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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ballade der Gewalt und Hoffnungslosigkeit- unvergesslich
Ein unvergleichlich verstörendes Sozial- und Rachedrama.
Gott sei Dank, es gibt sie noch die aufrüttelnden, sich ins Gehirn brennenden Filme die ohne Rücksicht auf den vom klebrigen Zucker des Mainstream schon übersättigten, eingeschläferten Zuschauer, ihren eigenen kompromisslosen Weg gehen und noch lange nachwirken.
Eine Perle...
Vor 21 Monaten von RUMBURAK veröffentlicht

versus
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwei halbe Filme machen keinen ganzen
Nachdem ich 'Red, White & Blue' gestern gesehen habe und mir der Film noch immer ein wenig im Kopf rumgeistert, möchte ich nun auch meine Erfahrungen erläutern, um für den ein oder anderen Interessierten ein Kaufargument oder -gegenargument zu liefern.

Grundsätzlich finde ich es schwer, diesen Film fair zu bewerten, weil er eigentlich zwei...
Veröffentlicht am 3. August 2011 von Matthias DPunkt


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ballade der Gewalt und Hoffnungslosigkeit- unvergesslich, 11. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
Ein unvergleichlich verstörendes Sozial- und Rachedrama.
Gott sei Dank, es gibt sie noch die aufrüttelnden, sich ins Gehirn brennenden Filme die ohne Rücksicht auf den vom klebrigen Zucker des Mainstream schon übersättigten, eingeschläferten Zuschauer, ihren eigenen kompromisslosen Weg gehen und noch lange nachwirken.
Eine Perle des Independent Films, wie sie uns Labels wie "Störkanal", "Bildstörung" oder "Kino Kontrovers" immer wieder präsentieren.
Wir alle sitzen bisweilen gelangweilt am Frühstückstisch, lesen Zeitung und sind kurzzeitig aber in homöopathischer Dosis gegruselt und angewidert von Schlagzeilen wie "Zerstückelte, kopflose Leiche im Wald gefunden, bisher keine Hinweise!" oder ähnliche Nachrichten.
Dann schütteln wir kurz den Kopf, sind empört-- und wenden uns dann wieder den wirklich wichtigen Dingen, bestehend aus unserem warmen Kaffee, und dem belegten Brötchen zu, geborgen in unserem so aufgeräumten Lebensentwurf.
"Red White Blue" zeigt nackt und roh, welche gequälten Seelen und von der Gesellschaft ignorierten Lebensdramen hinter so einer Headline stehen.
Und wie der Weg hin zu solchen Mordtaten, zu Grausamkeit und psychischer- und physischer Zerstörungskraft so tragisch banal, so unabweichlich, so ausweglos auf den Abgrund zusteuernd, jeden Tag irgendwo neu einen Anfang nimmt.
Bis zum Schluss unentdeckt vor unseren Augen.
"Red White Blue" ist von einer grossen Beiläufigkeit.
Sachlich, emotionslos beobachtet die Kamera nur bruchstückhaft verschiedene, gescheiterte Lebensbiograhien, Situationen.
Schert sich nicht um die Befindlichkeiten ihrer Protagonisten, bleibt kalt und sachlich, obwohl sie meisterhaft und mit einem "Lars von Trier" vergleichbar jede kleine Veränderung eines Gesichtsausdrucks übermittelt.
Eine Musik gibt es nicht, bis auf ein paar geschickt eingesetzte seltene Pianoklänge. Sehr viel der packenden Atmosphäre wird auch mit Stille erzeugt.
Lauernd und hinterhältig hält der Film den Zuschauer in einer schweisstreibenden, nervösen Vorahnung um letztendlich wie ein Gewitter loszubrechen.
Die Banalität der abstossenden Grausamkeiten,ihre vielleicht noch mehr erschreckende Zwangsläufigkeit, trifft den Zuschauer wie ein Blitz.
Äusserst überlegt und durchdacht wird hier niemals explizit draufgehalten, niemals ist sie Selbstzweck sondern Ausdruck und einziger eruptiver Handlungsspielraum der verstümmelten, chancenlosen Charaktere die sich allesamt auf dem rasenden Weg in einen Höllenabgrund befinden.
Furchtbare Täter und furchtbare Opfer zugleich.
"Red White Blue" erzählt von Menschen, die wir vielleicht jeden Tag auf der Strasse sehen.
Menschen die von Anfang an, schon als Kind gebrandmarkt, ausgestossen, sozial verabscheut, und ohne Perspektive sind, irgendetwas ändern zu können.
"Du weist nicht, was ich schon erlebt habe. Hast du jemals einer Spinne zwei Beine ausgerissen um zu sehen, wielange sie noch weiter krabbelt? Hast du jemals einen Hund lebendig begraben nur um zu sehen welche Anstrengungen er unternimmt? All dies habe ich schon getan."
Die leeren, emotionslosen Augen einer Person namens Nate sagen jedem, daß er dies ernst meint.
Nate ist ein traumatisierter Kriegsveteran ,der im Irakkrieg kämpfte, isoliert und ohne Bezug zur Außenwelt, einsam, gefährlich, unberechenbar.
Und doch ist er der letzte Hoffnungsträger von Erica, ein vielleicht zwanzigjähriges Mädchen auf der Suche nach ein wenig menschlicher Wärme und einem Gegenüber, der nicht sofort mit ihr schlafen will und sie nicht als sexuellen Gebrauchsgegenstand sieht.
Ericas Leben, besser Existieren ist die Strasse, die nächtlichen Bars, die schnellen Sex -Kontakte in schmutzigen Absteigen, auch der käufliche Sex. Prostitution wahllos und gefährlich.
Ein lebende Sterbende so hoffnungslos und ruiniert im Drogen- und Alkoholrausch, bereits als Kind missbraucht und ohne einen Lichtstrahl der Zuversicht auf der Überholspur ins Nirgendwo.
Die kalten bunten Neonlichter der Bars, den Sex und die falschen geheuchelten Gefühle zwischendurch, das ist ihr Alltag- und auch ein Teil ihres Hasses und ihrer Rache am Leben. Denn auch sie ist Opfer und Täter in einer Person .
Eine unglaublich beeindruckend dargestellte Tristesse.
Und nun scheint doch ein wirkliches Näherkommen, vielleicht eine Verliebtheit in diesen ebenfalls Ausgestossenen Nate möglich zu sein.
Nate möchte sie eigentlich nur in den Arm nehmen. Sie fühlt sich von diesem selbst so zerstörten, unheimlichen, hager und ausgemergelten, schweigsamen Fremden als Mensch erkannt.
Doch wie wir im Laufe des Films erkennen werden und eigentlich von Anfang an vermittelt bekommen ist dieser Film gnadenlos, denn das wirkliche Unheil, der Untergang ist zu diesem Zeitpunkt schon lange vorprogrammiert ,um genau zu sein bereits in den ersten Bildern des Films.
Die Vergangenheit holt jeden ein.
Eine weitere Lebensgeschichte wird in den Film eingeflochten.
Ein junger Musiker auf Tournee mit seiner erfolglosen Band, auch er entwurzelt, ohne Zukunftschancen sich treiben lassend.
Ablenkung vom trostlosen Alltag suchend, dem Rausch von One- Night Stands, Drogen und durchzechten Nächten verfallen.
Er bekommt die erschütternde Diagnose gestellt: HIV- Positiv.
Der ungeschützte Sex mit Unbekannten zeigt sein niederschmetterndes Ergebnis.
Als Blutspender für seine krebskranke Mutter, ist diese einzige richtige Bezugsperson ebenfalls von der Krankheit betroffen. Er wird eine verhängisvolle Entscheidung treffen. Wer ist die Person die ihn ansteckte?
Aus diesen unterschiedlichen, tragischen Figurenkonstellationen entwickelt sich ein Gewittersturm, der beim Zuschauer noch tagelang nachwirken wird.
Könnte man jetzt vielleicht meinen, der Fim wäre an komprimierter Dauerbetroffenheit zu überladen, überfrachtet, so ist dies niemals der Fall.
Nichts an diesem Film scheint zuviel, überflüssig.
Atemlos spannend, bedrückend und nervenzerrend nimmt er uns jede Sekunde gefangen. Eine Schauspielerleistung die sprachlos macht. In jeder Facette, fast schon unheimlich grandios und authentisch.
Besser als es bekanntere Schauspieler je zuwege bringen können, liefern die Darsteller eine Tour de Force, in dem sie uns ihre Körper und Seelen rücksichtslos nackt und verletzlich präsentieren.
Geschundene, gefolterte Körper, Gesichter, Gefühle.
Alle werden entweder blutig körperlich oder in ihrem Geiste zerstört werden.
Und wenn am Ende ein Hochzeitsbild, ein fast schon schauerlich deplaziertes Sinnbild eines bürgerlichen oder geordneten Lebensentwurfs in Flammen aufgeht, dann wissen wir Zuschauer, es hat mit der Präzision eines Uhrwerks genau so kommen müssen.
Niemals gab es eine Möglichkeit aus dieser Spirale nach unten auszusteigen.
Das entsetzliche Ende von Anfang an vorgezeichnet, grotesk abstossend, unausweichlich konsequent.
Kein Film für Menschen, die aufgrund der mehr als gerechtfertigten Altersfreigabe Blutbäder erwarten, aber hochintelligente, unvergesslich verstörende 100 Minuten für den Zuschauer von anspruchsvollen Filmen eines Lars von Trier, von seelenzerfasernden Meisterwerken wie "Requiem for a Dream" oder "Irreversible". Zerbrochene Illusionen, Schmerz, Angst, versteckte Sehnsucht, Zerstörung, Rache, Tod und Dahinsiechen, Grausamkeit und die immerwährende herzzerreissende Suche nach Liebe, echten Gefühlen in einer herzlosen, gefühlsmässig pervertierten und verkrüppelten Welt.
Davon handelt dieser Film.
Sie, lieber Interessent ,werden an diesen anderthalbstündigen Einblick in die Hölle denken und wie nah, quasi vor der nächsten Haustür sie sich auftun kann.
Spätestens wenn sie bei einem wärmenden, behaglichen Frühstückskaffee, die Zeitung aufschlagen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk !!!!, 29. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
RED WHITE & BLUE ist ein Film, der einen sprachlos zurücklässt. Ich habe selten solch einen kompromisslosen und nihilistischen Film gesehen, der auch nach dem Abspann solch einen starken und nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Am besten schaut man sich den Film mit so wenig Infos bezüglich der Inhaltsangabe an, um sich nicht die Überraschungen zu verderben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gottes gnadenloser Racheengel, 4. Oktober 2012
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
In Austin lebt die junge Erica von der Hand in den Mund. Immer auf Zimmer- und Arbeitssuche schlendert sie durchs Lebens. Ihr Nacht- und Liebesleben sieht ähnlich chaotisch aus. Dann lernt sie den älteren Nate kennen, der sich um sie bemüht. Nate hat eine sadistische Ader mit einen Beschützerinstinkt. Immer wieder beteuert der Kriegsheimkehrer Nate seine Zuneigung. Langsam kommen sich Erica und Nate näher.

Der dritte im Bunde dieses Dramas ist der junge Frank mit dem Erica mal einen One-Night-Stand hatte. Er fühlt sich für einen kurzen Augenblick auf der Gewinnerseite des Lebens. Muss sich dann aber sagen lassen, dass er HIV-Positiv ist. Sein Zorn richtet sich gegen Erica.

Die verfahrene Geschichte erfordert Aufmerksamkeit. Holprige Dialoge und nicht immer schlüssige Handlungen lassen die Charakteren ambivalent erscheinen. Düstere Alltagsbilder helfen nicht dabei durchzublicken und generieren eine düstere Stimmung. Heimlich schleicht sich die überraschende Wendung in den Handlungsstrang und wirkt auf alle Beteiligten wie ein Klospülung. Regie und Schauspielern ist trauriges Gegenwartsbild von der USA gelungen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Knallhartes Drama mit kleinen Schwächen, 6. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
Jede Nacht ist Erica unterwegs. Sie schläft mit nahezu jedem Mann, der sie anspricht. Doch glücklich ist sie mit ihrem Leben nicht. Erst als sie ihren verschlossenen Nachbarn Nate kennenlernt, scheint sich ihr Blatt zu wenden. Doch eines Tages erscheint einer ihrer zahllosen One Night Stands mit einigen unangenehmen Fragen...

Zweifellos ein gelungener Film, der es seinem Zuschauer jedoch nicht einfach macht. Hier kommt es auch auf die eigene Erwartungshaltung an. Erwartet man aufgrund diverser Kritiken einen bluttriefenden Splatterstreifen, wird man auf jeden Fall enttäuscht sein. Zwar gibt es durchaus harte Szenen, diese treten aber erst gegen Ende auf. Wer hier ein Sozialdrama erwartet, wird jedoch genau durch diese Szenen abgeschreckt. Man sollte sich einfach auf einen schwer verdaulichen, kontroversen Film einstellen, dann kommt man hier auf seine Kosten.
"Red, White and Blue" lässt sich viel Zeit, für manche vielleicht zuviel Zeit. Die erste Stunde passiert hier nicht viel, bis die Ereignisse sich im letzten Drittel plötzlich überschlagen. Dennoch kommt der Film meiner Meinung nach ohne allzu große Längen aus, was hauptsächlich an den großartigen Darstellern liegt. Amanda Fuller und vor allem Noah Taylor zeigen absolut überzeugende Leistungen. Auch handwerklich ist der Film größtenteils gelungen, auch wenn der teils recht abrupte Schnitt sowie die stellenweise etwas verwirrende Erzählweise nicht gänzlich überzeugen können.

Die DVD zeigt den Film ungeschnitten. Bild und Ton sind prinzipiell in Ordnung, allerdings ist die deutsche Synchronisation doch etwas dürftig geraten. Vor allem Noah Taylor und diverse Nebenfiguren wurden wirklich billig und unpassend eingedeutscht. Ich empfehle auf jeden Fall die Originalfassung (natürlich wahlweise mit deutschen Untertiteln).

Fazit: Brutaler, eigenwilliger Mix aus Rachethriller und Sozialdrama. Zum Meisterwerk fehlt noch ein kleines Stück, aber wer auf kontroverses Independentkino steht, der wird hier zufrieden sein.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie ein Tritt in die Familienjuwelen., 28. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
Okay, eins vornweg: das hier ist kein Feelgood-Film. Eher ein Tritt in die Familienjuwelen. Und zwar mit Schmackes. Hier gehts um Aids, Krebs, Folter und Mord. Was als fast zarte Liebesgeschichte zweier Außenseiter beginnt, wird zu einem grausamen Foltertrip in die Abgründe der menschlichen Seele. Aber wir reden hier nicht von plakativem Torture-Porn-Mist a la Hostel, sondern von einem zutiefst menschlichem Drama. Sicherlich für viele nur schwer zu ertragen, aber auf jeden Fall ein kleines Meisterwerk.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwei halbe Filme machen keinen ganzen, 3. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
Nachdem ich 'Red, White & Blue' gestern gesehen habe und mir der Film noch immer ein wenig im Kopf rumgeistert, möchte ich nun auch meine Erfahrungen erläutern, um für den ein oder anderen Interessierten ein Kaufargument oder -gegenargument zu liefern.

Grundsätzlich finde ich es schwer, diesen Film fair zu bewerten, weil er eigentlich zwei Filme in sich trägt. Da wäre die erste Stunde, die sich ganz der Figurenzeichnung widmet und dann wären da die letzten 40 Minuten, die sich der Schlachtung dieser Figuren verschreibt.
Die ersten 40 Minuten lässt Simon Rumley sich viel Zeit für die Charaktere, zeigt ihre Lebenswege nahezu schmerzhaft realistisch und lässt für alle Figuren Empathie aufkeimen. Die Darsteller kommen dabei ohne große Gesten aus und wirken trotzdem sehr glaubhaft. Ohne nun konkrete Inhalte verraten zu wollen, sollte nur erwähnt werden, dass die Minuten 40 bis 60 dann zeigt, wie das Leben der Figuren auf verschiedene Weisen durch Schicksalsschläge kippt. Es folgen 40 Minuten Gewalt und die Frage, wieso Rumley aus der guten ersten Stunde nicht einfach ein gutes Drama weiterentwickelt hat.
Simon Rumley tappt hier in eine Falle, in die schon andere große Filmemacher getappt sind. Auch Robert Rodriguez hatte mit seinem 'From Dusk Till' Dawn einen Gangsterfilm, der sich ab der Hälfte plötzlich in einen Vampirslasher verwandelt. Mir persönlich gefallen derartige drastische Umbrüche in Filmen nur ganz selten. Und so ist es auch in 'Red, White & Blue'. Hier haben wir es mit einem stillen, schwer zugänglichen Drama zu tun, das sich etwa ab der Hälfte in eine gewalttätige Tour de Force verwandelt. Und genau bei diesem Bruch verliert der Film an Glaubwürdigkeit.

SPOILER!

Wieso muss die angehende Band beispielsweise den Körper von Erica in verschiedene Teile schneiden und warum behält jeder von ihnen einen Teil? Nur damit ihr verrückter Freund (heimlicher Soziopath und Trauma aus dem Irakkrieg, um das Klischee abzurunden) auch wirklich einen Grund hat bei jedem von ihnen vorbeizuschauen und sie zu foltern? Nach Logik sucht man in den letzten 40 Minuten vergebens. Warum lässt der liebende Familienvater bitte einen Teil der Leiche im Kofferraum seines Wagens und fährt damit nach Hause? Warum schickt er den Verrückten auch bei allen anderen Kumpels vorbei und nicht nur bei Ericas Mörder?

SPOILER ENDE!

Die Ungereimtheiten, die sich in der zweiten Hälfte auftun machen eines deutlich, was den Film tief herabsenkt: Hier wird Gewalt nicht als ein Mittel zur Kritik eingesetzt, wie es bei anderen Dramen mit gewalttätigem Finale (etwa 'Ex Drumer' von Koen Mortier) passiert. Hier wird die Handlung mit der Brechstange verbogen, um irgendwie Gewalt unterbringen zu können. Die Gewalt wird somit zu einem Selbstzweck und ist meiner Meinung nach fehl am Platze.
Der Film hat als Gesamtkonzeption eigentlich nur zweieinhalb Sterne verdient, weil die erste Hälfte gut, die zweite Hälfte überflüssig ist. Doch einen halben Stern gibt es für die schöne musikalische Untermalung. Diese passt sich trotz einer minimalistischen Pianotonspur der Stimmung der jeweiligen Szene an und reicht somit von tragisch mitfühlend bis zu verstörend und hart gespielt.
Drei Sterne für einen Film, der fast sein gesamtes Potential auf halber Strecke verspielt.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intensiv und Gnadenlos!, 19. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
Wer sich das das Titelbild der DVD genauer betrachtet kommt schon auf die Idee, dass der Film nicht für sanfte Gemüter ist. Ihn in eine Kategorie pressen zu wollen ist meiner Meinung nicht sinnvoll. Auf jedenfall lässt er den Betrachter nicht kalt und zieht ihn mit. Ich möchte nicht viel über den Inhalt schreiben, denn sonst würde ich zuviel verraten da die Story schnell erzählt ist. Viel interessanter ist das wie! Was ich faszinierend fand ist, dass die Charaktere nicht direkt vorgestellt werden, sondern der Zuschauer erst nach und nach Einblick in ihr Leben bekommt. Vor allem die Handlungen der beteiligten Charaktere wird durch die eine Reihe unglücklicher Ereignisse (die sich ab einem Punkt überschlagen und nicht immer so eindeutig zu interpretieren sind, wie man zunächst meinen könnte) motiviert. Man wird immer mehr in den Film reingesogen und am Ende denkt man nur noch : "was war das denn". Er lässt einen einfach nicht los. Es gibt einige mehr oder weniger explizite, brutale Szenen. Diese halten sich in Grenzen und kommen nur am Ende vor. Vor allem sind es keine Szenen wo es ekelhaft wird. Der Regisseur hat es wunderbar hinbekommen nicht alls explizit zu zeigen, sondern nur soviel, dass der Zuschauer sich den Rest denken konnte. Das fand ich sehr gut!
Am Ende bleibt ein Film mit durchaus Anspruch, der auf jedenfall sehenswert ist!
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen NICHT den trailer ansehen vorher!, 3. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
leute macht nicht den fehler und schaut euch bevor ihr den film schaut den trailer an, der verrät zuviel! einfach den (ziemlich guten) film ansehen und sich auf was gefasst machen. [EDIT]ich weiß das das keine rezension ist aber ich hab den trailer vorher gesehen und wusste daher schon was passiert und das ist bei dem film einfach nicht zu empfehlen.[EDIT]

zum film selbst: sozialdrama das langsam aber sicher abgleitet in eine recht gewalttätige sache ... mehr möchte ich dazu nicht sagen. einfach ansehen, aber man sollte wissen es wird teilweise sehr brutal. keine gute-laune film, aber sehr interessant.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Red, White & Blue", 11. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
"Red, White & Blue" ist ein ungemütliches aber über weite Strecken auch leider ziemlich langweiliges Rachedrama. Die Einführung der Charaktere dauert viel zu lange und wird zudem recht ereignislos dargestellt. Es verläuft alles relativ belanglos und man hat es zunächst nur mit hässlichen Menschen und sehr sparsamen Dialogen zu tun. So ist die erste Phase, die immerhin fast eine Stunde andauert, recht anstrengend und die Geduld des Zuschauers wird schon ein wenig strapaziert. Im zweiten Teil geht es dann ans Eingemachte und man bekommt eine derbe und gewaltsame Racheaktion präsentiert.

"Red, White & Blue" kommt leider zu spät in Fahrt. Ein wenig von der Intensität der Schlussphase hätte dem Film auch Zwischendurch nicht geschadet und die Einführung der Charaktere hätte man durchaus interessanter gestalten können.

4 von 10
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6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen gefällt mir überhaupt nicht, 30. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Red, White & Blue - Störkanal Edition (DVD)
Ich verrate hier eigentlich die komplette Handlung also wer den Film sicher bald schauen will muss wissen, ob er das hier lesen will. Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung habe was es mit diesen Störkanal-Filmen auf sich hat. Vielleicht ist es einfach zu hohe Filmkunst für mich, aber ich fand den Film sehr schlecht.
Ich habe mit Freunden zum Spaß auch schon mal einen Film gedreht. Wir hatten eine gar nicht mal so schlechte Kamera zum Filmen, doch leider flackerte das Bild nachher beim anschauen in vielen Szenen. Und dann seh ich genau dieses Flackern in so einem Profi-Film!
Auch die Dialoge sind meiner Meinung nach schlecht! Sie sind zwar nicht so "überzogen" sondern realistischer- und das ist eigentlich gut, doch es kommt nicht zu selten vor, dass sie nur aus 4 Sätzen bestehen! Und aus solchen Dialogen besteht der Film. Die ersten 70 Minuten wird die handlung also nicht richtig voran gebracht. Man lernt zwar die Charaktere gut kennen, aber das hätte man auch alles in der Hälfte der Zeit erzählen können (man hätte z.B. ein paar der etlichen [/angedeuteten] Sex-Szenen weglassen können)
Den Soundtrack finde ich eigentlich ok, da das Klavier-geklimper, auch wenn es keine "richtige" Musik ist, die Verstörtheit im Film gut rüber bringt.
Aber die Handlung finde ich schlecht. Als einer von 4 Freunden ein Mädchen tötet, weil es ihn und 2 andere mit HIV angesteckt hat, sagt er zu den anderen sinngemäß: "Hey, wir sind doch Brüder. Ihr lasst mich doch jetzt nicht hängen, oder?" und dann kommt eine neue Szene und seine Freunde unternehmen nichts(!!),sondern jeder versteckt einen Teil der Leiche bei sich zu Hause. Als dann ein Freund des Mädchens seinen Rachefeldzug startet kann man am Ende sehen, wie er dem wahren Mörder(nachdem er die anderen 3 getötet hat) die Haut abschält. Dank einer großzügigen Nahaufnahme ist dabei der komplette Bildschirm von schwarzer Farbe erfüllt und man kann gar nicht richtig sehen, was passiert. Mein letzter Punkt, den ich bemängele: Die Kamera filmt meistens nicht genau die Hauptaktion, sondern meistens ein bisschen versetzt. Natürlich kann das auch gewollt und Kunst sein, aber mich hat es genervt.
Vielleicht habe ich mich auch nur nicht gut genug in den Film "reingefunden" und ihr seht das ganz anders, denn ich kann mir schon vorstellen, dass der Film auch auf seine Art spannend und gut ist. Aber weil er sonst soo viel gelobt wird, bekommt er von mir nur einen Stern.
Grüße
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Red, White & Blue - Störkanal Edition
Red, White & Blue - Störkanal Edition von Noah Taylor (DVD - 2011)
EUR 9,87
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