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Ja, sie hat mit Mick Jagger geschlafen und mit Keith Richards und beinahe auch mit David Bowie. Und sie ist berühmt geworden. Als Modell und als Mitglied der Kommune 1 und Freundin von Rainer Langhans. Sie hat ihr Leben nicht nur in München und Hamburg verbracht, sondern auch in Indien, Kalifornien, Mexiko und New York. Und sie ist den Beschränkungen der kleinbürgerlichen, bayrischen Familie entkommen. Sie hat frei gelebt.

Aber hängen geblieben ist sie dann doch bei einer Hamburger Szenegröße namens Bockhorn. Der zwar im Buch mehrfach als Lude bezeichnet wird, dann im Detail doch eher als Gastronom beschrieben wird, sogar als guter und erfolgreicher Gastronom, der allerdings harten Drogen verfallen war. Und auch in Uschis eigenen Leben nehmen die Drogen neben dem Thema Sex wohl die größte Rolle ein. Und so erfahren wir überraschend wenig über die spannenden Menschen, denen die bayrische Schönheit in ihrem Leben so begegnete. Über Mick Jagger weis sie eigentlich nur zu sagen, dass er schöne Lippen hat. Ach wie neu. Dass er sich manchmal etwas weiblich bewegt. Ach ja. Und das er nicht treu sein kann. Na das hätten wir jetzt wirklich nicht gedacht!

Das Buch hinterlässt den Eindruck, als wäre das wahre Leben irgendwie an der Obermaier vorbeigegangen, als hätten sich die Männer in ihrem Leben eben doch nicht ernsthaft mit ihr beschäftigt. Und sie eigentlich auch nicht mit ihnen, jedenfalls nicht außerhalb des Bettes. Wenn man das Buch so liest, wie es nun mal geschrieben ist, lernt man, dass es eben doch nicht reicht, einfach nur hübsch und freigiebig zu sein. Und vielleicht hat Mick deshalb auch Bianca geheiratet und nicht Uschi Obermaier. Und so schüttelt man verzweifelt den Kopf über die Männer, bei denen sie dann bleibt. Ihre Auswahlkriterien: Am liebsten Rockstar, aber mindestens Szenegröße, Prominenz hilft, Machismo auch und wenn man sich eine einfängt, dann gehört das auch dazu. Dass ausnahmslos alle Männer in ihrem Leben (lt. Buch) fremdgegangen sind, erstaunt dann nicht mehr wirklich. Warum das aber alles sein muss, versteht man dann doch nicht, vor allem weil die im Buch reichlich abgedruckten Bilder eine wirklich wunderschöne und aufregende Frau zeigen.

Vielleicht ist das ganze gar nicht mal die Schuld der Obermaier. Das Buch erscheint sehr schwach geschrieben, nicht nur vom Inhalt sondern auch sprachlich. Über weite Strecken empfindet man den Text auf dem Niveau der Bildzeitung. Selbst das erste Bohlenbuch war da besser, weil es wenigstens witzig war. Der Bildzeitungsjargon schadet auch der Glaubwürdigkeit des Textes. Man hat den Eindruck, dass hier nicht immer Authentisches erzählt wird.

Überraschenderweise ist das Buch an zwei Stellen dann plötzlich offen und ehrlich, jedenfalls ist es mir als Leser so erschienen. Die erste Stelle ist das Nachwort, in dem erzählt wird, dass die Obermaier den Text von Kraemer selbst zuerst abgelehnt hat (die genannten Gründe sind aber wieder so "na ja") und dass die Veröffentlichung erst im Rahmen des gleichzeitigen Filmprojektes zustande gekommen wäre. Und ja, als Film für 90 Minuten kann ich mir das alles spannender (weil optischer) vorstellen.

Die zweite, authentische Stelle ist ein niedergeschriebener Tonbandmitschnitt. Dort äußert sich Bockhorn gegenüber Langhans über Uschi. Was er sagt, ist nicht sehr freundlich. Es ist seine Sicht. Aber vielleicht eben doch in einigen Punkten zutreffend. Jedenfalls erhält man in dieser Passage von wenigen Seiten das Bild eines Paares, das sich wirklich liebt. Aber das sein Leben und seine Beziehung eben doch nicht auf die Reihe bekommt. Weder emotional, noch sexuell, noch finanziell, noch sonst wie. Ich kann es kaum mit einem anderen Wort beschreiben: Irgendwie ein verficktes Leben.

Ja, ein trauriges Buch.
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am 25. Februar 2007
Tja, das dachte ich, als ich die letzten Seiten des Buches las.

Warum habe ich es mir gekauft??

Ich hatte da einen Bericht im Stern über sie gelesen und ich war total von dieser Frau fasziniert. Ich erfuhr, dass ein Kinofilm und eine komplette Biografie ihres Lebens als Buch erschien. Also kaufte ich mir dieses Buch.

Da es eigentlich überhaupt nicht meine Generation war, aus der sie stammt, konnte ich vorher mit den Namen Uschi Obermaier" eigentlich nur wenig anfangen.

Aber mich faszinierte sofort diese Frau, die angeblich alles tat und genoss was sie wollte in ihrem Leben.

Und wer träumt nicht davon, völlig unabhängig zu sein und zu tun was einem gefällt??

Schön und begehrt, sexuell freizügig und nie das Gefühl was zu verpassen im Leben?

Sie lebte nicht nur den Traum ihrer Generation, sondern den Traum der Menschheit.

Von ihren Freiheiten, wird in diesem Buch ganz genau erzählt. Wie in einer Klatschkolumne wird man über so manche Details aufgeklärt, die man wahrscheinlich selbst nie erleben würde.

Aber genau das ist der Punkt. Schnell wird klar, das sie durch ihren exzessiven Lebensstil

in recht fragwürdigen Kreisen wandelte.

Die ganze Biografie handelt ziemlich schnell nur noch von irgendwelchen Drogentrips(und wie toll die waren) und irgendwelchen Sexeskapaten.

Folglich kommt dann das ganze irgendwann nur noch ganz wirr rüber und man kann bei manchen(oder einigen) Absätzen des Buches nicht mehr ganz folgen.

Leider kann man ihre wahre Identität nicht wirklich erkennen. Und das ist das, was ich dann letztendlich wirklich schade fand. Man hat ständig das Gefühl, als wäre das Leben an ihr vorbei gerauscht. Denn über Gefühle, die ja bekanntlich immer dazu gehören wird nur wenig gesprochen. Selbst damals, als sie die letzte gemeinsame Nacht mit ihrem toten Lebenspartner Bockhorn verbrachte, hatte sie Valium genommen, um sich wieder abermals zu berauschen.

Unfähig das Leben anzunehmen, so hart und trostlos es manchmal ist.

Warum dann 4 Punkte??

Sie ist und bleibt eine interessante Person diese Uschi Obermaier". Weil egal wie tief sie in ihrem Leben gesunken ist, sie kam irgendwie immer wieder heraus und hat das Beste draus gemacht. Und dafür bewundere ich sie.

Wie sie zum Schluss selbst die Zügel in die Hand nimmt und heute ihr Leben mit Kreativität und Selbstständigkeit gestaltet, finde ich total fantastisch.

Fazit: Als Biografie über die wahre Person Uschi Obermaier", ist das Buch eher untauglich. Aber man bekommt gewisse Einblicke in so manche Szenenverhältnisse, die dem Normalsterblichen" eher verschlossen bleiben.

Interessant ist, was am Ende aus ihr geworden ist. Bilder und Berichte von der jetzigen Zeit von ihr, sind umso interessanter, wenn man weis, was sie so alles mitgemacht hat, keine Frage. Die Party ist eben zu Ende...und ich glaube diese Einsicht hat sie wirklich davor bewahrt ganz abzurutschen. Ich wünsche ihr alles Gute und bin froh, dass sie einen Weg gefunden hat, ihre Freiheit anders zu definieren.

High times- Uschi, du hast sie eigentlich noch vor Dir! Gruß Anja
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am 5. Februar 2007
Uschi Obermaier hat ihr Leben erzählt. Und was für Zeiten waren das damals! Die Welt war in Aufruhr, in Deutschland gab es die grössten gesellschaftspolitischen Umbrüche, freie Liebe und Drogen, dazu der Siegeszug des Rock'n Roll mit seinen wilden Protagonisten. Und ferne Länder, die noch Abenteuer waren und nicht bis in den hintersten Winkel von Pauschaltouristen überflutet. Mittendrin im Geschehen die fesche Bayerin, eines der ersten deutschen Models (damals hiess das ja noch Fotomodell ;-) das auch international begehrt waren. Hoppla! Mittendrin? Ja, das dachte ich mir so, als ich die Biographie zur Hand nahm. Sie bewegte sich an der Seite von drei Männern, mit denen sie jeweils längere Zeit liiert durch. Das Leben in der Kommune mit Langhans, Edel-Groupie von Keith Richards und Piratenbraut des Kiez-Prinzen Bockhorn mit dem sie durch Asien und Amerika fuhr. Was hätte das für eine Geschichte geben können! Bunt, prächtig, saftig. Ist es leider aber nicht geworden. Uschi Obermaier scheint überhaupt gar nichts mitbekommen zu haben von ihrem eigenen Leben, von Oberflächlichkeiten einmal abgesehen. Zumindest spürt man in diesem Buch nichts davon. Das hätte ein Roboter schreiben können. Von hier noch da wird gereist, diverse Drogen eingeworfen und gelegentlich mal eine Affäre nebenbei. Nichts geht in die Tiefe, teilweise ist die Erzählweise ziemlich wirr, Menschen tauchen namentlich in einem Satz auf und verschwinden ohne weitere Erklärung wieder, dazwischen ab und zu mal deftige Ausdrücke. Tja, und das wars dann schon. Es wirkt, als ob sie selbst sich nicht an ihr Leben erinnert sondern an das, was in diversen Gazetten bereits zur Genüge über sie geschrieben wurde. Wer das gelesen hat, kann sich dieses Buch sparen. Alles was es zu sagen gibt wurde schon gesagt und den Dingen mehr Persönlichkeit oder Tiefe zu verleihen, was man sich ja von einer Autobiographie wünscht, das kann die Autorin offenbar nicht.

Einen Stern gibts trotzdem, für die schönen Fotos, die zeigen, was Uschi wirklich gut drauf hat - für die Kamera posieren. Und dabei sieht man einmal mehr eine absolut schöne und fotogene Frau mit einer Riesen-Ausstrahlung. Das ist mehr, als manche blassen Casting "Top Models" und ihre Erfinderinnen zu bieten haben. Und vielleicht reicht das ja einfach auch!
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am 21. März 2016
Wer sich wie ich für alternative Lebensformen bzw. andere Lebensentwürfe interessiert und es spannend findet, wie andere Menschen (egal ob berühmt oder nicht) ihr Leben gestalten, ist mit diesem Buch jedenfalls gut beraten.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich vor diesem Buch relativ wenig über Frau Obermaier wusste und das Buch eher wegen ihren Ausflug in die Kommune 1 gekauft habe. Als ich dieses jedoch gelesen habe, war ich Feuer und Flamme für diese Frau. Sie erzählt ungeniert und offen was und mit wem sie was erlebt hat, ist ehrlich, kompromisslos und humorvoll. Ich liebe dieses Buch, auch wenn ich dieses Leben nicht führen wollen würde und auch nicht immer jede Situation nachvollziehen oder verstehen kann.

Auf jeden Fall wird hier ein spannender Teil eines Lebens verarbeitet, der teilweise auch etwas zum Umdenken anregt.
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am 8. April 2007
Ich fand das Buch merkwürdig.

So wie es beschrieben ist, bestand das Leben aus einer ca. 20 Jahre dauernden Zeit extremen Drogenkonsums und jeder Menge Sex. Schön für sie, aber war das alles?

Alles im Drogennebel vorbeigerauscht? Den Eindruck wird man nicht los.

Bezeichnend auch, daß über die Zeit nach den ganz wilden Drogen kaum was in dem Buch steht. Dabei sieht es so aus, als hätte sie erst dann zu sich gefunden, da wäre es also interessant geworden.

Ich finde die Sprache keineswegs zu hart oder zu saftig, mich stört auch nicht die ziemlich eindimensionale Fixierung auf die Drogen und deren Folgen.

Was stört, ist die lieblose Machart: zahllose Rechtschreibfehler, dieselbe Person heißt in einem Satz Paul und im nächsten Petra - da hätte etwas mehr Sorgfalt gut getan. Ach hätten es nicht ganz so viele Drogenstories sein müssen, aber da wäre das Buch nur halb so dick geworden.
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am 17. August 2008
DIESES BUCH IST GEEIGNET FÜR:

· Leser, die gerne Biographien ungewöhnlicher Menschen lesen.

Das hier ist ein interessanter Einblick in das unkonventionelle Leben einer Frau, die mutig genug ist, sich zu nehmen und umzusetzen, was sie will - und das weiß sie dabei recht genau. Sie ist nur sie selbst und passt sich nicht an, und das so wenig, dass sie sich bewundernswerter Weise noch nicht einmal in die Schublade der Unangepassten stecken lässt! Ich liebe die Sequenzen, die von der Kommune 1 erzählen - auch im Film. Diverse Hippies blicken matt lächelnd auf diese unintellektuelle, politisch desinteressierte Schickse, die irgendwie nicht richtig in die Kommunenszene zu passen scheint und dabei doch vielleicht die einzige richtige Hippiefrau ist, die die Welt je zu Gesicht bekommen hat. Ganz im Gegensatz zu diesen verkrampft Lockerseinwollenden ist sie nämlich wirklich komplett unverkopft und tut nur, was sie will, ohne dabei irgendeinen Gedanken an jegliche Erwartungen von Gesellschaft oder Bekanntenkreis zu verschwenden. Und so geht das ihr ganzes Leben weiter.
Eine andere aussagekräftige Stelle, die ich sehr liebe und die besonders im Film gut zur Geltung kommt, ist folgende: Keith Richards liegt nach einem Konzert mit anschließender Exzessparty komplett komatös auf der Matratze und ist zu nichts mehr zu gebrauchen. Uschi sitzt daneben und ist derart gelangweilt über das Leben als Stones-Groupie (immer dasselbe"), dass sie sich ein Bein ausfreut, als ihr Hamburger Kieztyp Bockhorn sie anruft und mit ihr einen Auslandstrip im selbstgebauten Bus machen will. Jedem anderen Mädchen wäre es vermutlich als allerletztes eingefallen, ein Bandmitglied der Stones mit Langeweile in Verbindung zu bringen, wäre keinen Millimeter von Keiths Seite gewichen, sich sonst was darauf einbildend, mit dem Weltstar durch die Hauptstädte touren zu dürfen und hätte so einem Macho aus zweifelhafter Hamburger Rotlichtszene bei jedem Abwerbungsversuch allenfalls einen Vogel gezeigt. Doch bei Uschi ziehen solche Prestigedinger nicht. Hier hat offensichtlich derjenige die besten Karten, der am meisten Spannendes und Abwechslungsreiches zu bieten hat.

· Frauen, die sehr am althergebrachten Rollenbild der moralischen, umsorgenden und zurücksteckenden Frau kleben und aber den Wunsch haben, sich zumindest mental ein wenig davon zu befreien.

Uschi steht für sexuelle Befreiung und rücksichtslose Verwirklichung der eigenen Interessen ohne allzu große Rücksicht auf die Interessen von anderen. Sie schläft, mit wem sie will, weil es ihr Spaß macht. Es kümmert sie wenig, ob sie als unanständig gilt. Ihr Hauptnahrungsmittel besteht aus den unterschiedlichsten Drogencocktails. Sie hat keine Lust zu kochen und interessiert sich deshalb nicht für den knurrenden Magen ihres Lebensgefährten. Das mit dem Kind klappt nicht und eigentlich will sie wohl auch keines - was vielleicht besser ist. Ich glaube nicht, dass Uschi in der Lage wäre, vollständige Verantwortung für eine auf sie angewiesene Person zu übernehmen. Sie passt nicht in die ideale Frauenschablone ihrer Zeit, und gerade das beweist ihren Mut. Es gab schon zu allen Zeiten Frauen, die nicht der Schablone entsprachen. Um nicht der gesellschaftlichen Anerkennung wegen zu schauspielern, dass man doch entspricht, braucht es viel Mut. Diese eine Frau hier hat den Mut gehabt echt zu sein.

· Männer, die Zweifel haben, dass eine Frau, die nichts vorzuweisen hat außer einem guten Aussehen und einer guten Portion Willensstärke, glatt durchs Leben kommen kann.

Sicherlich leidet Uschi nicht gerade an überdurchschnittlicher Intelligenz, doch sie hat ganz andere Qualitäten, von denen die meisten anderen Menschen nur träumen können. Wenn man näher hinsieht, offenbart sich dem Leser eine Frau, die Zeit ihres Lebens am Abgrund entlang tanzt, weil sie den Nervenkitzel braucht, die aber schlau und geschmeidig genug ist um niemals hineinzufallen. Uschi konsumiert in großen Mengen Drogen. Das nimmt aber niemals äußerst dramatische Formen an, sie kommt auch offensichtlich ohne Desaster wieder davon los. Sie bewegt sich im Hamburger Ludenmilieu und hätte nichts leichter werden können als eine Edelnutte. Sie hatte ein blendendes Aussehen, war sympathisch und hatte Spaß am Sex. Doch irgendwo in ihrem Kopf hat sie ganz festgesteckte Grenzen, die sie niemals überschreitet und die sie vor dem Untergang bewahren. Das unterscheidet sie ganz wesentlich von anderen Frauen, die ähnliche Wege gegangen sind wie sie, die aber hoffnungslos versackt sind.

DIESES BUCH IST NICHT GEEIGNET FÜR:

· Leser, für die eine gute Sprache und Erzählfluss unerlässlich sind.

Dieses Buch ist ja nicht von Uschi alleine geschrieben worden, und das mag der Grund dafür sein, dass die Sprache oft holprig und unflüssig ist. An anderen Stellen wiederum liest es sich komischerweise sehr leicht. Der Erzählstil wirkt auf mich insgesamt etwas ungelenk und zu wenig überarbeitet. Allerdings ist der Inhalt dafür umso gehaltvoller.

· Leser, die geistige oder seelische Tiefe und Weisheit suchen.

Uschi lebt fast nur nach außen, kaum nach innen. Nach der Beschreibung so vieler erlebnisreicher Jahre wartet man spätestens im letzten Drittel des Buches auf ein wenig Tiefe, auf Erkenntnisse, höhere Ziele, auf eine Bilanz der vielen Erfahrungen. Das bleibt leider aus. Sie lebt eben, und es geht um das Erleben an sich und nicht um Reflexion. Sie scheint an der Oberfläche zu leben, manchmal sogar zu fühlen. Das kann man verurteilen, muss es aber nicht. Vielmehr regt es zum Nachdenken an über die Frage, ob man das Leben sehr ernst nehmen oder lieber einfach in den Tag hinein leben sollte, ohne sich zu viele Sorgen und Gedanken über Gott und die Welt zu machen.

· Leser, die überzeugt sind, in der Welt herrsche so etwas wie Gerechtigkeit und die sich diesen Glauben nicht zerstören lassen wollen.

Ja - und genau da liegt der Haken bei der Frage, ob man sich das Leben leicht oder schwer machen sollte ... denn Uschis ,leichtes', wildes Leben hat zweifelsohne auch damit zu tun, dass sie keinerlei Geldprobleme hat. Das macht vieles einfacher, und jeder Gerechtigkeitsfanatiker wird wütend bei der Vorstellung, dass ein Mensch ein sehr erlebnisreiches Leben führt und dazu noch über jede Menge freie Zeit und unbegrenzte Möglichkeiten verfügt (mein Freund ist mir nicht spannend genug, dann flieg ich halt mal eben zu Keith Richards, der natürlich, damit mir nicht langweilig wird, auch schnell eine gute Freundin für mich einfliegen lässt, und dann wird Party gemacht ohne Ende, auf's Geld kommt's ja nicht an) und dabei eigentlich kaum etwas leistet, weder besonders hart arbeitet noch großartig etwas für andere tut oder Kinder großzieht. Hm.

Im Großen und Ganzen war es spannend, das Buch zu lesen. Ist mal was anderes. Es eröffnet viele neue Einblicke in eine andere Zeit, in andere Szenerien. Vielleicht hilft es sogar, ein bisschen mutiger zu werden oder alles nicht so ernst zu nehmen.
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am 2. Mai 2007
Wer in den 60er und 70er Jahren jung war, der kam an zwei Uschis nicht vorbei.

Ich meine hier Uschi Obermaier und Uschi Glas. Beide strahlten in schöner Regelmäßigkeit von den Titelseiten der Illustrierten und Boulevardzeitungen.

Dabei war Frau Obermaier um eine Klasse besser.

Ihre Bilder strahlten neben Schönheit auch einen Hauch Verruchtheit und Abendteurertum aus, den sie ja auch im realen Leben besaß.

Als erstes deutsches Groupie (sofern es diese Bezeichnung damals schon gab) nahm sie auch nie ein Blatt vor dem Mund und berichtete freimütig über ihre zahlreichen Bettgeschichten mit prominenten und weniger prominenten Zeitgenossen.

Der Zahn der Zeit ging natürlich auch ihr nicht spurlos vorüber, aber ich war immer wieder verwundert, wie attraktiv sie auch in späteren Jahren war.

Mit Interesse hab ich daher auch ihre Biographie gelesen.

Der Joint war ja ihr Markenzeichen und dass Haschisch eine zentrale Rolle in ihrem Leben einnahm bekannt.

Neu war mir allerdings das Bekenntnis von Frau Obermaier, dass sie all die Jahre Heroin süchtig war und den Stoff täglich konsumierte.

(Die Berichte über Junkies die regelmäßig als physisch und psychische Wracks enden, in den gleichen Medien wie Uschis Superfotos veröffentlicht, zeigen nur die dunkle Seite der Drogen.)

Mit genügend Geld versehen um sich regelmäßig mit guten Stoff versorgen zu können, scheint auch ein jahrelanger Drogenmissbrauch nicht automatisch körperlichen Verfall nach sich zu ziehen.

Erschreckend eindimensional ist Frau Obermaiers Bericht über ihr fast 2-jährige Asienreise mit ihrem damaligen Lebensgefährten Bockhorn.

Mit einem eigens für diese Reise gebauten Luxusbus ging der Trip von Hamburg über die Türkei, Persien, Afghanistan, Pakistan und Indien nach Nepal und zurück.

Die Traumreise schlechthin! Ich hatte erwartet, dass Frau Obermaier über ihre dabei gewonnen Eindrücke und Erlebnisse, einen faszinierenden Bericht liefert.

Statt dessen erfährt der Leser auf knapp 18 Seiten, dass auch in diesem Lebensabschnitt Drogen die zentrale Rolle spielen.

Als Resümee ergibt sich für mich das Bild einer aufregenden und freiheitsliebenden Frau, die, zumindest bis zum Tod ihres Lebensgefährten Bockhorn, ein interessantes aber gleichwohl mehr als oberflächliches Leben führte.
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TOP 50 REZENSENTam 12. November 2011
Ich habe die Biografie von Rainer Langhans: Ich bin's: Die ersten 68 Jahre gelesen und war neugierig auf das Leben der Obermaier, Uschi. Das Buch würde von der Kommune K1 bestimmt nicht durchgewunken worden sein, es liest sich nicht sehr flüssig, irgendwie infantil, aber immer ehrlich. Diese Echtheit macht es aus: Uschi Obermaier bzw. der Schreiber Olfa Kraemer ist eine schonungslose Berichterstatterin, der man im Nachhinein viele Dinge nachempfinden kann.

Die Langeweile in einer endlos diskutierenden Kommune, in der es keine Privatheit gibt, es klingt einfach lächerlich in der Nachbetrachtung. "Wenn man so Riesentüten raucht, wird man einfach müde." Rainer kann einfach keinen O......s bekommen, sie versucht alles, setzt ihre ganze Liebe ein, aber er will nicht, kann nicht, dieses animalische Gehoppel ist ihm wohl zuwider. Er steht eher auf Tantra-S.

"Bald begann mir das Fehlen jeder Privatheit auf die Nerven zu gehen." Aber da kommt eine Konkurrentin und liebt Rainer. "Die fingen an zu knutschen und kriegten Sternchenaugen. Das hat mörderisch weh getan." Sie trifft dann Jimi Hendrix, sie sprechen keine gleiche Sprache und doch eine: "Seine Sprache war nur noch ein leises Atmen in meinem Ohr, un mein Körper hat sofort total vibriert...Mich hat auch gefreut, dass ich Rainer etwas in Gestalt so eines Supertyps heimzahlen konnte." Man stelle sich vor, Uschi bringt am nächsten Tag Hendrix mit in die Kommune und Rainer & Kunzelmann begannen, ihn politisch zu nageln.

Alle machen sich über Rainer her, alle Frauen, seine Magie bestand wohl darin, dass er es gar nicht so sehr wollte. "Mascha war zum ersten Mal eine ernst zu nehmende Konkurrentin, sie strahlte innerlich, und die beiden schliefen dann auch vor meinen Augen miteinander." Sie reist Jimi Hendrix nach, kann den traurigen Mann aber nicht erreichen. "In der Zeitung habe ich dann gelesen, dass er kurz danach gestorben war, und obwohl unsere Affäre nur so kurz war, hat eine totale Tiefe zwischen uns existiert. Mann, dachte ich, jetzt ist es für immer und ewig vorbei."

Mann, denkt Uschi - wohl ihr Leitspruch und alles, was sie denkt, bewegt sich wenig weg von einer seichten Oberfläche, die einen erschaudern lässt: ein Fotomodell wird zur Ikone für eine Kommune, für das alternative Leben, und dabei ist es doch nur eine '. Die Kommune ist eine Ansammlung von Spießern und sie endet im Heroinchaos bzw. mit Bombenbauern. Rainer geht ins Gefängnis und kommt geläutert zurück. Wahrscheinlich hat er den einsamen Raum im Knast genossen. Er beginnt dort zu meditieren.

Schöne Hülle trifft Jagger: "Er lief gerade die Treppen hinab und wäre fast über mich gestolpert. Ich stand vor ihm wie ein Geschenk, verpackt in meinen neu erstandenen Fransenmantel und Hot Pants." Dass er dann mit ihr im Lokal rumknutscht, obwohl ihr Freund Rainer dabei ist, bei den Stones gilt das nicht: "Wie ich später sehen sollte, haben Frauen von den Stones die unglaublichsten Sachen abgezogen. Kleinigkeiten wie langjährige Freunde oder Ehemänner galten da nichts mehr."

Das Buch hat exakt die richtige Sprache für die Obermaier, genau so stelle ich mir diese Frau vor, es liest sich schonungslos ehrlich - und letzten Endes bleibt in der Analyse zwischen Langhans und ihr nur die Feststellung, dass sich Gegensätze wohl anziehen. Insgesamt - nach dem Rocker Bockhorn - sagt sie: "Nach seinem Tod bin ich lieber geworden - nicht mehr so ein egoistisches Monster. Dass ich meinem Mann zum letzten Mal im Zorn gesehen habe, hat mich viel gelehrt ' und was mir jetzt noch bleibt, ist, eine gute Alte zu werden."

Die Entwicklung von einer äußeren zu einer inneren Schönheit, es wäre mein Wunsch für Uschi Obermaier. Sie hat mich Sicherheit mehr gelitten, mehr erlebt als sich viele von uns vorstellen können, ein Leben in Extremen.
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am 20. April 2016
Ein Buch, das Einen in eine andere Zeit bringt. Schonungslos erzählt Uschi O. ihr Leben zwischen Stars, Drogen, Sex und Reisen in ferne Welten in einem umgebauten Luxusbus, damals ein echtes Abenteuer, bis zu Bockhorns tragischen Tod und wie sie sich danach durchs Leben schlägt. Spannend, aber man möchte nicht dabei gewesen sein. Ein sehr authentisches Buch. Wunderschöne Fotos von Uschi O.
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am 24. November 2015
Pflichtlektüre!

Dieses Buch sollte jeder mal gelesen haben.

Da ich nicht zu viel über den Inhalt verraten mag, und man ohnehin schon viel von dem Herrn Langhans gehört hat, sage ich nur: Klare Kaufempfehlung. Ein Buch für Zwischendurch und für die (einseitige) Wahrheit der Obermaier.
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