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am 12. Juli 2015
Nachdem unser Familienleben immer chaotischer wurde, musste dringend Hilfe her. Immerhin war meine Intuition noch so gut, dass ich weder zu einem KJP noch zu einem Ergotherapeuten noch zu einem Kinderarzt gegangen bin. Nein, ich fragte einfach meine Mutter, warum es bei uns nicht läuft. Meine eigene Kindheit verlief nämlich sehr ruhig und harmonisch, und auch meine Kinder benahmen sich bei meiner Mutter stets so, wie ich es gerne hätte. Was war / ist ihr Geheimnis? Mein Mutter sagte nur: "Ihr jungen Eltern redet immerzu! Ihr diskutiert jeden kleinsten Kram, dabei müssen Kinder auch mal Sendepause haben, in Ruhe spielen können und mal sich selbst überlassen sein!" Mein Vater sagte noch: "Eure Kinder wissen gar nicht mehr, dass ihr auch Bedürfnisse habt, immerzu rennt ihr hin und wollt was von ihnen, auch dann, wenn sie gerade gar nichts von Euch wollen!"

Diese Worte gefüttert mit den Theorien zur psychischen Entwicklung eines Menschen und den verschieden Beziehungsstörungen, die in diesem Buch beschrieben werden, ließen mich dann handeln. Bei Gemotze/Gequengel/Gestreite gehe ich aus dem Kontakt. In Machtkämpfe und Diskussionen lasse ich mich nicht mehr verwickeln. Und auch, wenn die letzte 4 in Deutsch und die offensichtliche Langeweile, die mein Sohn auf einem Gartenfest "ertragen" musste, mir fast körperlich wehtaten, fühlte ich mich nicht reflexartig dazu gedrängt, irgendetwas zu tun, um seine Lage zu verbessern. Er konnte das nämlich auch - oh Wunder - ohne Mami :-)

Es war für mich beim Lesen des Buches manchmal schwer zu ertragen, in so einigen Beispielen mich selbst zu erkennen. Lässt man sich drauf ein und befolgt die Tipps, die recht versteckt zwischen den Zeilen auszumachen sind, hat man relativ schnell keine Tyrannen mehr zu Hause, sondern Kinder, mit denen man sich auch dann noch unterhalten kann, wenn es nicht das Wunschmittagessen gibt ("vorher" Anlass zu einem halbstündigen Wutanfall mit wüsten Beschimpfungen in meine Richtung, "heute" kommt nur ein "Mann, ey" und dann wird gegessen und von der Schule erzählt....) :-)

Weil es mir ein Stück Familienfrieden geschenkt hat, vergebe ich 5 Sterne
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am 1. Februar 2008
Achtung: Dieses Buch ist kein weiterer Erziehungsratgeber, aber es zeigt die Hintergründe auf, warum der Bedarf an Sachbüchern dieser Art in den letzten Jahren so stark gestiegen ist und weshalb ein Showformat wie "Die Super-Nanny" ein Quotenrenner bei RTL werden konnte.
M. Winterhoff stellt auch kein neues erziehungswissenschaftliches Konzept vor. Vielmehr handelt es sich um eine schonungslose Analyse der Auslöser für die gestörten Beziehungen zwischen Eltern (und sonstigen pädagogisch Tätigen) und Kindern, die mehr die gesamtgesellschaftlichen Hintergründe für das immer stärker auftretende Phänomen der kleinen Tyrannen" beleuchtet als die einzelne Familie mit ihren individuellen Problemen und sich dabei hauptsächlicher soziologischer Kriterien bedient, ohne die psychologischen außer Acht zu lassen.

Das Lesen dieses Buches tut weh - weil es in gewisser Weise unser pädagogisches Weltbild, das sich seit den 70'er Jahren entwickelt und in den Elternhäusern und Institutionen immer stärker verbreitet und verfestigt hat, in den Grundfesten erschüttert. So wird die uns inzwischen in Fleisch und Blut übergegangene Maxime, Kinder seien in allen erzieherischen Belangen, partnerschaftlich", sprich als kleine Erwachsene" zu behandeln, als Ursache für die immer stärker auftretenden Beziehungsstörungen zwischen Kindern und Erwachsenen entlarvt. Das Ergebnis des wohlmeinenden Konzepts von einem nahezu gleichartigen Umgang auf Augenhöhe zwischen heranwachsenden und erwachsenen Menschen sind nicht etwa glücklichere" Kinder, sondern psychisch Unreife, die durch eine viel zu frühe, partnerschaftlich orientierte" Teilnahme am Erwachsenenleben den Schutz, den eine sorgfältige Abgrenzung zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt früher ganz natürlich bot, verloren haben. Die Überfrachtung der Kinder mit Erwachsenenthemen, die deren im Wachstum befindliche Psyche noch gar nicht verkraften kann, führt dazu, dass sich narzisstische Verhaltensweisen entwickeln und verstärken, so dass die Kinder ihr Gegenüber in der Folge nicht mehr als Mensch mit eigenen Bedürfnissen wahrnehmen können, sondern vielmehr als einen Gegenstand, den es den eigenen Wünschen gemäß zu steuern gilt.

In klaren Worten, untermalt von vielen Beispielen aus seinem Praxisalltag als Kinderpsychiater, haut uns M. Winterhoff die schmerzliche Wahrheit um die Ohren, ohne jedoch dabei die sonst oft üblichen Schuldzuweisungen (an Eltern, Lehrer oder die Politik..) vorzunehmen. Vielmehr sieht er die Ursache für die beziehungsunfähigen Kinder und Jugendlichen in der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung.

Die Erkenntnisse dieses Buches sollte Aufnahme in die Ausbildung aller pädagogisch Tätigen finden, ob Lehrer, Erzieher, Kindertherapeuten oder Eltern und Anstoß zu einer gesellschaftlichen Diskussion sein für jene, die im engeren oder weiteren Umfeld mit Kindern zu tun haben - letztendlich also für uns alle...
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am 3. April 2008
Mich hat das Buch von Michael Winterhoff nachhaltig beeindruck, das Lesen fällt leicht und der Autor spricht einem auf (fast)jeder Seite aus dem Herzen! Die Analyse, dass die zu früh praktizierte Partnerschaftlichkeit in der Kindererziehung zum Verlust der für Kinder so wichtigen Hierachie, Orientierung und Autorität führt, hat mich zu einem Überdenken meiner bisherigen Sichtweise Kindern gegenüber geführt. Dass unsere Kinder letztendlich Symptomträger unserer kranken Wohlstandsgesellschaft sind, wird einem schmerzhaft vor Augen geführt, ebenso der Appell, dass die Verantwortung und die Macht, die Kinder aus ihrer Misere zu befreien, alleine bei den Erwachsenen liegt. Das Buch ist ein gutes und wichtiges Buch genau zur richtigen Zeit!
Es besteht allerdings die Gefahr, seinen Inhalt falsch und einseitig auszulegen. Natürich ist es nicht im Sinne es Autors, in Zukunft wieder im autoritären Frontalunterrichtsstil zu unterrichten und seine Kindern im Befehlston zu unterweisen. Aber welche handfesten Handlungsvorschläge gibt Michael Winterhoff ganz konkret zum Umgang mit unseren Kindern? Gewiss, sein Buch will kein neuer Erziehungsratgeber sein, sondern will wachrütteln und bewusst machen. Dieses Anliegen wird brilliant erfüllt. Doch wie bewältige ich die von Winterhoff am Ende seines Buches geforderte Entwicklung neuer Strategien? Bei der Suche nach dem konkreten "Wie?" lande ich als Lehrerin und dreifache Mutter doch wieder bei Klassikern wie "Kinder fordern und heraus" von Dreikurs (meine persönliche "Erziehungs-Bibel") oder "Das kompetente Kind" oder "Die kompetente Familie" von Jesper Juul. Diese Autoren schreiben sich die Partnerschaft und die Anerkennung der Persönlichkeit der Kinder von Geburt an auf die Fahne und das zu Recht. Denn letztendlich ist es doch die sinnvolle Auslegung von Partnerschaft im Sinne von Gleichwürdigkeit, Achtung vor dem Kind, Respekt, Verantwortung und Aufrechterhaltung der Ordnung, die den Kindern von Beginn an Orientierung gibt. In diesen von Winterhoff so angeprangerten Büchern der "Modernen Pädgogik" geht es nicht um eine Partnerschaft, die den Kindern volle Befehlsgewalt und Entscheidungsfreiheit gibt. Ganz und gar nicht. Auch dort wird ohne wenn und aber gefordert, dass es die Erwachsenen sind, die sich abgrenzen müssen und Festigkeit in der eigenen Entscheidungen zeigen müssen, die handeln sollen ohne zu reden, zu erklären oder zu diskutieren, die ihre Macht anerkennen müssen und ihre Führungsrolle nicht scheuen dürfen. Es gibt keine Freiheit ohne Verantwortung und das gilt sowohl für die Erwachsenen wie für die Kinder.
Wir müssen nur wieder lernen, diese guten Erziehungsratgeber richtig zu verstehen und anzuwenden. Dann werden wir trotz oder gerade wegen partnerschaftlicher Erziehung die Probleme, die Winterhoff beschreibt, mit unseren Kindern nicht haben!
Für mich greift daher die Auslegung von partnerschaftlicher Erziehung, wie Winterhoff sie darlegt, zu kurz. Seine Betonung der so wichtigen Hierarchie kann ebenso falsch verstanden werden, wie Bücher der "Modernen Pädagogik" und zieht die Gefahr nach sich, in alte autokratische Muster zu verfallen. Und das produziert ebenso Tyrannen, wie die nur auf Verständnis ausgerichtete und als Entscheidungsfreiheit der Kinder missverstandene und zu früh praktizierte Partnerschaftlichkeit.
Der Autor betont zwar, dass er so nicht verstanden werden möchte. Durch das Fehlen echter Handlungsalternativen läuft Micheal Winterhoff aber Gefahr, dennoch missverstanden zu werden. Diese Erkenntnis verleiht dem Buch mit etwas Abstand betrachtet einen etwas faden Beigeschmack.
Als pädagogisch differenziert denkender Leser sollte man nach der Lektüre dieses guten Buchen achtsam seine Erziehungsstrategien überdenken, aber sich nicht voreilig von der Richtigkeit der "modernen", auf Partnerschaftlichkeit ausgelegten Pädagogik-Literatur verabschieden. Es ist eben alles eine Frage des Maßes!
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am 5. April 2008
Das Buch '"Warum unsere Kinder Tyrannen werden2" vn onMi ahael nwinterterhoff ist ein gutes Buch, ein wichtiges Buch, dazu brilliant geschrieben und daher sehr packend beim Lesen. Jeder, der mit Kindern zu tun hat, sollte sich von diesem Buch wachrütteln lassen. Meine erste Reaktion war: Danke für dieses Buch! 5 Sterne
Aber dennoch nur 3 Sterne: Auch noch längere Zeit nach der Lektüre des Buches verfällt man in eine Weltuntergangsstimmung, in der man sich vom Autor alleine gelassen fühlt. Michael Winterhoff gibt zu wenig ganz konkrete Handlungsalternativen, um der von ihm sehr gut analysierten Misere der tyrannischen Kinder zu entkommen. Denn: dieses Buch möchte kein neuer Erziehungsratgeber sein. Doch damit macht es sich der Autor recht leicht.
Zudem gibt es zu wenig Anhaltspunkte, ob man sich selber eventuell doch noch auf dem rechten Wege der Kindererziehung befindet. Zu undifferenziert sind die aufgezeigten Fallbeispiele, um sich darin wiederzuerkennen oder eben nicht wiederzuerkennen.
Man sollte sich von diesem Buch wachrütteln lassen, aber sich nicht zu sehr von der negativen Stimmung anstecken lassen. Sonst läuft man Gefahr, selber tyrannisch zu werden, jedes Aufflackern des kindlichen Willens misstrauisch zu beäugen und unterbinden zu wollen.
Die Lektüre kann einem rasch die Freude an Kindern nehmen, vor allen Dingen die Freude über ihr Heranwachsen, ihre zunehmende Selbständigkeit und Eigenständigkeit, auch schon im Kindergartenalter. Denn vorsicht: überall wittert man die Gefahr der zu frühen und zu ausgeprägten Partnerschaftlichkeit.
Das Hauptanliegen des Autors, sich die Hintergründe für den 'gegenwärtigen Abwärtstrend' bewusst zu machen, erfüllt sich sehr gut. Grundlage für diesen Abwärtstrend ist unter anderem die moderne, auf Partnerschaftlichkeit ausgerichtete Pädagogik, die in den letzten Jahrzehnten die Hierarchieverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern auf den Kopf gestellt hat. Zu wenig erwähnt wird vom Autor allerdings, dass doch das Wesentliche in der Kindererziehung darin liegt, eine gute Beziehung zu den Kindern herzustellen. Gerade die 'Moderne Pädagogik', die auf Respekt und Achtung vor dem Kind gründet, ohne sich dabei von den Kindern beherrschen zu lassen, gibt einem dazu doch das nötige Rüstzeug und sollte daher nicht voreilig über Bord geworfen werden. Dieser Gefahr sollte man sich bei der Lektüre des Buches bewusst sein.
Ich schreibe dies als pädagogisch differenziert denkender und handelnder Mensch, der von sich zu hoffen wagt, noch nicht dem verrücken Normalitätsverständnis verfallen zu sein, welches Michael Winterhoff so treffend in seinem Buch analysiert
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am 10. Juni 2008
Mit diesem höchst interessanten Werk hebt sich der Autor Michael Winterhoff deutlich von den "üblichen" Erziehungsratgebern ab und spricht eine Problematik an, die mit jedem Jahr immer deutlicher wird. Es wächst eine Generation heran, bei der sich erschreckend Viele (nicht alle!) scheinbar nur schwer oder sogar gar nicht in das Gesellschaftssystem einfügen können. Von psychischer Unterentwicklung und Arbeitsunfähigkeit aufgrund mangelnder Sozialkompetenzen ist in Winterhoffs Buch zu lesen. Harte Aussagen, die leider keineswegs an der Realität vorbei gehen. Wer sich in seinem Umfeld einmal umschaut wird möglicherweise sogar auf passende Fälle stoßen oder beispielsweise in der Firma mit Auszubildenden, die sich absolut unpassende Dinge mit einer Selbstverständlichkeit herausnehmen, die schon erschreckend ist.

Kinder müssen Kinder sein dürfen - das ist die Kernaussage, denn nur so können sie nicht nur körperlich wachsen und gedeihen, sondern eben auch geistig sich entwickeln, um später einmal ein junger, kompetenter Erwachsener zu sein, der durchaus seinen eigenen Kopf haben darf, es jedoch gelernt hat, sich in das System Familie/Berufswelt/eigene Beziehung hineinzufinden. Dazu darf dem Kind nicht die Kindheit genommen werden und das wird sie, wenn Eltern zu partnerschaftlich, zu sehr "auf einer Ebene" mit den Kindern umgehen. Kinder dürfen ausgelassen und sorgenfrei spielen und den Alltag bestreiten - der Preis dafür ist jedoch, dass sie sich von den Erwachsenen etwas sagen lassen müssen, dass die Eltern den Takt angeben, den Rahmen bestimmen und eben nicht die Kinder. Dieses Privileg soll der Nachwuchs erst mit fortschreitendem Alter erhalten, eben erst dann, wenn der den neuen Ansprüchen und Anforderungen auch geistig gewachsen ist.

Ein gesunder Mittelweg ist wohl das beste Mittel, auch wenn "sich natürlich, instinktiv" verhalten, heutzutage denkbar schwer geworden ist. Wir verlassen uns mehr und mehr auf Elektronik, Internet und Fachwissen von Außen, statt auf unseren Bauch bzw. unser Herz zu hören. Von dem Wahn besessen, Kinder sollen sich möglichst frei entfalten können, vergisst man, die natürlichen, eigentlich selbstverständlichen Grenzen zu setzen. Dies wird vor allem in der Öffentlichkeit schwer, wenn man (wie auch von Winterhoff angesprochen) sein Kind mit (notwendiger) Konsequenz maßregelt, und die Blicke der Passanten die Eltern als "viel zu hart" abstrafen. Erziehung ist harte, anstrengende Arbeit. Solange man nicht selber Kinder hat, kann man sich das nicht so recht vorstellen. Daher kann man nur selber als Vater bzw. Mutter nachvollziehen, dass jeder einmal "erziehungsmüde" ist. Es kostet an manchen Tagen unglaublich viel Energie und jedem kommt mal der Gedanke "Ach was solls, lass' das Kind doch einfach machen". Bleibt so etwas die Ausnahme, ist es überhaupt kein Problem, ist dies jedoch die grundsätzliche Einstellung, wird man für die Erziehungsfaulheit teuer bezahlen, wenn auch erst Jahre später, wenn man ernüchternd feststellen muss, dass sein Kind (mittlerweile im Alter eines jungen Erwachsenen) nicht einmal zu den banalsten gesellschaftlich sozialen Dingen in der Lage ist, sondern nur dem Vergnügen und immer uneingeschränkt seinem eigenen Willen nachgehen will - und vor allem gewohnt ist, diesen auch zu erhalten.

Ich bin von Winterhoffs Werk sehr begeistert, da er mich in meinem Vater-Dasein bestärkt. Ich bin ganz klar für Zuckerbrot+Peitsche: mahnen und reglementieren ABER auch loben! Die Eltern bestimmen bei kleinen Kindern den Rahmen des Tagesablaufs, unterbinden ungebührliches Verhalten, loben und bestärken das Kind bei Erfolg und stehen immer mit Rat und Tat zur Seite. Mit fortschreitendem Alter kommen neue Rechte, aber auch neue Pflichten. Aber keinesfalls darf es zu autoritär werden, zu diktatorisch, denn sonst kommt das nächste Buch raus mit dem Titel: "Warum Eltern Diktatoren werden: Oder: Die Abschaffung des freien Willens."
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am 24. Juli 2015
Über einen Freund, der Vater wird, bin ich auf dieses Buch gestoßen. Ich habe es einfach mal bestellt um zu sehen, was denn nun so die Geister scheidet. In den meisten Rezensionen, die dem Buch nur einen Stern geben, geht es darum, Herrn Winterhoff anzugreifen aber nicht argumentativ gegen sein Buch vorzugehen. Schade, denn die wenigsten Rezensenten dürften ein ähnliches Fachwissen haben, sondern fühlen sich nur ertappt dabei, ihre Erziehungsmethoden hinterfragt zu wissen. In der Regel werden Psychiater und Psychologen eh angegriffen, sie hätten ja gar keine Ahnung oder haben nur studiert um sich selbst zu kurieren. Nimmt man von diesem Geschwätz mal etwas Abstand und liest dieses Buch neutral durch, ohne sich daran zu stören, dass Herr Winterhoff seine Erfahrung zu Geld macht (in Talkshows und Büchern), hat man häufige AHA-Momente un dich möchte einfach mal mein eigene Erfahrung als Arbeitgeber hier darlegen.

Ich habe mein Geschäft selbst aufgebaut, hatte keinerlei Finanzhilfe aus dem Elternhaus, keine Bankkredite oder ähnliches. Ich habe alleine angefangen und mittlerweile sind wir ein Betrieb mit knapp 40 Mitarbeitern. Das nach ca. 12 Jahren. Ich habe als junger Chef damals arge Probleme mit den Mitarbeitern gehabt und habe unzählige Bücher gelesen, wie man ein Geschäft aufbaut, wie man Mitarbeiter führt, wie man ein besserer Mensch wird, usw. usf.

Nach all den Jahren und unzähligen Mitarbeitern, die gekommen und gegangen sind, muss ich feststellen, dass es genau so ist, wie es in diesem Buch beschrieben wird. Von 8 Auszubildenden war einer fähig, den Abschluss zu machen. Die anderen haben entweder in der Schul oder im Betrieb gefehlt, wurden der Schule verwiesen, haben die Ausbildung abgebrochen oder sind einfach unfähig einfachste Aufgaben zu übernehmen. Wir reden über Auszubildende im kaufmännischen Beruf. 2 hatten Realschulabschluss, 4 Abitur und nochmal 2 hatten Fachhochschulreife. Wir sind dazu übergegangen den Auszubildenen Anleitungen zu schreiben, damit sie sich Sachen merken können. Es schein unmöglich diesen jungen Leuten abzuverlangen, sich 5 Sachen gleichzeitig zu merken. Es werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht, die den Betrieb schon etliche tausend Euro gekostet haben. Ein Auszubildender hat vorgegeben, eine seltene Krankheit zu haben, um gelegentlich nicht zur Arbeit zu kommen. Ich könnte hier noch dutzende weitere Beispiele nennen.

Weiter geht es mit den Festangestellten. Wir haben hier sehr viele junge Leute und sehr viel Zuspruch seitens der Arbeitnehmer. Leider ist das Aussuchen der Mitarbeiter reine Glückssache. Selbst durch Vorabpraktika oder auch in der Probezeit kann man nicht herausfinden, wen man sich da ins Boot holt. Keiner möchte mehr arbeiten oder seine Kollegen unterstützen. Gerade die jungen Leute haben vor kaum mehr etwas Respekt. Es gibt Mitarbeiter hier, die eine Woche pro Monat krankgeschrieben werden. Die Symptome für ein nicht offenkundiges Leiden lassen sich leicht googeln.

Ich hatte auch schon 4 Elternpaare der jüngeren Mitarbeiter (21-24) im Hause, die mal sehen wollten, wo der Schützling nun arbeitet. Ausnahmslos waren es nette Leute über die ich nie ein schlechtes Wort verlieren würde aber gerade bei deren Kindern ist die Arbeitshaltung massiv beeinträchtigt.

Sobald man dieses Buch gelesen hat, wird einem einiges klar. Die Eltern zeigen den Kindern einfach nicht ihre Grenzen auf, so dass dann Lehrer, Erzieher und später Arbeitgeber den Ärger haben.

Ich kann so viele kleine Geschichten aus meinem Alltag erzählen, in denen einige meiner Mitarbeiter so sehr die Erfahrungen des Autors widerspiegeln. Ich kann allen Eltern nur raten, sich nicht angegriffen zu fühlen, sondern neutral an dieses Buch heranzugehen und sich auch einfach mal selbst zu hinterfragen: bin ich oder eine andere Person eine Autorität? Hab meine Kinder Respekt vor mir oder anderen Personen, die es verdienen? Wir reden hier nicht über blinden Gehorsam, den man womöglich mit Gewalt einfordert. Wir reden über klare Grenzen, die Kindern gesetzt werden müssen, den Rest entscheiden sie dann im späteren Alter dann selbst.
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am 29. Mai 2009
Der Autor Winterhoff schreibt in seinem Buch "Warum unsere Kinder Tyrannen werden" im Titel weiter "Oder: Die Abschaffung der Kindheit".
Nach der Lektüre des Buches sah ich als Mutter zweier Kinder so ziemlich alle negativen Erfahrungen bestätigt, die ich in den letzten zehn Jahren mit Krippen/Kitapersonal, Grundschullehrerinnen, Elternbeiräten am Gymnasium, dem Erwachsenenumfeld mit Kindern etc. gemacht habe.
Dabei geht mit der Abschaffung der Kindheit die Abschaffung des Erwachsenen Hand in Hand, die Verhältnisse verkehren sich, Kinder agieren als pseudoselbstständige Pseudoerwachsene und Erwachsene gebärden sich in vielen Feldern unserer Gesellschaft wie sechsjährige.
Kinder suchen lautstark und mit immer drastischeren Mitteln nach wirklichen Erwachsenen, die Verantwortung übernehmen, Halt und Struktur vermitteln, echte Fürsorge betreiben und fallen allzu oft ins Leere.
Winterhoff beschreibt in seinem Buch sehr anschaulich, was passiert, wenn Kinder auf verschiedenen Entwicklungsstufen quasi unterentwickelt fixiert bleiben und keine tatsächliche Reife (Kindergartenreife, Schulreife, Ausbildungsreife) mehr erlangen, letztendlich nicht zum Erwachsenen mit all seinen Attributen heranreifen.
Die Singlegesellschaft lebt uns dabei schon länger vor, was die Konsequenzen sind: Ein Mensch, der nur die eigene Lusterfüllung im psychologischen Sinn kennt, kann noch maximal die Verantwortung für ein Haustier übernehmen, nicht mehr für eine Partnerschaft und schon längst nicht mehr für Kinder. Tut er dies doch, treffen immer öfter Kinder auf Kinder.
Die Politik redet dann von "Erziehungsdrückebergertum" und "Wohlstandsvernachlässigung", die Medien schicken die Supernanny ins Rennen und die Printmedien reagieren mit Erziehungsratgebern. Rat wird jedenfalls allerorten gesucht.
Ich kann nur an "Erwachsene" appellieren, endlich wieder die Rollen zu tauschen, denn dieser Rollentausch beschädigt die Entwicklung von Individuen über Generationen.
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am 8. April 2010
Wahnsinn...
Ich bin von diesem Buch begeistert,es hat mich wach gerüttelt.Es greift klar und deutlich die Probleme unserer Kinder bzw. unsere Umwelt,aber vorallem die Probleme der Erwachsenen im Umgang mit den Kindern auf.
Ich selbst habe auch zwei Kinder im Alter von 4 und 8 Jahren,auch wir haben bisher unsere Jungs eher auf der partnerschaftlichen Ebene erzogen.
Doch seit einigen Wochen macht sich deutlich bemerkbar dass sich irgendetwas ändern muß,wir haben uns gefragt was machen wir falsch?
Dieses Buch ist keine Anleitung wie man richtig erzieht,dieses Buch hat uns jedoch geholfen darüber nachzudenken ob wir den richtigen Erziehungsweg eingeschlagen haben.
Anhand dieses Buches das uns wirklich wach gerüttelt hat,hat sich hier bei uns vieles verändert.Es gibt klare Regeln,die Jungs werden aus allem rausgehalten was sie gar nicht "interessieren" muß.Wir achten vermehrt drauf und weißen uns auch gegenseitig drauf hin,wenn irgendwelche erzieherischen Reaktionen den Kindern gegenüber zu partnerschaftlich sind.
Es ändert sich tatsächlich was im Verhalten beider Jungs.Wir haben uns bewußt gemacht "es sind Kinder,nicht unsere Kumpel"Plötzlich werden Regeln akzeptiert,ein "Nein" wird hingenommen ohne stundenlang darüber diskutieren zu müssen,den Tagesablauf legen wir weitestgehend fest,es wird nicht mehr gesprungen wenn sie "pfeifen",sie lernen derzeit einfach Regeln zu akzeptieren und beginnen zu verstehen dass nicht sie uns führen sondern wir die "Großen" sind und sagen was getan wird.

Für manche Eltern mag das grausam klingen aber ganz ehrlich...unsere Kinder lachen nicht mehr wenn man etwas verbietet,es kommt kein "nein das mach ich nicht"oder is mir doch egal was du sagst.
Einfach klare Regeln,kosequentes Handeln und Kinder als Kinder sehen hilft damit ein Zusammenleben wieder Spaß macht.

Ein Dank an Michael Winterhoff für dieses gelungene Buch...ich wünschte es würde für sämtliche Personen die an der Entwicklung,Erziehung und Begleitung unserer Kinder beteiligt sind ,als Pflichtlektüre eingeführt werden!

Dieses Buch wird jeden Erwachsenen wach rütteln,es gibt keine Erziehungstipps,von wegen mach das mal alles so oder so und die Kinder funktionieren! Nein liebe Erwachsenen...bitte lest dieses Buch,denkt drüber nach,werdet wach und helft unseren Kindern "kindgerecht"erwachsen werden zu können.

Wer den Inhalt so versteht ,wie ich Ihn begriffen habe,der wird keine Angst mehr davor haben was aus seinen oder generell den Kindern werden soll,sondern der wird bestärkt und voller Zuversicht wieder auf Kinder eingehen und "richtig" handeln können!

Kinder sind UNSERE Zukunft...und wir Erwachsenen sind dafür verantwortlich wie unsere Zukunft werden soll oder kann!
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am 14. August 2008
Manchmal sind die wirkungsvollsten Bücher gerade nicht die perfektesten und gehaltvollsten. So ist es mit diesem Buch, das schon eine Weile in der Bestsellerliste steht:
Winterhoff ist kein Fachmann auf dem Gebiet, über das er schreibt. Er ist Arzt und Psychologe, kein Pädagoge, und denkt in den Kategorien seines Faches. Die Freudsche Entwicklungslehre, mit der er arbeitet, setzt er einfach als gegeben voraus. Er scheint sich für dieses Buch nicht in eine Menge von Literatur vertieft zu haben. Er erzählt einfach, was er in seiner Praxis wahrnimmt und wie er es deutet. Er tut das nicht besonders systematisch und wiederholt sich auch gelegentlich. Ein großer Teil des Buches besteht aus Fallbeispielen, die ausführlich erzählt, aber oft kaum oder gar nicht analysiert werden. Ja, und eine Lösung hat Winterhoff auch nicht parat.
Aber trotz oder gerade wegen seiner Beschränkungen wirkt das Buch überzeugend. Winterhoffs These ist: kindliche Verhaltensstörungen nehmen zu, weil wir Kinder nicht mehr ihrer Entwicklungsstufe gemäß behandeln, also wie Kindern, sondern wie selbständige Partner, also wie Erwachsene, oder sogar wie einen Teil von uns selbst statt als Gegenüber. Wer mit Kindern und Eltern zu tun hat, kommt um den Eindruck nicht herum, daß da etwas dran ist - obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es in jedem Fall ein gestörtes Verhalten ist, wenn ein Kind sein Buch nicht auf die erste Anweisung hin aus dem Ranzen holt, und ob Winterhoffs Darstellung des Verhaltens von Erzieherinnen und Lehrerinnen wirklich repräsentativ ist, das wäre auch noch zu fragen. Verdienstvoll ist, daß Winterhoff sich nicht in Schuldzuweisungen ergeht und auch kein Patentrezept anbietet, sondern aus seiner Sicht auf ein Problem und seine Zusammenhänge hinweist. Wie man damit umgeht und was sich ändern muß, darüber müssen sich andere Gedanken machen, die mehr davon verstehen als er.
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am 5. März 2010
Ich habe mir das Buch vor einigen Tagen gekauft und finde es wirklich gut.
Beim Lesen der Rezension ist mir aufgefallen, das ein wichtiger Punkt immer ausser acht gelassen wird.
Winterhoff sagt immer wieder, dass er keinen Erziehungsratgeber schreibt. Ihm ist es wichtig, das Eltern lernen wieder auf ihr Bauchgefühl zu hören. Er schreibt nicht, das alle Kinder "missraten" sind, sondern gibt konkrete Beispiele, die jeder aus dem Alltag kennt, wenn er mal ehrlich zu sich selbt ist.
Früher haben Eltern ihre Kinder so erzogen, wie sie es für richtig hielten. Heute lassen sie sich durch alle möglichen Ratschläge und Elternratgeber verunsichern.
Außerdem sagt er ja nicht, dass Kinder zu kleinen funktionierenden Robotern erzogen werden sollen. Es gibt vieles, was man mit Kindern diskutieren kann und bei vielen Dingen können Kinder ihre Meinung mit einbringen. Aber es muss (natürlich Altersgerecht) auch klar sein, das mein Kind hört, wenn ich etwas sage und über bestimmte Sachen nicht diskutiert wird.
Man kann in jedes Buch nur gutes oder nur schlechtes hinein interpretieren. Wichtig ist, den Inhalt zu erfassen und sich eine eigene Meinung bilden zu können.
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