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5.0 von 5 Sternen Interessant.... weil provokant
Ein höchst spannendes Buch, das aufzeigt, welche Strukturen sich in unserer
Gesellschaft (oder soll ich sagen Welt) zeigen, die zur Auflösung führen können.
Anhand des Dramas vom Donner-Pass beschreibt der Autor, welche Strategien das
Überleben ermöglichen. Dabei zeigt sich:nicht der starke Einzelgänger hat eine reelle...
Vor 8 Monaten von m.baumgar veröffentlicht

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Familie hat ihren guten Ruf eingebüßt.
"Es ist noch nicht lange her, da nannte man die heute Vierzig- bis Fünfzigjährigen, die Sandwich-Generation, eingeklemmt zwischen den Verpflichtungen gegenüber ihren Eltern und ihren Kindern, wirtschaftlich und seelisch erschöpft. Doch dieser Begriff ist falsch und nur ein weiteres Beispiel für die Egomanie einer Generation." ... Die ist der 1...
Veröffentlicht am 4. Februar 2011 von SA.M.T


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Familie hat ihren guten Ruf eingebüßt., 4. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Minimum (Gebundene Ausgabe)
"Es ist noch nicht lange her, da nannte man die heute Vierzig- bis Fünfzigjährigen, die Sandwich-Generation, eingeklemmt zwischen den Verpflichtungen gegenüber ihren Eltern und ihren Kindern, wirtschaftlich und seelisch erschöpft. Doch dieser Begriff ist falsch und nur ein weiteres Beispiel für die Egomanie einer Generation." ... Die ist der 1. Satz des Buches und ich dachte zunächst, dass es ein spannender Auftakt sei. Jedoch: ich wurde enttäuscht, denn mehr und mehr hat mich das Buch zu ärgern begonnen.

Nicht nur, dass sich immer alles um Wirtschaftlichkeit dreht und wie man ein "System" erhalten kann, es bescheinigt uns (und vor allem unseren Kindern und Enkeln) auch eine mehr oder weniger hoffnungslose Zukunft. Stets ist nur von der "Last auf den Schultern", der "Doppelbelastung Eltern, eigene Kinder" usw die Rede. Als ob es im Leben nur darum ginge, dass alles wirtschaftlich abläuft!

Als Mitglied jener egomanen Generation, von der eingangs gesprochen wird, hab ich mir oft gedacht, dass wohl JEDE Generation ihre Chancen und ihre Probleme hatte und es erscheint mir mehr als kurzsichtig, der zukünftigen Generation gleich gar keine Chance mehr einzuräumen. Die Nachkriegsgeneration war bitterarm, aber hatte die große Chance ein Land neu aufzubauen. Die heutigen Generationen kommen in eine Welt, die eigentlich reich ist. Es ist alles da und doch (oder gerade deshalb) wissen viele gleich gar nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen.

Die Themen, um die es in dem Buch geht:
-- Es warden signifikant weniger Kinder geboren, die eine merklich älter werdende Gesellschaft zu tragen haben.
-- Wer in einem Familienbund lebt, hab mehr "Überlebenschancen", als jene, die alleine sind.
-- Familie ist wichtiger als Freundschaft, weil man die sozialen Leistungen innerhalb der Familie gratis bekommt, Freunde hingegen früher oder später eine Gegenleistung verlangen.
-- Frauen haben die soziale Kompetenz Gemeinschaften aufrecht zu erhalten, weil sie auch "Nicht-Familienmitglieder" in ihre Gruppe aufnehmen. Männer haben nur Interesse daran, die eigene Sippschaft durchzubringen.
-- Frauen haben die Fähigkeit Kinder in die Welt zu setzen UND die Familie zu ernähren.
-- Früher galt es als Option Kinder oder Karriere; heute müssen diese beiden Bereiche wie selbstverständlich vereint werden.
-- Großmütter werden immer mehr zu Ersatzmüttern, weil die Mütter selbst arbeiten gehen (müssen). Gleichzeitig sind die Großmütter jedoch "egoistischer" geworden (Stichwort: Pensionistenausflüge, Urlaube, etc)
-- Um den Kinderwunsch zu wecken, muss man entweder selbst aus einer Großfamilie kommen oder zumindest das Leben mit Kinder vorgelebt bekommen.
-- Das Fernsehen ist vielfach schon zum Ersatz für echte Freundschaften geworden.
(Telenovellas, Soaps, etc.)

Auch wenn der Autor von Fakten und Daten spricht, sondern werden diese doch nur von ihm interpretiert und so aneinandergereiht, dass sich ein bestimmtes Bild ergeben, nämlich jenes, dass unsere Gesellschaft auf ein Minimum an Tragfähigkeit geschrumpft ist, weil es zuwenig Kinder gibt, die das System aufrecht erhalten.

Düstere Aussichten also für alle, die auf eine Pension hoffen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Konservative Darstellung eines wichtigen Themas, leider zu wenig Analyse, 9. April 2008
Von 
Lulu "Penny" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Minimum (Gebundene Ausgabe)
Liest man Schirrmachers Buch heute, und zwar nachdem man zuvor modernere und lösungsorientiertere Bücher wie etwa "Familie als Beruf" gelesen hat, dann stößt einem die konservative Grundhaltung des Buches nach einiger Zeit unangenehm auf. Minimum fällt im Grunde in die gleiche Kategorie wie die Bücher von Eva Herman. Während des gesamten Buches wird immer wieder die Bedeutung der Familie betont und zwar aus einer Wert-Sicht heraus.

Zwei Punkte habe ich trotzdem vergeben, weil Schirrmacher - ähnlich wie später Eva Herman - ein wichtiges Problem in die Öffentlichkeit gebracht hat.

Allerdings mangelt es dem Buch an einer wirklich präzisen Analyse. Mersch hat beispielsweise sehr genau darauf hingewiesen, dass die Familie in unserer Gesellschaft eine sog. "Wirtschaftsfunktion" besitzt: Sie hat sich inklusive aller Kinder selbst zu finanzieren. Unter patriarchalischen Verhältnissen sprach man deshalb auch vom Ernährermodell der Familie: Der Vater ging arbeiten und ernährte mit seinem Verdienst seine Familie.

Diese individuelle Wirtschaftsfunktion (pro Einzelfamilie) ist alles andere als selbstverständlich, dennoch wird sie in unserer Gesellschaft nie in Frage gestellt. Mersch konnte nun zeigen: Diese Wirtschaftsfunktion harmoniert zwar mit patriarchalischen Verhältnissen, nicht aber mit einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind und beide einer Arbeit nachgehen.

Seine Begründungen sind denkbar einfach:
1. Da es in modernen Gesellschaften immer Menschen geben wird, die kinderlos bleiben, können sich solche Gesellschaften nur mit einem nennenswerten Anteil an Familien mit drei oder mehr Kindern bestandserhaltend reproduzieren. Und in der Tat wies der 7. Familienbericht der Bundesregierung darauf hin, dass der Geburtenrückgang in den Industrienationen vor allem auf das Verschwinden größerer Familien zurückzuführen ist.
2. Ein größerer Teil dieser Familien lebt heute unter Sozialhilfebedingungen, dort wo die Wirtschaftsfunktion nicht mehr gilt, und die Kinder von der Gemeinschaft und nicht den Eltern finanziert werden.
3. Unter der Gleichberechtigung der Geschlechter steigen mit zunehmender Kinderzahl nicht nur die Familienkosten an (wie unter patriarchalischen Verhältnissen), sondern es sinkt auch noch das Einkommen, da irgendwann soviel Familienarbeit entsteht, dass die Gesamtarbeitszeit reduziert werden muss. Das war unter patriarchalischen Bedingungen nicht der Fall. Er hält diesen Zusammenhang für das eigentliche moderne Familienproblem, welches durch keine der heute diskutierten Familienmaßnahmen auch nur ansatzweise lösbar ist.

Seine klare Aussage: Beruflich erfolgreichen und gebildeten Menschen sind heute größere Familien nicht mehr zumutbar, obwohl die Gesellschaft sie dringend braucht. Solche Familien werden unter der Gleichberechtigung der Geschlechter systematisch benachteiligt. Sie können praktisch nur in Armut entstehen, was die Kinder automatisch auch arm macht.

Mersch folgert daraus: Es muss unter der Gleichberechtigung der Geschlechter einen neuen Beruf für Familienarbeit mit eigenen Kindern geben, sonst zerstört sich die Gesellschaft selbst.

Auch wenn man solchen Schlüssen nicht folgt: Glasklare Analysen dieser Art sind in Schirrmachers Buch komplette Fehlanzeige.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zurück zum Ausgangspunkt, 15. März 2006
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Minimum (Gebundene Ausgabe)
Der Wohlfahrtsstaat ist in der Krise. Ein greifendes Konzept für den drohenden Rentencrash und die ebenfalls drohende Pflegemisere alter Menschen gibt es noch nicht. Frank Schirrmacher tritt die Flucht rückwärts an! Der Meinungsmacher entdeckt in seinem Buch als Sicherungsmittel die vielköpfige Großfamilie neu und als Hüterin des Clans natürlich die Frau. Diese nämlich ist, wie er weiß, genetisch zur Aufopferung bestimmt. Schirrmacher hofft, dass die Frau im gebärfähigen Alter zukünftig wieder von einer großen Kinderschar umgeben sein wird, denn er vermutet, dass der sich breiter und breiter machende Egoismus unter den Menschen problemlos verschwindet, wenn viele Geschwister, beschützt von ihrer altruistischen Mutter, sich voller Empathie einander zuwenden und diese erlebte Idylle später in ihren privaten und öffentlichen Beziehungen vorantreiben. Der hellsichtige Autor hat 160 Jahre alte Aufzeichnungen extremer Lebenssituationen aus dem Wilden Westen gelesen und daraus für das Hier und Heute gelernt. Noch haben Akademikerinnen allerdings erhebliche intellektuelle Defizite diesen Erkenntnisprozess nachzuvollziehen. 45% der studierten Frauen gehen kinderlos ihren Berufen nach und nehmen den Männern langfristig qualifizierte Arbeitsplätze weg. Das Dilemma des Kindermangels wird zudem erheblich vergrößert, weil durch einschlägige, (vermutlich von Akademikerinnen produzierte) Telenovelas minder ausgebildete Frauen Rollenmodelle übernehmen, welche hartnäckige Gebärunfreudigkeit zum Ergebnis haben. Das muss sich ändern! Wenn man die sozialen Schwierigkeiten in der Zukunft ökonomisch sinnvoll lösen möchte, scheint es unumgänglich, die Gleichstellung der Frau neu zu überdenken! Das ist klar!
Bleibt zu hoffen, dass Frau Schwarzer aus Ihrem wohlverdienten Ruhestand zurückkehrt!
Unbedingt lesen, damit man weiß, wohin die Reise gehen soll!
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Minimum an Tiefgang, 4. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Minimum (Gebundene Ausgabe)
Frank Schirrmachers These von der sozialen Funktion der Familie ist vor allem eines: ein Gemeinplatz. Dass die Geborgenheit der mehr oder minder intakten Familie zur Selbstsicherheit des Einzelnen und zu stabilen gesellschaftlichen Verhältnissen führt - geschenkt. Und dass die rückläufigen Geburtenziffern und die Überalterung der Gesellschaft in der westlichen Welt zu gewaltigen Problemen in der Zukunft führen wird - das wissen wir gut und gerne seit zwanzig-dreißig Jahren.
Ehrlich gesagt ist mir der Sinn und Zweck dieses Buches nicht wirklich klar geworden. Die Analyse (Arbeitswelt und das Fernsehen sind schuld) ist recht oberflächlich, Lösungsvorschläge bietet Schirrmacher auch nicht wirklich an. Das Buch bleibt plauderndes Feuilleton.
Beängstigend hingegen manche Reaktionen. Jubeln einige Rezensenten dieses Buch zum Manifest des 21. Jahrhunderts hoch (was für ein trauriges Jahrhundert muss das dann werden, wenn es nicht mehr Tiefgang zu bieten hat), setzt bei anderen, vielleicht bedingt durch die Tätigkeit Schirrmachers als F.A.Z.-Mitherausgeber, anscheinend ein Beißreflex ein, der den Autor zwischen neokonservativ und völkisch verortet. Dies alles gibt das Buch nicht her, Manifest aufgrund der Seichtigkeit sowieso nicht, andererseits ist der Familienbegriff bei Schirrmacher auch recht offen, die 19. Jahrhundert-Familie passt da genauso rein wie die moderne "Patchwork"-Familie. Dass Kinder im allgemeinen von Frauen geboren werden kann man Schirrmacher indes nicht wirklich vorwerfen...
Vorwerfen hingegen kann man ihm hingegen, wie schon gesagt, Oberflächlichkeit, fehlende Struktur und Ziellosigkeit. Zum Lesen ganz nett, deswegen drei Sterne.
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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wichtiges Thema breitgetreten, 21. März 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Minimum (Gebundene Ausgabe)
Kein Zweifel: Frank Schirrmacher spricht in seinem neuen Buch ein wichtiges Thema an. Doch nur wer sich noch nie ernsthaft Gedanken über die heutige Situation in Europa Gedanken gemacht hat, kann von Schirrmachers Ausführungen überrascht oder gar geschockt sein. Viele der vom Autor - stets stilsicher und souverän - vorgetragenen Argumente zu seiner These, dass wir langsam aber sicher als Gemeinschaft zerfallen, sind entweder Allgemeinplätze oder kühn aus patchworkartig zusammengeflickten wissenschaftlichen Erkenntnissen exprapolierte Thesen. Schirrmacher spekuliert nicht, er doziert und stellt fest, er vermutet nicht, sondern weiß - wenn man sein Buch liest und dabei diese störenden Teile ausblendet, erfährt man viel Interessantes, aus dem man sich dann selbst seinen Reim machen kann. Frank Schirrmacher aber hätte mehr Lesevergnügen bereiten können, wenn er sich auf das Darlegen der zahlreichen von ihm gesammelten Informationen beschränkt und die vielen teils haltlosen Behauptungen zu Zukunftsszenarien sowie etliche ärgerliche Wiederholungen (Donner-Pass zum 10., Frauen als sozialer Kitt zum 20.) eingespart hätte. Fazit: Ein 30-seitiger Essay zum selben Thema, mit dem selben Stoff hätte mir besser gefallen und mehr gebracht.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Biologistisch, 16. Januar 2013
Wie schon in seinem letzten Buch macht Frank Schirrmacher auch hier aus einer Mücke einen Elefanten. Die Deutschen bekommen weniger Kinder. Daraus ergeben sich neue Konstellationen und neue Probleme, aber ob sie wirklich schlimmer sein werden als die alten, ist ja noch gar nicht ausgemacht. Herr Schirrmacher allerdings, der Mitherausgeber der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung" , misstraut allem Neuen und beginnt schon zu schreien bevor es überhaupt weh tut. Dass er mit dieser Methode Erfolg hat, ist kein Wunder. Die Menschen lieben Horrorszenarien. Schlechte Nachrichten verkaufen sich bestens. Die arme, arme Nachfolgegeneration, was sind wir froh, dass wir nicht mehr jung sind!

Der Essay startet mit der Geschichte vom Donner-Pass. Eine 80-köpfige Siedlertruppe bleibt 1846 im Schnee der Sierra Nevada stecken und 40 Menschen sterben bis zur Rettung. Es sterben nun aber vor allem alleinstehende kräftige junge Männer und vor allem Frauen, Väter und Opas überleben. Daraus schließt der Frankfurter scharfsinnig, dass Familien ganz allgemein bessere Überlebenschancen bieten, als bloße Freundschaften oder gar Geschäftsbeziehungen. Diese Erkenntnis zieht sich durch das ganze Buch. Immer wieder begegnet uns die schneeverwehte Eiswüste und hämmert uns ein: Das Kollektiv siegt über das Individuum per Naturgesetz. So weit, so gut, so richtig.

Unsere deutsche Zeit also, mit den vielen Singles und kinderlosen Paaren, wendet sich gegen die Natur. Auf dieser biologischen Argumentationsbasis entstanden schon ganz andere Texte. Zum Beispiel ist so gesehen Homosexualität auch naturwidrig. In manchen Ländern müssen Schwule heute noch mit der Todesstrafe rechnen, weil die Stärkeren meinen, dass sie gegen die Natur verstoßen. Der Zeitungsmann sagt das zwar nicht, aber wenn eines Tages wieder biologische Kategorien die deutsche Politik bestimmen sollten, hat Frank Schirrmacher einen großen Teil dazu beigetragen. Männer und Frauen sind nicht gleich, sagt er etwa und meint eine große Wahrheit ausgesprochen zu haben. Natürlich sind Männer und Frauen nicht gleich. Das wussten die Menschen zu allen Zeiten. Aber es ist besser, wenn man so tut, als wären sie gleich. Das war die Übereinkunft der Aufklärungsepoche. Herr Schirrmacher hat es aber nicht so mit Aufklärung und Moderne. Das wird in diesem Buch überdeutlich. In Krisenzeiten werden mehr Mädchen geboren. Das ist auch so eine geraunte Wahrheit dieses Textes. Und? Was können wir mit so einem Wissen anfangen?

2050 werden höchstwahrscheinlich 9 Milliarden Menschen diesen Planeten bevölkern. Heute sind es 6 Milliarden. Wir werden also mehr und nicht weniger. Denn wir sind in erster Linie Menschen und erst in zweiter Linie Deutsche, Europäer oder konservative Bildungsbürger.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant.... weil provokant, 13. April 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein höchst spannendes Buch, das aufzeigt, welche Strukturen sich in unserer
Gesellschaft (oder soll ich sagen Welt) zeigen, die zur Auflösung führen können.
Anhand des Dramas vom Donner-Pass beschreibt der Autor, welche Strategien das
Überleben ermöglichen. Dabei zeigt sich:nicht der starke Einzelgänger hat eine reelle Chance,
sondern diejenigen, die in einem Verbund zusammen arbeiten! Wie wahr, wie wahr.....
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31 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unausgegoren und überflüssig, 11. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Minimum (Gebundene Ausgabe)
Ich bin maßlos enttäuscht von diesem Buch. Gekauft hatte ich es nach Lektüre des Spiegel-Artikels über den drohenden Generationenkonflikt, bei dem ua. Schirrmacher als kompetenter Gesprächspartner eingeführt wurde (man soll halt dem "Spiegel" nicht alles glauben...).
Nach der Lektüre stellte sich jedoch heraus, dass im Grunde die einzige wissenschaftliche Grundlage (auf der Schirrmacher auch immer wieder herumreitet) die Analyse einer Katastrophe in den Vereinigten Staaten Mitte des 19. Jahrhunderts ist (die sog. Katastrophe am Donner-Pass). Wieder und wieder bekommen die Leser um die Ohren gehauen, dass ein ähnliches Szenario auf uns zurolle: Dass Familien die einzig sicheren Burgen seien und dass Einzelkämpfer auf sich selbst gestellt oder dem Mitleid der Frauen ausgeliefert seien.
Ärgerlich an dem Buch ist, dass an sich interessante Gedanken niemals ausgeführt werden sondern im Grunde immer auf dem Niveau eines journalistischen Essais bleiben. Gerade dann, wenn es darum ginge, ein Thema wirklich von allen Seiten zu beleuchten, steigt Schirrmacher aus. Er bleibt eben doch ein Journalist und ist kein Soziologe oder Biologe und seine Entfaltungsmöglichkeiten für ein Thema sind vermutlich an eine FAZ-Seite gebunden.
Die Themen werden jedoch teilweise auf einem Niveau abgehandelt, das beim Leser immer das Geschmäckle zurücklässt "irgendwie haben wir das alles schon geahnt oder gewusst oder anderswo schon gehört". Über Stammtisch-Niveau hinaus kommen viele Lösungsansätze niemals, Schirrmacher zeigt auf, die Lösung sollen andere suchen. Interessant allenfalls die Schlusspointe, wer den Karren "Deutschland hat keine Kinder und niemand pflegt die Alten" denn innerhalb der nächsten zwanzig Jahre aus dem Dreck wird ziehen müssen.
Den zweiten Stern bekommt das Buch für sein ausführliches Literaturverzeichnis. Überprüft habe ich die Literatur noch nicht, alles kann dort jedoch nicht schlecht sein, zumindest ein Hinweis auf eigenes "Graben", wo man eine wissenschaftliche Tiefbohrung des Autors vermisst.
Fazit: Ärgerlich.
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56 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Minimum an Fakten, 28. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Minimum (Gebundene Ausgabe)
Frank Schirrmacher möchte in seinem Werk „Minimum“ Parallelen ziehen wo keine sind, er möchte Katastrophenszenarien auf unsere Gesellschaft anwenden wo jegliche wissenschaftliche Grundlage fehlt, er möchte schocken, wo die Fakten längst bekannt sind, er möchte auf Teufel komm raus auffallen, wo er letztlich nur langweilt.

Im ansprechenden Infotext steht etwas von „Querdenker“ und so baut sich eine Mischung aus Neugier und Spannung auf, die jedoch im Verlauf des gesamten Buches in maßlose Enttäuschung umschlägt.

Permanent muss der Leser einfachste, wirklich abgegriffene Metaphern ertragen, die „Schultern der künftigen Generationen“ in etwa, die, ja, obwohl noch ganz klein oder noch gar nicht geboren, die schwere Bürde der Gesellschaft auf sich tragen müssen. Und dies - und jetzt kommt's: Ohne diejenigen, die nie geboren wurden, also doppelte Arbeit. Dabei ist sich der Autor auch nicht zu schade, alte, abgedroschene Tatsachen wie das marode Rentensystem anzuführen, ohne zu erwähnen, dass dieses selbst mit einer dreifachen Geburtenrate nicht leistungsfähig wäre, also eine Lösung des Rentenproblems über die Geburtenrate ohnehin nicht zu realisieren ist.

Überhaupt fehlen dem Buch entscheidende Fakten. Dass Deutschland eines der am dichtesten besiedeltsten Länder dieser Erde ist, dessen Bevölkerungsdichte mit der von Vietnam vergleichbar ist, unterschlägt der Autor glatt, dass die von ihm dramatisierte Tatsache, dass es weniger Schüler gibt auch ein Vorteil sein kann lässt er ebenso unter den Tisch fallen.

Besonders verwirrend und zugleich ärgerlich sind dann zusätzlich noch Thesen, deren Sinn sich beim besten Willen einfach nicht erklären lässt, etwa auf Seite 116 wo es heißt: „Diese Menschen, die unsere Gesellschaft erhalten müssen, sind alle schon auf der Welt. Sie sind die Jahrgänge zwischen 1990 und 2000 (...)“.

Erstens:

Warum müssen diese Menschen unsere Gesellschaft erhalten?

Gesellschaften kommen und gehen, sie sind seit je her Dynamiken unterworfen, es gibt also keinen Zwang, kein „Müssen“, dass sich auf den Erhalt von Gesellschaften bezieht. Die Jahrgänge von 1990 bis 2000 müssen also gar nichts, sie sind freie Menschen, die ihr Leben so gestalten können, wie sie es möchten.

Zweitens:

Warum gilt diese Verpflichtung (die laut Autor besteht) ausgerechnet für die Menschen, die zwischen 1990 und 2000 auf die Welt kamen?

Was ist mit jemandem, der zum Beispiel 2002 geboren ist? Und warum ausgerechnet 1990 - 2000? Warum nicht beispielsweise 1989 - 2001?

Dies ist nur eine von vielen Fragen, die Schirrmann aufwirft, aber nicht beantwortet.

Weiterhin stören seine permanenten Versuche, seinem Buch wenigstens ansatzweise einen wissenschaftlichen Hintergrund zu verleihen. Wieder und immer wieder bezieht er sich auf die Überquerung des Donnerpasses, die mit Deutschland nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, dann wiederum müssen amerikanische Studien zum Verwandtschaftsverständnis bei US-Jugendlichen herhalten und schließlich will uns Schirrmann über die psychologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau aufklären bevor ein einsames italienisches Dorf als Studie herhalten muss... sehr unpassend.

Insgesamt wiegen diese angeführten Kritikpunkte so schwer, dass ich die Festgefahrenheit des Autors eigentlich gar nicht mehr erwähnen möchte.

„Minimum“ ist extrem einseitig, nicht mit einer Silbe werden Chancen und neue Möglichkeiten des gesellschaftlichen Wandels angesprochen, es wird in keinster Weise erörtert, ob es nicht auch Vorteile haben könnte, wenn weniger Menschen geboren werden. Dies wäre aber nicht nur ein äußerst interessanter Aspekt, es wäre auch die letzte Möglichkeit gewesen, dem Buch wenigstens den Hauch einer wissenschaftlichen Arbeit zu geben.

Fazit: Auch wenn es eine anerkannte Tatsache ist, dass immer weniger intakte Familien bestehen und dass immer weniger deutsche Frauen Kinder bekommen: Dieses Buch kann ich beim besten Willen nicht empfehlen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Volk ohne Raum oder Raum ohne Volk?, 30. August 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Minimum: Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft (Kindle Edition)
»Deutschland stirbt aus!« warnt Frank Schirrmacher und dramatisiert in »Minimum« das drohende Sterben einer Nation durch fehlende Brut. Wir leben immer länger, wir zeugen kaum noch Nachwuchs; und vor allem gebärfreudige Frauen, die Träger der Familien als Urzellen der Nation, fehlen auf allen Betten und Matratzen. Uralte Kinder erleben ihre bald hundertjährigen Eltern, doch jeder dritte Verbund bleibt ohne Nachwuchs. Die Brutöfen sind kalt. Siegfrieds einstmals kriegerische Erben sind müde geworden. - Armes Deutschland! -

»Na und?« mag man ungerührt fragen. Ganze Kontinente kämpfen mit der explodierenden Bevölkerung, und wir beklagen mangelnde Fruchtbarkeit! - Fakt ist: aus dem einstigen »Volk ohne Raum« wird schleichend aber unaufhaltsam ein Raum ohne Volk. Deutschland hat mittelfristig nur eine Überlebenschance: als multinationaler Mischmasch. Ist das wirklich ein derartig schmerzliches Szenario, dass wir zur Abwehr wieder Mutterkreuze und Abschussprämien stiften sollten?

Vielleicht siedeln in Zukunft kinderreiche Mongolenstämme zwischen Rhein und Weser! Vielleicht treiben anno 2112 tibetische Hirten zottelige Yaks über die Schwäbische Alb! Vielleicht leiten schwarzafrikanische Voodoo-Priesterinnen dann in Berlin das Fruchtbarkeitsministerium und konservieren germanisches Sperma zur völkerkundlichen Dokumentation in Kryobanken!

Solange in allen Bereichen deutlich wird, dass Kinder eine kaum zu tragende wirtschaftliche Last mit ungewissen Zukunftschancen sind und es an attraktiven Hortplätzen und Schulen mangelt, wird kaum einer aus selbstloser Verantwortung gegenüber dem gesellschaftlichen Ganzen bereit sein, zusätzlich ein Dutzend Kinder in die Welt zu setzen und aufzuziehen. Bevölkerung entwickelt sich natürlich, Appelle halten ebenso wie Anreize keinen Untergang auf. Wie eines schönen Tages keine Saurier mehr auf dieser Erde grasten, und die Hochkultur der Maya im Orkus verschwand, so geht auch das Volk der Dichter und Denker früher oder später den Bach hinunter und wandert ins Geschichtsbuch.

Es sei denn, es sei denn, es sei denn … Frank Schirrmacher weist in seinem nächsten Buch den Weg aus der Misere und rettet good old germany.
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