buch, so der Autor, ist daher so etwas wie ein Diätratgeber für den Geist. Es will helfen, den Blick für das Wesentliche zu behalten und die Kunst dessen zu pflegen, was früher Muße genannt wurde.

Das erste Kapitel widmet sich dem Paradox, dass wir scheinbar immer weniger Zeit haben, obwohl wir ständig neue Techniken zum Zeitsparen entwickeln. Wie ist es zu erklären, dass der technische Fortschritt mit seiner Vielzahl von Optionen und Wahlmöglichkeiten uns das Leben nicht erleichtert, sondern uns eher stresst? Gewöhnt an eine Konsumgesellschaft, die jedes Bedürfnis durch ein entsprechendes Produkt befriedigt, wird oft auch die Muße als konsumierbares Gut betrachtet. Wer sich gestresst fühlt, bucht den Entspannungskurs, wer unter Zeitdruck leidet kauft den Ratgeber zum Zeitmanagement. Man sucht Entspannung und Erholung? - die Reiseindustrie steht bereit. Je exotischer und aufwendiger so scheint es, desto besser. Dabei ist das Gegenteil richtig. Eine Reise will vorbereitet sein, Fliegen ist heutzutage nicht gerade entspannend und am Urlaubsort wartet vielleicht auch Ärger. Selbst von unseren Mußezeiten erwarten wir ein besonderes Erlebnis - und setzen sie unter einen Erwartungsdruck, den sich nicht gerecht werden können.

Die Kunst der Muße, so Schnabel, hängt vielmehr von der Fähigkeit ab, das Glück des Augenblicks zu geniessen. Es gibt Glücksmomente, wo die üblichen Alltagssorgen wie weggeblasen sind, wo wir unsere Aufmerksamkeit ungeteilt einer einzigen Sache zuwenden, und die sich mehr einprägen, als mancher aufwendige Urlaub. In Kapitel zwei wird hier das Beispiel des "tiefen Lesens" genannt. Es eröffnet uns einen gedanklichen Raum, in dem unsere Phantasie zu arbeiten beginnt und der uns enorm bereichert. Wir können uns in einen Tyrannen hineinversetzen, in einen Mörder, wir können Anna Karenina oder Madame Bovary werden. Und mit dieser Fähigkeit, sich in fremde Gedankenwelten hineinzuversetzen, bildet das Gehirn auch neue Verküpfungen und Assoziationen.

Das dritte Kapitel beschreibt den Wert des Nichtstuns. Ich Licht der Wissenschaft offenbaren scheinbar unproduktive Tätigkeiten wie Schlafen oder Tagträumen verblüffend wertvolle Eigenschaften. Und es zeigt sich , dass Zeiten gelegentlichen Nichttuns nicht nur für unsere geistige Gesundheit, sondern auch für unsere Konzentration und Kreativität hilfreich sind. So ist wissenschaftlich erwiesen, dass beim ziellosen Nichtstun manche Hirnbereiche stärker aktiv sind, als bei zielgerichteten Denken. Wenn ein äußerer Impuls fehlt, kann das Gehirn auf einen riesigen Schatz an gespeichertem "inneren Wissen" zurückgreifen - all jenes aufgeschnappte, zufällige und längst vergessene Wissen, das sich in unserem Unterbewusstsein angesammelt hat und nunmehr die Schwelle zum Bewussstsein überschreitet. Das Gehirn geht spazieren, wie es im Buch heißt. Und dadurch werden neue Zusammenhänge zwischen gespeicherten Fakten hergestellt, neue Gedanken entstehen ganz von selbst, manchmal sogar unerwartetete Geistesblitze.

Warum kommen wir so selten zu wirklicher Muße? Damit beschäftigt sich Kapitel vier. Hier wird die Funktionsweise der Beschleunigungsgesellschaft analysiert und die Frage beantwortet, wie technischer Fortschritt und sozialer Wandel unausweichlich dazu führen, dass in allen Bereichen unseres Lebens die Zeit knapp zu werden scheint. Dass es auch anders geht, zeigt Kapitel fünf.Es berichtet von Orten und Kulturen der Muße, stellt Verlangsamungsstrategien vor, die als Vorbild und Anregung zur eigenen Verhaltensänderung dienen können. Hierauf aufbauend erklären Psychologen und Verhaltensforscher in Kapitel sechs, wie es gelingt, aus vertrauten Strukturen auszubrechen und eingefahrene Gewohnheiten zu ändern. Dabei geht es nicht allein um nötige Auszeiten und Ruhepausen vom alltäglichen Getriebe, sondern letzlich um die Grundfrage, was wir in unserem Leben als wesentlich erachten.

Am Schluss des Buches, besonders positiv zu erwähnen, gibt es noch eine Art Kurzzusammenfassung aller Kapitel. So kann man die wesentlichsten Aussagen des Buches auf 3 Seiten komprimiert nochmal gut nachvollziehen. Insgesamt ist es also eine recht lohnenswerte Lektüre.
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am 8. Dezember 2010
Schon in seinem 2008 erschienenen und seit kurzem bei Pantheon auch als Taschenbuch erhältlichen Buch "Von der Vermessung des Glaubens" hat sich der ZEIT -Journalist Ulrich Schnabel mit einer anspruchsvollen Sprache essayistisch einem nicht-materialistischen Phänomen genähert.
In diesem Buch wollte er verstehen, was es mit dem Glauben auf sich hat und seinen Lesern zu einem besseren Verständnis ihrerseits verhelfen. Er erzählte von persönlichen Erfahrungen und von faszinierenden Begegnungen mit verschiedenen Menschen, von denen er etwas über den Glauben lernte im Rahmen seiner Recherchen.

Sein neues Buch befasst sich mit einem Thema, das in den Traditionen des Glaubens durchaus umstritten gesehen wurde. Es geht um Muße. Einerseits notwendige spirituelle Haltung, andererseits unter dem Verdacht stehend, den Menschen zur Faulheit zu verführen und ihn von seinen Aufgaben abzulenken.

Tatsache ist, dass der heutige Mensch ein Gehetzter ist bis in seinen Schlaf hinein. Enormer Arbeitsdruck bei denen, die Arbeit haben und der Zwang zu fast permanenter Kommunikation haben den Menschen zu einem Wesen gemacht, das nicht mehr zur Ruhe kommt. Der meiste Stress durch Handy, Email etc. ist selbstgemacht und dennoch schafft es kaum jemand, sich dem zu entziehen. Die Folge sind Menschen, die krank werden, unglücklich und immer weniger wirklich leistungs- und lebensfähig. Denn, so Schnabel, das haben die Gehirnforscher und Psychologen herausgefunden: das Nichtstun, die Muße fördern nicht nur die Regeneration und stärken das Gedächtnis, sondern sie sind nachgerade die Voraussetzung für alles, was unter Kreativität und Innovation verstanden wird.

Erst recht, wenn es um so etwas wie Spiritualität geht, wenn es darum geht, die eigene Mitte zu finden, dem Sinn des eigenen Lebens auf die Spur zu kommen, Leid zu ertragen, einfach glücklich zu sein.

Die Philosophen und Glaubenslehrer wissen das schon seit langem. Sie kommen in Schnabels Buch auch ausreichend zu Wort. Seinen Fokus allerdings legt er einerseits auf die Darstellung der neueren schon erwähnten Forschungen und andererseits auf eine Fülle von Hinweisen, wie man dem Drang zum immer Mehr etc. entgegenwirken und widerstehen kann.

Ein wichtiges Buch, das seine Leser animieren kann, mit der Hetze in ihrem Leben anders umzugehen, ein Buch, das dazu einlädt, sich selbst kleine Inseln der Muße zu schaffen und sie zu pflegen und zu hegen.
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am 4. Juni 2012
Ein super Buch. Mich beschäftigt schon seit längerer Zeit die stetig steigende Schlagzahl in der Privatwirtschaft und vor allem teilweise die Einstellung von arbeitswütigen Kollegen, bzw. auch wie sich die eigene Einstellung mit der Zeit ändert. Immer mehr Stunden, immer weniger Zeit um sich einzelnen Themen zu widmen, usw. Schlussendlich schlägt sich das ganze auch auf das Privatleben nieder und die Gesundheit.

Das Buch regt zum Umdenken an bzw. überhaupt mal zu Nachdenken. Muße hat nichts mit Faulheit zu tun. Gute best-practice Beispiele, Vergleiche und interessante Blickwinkel. Eindeutig empfehlenswert!!

Meine Einstellung zum Leben, zur Freizeit, und am wichtigsten zur Arbeit hat sich mit jeder Seite ein wenig geändert und ich finde zum Guten. Aber wie bei allem im Leben: mit Maß und Ziel.
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am 12. Januar 2011
Dieses Buch ist beeidruckend: in anschaulicher, gut verständlicher Sprache und doch wissenschaftlich fundiert setzt es sich mit dem Thema Beschleunigung und Muße auseinander. Was mir sehr gut gefällt, ist, dass Schnabel ausgewogen verschiedenene Seiten einer Medaille darstellt, nicht absolutistisch nur einen "Glücksweg" verheißt und es dem Leser frei stellt, seinen eigenen Weg zu mehr Muße im Leben zu finden. Mich hat das Buch angeregt, über vieles nachzudenken und auch mit anderen zu diskutieren.
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am 17. Oktober 2012
ein ganz tolles und besonderes buch, vor allem fuer menschen, die nicht aufhoeren koennen zu denken..... denn es ist so wichtig mal nichts zu tun und stellen sie sich vor, dass kann jeder lernen. dann lesen und danke
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TOP 500 REZENSENTam 18. Januar 2011
Also mal ehrlich, ich habe weder neue Ideen betreff Umsetzung in Sachen Musse bekommen, habe kaum Neues erfahren, und das anfangs erfrischend geschriebene Buch gegen Ende immer trockener erlebt, mit kleinen Ausnahmen. Ich mag weder wissenschaftliche Bücher, noch Bücher die politisch sind. Dieses Buch hat von beidem, vor allem von ersterem, und lässt mich dann doch wieder eine durchschnittliche Bewertung abgeben, obwohl ich anfangs so begeistert war.

Schnabel zitiert hier Soziologen, Philosophen, Lehrer verschiedener Richtungen bis zur Schmerzgrenze, mir wurde das irgendwann zuviel. Der Zeitbogen genannter Weisheiten in Sachen Musse, geht von der Antike bis in die heutige Zeit hinein.

Der Wissenschaftsredakteur der ZEIT, hat 2006 einen Preis für Wissenschaftsjournalismus für sein Buch "Die Vermessung des Glaubens: Forscher ergründen, wie der Glaube entsteht und warum er Berge versetzt" erhalten. In seinem neuen Buch geht er unter anderem darauf ein, wie sehr wir in bezug auf unser Gehirn vollstopfen, bietet einen Burn-Out-Check an, erzählt davon was wir Menschen alles erfinden um auf der einen Seite Zeit zu sparen und auf der anderen Seite der Zeit hinterherjagen. Wir schreiben keine Briefe mehr, sondern email. Wir haben keine Zeit zum Kochen, verwenden die Mikrowelle, und wenn wir jemanden kennenlernen wollen, gehen wir ins Speed-Dating!

Dieses Buch geht auf unsere virtuellen Abhängigkeiten von email, Computer und IPhone ein, geht auf das Thema Schlaf ein und ihre versch. Phasen, erzählt vom Glück der Meditation. In Porträts werden versch. Persönlichkeiten aus Sport, Musik, Film, Forschung usw. vorgestellt, um zu veranschaulichen, wie diese Persönlichkeiten mit dem Thema Musse umgegangen sind und welches Verhältnis sie dazu haben.

Ausserdem erzählt das Buch u.a. etwa von einer Angelina Jolie und wie die Gesellschaft sich von solchen Vorbildern auch beeinflussen lassen. Schnabels Fragen drehen sich immer wieder um das Thema, will ich das tun, muss ich das tun? Bei all der Hetze und Leistungsorientierheit, kann man schon mittlerweile von einer gewissen Selbstentfremdung sprechen. Schnabel geht auch darauf ein, wie Menschen sich schwer tun mit ihrem Alleinsein, oder mit sich selbst ausserhalb des Arbeitsprozess mit sich selbst nichts anzufangen wissen. Der Autor spricht vom Glücksgefühl des "Flow" das der eine beim Musizieren, der nächste beim Singen, und wieder ein anderer vielleicht beim Tanzen oder Lieben empfindet. Glück ist, wieder zu sich selbst zurückzukommen, und das ohne Ablenkung wie Fernsehen oder Internet. Sondern dass wir wieder lernen, uns mit uns selbst zu beschäftigen, was auch immer an Freitzeitbeschäftigung das sein mag. Die Frage ist wirklich, wie können wir uns Zeitfressern wie u.a. Computer entziehen, was können wir zur "Entschleunigung" beitragen, uns von zwanghaftem Konsum lossagen, um den eigenen Lebenskompass neu zu justieren. Musse als Inspirationsquelle für Kreativität, in welchem Bereich auch immer, Gehen, Spazieren wird vom Autor als Quelle von Einfällen, Ideen beschrieben, was ich nur bestätigen kann.

Fazit: Eine eher wissenschaftlich gehaltene Schrift, über unsere hektische und überbeschleunigte Welt, die von einer Grundqualität schreibt, die wir alle so bitternötig haben, um noch genügend an Regeneration, Ausgleich, und dem Gefühl gelebten Lebens gerade in dieser gehetzten Welt, noch bei uns sein zu können, uns Ruhe zu gönnen, oder Tätigkeiten nachgehen können, die fernab der Leistung sind, und eher dem Sein nahestehen, um dem an sich gelebten Leben seinen Wert an sich nachspüren zu können, ohne dafür etwas tun zu müssen. Dasein als eine entspannte Lebensqualität, um mit sich selbst in einer gewissen Ausgeglichenheit zu stehen, Musse als ein fast schon zum mutierten Luxusgut der heutigen Zeit, um in Resonanz mit sich selbst zu kommen. Wäre dieses Buch ein bisschen weniger wissenschaftlich gehalten, weniger trocken geschrieben, hätte ich es wahrscheinlich noch mehr geniessen können. Denn die Wichtigkeit des gewählten Themas, könnte aktueller nicht sein.

Übrigens ist dieser Autor verschwindend wenig auf heutige "Auszeiten" eingegangen, die immer mehr Menschen suchen und sich auch zugestehen. Sabbat-Jahre und ähnliches. Was tun diese Menschen in dieser Zeit, was bewegt sie in dieser Zeit und was beschäftigt sie in dieser Zeit???
Wie ist es mit der Musse z.B. in Asien oder Indien im Verhältnis zu Europa? Was tun diese Menschen anders als wir hier im Westen? All' diese Fragen, hat mir ein Ulrich Schnabel nicht beantwortet und wäre vielleicht ein wenig näher am Puls der Zeit gewesen, als mich mit wissenschaftlich gehaltenen Abhandlungen, und Weisheiten von irgendwelchen Philosophen und Soziologen voll zu dröhnen...!

Zitat des Buches:"Wir versuchen unser Lebenstempo noch mehr zu beschleunigen, noch schneller zu arbeiten, einzukaufen, zu kochen, Sport zu treiben, zu lieben und die Zweitkarierre zu starten, um noch weniger zu verpassen."

Ein Wahnsinn! (In welchem Zeitstress wir uns heute befinden!) Ein wichtiges und aktuelles Thema in der heutigen Zeit, aus dem man noch mehr hätte machen können, wirklich gut geschrieben sind für mich, allerdings nur Teile dieses Buches...
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