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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Barry Lyndon: Zum Bild(format) der Blu-ray
BARRY LYNDON [1975]

Zum Film selbst ist hier schon viel geschrieben worden. Da ich die Blu-ray hinsichtlich Bild und Ton sehr gelungen finde, habe ich zu meiner (und vielleicht auch zu ihrer) Beruhigung noch einmal nachgeforscht:

Das 1,77:1 bzw. 1,78:1 Bild dieser Blu-ray ist keinerlei verstoß gegen Kubricks Intentionen. Nein, mehrere an der...
Veröffentlicht am 28. Mai 2011 von Chris

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schändung eines Jahrhundertkunstwerks durch falsches Bildformat
Vorbemerkung: Diese Rezension bezieht sich auf die Blu-ray, die DVD-Ausgabe besitzt das richtige Bildformat und ist somit uneingeschränkt empfehlenswert.

Barry Lyndon ist ein Film von atemberaubender Schönheit. Er ist ein Kunstwerk im Bildformat 1-1:66, wie der Künstler ausdrücklich in einem Brief an die Filmvorführer geschrieben...
Vor 22 Monaten von Hans Castorp veröffentlicht


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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Barry Lyndon: Zum Bild(format) der Blu-ray, 28. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon [Blu-ray] (Blu-ray)
BARRY LYNDON [1975]

Zum Film selbst ist hier schon viel geschrieben worden. Da ich die Blu-ray hinsichtlich Bild und Ton sehr gelungen finde, habe ich zu meiner (und vielleicht auch zu ihrer) Beruhigung noch einmal nachgeforscht:

Das 1,77:1 bzw. 1,78:1 Bild dieser Blu-ray ist keinerlei verstoß gegen Kubricks Intentionen. Nein, mehrere an der Produktion und Veröffentlichung des Films beteiligten Autoritäten haben 1,77:1 als das von Kubrick intendierte Format bestätigt. Barry Lyndon wurde in 1,66:1 gefilmt, doch belegen auch einige von Kubricks Aufzeichnungen die Konzeption als 1,77:1-Ausschnitt. Eine interessante Quelle mit Interviews ist hier zu finden:

[...]

Weiterhin kann man sich vom qualitativen Unterschied zur DVD und den Veränderungen im Bildausschnitt auf der Vergleichsseite caps-a-holic.com überzeugen. Dort wird nicht nur deutlich, wie wenig insgesamt oben und unten im Vergleich zu 1,66:1 "fehlt", sondern auch, dass einige Szenen sogar MEHR Bild als die DVD zeigen (vgl. Bild 10 und 12)!

[...]

Ich persönlich finde die 1,77:1 Version insgesamt ansprechender und konzeptionell nachvollziehbarer, da Barry Lyndon so epischer wirkt und der Gesamteindruck durch das Format umso mehr einem Gemälde entspricht.

Meiner Meinung nach ist der Kauf also mehr als gerechtfertigt (von den fehlenden Extras und dem deutsche FSK Sticker mal abgesehen: 1 Punkt Abzug dafür)
und sollte unterstützt und nicht boykotiert werden.

Liebe Grüße,
Chris
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gemälde werden lebendig, 12. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
Dieser Film, den Kubrick erstaunlicherweise nach "2001-Odyssee im Weltraum" gedreht hat, hat meine Bewunderung im Sturm erobert.
Er erzählt die Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs eines irischen Bauern, der sich, weil er den Bräutigams - Anwärter seiner von ihm geliebten Cousine im Duell erschießt, auf eine lange Reise fort von seinem Heimatdorf machen muss. Auf diesem Weg, bis tief hinein ins Europa des 18. Jahrhunderts, wird der naive Jüngling zunächst ausgeraubt, muss dann Soldat im Siebenjährigen Krieg werden, erreicht aber als Günstling bald eine hervorgehobene Position und kann eines Tages durch viel Glück und Zufälle gar eine Adelige heiraten, deren Geld er aber rasch verspielt und deren inneren Adelsstand er auch nicht zu imitieren vermag. Der Sohn der Adeligen, der mit in die Ehe gekommen ist, wird Berry bald erbittert hassen, was einer der Umstände ist, die zum baldigen Niedergang des Berry Lyndon führen werden.
Ein Gesellschaftsportrait also. Was den Film aber aussergewöhnlich macht ist dies, dass Kubrick sich an Gemälde aus der Zeit und europäische Landschaften und Kleidung, Stil und Sitten hält. Der ganze Film ist in lila-bläulich-gruen-ocker-grau-braune Farben getaucht, es gibt dort nichts Grelles, (ausgenommen natürlich Uniformen und hier und da ein Sessel, wie wir es aus der "Odysee" ja schon kennen), die Menschen wirken realistisch und doch insofern künstlich als fast jede Kameraeinstellung, würde man sie festhalten, zum Gemälde taugte.
Diese herrlichen Bildkompositionen, die Zeit, die er sich lässt (ohne gar so lange Szenen zu benötigen, wie manchmal in der "Odyssee"), die Unvorhersehbarkeit des Geschehens,... all das hat mich wirklich beeindruckt.
Aber am meisten doch wirklich die wunderbaren Landschafts- und Personenstilleben. Ganz herrlich. Ich kann diesen Film nur empfehlen, er ist nicht zu langsam, nicht zu dunkel, aber auch nicht überdreht, zum Glück nicht ironisch und auch nicht albern, sondern stilvoll, spannend, beobachtend, schön. Ein fesselnder Film für einen Abend und als DVD besonders empfehlenswert, da man das Bild vielleicht oefter anhalten moechte, um die Komposition zu betrachten. Sehr sehenswert.
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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben als Episodengeschichte, 1. August 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
In drei Stunden Film fasste Stanley Kubrick etwa 20 Jahre aus dem Leben der Romanfigur Redmond Barry zusammen. Drei Stunden, die dem Zuschauer einiges an Geduld abverlangen, ihn dafür aber mit einer künstlerischen Gesamtkomposition aus Musik, Bild und Geschichte mehr als entschädigen.
Redmond Barry war ein irischer Bauernjunge, der als junger Mann von zu Hause wegzog und sein Glück in der weiten Welt versuchte. Über Umwege in der britischen und in der preußischen Armee landete er schließlich im englischen Hochadel. Nach der Hochzeit mit der vornehmen Lady Lyndon und der Geburt seines Sohnes schien er alles erreicht zu haben, was ein Mensch auf dieser Welt erreichen kann. Doch auf den Aufstieg folgte der tiefe Fall...
Erneut liefert uns Stanley Kubrick eine außergewöhnliche, weil einzigartige Erzählform: Der Zuschauer betrachtet die Ereignisse aus einer quasi-göttlichen Perspektive. Alles ist Vergangenheit, alles ist bereits geschehen. Viele Kameraeinstellungen wirken fast bewegungslos wie historische Gemälde.
Eine Identifikation mit den Darstellern ist kaum möglich. Barry bleibt den Zuschauern fremd. Seine Situation wird von einer unsichtbaren Erzählerstimme kommentiert. Er ist kein Held der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Er ist weder gut noch böse. Er strebt nach Luxus und gesellschaftlicher Anerkennung und verschwindet doch in der Bedeutungslosigkeit. Verstärkt wird dies durch die eindringlichen Zeilen des Epilogs, in denen auf die Vergänglichkeit jedes Seins hingewiesen wird: Alle Figuren dieses Films lebten und stritten im 18. Jahrhundert. Ob gut oder böse, arm oder reich - heute sind sie alle gleich.
Auch Stanley Kubricks Leben ist mittlerweile eine Geschichte.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk wie alle Filme von Kubrick, 23. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
Wie alle Kubrickfilme ist auch Barry Lyndon ein Geniestreich des besten Regisseurs, den diese Welt jemals hatte.Als ich den Film das erste Mal sah war ich in der siebten Klasse und musste danach in Kunst ein Filmposter dazu malen. Schon damals faszinierten mich die Bilder, die ich dort in mich aufnehmen durfte. Jetzt wo ich den Film auch auf DVD genießen darf, wird der Genuss noch um einiges schmackhafter. Muss man zu Kubrickfilmen eigentlich noch etwas hinzufügen, außer Perfekt von Anfang bis Ende. Der Film behandelt kurz gesagt die Lebensgeschichte von Barry Lyndon und den Aufstieg und Fall des Protagonisten. Kubrick zeigt hier in wunderschönen Bildern, eine authentische Umsetzung des 18 Jahrhunderts. Man ist immer wieder erstaunt wie echt hier alles wirkt und das obwohl der Film schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Dieser Film ist definitiv die Genrereferenz. Eins empfehle ich dennoch immer bei Kubrickfilmen: Man muss sich die ZEIT nehmen und auch selbst bereit sein den Film zum richtigen Zeitpunkt zu genießen. Denn ein drei Stundenfilm ist anstrengender zu gucken als die durchschnittliche 90 Minuten Hollywoodproduktion. Außerdem lebt der Film von seiner Atmosphäre, die die Bilder und die Musik kreieren, deswegen wirkt der Film vielleicht für viele sehr ruhig und langatmig, aber diese Arbeitsweise ist typisch für Kubrick und auch nötig, damit der Film seine Wirkung entfalten kann. Kubrick sagt nämlich in einzelnen Szenen mit seinen Bildern, der Musik und oft nur einem Satz mehr aus, als manche Regisseure in ihren kompletten Filmen. Ergo: zurücklehnen, entspannen und sich ganz dem Film hingeben, dann klappt es bestimmt! Viel Spaß
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Film dieses Genre's, 22. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
Obwohl ich mich zu denen zähle, die sich von Kubrick-Filmen grundsätzlich angesprochen fühlten, konnte ich mich über eine längere Zeit hin nicht dazu entschließen diese DVD zu kaufen. Denn, zum einen interessiert mich die Epoche nicht sonderlich, in welcher die Handlung sich abspielt, und zum anderen bin ich kein Fan von Kostümfilmen. Die haben mich meist ziemlich enttäuscht.
Der Vollständigkeit halber kaufte ich mir die DVD dann aber doch irgendwann und ich war - nicht anders zu nennen - äußerst positiv überrascht, um nicht zu sagen: begeistert. Daß mich ein Film dieses Genres mal beeindrucken könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich hab den Film (unbedingt mit Originalton)
seither mehrmals gesehen und könnte ihn mir noch öfter ansehen.
Handlung im Groben:
Ryan O'Neal (besser bekannt durch den Film "Love Story") als Redmond Barry, spielt einen aus armen Verhältnissen stammenden, einfachen irischen Burschen, der es über merkwürdige Umwege schafft, sich in den englischen Adel des 18. Jh. einzuheiraten. Der Verlauf der Handlung ist, wie immer bei Kubrick, unvorhersehbar. Die Spannung wird schließlich auch durch das Aufeinanderprallen von Adel und Bauernstand erzeugt. Aber wiedereinmal ist es Kubrick gelungen zu verhindern, daß man sich als Betrachter einfach mit einer offensichtlich guten Figur, die gegen eine böse kämft, identifiziert, um damit das alberne Hollywood-Klischee "Gut kämpft gegen Böse" weiter zu bedienen.
Die Klasse des Films wurde v.a. erzeugt durch die hervorragende Umsetzung des Stoffs in einen Film; durch das hervorragende Zusammenspiel von Bild, Handlung, Text, Musik und deren Untergruppen (Darstellung, Choreographie, Schnitt, etc.).
Z.B. großartige Kameraeinstellungen. Schöne Barock/Rokoko/Frühromantik-Musik. Subtil-spannende Handlung durch Verzicht auf unnötige, eher störende "action". Tolles Drehbuch, etc.
Ein Film für Anspruchsvollere, Beschauliche und Unabgestumpfte.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Augenschmaus..., 2. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
Zu dem Film selbst viel Worte noch zu verlieren ist nach über fünfundzwanzig Jahren nicht mehr nötig. Die -modifizierte- Story von Makepeace Thackerey (die es zur Zeit fast nicht mehr in dt. Sprache erhätlich gibt) wird mehr als kongenial ins Filmische übersetzt. Kameraeinstellungen, die Bilder wie Gemälde von Claude Lorrain verewigen; ein betörend schöner Soundtrack, der - auch wenn die zugrundeliegenden Original-Kompositionen zeitlich "nach" der Story entstanden sind - genau den Nerv der Handlung trifft. Die Darsteller in Höchstform, das Ganze noch mit teils galligem Humor à la Kubrick... Nur soviel noch: Die DVD ist ein Genuß! Der Film wurde fantastisch überarbeitet, das sieht man z.B. bei Betrachten des beigefügten Orginal-Kinotrailers (unbearbeitet). Gestochen scharfe Bilder in hinreißender Farbqualität (RGB-Eingang des TV-Gerätes benutzen!) Auch der Sound wurde, soweit möglich, dem Surround System angepaßt und kommt so noch stimmungsvoller zum Hörer. Die Features sind naturgemäß bescheiden, aber angesichts der Qualität des Eigentlichen - des Films - in der vorliegenden Fassung ist das herrlich egal. Überaus empfehlenswert!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Realismus kann schön sein, 21. Juni 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
Kubrick erzählt hier eine Geschichte aus dem 18. Jhd. und ich wünsche mir, daß ab sofort alle Filme, die in der Vergangenheit spielen, mit dieser Genauigkeit inszeniert werden. Kein übermäßiger Pomp, keine typischen Fehler, wie ausgefahrene Feld- und Waldwege auf Fußpfaden oder hell erleuchtete Räume... Einfach groß! Auch die Art der Erzählung ist klassisch, die Einstellungsgrößen, die Kamerafahrten, alles nach alter Schule - aber in Perfektion á la Kubrick. Und hin und wieder leistet er sich den Luxus, alles anders zu machen, als es im Lehrbuch steht, und z.B. einen dramatischen Dialog nicht auflöst, sondern komplett in der Totalen stattfinden läßt. Hier wird nicht einfach "mit der Kamera" erzählt, hier befindet sich der Zuschauer auf einer Zwischenebene. Auch die Musik ist so gesetzt, daß nicht nur die Schnitte genau kommen, sondern ganze Handlungsabläufe und damit Ton, Bild und Text in einen selten so perfekten Kontext setzt.

Da Kubrick sämtliche Mantel- und Degenklischees vermeidet und auf die heute übliche "Dramatisierung von Nichts" verzichtet, wird der Film zu einer Zeitreise. Selbst in langen Totalen gibt es immer wieder spannende Dinge zu entdecken, und sei es die Schönheit der Natur oder die Schönheit der Bildkomposition. Mit der Geschichte von Barry Lyndon hat Kubrick außerdem eine Geschichte zur Hand, an der sich so ziemlich das komplette Leben zur damaligen Zeit abbilden läßt.
Diese Verfilmung ist also nicht nur ein "ausgebufftes" Filmkunstwerk, sondern auch als Portrait einer Epoche höchst wertvoll.

Der Vollständigkeit halber will ich erwähnen, daß sich sowjetische und auch DDR-Produktionen, so wie Kubrick, sehr peinlich genau an historische Vorgaben gehalten haben. Die von der Kritik immer wieder gelobte (und angeblich so seltene) Detailtreue ist tatsächlich nur westlich der Elbe als eine große Ausnahme anzusehen.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniestreich, 10. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
Ich habe mir Kubricks Film damals im Kino sicherlich fünfmal angesehen. Und er ist auch heute ein absolutes Meisterwerk! Noch nie zuvor wurde die Epoche des 18. Jahrhunderts derart grandios in Szene gesetzt. Da stimmt jedes Detail - es wurde sogar bei Kerzenschein gedreht - die Bilder wirken wie lebendig gewordene Ölgemälde von Watteau.
Musik und Kostüme sind exquisit - ein Film, bei dem nur noch eines fehlt: die Ausgabe in Blu-Ray!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungene HD-Fassung eines hervorragenden Filmes, 2. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon [Blu-ray] (Blu-ray)
Zu Unrecht wird dieser Film von einigen als Kubricks schwächster Film bezeichnet. Ich denke, Stanley Kubrick ist an jeden Film mit dem gleichen Ernst und Anspruch herangetreten und es gelang ihm offensichtlich immer zum Großteil, diese Ambition bis weit über den Schnitt zu retten. So auch bei diesem Film, dessen kommerzieller Misserfolg wohl eher in der geringeren Attraktivität von Historienfilmen lag. Die öffentliche Wahrnehmung des Filmes, wie eigentlich auch bei jeden Film, kann man in - grob gesagt - zwei Lager teilen: Die einen sind schlichtweg begeistert, wärend der Rest den Film für sehr langatmig und ereignislos hält. Bestenfalls wird von letzteren die technische Machart des Filmes gepriesen, wobei man die Geschichte mit dem f0.7-Objektiv wohl nicht mehr hören kann. Davon mal abgesehen sieht man dem Film auch an, dass der Dreh kein Zuckerschlecken gewesen sein kann. Man sollte den Film nicht auf "...der Film, der nur mit Kerzenlicht gedreht wurde" reduzieren...allein schon deshalb, weil auch hier ganz normal mit Scheinwerfern gearbeitet wurde, und nur einige - zugegeben, sehr beeindruckende - Szenen nur mit Kerzen gedreht wurden.

Unfair wird es jedoch, sobald die schauspielerische Leistung als minderwertig und ausdruckslos bezeichnet wird. Und möglicherweise wird einem mit Hilfe der nun ENDLICH vorliegenden Bluray (nicht nur) in dieser Hinsicht ein Licht aufgehen. Denn nie konnte man den Darstellern so tief in die Augen schauen! Es gibt noch mehr Mimik und Muskelspiel in Gesichtern zu entdecken. Und auch andere Details in den Kulissen und an den verschiedenen Orten fallen plötzlich deutlich ins Auge. Dies wohl insbesondere dann, wenn man sich den Film hochauflösend auf großen Fernsehern oder besser auf einer Leinwand mit einem guten Beamer anschaut. Dafür wurde der Film wirklich primär gemacht...für das große Bild. Allein in dieser Hinsicht lohnt der Kauf der Bluray. Auch wenn man "Barry Lyndon" schon öfter auf der DVD aus dem Jahr 2001 gesehen hat, ist dieses Erlebnis wie, als sähe man den Film zum ersten mal richtig. Immer noch macht es spass, den Figuren bei ihren Problemen, Reaktionen und Affekten zuzusehen. Selten findet man einen Film mit solch einer Hauptfigur, zu der man ein so ambivalentes Verhältnis hat, wie zu Barry. Es gibt viel zu entdecken in diesem Film, was man auch auf die eigene Situation im hier und jetzt ableiten kann. Auch Kubricks Humor kommt hier nicht so kurz, was sich insbeondere in der Montage des Films zeigt. "Barry Lyndon" ist eine Glanzleistung in jeder Hinsicht. Und lässt man sich darauf ein, kann der Film zu einem der berührendsten Filme werden, den man je gesehen hat. Zeitweise zähle ich "Barry Lyndon" - je nach Gemütslage - zu meinem persönlichen Nummer-1-Film.

Stichwort "Kubrick und Seitenverhältnisse auf Bluray":

Ja, der Film wurde Hardmatte 1.66:1 gedreht, und kam auch so zum Teil auf die erste DVD. Gelegentlich mag auch das ein oder andere Kino den Film mal so vorgeführt haben. Aber tatsächlich sollte der Film im Kino (so belegen es zahlreiche Filmvorführer aus Kinos) im Seitenverhältnis von 1.75:1 vorgeführt werden.

Die Lektion wird er wohl bei "Clockwork Orange" gelernt haben, der in 1.66:1 projiziert werden sollte. Allzuoft wurde dieser aber - gerade in Amerika - in 1.85:1 gezeigt, was in dem Fall zu Problemen führte, da "Clockwork" ziemlich kompakt kadriert wurde. Ab "Barry Lyndon" beachtete Kubrick, dass die Filme im Kino ungeachtet klarer Vorgaben trotzdem in 1.85:1 gezeigt werden. Ab "Shining" war 1.85:1 dann entgültig usus, wenngleich die Filme weiterhin in 1.33:1 gefilmt wurden. Aber der Aufschrei von Cineasten aus aller Welt hallt immer noch im Grundrauschen des Internets, nachdem die letzten drei Kubricks auf Bluray "verstümmelt" in 1.77:1 veröffentlicht wurden. Man berief sich auf Kubricks ausdrücklichem Willen, die Filme für den Homevideo-Markt in 1.33:1 zu veröffentlichen. Dieser Willen rührt aber wohl daher, dass es zu dem Zeitpunkt praktisch nur 4:3-Fernseher gab, und eine Widescreen-Veröffentlichung mit Letterbox-Balken einher geht oder gar das unsägliche Pan&Scan-Verfahren angewendet wird. Nun mit 16:9-Fernsehern und HD-Beamern ist dieser Wunsch obsolet, und die Filme liegen so vor, wie es für das Kino gedacht war.

Fazit: Die Bluray kostet kaum mehr, als eine Kinokarte für einen solchen Film mit Überlänge. Man kommt in den Genuss, sich den Film im Originalton anzuhören, was ich auch UNBEDINGT empfehle...schliesslich wird hier auch streckenweise Deutsch gesprochen. Warner Brothers haben mit diesem Release ganze Arbeit geleistet und dem Film, wenn auch spät, den nötigen Respekt gezollt. Ach...übrigens. Warner hat das blutrot zoomende Logo zu Beginn des Filmes gegen eine statische, monochrome Version ausgewechselt... nur so als Info für Puristen ;D
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufstieg und Fall eines Opportunisten, 11. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Barry Lyndon (DVD)
Ein Gemälde. Unübertroffen in seiner barocken Übertreibung, farblichen Pracht und Stilisierung. Schelmenstück und Tragödie zugleich, pendelnd zwischen edler Erhabenheit und ironischer Distanz. Erzählt wird die Geschichte von Redmond Barry, einem irischen Landadeligen des 18. Jahrhunderts, der einen angesehenen Platz in der Gesellschaft sucht. Ein Simplicissimus und absurder Held, dem durch die Wirren des Siebenjährigen Krieges jede Art romantischer Vorstellungen brutal genommen und dessen Entwicklung zum Spieler, Betrüger, Hochstapler und Opportunisten gezeigt wird. Einer der Höhepunkte in Kubricks Kunstkino: die Verführung der Countess von Lyndon. Ein Spieltisch, Kerzenschein, verstohlene Blicke. Die Kamera gleitet hinaus, ein Ballett der Anziehung untermalt vom Andante aus Schuberts Es-Dur Trio, der Kulminationspunkt: ein Kuss. Der zweite Akt dann eine Chronik des Niedergangs. Der gegen sein Schicksal Ankämpfende wird trotz seiner Fehler zum Menschen. Ob tragischer Held oder nicht spielt letztendlich keine Rolle, nimmt man den Epilog ernst.
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Barry Lyndon [Blu-ray]
Barry Lyndon [Blu-ray] von Stanley Kubrick (Blu-ray - 2011)
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