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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser tragikomischer Schelmenroman
Dieses Buch ist der schönste und beste Beweis dafür, dass exzellente Literatur manchmal mehr leisten kann als -zig Sachbücher und Nachrichtensendungen. Die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien sind doch an den meisten von uns vorbei gerauscht - zu kompliziert, zu traurig, zu beängstigend.

Mit seinem Aleksandar und seinen anderen Figuren hat...
Veröffentlicht am 3. April 2007 von Floetelei

versus
17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überschätztes Werk
Zugegeben, auf einigen Seiten gelingt es dem Autor tatsächlich mit seiner phantasievollen bilderreichen Sprache eine Zauberkraft zu entwickeln, die eine gewisse Faszination auf den Leser ausüben kann. Herausragend ist die dem Buch zugrunde liegende Idee, die schrecklichen Ereignisse des Bosnien-Krieges (für die sich eigentlich keine Worte finden lassen)...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2008 von Buchdachs


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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser tragikomischer Schelmenroman, 3. April 2007
Dieses Buch ist der schönste und beste Beweis dafür, dass exzellente Literatur manchmal mehr leisten kann als -zig Sachbücher und Nachrichtensendungen. Die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien sind doch an den meisten von uns vorbei gerauscht - zu kompliziert, zu traurig, zu beängstigend.

Mit seinem Aleksandar und seinen anderen Figuren hat Stanisic "Helden" geschaffen, die in der Lage sind, Herzen von Lesern weltweit zu bewegen - gerade, weil sie so in ihrer Heimat verwurzelt sind - im Guten wie im Bösen.

Nun sind "gut" und "böse" simple Kategorien und simpel ist Stanisic Roman keinesfalls, auch wenn er Züge eines Schelmenromans à la "Simplicissimus" aufweist. Denn wie bei jenem grandiosen Epochengemälde aus dem 30-jährigen Krieg, liegen auch bei Stanisic das Heitere, das Groteske und das Schreckliche eng beieinander.

Einige Szenen werden den Leser nie mehr verlassen, etwa das Fußballmatch, das sich Serben und Bosnier während einer Gefechtspause auf dem Schlachtfeld liefern.

Meisterhaft beschreibt Stanisic wie Hass und Krieg in eine scheinbare Idylle eindringen. Eine erste Vorahnung gibt es schon bei einem fröhlichen Fest auf dem Lande, als einer der serbischen Gäste sich über den "türkischen Zigeunerdreck" ereifert, den die Musiker spielen.

Ein Qualitätsmerkmal eines wunderbaren Buches ist, dass es nie, wie ein Schundroman, alle Fragen beantwortet, sondern die richtigen Fragen offen lässt. Mich hat dieses Buch so bewegt, dass ich nun zum Beispiel gerne mehr darüber wissen möchte, wie ein Arzt und Psychiater wie Radovan Karadzic sich zu einem Kriegsverbrecher entwickeln konnte.

Ich wünsche Stanisic tragikomischen Roman noch viele Leser, die sich nicht von der Thematik abschrecken lassen sollten. Sie werden mit der Lektüre eines grandiosen Buches belohnt, das sie nicht mehr vergessen werden.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wertvollste Gabe ist die Erfindung, der größte Reichtum die Fantasie., 28. Februar 2007
Von 
Heike G. (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Diese Lebensweisheit gibt Opa Slavko seinem Enkel Aleksandar am Tag seines Todes mit auf den Weg. Und Aleksandar hält sich daran. Fortan findet er alles Abgeschlossene unnötig, unglücklich und unverdient und versucht sich als "Fähigkeitenzauberer". Er erzählt mit unbändiger Lust die irrwitzigen Geschichten seiner Kindheit, von der großen Familie und den kuriosen Begebenheiten im kleinen Višegrad, zuweilen brüllend komisch.

Als 1992 der Bürgerkrieg ausbricht, lässt er uns in seiner naiv-altklugen Kindersicht daran teilnehmen. Angst spielt dabei eine geringe Rolle. Politische Hintergründe werden fast vollständig ausgeblendet, Kriegsereignisse lediglich beschrieben, ohne sie zu interpretieren. Es ist vielmehr die Ungläubigkeit der großen Kinderaugen, die lediglich die Fakten benennt, ohne sie in einen großen Zusammenhang zu stellen.

Hier wird deutlich, wie kindliche Beobachtung funktioniert.

Immer nüchterner wird der Erzählstil, als der junge Aleksandar mit seinen Eltern nach Deutschland flieht. Zu stark waren die traumatischen Erlebnisse, zu kühl die Atmosphäre in dem neuen Land und immer "erwachsener" wird er. Zwischenzeitlich flieht er in frühe Kindheitserinnerungen, "als alles noch gut war", was sich sogar in den Kapitelüberschriften widerspiegelt (sie sind jetzt wesentlich kleiner dargestellt)

Erst bei einem Besuch seiner geliebten Heimat nach zehn Jahren Exil kommt die Fabulierfreude wieder zum Vorschein, obwohl ihn das immer noch traumatisierte Land und seine verbliebenen Bewohner stark erschüttern.

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" ist ein märchenhaft schönes und wahrlich beeindruckendes Meisterwerk. Gerade wegen des manchmal stark übertriebenen und daher schon fast verzweifelt anmutenden Erfindungsreichtums des Protagonisten Aleksandar, der sich mit aller Macht eine heile, idyllische Welt voller wundersamer Begebenheiten erschaffen möchte, spiegelt dieses Buch eindringlicher als so manche Kriegsberichterstattung die Gräuel des Krieges wider.

Sicherlich trägt dieser Roman stark autobiografische Züge, denn es war 1992, als der 1978 in Bosnien geborene Autor mit seiner Familie im deutschen Exil Zuflucht suchte. Seit 2001 schreibt und publiziert er deutschsprachige Texte und das für jemand, für den Deutsch im Grunde immer noch eine Fremdsprache ist. Es ist schon faszinierend, wie der junge Bosnier den Deutschen zeigt, was man mit deutschen Worten so Feines zaubern kann. Es zeigt, wie intensiv Stanišic sich mit der deutschen Sprache auseinander gesetzt haben muss.

Fazit: Wer ein wirklich gutes Buch lesen möchte, dem sei allerwärmstens und dringlichstens zu Saša Stanišic "Wie der Soldat das Grammofon repariert" geraten, aber eines sollte klar sein, es ist keine leichte Kost. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann ist es ein wunderbar melancholischer Genuss.

Ein Auszug aus dem Buch beschreibt für mich eigentlich alles zu diesem Roman:

"Eine gute Geschichte... ist wie unsere Drina [der Fluss seiner Heimatstadt]: nie stilles Rinnsal, sie sickert nicht, sie ist ungestüm und breit, Zuflüsse... reichern sie an, sie... brodelt und braust, wird hier und da seichter, dann sind das aber... Ouvertüren zur Tiefe und kein Plätschern. Aber eines können weder die Drina noch die Geschichten: für beide gibt es keine Zurück."

Für mich persönlich ist Stanišic der eigentliche Gewinner des Deutschen Buchpreises 2006.
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48 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Geschichtenerzähler liefert sein Debut ab, 6. September 2006
Auf Seite 16 habe ich das erste Mal geweint. Auf Seite 20 habe ich herzhaft gelacht. Später habe ich gelacht und geweint und gelungene Bonmots und Wortspiele laut vorgelesen. Gänsehaut hatte ich und einen Kloß im Hals. Gelesen, bis ich nicht mehr wusste ob die Bilder in meinen Kopf Buch oder Traum sind.

Großartig ist der spielerische Umgang des Autors mit der Sprache, die genüßlichen Wortspiele, die feinsinnige Ironie und der kilometerweite Abstand zu blöden Floskeln. Großartig auch die Art, wie die Sinnlosigkeit des Krieges durch die Kinderaugen deutlich wird.

Ein fantastischer Roman mit unbedingter Leseempfehlung.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein KUNSTwerk, 21. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
DAS Buch "Wie der Soldat das Grammophon reparierte" kann ich voll und ganz empfehlen zu lesen, wenn man gerne literarische Werke mag, die durchaus Niveau haben.
Der Inhalt ist ja bei wikipedia( und etlichen anderen) zu finden, aber ich möchte noch hinzufügen, dass dieses Buch komplett aus der Sicht eines Kindes erzählt.
Das ist dem Autor so unglaublich gut und realistisch gelungen, dass man fast meint, das Buch sei auch von einem Kind geschrieben worden.
Auf dem KLapptext findet man auch den Ausspruch, dass Buch sollte man wie Schokolade genießen.
Das kann ich wirklich vollkommen unterschreiben, denn das Buch ist sehr verschachtelt ( Buch im Buch)und mit vielen lit. Mitteln (Reimformen,Metaphern etc.) geschrieben und angereichert.
Ein Kunstwerk
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wann etwas ein Ereignis ist, wann ein Erlebnis..., 11. Juni 2008
"Oma möchte vorne fahren, Miki parkt aus, sie sagt: einmal hat Slavko für mich die Wohnung in Blumen gelegt, einmal hat er vor dem ZK, statt einer Rede, Rotkäppchen in einer eigenen Fassung vorgetragen, einmal hat er prophezeit, es kann nicht gut ausgehen, dass wir alle nur Ideale haben, aber keine Alternativen zu den Idealen, und einmal hat er darüber nachgedacht, mich zu betrügen, ich habe es an seinen Küssen geschmeckt."

Sasa Stanisic erzählt Geschichten, erzählte Geschichten, Geschichten des Großvaters, eigene Geschichten, der durchs Leben stolpernde Aleksandar macht Listen und sucht seine Asija, seine Liebe in den Wirren des Krieges...

"Ich nenne sie nicht Flüchtlinge, ich sage: Schützlinge. Sie haben ein Mädchen mit so hellem Haar beschützt, dass ich meinen Vater fragen muss, ob es für so ein Hell einen Farbnamen gibt.
Er sagt: Schön.
Ich sage: Schön ist keine Farbbezeichnung.
Schön und ihr Onkel mit dem gezwirbelten Schnurrbart essen mit uns im Keller. Ibrahim wartet, bis Schön mit dem Kopf auf seinem Schoß eingeschlafen ist und erzählt leise von ihrer Flucht. (...) Wir sind die Letzten aus unserem Dorf, Ibrahim überlegt kurz, wir sind die Letzten aus unserem Nichts."

Man erfährt, "wann etwas ein Ereignis ist, wann ein Erlebnis, wie Mister Hemingway und Genosse Marx zueinander stehen, was hinter Gottes Füßen gespielt wird und wofür sich Kiko die Zigarette aufhebt". Geschichten von Bildern, die nicht fertig gemalt werden, von der Großmutter, von der Tante Taifun, die gegen Carl Lewis läuft, Geschichten vom Fluss...

"Cika Hasan und Cika Sead angeln nicht aus Vergnügen, sie angeln nicht aus Lust am Kampf mit dem Fisch, sie angeln nicht weil sie Ruhe suchen, sie angeln nicht, weil man nichts Schlechtes denken kann, während man in der Drina angelt. Hasan angelt, weil er mehr Fische fangen will als Sead, Sead angelt, weil er mehr Fische fangen will als Hasan. Ich bin es, der aus all den anderen Gründen angelt, und weil mir gebratener Fisch schmeckt, und ich fange trotzdem mehr als die beiden zusammen."

Geschichten auch vom Fussballschiedsrichter, der im falschen Moment nach Hause kommt, Geschichten vom "Genossen Tito", Geschichten, wie richtig und falsch Geschichten sein können.
All dies könnte verworren sein, chaotisch und wirr. All dies ist einfach nur das eindringlichste Buch gegen Gewalt und für Menschlichkeit, welches man seit langem gelesen hat.
Man könnte endlos zitieren, lässt es aber gut sein. Nur einen noch...

"Viele Geschichten kennt Zoran nicht. Das kommt daher, weil ihm im eigenen Leben etwas so Unglaubliches passiert ist, dass er nichts mehr erfinden muss."

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" - wie viele Sterne gibt es hier zu vergeben? - einfach noch ein paar dazuzählen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich verneige mich, 8. August 2008
vor diesem Autor.
Ich habe schon wirklich wirklich viel gelesen - und Wie der Soldat das Grammofon repariert gehört definitiv zu den besten Büchern meines langen Bücherwurmdaseins.
Stanisic erzählt nicht nur Geschichten, er malt mit seinen wunderbar originellen Metaphern Sprachbilder, er rührt an, er begeistert, lässt nicken, lächeln und traurig sein - und manche seiner Sätze möchte man immer um sich haben, man möchte sie aufhängen und aufs Nutellabrot schmieren.
Dieses Buch ist so schön, dass ich mir wünschte, das Leben könnte so sein, wie Stanisic es sieht.
Ganz große Kunst, chapeau.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Vielzahl von Geschichten münden in einer Legende, 17. September 2006
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Das Buch folgt in seinem Ablauf den Eckdaten der Biographie des Autors. Diese Eckpfeiler sind die Vorkriegszeit, der Krieg und die Flucht. Sasa Stanisic beschreibt in einer bildhaften Tonlage eine heile, schöne Kindheit. Es beeindruckt außerordentlich, wie ein junger Mann in der Lage ist, für weit Zurückliegendes solche Bilder zu finden.

Er berichtet von einer Familie in der es wunderbare und skurrile Gestalten gibt. Mit magischen Elementen, einem Schelmenroman ähnlich, beginnen die Geschichten und alles endet dann schließlich in dem „Ungeheuerlichen“ des Krieges. Es folgt die Flucht, die Initiation in Deutschland. Alles scheint zunächst nur eine kurze Schutzsuche zu sein, in der Erwartung, der Krieg könne jede Woche vorbei sein. Die Eltern wandern schließlich nach Amerika aus, der Protagonist Alexander bleibt in Deutschland, um die Schule abzuschließen.

Es werden wahnsinnig viele Geschichten erzählt und es ist eigentlich nur die zeitliche Chronologie, die das ganze Buch zusammenhält. Als Alexander auf Seite 158 mit dem Erzählen anfängt, hat man das Gefühl einer Doppelung, als würde der Roman noch einmal anfangen.

Das biographische, das traumhaft schöne an dem Buch sind die Briefe, die an jemanden geschrieben werden, von dem nicht bekannt ist, ob er noch lebt. Mit einfachen Mitteln stellt der Autor Tragik, Sentimentalität, Sorge, Kummer, Fernweh und Heimweh dar. Die Geschichten werden nach und nach komplizierter, sie werden länger und sie bekommen eigene Erzählstränge. Sie sind auf den einen entscheidenden Punkt fokussiert, hören dann auf als die eigentliche „Inspirationsfigur“, der geliebte Opa stirbt. Ab da ist nichts mehr gut und da beginnt auch der Krieg.

Wenn man in diese Geschichte richtig rein gezogen wird, dann bekommt man vielleicht eine ganz andere Einstellung zu dem Thema „Asyl Diskussion“.

Der Autor kann mit seiner poetischen Sprache in wenigen Sätzen die komplexesten Zusammenhänge darstellen. Die Vielstimmigkeit kennzeichnet dieses Buch, es sind lauter kleine Anekdoten aneinandergereiht bis zu einer großen Legende.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer je einen Anderen bedingungslos geliebt hat, findet diese Liebe in diesem Buch wieder, 30. Dezember 2006
Von 
Ela Flury (Rastatt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Eine Enttäuschung wurde für mich zum Glücksfall: ich war auf der Frankfurter Buchmesse und wartete im Lesezelt auf Katharina Hacker (Die Habenichtse) und sah mich plötzlich Sasa Stanisic gegenüber, der für die angekündigte Autorin eingesprungen war mit seinem Buch "Wie der Soldat das Grammofon repariert".

Ich habe selten einen Autor so gekonnt aus seinem Buch vorlesen hören wie ihn, selbst das hart gesprochene R wurde zum perfekten Stilmittel, das die Hauptfigur Aleksandar lebendig werden ließ.

Ich musste dieses Buch haben, so sehr hat es mich schon nach wenigen Abschnitten begeistert.

Es ist zu wünschen, dass dieses Buch bald als Hörbuch erscheint und zwar vom Autor selbst gelesen!!!

Stanisic erfindet die deutsche Sprache neu, indem er Worte nebeneinander setzt, die zuvor nichts voneinander wussten, er entdeckt Vergleiche, die überraschen und staunen lassen, er kreiert Metaphern, die mich beim Lesen zu Ausrufezeichen am Rande der Zeile animierten, er setzt konträre Ereignisse zueinander in Beziehung, die einem den Atem rauben und die Unergründlichkeit des Lebens demonstrieren.

Stanisic schreibt über den Krieg, ohne eigentliche Kriegshandlungen darzustellen. Er beschreibt ihn über die veränderten Kinderspiele, das Verhalten der Menschen und deren Verständnislosigkeit.

Gerade weil Stanisic nicht moralisiert wird die Ungeheuerlichkeit des Krieges, der die Menschen ausgesetzt sind, umso greifbarer.

In erster Linie aber ist dieses Buch ein Buch über die Liebe eines Jungen zu seinem Großvater.

Diese wird in außergewöhnlichen Bildern und Erinnerungen beschrieben, die tief berühren. Man möchte diesem Jungen übers Haar streichen und ihn trösten, während man gleichzeitig den Autor bewundert dafür, dass er einer solch bedingungslosen Liebe wie sie ein Enkelkind seinem Opa gegenüber empfinden kann, ein Denkmal gesetzt hat. Ein wundervolles Buch im eigentlichen Wortsinn!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tolles Debut, 7. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein toller Roman von einem tollen Autor. Ich habe ihn auf einer Lesung in Jena erlebt und sein Debutroman daraufhin schon dreimal verschenkt, es kam jedes Mal gut an
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar und erschütternd, 24. Juli 2007
Sasa Stanisic ist es gelungen, gleichzeitig Geschichte und Geschichten zu erzählen. Mich, die ich bisher keinen besonderen Bezug zu den Ländern Ex-Jugoslawiens hatte und den Bosnienkrieg nur am Rande zur Kenntnis genommen hatte, hat die Intensität seiner Erzählkraft in ihren Bann gezogen und den Wunsch geweckt, diese Ecke Europas besser kennen zu lernen. Der erste Teil ist witzig und spritzig, ab etwa der 2. Hälfte überwiegt die Betroffenheit darüber, was der Krieg den Menschen antut. Unbedingt lesenswert! Ein hervorragendes Buch.
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Wie der Soldat das Grammofon repariert: Roman
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