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TOP 500 REZENSENTam 18. März 2011
Allein die Existenz dieser legendären Aufnahme ist ein Wunder:

Eigentlich nämlich wollte der fast allmächtige EMI-Produzent Walter Legge 1956 eine ganz andere Carmen aufnehmen lassen: Herbert von Karajan sollte dirigieren, Maria Callas und Jussi Björling waren für die Hauptrollen vorgesehen. Wäre diese Aufnahme entstanden, wäre das das Aus für eine zweite Stereo-Carmen gewesen. Aber dann verstritten sich Karajan und Callas, und der Weg für Beecham war frei.

Damit nicht genug, gab es massive Probleme bei der Produktion: Die EMI hatte im Juni 1958 nur 6 Tage Aufnahme-Zeit eingeplant, die Probenzeit reichte nicht und der Dirigent verzweifelte an der Dickfelligkeit einiger der französischen Sänger, die sich nicht um seine Vorstellungen scherten, sondern einfach sangen wie immer. Darüber wurde er unerträglich missgelaunt, schickte sogar den engagierten Kinderchor weg mit dem Kommentar, die Kinder sähen "too stupid" - zu dumm - aus.

Erst ein Jahr später gingen die Aufnahmen endlich weiter und wurden zu einem schlicht überwältigenden Ergebnis gebracht:

Der 80-jährige Dirigent lässt eine jugendlich-schlanke, ebenso energische wie elegante Carmen spielen, weit entfernt von jenem breiten, schwülen Klangbild, mit dem die viele Dirigenten das Werk auf ein Spanien-Klischee trimmen - und dabei völlig vergessen, dass es eine durch und durch französische Oper ist. Auch wenn Beecham noch die damals übliche Fassung mit nicht von Bizet stammenden Rezitativen spielen ließ, ist die Aufnahme von einer unglaublichen Authentizität und Frische.

Victoria de los Angeles ist nicht nur eine der wenigen Sopranistinnen, die die Mezzo-Rolle der Carmen gesungen haben, ohne mit den tiefer liegenden Passagen Probleme zu bekommen. Sie ist vor allem eine Interpretin, die wie kaum eine andere gleichermaßen die jugendliche Verspieltheit und Neugier, die erotische Abenteuerlust und den Stolz der Rolle trifft, ohne die musikalische Genauigkeit außer Acht zu lassen. Ich kenne keine überzeugendere Carmen.

Nicolai Gedda ist ein idealer Don José an ihrer Seite - kein verhinderter Otello, sondern ein unerfahrener junger Mann vom Lande, der von der Energie der Carmen schier überrollt wird, und das Gegenteil eines Tenor-Macho. Und wann hat man schon mal einen José gehört, der das Ende der Blumenarie wirklich im pianissimo singt, so wie es geschrieben ist? Bei dem das Duett "Parle-moi de ma mère" nicht in Kitsch ausartet?

Dazu kommt ein rein französisches Ensemble, aus dem Ernest Blanc als sehr eleganter, weltgewannter Escamillo herausragt. Die einzige Einschränkung betrifft die Micaela von Janine Micheau, deren etwas scharfe Stimme nicht wirklich einnehmend wirkt und einen etwas sehnsüchtig an Helen Donath, Mirella Freni oder Kiri te Kanawa denken lässt. Ein Ausfall ist aber auch sie nicht.

Und so faszinierend es sicherlich gewesen wäre, Callas' Carmen vor ihrem stimmlichen Niedergang zu erleben neben Björling, einem der besten Don Josés des 20. Jahrhunderts - ich kann mir kaum vorstellen, dass das Ergebnis noch überzeugender hätte werden können als dieser unsterbliche Klassiker unter den Carmen-Aufnahmen.
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am 17. September 2013
Die Carmen unter Thomas Beecham verdient auch Jahre nach ihrem Entstehen wirklich noch den Titel "Great recording of the century". Beechams Lesart der Partitur am Pult des hervorragend spielenden Orchesters verklärt Bizet nicht spanisch-schwül, sondern ist packend und mitreißend. Die Solisten sind exquisit; Victoria de los Angeles stattet die Carmen nicht mit mezzo-gurrender Sexystimme aus um des Effektes willen, sondern zeichnet mit ihrem ausgezeichneten Charaktersopran ein glaubhaftes Bild einer jungen Frau, die mit Jose auf Spaß aus ist und im Matadoren Escamillo ihren Meister findet, was die Spiele mit der Liebe betreffen. Auch Nicolai Gedda ist ein Don Jose stimmlich wie aus dem Bilderbuch. Er verfügt über den Verve für die Partie, aber auch über traumhaft schöne Spitzentöne, sein Tenor ist wunderschön und bruchlos durchgebildet.
Ernest Blanc gibt den Escamillo nicht als Haudrauf-Torrero sondern mit balsamischem Bariton, der ganz genau um seine Wirkung auf Frauen (und auf den Hörer) zu wissen scheint. Janine Micheau ergänzt das Quartett der Hauptpartien mit ebenfalls schön strömendem lyrischen Sopran, wobei hier der etwas säuerliche Beiklang in ihrer Stimme anzumerken ist, der zwar etwas verstörend wirkt, aber bei diesem Gesamtergebnis zu verschmerzen ist.
Zu dem eben erwähnten Gesamtergebnis trägt auch ein hervorragendes Restensemble bei, das ausnahmslos ein tolles französisches Idiom wiedergibt sowie der präsente Chor.
Diese Carmen sollte man wirklich haben.
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Seit ihrem ersten Erscheinen im Jahr 1960 ist diese Aufnahme von George Bizets "Carmen" niemals aus den internationalen Katalogen verschwunden. Sie ist einer der raren Klassiker, die niemals veralten werden.
Dabei stand die Produktion so gar nicht unter einem guten Stern. Der Dirigent, Sir Thomas Beecham, war zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits Mitte der 70, und schwierig und eigenwillig war er ja schon immer gewesen. So legte er sich mit diversen Sängern seines Aufnahmeteams an, und ganz besonders hatte er die damals junge Victoria de los Angeles ins Visier genommen. Diese, eigentlich eine geduldige, sanftmütige Person, konnte aber auch sehr temperamentvoll werden, und so warf sie nach einem neuerlichen Angriff Beechams buchstäblich die Klamotten hin und reiste zurück nach Spanien. Damit war die Produktion zunächst auf Eis gelegt, und erst ein Jahr später gelang es, die Kontrahenten wieder gemeinsam vors Mikrofon zu holen.
Entstanden ist letztlich eine wunderbare Aufnahme, mit einer unübertrefflichen Carmen, die von der Spanierin Victoria de los Angeles so authentisch interpretiert wird, daß es eine wahre Freude ist. Mancher mag vielleicht einwenden, daß sie zu wenig "Femme fatale" ist und nicht die gefährliche Verführerin so darzustellen weiß wie z.B. Maria Callas (bei Prêtre, EMI) oder Suzanne Yuyol (bei Wolff, Decca), aber rein stimmlich ist sie ihren Konkurrentinnen noch um eine Nasenlänge voraus. Nicolai Gedda, der vortreffliche schwedische Tenor, singt einen großartigen, männlichen Don José, seine Blumenarie ist von einzigartiger Poesie. Er straft die Geschichte Lügen, daß diese Rolle nur von einem Sänger mit machtvoller Stimme angemessen gestaltet werden kann.
Auch der Escamillo ist hier nicht mit einem Kraftprotz besetzt, sondern mit dem Franzosen Ernest Blanc, einem eher lyrischen Bariton, der aber, wenn es darauf ankommt, durchaus auch kämpferische Töne anschlagen kann, wie er in seinem berühmten Torero-Lied unter Beweis stellt. Die Rolle der unglücklichen Micaela ist mit Janine Micheau untadelig besetzt. Das ist auch von den Nebenrollen zu sagen.
Choeur und Orcheste National de la Radiodiffusion Francaise kennen "ihren" Bizet und machen ihre Sache im ganzen großartig. Das Orchester weist allerdings ein paar Ungenauigkeiten auf, die dem Altmeister Beecham wahrscheinlich im Eifer des Gefechts entgangen sind. Beecham selbst war ein erfahrener Operndirigent, der, jenseits seiner bekannten Schrulligkeiten, immer wieder mit überzeugenden Leistungen auf diesem Gebiet aufgewartet hat. Man denke nur an seine legendäre "La Bohème" von 1956, die trotz Mono bis heute künstlerisch nicht übertroffen wurde.
Die Aufnahmetechnik ist frühes Stereo, recht räumlich und nach digitaler Aufbereitung auch rauscharm. Produktionsort war der Salle Wagram in Paris, als Aufnahmedaten werden die Jahre 1958 und 1959 genannt. Wegen der oben erwähnten Unstimmigkeiten gab es zwischen den Sitzungen lange Pause, was aber die Geschlossenheit der Aufnahme nicht beeinträchtigt hat. Leider hat Warner Classics statt einer umfangreichen Textbeilage mit Libretto eine CD-ROM beigefügt. Ob das eine glückliche Lösung ist, wage ich zu bezweifeln.
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am 11. September 2013
Diese Einspielung sollte in keiner Opernsammlung fehlen. Allein Victoria des los Angeles als Carmen und Nicolai Gedda als Don Jose sind einfach Spitze.
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am 15. Mai 2015
ist diese Version der Carmen sicherlich. Wenngleich diese Aufnahme aus den 50er Jahren zeitbedingt ihre Beschränkungen aufweist ("Klassische" Rezitativfassung) so hört man nach den Versionen anderer Dirigenten, die das Drama der Carmen mit ebensolcher Dramatik aufladen hier doch ganz genau daß es sich eben nicht um eine Grand Opera mit einer Zigeunerin als Heldin handelt; die Gattungen Opera Comique (und eine solche ist Carmen) war ja nicht nur inhaltlich - äusserlich (gesprochene Dialoge, Ballett) von den Werken der "großen Oper" - deutlich verschieden. Es ist der Duktus, die Dramaturgie, die musikalische Formulierung die sich doch massiv unterscheiden.
Carmen, die man als Höhepunkt und Abschluss der Opera Comique betrachten kann verlangt genau diese Formulierung und das Gefühl für die Form.
Sir Thomas Beecham, der sich (so steht es zu lesen) mit der Produktion an sich wohl recht schwer tat hatte genau das notwendige Gefühl für diese Musik, und eine Gruppe von Sängerinnen und Sängern um sich herum, die genau diesen Weg mit ihm beschritten.
Allen voran Victoria de los Angeles; sie singt natürlich nicht in einem erdigen Mezzo Ton die "verruchte" Zigeunerin; sie beleuchtet eine ganz andere Facette der Carmen: Sie ist in sich ja eine Frau die vor allem im Augenblick lebt; Gefühle erlebt sie unmittelbar, aber leider (für das Gegenüber dann unverständlich) auch flüchtig... ihr Widerpart Don José ist als typischer (unerfahrener) Macho mit katholischem Hintergrund mit dieser Lebenshaltung völlig überfordert. Carmen wiederum ist zudem sehr fatalistisch; sie nimmt ihr Schicksal an und hadert nicht damit - Don José hingegen wird im Verlauf des Stückes immer larmoyanter.
Victoria de los Angeles gelingt es, durch eine zum einen glasklare Diktion, eine unbedingte rhythmische Genauigkeit genau diesen Inhalt zu transportieren: Sie singt zudem einfach charmant - man versteht aus der rein vokalen Situation heraus warum Don José ihr rettungslos verfällt. Nicolai Gedda als einen der idealen Interpreten des französischen Repertoire zu loben heisst sicher Eulen nach Athen zu tragen. Denn auch er gestaltet seinen Charakter auf der Grundlage einer idealen Diktion und Präzision seinen Charakter primär mit musikalischen Mitteln: das macht den Verfall der Figur weit zwingender als outrierendes Chargieren, was zwar mächtig Eindruck schinden kann, aber den Wurzeln der (genuin französischen) Musik keinen guten Dienst erweist: Das Missverständnis beginnt da, wo man Gedda (der den Don José nicht minder eindrucksvoll an der Seite von Maria Callas sang) die "dramatische Kraft" für das Finale abspricht. Aber es sei wiederholt: Carmen ist eben nicht Cavalleria Rusticana, und es macht die Rezeption nicht besser, wenn das Stück fernab seiner Gattung als Opera Comique immer wieder als Pseudo veriristischer Reißer gegeben wird.
Was diese Aufnahme der Carmen so einzigartig macht, ist die genuine Diktion, das Bewusstsein einer Tradition, getragen von Sängern die wussten wie man Carmen singen und aufführen sollte. Das das dann mehr subtil hintergründig klingt als dramatisch äußerlich mehrt die Freude an dieser Aufnahme und versöhnt mit so vielen anderen im Unvollkommenen steckengebliebenen Versuchen.
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