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TOP 500 REZENSENTam 27. Mai 2011
... kürzlich dachte, die einzigen, legitimen Erben dieses Sommers für Arcade Fire und ihr Album "The Suburbs" seien die Antlers mit ihrem Album "Burst Apart", dem war im Grunde klar, dass sich dieses Bild ganz schnell ändern könnte - und auch mußte. Denn Death Cab For Cutie standen schließlich schon in den Startlöchern. Und die hatten vor knapp sechs Jahren mit "Plans" immerhin das nahezu perfekte Popalbum abgeliefert. Und wer sich noch immer voller Entzücken an Songs wie "Soul Meets Body" und "I Will Follow You Into The Dark" erinnern kann, der weiß, dass diese Behauptung nicht zu hoch gegriffen ist.

Wenn "Codes And Keys" annähernd so gut werden sollte, dann war klar, dass so eine branchenüblich eher selten große Zeitspanne zwischen beiden Werken liegen mußte - man erschafft Großes nicht im Akkord. Und wirklich, dem Quartett aus dem Staate Washington ist die wohl reifste und bestgelaunteste Sehnsuchtsplatte der Neuzeit gelungen - die Bright Eyes und die erwähnten Antlers werden wohl anerkennend in die Knie gehen müssen.

Ein bedächtiger Start, "Home Is A Fire" steigert sich erst langsam - elektronisch fein aufgepeppt - mit behutsamem Gitarrenschmirgel zu einem kraftvollen Popsong, gefolgt vom gefühligen Pianostomp "Codes And Keys", der schon etwas von dem anklingen läßt, was sich wie ein roter Faden durch's komplette Album ziehen soll: lebenskluge Alltagsbetrachtungen, gefühlige Bilder, die nicht platt und kitschig daherkommen, sondern in ihrer Einfachheit gefallen: "When you scream, love you see like a child, throwing stones at the sky, when they fall back to earth as minor chords of major works". Gleich danach eine sarkastische, ja fast feindseelig anmutende Replik auf das besitzergreifend Männliche dieser Welt ("But some boys don't listen, some boys don't listen at all, they don't ask for permission, they lack inhibitions, no walls, and they get what they want, but some boys don't know how to love."), Sänger Ben Gibbard geht hier einiges offensichtlich schwer gegen den Strich.

Drei von elf Songs und doch ist die kreative Energie von Death Cab For Cutie keineswegs erschöpft. Ein kalt glänzendes, vergleichsweise dunkel gestimmtes "Doors Unlooked And Open", das auch New Order nicht hätten besser machen können - "You're A Tourist" birst dagegen fast vor Optimismus und auch das längere "Unobstructed Views" umschmeichelt mit verträumter Liebeslyrik. Später gelingt ihnen dann noch eine unbeschwert schöne und rockige Ergänzung zu Bill Callahans "Sycamore", hier "Underneath The Sycamore" - der Schluß "Stay Young, Go Dancing" steht für sich und ist auch auf den zweiten Blick so gemeint, wie man ihn auf den ersten zu verstehen glaubt.

Vielleicht muß man ja besonders gestrickt sein, um dieses Album uneingeschränkt wunderbar finden zu können, vielleicht gehört es ja eher denen, die sich schnell von Frohmut und der Sehnsucht nach dem einfachen Glück begeistern lassen. Doch was, wenn manche Dinge wirklich so simpel sind und Death Cab For Cutie es geschafft haben, dieses Gefühl mit traumwandlerischer Sicherheit in jedes ihrer Lieder zu packen? Gute Popsongs können und dürfen das - glücklich machen, das haben schon die Beatles gewußt. "Codes And Keys" ist randvoll davon.
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am 6. Januar 2012
Nach Plans war dies die zweite CD von Death Cab for Cutie die ich mir zugelegt habe und wie bei Plans war ich zunächst enttäuscht. Obwohl schon vorgewarnt durch zwei famose CDs ging es mir die Tage bei Narrow Stairs wieder genau so. Ich weiss nicht woran es liegt aber die Lieder dieser Gruppe brauchen ihre Zeit zu wachsen. Wenn sie sich jedoch dem geneigten Hörer voll erschließen sind es allesamt Perlen die ihren Glanz auf lange Zeit nicht verlieren. Doors Unlocked And Open hat einen solch genialen Refrain, man schwimmt geradezu auf einer Welle der Melodie und das im Anschluss befindliche You are A Tourist besticht mit U2 Attitüde nur eben 100 mal besser, groovt sich ins Ohr mit Macht und bleibt dort unwiderruflich hängen. Geniale Musik.
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am 30. August 2011
Was habe ich mich auf das neue Album von DCFC gefreut! Mit Spannung fieberte ich dem Release-Date entgegen und als man dann auf ihrer Homepage schon mal 3 Songs zur Preview höhren konnte, war ich schon etwas überrascht. Bei den alten DCFC-Alben stand ganz klar die Gitarre und vereinzelt das Piano im Vordergrund der Songs und gaben die Stimmung an. Gitarren und Piano hat es natürlich auch auf Codes and Keys, jedoch auch sehr viele Synthie-Klänge, welche je nach Song den Death Cab-Style ziemlich verändern. Nicht in einem negativen Sinne, die Grundstimmung ist halt einfach anders und erinnert zuweilen an das Gibbard-Projekt Postal Service. Es hat aber natürlich auch ein paar Tracks mit "klassischen" Zutaten welche wie immer überzeugen. Was auch geändert hat sind zuweilen die Messages und Lyrics im allgemeinen, welche nicht mehr nur melancholisch angehaucht sind, Gibbard hat sich natürlich auch entsprechend weiterentwickelt und ist nun ein gestandener Mann mit einem geregelten Leben, da ändern sich die Thematiken halt mal. Leider ist dabei teilweise auch etwas von der lyrischen Genialität verloren gegangen, welche Gibbard auszeichnet. Man findet wie immer ein Abwechslungsreiches Indie-Pop Album vor, welches zumindest mich durch den Sommer begleitet hat. Bei allen Unterschieden, welche die einzelnen Songs ausmachen gehen die Tracks als ganzes wieder eine schöne Symbiose ein und machen das ganze Album zu einem schön abgerundeten Vergnügen.

Meine persönlichen Lieblingstracks:
- Monday Morning
- You are a Tourist
- St. Peter's Cathedral
- Underneath the Sycamore
- Some Boys

Prädikat: Kaufen und Geniessen
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am 2. Juni 2011
Genau genommen ist es unglaublich, was man heutzutage im Radio zu hören bekommt, wenn es zur gleichen Zeit auch derartige Produktionen auf den Markt machen.
Nach der Pause seit Narrow Stairs ließen Death Cab ihre Fans warten. Die Open Door EP war eine nette Draufgabe, aber man verlangte nach mehr.
Hier sind sie zurück mit ihrem nächsten full-lenght Album und das auf starken Beinen.

Sie sind, meiner Meinung nach, nicht mehr die Alten. Mit Codes & Keys interpretiert sich die Band musikalisch selbst von neuem und beschreitet neue Wege. Dieser Stilumbruch bringt durchaus frischen Wind mit in die Bude!

Wie für sie bekannt wirken die Kompositionen sehr ausgewogen und durchdacht, wenn auch eher progressiver als in den vorhergehenden Alben.
Wie bereits von vielen Seiten erwähnt wagen die Jungs aus dem amerikanischen Norden auch Schritte in Richtung unbekannten Terrains wenn es um die Instrumentalisierung geht. Standen bisher die Gitarren meist im Vordergrund sind diese von dort verdrängt durch Piano und Synthesizer. Trotzdem schaffen es DCFC nach wie vor gewissermaßen natürlich hinüberzukommen, was sie in ihrem Stil abermals auszeichnet.

Von meiner Seite 5 Sterne für eine wagemutige Veröffentlichung, die das Zeug zum (persönlichen) Album des Jahres hat.
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am 10. Januar 2012
Ich bin im Prinzip ein großer Freund dieser Band, das gleich vorab. The Photo Album, das brutal gute Transatlanticism und (mit Abstrichen) Plans und Narrow Stairs waren und bleiben für mich wichtige und immer wieder gern aus dem Regal gezogene Platten, mit wunderbaren Texten und immer stilsicherer Vertonung. Darauf konnte man sich bisher verlassen, auch wenn beispielweise auf Plans schonmal in ungewöhnlichen Gewässern gefischt wurde ("Soul Meets Body", zum Beispiel - einer meiner Lieblingssongs, gerade weil er im damaligen Kontext so "anders" war).

Und in gewisser Hinsicht ist das auch bei Codes And Keys wieder so. Die Texte sind wieder sehr okay (zumindest stellenweise sogar wieder sehr gut, aber Gibbard war auch schon besser), und die Musik hat durchaus Stil. Plastik ist das nicht. Einzig: Hier kommt mein persönlicher Geschmack einer besseren Bewertung in die Quere. Ähnlich Bands wie die für mich ebenfalls mal relevanten Snow Patrol und Coldplay (sind natürlich Extrembeispiele) legen auch DCFC hier nach ersten echten kommerziellen Erfolgen eine steile Stilkorrektur hin. Das ganze ist viel dicker produziert, und viel mehr Einflüsse kommen zum Tragen. Man entfernt sich von der alten Gitarrenpop-Schule hin zu Synthie-Streichern, Elektro-Beats und Keyboards - natürlich ohne dass es zum Techno-Overkill wird, es ist schon immernoch irgendwo Alternative-Pop.

Experimente sind prinzipiell nichts schlechtes. Gerade der geänderte Stil gefällt sicher vielen, und das ist vielleicht auch gut so, schließlich sind radiotaugliche DCFC immernoch drei Klassen besser als der meiste andere Mist, der unsere Charts so dominiert. Und ohne jeden Zweifel darf eine Band sich auch weiterentwickeln und andere Richtungen einschlagen, auch wenn es manchem alten Fan weh tut.

Und, ich muss bei aller Kritik auch eine kleine Lanze für "Codes And Keys" brechen: Stellenweise macht es wirklich Spaß, man merkt zwischendurch immer mal wieder, dass hier tatsächlich die guten alten DCFC am Werk sind. Und dann kommt ein Song wie "You Are A Tourist", den ich - und das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung - einfach nur lalala-belanglos finde.

Für mich gilt insgesamt leider: Wenn ich U2-Kram (Vergleich hinkt, aber ihr wisst was ich meine) hören möchte, dann höre ich U2. Was etwa 1x pro Jahr vorkommt. Und danach lege ich mir wieder Transatlanticism auf.

Leider nur - gerade mal so - 3 Sterne. Ich hätte gerne etwas anderes gesagt. Hab das Album lange liegen lassen, um zu schauen, ob es vielleicht mit der Zeit besser wird, ähnlich wie Radiohead-Alben zu ihrer besten Zeit. Ist aber leider nur bedingt der Fall.

Bin gespannt, ob es jetzt so weiter geht, oder ob sie nochmal wieder back to the roots gehen.
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am 31. Mai 2011
Rückkehr zu den Wurzeln
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Nachdem mir das letzte Album nicht so recht gefallen wollte und auch jetzt im vergleich zu früheren Stücken nicht will, bin ich um so begeisterter das DCFC es verstanden haben mich mit Ihrem neusten Werk wirklich zu beeindrucken. Nicht nur das wieder weniger `Blues'-Töne angehaucht werden, sondern viel mehr Melancholie zurückgekehrt ist mit unverkennbaren Schmerz und trotzdem so wohltuend. Wer DCFC nicht kennt wird sich denken `Was schreibt der denn für ne Rezission' . Aber an alle Emo-Melancholiker der ersten Stunde: Ihr werdet es lieben :D Jedoch lasst Euch gesagt sein das die Melancholie der ersten Alben dabei ist aber auch "Nicht-SloMo-Tracks" dabei sind.
Eine weiterentwicklung toller Künstler - Daumen hoch :D
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am 31. Oktober 2011
Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich kannte Death cab for cutie vor Codes and Keys nicht!
Als ich aber durch Zufall reinhörte, war es um mich geschehen.
Selten habe ich ein Album gehört, dass mich so berührt und mein Herz so erwärmt hat.
Jedes einzelne Lied ist ein kleines Meisterwerk und perfekt auf dem Album angeordnet.
Ich besitze mittlerweile auch die 3 Vorgänger, die mir sehr gut gefallen. die sanfte Verwendung von synthetischen Klängen gepaart mit dem typischen Death cab for cutie Sound macht Codes and Keys für mich zu ihrer bis jetzt besten Cd.
Ich persönlich zähle Coldplay, A-ha, Keane, Interpol, Editors usw. zu meinen Lieblingsbands und wer Musik aus dieser Richtung gerne hört, liegt hier sicher richtig.
Mein Album des Jahres 2011!
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am 27. Mai 2011
Hört man sich die Death Cab for Cutie Alben nacheinander an, merkt man wie sich der Stil über die Jahre verändert hat, neue Dinge ausprobiert wurden, und die "Jungs" erwachsen wurden. Trotzdem wusste man bei jedem Song immer "Das ist Death Cab".

Und so ist es auch bei Codes & Keys. Alle Fans, die bei den ersten Interviews zum Album ein bisschen erschrocken sind ("Wir machen kein weiteres Gitarrenalbum, weil Ihr es vielleicht erwartet", "Dieses Album wird anders") können sich also beruhigen. Das Album ist wirklich anders, aber im positiven Sinne.

Death Cab probieren gern aus, das merkt man hier, denn nahezu jeder Song auf dem Album hat einen eigenen Stil. Wie bei guter Musik oft, wird die Genialität mancher Songs erst ab dem dritten Mal hören klar, so werden aus Songs die man beim ersten Mal vielleicht nur für okay hält noch richtige Kracher, "Portable Television" und "Doors Unlocked and Open" wären hier gute Beispiele.

Die Songs sind wie bereits erwähnt sehr unterschiedlich, aber ausnahmslos von hoher Qualität, "Monday Morning" dürfte jeden erfreuen der die "Open Door"-EP mochte und das zuckersüße "Stay Young, Go Dancing" wird wohl bei einigen in Dauerschleife laufen. Auf der anderen Seite gibt es auch das sehr tiefgründige und (Death Cab üblich) zum Nachdenken anregende "St. Peter's Cathedral", dessen Erzähler der Überzeugung ist dass, nachdem das Herz aufgehört hat zu schlagen, nichts mehr kommt ("There's nothing past this"). Ironischerweise kommt danach eben doch noch etwas, das erwähnte "Stay Young, Go Dancing". Auf der anderen Seite stehen Stücke wie "Unobstructed Views", die vor allem Freunden von The Postal Service gefallen dürften. Hier hört man auch Einflüsse von Chris Wallas (sehr zu empfehlendem) Soloalbum "Field Manual".

Was gibt es negatives? Nun ja, jeder Fan der ersten Stunde würde sich natürlich nochmal einen Klassiker wie "Title Track", "Line of Best Fit" oder "Styrofoam Plates" wünschen, allerdings muss akzeptiert werden, dass die Band sich weiterentwickelt und experimentierfreudig ist. Außerdem hat Ben Gibbard definitiv ein Argument wenn er sagt, dass es als glücklich verheirateter Mann der in LA lebt (Wie war das noch mit "Why'd You Want to Live Here"? ;) seltsam wäre wenn er nach wie vor melancholische Herzschmerz-Songs schreibt.

Fazit: Auf dem Album steht DCFC, genau das ist auch drin. Wer das Album einmal durchhört und danach sagt: "Naja, mittelmäßig", noch ein, zweimal hören und ihr werdet es lieben!
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. Dezember 2012
"Transatlanticism" war 2003 eine Wucht. "Plans" aus dem Jahr 2005 war auch noch richtig gut. "Narrow Stairs" hat mich 2008 dann überhaupt nicht angesprochen. Mit "Codes and Keys" sollte es besser werden - ein Trugschluss. Das Album ist absolut belanglos. Wenn nicht "Underneath the Sycamore" und das wunderbar einfache "Stay Young, Go Dancing" wären, die zumindest so ein bisschen an die Großtaten der erstgenannten Alben erinnern, dann wäre hier noch nicht mal ein erwähnenswerter Song drauf. Viel schlimmer: Dass sich so ein Mist wie "Unobstructed Views" über sechs Minuten erstreckt, ohne auch nur ansatzweise eine Idee vorweisen zu können. Sorry, Death Cab for Cutie, aber "Codes and Keys" ist einfach nur absolut mittelmäßig. Wird Zeit, aufzuhören.
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am 28. Mai 2011
Gut drei Jahre ist es bereits wieder her, als die Indie-Rocker aus Bellingham mit ihrem zwiespältigen 'Narrow Stairs' die internationalen Hallen beschallten. Kritiker klagten über eine zu glatt gebügelte Produktion, der Hang zur College-Kitschmusik und partielle Einfallslosigkeit, dennoch brachte das Album den Jungs von 'Death Cab' Gold-Status, zwei Grammy-Nominierungen und Platz 1 in den Billboard Charts.
Doch sowohl in der Band, als auch bei den Fans sehnte man sich nun nach Veränderung und neuer Frische.
Der Markt der Indie-Musik macht es einem heutzutage auch wirklich nicht leicht. Bands wie 'Arcade Fire', 'Elbow' oder 'Mumford & Sons' mit ihrer intelligenten Fusion aus Rock und Folk sorgen in den letzten Jahren für exponentiell steigenden, kommerziellen Erfolg der Musikrichtung, erobern die großen Bühnen und bringen so manche Musiker wahrhaftig ins Wanken. 'Arcade Fire' setzten dieses Jahr das wohl größte Ausrufezeichen der Indie-Musik, als sie für 'The Suburbs' den Grammy für 'Best Album Of The Year' erhielten und in Fachkreisen längst als potentielle U2-Nachfolger gehandelt werden. Ist Indie-Musik da überhaupt noch Indie, oder längst die neue Mainstream-Form des Rock? Schwer zu sagen. Doch auch wenn es so sei, steht fest, dass es nichts Schlechtes für den musikalischen Zeitgeist mit sich bringen würde. Im Gegenteil: Der musikalischen Konjunktur, in der wir uns befinden und in der wir täglich mit immer kopfloserer - nennen wir es der Verständlichkeit halber mal - Musik zugeschüttet werden, wird mit dem plötzlichen Drang nach Anspruch, großem Songwriting, mächtigen Instrumentationen und tiefgründigen Lebensgeschichten entgegengewirkt. Es ist die Chance, die dem Indie-Rock gegeben wurde. Und seine Künstler werden nun auf die Probe gestellt - so auch Death Cab For Cutie. Mit 'Transatlanticism' brachten sie einen fundamentalen, nicht wegzudenkenden Aufwind im Indie-Rock. Melancholie, Fragilität und daraus resultierender unterschwelliger Positivismus sind die Stärken, die das Quartett so einmalig und weltberühmt gemacht hat. Mit 'Narrow Stairs' schienen diese Zutaten etwas beiseite gelegt worden zu sein. Und mit dem neuen 'Codes & Keys' wäre eine Fortführung der letzten Platte oder eine Hommage an 'Transatlanticism' nicht ausreichend. Death Cab For Cutie haben sich erneut für unberührtes Terrain - gezwungenermaßen - entschieden. Frontmann Ben Gibbard verriet in zuvorigen Interviews, dass es kein gitarrenlastiges Album werde; man habe viel mit alten Piano-Klängen und Synthesizern aus den 60ern experimentiert. Und das bestätigt sich auch gleich nach dem ersten Höreindruck. Klavier-Hooks, Klangteppiche, Synthie-Loops und ambientes Drumming bilden die Aura der 11 Songs. Rotzige Garagen-Gitarren, wie man sie aus den Songs 'Cath...' oder 'We Looked Like Giants' kennt, finden auf 'Codes And Keys' so gut wie keinen Platz. Gitarrist und Produzent Chris Walla setzt hingegen oft auf Dredg-ähnliches Delay-Reverb-Fundament und teilt damit dem Saiteninstrument eine deutlich untergeordnete Rolle zu. Auch Schlagzeuger Jason McGerr hält an neuen Methodiken fest. Dass das Schlagzeugspiel von Death Cab For Cutie stets für eine Komplettierung der Gitarren- und Gesangsdynamik sorgte, ist bekannt. Auf 'Codes And Keys' sind es oft bloß nur noch einzelne Beckenschläge, kurze triolische Trommelwirbel und maschinell wirkende, an Schlichtheit nicht zu übertreffende Rhythmen, die den perkussiven Teil ausmachen. Doch die Schlichtheit gepaart mit einer einfühlsamen, sentimentalen Grundstimmung ist es, was diese Band letztlich immer wieder groß macht. Die Motivation einzig und allein zugunsten des Songs zu spielen, ist ihre große Kunst. Dieser Gedanke spiegelt sich auch in 'Codes And Keys' wieder und ist vielleicht auch der rote Faden, der sich durch die gesamte Diskografie der Amerikaner zieht.
Doch dieses Mal ist es nicht die (oftmals kritisierte) Melancholie, die den Ton angibt, sondern es ist die Experimentierfreude verschiedenster Klangspektren, die 'Codes & Keys' aufleben lassen. Der Opener 'Home Is A Fire' beweist dies ab der ersten Sekunde bravorös. Ein sanftes, beinahe jazziges Schlagzeug begleitet von einem perlenden, nervösen Piano-Bass-Loop bilden ein Rhythmussegment, das einen teilweise an Gibbards elektronischen Nebenprojekt 'The Postal Service' erinnern lässt. Der Wechsel von Dur- und Moll-Tongeschlecht, die zittrigen Gitarren und der ferne Gesang schaffen eine grandiose Offenheit und Transparenz. Und spätestens im verzaubernden Refrain wird jedem schnell klar, zu welchen unvergesslichen Momenten diese Band fähig ist. Völlig zurückhaltend, gleichzeitig aber experimenteller wie nie zuvor und damit anders als alle anderen Album-Opener ist er der perfekte Einstieg. Im Titelsong holte man sich Unterstützung eines Orchesters und schafft einen selbstbewussten, doch etwas dahin plänkelnden Kontrast. Die folgenden vier Songs bilden den Höhepunkt der Platte. Wo 'Some Boys' noch mit seinem eingängigen Shuffle-Rhythmus und Gibbards Stimme mit den Zeilen 'Some boys are filling the hole' nur so Optimismus verstrahlt, macht sich in 'Doors Unlocked And Open' plötzlich Unbehagen breit. Es ist die Finesse und die hypnosierende Rhythmik, womit auch schon 'I will possess your heart' brillierte. 'Isolation - dotted lines. Cold discomfort - safety glass' sind die Worte eines Mannes, der sich über den Platz des einsamen Menschen in der Gesellschaft den Kopf zerbricht. Es folgt die erste Single 'You Are A Tourist', die mit ihrem wohl eingängigsten Gitarren-Hook dieses Jahres, dem perfekten Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass und der geballten songwriterischen Perfektion aus Melodik, Dynamik und Aussagekraft den Kronjuwel des Albums ausmacht.
Die anschließend verträumte Ballade 'Unobstructed Views', die mit ihren vielseitigen Tastenklängen in Watte gehalten ist und dadurch an unvergleichlich authentischem Ausdruck gewinnt, bleibt nur noch eins zu sagen: 'There's no eye in the sky, just our love.'
Es ist ein Syndrom aus Empathie, Ehrlichkeit, Verängstigung und gleichzeitig makellosem Selbsbewusstsein, das die Musik von Death Cab stark macht. Wo die erste Hälfte des Albums noch unabdinglich nach dieser Symbiose lächzt, überwiegt in der zweiten Defensivität und Schüchternheit. Die Songs wirken geschlossen, verlieren aber an Ausdruckskraft. 'Monday Morning' und 'Stay Young, Go Dancing' kommen nett daher, leiden aber unter fehlender Tiefe. Harmonisch und melodisch wirken sie zu kalkuliert. Es kommt einem beinahe so vor, dass Death Cab damit das Gewagte, Experimentelle der ersten Songs auszubalancieren versucht, um wieder mehr Ausgewogenheit zu erreichen. Doch um die hätte man sich nicht sorgen müssen, denn daran mangelte es bisher an keinem Death Cab-Album. Dadurch steht sich das Album teils selbst im Weg, weil es Angst um seiner selbst hat. Aber das scheint völlig unberechtigt zu sein, denn den Takt der Reise hat Gibbard bereits im ersten Song angebeben: 'Nothing's the same as yesterday.' Es geht ins Ungewisse - mit Musikern, die ein überwältigendes Gespür für Finesse, Songstrukturen und musikalische Emotionalität ohne jeglichen Kitsch haben.
Und das beinhaltet auch 'Codes And Keys' - das Songwriting wirkt in sich geschlossener und dichter als der Vorgänger. Die tiefschichtige, in sich perfekt kohärente Instrumentation und der unterschwellige psychedelische Antrieb verhelfen zu einer brillianten Eigendynamik. Und wären da nicht immer wieder diese Momente, die die Seele eines jeden so verdammt entblößen.... .
Es ist eine Weiterentwicklung einer Band, die auf die Probe gestellt wurde, und sie erfolgreich - wenn auch nicht perfekt - meisterte. Doch wenn Individualität und Charisma ein Album bestimmen, dann ist das entscheidender und wichtiger als alles andere. Und vor allem ist es das, was den Indie-Rock immer größer werden lässt.

Codes And Keys: 7/10

Home Is A Fire: 7/10
Codes And Keys: 6/10
Some Boys: 7/10
Doors Unlocked And Open: 8/10
You Are A Tourist: 9/10
Unobstructed Views: 8/10
Monday Morning: 6/10
Portable Television: 6/10
Underneath The Sycamore: 6/10
St. Peter's Cathedral: 7/10
Stay Young, Go Dancing: 6/10
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