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116 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht schön, aber richtig gut
Der Film Winters Bone nach dem Roman von Daniel Woodrell wirft einen Blick auf das harte Leben der Unterschicht-Bevölkerung in den USA, die durch Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit verarmt ist. Oft verächtlich von den Wohlhabenden "White Trash (Weißer Abfall)" genannt. lebt diese Bevölkerungsgruppe den amerikanischen Albtraum.

Ree Dolly...
Veröffentlicht am 10. März 2011 von Martin

versus
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dreckig, aber gut
Eines vorweg: Winter's Bone ist ein gelungener Film, der in der ärmlichen Einöde Amerikas spielt, wo man noch Holz hackt und Tiere erlegt, um zu überleben. Alles in diesem Film drückt die Armut aus; Verbrechen, Drogen, Alkohol, Schmutz, und das scheinbar an jeder Ecke. Die Bewohner sind alle irgendwie miteinander verwandt, was aber nicht heißt,...
Veröffentlicht am 24. Februar 2012 von Sarah R.


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116 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht schön, aber richtig gut, 10. März 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Der Film Winters Bone nach dem Roman von Daniel Woodrell wirft einen Blick auf das harte Leben der Unterschicht-Bevölkerung in den USA, die durch Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit verarmt ist. Oft verächtlich von den Wohlhabenden "White Trash (Weißer Abfall)" genannt. lebt diese Bevölkerungsgruppe den amerikanischen Albtraum.

Ree Dolly wächst in einer solchen Familie in den Ozarks auf, einer unwirtlichen Landschaft in Arkansa und Missouri mitten in den USA. Obwohl selbst noch ein 17-jähriger Teenager muss Ree sich um ihre Geschwister kümmern, da ihr Vater mehr Zeit im Gefängnis als zu Hause verbringt und ihre Mutter psychisch krank ist.
Der scheinbar finale Schicksalsschlag trifft Ree und ihre Geschwister, als der Vater spurlos verschwindet. Vorher hat er jedoch sein Haus als Kautionsleistung verpfändet, so dass das Haus, falls er seine Gefängnisstrafe nicht antritt, versteigert wird. Um die Obdachlosigkeit zu verhindern, macht sich Ree auf die Suche nach ihrem Vater. Dabei gerät sie schnell in den Sumpf von lokalem Verbrechen und Korruption, in den auch ihre eigene Verwandtschaft verstrickt zu sein scheint. Trotz Drohungen und körperlichen Attacken versucht Ree ihren Vater zu finden, obwohl sie bald anhnt, dass sie ihn nicht mehr lebendig finden wird...

Wie im Buch ist die Geschichte geschickt als Mix aus Drama und Thriller konzipiert, bei dem der Zuschauer gespannt verfolgt, ob es Ree gelingen wird, ihre Mission zu erfüllen.

Der Film wirft einen Blick auf die USA, wie man sie hierzulande kaum kennt. Die harte Welt in den Ozarks ist geprägt von Gewalt und dem Kampf ums tägliche Überleben. Und dennoch, bei allem Elend blickt er auch in diesem Buch wieder durch: Der amerikanische Traum, dass man es schaffen kann, wenn man nur will.
Ree Dolly ist so eine Heldin, die sich stur und verbissen gegen alle Umstände durchsetzt, um sich und ihre Geschwister zu schützen. Der Romanautor Woodrell hat mit Ree eine faszinierende Frauenfigur geschaffen, mit der der Leser mitfiebert und mitleidet, die aber nie wehleidig ist. Jungschauspielerin Jennifer Lawrence hat diese Figur genial umgesetzt und man hätte ihr den Oscar für diese Leistung gegönnt. Doch ich bin sicher, dass man Jennifer Lawrence noch öfter in großen Rollen sehen wird.
Der zweite Hauptdarsteller des Films ist die rauhe Landschaft der Ozarks, die in dunklen Tönen eingefangen den mystischen Grundton des Films trägt.

Ich kannte das Buch vor dem Film und war etwas skeptisch. Während das Buch sehr stark auf das Innenleben von Ree bezieht, rücken hier die Geschichte und die damit verbundenen Spannungselemente mehr in den Mittelgrund. So ist der Film ein eigenständiges Werk, dass man sicher auch ohne Kenntnis des Romans geniessen kann. Aber danach sollte man ihn lesen.

Fazit: Nicht einfach zu konsumierendes Kino, aber vor allem wegen der Hauptdarstellerin sehr sehenswert.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisches Leben ohne viele Worte, 16. April 2011
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Eine rauhe Natur aus Bergen, Wäldern, Flüssen und Wiesen, die Häuser sehen alle verfallen und renovierungsbedürftig aus, viel Unrat und Gerümpel hat sich drumherum angesammelt, zwischendrin wehen die unvermeidlichen Wäscheleinen im Wind und auch den Menschen mit ihren gegerbten und verhärmten Gesichtern sieht man an, dass es ein hartes Leben hier ist. Jeder Tag ist ein neuer Kampf und der Traum vom Glück beschränkt sich auf ein einigermaßenes Auskommen und eine intakte Familie, die nach außen hin unbedingt zu schützen ist. So wirkt nicht nur das Umfeld (lebens)feindlich, sondern auch die Menschen wehren sich gegen alle Einflüsse, die in die private Welt eindringen.
Die 17-jährige Ree Dolly, die nicht nur für ihre beiden jüngeren Geschwister sondern auch die psychisch labile Mutter sorgen muss, empfindet den Sheriff als Eindringling, als er ihr mitteilt, das Haus werde gepfändet, falls ihr Vater, der schon lange nicht mehr zuhause war, nicht zu seiner Gerichtsverhandlung erscheint. So macht Ree sich notgedrungen auf die Suche nach dem Vater und wird dadurch selbst zum Eindringling - bei ihrem gewaltbereiten Onkel (dem Bruder des Vaters) und einer anderen Familie, mit der der Vater offensichtlich einen Konflikt hatte.
Genauso wie die Menschen wenig Worte machen und vieles über Blicke und Gesten sich vermittelt, muss auch der Zuschauer sich die Einzelheiten der Geschichte langsam erschließen und wird zusammen mit Ree immer tiefer hineingezogen in eine geschlossene Welt aus Stolz, (Familien-)Ehre, Drogen, Kriminalität, männlicher und weiblicher Gewalt und der Suche nach dem kleinen Glück. So beeindruckt immer wieder die Authentizität des dargestellten Unterschicht-Millieus ('White Trash'), was auch durch das Zusammenspiel sehr guter professioneller Schauspieler (Jennifer Lawrence wurde für ihre Rolle als Ree für den 'Oscar' nominiert) mit Laiendarstellern aus den Ozark Mountains im südlichen Missouri erreicht wird. Auch nimmt sich die Inszenierung Zeit für fast dokumentarische Bilder des Viehmarktes oder einer Geburtstagsfeier, in die Ree bei ihrer Suche hineingerät, bei der gefühlvoll musiziert und gesungen wird - lange kreist die Kamera um Musiker und Sängerin.
Debra Granik hat mit ihrem Regiedebüt alles richtig gemacht: Das Maß an authentischem Einblick in eine vielfach unbekannte amerikanische Welt, die Ausgewogenheit aus Drama und Thrillerelementen, eine, den zugrundeliegenden Roman adäquat in ein anderes Medium umsetzende Bildsprache, realistische Schilderungen neben (Eichhörnchen-)Traumsequenzen und innerhalb der sehr guten Schauspielerführung die richtige Mischung aus Erzähl- und Independentkino.
Nicht immer einfach anzuschauen, aber sicher sehenswert!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr berührend, toll gespielt, 7. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
"Winter's Bone" erzählt die Geschichte einer Familie aus ländlichen 'White-Trash'-America. Weitgehend ohne Unterstützung durch die depressive Mutter kümmert sich die 17-jährige Ree (Jennifer Lawrence) um die kleinen Geschwister. Die Lage verschärft sich, als der Vater, der Drogenherstellung bezichtigt, untertaucht während er auf Kaution freigelassen ist. Da ein Teil der Kaution aus dem Haus der Familie bestand, droht ihr, dieses zu verlieren, sollte der Vater nicht zur Gerichtsverhandlung erscheinen. Da das Haus der einzige Besitz der Familie und für ihren Zusammenhalt unerlässlich ist, macht sich Ree auf die Suche nach ihrem Vater. Diese wird ihr von dessen Bruder und Bekannten anfangs keineswegs erleichtert, im Gegenteil, sie bekommt Drohungen zu hören, und dass sie zu ihrem eigenen Besten ihre Nase aus der Angelegenheit raushalten soll. Dennoch gibt Ree nicht auf.

Viel mehr möchte ich von der Handlung gar nicht preisgeben, denn so viel anderes tut sich eigentlich nicht und ein bisschen Mysterium soll ja noch bleiben. Aber: nicht falsch verstehen, der Film ist keineswegs langweilig! Nur wer, wie vom Kinotrailer nahegelegt, einen Krimi mit überraschenden Wendungen, verflochtenen Handlungssträngen etc. erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Die Stärke des Films liegt vielmehr in der Schilderung der Lebensumstände von Rees Familie und deren Umfeld. So sieht man den zum Teil tristen und rauhen Alltag, doch auch die Stärke der Protagonisten, die durch Wärme und (Familien-)Zusammenhalt schwierige Situationen bewältigen. Hauptfigur Ree behält sich bei aller Angewiesenheit auf andere ihren Stolz bei, und lehrt ihren kleinen Bruder Sonny: 'Bitte niemals um etwas, dass dir freiwillig angeboten werden sollte.'. Athmosphärische Bilder und gute schauspielerische Leistungen tun ihr übriges. Den Oscar hätte ich Jennifer Lawrence uneingeschränkt gegönnt.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo ist Papa?, 13. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
"Winter's Bone" war in diesem Jahr mit vier Nominierungen im Rennen um die begehrten Academy Awards. Der Film mit kleinem Budget hat am Ende den Großen der Branche Platz machen müssen, insbesondere für die junge Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence wäre die Oscar-Ehrung zu diesem frühen Zeitpunkt ihrer vielversprechenden Karriere wohl auch etwas zu viel des Guten gewesen, auch wenn sie sich hinter großen Namen wie Natalie Portman oder Annette Bening mit dieser Leistung nicht verstecken muss. Der Film ist allerdings auch auf Gedeih und Verderb auf sie zugeschnitten und ihr intensives Spiel bestimmt jede Szene. Die Geschichte könnte man vielleicht betrachten als die depressive Variante von O Brother, Where Art Thou? Auch hier geht es um eine Odyssee, eine Irrfahrt durch die sozialen Abgründe der amerikanischen Provinz.

Auslöser ist die Nachricht, dass die 17-jährige Ree, die im ländlichen Missouri allein für ihre beiden kleinen Geschwister sorgt, weil ihre Mutter dazu nicht mehr in der Lage ist (also gleichsam eine filmische Wiedergängerin von Gilbert Grape), um Haus und Hof gebracht sein wird, wenn ihr Vater sich nicht umgehend bei der Justizbehörde meldet. Haus und Hof sind nämlich das Pfand, mit dem der straffällige Herr Papa dafür gebürgt hat. Wahlweise könnte ihr Vater auch für tot erklärt werden, dadurch hätte sich die Bürgschaft erledigt. Doch auch darauf fehlt bisher jeder Hinweis. Ree nimmt die Fährte auf. Ziemlich schnell durchschaut sie die Lüge ihres Onkels, der ihr weismachen will, dass ihr Vater bei einem Brand ums Leben gekommen sei. Vom Onkel führt der mühsame Weg zu weiteren Verwandten und Bekannten ihres Vaters, ehe Ree sich unversehens so nah an ein Verbrechen herangepirscht hat, dass sie in Lebensgefahr gerät. Denn mächtige Leute legen Wert darauf, dass der letzte Coup, an dem Rees Vater offenbar beteiligt war, unter den Teppich gekehrt bleibt. Doch Ree schlägt alle Warnungen in den Wind. Für sie steht einfach zu viel auf dem Spiel.

Die Krimihandlung bleibt ziemlich vage und als Zuschauer muss man mit wenigen Andeutungen auskommen, um zu begreifen, was der Grund für das Verschwinden von Rees Vater ist. Das kriminalistische Element ist auch kaum mehr als ein Vorwand für die rustikale Missouri-Milieustudie, um der es der Regisseurin Debra Granik in ihrer Filmversion des Romans von Daniel Woodrell hauptsächlich geht. Mit minimalen Mitteln und einer Konzentration auf Stimmungen, Landschaften und die Mimik ihrer Hauptdarstellerin gelingt Granik ein unglaublich intensives und trotz der eher rudimentären Krimihandlung durchgehend spannendes Provinzporträt. Dass der Film bei so viel düster-morbider Atmosphäre am Ende noch einen halbwegs glücklichen Ausgang nimmt, wagt man kaum zu hoffen. Doch der Filmemacherin gelingt nicht nur ein hoffnungsvoll stimmendes Ende von poetischer Kraft, ihr gelingt überhaupt das seltene Kunststück, einer reichlich alltäglichen Geschichte mit reichlich unspektakulären Figuren genau den emotionalen Anstrich zu verleihen, der das Zusehen zum Gewinn macht.

Für Freunde von Ulee's Gold und Brokeback Mountain.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ree Dolly, 4. April 2011
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Das Kind in der 17-jährigen Ree zeigt seine allerletzten Spuren in den Zügen des Mädchens, die Augen jedoch sind bereits die einer willensstarken Frau. Eine Frau, die sich in einer Welt, die mit "unbehütet" noch harmlos umschrieben ist, behaupten muss. Dieser Kosmos aus archaischen Machtstrukturen ist in den Ozark-Mountains angesiedelt, einer dünn besiedelten, ärmlichen Gegend in Missouri, der dieser Film jede ländliche Idylle verweigert. Die Kälte ist stets präsent, nicht nur in der winterlichen Starre der Natur, sondern besonders dann, wenn sich die Kamera und Ree den heruntergekommenen, willkürlich verstreut liegenden Behausungen der Bewohner dieser Wälder nähern, wo verrottender Konsummüll und alte Autos das Territorium abstecken, das in einer anderen Welt Hof und Garten sein darf und den einzigen Hinweis auf die Welt der Shoppingparadiese gibt. Barbies Frisiertisch aus verblasstem, sprödem Kunststoff spottet Hohn, denn die gewalterfahrenen und stets wachsamen Gesichter der Frauen scheinen Spiegel zu vermeiden. "Lauf weg Ree!" möchte man rufen, "lauf so weit du kannst, denn sonst wirst du enden wie sie", wie diese verzweifeltharten Frauen, die in den Trümmern ihres Lebens hausen, das von Manndarstellern dominiert wird, die zwar schnell mit der Waffe (oder der Axt, oder der Faust...) hantieren, aber emotional nie über die Sandkastenphase hinausgewachsen sind. Typen, die sie und die Kinder nicht beschützen und ihren Familien direkt oder indirekt am meisten Leid zufügen und die in ihrer Schwäche schon längst zum letzten Mittel gegriffen haben, das ihnen im Überfluss zur Verfügung steht: Gewalt. Aber das kluge Mädchen, in derem zielstrebigen Agieren niemals Unterwürfigkeit mitschwingt, kann nicht. Zwar ist sie ein Fremdkörper, aber ihre Verstrickung in diese Gesellschaft, deren Menschen alle miteinander versippt sind, ist zu tief.

Ree Dolly (von Jennifer Lawrence mit Wucht verkörpert) lebt mit ihrer ganz in sich zurückgezogenen Mutter und ihren kleinen Geschwistern in einer dieser Behausungen. Die Last des Familienlebens liegt allein auf ihren Schultern, besonders die Sorge für ihre kleinen Geschwister, denen sie neben prosaischen Dingen wie schießen und das Häuten und Ausnehmen von Eichhörnchen auch Stolz beibringt: "Bittet nie um etwas, das einem angeboten werden sollte!" Ihr Vater macht, was nahezu alle Männer in dieser Gegend machen, in der nie der Hauch eines Wirtschaftswunders wehte: er panscht Crystal Meth zusammen, eine Droge, die den schwebenden Niedergang der Gegend in die Senkrechte bringt. Nachdem Ree gegen mehrere dicke Mauern des Schweigens angerannt ist, wird ihr klar, dass ihr Vater gegen die ungeschriebenen Gesetze dieser auch seelisch verwahrlosten Gegend verstoßen hat und mit seinem Leben dafür bezahlte. Dass er tot ist, muss sie nun beweisen, denn nur so kann sie die Vertreibung vom immerhin noch eigenen Grund und Boden (den Vorfahren sei Dank) vermeiden, den der Vater als Teil seiner Kaution benutzt hat. Erscheint er nicht zur Gerichtsverhandlung, ist alles dahin. Sie muss ihn finden, um ihre Familie vor Obdachlosigkeit zu bewahren. Diese Suche, von der vor allem die Frauen sie auch mit brutalen Methoden abhalten wollen, führt sie bis zum Boss der Gegend, der ihr lebensbedrohlich nahekommt, ohne dass er bereit ist, das Mädchen auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Teardrop, den etwas Dunkles, Zerstörerisches umgibt, was nicht nur an seinem Drogenkonsum liegt, kommt ihr schließlich widerwillig zu Hilfe, er bürgt für die Tochter seines verschwundenen Bruders und hilft ihr bei der Suche nach dem Toten. Als er auf dem alten Friedhof nach einem frisch aufgeworfenen Hügel sucht, flackert ein Widerschein vergangener gesellschaftlicher Kultur auf, es ist derselbe, der sich in goldenen Eheringen, auf alten Fotos und beim Klang des Banjos zu Bluegrass-Balladen zeigt. Diese Momente sind jedoch selten, und ein Grab auf dem Friedhof hat man dem Verräter nicht gegönnt. Es sind dann aber doch die Frauen um den Boss, die Ree zur Leiche ihres Vaters führen. Und wenn auch ganz zum Schluss vielleicht ein Hoffnungsfunke glimmen mag, zunächst muss Ree ganz tief in die Abgründe der Qualen steigen, die Menschen für seinesgleichen bereithalten können und diese dadurch für immer beschädigen. "Have a lucky day" als Werbedruck auf einer Tüte kann grauenvoll zynisch sein.

Debra Granik hat sich mit diesem schonungslosen Independentfilm in die Liga der Meister ihres Fachs katapultiert und etwas Außergewöhnliches geschaffen, in dessen Mittelpunkt das Talent der jungen Hauptdarstellerin außerordentlich zur Geltung kommt. Aber auch alle anderen Darsteller, darunter einige Laien aus der Gegend, in der gedreht wurde, sind sehr gut besetzt; nicht zu vergessen die Hunde, die das ihre dazu beitrugen, etwas Wärme in den Film zu tragen.

"Frozen River" könnte mit diesem Film verschwistert sein und Ray Eddy (Melissa Leo) eine ältere Ree Dolly, die sich dann doch nicht genügend vorgesehen hat.

Ein zart blühender Strauch ist das letzte Bild in Winter's Bone, den aber nur jene zu sehen bekommen, die diesen Film auch durch das Beachten des Abspanns würdigen.

Der hollywoodferne Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Daniel Woodrell, das die Figur der Ree Dolly noch schärfer und vielschichtiger herausarbeitet und in den Fußstapfen von Steinbecks "Früchte des Zorns" soziale Missstände, aber auch moderne Drogenkriminalität im ländlichen Nordamerika anprangert. Hoffnungslosigkeit und tatsächliche oder vermeintliche Chancenlosigkeit brechen die Menschen. Sowohl Film als auch Buch sind keine Geschichten über diese Menschen, wir werden unmittelbar in diese Leben hineingezogen. Das ist erschreckend, das ist hart - und großartig.

Helga Kurz
4. April 2011
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmend!, 15. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Der Film spielt in den Wäldern des Südens der USA. Der „amerikanische Traum“ findet hier keinen Platz. Statt „California Dreaming“ oder einem glitzernden Times Square ist hier vor allem harte Arbeit angesagt. Die 17-jährige Ree muss sich in dieser rauhen Welt behaupten und ist schneller erwachsen geworden als man sich das für eine junges Mädchen wünscht. Sie ist verantwortlich für ihre beiden kleinen Geschwister, da der Crystal Meth kochende Vater nach der Entlassung auf Kaution getürmt ist und die Mutter seit Jahren wie in Trance vor sich hinvegetiert.
Als wenn das noch nicht genug sei, steht Ree nun vor einer weiteren Hürde: Da ein Teil der Kaution aus dem Haus der Familie bestand, droht ihr, dieses zu verlieren, sollte der Vater nicht zur Gerichtsverhandlung erscheinen. Da das Haus der einzige Besitz der Familie und für ihren Zusammenhalt unerlässlich ist, macht sich Ree auf die Suche nach ihrem Vater. Doch bei den Nachbarn und mehr oder weniger entfernten Verwandten, die ihr beim Aufstöbern des flüchtigen Vaters behilflich sein könnten, stößt sie auf taube Ohren und offene Feindseligkeit.

Winter’s Bone hat bei mir ein wirklich unbehagliches Gefühl in der Magengegend hinterlassen! Dennoch oder vielleicht gerade deswegen ist der Film absolut zu empfehlen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schonungsloser Film, 25. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
"Winter's Bone" erzählt die tragische Geschichte von Ree Dolly, 17 Jahre alt, die alleine für ihre zwei kleinen Geschwister und ihre geisteskranke Mutter sorgen muss. Der Vater ist schon vor Wochen verschwunden und nicht auffindbar. Nun droht Ree und ihrer Familie die Obdachlosigkeit, da der Vater als Kaution das heruntergekommene Haus samt Waldstück angegeben hat - sollte Ree's Vater also den Gerichtstermin versäumen, so verliert die eh schon sehr arme Familie alles, was sie noch hat. Ree macht sich nun auf die Suche nach ihrem Vater in einem verarmten Landstrich, in dem die Gesetze der dort lebenden Familien herrschen. Schon bald stößt sie an Mauern, die sie besser nicht einreißen sollte.

Dies ist definitiv kein Unterhaltungsfilm, dazu ist er viel zu realistisch, tragisch, drastisch und schlimm. Man kann es sich kaum vorstellen, wenn man gemütlich in seinem Wohnzimmer vor dem Fernseher sitzt, wie dieses Mädchen so viel Leid auf ihren Schultern trägt, ebenso wie Verantwortung und Sorge. Die Familie um Ree hat nichteinmal genug Lebensmittel zur Verfügung und all diese Last ruht auf Ree's Schultern - dabei ist sie selbst fast noch ein Kind.

Ein wirklich schonungsloser Film über das bei vielen unbekannte Niemandsland zwischen den Küsten der USA, dem wahren Gesicht der armen Bevölkerung und ihren Ängsten. Definitiv zu empfehlen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einer jener kleinen Filme abseits Hollywoods, 18. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
[ACHTUNG: SPOILER]
Die 17jährige Ree Dolly (Jennifer Lawrence) ist für ihre gesamte Familie verantwortlich, nachdem ihr Vater auf Kaution aus dem Knast gekommen und verschwunden, ihre Mutter psychisch schwer angeschlagen ist. Sie alle sind Teil einer Gemeinde in Missouri, die nahezu nichts haben außer ein paar Trailern oder heruntergekommene Häuser auf einem Stück dreckigen Landes, wo sie ihr karges Dasein fristen. Fast jeder in dieser Gemeinschaft lebt von und für Crystal Meth, einer extrem schnell süchtig machenden Droge. Eines Tages taucht der Kautionsbeamte auf und teilt Ree mit, daß ihr Vater das Haus und alle Habe als Kautionssicherheit verpfändet habe und er entweder bei seiner Verhandlung auftauchen solle, oder aber alles an den Staat fiele und sie und die Familie das Grundstück zu verlassen hätten. Ree macht sich auf, den Vater zu finden, denn sie ist auch für ihre beiden kleineren Geschwister zuständig, denen sie praktisch der einzige verantwortungsvolle Mensch ist. Sie will ihnen irgendwie ein Zuhause bieten. Ihr Vater ist nicht aufzutreiben, sein Bruder, Rees Onkel Teardrop (John Hawkes), warnt sie davor, allzu tief nach ihm zu graben. Sie könne dabei ihre Nase nur in Angelegenheiten stecken, die sie nichts angingen, von denen zu wissen jedoch gefährlich sei. Ree sucht dennoch weiter und muß dazu auch den örtlichen Bandenchef, Thump Milton, kontaktieren, mit dem sie entfernt verwandt ist. Dieser warnt sie einmal mehr, sie solle nicht weiter suchen. Der Termin rückt näher und verstreicht schließlich, der Vollzugsbeamte weist Ree darauf hin, daß sie nachweisen müsse, daß ihr Vater tot sei und also dem Termin nicht hätte nachkommen können, um Haus und Gut zu behalten. Erneut versucht sie mehr über den Verbleib ihres Vaters herauszufinden und gerät dabei der Ehefrau Thumps ins Gehege. Diese schlägt Ree mit ihren Schwestern übel zusammen, Thump und die anderen Männer der Sippe lassen keinen Zweifel daran, daß Ree nun sterben muß. Teardrop kann das schlimmste verhindern, Ree kehr nach hause zurück und wird von ihrer Freundin aufopferungsvoll gepflegt. Da taucht Thumps Ehefrau Mareb (Dale Dickey) erneut bei ihr auf. Die ganze Gegend redet davon, daß die Miltons ihren Verwandten, den Dollys, nicht helfen würden. Das Gerede nervt wohl und beeinträchtigt die Geschäfte. Nun bringt Mareb Ree in einem Boot in den Sumpf, zur Leiche des Vaters, der sie die Hände absägen muß, damit sie beweisen kann, daß er es wirklich ist. Ree kann so Haus und Grund retten und erhält vom Kautionsbeamten noch das restliche Geld, das zur Kaution hinterlegt worden war. Sie bietet Teardrop ihres Vaters Banjo an, der lehnt ab, sagt, er wisse, wer die Mörder seien und fährt davon.

Selten wurde im jüngeren amerikanischen Kino die Realität derart bitter, hässlich und gnadenlos dargestellt, wie in diesem Film der Regisseurin Debra Granik. Neben der hervorragenden Jennifer Lawrence und dem ebenfalls sehr guten John Hawkes, geben eine ganze Reihe von Laiendarstellern diesem Drama authentischen Ausdruck. Man hat es hier ganz klar mit sogenanntem "White Trash" zu tun - jenen, die in Amerika ganz unten angelangt sind, sich in einer halblegalen Zone befinden, um irgendwie den Kopf über Wasser zu halten. Oft eben mit der Herstellung und dem Vertrieb von Drogen. Eine archaische Welt, die nach archaischen Regeln funktioniert, welche nahezu alle von Männern gemacht werden. Teardrop sagt an einer Stelle zu Ree, sie dürfe, wenn sie es erführe, ihm niemals sagen, wer die Mörder seines Bruders, ihres Vaters waren, denn dann wüsste er, daß er der nächste sei. Nicht sagt er, deutet dies allerdings am Ende an, daß er ebenso dazu verpflichtet wäre, seinen Bruder zu rächen.

Die junge Ree versucht verzweifelt, ihren jüngeren Geschwistern alles beizubringen, was man ihrer Meinung nach hier, in dieser kargen Gegend, den Ozarks, einem Hochplateau, recht unzugänglich, in dem jeder mit jedem verwandt zu sein scheint, zum Überleben braucht: Sie lehrt sie den Umgang mit Gewehren ebenso wie das Töten, Ausnehmen und Zubereiten von Eichhörnchen (was in einer der eindringlichsten Szenen des Films recht anschaulich gezeigt wird). Ree ist dabei - und das macht den Film wahrlich außergewöhnlich - nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sie wirkt auf ihre Weise ebenso abgeklärt und hinterlistig, wie alle, denen sie begegnet. Und jeder, dem sie begegnet - ob Mann oder Frau - ist auf seinen eigenen Vorteil bedacht. So wird zwar "die Familie" gern und viel beschworen in dieser Gemeinschaft, zu bedeuten hat das allerdings nicht besonders viel.

Was auffällt und den Film ebenfalls sehr besonders macht, ist das Verhältnis der Männer zu den Frauen. Die Männer in diesem Film wirken alle schwach (nicht physisch- sie sind alle in der Lage, eine 17jährige zu verprügeln, aber sie sind nicht in der Lage selbstverantwortlich zu handeln; und sie überlassen die Drecksarbeit ebenfalls lieber den Frauen). Rees Vater, den man nie sieht, haut ab und überläßt seine Familie ihrem Schicksal, Thump ist einfach das Urbild eines Südstaatenrockers, der es nicht nötig hat, sich die Finger schmutzig zu machen, das tun die anderen für ihn; Teardrop weiß zu genau, was ihm blüht, wenn er sich nicht still verhält, als daß er etwas tun könnte. Allerdings ist es Teardrop, der durch Rees Verhalten schließlich gezwungen wird, zu handeln und sich somit auch zu positionieren. Die Männer, die der Film ausstellt, sind Hintergrundfiguren (und man hat sich dafür offensichtlich ein paar echte Originale gesucht), die schon in ihrer Physiognomie, in ihrem reinen Erscheinungsbild wie Figuren einer lange vergangenen Zeit wirken. Und sie alle sind reine Opportunisten, die immer erst schauen, was sich entwickelt, bevor einer von ihnen handelt. Diese sehr archaische Welt, in der dieser Film spielt, wird von den Gesetzen dieser Männer bestimmt. Diese Gesetze, die viel von Ehre, Loyalität, Verrat und Freundschaft/Familie erzählen, wirken wie letzte Strohhalme einer Gesellschaft, die abgeschrieben, vergessen, ohne jeden Halt ist. Die, die innerhalb dieser Gesetze agieren und das Heft des Handelns in der Hand halten, sind jedoch die Frauen. Ob Ree, ob Thumps Frau Mareb und ihre Schwestern, ob Rees Freundin, die sich gegen ihren ebenfalls vollkommen passiven Freund zu behaupten weiß - diese Frauen, ob man sie mag oder nicht, ob das, was sie tun, einem gefällt oder nicht, sind diejenigen, die diese Gesellschaft zusammenzuhalten in der Lage sind. Und ihr auch Sinn zu geben vermögen. Es gibt eine Szene, in der Ree ihre nahezu katatonische Mutter anfleht, ihr einmal, nur dieses eine Mal zu helfen, sie wisse nicht, wie sie mit dieser Herausforderung fertig werden solle. Doch die Mutter sitzt nur da, starrt und schweigt. Dieses Bild ist in diesem Film, der von diesen starken Frauen erzählt, umso bitterer und verstörender, enthält es doch die Möglichkeit, die die letzte, die undenkbare sein müsste: Das Scheitern dieser Frauen. Und darin das Scheitern letzter Hoffnungsschimmer.

Wollte man dem Film etwas vorhalten, und das ist dann auch der Grund, daß er hier keine vollen 5 Sterne bekommt, so ist es das Ende, das dann plötzlich doch sehr amerikanisch wirkt. Ree überlegt, zur Armee zu gehen, da eine Verpflichtung 40.000$ einbrächte, die die Familie gut gebrauchen könnte. Der Anwerber der Armee durchschaut dies jedoch und schickt Ree weg. Wir sehen sie, wie sie durch die Schule läuft und in den Klassenräumen werden uns lediglich zwei Arten von Unterricht präsentiert: Exerzieren und Babys Stillen. Die beiden Disziplinen, in denen all diese Jugendlichen einmal enden werden: Soldat werden oder Mutter. Wenn Ree also am Ende des Films zu ihren Geschwistern zurückkehrt und ihnen verspricht, zu bleiben und auf sie aufzupassen, suggeriert der Film in all dem Elend, das er zuvor 100 Minuten lang ausgestellt hat, so etwas wie Rettung oder Erlösung. Und in diesem Punkt läßt er den Zuschauer dann seltsam unberührt zurück. Die Tragödie dieser Menschen ist überwältigend trist, Rees Bekenntnis wirkt da wie ein Anrennen gegen Windmühlen, das wir dennoch glauben sollen. Ein kleiner Wermutstropfen der Glaubwürdigkeit in einem ansonsten unfassbar realistischen Film.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In the Ghetto Mountains...., 27. Oktober 2011
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Das Ozark Plateau ist eine Hochlandregion in den Vereinigten Staatn, es erstreckt sich von der südlichen Hälfte von Missouri und dem nordwestlichen Teil von Arkansas, bis hin in den Norden von Oklahoma und dem äussersten Südosten von Kansas. Diese Region gilt als ein bitterarmer Landstrich und einer sehr hohen Arbeitslosenquote, trotz dem Sitz von mehr als 500 Major Companys. Als weit verbreiteter Nebenerwerb gilt unter der ländlichen Bevölkerung das Kochen der Droge Meth bzw. Crystal, eine preiswerte Droge mit aufputschender Wirkung. Crystal gehört zu den am schnellsten zerstörenden Drogen überhaupt. Hinzu kommt, dass es durch illegale Herstellung nicht rein, sondern verunreinigt vorliegt.
Die siebzehnjährige Ree Dolly (Jennifer Lawrence) lebt mit ihren zwei kleineren Geschwistern und ihrer schwerst depressiven Mutter in dieser Region. Vater Jessup ist verschwunden, seit er im Knast saß und eine Kaution für ihn bezahlt wurde. Er hat allerdings dem Kautionsvermittler als Sicherheit für sein Erscheinen an der anstehenden Verhandlung das Haus und das Waldstück der Familie gestellt.
Der Familie droht nun der Verlust des Heims, wenn der Vater beim nächsten Gerichtstermin, der in den nächsten Tagen stattfindet, nicht auftaucht. Es drohen ihm allerdings gar 10 Jahre Knast. Also es gibt da ein Motiv, dass er untergetaucht ist.
Ree, die schon seit längerem als Familienoberhaupt fungiert und kein richtiges Teenager-Privatleben kennt, macht sich verzweifelt auf die Suche nach dem verschwundenen Dad.
Bei ihren Nachforschungen hilft ihr zuerst ihre bereits verheiratete Freundin Freundin Gail (Lauren Sweetser), denn die kann ihrem Mann immerhin zum Ausleihen des Wagens überreden.
Weniger Glück hat Ree bei ihrem Onkel Teardrop (John Hawkes), der sie zunächst abblitzen lässt und ihr dringend rät, die Sache nicht weiter zu verfolgen.
Doch das Mädchen ist hartnäckig, denn sie will für das Heim ihrer Familie kämpfen und stößt mit ihrem Nachfragen bei den Menschen dort, die alle miteinander verwandt zu sein scheinen (grins) auf eine Wand des Schweigens, denn statt Hilfe von den Verwandten oder Bekannten zu bekommen, droht ihr plötzlich Gefahr.
Vor allem der ungemütliche Patriarch Thump Milton (Ronnie Hall) und dessen grimmige Frau Mareb (Dale Dickey) scheinen etwas verbergen zu wollen. Bereits der erste Besuch läuft nach ein paar Minuten gezwungener Freundlichkeit mit einer echten Drohung ab....
"Winter's Bone" ist ein 2010 realisierter amerikanischer Independentfilm von Debra Granik im Stil von "Frozen River". Die literarische Vorlage für den mehrfach preisgekrönten und vierfach oscarnominierten Independent-Film stammt von US-Autor Daniel Woodrell.
Vorsicht sei geboten vor allem mit diversen Kritikpunkten, die in einigen Filmrezensionen auftauchen. Der Einwand eine große Ansammlung von Klischees über diese Menschen vorzufinden, die inzwischen mit "White Trash" einen Namen und ein grausames, festgemeiseltes Etikett erhalten haben, ist berechtigt.
Sie werden in einer Vielzahl als kriminelle Drogenhersteller gezeigt, die kleinen Kinder bekommen gezeigt, wie man schiesst, denn sowas braucht man hier nicht nur für die Jagd nach Eichhörnchen, die dann zum Abendessen gehäutet werden.
Ausserdem erscheint die Landbevölkerung in "Winters bone" vollständig kaputt, von Gewalt, Brutalität und Depression gekennzeichnet.
Natürlich dar der ultimative Inzest hier in der Beschreibung nicht fehlen.
Hier sollte der Zuschauer in der Lage sein, die politische Korrektheit anzuzweifeln.
Als einzelne Geschichte betrachtet ist der Film allerdings sehr atmosphärisch dicht und spannend gelungen.
Auch die gute Kameraarbeit von Michael McDonaugh soll nicht unerwähnt bleiben, abgerundet wird dies noch durch die authentische Musik der Region.
Gut, das Ende ist ebenfalls wieder etwas dick aufgetragen - aber die Darsteller waren stark, Jennifer Lawrence und John Hawkes spielen ihre Rolle sehr gut. Darüberhinaus gibt es jede Menge Charakterköpfe in den Nebenrollen, die mit ihren Gesichtern in Erinnerung bleiben.
So auch Dale Dickey als mürrische und verhermte Mareb, die neben einer Kettensäge zur Schlüsselfigur wird.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dreckig, aber gut, 24. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Eines vorweg: Winter's Bone ist ein gelungener Film, der in der ärmlichen Einöde Amerikas spielt, wo man noch Holz hackt und Tiere erlegt, um zu überleben. Alles in diesem Film drückt die Armut aus; Verbrechen, Drogen, Alkohol, Schmutz, und das scheinbar an jeder Ecke. Die Bewohner sind alle irgendwie miteinander verwandt, was aber nicht heißt, dass man sich gegenseitig hilft.
Als sich die 17-jährige Ree Dolly auf die Suche nach ihrem Vater macht, weil sie und ihre Familie ansonsten ihr Haus und damit ihr ganzes Hab und Gut verlieren würden, stößt sie auf großen Widerstand. Man ratet ihr, sich aus dieser Sache rauszuhalten und zu akzeptieren, dass ihr Vater tot ist. Als sie trotzdem weiterforscht, wird sie brutal zusammengeschlagen.
Jennifer Lawrence hat mir in der Rolle der starken Ree, die sich mit 17 Jahren schon um ihre Mutter und ihre zwei kleinen Geschwister kümmern muss, sehr gefallen. Ebenso mochte ich zum Schluss hin die Person des Teardrop, der sich schließlich doch entschließt, seiner Nichte zu helfen.
Was ich allerdings negativ anmerken muss, ist die ziemlich niedrige Spannungskurve. Dafür lebt der Film aber von der authentischen Darstellung in allen anderen Belangen.
Fazit: Gelungen, aber für mich kein potenzieller Oscar-Anwärter.
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Winter's Bone
Winter's Bone von Daniel Woodrell (DVD - 2011)
EUR 5,99
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