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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen."
Dieses Platon-Zitat kommt dem Marine Sam Cahill(Tobey Maguire) am Ende von -Brothers- über die Lippen. Auch 2500 Jahre nachdem der griechische Philosoph diesen Satz äußerte, besitzt er noch seine Gültigkeit. Wer -Brothers- gesehen hat, wird das verstehen.

Zunächst einmal möchte ich Regisseur Jim Sheridan meinen Respekt...
Veröffentlicht am 21. Juni 2011 von Thomas Knackstedt

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kurz vor dem Ende hätte es den "richtigen" Schluss gegeben
Seit "Léon der Profi" zähle ich mich zu den bekennenden Natalie Portman Fans, und ihr Auftreten in "Brothers" wird daran sicher nichts ändern.

Umso mehr war ich enttäuscht von dem, was Jim Sheridan aus den klischeehaften "verschiedenen Brüdern, die die gleiche Frau lieben", machte. Der Wandel des Saulus zum Paulus ist kaum...
Vor 22 Monaten von jury veröffentlicht


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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.", 21. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. (DVD)
Dieses Platon-Zitat kommt dem Marine Sam Cahill(Tobey Maguire) am Ende von -Brothers- über die Lippen. Auch 2500 Jahre nachdem der griechische Philosoph diesen Satz äußerte, besitzt er noch seine Gültigkeit. Wer -Brothers- gesehen hat, wird das verstehen.

Zunächst einmal möchte ich Regisseur Jim Sheridan meinen Respekt aussprechen. Remakes von europäischen Filmen sind in den Staaten zwar keine Seltenheit, sich jedoch an Susanne Biers -Zwischen Brüdern- heranzuwagen, ist eine echte Herausforderung. Die dänische Regisseurin hat mit ihrem Original aus dem Jahr 2004 ein cineastisches Meisterwerk produziert. Sheridan hat klugerweise kaum etwas am Plot verändert und seine Version der Geschichte ist ebenfalls hervorragend gelungen. Wie ein Krieg, auf Seiten der Menschen, egal ob Soldaten oder Angehörige, nur Verlierer zurücklässt, dass bekommt man kaum emotionaler auf eine Filmrolle. Biers Geschichte funktioniert und Sheridan setzt sie mit brillianten Schauspielern gnadenlos ins Szene.

Sam Cahill ist Marine. Er ist mit Grace(Natalie Portman) verheiratet und Vater der beiden kleinen Töchter Elsie(Mare Winningham) und Isabel(Bailee Madison). Die Ehe scheint perfekt zu sein. Sams Vater Hank(Sam Shepard), früher selbst Soldat, ist stolz auf seinen Sohn. Bevor Sam wieder nach Afghanistan ausrückt, muss er seinen Bruder Tommy(Jake Gyllenhaal) aus dem Gefängnis abholen. Tommy ist ein echter Kotzbrocken. Das schwarze Schaf der Familie. Weder sein Vater, noch Grace können ihn leiden. Nur zu Sam hat Tommy ein gutes Verhältnis. Als Sam, auf einem Hubschrauberflug, in Afghanistan abgeschossen wird, erhält Grace die Todesnachricht. Die gesamte Familie bricht zusammen. Hank trinkt, Grace ist wie paralysiert und die Töchter kommen mit der Situation nicht zurecht. Sams Beerdigung ist für seine Familie kaum zu ertragen. Nur Tommy reißt sich endlich zusammen. Aus dem Trunkenbold und Ganoven wird die einzige Stütze, die Grace und den Mädchen noch über den Tag hilft. Graces Gefühle zu Tommy verändern sich. Was Grace jedoch nicht weiß: Sam hat den Absturz überlebt. Von afghanischen Rebellen entführt, muss er ein unglaubliches Martyrium aus Folter und Qual über sich ergehen lassen, das mit seinem totalen psychischen Zusammenbruch endet. Dann wird er von US-Soldaten befreit. Zu Hause atmet die Familie auf, aber als Sam zurückkehrt, ist er ein anderer Mensch geworden. Zurückgezogen, manisch, eifersüchtig und ganz offensichtlich psychisch schwer angeschlagen, kommt Sam weder mit Grace, seiner Familie noch mit sich selbst zurecht. Die Cahills driften auf eine familiäre Katstrophe zu...

Die Bilder von -Brohters- lassen uns in erster Linie glauben, dass es um den Krieg als zentralen Mittelpunkt der Geschichte geht. Das stimmt jedoch nicht. Susann Biers Geschichte dreht sich vor allem um die Liebe. Das Band zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern, und zwischen Geschwistern, das allein in der Lage ist alle Schrecken und Grausamkeiten zu überwinden. Mit unglaublich starken Bildern arbeitet Jim Sheridan den Stoff auf. Diese Bilder, im Zusammenspiel mit grandiosen Schauspielern wie Natlie Portman, Sam Shepard, Tobey Maguire und Jake Gyllenhaal, überzeugen auf der ganzen Linie.

-Brothers- ist ein wichtiger Film zu einem wichtigen Thema. Das war er 2004, ist es heute, und wird es auch Morgen noch sein. Auf hohem Niveau, künstlerisch wertvoll und absolut packend kommt die Story über den Bildschirm direkt ins Herz des Zuschauers. Wen das nicht bewegt, dem kann ich auch nicht mehr weiterhelfen. Mich persönlich hat -Brothers- tief bewegt. Aus diesem Grund gibt es von mir die absolute Empfehlung zum Anschauen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Famos gespieltes Familiendrama, 5. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Brothers [UK Import] (DVD)
Die Neuinszenierung des dänischen Films Zwischen Brüdern von Susanne Bier (aus deren nicht ganz so auf Hochglanz getrimmtem Dogma-Original im Zusatzmaterial Ausschnitte gezeigt werden) ist ein verstörendes Ensemblestück; wer in Anbetracht der DVD-Hülle auf einen actionreichen Kriegsfilm hofft, liegt dagegen falsch. Regisseur Jim Sherdan (Im Namen des Vaters), der im Zusatzmaterial als Experte für Familiendramen porträtiert wird, gibt auch unumwunden zu, dass dies kein politischer Film werden sollte. Der Krieg gegen die afghanischen Unheilspropheten und ihre Jünger dient lediglich als Folie für ein konfliktreiches Melodram. Es geht um zwei unterschiedliche Brüder. Den einen, Ex-Knacki Tommy (Jake Gyllenhaal), hält der Vater (Sam Shepherd) für einen Versager, den anderen, Sam (Tobey Maguire), für einen Helden. Der Vater selbst kämpfte früher in Vietnam und kam traumatisiert zurück.

Als er mit seinem Kameraden nach einem Hubschrauberabsturz von den Taliban festgenommen und gefoltert wird, bricht Sam, bis dahin fast übermenschlich diszipliniert, psychisch zusammen und bringt, von den gewissenlosen Kriegern mit vorgehaltener Waffe zu der Untat gezwungen, seinen Kameraden um. In der Heimat hat sich seine bildschöne Frau (Natalie Portman) unterdessen auf ein Leben ohne den geliebten Ehegatten eingerichtet. Die beiden Töchter finden immer mehr Gefallen am fürsorglichen, unverkrampft wirkenden Onkel Tommy und für ihre Mutter - Meryl Streep als Hinterbliebene in Die durch die Hölle gehen lässt grüßen - gilt dasselbe.

Wenn mein Vorredner hier kritisiert, in diesem Film gehe "nichts auf" und sich dabei auf die Elemente der Handlung bezieht, die mit dem Krieg zu tun haben, muss man zustimmen: Es ist nun einmal nicht so, dass die US-Armee jemanden vorschnell für tot erklären lässt, solange die Leiche nicht unzweifelhaft identifiziert worden ist. Dass das Verbrechen am Kameraden unaufgedeckt bleibt, ist ebenfalls unwahrscheinlich. Aber Susanne Bier, die eine der besten Geschichtenerzählerinnen des zeitgenössischen Kinos ist (Oscar-Nominierungen für Nach der Hochzeit und ihren neuen Film "In einer besseren Welt"), war für ihr Drama auf dieses Handlungselement angewiesen. Sie hat es erfunden, wie Generationen von Dramatikern vor ihr, um einen Konflikt heraufzubeschwören, ohne den es - ob im Krieg oder Frieden - kein gutes Drama gibt. Schließlich wirft auch niemand dem Ödipus-Mythos den grandiosen Zufall vor, der dafür sorgt, dass Ödipus sich unwissend mit seiner Mutter vermählt. Entscheidend ist doch, wie der Autor solche nicht gerade alltäglichen Konstellationen nutzt, um daraus eine bewegende Geschichte hervorsprießen zu lassen. Genau das gelingt hier. Mag es auch stimmen, dass Biers Original-Drehbuch mit dem ausgelutschten Klischee vom vermissten Soldaten arbeitet, der dann unverhofft doch wieder auftaucht, so navigiert sie an anderen Klischeefallen doch sehr geschickt vorbei. Das Ende lässt vieles in der Schwebe, die tränenerstickte finale Aussöhnung mit dem Vater bleibt ebenso aus wie eine klärende Aussprache zwischen den Brüdern, nachdem Sam Tommy mehrfach aggressiv des Ehebruchs bezichtigt hatte. Stattdessen endet der Film geradezu lakonisch mit der Erkenntnis: "Die Wahrheit wird euch frei machen."

Tobey Maguires Leistung halten viele für Oscar-würdig, ich ebenfalls, auch wenn die Hunger- bzw. Fresskur für eine Rolle, mit der man sich Oscar-Meriten zu erwerben hofft, seit de Niro, Tom Hanks und Renée Zellweger schon fast selbst ein Klischee ist. Lässt man die physische Ausmergelung, die man dem Schauspieler vom Leib abliest, mal außer Acht, bleibt aber immer noch festzuhalten, dass Maguire die tickende Zeitbombe des Rückkehrers, der mit amerikanischer Durchhaltemoral die Fassung zu bewahren versucht, beklemmend intensiv spielt, wofür es dann immerhin noch eine Golden-Globe-Nominierung gab. Maguires Auftritt in der Küche ist nervenzerfetzend und wirkt - wie der gesamte Film - lange nach.

Fazit: Wer Susanne Biers Original nicht kennt und Filme wie Badland oder Die durch die Hölle gehen zu schätzen wusste, der kommt hier voll auf seine Kosten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und Ergreifend!, 16. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sowohl McGuire als auch Gyllenhaal spielen ihre Rollen grandios, wobei ich McGuire nocheinmal besonders hervorheben muss, da er einfach in die Rolle des traumatisierten Kriegs-Veteranen passt. Einziger Mangel ist, dass die beiden Protagonisten im Deutschen die gleiche Synchronstimme verliehen haben bekommen und Gyllenhaal in diesem Film auf eine andere Synchronstimme zurückgreifen musste.
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4.0 von 5 Sternen Emotional und bewegend!, 15. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. (DVD)
Dieser Film ist für mich ein kleiner Wunsch, der in Erfüllung gegangen ist. Vor einigen Jahren waren Tobey Maguire und Jake Gyllenhaal meine Lieblingsschauspieler überhaupt. Und seit „Black Swan“ finde ich auch Natalie Portman großartig und nun spielen alle drei in diesem Remake des Films „Brodre“ von 2004 mit! Das Original kenne ich nicht, kann also nichts dazu sagen. „Brothers“ ist für mich ein sehr gutes Werk über menschliche Ängste und Misstrauen, leidet aber unter ein paar Schwächen...

Die Story dreht sich um den Soldaten Sam Cahill, der in Afghanistan offiziell ums Leben kommt. Er hinterlässt eine Frau, Grace, und zwei Kinder, Isabell und Magie. Sams Bruder Tommy, der sich von einer Kneipe zur anderen trägt, leidet wie der Rest der Familie, unter dem Tod des geliebten Sohnes. Doch Sam lebt, wird aber mit einem Kollegen irgendwo im feindlichen Land fest gehalten und gefoltert...

Jim Sheridan gelingt ein mitfühlendes Drama über drei Menschen, deren Leben sich durch ein unvorhergesehenes Ereignis komplett ändern. Getragen wird der Film vor allem durch die drei tollen Hauptdarsteller. Tobey Maguire ist wirklich toll als psychisch verkrüppelter Soldat, Jake Gyllenhaal ist sehr sympathisch und ehrlich als der ungeliebte Bruder und Natalie Portman ist ebenfalls großartig in ihrer Rolle der verzweifelten Mutter. Auch die Nebendarsteller machen ihre Sache gut, doch diese drei tragen den Film und das ist auch gut so!
Sehr gut sind auch die beiden Darstellerinnen der Mädchen (Bailee Madison und Taylor Geare).

„Brothers“ überzeugt mit einigen wirklich rührenden Momenten und der ein oder anderen Überraschung, wie ich finde. Zudem sind ein, zwei Szenen wirklich schwer anzusehen, was mich ebenfalls überrascht hat.

Mein Problem ist leider nur, dass der Hollywood-Stempel leider zu oft zu sehen ist. Einige Szenen wirken zu „aufgezwungen“ für meinen Geschmack, vor allem die Musik. Thomas Newman ist ein großartiger Komponist und ich liebe seine Werke, doch hier wirkt fast jede musikalische Untermalung absolut unpassend, was zu dem Hauptproblem zählt. Zwar gibt es ein paar Stellen, wo die Musik wirklich toll funktioniert, auch das Hauptthema ist gut, aber zu 80% ist der Soundtrack sehr unpassend, wie ich finde...

Fazit: Trotz dieser Probleme ist „Brothers“ dennoch sehr stark im Kern, die Geschichte ist gut, die Dialoge wirken sehr ehrlich und nicht zu vergessen, drei großartige Schauspieler, die den Film tragen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Durch die tiefsten Dunkelheiten der Seele zum Frieden., 7. Februar 2013
Von 
Happyx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. (DVD)
Wir haben kein Recht in der Lauf von Religionen einzugreifen, sie leben in unterschiedlichen Bewusstseinsstufen und Jahreszahlen. Die eine im Mittelalter, die andere in der Urzeit, wieder andere im Heute und viele im Übermorgen.

Religionen sind Hüllen um das Leere, dessen sich leider die Wenigsten gewahr sind, das fast alle verdrängen. Angst ersetzen durch Dritte, Hoffnung, Glaube, aber für mich bleibt nur eins: die Liebe. Jetzt, für mich und jeden, der sich mir nähert.

Friede beginnt im Inneren, in jedem Einzelnen, er/sie kann den Himmel oder die Hölle erzeugen. Nichts kommt von außen, von oben, alles vom Selbst. Was Jesus, Mohammed, Moses, Buddha oder wer auch immer gesagt haben, es steht hier: Eine neue Erde: Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung

Dieser Film verdichtet Krieg und Aggressionen in unglaublich eindringlicher Weise. Niemand ist auf archaische Zustände des Tötens vorbereitet und was geschieht mit Menschen, die aus der Hölle entkommen und danach weiterleben müssen?

Keine Religion kann Töten rechtfertigen, und doch tun sie es, formulieren es Menschen, in Verkennung der tatsächlichen religiösen Inhalte, deren Erkennen immer nur durch den weiten Gang zum Selbst entsteht.

Sich nach außen, nach oben, zu Gott zu richten, beinhaltet immer die eigene "Hin-Richtung" zum Nicht-Denken, Gehorchen und dem Untertan, den Kirchen und Staaten so gerne haben.

Frieden heißt vor allem selbstständig zu denken, aus sich selbst heraus, auf andere bezogen und zu sich zurück, umarmen, sich erkennen als Menschen, die sterben und doch einem anderen Bewusstsein angehören, das wir alle sind.

Eine neue Erde ist ohne Krieg und wie Frieden geht, ist die wirkliche Herausforderung an alle, an jeden, der tatsächlich als Mensch lebt. Alles andere ist eitler Tand, dem niemand nachjagen sollte, ein dumpfes Sein, Befreiung davon und Frieden beginnt in uns.

Dieser Film wird jeden hin-stimmen zum Frieden, er ist brutalst abgründig und nach Kafka das Messer, das den zugefrorenen See der Seele öffnen und zum Besseren hinführen kann.

"If man does find the solution for world peace it will be the most revolutionary reversal of his record we have ever known."(George C. Marshall)

Nachgedanken:
Ich lese Bücher nicht wegen ihrem Plot oder sehe Filme wegen dem Ende. Nichts im Menschlichen ist streng logisch, alles kann so oder ganz anders sein. Wenn es anders wäre, wären wir schon Roboter. Dieser Film hat mich zutiefst beeindruckt, er hat Szenen, die in Höhlen und Höllen unserer Selbst leuchten, der jeden, der ihn sieht, zum Umdenken über sich und andere bzw. ein menschliches Zusammenleben bringen muss.
Kommentar
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Darsteller und Hollywoods Professionalität retten letztlich das "teure" Remake, 1. August 2011
Von 
W. Walz "RW" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Vorweg: War ich gespannt wem Marius Clarén hier nun seine Stimme leiht. Jake Gyllenhaal oder Tobey Maguire? Spider-Man bekam dann wohl den Vortritt, da er dem deutschen Kino-/DVD-Publikum wohl einfach bekannter ist. Also hieß es erstmal sich an das Tiefe Organ von Sascha Rotermund gewöhnen, der bis jetzt noch keinen "echten" Star seine Stimme leiht. Aber, die Stimme hat was!

Der Film ist gut erzähltes 1A-Hollywoodkino, bringt aber aus filmischer Sicht -für ein Remake- nichts neues.
Im Gegensatz zum dänischen Original lebt er vom größeren Budget und der erstklassigen Darstellerriege. Wurde im Original von Susanne Bier die wackelige Handkamera mit kalten Farben bevorzugt, setzt man hier ganz auf das große handwerkliche Erzählkino, welches mit satten Blu-ray-Farben in einer klasse Winterlocation daherkommt. Regisseur Jim Sheridan (Mein linker Fuß, Im Namen des Vaters, Der Boxer; alle mit Superstar Daniel Day-Lewis) besetzte alle Rollen mit Bravour, bis in die kleinsten Nebenrollen (Vater, Stiefmutter, Kinder usw.). Vorneweg wird das Drama von der Naturschönheit (welches im Film öfter zur Sprache kommt) Portman angeführt. Jake Gyllenhaal ist wie immer eine Bank; lässt man sein persisches Schwertschwingen außer acht. Und Tobey Maguire? Den fand ich anfangs etwas mit der zu spielenden Figur überfordert, machte aber zum Ende hin, mit seinem wirren Blick, der Gewichtsabnahme und seinem finalen Gewaltausbruch, diese Lücke weg.

Die Familientragödie zeigt ihre filmischen Stärken, eben durch die guten Schauspieler, fast ausschließlich zwischen den Dialogen. Blicke, Gesten, Alltäglichkeiten werden von der Kamera prima eingefangen und erzeugen so beim (nicht Popkornessenden, sowie Cola trinkenden) Zuschauer die wohl stärksten Emotionen, wohingegen die afghanische Gefangennahme mehr Lückenfüller scheint, um den Spannungsbogen für ein dazugewonnenes Actionpublikum aufrecht zuhalten. Im Gegensatz wird das dem Dramazuschauer aber nicht sonderlich kratzen, da dieser Handlungsstrang (glücklicherweise) eher klein gehalten wurde.

Man kann also einfach nichts schlechtes Schreiben. Einziges Manko und Mangel wäre eben die glatte und fehlerfreie Inszenierung des Films (und dessen Aussage). Aber das wäre dann wiederum so absurd, als würde man bei einem runden Tisch die fehlenden Ecken bemängeln.

Trotzdem reichte es -für mich- nicht zum absoluten Fünferwurf.
Waren meine Erwartungen doch etwas zu hoch geschraubt, da hier und da dann doch die künstlerischen (sprich: kinematografischen) Schmankerln fehlten.

4,25 (GUTE) Sterne; wenn es den solch eine Wertung gibt!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kurz vor dem Ende hätte es den "richtigen" Schluss gegeben, 30. Oktober 2012
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. (DVD)
Seit "Léon der Profi" zähle ich mich zu den bekennenden Natalie Portman Fans, und ihr Auftreten in "Brothers" wird daran sicher nichts ändern.

Umso mehr war ich enttäuscht von dem, was Jim Sheridan aus den klischeehaften "verschiedenen Brüdern, die die gleiche Frau lieben", machte. Der Wandel des Saulus zum Paulus ist kaum nachvollziehbar, ein Schlüsselereignis, das den Soldaten-Bruder während einer Gefangenschaft in Afghanistan traumatisiert, entbehrte jeder Logik. Und während das Drehbuch unterstellt, dass Frau Portman es mit beiden Brüdern haben soll, bleibt das Flimmern der Luft im Film völlig aus: bauchmäßig konnte sie keinem von beiden etwas abgewinnen, da war definitiv keine Chemie.

Bleibt schließlich der Schluss: der wirkt gerade so, als hätte die Produktion ein Happy-End hinten drauf gepfropft. Dabei hätte kurz davor, wenn sich der Kriegsheld die Waffe an den Kopf hält, alles gepasst und den Film gerade noch aus dem Mittelmaß herausgehoben.

Fazit: Kann man anschauen, muss man aber nicht.

Im Original 105 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film, 2K DI, DD | DTS (IMDB)

film-jury 3* A1069 © 30.10.2012eg Genre: Drama | Thriller | Krieg
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Love and War, 28. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. (DVD)
Die beiden Brüder Sam (Tobey Maguire, "Spider-Man", "Pleasantville") und Tommy (Jake Gyllenhaal, "Brokeback Mountain", "Source Code") könnten unterschiedlicher kaum sein. Sam ist Berufssoldat und ist in Einsätzen in Afghanistan zum Helden avanciert. Er ist mit Grace (Natalie Portman, "Black Swan", "Thor") verheiratet und hat zwei Töchter. Tommy hingegen ist schon früh auf die schiefe Bahn geraten und hat gerade eine Haftstrafe wegen Bankraubs abgesessen. Vater Hank hat denn auch seine Sympathien sehr ungleich zwischen seinen beiden Söhnen aufgeteilt. Der ehemalige Vietnam-Veteran liebt seinen Sohn Sam über alles und hat für Tommy nur Verachtung und Enttäuschung übrig. Als Sam eines Tages nach einem Einsatz für tot erklärt wird, geschieht Erstaunliches. Tommy wandelt sich vom Herumtreiber und Taugenichts zum fürsorglichen Freund von Grace, der in der Zeit der gemeinsamen Trauer für sie und ihre Töchter da ist. Er hilft ihr im Haus, kümmert sich um ihre Kinder und versucht darüber hinaus, seinem Leben endlich einen Sinn und eine Richtung zu geben. Parallel zu dieser Entwicklung erfährt der Zuschauer, dass Sam gar nicht tot ist, sondern von einheimischen Rebellen gefangen genommen und gefoltert wurde. Schwer traumatisiert kehrt er eines Tages nach Hause zurück und muss feststellen, dass sein Bruder scheinbar seinen Platz eingenommen hat. Doch nicht nur Tommy hat etwas getan, was er nicht hätte tun dürfen, auch Sam hat so große Schuld auf sich geladen, dass er und seine Familie daran zu zerbrechen drohen. Die häusliche Situation spitzt sich mehr und mehr zu, bis sie in einer folgenschweren Eskalation der Emotionen gipfelt.

In den Extras der Scheibe erfährt man Einiges über die Motivation des Regisseurs und des Teams, dieses Remake zu drehen. Es ist von einer Verlagerung des Fokus von den ungleichen Brüdern auf die interfamiliäre Situation die Rede, vom Wunsch, diesen tollen europäischen Film auf ein amerikanisches Publikum zuschneiden zu wollen und ihm somit nahe bringen zu können und von der Optimierung der Story, die laut Sheridan im Original einige kleine Denk- und Umsetzungsfehler hat. Warum ausgerechnet Jim Sheridan, dem man auch nach 25jährigem Leben in den USA seinen irischen Akzent noch deutlich anhört, sich bemüßigt gefühlt hat, einen an sich perfekten, tiefgründigen und hochemotionalen Film zu "amerikanisieren", weiß der Himmel. Not getan hätte es nicht, aber der Durchschnittsamerikaner ist offensichtlich immer noch nicht offen und intelligent genug, ausländische Kinoproduktionen entsprechend zu begreifen, einzuordnen und zu würdigen. Also nimmt man amerikanische Darsteller, ein amerikanisches Umfeld und auf Amerika umgemünzte Probleme, damit auch in La La-Land ordentlich die Kasse klingelt und man den Amis nicht erklären muss, wo Dänemark liegt und dass es auch außerhalb Amerikas ganz großartige Schauspieler gibt.

Nun denn... Glücklicherweise hat Sheridan bei Cast & Crew ein glückliches Händchen bewiesen, so dass "Brothers" als recht stimmiges und authentisches Remake von "Brødre" angesehen werden kann. Tobey Maguire spielt zwar recht steif und sieht in jeder Einstellung aus wie ein kränkelndes, gerupftes Küken, aber Natalie Portman und Jake Gyllenhaal können durch ihre Optik und ihr Talent mühelos darüber hinweg täuschen. Besonders Portman gelingt der emotionale Spagat zwischen Trauer, innerer Zerrissenheit und Überforderung grandios. Doch auch Gyllenhaals unaufgeregtes und doch eindringliches Spiel kann überzeugen. Auch kam es mir so vor, als ob sich Sheridan doch recht nah an das Original von 2004 gehalten hat. Soweit ich mich an "Brødre" von vor sieben Jahren erinnere, hat er keine allzu großen Veränderungen vorgenommen und teilweise sogar ganze Einstellungen und Dialoge originalgetreu übernommen. Die Dinge, die er geändert hat, fallen meiner Ansicht nach nur marginal ins Gewicht, auch wenn Sheridan das im Interview anders zu sehen scheint.

Und dennoch..."Brothers" ist nicht so gut wie "Brødre". Er erreicht zu fast keinem Zeitpunkt dessen Intensität, emotionale Wucht und glaubhaft visualisierte Verwundbarkeit. Maguire wird im Original von Ulrich Thomsen gespielt, dem es weitaus besser gelingt, seine Scham, Wut und emotionale Zerstörung darzustellen. Und auch Nikolaj Lie Kaas, der im Remake von Gyllenhaal dargestellt wird, ist ein besserer schlechter Bruder. Im gelingt ein nuancierteres Spiel, er verfügt über eine viel größere emotionale Bandbreite in seiner Rolle, als sie Gyllenhaal in der 2009er Version zugestanden wird. Trotz offensichtlichem Bemühen Sheridans, hier sensibel und gefühlsbetont vorzugehen und dem Zuschauer einen Einblick in eine durch Krieg traumatisierte und zerstörte Familie zu geben, bleibt "Brothers" erschreckend oft belanglos und oberflächlich. Zu routiniert werden hier Emotionen abgespult oder abgespielt, als dass sie wirklich beim Zuschauer ankommen. Ob dazu auch das verschlafene, typisch amerikanisch Örtchen, in dem der Film spielt oder der überpatriotische Vater (Sam Shepard, "Paris, Texas") der Brüder beitragen, sei dahingestellt. Vielleicht liegt es einfach daran, dass man uns Europäern nicht so viel erklären muss, nicht jede Gefühlsregung visualisieren oder aussprechen muss und uns ruhig mit komplexen Erzählsträngen behelligen darf, ohne uns damit zu überfordern. "Brothers" wirkt irgendwie reduziert, als würde ihm etwas fehlen. Glaubwürdigkeit? Tiefgründigkeit? Ich bin nicht sicher.

"Brothers" ist ein ganz guter Film, wenn man das Original nicht kennt. Cast und besonders der Score sind stimmig und größtenteils überzeugend. "Brothers" ist ein nicht mehr so guter Film, wenn man das Original kennt, weil einem die Unterschiede und Defizite auffallen, wenn auch eher unbewusst und man sie vielleicht gar nicht richtig in Worte kleiden kann. "Brothers" ist ein toller Film, wenn man Amerikaner ist und in der Regel nicht groß über den cineastischen Tellerrand schaut und somit vorrangig inländische Produktionen konsumiert. "Brothers" ist kein toller Film, wenn man Europäer ist und von Produktionen mit solch wuchtigem emotionalen Inhalt einfach mehr erwartet, weil man schon bessere gesehen hat. Letztendlich bleibt zu Vieles ungesagt und Gefühle und Traumata werden nur im Ansatz nachvollziehbar, so dass "Brothers" solide Handwerksarbeit ist, der aber irgendwie ein bisschen das Herz fehlt. Somit zumindest drei von fünf Brüdern, die sich einfach mal richtig aussprechen sollten.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amerikanisches Remake ohne Tiefgang, 22. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Brothers [UK Import] (DVD)
Wieder einmal hat Hollywood viel Geld und noch mehr Star-Power für das Remake eines erfolgreichen europäischen Films auf die Beine gestellt und damit wieder einmal bewiesen, dass man damit nicht unbedingt den besseren Film macht. Die Geschichte, ein simples Konstrukt, ist schnell zusammengefasst: Sam, ein amerikanischer Soldat (Tobey Maguire) führt mit einer Frau, einer ehemaliger Cheerleader-Schönheit (Natalie Portman) und seinen beiden Töchtern ein glückliches, erfülltes Familienleben, einziger Schönheitsfehler ist Sam's Bruder Tommy (Jake Gyllenhaal), ein Tunichtgut der nach einem missglückten Raubüberfall eine Gefängnisstrafe absitzen muss und just dann entlassen wird, als sein Bruder nach Afghanistan abkommandiert wird. Sam gilt nach einem Gefecht als gefallen und Tommy beginnt sich rührend um die Familie zu kümmern - bis sein Bruder unerwartet und schrecklich verändert zurückkehrt. Diese Story wurde vor einigen Jahren von der renommierten dänischen Regisseurin Susanne Bier mit famosen Schauspielern verfilmt und musste nun das Schicksal vieler europäischer Produktionen erleiden, dass Hollywood sich ihrer annimmt, sie an die breite Brust drückt und als wohlfeile amerikanische Filmkunst mit grossem Getöse auf den Markt wirft. Diese Produkte sind selten eine Bereicherung, und dass ist auch hier der Fall - zu offensichtlich ist dieser Film ein Vehikel, um zwei berufsjugendliche Stars (Maguire, Portman) ins Erwachsenenfach zu befördern. Bei der schnuckeligen Natalie Portman hat das mit "Black Swan" letztendlich noch geklappt, aber in diesem Film kann sie als gebeutelte Kriegerwitwe nicht überzeugen, und wenn auch Tobey Maguire mal wieder durchaus dämonische Momente setzt, wirkt dieser schmächtige Schauspieler als verhärteter Veteran auch nicht sonderlich glaubhaft. Jake Gyllenhaal überzeugt schon eher als geläuteter Kleinganove, aber auch er ist mit seinem Jungengesicht und der Muckibuden-Figur zu sehr ein Hollywood-Produkt, um wirklich neue Akzente zu setzen. Ein überflüssiges Remake.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine amerikanische Familie, 2. April 2011
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. (DVD)
Dem Titel entsprechend werden gleich zu Beginn beide Brüder charakterisierend eingeführt: Bevor Sam, Captain in der U.S. Army, zu seinem zweiten Einsatz in Afghanistan aufbricht, schreibt er an seine Frau Grace einen Brief, den diese im Falle seines Todes zugestellt bekommt. Er versichert ihr, dass das Einzige, dessen er sicher in dieser Welt sein kann, seine Liebe zu ihr ist. Gleich danach wird er zusammen mit Frau und beiden Töchtern gezeigt: Eine glückliche amerikanische Familie. Nun sehen wir Tommy - wie er gerade aus dem Gefängnis entlassen wird und sich grinsend von seinen Mitgefangenen verabschiedet. Am Tor holt ihn Sam ab, während die beiden sich umarmen wird der Titel "Brothers" eingeblendet.
Allein diese Grundkonstellation - disziplinierter Familienvater und aus der Bahn geratenes schwarzes Schaf sind ungleiche Brüder - böte schon einiges an Erzählstoff, aber "Brothers" baut darauf die Geschichte von der seelischen Verletzung durch den Krieg auf, die in ihrer Langzeitwirkung und der destruktiven Kraft auf alle umgebenden Menschen katastrophaler wirkt als die Kriegshandlungen selbst.
Während Sam nach einem Helikopterabsturz als tot gilt, nähern in der Heimat seine Frau, die Kinder und sein Bruder Tommy sich einander an. Die Todesnachricht scheint auch Tommy endlich aufgeweckt zu haben: Er renoviert die Küche der Familie und findet wieder Zugang zu seinem Vater, mit dem er sonst ständig stritt und der ihn als Verlierer verachtete. Als der bis dahin 'nur' gefangene und in der Gefangenschaft zu einer schrecklichen Tat gezwungene Sam wieder heimkehrt, müssen alle ihren Platz neu finden. Sam ist ein anderer Mensch und ein Anknüpfen an das vergangene Leben gelingt so nicht mehr. Auch Tommy beansprucht seinen Platz im Familienleben, denn die Töchter lieben ihn bereits mehr als ihren - nun ihnen Angst machenden - Vater und so steht die Familie vor einer Zerreißprobe.
Jim Sheridan (In America, Im Namen des Vaters, Mein linker Fuß) hat zwar ein Remake des gleichnamigen dänischen Films Brothers - Zwischen Brüdern von Susanne Bier gedreht, aber er hat, obwohl viele Szenen identisch sind, eigene Akzente gesetzt. Während im Original der Schwerpunkt ganz auf der psychologischen Seite liegt und diese hervorragend und tiefgehend herausgearbeitet wird, betont Sheridan den amerikanischen Aspekt: Nach Vietnam sind die Kriege in Afghanistan und dem Irak erneut eine harte Probe für das amerikanische Selbstbewusstsein, denn ein Siegesgefühl ist kaum vorhanden. Vielmehr wächst das Bewusstsein dafür, wie schmerzlich der Krieg in die heimische (Familien-)Welt eingreift und das Trauma Einzelner zu einem nationalen Trauma sich auswächst.
Obwohl die Kriegswelt in Afghanistan lange Zeit die Filmerzählung prägt, ist "Brothers" doch eher ein Familienfilm. Eine amerikanische Familie, die durch das Militär geprägt ist, denn auch der Vater war bereits Soldat in Vietnam, kämpft mit dem inneren Zusammenhalt. Es geht darum, das Richtige zu tun und zugleich zu erkennen, dass es keine reinen Erfolgsgeschichten im Leben gibt. Durch den Krieg legt sich ein dunkler Schatten auf die Ehe des ehemaligen Quarterbacks mit der Cheerleaderin, die nun ihre Liebe gegen die Dämonen von Schuld und Gewalt erneut unter Beweis stellen müssen.
Nicht zuletzt sind es die hervorragenden schauspielerischen Leistungen von Jake Gyllenhaal (Tommy Cahill), Natalie Portman (Grace Cahill), Tobey Maguire (Capt. Sam Cahill) und Sam Shepard (Vater Cahill), aber auch der Kinder Bailee Madison (Isabelle Cahill) und Taylor Geare (Maggie Cahill) die den Film sehr sehenswert machen. Dieses Remake ist eines der raren Beispiele dafür, dass eine eigenständige Interpretation eine sehr gute Geschichte mehrfach sehenswert erscheinen lässt.
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Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe. von Jim Sheridan (DVD - 2011)
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