Kundenrezensionen


21 Rezensionen
5 Sterne:
 (13)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (4)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (2)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Drama - gekleidet in die ausgeleierte und vollgeko*zte Jogginghose einer schrecklich netten Familie
Dieser belgische Film "Die Beschi*senheit der Dinge" von Regisseur Felix van Groeningen, entstand 2009 nach dem gleichnamigem autobiografischen Roman von Dimitri Verhulst .
Im flämischen (niederländischsprachigen) Original heißen Film und Buch "De Helaasheid der Dingen" "Helaasheid" kann man vielleicht mit "Leiderkeit" wörtlich übersetzten,...
Veröffentlicht am 19. Juni 2010 von Ophelia

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Skurrilität in ihrer reinsten Form
„Die Beschissenheit der Dinge“, ist ein flämischer Film des Belgischen Regisseurs Felix Van Groeningen. Der offizielle Filmstart war im Jahr 2009. In den deutschen Kinos erschien er am 20. Mai 2010.

Basierend auf dem, in Belgien und der Niederlande, sehr bekanntem Buch „De heelasheid der dingen“ (2006) erzählt Van Groeningen...
Vor 19 Monaten von Caro veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Drama - gekleidet in die ausgeleierte und vollgeko*zte Jogginghose einer schrecklich netten Familie, 19. Juni 2010
Von 
Ophelia (Helsingör) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Dieser belgische Film "Die Beschi*senheit der Dinge" von Regisseur Felix van Groeningen, entstand 2009 nach dem gleichnamigem autobiografischen Roman von Dimitri Verhulst .
Im flämischen (niederländischsprachigen) Original heißen Film und Buch "De Helaasheid der Dingen" "Helaasheid" kann man vielleicht mit "Leiderkeit" wörtlich übersetzten, "Beschi*senheit" trifft es aber recht gut. Beschi*sen sind die Umstände, unter denen der 13-jährige Gunther Strobbe in den 80ern aufwachsen muss, fraglos. In einer miefigen Kleinstadt in Flandern, zusammen mit einem wüsten Vater und dreien, nicht minder wüsten, Onkels. Sie sind allesamt feist, faul, ungewaschen, langhaarig und gescheitert. Ihr einziger Lebensinhalt: Sich möglichst schnell und konsequent zu Tode zu saufen. Und dabei Spaß zu haben -Nacktfahrradrennen, Weltrekordversuch im Dauerbiertrinken, Tour de France-Saufen, Darts-Spielen mit Billard-Queues usw.
Die Handkamera unterstützt das direkte & distanzlose Erzählen und der Film ist wirklich sehr beweglich, er springt unlinear, mal schwarz-weiß, mal farbig, von der Gegenwart in die Vergangenheit und in die Zukunft, dabei schafft er den Riesenspagat, sowohl urkomisch, gleichzeitig aber auch wirklich extrem deprimierend zu sein. Das ist ganz klar ein Drama, was die Beschi*senheit der Dinge betrifft, aber doch ist es auch irgendwie eine Komödie, obendrein eine Sozialstudie. (Und wenn ich oben die "schrecklich nette Familie" erwähnte, bitte nicht täuschen lasen, die Bundys wirken neben den Strobbes wie gebildete Wohlstandsbürger, aber sehr gestellt wirkende.;-) Hier haben wir vier aus dem Leben gegriffene, unmanirierte Hardcore-Alkoholiker: Der Vater Celle und seine drei Brüder Petrol, Beefcake und Koen. Ihre Nichtsnutzigkeit sucht wahrlich ihresgleichen. Rülpsend suhlen sie sich wohlig im täglichen Suff, in diversen Trinkspielchen und männliche Rivalitäten münden oft in deftigem Händel. Allgegenwärtig ist der Geldmangel, die Perspektivlosigkeit, der Dreck, die Gewalt... und mitten drin ein Kind, oder angehender Jugendlicher, der 13-jährige Gunther Strobbe, dessen einziger Halt seine alte Großmutter zu sein scheint, bei der man sich fragt, wie solch eine zarte, kleine Person, wie eine zierliche Festung, dieser brutalen, entfesselten Männerwirtschaft nicht nur standhalten, sondern sie gewissermaßen sogar zusammenhalten kann. Sie, liebenswürdig, bebrillt und grau schafft es, die einzige mütterliche und versorgende Figur in Gunthers Leben zu sein. Alle anderen Frauen sind selbstverständlich längst weit, weit weg geflohen, auch Gunthers Mutter.
Dass Gunther in der Schule Probleme hat, ist klar, leider bekommt er von dort höchstens halbherzige Lösungsangebote. Dass aber die unpädagogisch motivierten und sinnlosen Strafarbeitsaufsätze, die Gunther fast täglich verpasst bekommt, letztlich unerwartet fruchten und zu geliebten Vorübungen für einen angehenden Schriftsteller mutieren, nennt man, glaube ich, Ironie des Schicksals.
Der Film zeigt wirklich Szenen, wo man zu hassen beginnt, angesichts der erbärmlichen Bedingungen, unter denen ein Junge groß werden muss, gleichzeitig, und das ist erstaunlich, lässt der Film uns in der nächsten Szene wieder das Herz aufgehen, wärmt und man mag die Strobbes mit ihrer schrägen Geselligkeit einfach irgendwie trotzdem. Man versteht, dass doch auch Liebe und eine gewisse Art von Stolz und Anstand den Strobbes innewohnt. Man versteht ihre Hilflosigkeit. Das mag ich. Mir ist diese Familie sogar auf irgendeine Weise wesentlich sympathischer, als die Bundys. Sagt das jetzt was über mich aus? ;-)) .... Jedenfalls... hier wird nicht einfach verurteilt oder hin gezeigt, "Guckt mal: Pfui!!!" (Obwohl "Pfui" es schon irgendwie trifft. ;-)) sondern der Blick auf die Strobbes ist offen. Klar, die stehen ganz weit unten, subproletarischer geht es wohl nicht. Zimperlich darf man hier als Zuschauer nicht sein. Es werden SÄMTLICHE Körperflüssigkeiten, die im Menschen vorkommen, für den Zuschauer anschaulich vergossen. Das bunte Schimpfwortsortiment erstreckt sich breitest und schonungslos, mit Zuhilfenahme aller fäk*len und se*uellen Details, und ich habe wirklich, weder im Film, geschweige denn in Echt ;-), soviel Alkohol fließen, und auf diverseste Arten wieder abfließen, sehen. Das alles ist aber irgendwie auch sehr lustvoll inszeniert. :-D
Bukowski würde blass vor Neid.
Das textliche Niveau der vorgestellten belgischen Trinklieder und die Eindrücke der Speisefolge, machten mich grinsen & staunen. Wenn der Humor dann mal wieder in den tiefsten Keller abrutschte, hielt ich mir unwillkürlich die Hand vor den Mund, da mir der Lacher gleich ganz fürchterlich fies in der Kehle festzustecken drohte- *hust * Während der Film sich dann gewissermaßen weiter ausko*zt, fing ich mich dann bald wieder, durch das unwillkürlich in mir erneut aufkeimende Entsetzen.

Die Quintessenz dieser Entwicklungsgeschichte ist die Frage, ob man als Erwachsener den "Staffelstab des Lebens" vom Vater unwillkürlich annehmen muss? Darf man selbst Vater werden?? Jedenfalls ist nach einer solchen Kindheit das Leben in vielerlei Hinsicht vorgezeichnet.
Die Schauspieler leisten allesamt Überzeugungsarbeit. Gunther kann als Kind (Kenneth Vanbaeden) das Schweigen über die Demütigungen glaubhaft machen, um dann später als Erwachsener (Valentijn Dhaenens), in den Furchen seines Gesichts, die Spuren dieser hart gewordenen Verletzungen zu zeigen.

Was ist das jetzt? Zotig oder feinsinnig? Beides!
Knallhart, lebensecht und doch grotesk. Tieftraurig, dann unerwartet heiter, bis hin zu schenkelklopfend komisch. Sehr unappetitlich, aber doch beunruhigend rührend und seltsam poetisch.
Kultige 80er Ausstattung mitsamt Vokuhilas und weißen Socken in ausgelatschten Slippern gibt's obendrauf.

Dies ist eine bewusst verfasste Vorab-Rezi. Infos zur DVD werden ZU GEGEBENER ZEIT nachgereicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon der Titel ist oscarreif..., 9. April 2011
Von 
Dude - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
..an diesem belgischen Film.

Wie oben die "Filmwoche" etwas von einem "heiteren" Film schreiben kann, ist mir ein Rätsel.

In Cannes erhielt dieser Film von Felix van Groeningen zu Recht einen Preis.

Wir haben hier ein deprimierendes Drama mit gelegentlichen humoresken Ausflügen vor uns, das Erinnerungen an Bukowskis "Barfly" aufkommen lässt.
Auch die "Flodders" drängen sich wieder aus der Erinnerung zurück.

Der Film basiert auf dem autobiografischen Roman von Dimitri Verhulst.

Zum Inhalt:

Der 13-jährige Gunther wächst bei seiner Oma und seinem Vater samt dessen drei Brüdern in einem kleinen Dorf auf dem Lande auf.

Die Zeit vertreiben sich die vier Brüder mit Saufen, Fernsehen und was man sonst so treibt, wenn man keiner geregelten Arbeit nachgeht.

Für Gunther ist das Ganze keine unbeschwerte Kindheit.

Man leidet und lacht mit den liebenswerten Verlierertypen, das Lachen bleibt einem jedoch im Halse stecken, der Film ließ mich nachdenklich und melancholisch zurück.

Jeder wird darin ein paar Fragmente aus dem eigenen Leben wiederfinden.

Ein Film über das wahre Leben, für Freunde der nachdenklichen Töne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Skurrilität in ihrer reinsten Form, 18. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
„Die Beschissenheit der Dinge“, ist ein flämischer Film des Belgischen Regisseurs Felix Van Groeningen. Der offizielle Filmstart war im Jahr 2009. In den deutschen Kinos erschien er am 20. Mai 2010.

Basierend auf dem, in Belgien und der Niederlande, sehr bekanntem Buch „De heelasheid der dingen“ (2006) erzählt Van Groeningen die Geschichte Gunther Strobbe`s (Valentijn Dhaenens/Kenneth Vanbaeden), der als 13-Jähriger in den 80er Jahren in einem heruntergekommenen Haus in einem flämischen Dorf, bei seinem Vater und dessen Familie in asozialen Zuständen aufwächst.
Während Gunthers Oma versucht die Familie einigermaßen über Wasser zu halten, vergnügen sich ihre 4 Söhne, darunter auch Gunthers Vater Marcel Strobbe (Koen De Graeve), lieber in Kneipen oder bei Weltrekordversuchen im Dauerbiertrinken. Die Schauspieler spielen ihre Rollen wirklich überragend. Man nimmt ihnen ihr asoziales Alkoholikerleben wirklich ab. Sie strotzen vor so viel Authentizität, dass man glauben könnte, dass sie wirklich in diesem kleinen flämischen Dorf aufgewachsen sind.
Eigentlich ist der Film komplett in Rückblenden erzählt und konsequent aus dem Off kommentiert. Die beiden Handlungsebenen, des Jungen und des Erwachsenen Gunther Strobbes, werden jedoch halbwegs so miteinander verwoben, dass man es gerade noch „Plot“ nennen darf. In der Ebene des erwachsenen Gunthers, der ein erfolgloser Schriftsteller geworden ist, gibt es kaum eine Handlungsentwicklung. Die immer wieder aufblitzenden Erinnerungsfragmente aus seiner Vergangenheit wirken strukturlos und bizarr.

Der Film ist eine ungewöhnliche Tragikomödie, die ernste Momente wie auch viele witzige, absurde Szenen bietet. Wie das Nacktfahrrennen oder Gunthers Besuch als Erwachsener bei seiner Großmutter im Pflegeheim.
Während diese wilde, ungegliedert wirkende Bilderschau auf einen nieder prasselt, stellt man sich die Frage, welche Erkenntnis uns diese Einblicke liefern könnten. Der erwachsene Gunther, anscheinend selbst am Leben gescheitert, scheint das Pech und das Scheitern, das wie ein Fluch auf seiner Familie lastet, an sein noch ungeborenes Kind weiterzugeben: Er hat die Mutter des Kindes zwar geschwängert, doch liebt er sie nicht. Und am liebsten würde er das noch ungeborene Kind abtreiben lassen.

„Die Beschissenheit der Dinge“ ist alles andere als mainstreamtauglich. Was der Film uns eigentlich erzählen möchte, außer der autobiographischen Aufarbeitung der Kindheit des Autors, versteht man nicht. Trotzdem gibt es Momente in diesem bizarren Werk, die den Zuschauer fesseln, wobei es sich hierbei auch nur um die Faszination am Hässlichen handeln könnte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Drama - gekleidet in die ausgeleierte und vollgeko*zte Jogginghose einer schrecklich netten Familie, 28. Februar 2011
Von 
Ophelia (Helsingör) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
Dieser belgische Film "Die Beschi*senheit der Dinge" von Regisseur Felix van Groeningen, entstand 2009 nach dem gleichnamigem autobiografischen Roman von Dimitri Verhulst .
Im flämischen (niederländischsprachigen) Original heißen Film und Buch "De Helaasheid der Dingen" "Helaasheid" kann man vielleicht mit "Leiderkeit" wörtlich übersetzten, "Beschi*senheit" trifft es aber recht gut. Beschi*sen sind die Umstände, unter denen der 13-jährige Gunther Strobbe in den 80ern aufwachsen muss, fraglos. In einer miefigen Kleinstadt in Flandern, zusammen mit einem wüsten Vater und dreien, nicht minder wüsten, Onkels. Sie sind allesamt feist, faul, ungewaschen, langhaarig und gescheitert. Ihr einziger Lebensinhalt: Sich möglichst schnell und konsequent zu Tode zu saufen. Und dabei Spaß zu haben -Nacktfahrradrennen, Weltrekordversuch im Dauerbiertrinken, Tour de France-Saufen, Darts-Spielen mit Billard-Queues usw.
Die Handkamera unterstützt das direkte & distanzlose Erzählen und der Film ist wirklich sehr beweglich, er springt unlinear, mal schwarz-weiß, mal farbig, von der Gegenwart in die Vergangenheit und in die Zukunft, dabei schafft er den Riesenspagat, sowohl urkomisch, gleichzeitig aber auch wirklich extrem deprimierend zu sein. Das ist ganz klar ein Drama, was die Beschi*senheit der Dinge betrifft, aber doch ist es auch irgendwie eine Komödie, obendrein eine Sozialstudie. (Und wenn ich oben die "schrecklich nette Familie" erwähnte, bitte nicht täuschen lasen, die Bundys wirken neben den Strobbes wie gebildete Wohlstandsbürger, aber sehr gestellt wirkende.;-) Hier haben wir vier aus dem Leben gegriffene, unmanirierte Hardcore-Alkoholiker: Der Vater Celle und seine drei Brüder Petrol, Beefcake und Koen. Ihre Nichtsnutzigkeit sucht wahrlich ihresgleichen. Rülpsend suhlen sie sich wohlig im täglichen Suff, in diversen Trinkspielchen und männliche Rivalitäten münden oft in deftigem Händel. Allgegenwärtig ist der Geldmangel, die Perspektivlosigkeit, der Dreck, die Gewalt... und mitten drin ein Kind, oder angehender Jugendlicher, der 13-jährige Gunther Strobbe, dessen einziger Halt seine alte Großmutter zu sein scheint, bei der man sich fragt, wie solch eine zarte, kleine Person, wie eine zierliche Festung, dieser brutalen, entfesselten Männerwirtschaft nicht nur standhalten, sondern sie gewissermaßen sogar zusammenhalten kann. Sie, liebenswürdig, bebrillt und grau schafft es, die einzige mütterliche und versorgende Figur in Gunthers Leben zu sein. Alle anderen Frauen sind selbstverständlich längst weit, weit weg geflohen, auch Gunthers Mutter.
Dass Gunther in der Schule Probleme hat, ist klar, leider bekommt er von dort höchstens halbherzige Lösungsangebote. Dass aber die unpädagogisch motivierten und sinnlosen Strafarbeitsaufsätze, die Gunther fast täglich verpasst bekommt, letztlich unerwartet fruchten und zu geliebten Vorübungen für einen angehenden Schriftsteller mutieren, nennt man, glaube ich, Ironie des Schicksals.
Der Film zeigt wirklich Szenen, wo man zu hassen beginnt, angesichts der erbärmlichen Bedingungen, unter denen ein Junge groß werden muss, gleichzeitig, und das ist erstaunlich, lässt der Film uns in der nächsten Szene wieder das Herz aufgehen, wärmt und man mag die Strobbes mit ihrer schrägen Geselligkeit einfach irgendwie trotzdem. Man versteht, dass doch auch Liebe und eine gewisse Art von Stolz und Anstand den Strobbes innewohnt. Man versteht ihre Hilflosigkeit. Das mag ich. Mir ist diese Familie sogar auf irgendeine Weise wesentlich sympathischer, als die Bundys. Sagt das jetzt was über mich aus? ;-)) .... Jedenfalls... hier wird nicht einfach verurteilt oder hin gezeigt, "Guckt mal: Pfui!!!" (Obwohl "Pfui" es schon irgendwie trifft. ;-)) sondern der Blick auf die Strobbes ist offen. Klar, die stehen ganz weit unten, subproletarischer geht es wohl nicht. Zimperlich darf man hier als Zuschauer nicht sein. Es werden SÄMTLICHE Körperflüssigkeiten, die im Menschen vorkommen, für den Zuschauer anschaulich vergossen. Das bunte Schimpfwortsortiment erstreckt sich breitest und schonungslos, mit Zuhilfenahme aller fäk*len und se*uellen Details, und ich habe wirklich, weder im Film, geschweige denn in Echt ;-), soviel Alkohol fließen, und auf diverseste Arten wieder abfließen, sehen. Das alles ist aber irgendwie auch sehr lustvoll inszeniert. :-D
Bukowski würde blass vor Neid.
Das textliche Niveau der vorgestellten belgischen Trinklieder und die Eindrücke der Speisefolge, machten mich grinsen & staunen. Wenn der Humor dann mal wieder in den tiefsten Keller abrutschte, hielt ich mir unwillkürlich die Hand vor den Mund, da mir der Lacher gleich ganz fürchterlich fies in der Kehle festzustecken drohte- *hust * Während der Film sich dann gewissermaßen weiter ausko*zt, fing ich mich dann bald wieder, durch das unwillkürlich in mir erneut aufkeimende Entsetzen.

Die Quintessenz dieser Entwicklungsgeschichte ist die Frage, ob man als Erwachsener den "Staffelstab des Lebens" vom Vater unwillkürlich annehmen muss? Darf man selbst Vater werden?? Jedenfalls ist nach einer solchen Kindheit das Leben in vielerlei Hinsicht vorgezeichnet.
Die Schauspieler leisten allesamt Überzeugungsarbeit. Gunther kann als Kind (Kenneth Vanbaeden) das Schweigen über die Demütigungen glaubhaft machen, um dann später als Erwachsener (Valentijn Dhaenens), in den Furchen seines Gesichts, die Spuren dieser hart gewordenen Verletzungen zu zeigen.

Was ist das jetzt? Zotig oder feinsinnig? Beides!
Knallhart, lebensecht und doch grotesk. Tieftraurig, dann unerwartet heiter, bis hin zu schenkelklopfend komisch. Sehr unappetitlich, aber doch beunruhigend rührend und seltsam poetisch.
Kultige 80er Ausstattung mitsamt Vokuhilas und weißen Socken in ausgelatschten Slippern gibt's obendrauf.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Kindheit im Abseits der Gesellschaft, 11. Januar 2013
Von 
Dieter Drewitz "didi" (Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Gunther Strobbes Leben läuft immer wieder aus der Bahn. Als Schriftsteller hat er versagt. Und er lebt ohne Liebe mit einer Frau, die von ihm schwanger ist, obwohl er keine Kinder will. Die übliche Abtreibung lehnt diese jedoch ab.
Um seine Vergangenheit aufzuarbeiten, setzt er sich hin und bringt seine Kindheitserlebnisse zu Papier.
Erzählt wird die Geschichte der Strobbe - Familie am unteren Ende der sozialen Skala im Belgien der 1980er Jahre. Gemeinsam mit seinem alkoholkranken Vater(Koen De Graeve) und dessen drei ebenso nichtsnutzigen Brüdern wohnt der damals 13-jährige Gunther (Kenneth Vanbaeden) bei seiner liebevollen Großmutter („Ihr Herz war größer als ihre Rente“), die ihre Söhne allesamt aufgenommen hat, nachdem diese ihre Beziehungen und ihr Leben ruiniert haben.
In Rückblenden erzählt und aus dem Off kommentiert spiegeln sich eine hoffnungslose Welt zwischen Nackt-Radrennen, Weltrekordversuche im Biertrinken, einem Tour-de-France-Brettspiel als Wettsauforgie; Alkoholmissbrauch am perspektivlosen Ende der Gesellschaft, der günstigen Falls damit endet, dass man im Erbrochenen oder auf der Intensivstation im Krankenhaus aufwacht.
Das Milieu steckt zunächst voll makabrer Komik und alles hat einen anarchistischen Anstrich, aber die Ausweglosigkeit solcher Existenz wird zunehmend deutlich.
Die Hoffnung Gunters, dass sein Leben mit 13 endlich losgehen müsse, erfüllt sich nicht, weil „alles Schöne in unserem Dorf kaputt ging oder von hier verschwand.“
Die Vorlage für den Film bildete der harte, kompromisslose autobiografische Roman von Dimitri Verhulst. Die hervorragenden Schauspieler haben mit ihrem Spiel diesen Romanfiguren schonungslos Gesicht und Präsenz gegeben. Dieses „Meisterwerk der Tristesse und Hoffnungslosigkeit", das auf internationalen Filmfestivals erfolgreich war, ist großes, berührendes Kino.
Die recht sparsamen Extra enthalten u.a. das alternative Ende des Films, ein Gespräch mit dem klugen, sympathischen Regisseur Felix Van Groeningen und Spaß am Set.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Film trifft wirklich das Drama und die Komödie zugleich...., 20. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
Einerseits ist man tief betroffen bzw. deprimiert, da es sich ja um reale Umstände des Lebens handelt (Alkoholikerfamilien und deren Probleme, wie sich die sozialen Probleme in den Kindern fort planzen ....)

....andererseits ist dieser Film urkomisch und so gut aufbereitet, dass man sagen kann, es handelt sich um ein Meisterwerk dieses Genre!

Die Sinnlosigkeit, Resignation, Verwahrlosung und soziale Degeneriertheit der Strobbes wird gekonnt mit witzigen Szenen und Handlungen beschrieben, ebenso deren Scheitern eindrucksvoll aufgezeigt, wodurch dieser Film wiederrum zum nachdenken anregt und ein Wechselbad der Gefühle entsteht von urkomisch zu deprimierend und zurück!

Auch der Ort und die (soziale) Umgebung ist dafür wie geschaffen, die sozialen Probleme in der Isoliertheit darzustellen, die dieses Thema benötigt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaputt in Belgien..., 26. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
...genauer gesagt, in dem kleinen Dorf Reetveerdegem, wächst der 13jährige Günther Strobbe(Kenneth Vanbaeden) auf. Die Mutter ist abgehauen, die Großmutter übernimmt ihre Rolle. Der Vater Marcel(Koen de Graeve) ist Postbote und schwerer Trinker. Günters Onkel Koen(Bert Haelvoet), Lowie(Wouter Hendrickx) und Pieter(Johann Heldenbergh) haben ihre Lebensmittelpunkte direkt an den Tresen jeder Kneipe verlegt. Die Strobbes sind dorfbekannt, eine saufende Plage, die doch irgendwie durch Kanäle von Alkohol verbunden ist. Die Männer trinken, schwadronieren, prahlen oder prügeln sich durchs Leben. Gute Ideen sehen so aus, dass sie eine Suff-Tour de France ins Leben rufen oder beim Weltrekordversuch im Biertrinken teilnehmen. Inmitten dieses Chaos wird Günther erwachsen. Erlebt den Vater und die Onkel in allen grotesken Lebenslagen und weiß nicht so recht, was er davon halten soll. Als sein Vater versucht "trocken" zu werden, weiß Günter allerdings genau, was er davon halten soll. Ein nüchterner Strobbe ist für ihn nicht vorstellbar. Erst als Günther(Valentijn Dhaenens) selbst erwachsen ist, blickt er auf die Zeit seiner Kindheit mit anderen Augen zurück. Frustriert, gefühllos und irgendwie zwischen den Stühlen kommt er in Reetveerdegem nicht mehr klar...

Nach Dimitri Verhulsts autobiografischem Kultroman hat Felix van Groeningen seine -Beschissenheit der Dinge- auf die Filmrolle gebannt. Ich habe erst gezögert, den Film in den Player zu befördern, da mir der Roman so unglaublich gut gefallen hat. Aber die Zweifel waren nicht angebracht. Van Groeningen hat sich eng an den Roman gehalten, hier und da ein wenig filmtechnisch verändert, aber keinen Stilbruch in Verhulsts Werk verursacht. Mit geschickten Rückblenden, teilweise in schwarzweiß, lässt er die Welten des jungen und älteren Günther sehr plastisch vor unseren Augen erstehen. Dabei ist erkennbar, dass van Groeningen auch die Detailliebe und Zerrissenheit der Charaktere aus der Romanvorlage sehr gut trifft. Vor allem bei der Besetzung der Charaktere ist es dem Film gelungen die Romanfiguren auf der Leinwand tatsächlich so zu treffen, wie sie dem Leser im Gedächtnis haften geblieben sind. Jedenfalls war das bei mir der Fall. Zusätzlich ist der Einsatz von Günthers Erzählstimme(perfekt gesprochen von Philipp Moog, der deutschen Synchronstimme von Ewan McGregor) ein echter Gewinn für den Film.

-Die Beschissenheit der Dinge- ist offen, skrupellos ehrlich, stilsicher, brutal, und manchmal einfach nur heimelig. Günther, zwischen Vater, Onkel und dem Internat, ein bedauernswertes Kind, dass nichtsdestotrotz in einem festen(wenn auch ständig alkoholisierten) Familienverband aufwächst. Seine Erinnerungen an diese Zeit, egal ob sich die Onkel bei einem Asylbewerber-Ehepaar selbst einladen, um einen Roy Orbison Auftritt im Fernsehen zu schauen, weil die eigene Glotze gepfändet wurde, oder aber wie sein Vater ihm ein paar Laufschuhe kaufte, sind herzzerreißend komisch und traurig zugleich.

Für die Rezension gibt es dann auch eine Überschrift, die an den guten alten Charles Bukowski erinnern soll. Genau in diese Sparte realitätsnaher Literatur passt die Verfilmung von Verhulsts Roman hinein. Buch und Film sind gleichermaßen lesens- wie sehenswert. Sie dürfen und können das natürlich wieder einmal völlig anders sehen. Mir persönlich haben das Buch, wie auch der Film, hervorragend gefallen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie das Leben so spielt, 14. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
Toller Film über das Leben, die Unfähigkeit aus alten Mustern auszubrechen und die Gewissheit, mit der einem die Vergangenheit wieder einholt. Die Story ist packend, die Schauspieler gut besetzt und überzeugend. Massenkompatibilität stand hier nicht im Vordergrund. Sehr Empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deprimierender Einblick in ds Leben eines Jungen aus einer Säuferfamilie, 12. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
Es ist die Geschichte eines 13-jährigen Jungen, der bei seinem alkoholsüchtigen Vater, dessen drei ebenso asozialen Brüdern und deren Mutter, lebt. Dazwischen sieht man ihn mt 27, identifiziert mit seinem Vater, vieles von dem wiederholen, dem er entkommen wollte. Zu mir: 40+, w, Psychotherapeutin. Filme, die in diese Richtung gehen und die mir gefallen haben, sind Trainspotting oder Die Asche meiner Mutter (in Teilaspekten). Ich finde den Film ziemlich deprimierend, aber gut gemacht, die Charaktere und Beziehungen nachvollziehbar. Unklar bleibt nur, warum der Vater des Jungen und seine 3 Brüder derartig abgestürzt sind, wo die Mutter eigentlich eine ganz patente und liebevolle Person ist. Verständlich ist die Psychodynamik des Hauptprotagonisten und sein Kampf gegen seine Vergangenheit. Was den Film zusätzlich schwer erträglich macht, ist dass keiner der Darsteller ein Sympathieträger ist, es fiel mir auch schwer, den Junge zu mögen, aber man kann verstehen, warum er so geworden ist. Es ist eine sehr gute realitätsnahe Darstellung von Dynamiken unter Alkoholikern. Ach ja: Es gibt einige ziemlich ekelhafte Szenen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht lustig, 7. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
Als "Komödie" habe ich diesen Film gekauft, doch lustig ist das Drama um eine Familie von Trinkern und Tagedieben, in der die Hauptfigur und der Erzähler aufwachsen, nicht. Dennoch habe ich den Film gerne gesehen - denn trotz vieler Zoten und Prollgehabe macht er sich eben nicht über seine Figuren lustig. Jedoch sind die Episoden teilweise ein wenig grob aneinandergeschnitten, einige Fragezeichen (wo kam das Geld her ...?) bleiben - so reichts doch nur für 3 Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Beschissenheit der Dinge
Die Beschissenheit der Dinge von Dimitri Verhulst (DVD - 2011)
EUR 10,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen