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50 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Party ist zu Ende.....
Tja, das dachte ich, als ich die letzten Seiten des Buches las.

Warum habe ich es mir gekauft??

Ich hatte da einen Bericht im Stern über sie gelesen und ich war total von dieser Frau fasziniert. Ich erfuhr, dass ein Kinofilm und eine komplette Biografie ihres Lebens als Buch erschien. Also kaufte ich mir dieses Buch.

Da es eigentlich...
Veröffentlicht am 25. Februar 2007 von Anja Kathrin

versus
71 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein trauriges Buch
Ja, sie hat mit Mick Jagger geschlafen und mit Keith Richards und beinahe auch mit David Bowie. Und sie ist berühmt geworden. Als Modell und als Mitglied der Kommune 1 und Freundin von Rainer Langhans. Sie hat ihr Leben nicht nur in München und Hamburg verbracht, sondern auch in Indien, Kalifornien, Mexiko und New York. Und sie ist den Beschränkungen der...
Veröffentlicht am 7. Februar 2007 von Niclas Grabowski


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50 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Party ist zu Ende....., 25. Februar 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tja, das dachte ich, als ich die letzten Seiten des Buches las.

Warum habe ich es mir gekauft??

Ich hatte da einen Bericht im Stern über sie gelesen und ich war total von dieser Frau fasziniert. Ich erfuhr, dass ein Kinofilm und eine komplette Biografie ihres Lebens als Buch erschien. Also kaufte ich mir dieses Buch.

Da es eigentlich überhaupt nicht meine Generation war, aus der sie stammt, konnte ich vorher mit den Namen Uschi Obermaier" eigentlich nur wenig anfangen.

Aber mich faszinierte sofort diese Frau, die angeblich alles tat und genoss was sie wollte in ihrem Leben.

Und wer träumt nicht davon, völlig unabhängig zu sein und zu tun was einem gefällt??

Schön und begehrt, sexuell freizügig und nie das Gefühl was zu verpassen im Leben?

Sie lebte nicht nur den Traum ihrer Generation, sondern den Traum der Menschheit.

Von ihren Freiheiten, wird in diesem Buch ganz genau erzählt. Wie in einer Klatschkolumne wird man über so manche Details aufgeklärt, die man wahrscheinlich selbst nie erleben würde.

Aber genau das ist der Punkt. Schnell wird klar, das sie durch ihren exzessiven Lebensstil

in recht fragwürdigen Kreisen wandelte.

Die ganze Biografie handelt ziemlich schnell nur noch von irgendwelchen Drogentrips(und wie toll die waren) und irgendwelchen Sexeskapaten.

Folglich kommt dann das ganze irgendwann nur noch ganz wirr rüber und man kann bei manchen(oder einigen) Absätzen des Buches nicht mehr ganz folgen.

Leider kann man ihre wahre Identität nicht wirklich erkennen. Und das ist das, was ich dann letztendlich wirklich schade fand. Man hat ständig das Gefühl, als wäre das Leben an ihr vorbei gerauscht. Denn über Gefühle, die ja bekanntlich immer dazu gehören wird nur wenig gesprochen. Selbst damals, als sie die letzte gemeinsame Nacht mit ihrem toten Lebenspartner Bockhorn verbrachte, hatte sie Valium genommen, um sich wieder abermals zu berauschen.

Unfähig das Leben anzunehmen, so hart und trostlos es manchmal ist.

Warum dann 4 Punkte??

Sie ist und bleibt eine interessante Person diese Uschi Obermaier". Weil egal wie tief sie in ihrem Leben gesunken ist, sie kam irgendwie immer wieder heraus und hat das Beste draus gemacht. Und dafür bewundere ich sie.

Wie sie zum Schluss selbst die Zügel in die Hand nimmt und heute ihr Leben mit Kreativität und Selbstständigkeit gestaltet, finde ich total fantastisch.

Fazit: Als Biografie über die wahre Person Uschi Obermaier", ist das Buch eher untauglich. Aber man bekommt gewisse Einblicke in so manche Szenenverhältnisse, die dem Normalsterblichen" eher verschlossen bleiben.

Interessant ist, was am Ende aus ihr geworden ist. Bilder und Berichte von der jetzigen Zeit von ihr, sind umso interessanter, wenn man weis, was sie so alles mitgemacht hat, keine Frage. Die Party ist eben zu Ende...und ich glaube diese Einsicht hat sie wirklich davor bewahrt ganz abzurutschen. Ich wünsche ihr alles Gute und bin froh, dass sie einen Weg gefunden hat, ihre Freiheit anders zu definieren.

High times- Uschi, du hast sie eigentlich noch vor Dir! Gruß Anja
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71 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein trauriges Buch, 7. Februar 2007
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ja, sie hat mit Mick Jagger geschlafen und mit Keith Richards und beinahe auch mit David Bowie. Und sie ist berühmt geworden. Als Modell und als Mitglied der Kommune 1 und Freundin von Rainer Langhans. Sie hat ihr Leben nicht nur in München und Hamburg verbracht, sondern auch in Indien, Kalifornien, Mexiko und New York. Und sie ist den Beschränkungen der kleinbürgerlichen, bayrischen Familie entkommen. Sie hat frei gelebt.

Aber hängen geblieben ist sie dann doch bei einer Hamburger Szenegröße namens Bockhorn. Der zwar im Buch mehrfach als Lude bezeichnet wird, dann im Detail doch eher als Gastronom beschrieben wird, sogar als guter und erfolgreicher Gastronom, der allerdings harten Drogen verfallen war. Und auch in Uschis eigenen Leben nehmen die Drogen neben dem Thema Sex wohl die größte Rolle ein. Und so erfahren wir überraschend wenig über die spannenden Menschen, denen die bayrische Schönheit in ihrem Leben so begegnete. Über Mick Jagger weis sie eigentlich nur zu sagen, dass er schöne Lippen hat. Ach wie neu. Dass er sich manchmal etwas weiblich bewegt. Ach ja. Und das er nicht treu sein kann. Na das hätten wir jetzt wirklich nicht gedacht!

Das Buch hinterlässt den Eindruck, als wäre das wahre Leben irgendwie an der Obermaier vorbeigegangen, als hätten sich die Männer in ihrem Leben eben doch nicht ernsthaft mit ihr beschäftigt. Und sie eigentlich auch nicht mit ihnen, jedenfalls nicht außerhalb des Bettes. Wenn man das Buch so liest, wie es nun mal geschrieben ist, lernt man, dass es eben doch nicht reicht, einfach nur hübsch und freigiebig zu sein. Und vielleicht hat Mick deshalb auch Bianca geheiratet und nicht Uschi Obermaier. Und so schüttelt man verzweifelt den Kopf über die Männer, bei denen sie dann bleibt. Ihre Auswahlkriterien: Am liebsten Rockstar, aber mindestens Szenegröße, Prominenz hilft, Machismo auch und wenn man sich eine einfängt, dann gehört das auch dazu. Dass ausnahmslos alle Männer in ihrem Leben (lt. Buch) fremdgegangen sind, erstaunt dann nicht mehr wirklich. Warum das aber alles sein muss, versteht man dann doch nicht, vor allem weil die im Buch reichlich abgedruckten Bilder eine wirklich wunderschöne und aufregende Frau zeigen.

Vielleicht ist das ganze gar nicht mal die Schuld der Obermaier. Das Buch erscheint sehr schwach geschrieben, nicht nur vom Inhalt sondern auch sprachlich. Über weite Strecken empfindet man den Text auf dem Niveau der Bildzeitung. Selbst das erste Bohlenbuch war da besser, weil es wenigstens witzig war. Der Bildzeitungsjargon schadet auch der Glaubwürdigkeit des Textes. Man hat den Eindruck, dass hier nicht immer Authentisches erzählt wird.

Überraschenderweise ist das Buch an zwei Stellen dann plötzlich offen und ehrlich, jedenfalls ist es mir als Leser so erschienen. Die erste Stelle ist das Nachwort, in dem erzählt wird, dass die Obermaier den Text von Kraemer selbst zuerst abgelehnt hat (die genannten Gründe sind aber wieder so "na ja") und dass die Veröffentlichung erst im Rahmen des gleichzeitigen Filmprojektes zustande gekommen wäre. Und ja, als Film für 90 Minuten kann ich mir das alles spannender (weil optischer) vorstellen.

Die zweite, authentische Stelle ist ein niedergeschriebener Tonbandmitschnitt. Dort äußert sich Bockhorn gegenüber Langhans über Uschi. Was er sagt, ist nicht sehr freundlich. Es ist seine Sicht. Aber vielleicht eben doch in einigen Punkten zutreffend. Jedenfalls erhält man in dieser Passage von wenigen Seiten das Bild eines Paares, das sich wirklich liebt. Aber das sein Leben und seine Beziehung eben doch nicht auf die Reihe bekommt. Weder emotional, noch sexuell, noch finanziell, noch sonst wie. Ich kann es kaum mit einem anderen Wort beschreiben: Irgendwie ein verficktes Leben.

Ja, ein trauriges Buch.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfreulich unkonventionell, 17. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: High Times: Mein wildes Leben (Taschenbuch)
DIESES BUCH IST GEEIGNET FÜR:

· Leser, die gerne Biographien ungewöhnlicher Menschen lesen.

Das hier ist ein interessanter Einblick in das unkonventionelle Leben einer Frau, die mutig genug ist, sich zu nehmen und umzusetzen, was sie will - und das weiß sie dabei recht genau. Sie ist nur sie selbst und passt sich nicht an, und das so wenig, dass sie sich bewundernswerter Weise noch nicht einmal in die Schublade der Unangepassten stecken lässt! Ich liebe die Sequenzen, die von der Kommune 1 erzählen - auch im Film. Diverse Hippies blicken matt lächelnd auf diese unintellektuelle, politisch desinteressierte Schickse, die irgendwie nicht richtig in die Kommunenszene zu passen scheint und dabei doch vielleicht die einzige richtige Hippiefrau ist, die die Welt je zu Gesicht bekommen hat. Ganz im Gegensatz zu diesen verkrampft Lockerseinwollenden ist sie nämlich wirklich komplett unverkopft und tut nur, was sie will, ohne dabei irgendeinen Gedanken an jegliche Erwartungen von Gesellschaft oder Bekanntenkreis zu verschwenden. Und so geht das ihr ganzes Leben weiter.
Eine andere aussagekräftige Stelle, die ich sehr liebe und die besonders im Film gut zur Geltung kommt, ist folgende: Keith Richards liegt nach einem Konzert mit anschließender Exzessparty komplett komatös auf der Matratze und ist zu nichts mehr zu gebrauchen. Uschi sitzt daneben und ist derart gelangweilt über das Leben als Stones-Groupie (immer dasselbe"), dass sie sich ein Bein ausfreut, als ihr Hamburger Kieztyp Bockhorn sie anruft und mit ihr einen Auslandstrip im selbstgebauten Bus machen will. Jedem anderen Mädchen wäre es vermutlich als allerletztes eingefallen, ein Bandmitglied der Stones mit Langeweile in Verbindung zu bringen, wäre keinen Millimeter von Keiths Seite gewichen, sich sonst was darauf einbildend, mit dem Weltstar durch die Hauptstädte touren zu dürfen und hätte so einem Macho aus zweifelhafter Hamburger Rotlichtszene bei jedem Abwerbungsversuch allenfalls einen Vogel gezeigt. Doch bei Uschi ziehen solche Prestigedinger nicht. Hier hat offensichtlich derjenige die besten Karten, der am meisten Spannendes und Abwechslungsreiches zu bieten hat.

· Frauen, die sehr am althergebrachten Rollenbild der moralischen, umsorgenden und zurücksteckenden Frau kleben und aber den Wunsch haben, sich zumindest mental ein wenig davon zu befreien.

Uschi steht für sexuelle Befreiung und rücksichtslose Verwirklichung der eigenen Interessen ohne allzu große Rücksicht auf die Interessen von anderen. Sie schläft, mit wem sie will, weil es ihr Spaß macht. Es kümmert sie wenig, ob sie als unanständig gilt. Ihr Hauptnahrungsmittel besteht aus den unterschiedlichsten Drogencocktails. Sie hat keine Lust zu kochen und interessiert sich deshalb nicht für den knurrenden Magen ihres Lebensgefährten. Das mit dem Kind klappt nicht und eigentlich will sie wohl auch keines - was vielleicht besser ist. Ich glaube nicht, dass Uschi in der Lage wäre, vollständige Verantwortung für eine auf sie angewiesene Person zu übernehmen. Sie passt nicht in die ideale Frauenschablone ihrer Zeit, und gerade das beweist ihren Mut. Es gab schon zu allen Zeiten Frauen, die nicht der Schablone entsprachen. Um nicht der gesellschaftlichen Anerkennung wegen zu schauspielern, dass man doch entspricht, braucht es viel Mut. Diese eine Frau hier hat den Mut gehabt echt zu sein.

· Männer, die Zweifel haben, dass eine Frau, die nichts vorzuweisen hat außer einem guten Aussehen und einer guten Portion Willensstärke, glatt durchs Leben kommen kann.

Sicherlich leidet Uschi nicht gerade an überdurchschnittlicher Intelligenz, doch sie hat ganz andere Qualitäten, von denen die meisten anderen Menschen nur träumen können. Wenn man näher hinsieht, offenbart sich dem Leser eine Frau, die Zeit ihres Lebens am Abgrund entlang tanzt, weil sie den Nervenkitzel braucht, die aber schlau und geschmeidig genug ist um niemals hineinzufallen. Uschi konsumiert in großen Mengen Drogen. Das nimmt aber niemals äußerst dramatische Formen an, sie kommt auch offensichtlich ohne Desaster wieder davon los. Sie bewegt sich im Hamburger Ludenmilieu und hätte nichts leichter werden können als eine Edelnutte. Sie hatte ein blendendes Aussehen, war sympathisch und hatte Spaß am Sex. Doch irgendwo in ihrem Kopf hat sie ganz festgesteckte Grenzen, die sie niemals überschreitet und die sie vor dem Untergang bewahren. Das unterscheidet sie ganz wesentlich von anderen Frauen, die ähnliche Wege gegangen sind wie sie, die aber hoffnungslos versackt sind.

DIESES BUCH IST NICHT GEEIGNET FÜR:

· Leser, für die eine gute Sprache und Erzählfluss unerlässlich sind.

Dieses Buch ist ja nicht von Uschi alleine geschrieben worden, und das mag der Grund dafür sein, dass die Sprache oft holprig und unflüssig ist. An anderen Stellen wiederum liest es sich komischerweise sehr leicht. Der Erzählstil wirkt auf mich insgesamt etwas ungelenk und zu wenig überarbeitet. Allerdings ist der Inhalt dafür umso gehaltvoller.

· Leser, die geistige oder seelische Tiefe und Weisheit suchen.

Uschi lebt fast nur nach außen, kaum nach innen. Nach der Beschreibung so vieler erlebnisreicher Jahre wartet man spätestens im letzten Drittel des Buches auf ein wenig Tiefe, auf Erkenntnisse, höhere Ziele, auf eine Bilanz der vielen Erfahrungen. Das bleibt leider aus. Sie lebt eben, und es geht um das Erleben an sich und nicht um Reflexion. Sie scheint an der Oberfläche zu leben, manchmal sogar zu fühlen. Das kann man verurteilen, muss es aber nicht. Vielmehr regt es zum Nachdenken an über die Frage, ob man das Leben sehr ernst nehmen oder lieber einfach in den Tag hinein leben sollte, ohne sich zu viele Sorgen und Gedanken über Gott und die Welt zu machen.

· Leser, die überzeugt sind, in der Welt herrsche so etwas wie Gerechtigkeit und die sich diesen Glauben nicht zerstören lassen wollen.

Ja - und genau da liegt der Haken bei der Frage, ob man sich das Leben leicht oder schwer machen sollte ... denn Uschis ,leichtes', wildes Leben hat zweifelsohne auch damit zu tun, dass sie keinerlei Geldprobleme hat. Das macht vieles einfacher, und jeder Gerechtigkeitsfanatiker wird wütend bei der Vorstellung, dass ein Mensch ein sehr erlebnisreiches Leben führt und dazu noch über jede Menge freie Zeit und unbegrenzte Möglichkeiten verfügt (mein Freund ist mir nicht spannend genug, dann flieg ich halt mal eben zu Keith Richards, der natürlich, damit mir nicht langweilig wird, auch schnell eine gute Freundin für mich einfliegen lässt, und dann wird Party gemacht ohne Ende, auf's Geld kommt's ja nicht an) und dabei eigentlich kaum etwas leistet, weder besonders hart arbeitet noch großartig etwas für andere tut oder Kinder großzieht. Hm.

Im Großen und Ganzen war es spannend, das Buch zu lesen. Ist mal was anderes. Es eröffnet viele neue Einblicke in eine andere Zeit, in andere Szenerien. Vielleicht hilft es sogar, ein bisschen mutiger zu werden oder alles nicht so ernst zu nehmen.
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44 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Total banal!, 5. Februar 2007
Uschi Obermaier hat ihr Leben erzählt. Und was für Zeiten waren das damals! Die Welt war in Aufruhr, in Deutschland gab es die grössten gesellschaftspolitischen Umbrüche, freie Liebe und Drogen, dazu der Siegeszug des Rock'n Roll mit seinen wilden Protagonisten. Und ferne Länder, die noch Abenteuer waren und nicht bis in den hintersten Winkel von Pauschaltouristen überflutet. Mittendrin im Geschehen die fesche Bayerin, eines der ersten deutschen Models (damals hiess das ja noch Fotomodell ;-) das auch international begehrt waren. Hoppla! Mittendrin? Ja, das dachte ich mir so, als ich die Biographie zur Hand nahm. Sie bewegte sich an der Seite von drei Männern, mit denen sie jeweils längere Zeit liiert durch. Das Leben in der Kommune mit Langhans, Edel-Groupie von Keith Richards und Piratenbraut des Kiez-Prinzen Bockhorn mit dem sie durch Asien und Amerika fuhr. Was hätte das für eine Geschichte geben können! Bunt, prächtig, saftig. Ist es leider aber nicht geworden. Uschi Obermaier scheint überhaupt gar nichts mitbekommen zu haben von ihrem eigenen Leben, von Oberflächlichkeiten einmal abgesehen. Zumindest spürt man in diesem Buch nichts davon. Das hätte ein Roboter schreiben können. Von hier noch da wird gereist, diverse Drogen eingeworfen und gelegentlich mal eine Affäre nebenbei. Nichts geht in die Tiefe, teilweise ist die Erzählweise ziemlich wirr, Menschen tauchen namentlich in einem Satz auf und verschwinden ohne weitere Erklärung wieder, dazwischen ab und zu mal deftige Ausdrücke. Tja, und das wars dann schon. Es wirkt, als ob sie selbst sich nicht an ihr Leben erinnert sondern an das, was in diversen Gazetten bereits zur Genüge über sie geschrieben wurde. Wer das gelesen hat, kann sich dieses Buch sparen. Alles was es zu sagen gibt wurde schon gesagt und den Dingen mehr Persönlichkeit oder Tiefe zu verleihen, was man sich ja von einer Autobiographie wünscht, das kann die Autorin offenbar nicht.

Einen Stern gibts trotzdem, für die schönen Fotos, die zeigen, was Uschi wirklich gut drauf hat - für die Kamera posieren. Und dabei sieht man einmal mehr eine absolut schöne und fotogene Frau mit einer Riesen-Ausstrahlung. Das ist mehr, als manche blassen Casting "Top Models" und ihre Erfinderinnen zu bieten haben. Und vielleicht reicht das ja einfach auch!
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein verstörendes Buch, 8. April 2007
Ich fand das Buch merkwürdig.

So wie es beschrieben ist, bestand das Leben aus einer ca. 20 Jahre dauernden Zeit extremen Drogenkonsums und jeder Menge Sex. Schön für sie, aber war das alles?

Alles im Drogennebel vorbeigerauscht? Den Eindruck wird man nicht los.

Bezeichnend auch, daß über die Zeit nach den ganz wilden Drogen kaum was in dem Buch steht. Dabei sieht es so aus, als hätte sie erst dann zu sich gefunden, da wäre es also interessant geworden.

Ich finde die Sprache keineswegs zu hart oder zu saftig, mich stört auch nicht die ziemlich eindimensionale Fixierung auf die Drogen und deren Folgen.

Was stört, ist die lieblose Machart: zahllose Rechtschreibfehler, dieselbe Person heißt in einem Satz Paul und im nächsten Petra - da hätte etwas mehr Sorgfalt gut getan. Ach hätten es nicht ganz so viele Drogenstories sein müssen, aber da wäre das Buch nur halb so dick geworden.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Sonnenseite der Drogen, 2. Mai 2007
Wer in den 60er und 70er Jahren jung war, der kam an zwei Uschis nicht vorbei.

Ich meine hier Uschi Obermaier und Uschi Glas. Beide strahlten in schöner Regelmäßigkeit von den Titelseiten der Illustrierten und Boulevardzeitungen.

Dabei war Frau Obermaier um eine Klasse besser.

Ihre Bilder strahlten neben Schönheit auch einen Hauch Verruchtheit und Abendteurertum aus, den sie ja auch im realen Leben besaß.

Als erstes deutsches Groupie (sofern es diese Bezeichnung damals schon gab) nahm sie auch nie ein Blatt vor dem Mund und berichtete freimütig über ihre zahlreichen Bettgeschichten mit prominenten und weniger prominenten Zeitgenossen.

Der Zahn der Zeit ging natürlich auch ihr nicht spurlos vorüber, aber ich war immer wieder verwundert, wie attraktiv sie auch in späteren Jahren war.

Mit Interesse hab ich daher auch ihre Biographie gelesen.

Der Joint war ja ihr Markenzeichen und dass Haschisch eine zentrale Rolle in ihrem Leben einnahm bekannt.

Neu war mir allerdings das Bekenntnis von Frau Obermaier, dass sie all die Jahre Heroin süchtig war und den Stoff täglich konsumierte.

(Die Berichte über Junkies die regelmäßig als physisch und psychische Wracks enden, in den gleichen Medien wie Uschis Superfotos veröffentlicht, zeigen nur die dunkle Seite der Drogen.)

Mit genügend Geld versehen um sich regelmäßig mit guten Stoff versorgen zu können, scheint auch ein jahrelanger Drogenmissbrauch nicht automatisch körperlichen Verfall nach sich zu ziehen.

Erschreckend eindimensional ist Frau Obermaiers Bericht über ihr fast 2-jährige Asienreise mit ihrem damaligen Lebensgefährten Bockhorn.

Mit einem eigens für diese Reise gebauten Luxusbus ging der Trip von Hamburg über die Türkei, Persien, Afghanistan, Pakistan und Indien nach Nepal und zurück.

Die Traumreise schlechthin! Ich hatte erwartet, dass Frau Obermaier über ihre dabei gewonnen Eindrücke und Erlebnisse, einen faszinierenden Bericht liefert.

Statt dessen erfährt der Leser auf knapp 18 Seiten, dass auch in diesem Lebensabschnitt Drogen die zentrale Rolle spielen.

Als Resümee ergibt sich für mich das Bild einer aufregenden und freiheitsliebenden Frau, die, zumindest bis zum Tod ihres Lebensgefährten Bockhorn, ein interessantes aber gleichwohl mehr als oberflächliches Leben führte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Später sagte er, Sex sei eine Vergeudung menschlicher Säfte. (Obermaier), 12. November 2011
Von 
Happyx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: High Times: Mein wildes Leben (Taschenbuch)
Ich habe die Biografie von Rainer Langhans: Ich bin's: Die ersten 68 Jahre gelesen und war neugierig auf das Leben der Obermaier, Uschi. Das Buch würde von der Kommune K1 bestimmt nicht durchgewunken worden sein, es liest sich nicht sehr flüssig, irgendwie infantil, aber immer ehrlich. Diese Echtheit macht es aus: Uschi Obermaier bzw. der Schreiber Olfa Kraemer ist eine schonungslose Berichterstatterin, der man im Nachhinein viele Dinge nachempfinden kann.

Die Langeweile in einer endlos diskutierenden Kommune, in der es keine Privatheit gibt, es klingt einfach lächerlich in der Nachbetrachtung. "Wenn man so Riesentüten raucht, wird man einfach müde." Rainer kann einfach keinen O......s bekommen, sie versucht alles, setzt ihre ganze Liebe ein, aber er will nicht, kann nicht, dieses animalische Gehoppel ist ihm wohl zuwider. Er steht eher auf Tantra-S.

"Bald begann mir das Fehlen jeder Privatheit auf die Nerven zu gehen." Aber da kommt eine Konkurrentin und liebt Rainer. "Die fingen an zu knutschen und kriegten Sternchenaugen. Das hat mörderisch weh getan." Sie trifft dann Jimi Hendrix, sie sprechen keine gleiche Sprache und doch eine: "Seine Sprache war nur noch ein leises Atmen in meinem Ohr, un mein Körper hat sofort total vibriert...Mich hat auch gefreut, dass ich Rainer etwas in Gestalt so eines Supertyps heimzahlen konnte." Man stelle sich vor, Uschi bringt am nächsten Tag Hendrix mit in die Kommune und Rainer & Kunzelmann begannen, ihn politisch zu nageln.

Alle machen sich über Rainer her, alle Frauen, seine Magie bestand wohl darin, dass er es gar nicht so sehr wollte. "Mascha war zum ersten Mal eine ernst zu nehmende Konkurrentin, sie strahlte innerlich, und die beiden schliefen dann auch vor meinen Augen miteinander." Sie reist Jimi Hendrix nach, kann den traurigen Mann aber nicht erreichen. "In der Zeitung habe ich dann gelesen, dass er kurz danach gestorben war, und obwohl unsere Affäre nur so kurz war, hat eine totale Tiefe zwischen uns existiert. Mann, dachte ich, jetzt ist es für immer und ewig vorbei."

Mann, denkt Uschi - wohl ihr Leitspruch und alles, was sie denkt, bewegt sich wenig weg von einer seichten Oberfläche, die einen erschaudern lässt: ein Fotomodell wird zur Ikone für eine Kommune, für das alternative Leben, und dabei ist es doch nur eine '. Die Kommune ist eine Ansammlung von Spießern und sie endet im Heroinchaos bzw. mit Bombenbauern. Rainer geht ins Gefängnis und kommt geläutert zurück. Wahrscheinlich hat er den einsamen Raum im Knast genossen. Er beginnt dort zu meditieren.

Schöne Hülle trifft Jagger: "Er lief gerade die Treppen hinab und wäre fast über mich gestolpert. Ich stand vor ihm wie ein Geschenk, verpackt in meinen neu erstandenen Fransenmantel und Hot Pants." Dass er dann mit ihr im Lokal rumknutscht, obwohl ihr Freund Rainer dabei ist, bei den Stones gilt das nicht: "Wie ich später sehen sollte, haben Frauen von den Stones die unglaublichsten Sachen abgezogen. Kleinigkeiten wie langjährige Freunde oder Ehemänner galten da nichts mehr."

Das Buch hat exakt die richtige Sprache für die Obermaier, genau so stelle ich mir diese Frau vor, es liest sich schonungslos ehrlich - und letzten Endes bleibt in der Analyse zwischen Langhans und ihr nur die Feststellung, dass sich Gegensätze wohl anziehen. Insgesamt - nach dem Rocker Bockhorn - sagt sie: "Nach seinem Tod bin ich lieber geworden - nicht mehr so ein egoistisches Monster. Dass ich meinem Mann zum letzten Mal im Zorn gesehen habe, hat mich viel gelehrt ' und was mir jetzt noch bleibt, ist, eine gute Alte zu werden."

Die Entwicklung von einer äußeren zu einer inneren Schönheit, es wäre mein Wunsch für Uschi Obermaier. Sie hat mich Sicherheit mehr gelitten, mehr erlebt als sich viele von uns vorstellen können, ein Leben in Extremen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Uschi war ein Kind ihrer Zeit, 9. November 2010
Rezension bezieht sich auf: High Times: Mein wildes Leben (Taschenbuch)
Wer wie ich die Aufbruchstimmung (in eine freiere Zukunft - so dachten wir) dieser Zeit der Endsechziger/Anfang 70er Jahre miterlebt hat, kann sich in Uschi Obermaier und ihre (damalige) Lebensphilosophie hineinversetzen. Die sexuelle Revolution trieb damals seltsame Blüten und Uschi war sicherlich die schönste davon. Auch war nur derjenige in und angesehen, der über eine gehörige Portion Drogenerfahrung (möglichst mit Entzug) verfügte. Das dicke Ende dieser Exzesse und die Ernüchterung über die "Freiheit" in Drogen- und Sexräuschen kam in den Achtzigern, auch bei Uschi Obermaier. Davon abgesehen würde auch Uschi ihre sogenannte sexuelle Freiheit mit x One-Night-Stands mit anderen Augen sehen, wenn sie von einem ihrer Lover schwanger geworden wäre und allein und ohne Alimentenzahlungen mit dem Kind dagesessen hätte. Wer jedoch meint, Uschi wäre in dieser Zeit stehengeblieben und hätte sich nicht weiterentwickelt, der liegt daneben: das hat sie sehr wohl, nur das Publikum hat sich an diesen alten Stories festgebissen und will nichts anderes von ihr hören.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dokument, das Kulturgeschichte (be)schreibt, 29. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: High Times: Mein wildes Leben (Kindle Edition)
Mit ihrer von Olaf Kraemer aufgezeichneten Biographie macht Uschi Obermaier, das wohl bekannteste deutsche Groupie und Sex-Symbol der 68er-Generation, noch einmal von sich reden. Das 1946 geborene Nachkriegsmodell war als Kind in ihren Vater vernarrt, für sie »der tollste Mann überhaupt«. Früh stand sie auf wilde Männer und verliebte sich sogar in einen US-Massenmörder, dessen Bilder sie wegen seiner maskulinen Ausstrahlung besonders sexy fand. Jung-Uschi wollte unbedingt von ihrem Vater entjungfert werden, doch der interessierte sich nur für andere Frauen. Die Tochter fühlte sich verletzt. Weil ihr Traumprinz auf attraktivere Frauen stand und auch ihre Mitschülerinnen nicht verschmähte, beschloss das Mädchen, ein heißer Feger zu werden und arbeitete auf Schritt und Tritt daran.

Fräulein Obermaier wollte aussehen wie die französische Schauspielerin Brigitte Bardot, die durch ihren Schmollmund berühmt geworden war. Bald verkehrte die Heranwachsende in Schwabings »Big Apple« und ließ sich auf Männer ein, die »Kopien meines Vaters« waren. Musik bekam für sie eine Art mystische Bedeutung. In ihr drückte sich alles aus, was sie fühlte, aber nicht in Worte fassen konnte. So kam es zu dem für sie Nächstliegenden: dem Sex mit Musikern, denen sie als Groupie folgte. In London reagierte Uschi bevorzugt auf Schlagzeuger, weil sie deren Beinarbeit antörnte. Sie versagte sich aber auch bei Gitarre, Bass und Gesang nicht. Bald lebte sie mit der damals prominenten Band »Amon Düül« in deren Kommune bei München und trat als Sängerin auf.

Bei den »Essener Songtagen« lernte sie den Sponti Rainer Langhans kennen und zog zu ihm die legendäre »Kommune Eins« nach Berlin. Langhans wurde ihr Lover und Manager, die Fotos der barbusigen Uschi zierten bald jede Illustrierte. Mit Titelbilder von »Twen«, »Spiegel« und »Stern« erreichte sie Kultstatus unter jungen Leuten. Nacktfotos in Jeans und mit Sonnenbrand waren die ersten (von geleckten Playboy-Aufnahmen abgesehen) Sexfotos in Deutschland.

Das Glamourgirl konnte mit einem einzigen Augenaufschlag feuchte Träume erzeugen und wurde zum Sex-Symbol jener Zeit. Sie verkörperte Sinnesdinge, Drogen und Musik wie keine andere. Mit Politik hatte sie wenig im Sinn, die Kommunarden waren entsetzt über die Braut, die bei Diskussionen im Haschischrausch wegdämmerte und überhaupt nicht verstand, worum es der 68er-Bewegung ging. Dafür sah sie blendend aus und war wohl ein Knaller im Bett.

Davon durften sich bald auch einige Größen der Popmusik überzeugen, mit denen »uns Uschi« durch die Betten stob: Jimi Hendrix, Mick Jagger und Keith Richards gehörten zu denen, die immer wieder Eskapaden mit Uschi unternahmen, obwohl sie verheiratet waren. Als Gattin kam das Betthupferl allerdings nie in Frage, und das wurmte sie.

In den Armen von Reeperbahn-König Dieter Bockhorn blühte Uschi dann richtig auf: die Welt der Gesetzlosen und Outcasts faszinierte sie noch stärker als die Welt des Rock ’n’ Roll. Mit dem Kiezprinz zog sie in einem prächtig ausgestatteten Bus sechs Jahre lang durch Asien, die USA und Mexiko und erlebte ihre persönlichen »HighTimes«. Nach dem Unfalltod von Bockhorn ließ Uschi Obermaier sich in Kalifornien nieder, wo sie heute eine Werkstatt für Silberschmuck betreibt.

Die Biographie ist für diejenigen Leser interessant, die sich an die Zeit der Außerparlamentarischen Opposition (APO) anno 1968 erinnern. Dabei repräsentiert Uschi Obermaier keine politische Idee oder Bewegung. Sie spiegelt den sexuellen Aufbruch jener Zeit wider, sie beschreibt die Schwierigkeiten vieler junger Leute mit den Konventionen der Nachkriegszeit und den ungeheuren Einfluss, den Sex, Drogen und Musik auf das Leben der jungen Generation hatten. So betrachtet ist das Buch ein Dokument, das Kulturgeschichte (be)schreibt.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wilder geht's nicht - Schwabinchen, Kommunardin, Barbarin, Designerin, 25. Januar 2007
Habe mir das Buch unter anderem auch als vertiefende Vorbereitung zum Kinobesuch gekauft und fand es sehr interessant, weil hier ein Stück politische und auch musikalische Zeitgeschichte sehr mutig und unverblümt aus erster Hand aufgearbeitet wurde, die ich selbst als damals 20jähriger braver Lehrling und Student (Jahrgang 1948) in Berlin miterlebt habe (Kommune 1, Attentat auf Dutschke, Anti-Springer-Demos, Fritz Teufels und Kunzelmanns Auftritte etc.). Ich war damals und bin auch heute noch absoluter Rolling Stones Fan und habe deshalb sehr interessiert die Schilderungen von Frau Obermaier über ihre Beziehungen zu Mick und Keith gelesen, war mir so drastisch nicht bekannt und auch, warum die Stones Their Satanic Majesties Reques" überhaupt gemacht haben, kann man hier erfahren. So kann jeder, der die 68er Zeit miterlebt hat, in diesem Buch was finden. Die Foto-Dokumente sind sehr umfangreich und gut ausgewählt. Trotzdem keine fünf Sterne, weil der Erzählstil etwas holprig ist, mir genauere zeitliche Angaben zu den einzelnen Geschehnissen fehlten und kleinere Ungenauigkeiten (das sog. Pudding-Attentat richtete sich gegen den Vize-Präsidenten der USA) zu finden sind. Bin mal gespannt, ob die Stones oder auch Herr Langhans alle Schilderungen in diesem Buch absegnen oder ihre Anwälte einschalten.

Liebe Frau Obermaier, erhebliche Bauchschmerzen bereiteten mir leider auch die ständigen Verherrlichungen Ihres Drogenkonsums ohne nennenswerte kritische Distanz, wenigstens aus heutiger Sicht. Jungen Lesern, falls es welche gibt, empfehle ich hier unbedingt als Kontrastprogramm Christiane F." zu lesen. Alles in allem ein für mich kurzweiliges Buch zur Zeitgeschichte.
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