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145 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht schön, aber richtig gut
Der Film Winters Bone nach dem Roman von Daniel Woodrell wirft einen Blick auf das harte Leben der Unterschicht-Bevölkerung in den USA, die durch Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit verarmt ist. Oft verächtlich von den Wohlhabenden "White Trash (Weißer Abfall)" genannt. lebt diese Bevölkerungsgruppe den amerikanischen Albtraum.

Ree Dolly...
Veröffentlicht am 10. März 2011 von Amazon Customer

versus
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dreckig, aber gut
Eines vorweg: Winter's Bone ist ein gelungener Film, der in der ärmlichen Einöde Amerikas spielt, wo man noch Holz hackt und Tiere erlegt, um zu überleben. Alles in diesem Film drückt die Armut aus; Verbrechen, Drogen, Alkohol, Schmutz, und das scheinbar an jeder Ecke. Die Bewohner sind alle irgendwie miteinander verwandt, was aber nicht heißt,...
Veröffentlicht am 24. Februar 2012 von Sarah R.


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145 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht schön, aber richtig gut, 10. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Der Film Winters Bone nach dem Roman von Daniel Woodrell wirft einen Blick auf das harte Leben der Unterschicht-Bevölkerung in den USA, die durch Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit verarmt ist. Oft verächtlich von den Wohlhabenden "White Trash (Weißer Abfall)" genannt. lebt diese Bevölkerungsgruppe den amerikanischen Albtraum.

Ree Dolly wächst in einer solchen Familie in den Ozarks auf, einer unwirtlichen Landschaft in Arkansa und Missouri mitten in den USA. Obwohl selbst noch ein 17-jähriger Teenager muss Ree sich um ihre Geschwister kümmern, da ihr Vater mehr Zeit im Gefängnis als zu Hause verbringt und ihre Mutter psychisch krank ist.
Der scheinbar finale Schicksalsschlag trifft Ree und ihre Geschwister, als der Vater spurlos verschwindet. Vorher hat er jedoch sein Haus als Kautionsleistung verpfändet, so dass das Haus, falls er seine Gefängnisstrafe nicht antritt, versteigert wird. Um die Obdachlosigkeit zu verhindern, macht sich Ree auf die Suche nach ihrem Vater. Dabei gerät sie schnell in den Sumpf von lokalem Verbrechen und Korruption, in den auch ihre eigene Verwandtschaft verstrickt zu sein scheint. Trotz Drohungen und körperlichen Attacken versucht Ree ihren Vater zu finden, obwohl sie bald anhnt, dass sie ihn nicht mehr lebendig finden wird...

Wie im Buch ist die Geschichte geschickt als Mix aus Drama und Thriller konzipiert, bei dem der Zuschauer gespannt verfolgt, ob es Ree gelingen wird, ihre Mission zu erfüllen.

Der Film wirft einen Blick auf die USA, wie man sie hierzulande kaum kennt. Die harte Welt in den Ozarks ist geprägt von Gewalt und dem Kampf ums tägliche Überleben. Und dennoch, bei allem Elend blickt er auch in diesem Buch wieder durch: Der amerikanische Traum, dass man es schaffen kann, wenn man nur will.
Ree Dolly ist so eine Heldin, die sich stur und verbissen gegen alle Umstände durchsetzt, um sich und ihre Geschwister zu schützen. Der Romanautor Woodrell hat mit Ree eine faszinierende Frauenfigur geschaffen, mit der der Leser mitfiebert und mitleidet, die aber nie wehleidig ist. Jungschauspielerin Jennifer Lawrence hat diese Figur genial umgesetzt und man hätte ihr den Oscar für diese Leistung gegönnt. Doch ich bin sicher, dass man Jennifer Lawrence noch öfter in großen Rollen sehen wird.
Der zweite Hauptdarsteller des Films ist die rauhe Landschaft der Ozarks, die in dunklen Tönen eingefangen den mystischen Grundton des Films trägt.

Ich kannte das Buch vor dem Film und war etwas skeptisch. Während das Buch sehr stark auf das Innenleben von Ree bezieht, rücken hier die Geschichte und die damit verbundenen Spannungselemente mehr in den Mittelgrund. So ist der Film ein eigenständiges Werk, dass man sicher auch ohne Kenntnis des Romans geniessen kann. Aber danach sollte man ihn lesen.

Fazit: Nicht einfach zu konsumierendes Kino, aber vor allem wegen der Hauptdarstellerin sehr sehenswert.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisches Leben ohne viele Worte, 16. April 2011
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Eine rauhe Natur aus Bergen, Wäldern, Flüssen und Wiesen, die Häuser sehen alle verfallen und renovierungsbedürftig aus, viel Unrat und Gerümpel hat sich drumherum angesammelt, zwischendrin wehen die unvermeidlichen Wäscheleinen im Wind und auch den Menschen mit ihren gegerbten und verhärmten Gesichtern sieht man an, dass es ein hartes Leben hier ist. Jeder Tag ist ein neuer Kampf und der Traum vom Glück beschränkt sich auf ein einigermaßenes Auskommen und eine intakte Familie, die nach außen hin unbedingt zu schützen ist. So wirkt nicht nur das Umfeld (lebens)feindlich, sondern auch die Menschen wehren sich gegen alle Einflüsse, die in die private Welt eindringen.
Die 17-jährige Ree Dolly, die nicht nur für ihre beiden jüngeren Geschwister sondern auch die psychisch labile Mutter sorgen muss, empfindet den Sheriff als Eindringling, als er ihr mitteilt, das Haus werde gepfändet, falls ihr Vater, der schon lange nicht mehr zuhause war, nicht zu seiner Gerichtsverhandlung erscheint. So macht Ree sich notgedrungen auf die Suche nach dem Vater und wird dadurch selbst zum Eindringling - bei ihrem gewaltbereiten Onkel (dem Bruder des Vaters) und einer anderen Familie, mit der der Vater offensichtlich einen Konflikt hatte.
Genauso wie die Menschen wenig Worte machen und vieles über Blicke und Gesten sich vermittelt, muss auch der Zuschauer sich die Einzelheiten der Geschichte langsam erschließen und wird zusammen mit Ree immer tiefer hineingezogen in eine geschlossene Welt aus Stolz, (Familien-)Ehre, Drogen, Kriminalität, männlicher und weiblicher Gewalt und der Suche nach dem kleinen Glück. So beeindruckt immer wieder die Authentizität des dargestellten Unterschicht-Millieus ('White Trash'), was auch durch das Zusammenspiel sehr guter professioneller Schauspieler (Jennifer Lawrence wurde für ihre Rolle als Ree für den 'Oscar' nominiert) mit Laiendarstellern aus den Ozark Mountains im südlichen Missouri erreicht wird. Auch nimmt sich die Inszenierung Zeit für fast dokumentarische Bilder des Viehmarktes oder einer Geburtstagsfeier, in die Ree bei ihrer Suche hineingerät, bei der gefühlvoll musiziert und gesungen wird - lange kreist die Kamera um Musiker und Sängerin.
Debra Granik hat mit ihrem Regiedebüt alles richtig gemacht: Das Maß an authentischem Einblick in eine vielfach unbekannte amerikanische Welt, die Ausgewogenheit aus Drama und Thrillerelementen, eine, den zugrundeliegenden Roman adäquat in ein anderes Medium umsetzende Bildsprache, realistische Schilderungen neben (Eichhörnchen-)Traumsequenzen und innerhalb der sehr guten Schauspielerführung die richtige Mischung aus Erzähl- und Independentkino.
Nicht immer einfach anzuschauen, aber sicher sehenswert!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen nachdenklich stimmender Film, 9. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone [Blu-ray] (Blu-ray)
der allerdings damit steht und fällt wie sehr man die zugrunde liegende amerikansiche "White Trash" Gesellschaft und wie sie hier dargestellt wird für glaubwürdig befindet. Aber gerade wegen seiner Thematik ist dieser Film mal etwas anderes als der übliche Hollywoodfilm.

Wenn man damit nichts anfangen kann, wird der Film mitunter anfangs etwas langweilig und zäh. Wird man allerdings einmal in die Geschichte hineingezogen lässt sie einen aufgrund der intensiven Darstellung nicht mehr los, erst recht wenn immer mehr schockierende Details zu tage gefördert werden bis zum finalen Höhepunkt.

Die BluRay liefert ein solides Bild und einiges an Extras. Bildlich sicherlich keine Referenz, aber absolut in Ordnung.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In the Ghetto Mountains...., 27. Oktober 2011
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Das Ozark Plateau ist eine Hochlandregion in den Vereinigten Staatn, es erstreckt sich von der südlichen Hälfte von Missouri und dem nordwestlichen Teil von Arkansas, bis hin in den Norden von Oklahoma und dem äussersten Südosten von Kansas. Diese Region gilt als ein bitterarmer Landstrich und einer sehr hohen Arbeitslosenquote, trotz dem Sitz von mehr als 500 Major Companys. Als weit verbreiteter Nebenerwerb gilt unter der ländlichen Bevölkerung das Kochen der Droge Meth bzw. Crystal, eine preiswerte Droge mit aufputschender Wirkung. Crystal gehört zu den am schnellsten zerstörenden Drogen überhaupt. Hinzu kommt, dass es durch illegale Herstellung nicht rein, sondern verunreinigt vorliegt.
Die siebzehnjährige Ree Dolly (Jennifer Lawrence) lebt mit ihren zwei kleineren Geschwistern und ihrer schwerst depressiven Mutter in dieser Region. Vater Jessup ist verschwunden, seit er im Knast saß und eine Kaution für ihn bezahlt wurde. Er hat allerdings dem Kautionsvermittler als Sicherheit für sein Erscheinen an der anstehenden Verhandlung das Haus und das Waldstück der Familie gestellt.
Der Familie droht nun der Verlust des Heims, wenn der Vater beim nächsten Gerichtstermin, der in den nächsten Tagen stattfindet, nicht auftaucht. Es drohen ihm allerdings gar 10 Jahre Knast. Also es gibt da ein Motiv, dass er untergetaucht ist.
Ree, die schon seit längerem als Familienoberhaupt fungiert und kein richtiges Teenager-Privatleben kennt, macht sich verzweifelt auf die Suche nach dem verschwundenen Dad.
Bei ihren Nachforschungen hilft ihr zuerst ihre bereits verheiratete Freundin Freundin Gail (Lauren Sweetser), denn die kann ihrem Mann immerhin zum Ausleihen des Wagens überreden.
Weniger Glück hat Ree bei ihrem Onkel Teardrop (John Hawkes), der sie zunächst abblitzen lässt und ihr dringend rät, die Sache nicht weiter zu verfolgen.
Doch das Mädchen ist hartnäckig, denn sie will für das Heim ihrer Familie kämpfen und stößt mit ihrem Nachfragen bei den Menschen dort, die alle miteinander verwandt zu sein scheinen (grins) auf eine Wand des Schweigens, denn statt Hilfe von den Verwandten oder Bekannten zu bekommen, droht ihr plötzlich Gefahr.
Vor allem der ungemütliche Patriarch Thump Milton (Ronnie Hall) und dessen grimmige Frau Mareb (Dale Dickey) scheinen etwas verbergen zu wollen. Bereits der erste Besuch läuft nach ein paar Minuten gezwungener Freundlichkeit mit einer echten Drohung ab....
"Winter's Bone" ist ein 2010 realisierter amerikanischer Independentfilm von Debra Granik im Stil von "Frozen River". Die literarische Vorlage für den mehrfach preisgekrönten und vierfach oscarnominierten Independent-Film stammt von US-Autor Daniel Woodrell.
Vorsicht sei geboten vor allem mit diversen Kritikpunkten, die in einigen Filmrezensionen auftauchen. Der Einwand eine große Ansammlung von Klischees über diese Menschen vorzufinden, die inzwischen mit "White Trash" einen Namen und ein grausames, festgemeiseltes Etikett erhalten haben, ist berechtigt.
Sie werden in einer Vielzahl als kriminelle Drogenhersteller gezeigt, die kleinen Kinder bekommen gezeigt, wie man schiesst, denn sowas braucht man hier nicht nur für die Jagd nach Eichhörnchen, die dann zum Abendessen gehäutet werden.
Ausserdem erscheint die Landbevölkerung in "Winters bone" vollständig kaputt, von Gewalt, Brutalität und Depression gekennzeichnet.
Natürlich dar der ultimative Inzest hier in der Beschreibung nicht fehlen.
Hier sollte der Zuschauer in der Lage sein, die politische Korrektheit anzuzweifeln.
Als einzelne Geschichte betrachtet ist der Film allerdings sehr atmosphärisch dicht und spannend gelungen.
Auch die gute Kameraarbeit von Michael McDonaugh soll nicht unerwähnt bleiben, abgerundet wird dies noch durch die authentische Musik der Region.
Gut, das Ende ist ebenfalls wieder etwas dick aufgetragen - aber die Darsteller waren stark, Jennifer Lawrence und John Hawkes spielen ihre Rolle sehr gut. Darüberhinaus gibt es jede Menge Charakterköpfe in den Nebenrollen, die mit ihren Gesichtern in Erinnerung bleiben.
So auch Dale Dickey als mürrische und verhermte Mareb, die neben einer Kettensäge zur Schlüsselfigur wird.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo ist Papa?, 13. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
"Winter's Bone" war in diesem Jahr mit vier Nominierungen im Rennen um die begehrten Academy Awards. Der Film mit kleinem Budget hat am Ende den Großen der Branche Platz machen müssen, insbesondere für die junge Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence wäre die Oscar-Ehrung zu diesem frühen Zeitpunkt ihrer vielversprechenden Karriere wohl auch etwas zu viel des Guten gewesen, auch wenn sie sich hinter großen Namen wie Natalie Portman oder Annette Bening mit dieser Leistung nicht verstecken muss. Der Film ist allerdings auch auf Gedeih und Verderb auf sie zugeschnitten und ihr intensives Spiel bestimmt jede Szene. Die Geschichte könnte man vielleicht betrachten als die depressive Variante von O Brother, Where Art Thou? Auch hier geht es um eine Odyssee, eine Irrfahrt durch die sozialen Abgründe der amerikanischen Provinz.

Auslöser ist die Nachricht, dass die 17-jährige Ree, die im ländlichen Missouri allein für ihre beiden kleinen Geschwister sorgt, weil ihre Mutter dazu nicht mehr in der Lage ist (also gleichsam eine filmische Wiedergängerin von Gilbert Grape), um Haus und Hof gebracht sein wird, wenn ihr Vater sich nicht umgehend bei der Justizbehörde meldet. Haus und Hof sind nämlich das Pfand, mit dem der straffällige Herr Papa dafür gebürgt hat. Wahlweise könnte ihr Vater auch für tot erklärt werden, dadurch hätte sich die Bürgschaft erledigt. Doch auch darauf fehlt bisher jeder Hinweis. Ree nimmt die Fährte auf. Ziemlich schnell durchschaut sie die Lüge ihres Onkels, der ihr weismachen will, dass ihr Vater bei einem Brand ums Leben gekommen sei. Vom Onkel führt der mühsame Weg zu weiteren Verwandten und Bekannten ihres Vaters, ehe Ree sich unversehens so nah an ein Verbrechen herangepirscht hat, dass sie in Lebensgefahr gerät. Denn mächtige Leute legen Wert darauf, dass der letzte Coup, an dem Rees Vater offenbar beteiligt war, unter den Teppich gekehrt bleibt. Doch Ree schlägt alle Warnungen in den Wind. Für sie steht einfach zu viel auf dem Spiel.

Die Krimihandlung bleibt ziemlich vage und als Zuschauer muss man mit wenigen Andeutungen auskommen, um zu begreifen, was der Grund für das Verschwinden von Rees Vater ist. Das kriminalistische Element ist auch kaum mehr als ein Vorwand für die rustikale Missouri-Milieustudie, um der es der Regisseurin Debra Granik in ihrer Filmversion des Romans von Daniel Woodrell hauptsächlich geht. Mit minimalen Mitteln und einer Konzentration auf Stimmungen, Landschaften und die Mimik ihrer Hauptdarstellerin gelingt Granik ein unglaublich intensives und trotz der eher rudimentären Krimihandlung durchgehend spannendes Provinzporträt. Dass der Film bei so viel düster-morbider Atmosphäre am Ende noch einen halbwegs glücklichen Ausgang nimmt, wagt man kaum zu hoffen. Doch der Filmemacherin gelingt nicht nur ein hoffnungsvoll stimmendes Ende von poetischer Kraft, ihr gelingt überhaupt das seltene Kunststück, einer reichlich alltäglichen Geschichte mit reichlich unspektakulären Figuren genau den emotionalen Anstrich zu verleihen, der das Zusehen zum Gewinn macht.

Für Freunde von Ulee's Gold und Brokeback Mountain.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr berührend, toll gespielt, 7. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
"Winter's Bone" erzählt die Geschichte einer Familie aus ländlichen 'White-Trash'-America. Weitgehend ohne Unterstützung durch die depressive Mutter kümmert sich die 17-jährige Ree (Jennifer Lawrence) um die kleinen Geschwister. Die Lage verschärft sich, als der Vater, der Drogenherstellung bezichtigt, untertaucht während er auf Kaution freigelassen ist. Da ein Teil der Kaution aus dem Haus der Familie bestand, droht ihr, dieses zu verlieren, sollte der Vater nicht zur Gerichtsverhandlung erscheinen. Da das Haus der einzige Besitz der Familie und für ihren Zusammenhalt unerlässlich ist, macht sich Ree auf die Suche nach ihrem Vater. Diese wird ihr von dessen Bruder und Bekannten anfangs keineswegs erleichtert, im Gegenteil, sie bekommt Drohungen zu hören, und dass sie zu ihrem eigenen Besten ihre Nase aus der Angelegenheit raushalten soll. Dennoch gibt Ree nicht auf.

Viel mehr möchte ich von der Handlung gar nicht preisgeben, denn so viel anderes tut sich eigentlich nicht und ein bisschen Mysterium soll ja noch bleiben. Aber: nicht falsch verstehen, der Film ist keineswegs langweilig! Nur wer, wie vom Kinotrailer nahegelegt, einen Krimi mit überraschenden Wendungen, verflochtenen Handlungssträngen etc. erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Die Stärke des Films liegt vielmehr in der Schilderung der Lebensumstände von Rees Familie und deren Umfeld. So sieht man den zum Teil tristen und rauhen Alltag, doch auch die Stärke der Protagonisten, die durch Wärme und (Familien-)Zusammenhalt schwierige Situationen bewältigen. Hauptfigur Ree behält sich bei aller Angewiesenheit auf andere ihren Stolz bei, und lehrt ihren kleinen Bruder Sonny: 'Bitte niemals um etwas, dass dir freiwillig angeboten werden sollte.'. Athmosphärische Bilder und gute schauspielerische Leistungen tun ihr übriges. Den Oscar hätte ich Jennifer Lawrence uneingeschränkt gegönnt.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schonungslos...und ein Stern mehr als für`s Buch !!, 30. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Die Menschen in diesem Film sind wie Herbstlaub im Winter.
Wie die Blätter, die hier den Boden bedecken.
Blätter, die schon vor Monaten von den Bäumen gefallen sind,
die langsam von Wind und Kälte zerrieben werden-
man sieht ihnen nicht mehr an, daß sie einmal voll Leben waren.
Der kalte, trockene Winter hat sie alle mürbe gemacht.
Alle, bis auf eine: Ree.
Ree ist ein Fremdkörper in dieser Welt. Sie ist zu jung,
sie hat keinen Mann, und sie aktzeptiert kein Nein.
In ihrem heroischen Starrsinn ignoriert sie die Warnungen aus
ihrer Umgebung und begibt sich in immer gefährlichere Situationen.

In Winter`s Bone lauert die Bedrohung in den Schatten der Wälder,
in der Unruhe der witternden Hunde, und hinter den abweisenden
Gesichtern der Menschen.

------------------------------------------------

Geschichte:

In Debra Graniks Oscar- nominiertem Film Winter`s Bone haust
die 17- jährige Ree( Jennifer Lawrence) mit ihrer psychisch kranken
Mutter und ihren beiden kleinen Geschwistern in einer zugigen Blockhütte
in den Bergen Missouris.
Um zu überleben, bringt sie ihren Geschwistern bei, zu kochen
und Eichhörnchen zu jagen. Routiniert zieht sie den Tieren das Fell ab
und zwingt ihren Bruder, sie auszuweiden.
Man könnte meinen, dies sei genug Verantwortung für ein Mädchen, dessen
Gesicht noch die weichen Züge eines Kindes hat.-
Rees Vater Jessup, ein Drogenmischer, ist verschollen. Um aus dem Gefängnis
zu kommen, hat er auch noch das kleine Haus und das Grundstück der Familie
als Pfand eingesetzt.
Als er nicht zu seinem Gerichtstermin auftaucht, droht der Familie die
Obdachlosigkeit. Ree hat eine Woche Zeit, ihren Vater zu finden-
oder seinen Tod zu beweisen.........

****************************************

Fazit/ Fakt:

Winters Knochen ist ein zugleich niederschmetterndes und zutiefst
mitfühlend lassendes Amerika- Porträt; eine einzigartige Mischung
aus Gesellschaftsfilm, Thriller und Familiendrama.
_
Country Noir nannte der Buchautor Daniel Woodrell seine genre- be-
eindruckende Erzählweise. In der Tat- ein dunkles Land.
_

Es wirkt, als müsste man nur einmal auf einer Landstrasse falsch
abbiegen und schon ist man mittendrin in der Welt archaischer Familien-
fehden.
Es ist ein Film, der eigentlich ohne viel Worte auskommt.
Rechtzeitig aber dort, wo sie fallen müssen.

Winters Knochen hat mich einfach mitgerissen in die unschöne, ärmliche
Welt und die mitleiderregende Situation eines fast siebzehnjährigen
Mädchens, dessen Hände schon schwielig sind von der harten und unerbitt-
lichen Wildnis. In der sie zu überleben versucht.....und muss.

Dafür fünf dunkle, pechschwarze , aber dennoch leuchtende Sterne!!
Absolut sehenswert!!
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ree Dolly, 4. April 2011
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Das Kind in der 17-jährigen Ree zeigt seine allerletzten Spuren in den Zügen des Mädchens, die Augen jedoch sind bereits die einer willensstarken Frau. Eine Frau, die sich in einer Welt, die mit "unbehütet" noch harmlos umschrieben ist, behaupten muss. Dieser Kosmos aus archaischen Machtstrukturen ist in den Ozark-Mountains angesiedelt, einer dünn besiedelten, ärmlichen Gegend in Missouri, der dieser Film jede ländliche Idylle verweigert. Die Kälte ist stets präsent, nicht nur in der winterlichen Starre der Natur, sondern besonders dann, wenn sich die Kamera und Ree den heruntergekommenen, willkürlich verstreut liegenden Behausungen der Bewohner dieser Wälder nähern, wo verrottender Konsummüll und alte Autos das Territorium abstecken, das in einer anderen Welt Hof und Garten sein darf und den einzigen Hinweis auf die Welt der Shoppingparadiese gibt. Barbies Frisiertisch aus verblasstem, sprödem Kunststoff spottet Hohn, denn die gewalterfahrenen und stets wachsamen Gesichter der Frauen scheinen Spiegel zu vermeiden. "Lauf weg Ree!" möchte man rufen, "lauf so weit du kannst, denn sonst wirst du enden wie sie", wie diese verzweifeltharten Frauen, die in den Trümmern ihres Lebens hausen, das von Manndarstellern dominiert wird, die zwar schnell mit der Waffe (oder der Axt, oder der Faust...) hantieren, aber emotional nie über die Sandkastenphase hinausgewachsen sind. Typen, die sie und die Kinder nicht beschützen und ihren Familien direkt oder indirekt am meisten Leid zufügen und die in ihrer Schwäche schon längst zum letzten Mittel gegriffen haben, das ihnen im Überfluss zur Verfügung steht: Gewalt. Aber das kluge Mädchen, in derem zielstrebigen Agieren niemals Unterwürfigkeit mitschwingt, kann nicht. Zwar ist sie ein Fremdkörper, aber ihre Verstrickung in diese Gesellschaft, deren Menschen alle miteinander versippt sind, ist zu tief.

Ree Dolly (von Jennifer Lawrence mit Wucht verkörpert) lebt mit ihrer ganz in sich zurückgezogenen Mutter und ihren kleinen Geschwistern in einer dieser Behausungen. Die Last des Familienlebens liegt allein auf ihren Schultern, besonders die Sorge für ihre kleinen Geschwister, denen sie neben prosaischen Dingen wie schießen und das Häuten und Ausnehmen von Eichhörnchen auch Stolz beibringt: "Bittet nie um etwas, das einem angeboten werden sollte!" Ihr Vater macht, was nahezu alle Männer in dieser Gegend machen, in der nie der Hauch eines Wirtschaftswunders wehte: er panscht Crystal Meth zusammen, eine Droge, die den schwebenden Niedergang der Gegend in die Senkrechte bringt. Nachdem Ree gegen mehrere dicke Mauern des Schweigens angerannt ist, wird ihr klar, dass ihr Vater gegen die ungeschriebenen Gesetze dieser auch seelisch verwahrlosten Gegend verstoßen hat und mit seinem Leben dafür bezahlte. Dass er tot ist, muss sie nun beweisen, denn nur so kann sie die Vertreibung vom immerhin noch eigenen Grund und Boden (den Vorfahren sei Dank) vermeiden, den der Vater als Teil seiner Kaution benutzt hat. Erscheint er nicht zur Gerichtsverhandlung, ist alles dahin. Sie muss ihn finden, um ihre Familie vor Obdachlosigkeit zu bewahren. Diese Suche, von der vor allem die Frauen sie auch mit brutalen Methoden abhalten wollen, führt sie bis zum Boss der Gegend, der ihr lebensbedrohlich nahekommt, ohne dass er bereit ist, das Mädchen auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Teardrop, den etwas Dunkles, Zerstörerisches umgibt, was nicht nur an seinem Drogenkonsum liegt, kommt ihr schließlich widerwillig zu Hilfe, er bürgt für die Tochter seines verschwundenen Bruders und hilft ihr bei der Suche nach dem Toten. Als er auf dem alten Friedhof nach einem frisch aufgeworfenen Hügel sucht, flackert ein Widerschein vergangener gesellschaftlicher Kultur auf, es ist derselbe, der sich in goldenen Eheringen, auf alten Fotos und beim Klang des Banjos zu Bluegrass-Balladen zeigt. Diese Momente sind jedoch selten, und ein Grab auf dem Friedhof hat man dem Verräter nicht gegönnt. Es sind dann aber doch die Frauen um den Boss, die Ree zur Leiche ihres Vaters führen. Und wenn auch ganz zum Schluss vielleicht ein Hoffnungsfunke glimmen mag, zunächst muss Ree ganz tief in die Abgründe der Qualen steigen, die Menschen für seinesgleichen bereithalten können und diese dadurch für immer beschädigen. "Have a lucky day" als Werbedruck auf einer Tüte kann grauenvoll zynisch sein.

Debra Granik hat sich mit diesem schonungslosen Independentfilm in die Liga der Meister ihres Fachs katapultiert und etwas Außergewöhnliches geschaffen, in dessen Mittelpunkt das Talent der jungen Hauptdarstellerin außerordentlich zur Geltung kommt. Aber auch alle anderen Darsteller, darunter einige Laien aus der Gegend, in der gedreht wurde, sind sehr gut besetzt; nicht zu vergessen die Hunde, die das ihre dazu beitrugen, etwas Wärme in den Film zu tragen.

"Frozen River" könnte mit diesem Film verschwistert sein und Ray Eddy (Melissa Leo) eine ältere Ree Dolly, die sich dann doch nicht genügend vorgesehen hat.

Ein zart blühender Strauch ist das letzte Bild in Winter's Bone, den aber nur jene zu sehen bekommen, die diesen Film auch durch das Beachten des Abspanns würdigen.

Der hollywoodferne Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Daniel Woodrell, das die Figur der Ree Dolly noch schärfer und vielschichtiger herausarbeitet und in den Fußstapfen von Steinbecks "Früchte des Zorns" soziale Missstände, aber auch moderne Drogenkriminalität im ländlichen Nordamerika anprangert. Hoffnungslosigkeit und tatsächliche oder vermeintliche Chancenlosigkeit brechen die Menschen. Sowohl Film als auch Buch sind keine Geschichten über diese Menschen, wir werden unmittelbar in diese Leben hineingezogen. Das ist erschreckend, das ist hart - und großartig.

Helga Kurz
4. April 2011
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchenprinzessin unter Wölfen, 18. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Winters Bone [DVD] (DVD)
Eine Märchenprinzessin kämpft für ihre kleinen Geschwister um ihr Haus und riskiert dabei ihr Leben. Wie jede echte Märchenprinzessin, man erkennt eine solche auch im abgenutzten Anorak und zerissener Jean, ist sie hübsch, willensstark, verantwortungsbewußt, loyal und beklagt sich auch unter widrigsten Umständen (fast) nie. Irgendwann nach etlichen, manchmal grausamen Prüfungen, die die Hauptfigur des Films besteht, erkennt ihre meist feindselige Verwandtschaft, daß es sich bei der Heldin um eine echte Märchenprinzessin handelt und gibt ihr, was sie verlangt. Nicht einmal ein Mafiaboss und Drogendealer ist schließlich imstande, einer solchen etwas zu verweigern. Trotz meiner respektlosen Synopsis des Films und dessen sparsamer Handlung, gebe ich fünf Sterne. Der Grund: während der Dauer des Films litt ich mit der Heldin und vergaß das Umfeld, und das ist mir in einem Film schon seit langem nicht passiert. Das stimmige, unterkühlte, aber nicht emotionslose Spiel der Hauptdarstellerin, die guten Nebendarsteller, das realistische Umfeld, (Vorgärten in denen das Unkraut durch Auto- und Motorbootwracks wächst, gehören in manchen ländlichen Gegenden der USA und Kanadas durchaus zum Straßenbild) und der Kampf der eben nicht mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten Heldin gegen die Möglichkeit des Familien- und Hausverlustes, also etwas, was auch normale Menschen durchaus treffen kann, haben zu dieser Ausblendung des Umfelds für die Dauer des Films beigetragen. Freilich, um diese Atmosphäre des Films auf sich wirken zu lassen, muß man Details sehen können und und auch sehen wollen, eine Fähigkeit die durch die filmische Alltagskost nicht eben trainiert wird. Fazit, ich kann den Film sehr empfehlen. Liebhaber schneller Schnitte und jugendlicher Allmachtsphantasien sollten ihn aber meiden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Packendes Drama, 1. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter's Bone (DVD)
Kein Hollywood Kitsch. Die Verfilmung der "White Trash" Gesellschaft Amerikas. Der Blick ist ungeschönt. Die Atmosphäre wirkt düster. Jennifer Lawrence spielt überzeugend die Rolle der Ree Dolly. Selbstlos, mutig, fast aufopfernd sucht sie nach ihrem verschwunden Vater. Sie kann sich auf niemand verlassen, außer auf sich selbst. Voller Fürsorge hat sie dabei immer ihre jüngeren Geschwister im Blick. Mit der depressiven Mutter an ihrer Seite fehlt es ihr an Hilfe und Halt.
Das erschütternde an diesem Film ist, dass es so ein Schicksal tatsächlich geben kann. Rohe Gewalt, ein Netzt aus Lügen und Intrigen und Kinder, die sich selbst "groß ziehen" müssen. Die aber auf sich alleine gestellt, schneller reifen und erwachsen werden... als sie sollten...
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Winter's Bone von Debra Granik (DVD - 2011)
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