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am 7. April 2011
Gestern abend habe ich mir "The Road" nun endlich selbst angesehen. Vorab zu erwähnen ist: Ich liebe Filme/Spiele/Bücher zum Thema Endzeit/Zombies/Weltuntergang etc. und ich habe es gern actionreich, spannend und blutig. "The Road" bietet definitiv wenig von vorgenanntem, außer halt der Endzeit und ein wenig Spannung. Filme aus dem Bereich "Drama" meide ich eigentlich größtenteils.

Doch dann sah ich "The Road". Der Film fackelt nicht lange, zeigt keine große Vorgeschichte und schmeißt einen gleich in den Altag von Vater und Sohn: Total verdreckt auf zerfallenen Straßen, Angst vor jedem Fremden, sich versteckend vor Banden, Kannibalismus als Hauptnahrungsquelle vieler Anderer. Hier macht Endzeit definitiv KEINEN Spaß. Hier rennt kein macheteschwingender Held durch die Gegend (Book of Eli) und es gibt auch keine aufgemotzten Buggies (Mad Max) und natürlich auch keine Mutanten/Vaults/Waffen an jeder Ecke (Fallout [PC Spiel]).

"The Road" zeigt uns das vllt. realistischste Bild der Endzeit. Die letzten Überlebenden sind verzweifelt. Sie haben Angst. Viele sehen aus Hungersnot nur noch ein Ziel: Kannibalismus. Niemand weiß so recht wo er hin soll. Nirgendwo ist man sicher und die Ziele die man sich in dieser Welt setzt, sind minimalistisch. Eigentlich ist nur der Tod eine Erlösung. Und das geht unter die Haut. Für mich als Endzeit-Fan stell ich mir die Frage "Warum finde ich dieses Szenario so toll?". Da ist nichts tolles dran! Es ist halt nur der Unterhaltungswert vieler Filme/Spiele und vor allem die Bilder, die so unter die Haut gehen, was mir so gut gefällt.

Und hier sind wir beim (für mich gesehen) Höhepunkt des Films, bzw. aller Endzeitfilme: Die Bilder! Während "Book of Eli" nur Amerikanische Einöde im Farbfilter zeigt, protzt "The Road" gradezu mit verstörenden Bildern von heruntergekommenen Städten, zerstörten Straßen, verfallenen Schiffen...! Absolute Bildgewalt, die dazu beiträgt diesen Film noch "unerträglicher" zu machen. Und dieses Wort ist trotz der 4 Sterne richtig gewählt. Es macht keinen Spaß diesen Film zu sehen, er ist schwere Kost, die z.B. meine Frau nicht komplett ertragen wollte. Der Film ist größtenteils traurig, niederschmetternd und wird nur selten von kleinen Freuden erhellt.

Jedem anspruchsvollen Filmegucker der Interesse am Thema "Endzeit" hat, sei dieser Film wärmstens empfohlen. Wer Mad Max 4 erwartet, ist hier falsch. Und wer sich zu leicht runterziehen lässt, sollte ebenfalls gut überlegen, ob er diesen Film sehen möchte. Mir als Fan von Action und Gemetzel hat er trotzdem gut gefallen. Denn Anspruch ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für mich.

Würde "The Road" nicht in der Endzeit spielen, hätte es von mir weniger Sterne gegeben, bzw. hätte ich mir den Film garnicht angesehen. Doch so habe ich ein anderes Bild vor Augen geführt bekommen, eins das die Endzeit nicht "cool" erscheinen lässt. Ich hoffe, dass wir sowas niemals erleben müssen.

Danke fürs Lesen!

Delfman
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am 5. Februar 2013
Negative Kritiken sind manchmal hilfreicher als 5* Lobgesänge und so wurde ich von The Road absolut nicht enttäuscht. Mir gefällt der Film, da er das Thema Endzeit ohne große Effekthascherei und Eyecandy-Action anpackt und beeindruckend darstellt, was für Konsequenzen sich für eine Ex-Zivilgesellschaft nach dem großen Blackout entwickeln können. Dies gelingt ihm durch die stimmungsvollen Aufnahmen der Landschaften und Städte bzw. was davon übrig ist und das intensive Schauspiel von Viggo Mortensen (Indian Runner) & Kodi Smit-McPhee.
Was letztlich die Katastrophe ausgelöst hat, bleibt unbeantwortet, es spielt keine Rolle und es interessiert die beiden Hauptfiguren zurecht auch nicht, denn es würde an ihrer hoffnungslosen Situation nicht das geringste ändern. Vater & Sohn sind auf einer Reise, der Suche nach einem besseren Ort um das Überleben zu sichern, denn der nächste Winter droht. Die schrecklichen Erfahrungen die beide in der Vergangenheit erlebten, sind in ihre Gesichter gezeichnet und der Zuschauer kann es "ablesen". Die Gefahr geht nicht nur von Hunger und zerstörter Infrastruktur aus, sondern stark von anderen Menschen die sich zu Clans verbunden haben und Jagd auf Menschen betreiben. Anderen zu vertrauen kann tödlich enden... und behindert jedoch zugleich den Wunsch, noch andere Menschen zu finden, die ihre Menschlichkeit noch nicht verloren haben. Niemand traut dem Anderen, jeder ist sich selbst der Nächste, fressen und gefressen werden. Mir hat auch das Ende gefallen, denn es lässt durchaus Freiraum für eigene Interpretationen denn die äußeren Umstände, Gefahren & Bedrohungen verschwinden nicht einfach. Der Kampf ums überleben geht weiter.

Das Bild der Blu-ray ist geprägt vom Einsatz der Farbfilter die je nach Situation den Eindruck massiv verstärken, die Endzeitaufnahmen sind bedrückend, trostlos & eintönig. Ich hätte mir etwas mehr Schärfe gewünscht, denn das Bild ist für meinen Geschmack doch etwas zu weich. Der DTS-HD Sound ist druckvoll, die Dialoge verständlich und die Umgebung wird räumlich abgebildet.

Wer Action wie bei "I Am Legend" erwartet ist hier falsch, wer Filme mag wie z.B. "When the Wind blows" oder "The Quiet Earth", sollte einen Blick riskieren.

Die Blu-ray kommt mit Wendecover.
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am 27. September 2011
Bei "The Road" handelt es sich um die Verfilmung einer Erzählung Cormac McCarthys, für die er 2007 den Pulitzer-Preis erhielt. McCarthy schrieb unter anderem das Buch "No Country for Old Men", welches von den Coen-Brüdern verfilmt und mit 4 Oscars ausgezeichnet wurde. Wer die lakonischen Charaktere und die triste Grundstimmung dieses Films gut fand, wird mit "The Road" nicht unglücklich werden.

Technik:

Bild und Ton sind sehr gut und fangen die apokalyptische Welt in ihren grauen Details sehr gut ein. Die Extras der Scheibe sind gut, aber nicht sonderlich umfangreich. Der Audiokommentar des Regisseurs ist hingegen hörenswert und man merkt, dass sich John Hillcoat sehr lange mit dem Thema beschäftigte, bevor er sich an die Umsetzung des Stoffes machte.

Zum Film:

Eine Pistole mit zwei Patronen, mehr ist Vater und Sohn nicht geblieben, um sich in einer verbrannten, sterbenden Welt in der jede Farbe vom Grau der Asche wie ausgelöscht scheint, zu verteidigen. Menschen gibt es kaum noch, wenn ja, sind sie auf der Suche nach Nahrung und Wasser und schrecken nicht einmal vor Menschenfresserei zurück. Der Vater wird getrieben von der Liebe zu seinem Sohn, wird getrieben von dieser Aufgabe, irgend etwas Positives in dieser postapokalyptischen Welt am Leben zu erhalten. Das Buch legt die Vermutung nahe, dass ein Asteroideneinschlag die Erde verdunkelte und alles Leben entweder ausgelöscht und vergangen ist, während die Reste sterbend zurück blieben. So legen sie durch Ruinen, Asche, Schnee und Eis, Kilometer um Kilometer Richtung Meer und Süden zurück - auf der Straße nach Nirgendwo.

Auf ihrer Odyssee begegnen sie mehr Unheil, als der Vater dem Sohn zumuten kann. Eine Aufgabe haben oder aufgeben und untergehen, von mehr erzählt der Film nicht. Selten war der Begriff "eintönig" ein so großes Kompliment für einen Film. Regisseur Hillcoat hält sich dabei fast zu einhundert Prozent an die Grundstimmung und Dialoge des Buches.
Er fängt die düstere, verzweifelte Grundstimmung perfekt ein und übertrifft es an einer Stelle sogar leicht. (Er erklärt, warum sie den Bunker verlassen.) Wie Mortensen (Vater) und Kodi Smit-McPhee (Sohn) die Eintönigkeit in einem sinnlosen Überlebenskampf einfangen, ist einfach grandios. Jede Emotion ist überdeutlich aus den Gesichtern zu lesen, ohne dabei übertrieben zu wirken. Mortensen beweist nach "Eastern Promises"/"Tödliche Versprechen" (Cronenberg, 2007) einmal mehr, wie er quasi im Alleingang einen ganzen Film tragen kann und neben dem sehr guten Kinderdarsteller nicht untergeht, was leicht hätte passieren können. Die Nebenrollen sind ebenfalls hochklassig besetzt: Duvall, Theron und Kilmer bleiben während ihrer Kurzauftritte in sehr guter Erinnerung.

Die meisten Endzeit-Filme entlassen den Zuschauer mit dem angenehm wohligen Gefühl, nach einer Katastrophe könnte es weiter gehen. "Mad Max", "Book of Eli" oder das grottige "2012" sind Beispiele, bei denen vorher oder mittendrin Milliarden Menschen sterben, aber Eines ist gewiss: die Überlebenden werden es richten!
"The Road" hingegen versagt uns dieses erlösende Element. Die Bilder sagen nur eins: Die Menschheit ist am Ende und eigentlich ist der Überlebenskampf aussichts- aber eben nicht bedeutungslos! Denn solange es nur einen guten Menschen gibt, war unsere Existenz nicht umsonst.

Ein Film, über den man lange nachdenken kann und der in seiner erzählerischen Gewalt nachwirkt.
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TOP 500 REZENSENTam 18. Dezember 2010
... fragt der Sohn mehr als einmal den Vater, der nicht nur dessen einzige Bezugsperson ist, sondern das gesamte Weltbild einschließlich der Unterscheidung von Gut und Böse repräsentiert. Der Junge ist vielleicht zehn oder elf Jahre alt und steht für die Zeit nach der Katastrophe, denn er ist erst nach einem nicht näher definierten Ereignis geboren, welches die Zivilisation auslöschte, die Natur zerstörte und die Tiere sterben ließ. Wenige Überlebende ziehen durch das Land auf der Suche nach Nahrung und sonstigen brauchbaren Überbleibseln aus der "Zeit davor". Da nichts mehr wächst und tierische Nahrung ebenfalls fehlt, sind einige Menschen zu Kannibalen geworden. Der Vater, der mit seinem Sohn die Straße immer weiter entlang zieht, um ans Meer zu gelangen, denn "dort soll es besser sein", versichert, dass sie niemals andere Menschen töten, um diese zu essen. "Wie müssen das Feuer bewahren", sagt er zu seinem Sohn und zieht durch den Respekt vor dem menschlichen Leben die Grenze zwischen Gut und Böse.
Der australische Regisseur John Hillcoat (The Proposition - Tödliches Angebot) hat sich in seinem ersten amerikanischen Film auf die Herausforderung eingelassen, den 2007 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman von Cormac McCarthy (Die Straße) dem Buch getreu, ebenso unsentimental und ohne Abschweifungen zu erzählen. Optisch hat er die zerstörte Welt auf monochrome Landschaften reduziert, deren Ödnis hier und da durch den Kontrast farbkräftiger Erinnerungsbilder (der Zeit vor der Katastrophe, als die Ehefrau und Mutter noch lebte) noch verstärkt wird. Gedreht wurde in der durch den Vulkan Mount St. Helen zerstörten Natur, so dass es sich nicht um eine rein computergenerierte Welt handelt.
"The Road" interessiert sich nicht für die Gründe oder Zusammenhänge der umfassenden Katastrophe und er will auch keine postapokalytischen Schlachten á la "Mad Max" oder wie zuletzt in "The Book of Eli" entwerfen. Vielmehr wird erschreckend konsequent und daher für den aufgeschlossenen Betrachter umso eindrucksvoller die Frage behandelt, was aus dem Menschen wird, wenn die (Schutz-)Schichten der Zivilisation Stück für Stück von ihm abfallen und nur noch der nackte Überlebenswille in einer feindlichen Umwelt zurückbleibt. Den Vater hält die Sorge um seinen Sohn am Leben und es ist zugleich die Sorge um eine Menschheit, für die es auch nach dem Ende noch eine Zukunft gibt, weil es noch "das Gute" und "die Guten" gibt.
"The Road" hat ebenso beklemmende, angsteinflößende Bilder der Bedrohung (gefangen im Haus von Kannibalen), wie von einem tiefen Humanismus geprägte Eindrücke von Zuneigung und menschlicher Nähe (die Begegnung mit einem alten Mann oder der Unterschlupf in einem Vorratskeller) zu bieten. Ein insgesamt eher ruhig erzählter, aber zugleich sehr verstörender Einblick in die menschliche Existenz. Sehr sehenwertes, anspruchsvolles Kino!
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am 16. September 2011
Nachdem ich das Buch von Cormac McCarthy gelesen hatte, hätte ich nicht geglaubt, daß es möglich ist diesen Stoff gut und glaubhaft zu verfilmen.
Ich habe mich geirrt, es ist die beste Literaturverfilmung, die ich bisher kennengelernt habe.
Der Inhalt ist in anderen Rezensionen schon ausführlich beschrieben worden, so daß ich darauf verzichte.
Ich möchte vielmehr darüber schreiben, was mich am meisten berührt und beeindruckt hat und das war die Vater-Sohn-Beziehung.
In einer Welt, in der es keine der uns geläufigen Regeln des Zusammenlebens mehr gibt und der häßliche Kampf um das reine Überleben alles dominiert, versucht ein Vater seinem Sohn humanitäre Werte und Liebe zu vermitteln, allen Widerständen zum Trotz.
Es ist diese Beziehung, um die es geht. Es ist eine wirklich düstere Parabel auf das Leben und die Liebe eines Mannes zu seinem Sohn, den er bis zur Selbstaufgabe nicht nur vor äußeren Gefahren schützen will, sondern den er auch davor bewahren will, zu verrohen.
Und so zieht er zu Fuß mit ihm durch das graue und verbrannte Land, mit der Vision, daß es im Süden am Meer besser sein wird....
Ich kann diesen Film nur empfehlen.
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am 25. März 2016
Ein Genuss einen "Endzeitfilm" ohne die leider mittlerweile ubiquitären Gewalt- und Actionszenen zu sehen - trotzdem aber nichts für Zartbesaitete. Ein Film zum Mitfühlen, zum Hineinfühlen, sich seine eigenen Gedanken zu machen; aber auch mit so manchem überraschenden Ereignis.
Die Idee der Erzählung erinnert vielleicht auch an den Klassiker "Earth Abides" von G.R. Steward.

An alle die einen Actionfilm erwarten - bitte nicht anschauen!! Sie werden enttäuscht sein!
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am 30. Januar 2015
Alle die einen Actionfilm sehen wollten sollen gefälligst Marvel Superheroes kucken und den Rand halten anstelle hier 1 Stern zu Posten weil sie Resident Evil MAD MAX sehen wollten oder in der Videothek aus Versehen in die Art-Haus Abteilung gelatscht sind.
Der Film ist sehr sehenswert aber halt nix für den lustigen Popcorn Abend vor der Disco.

Er erzeugt Emotionen und bleibende Eindrücke. Durch seinen Realismus hebt er sich von dem jetzt so geliebtem Zombie Genre wohltuend ab. Für sowas gabs mal das "Prädikat besonders Wertvoll" und auch wenn das hier nicht Rambo ist bereue ich nicht
The Road zu kennen.
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am 22. Juni 2014
Bevor ich den Film gesehen hatte, habe ich oft überlegt, wie man das Buchmaterial wohl umsetzen könnte.

Der Film entspricht dem Buch 1:1, nichts ist übertrieben oder polemisch, auch keine übertriebenen Grausamkeiten. Und es bleibt ausreichend Zeit für den Zuschauer, sich in die jeweilige Situation und Gedankengänge einzufühlen.

Definitiv sehenswert.
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am 10. Juli 2010
alles um cormac mccarthy's roman "Die Straße" ist imgrunde allerhöchste spitzenklasse: da ist einmal der 253 seitige roman selbst. der erhielt 2007 trotz seines geringen umfangs den pulitzerpreis - die höchste auszeichnung, die ein roman erreichen kann. und er hat es verdient. zuerst einmal (so dachte ich beim lesebeginn) eine furchtbare horrorvision: die welt grau, kalt, entvölkert bis auf wenige menschen, die sonne schafft es nicht mehr durch die dunklen wolken, einsamkeit, hunger und ein vater mit seinem sohn, die am leben hängen und alleine mit einem einkaufswagen die endlose strasse entlang ziehen, um den ozean zu erreichen - voller angst vor kannibalistischen wegelagerern und dem, was hinter der nexten kurve warten mag...
erst später wurde mir deutlich, dass es mccarthy um etwas ganz anderes ging: um die uneingeschränkte liebe zu seinen nachkommen und den kleinen leuchtenden funken der hoffnung in einer untergehenden welt.
der roman ist eindringlich und in seiner wortwahl knapp bis schroff, auch erschreckend, dann aber wieder einfühlsam und liebevoll geschrieben - und er ist von der ersten bis zur letzten seite hochgradig spannend. es sind nur 253 seiten, leute - bitte lest dieses buch.

und dann erschien die hörbuchfassung - gelesen von christian brückner, zu recht ein superstar unter den hörbuch/hörspiel akteuren und synchronisierstimmen. so kennen die menschen brückner beispielsweise als deutsche stimme von robert deniro.
brückner liest "die strasse" mit eben genau dieser einfühlsamkeit, eindringlichkeit, und ruhe, die die geschichte ausmacht - und seine stimme ist wie dafür geschaffen. das hörbuch gibt es als ungekürzte fassung mit 6 cd's - über siebeneinhalb stunden - grandios! (gibts auch hier bei amazon).

und nun zum film:
um es kurz zu machen - bildgewaltig, emotional, verstörend, niemals langweilig, thrilling - und wunderschön! wie das buch selbst. viggo mortensen als der vater, kodi smit-mcphee als der junge - beide perfekt. und dann in einer nebenrolle charlize theron als verstorbene ehefrau des mannes, die in dessen erinnerungen immer wieder auftaucht, weil er sie nach wie vor liebt und ein versprechen einlösen muss. und dann robert duvall, ebenfalls in einer nebenrolle und kaum zu erkennen, der charakterdarsteller. ein einsamer alter etwas verwirrter und geheimnisvoller überlebender, dem die beiden irgendwo auf ihrer quälenden reise begegenen und mit dem sie ein stück der strasse gemeinsam gehen.
wer filme liebt, die einen von anfang bis ende fesseln und die einen auch weiterhin nicht loslassen, sollte sich "the road" unbedingt ansehen. dass der film noch nicht ins deutsche synchronisiert wurde, tut ihm keinen abbruch, im gegenteil. er wirkt um so eindringlicher.

mein fazit:
roman, hörbuch, und film - schlicht und einfach meisterwerke!
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. Februar 2011
Ein atomarer Anschlag oder gar ein Vernichtungskrieg - auch 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges findet diese angsteinflößende Zukunfts-Vision in den Köpfen vieler Menschen noch genug Nahrung. Das Medium Film hat sich dieser Thematik mehrfach bedient, jedoch sollte man nicht die mit verstärktem Unterhaltungsaspekt versehenen Hollywood-Blockbuster der jüngsten Zeit als Beispiel dafür nehmen, weil diese durch intensiven Einsatz spektakulärer Effekt-Action nur sehr oberflächliche Zivilisations-Kritik ausüben, wenn überhaupt. Wahre Vertreter des Endzeit-Films, die sich ernsthafter mit einer (fiktiv) zerstörten Welt auseinandersetzen und frei von jedwedem Sensationsinhalt sind, kann man an einer Hand abzählen. Den wohl bekanntesten Themen-Beitrag hierzu, nämlich "The Day after" aus dem Jahre 1983, kennt heute fast jeder. Ein Film, der aufgrund seines Inhalts und seiner realistischen Bilder auch nach fast 30 Jahre nichts von seiner schockierenden Wirkung eingebüßt hat. Nach ihm kamen leider kaum gleichwertige Nachwerke, doch nun gibt es mit "The Road" - eine Verfilmung nach dem Roman-Bestseller von Cormac McCarthy - endlich wieder ein kleines, aber dafür feines Endzeit-Drama, das ähnliche Qualitäten aufweist. Und obwohl in diesem Film nicht ein Wort über einen atomaren Angriff oder dergleichen verloren wird, passt seine Geschichte ins besagte Albtraum-Szenario wunderbar hinein.

Ein Mann und sein junger Sohn durchstreifen ein postapkalyptisches Amerika, das nach einer nicht näher beschriebenen Katastrophe nur noch totes Land ist. Ein ewig grauer Himmel, eisige Temperaturen und eine ausgestorbene Tier- und Pflanzenwelt erschweren ihnen Tag und Nacht den Kampf ums Überleben bzw. gegen den Hunger. Den Kontakt mit anderen Menschen meiden sie, da um die letzten Nahrungsreserven - wenn es denn welche zu finden gibt - erbarmungslos gekämpft wird. Jeder ist sich selbst der Nächste, und da machen viele auch vor Mord oder gar Kannibalismus nicht halt.
Vor all diesem Grauen versucht der Vater seinen Sohn zu schützen, um das letzte Bisschen Menschlichkeit und Moral zu wahren, an das er selbst felsenfest glaubt. Und so marschieren die Beiden immer weiter die Straße entlang, immer Richtung Ost-Küste, wo sie sich größere Überlebenschancen erhoffen...

"The Road" ist ein leiser Film, der sehr wenig Dialog enthält. Aber das reicht auch vollkommen aus, da die gezeigten Bilder eine eigene Sprache sprechen:
Die Umwelt schwimmt in einem durchgehenden Grauton. Ortschaften wirken einsam und verlassen. Es herrscht Totenstille. Nackte Bäume, die wie riesige Zahnstocher aus dem Erdreich ragen, schaffen eine unnatürliche Umgebung. Das Leben früherer Tage - wie ausgelöscht. Diese unglaublich düstere Stimmung sorgt von der ersten bis zur letzten Filmminute für pure Gänsehaut und Unbehagen.
Inmitten dieser Ödnis sieht man zwei Gestalten, die ihre wenigen Habseligkeiten in einem alten Einkaufswagen vor sich hin schieben. Die jedes verlassene Gebäude und jedes Fahrzeug nach brauchbaren Dingen und vor allem Essbarem absuchen. Sie sind verschmutzt und ausgezehrt, leben ständig in Angst und kämpfen mit der Nässe und Kälte.
Zwischendurch werden immer wieder Rückblenden bzw. Erinnerungen des Vaters eingestreut, die die Zeit vor und kurz nach der Katastrophe schildern. So erfährt der Zuschauer mehr über das damalige Familienleben und die Mutter, welche trotz allen Bittens ihres Mannes den Freitod vorzog, anstatt sich für ihr eigenes Leben und insbesondere für das ihre Sohnes zu entscheiden. Diese schmerzenden Gedanken und die Trauer plagen den Vater, und er würde lieber heute als morgen von dieser irdischen Welt verschwinden wollen. Nur ein Grund treibt ihn zum Weiterleben an: sein Sohn !

Kern des Films ist die Vater-Sohn-Beziehung und ihr Umgang mit ihrer perspektivlosen Situation. Es geht um verzweifelte Menschen, die verzweifelte Maßnahmen in Betracht ziehen. Regisseur John Hillcoat dringt in die Köpfe dieses Zweier-Gespanns und lässt tief in die mitgenommene Psyche totgeweihter Menschen blicken. So wie der Film-Vater, so versucht auch dieser niemals, irgendetwas zu beschönigen oder unnötig lang zu erklären. Es klingt sehr grausam, wenn der Vater seinen Sohn immer wieder daran erinnert, dass er sich mit einer der letzten beiden Patronen ihres Revolvers selbst erschießen soll, wenn dies die allerletzte und vielleicht bessere Option ist, um keinen qualvollen Tod durch Fremde zu erleiden. Gleiches trifft auf den väterlichen Rat zu, Alles in Zusammenhang mit der Mutter zu vergessen, weil schöne Erinnerungen den Überlebenswillen schwächen könnten. Und in Momenten wie jenem, wenn Beide in einer verlassenen Scheune auf eine erhängte Bauernfamilie stoßen, denkt der Vater gar nicht dran, seinem Sohn diesen Anblick zu ersparen, weil der freiwillige Tod nun mal die bittere Wahrheit ist und zu ihrer Realität dazugehört. Dies alles schafft die nötige Glaubwürdigkeit und den ernsten Ton, die für "The Road" unverzichtbar sind. "The Road" setzt allein aufs Drama; folglich gibt es keine Actionausbrüche, keine explizite Gewaltdarstellung, keine Antagonisten und keinen Showdown im herkömmlichen Sinne.

Dem Hauptdarsteller Viggo Mortensen sieht man an, dass er auch Jahre nach "Herr der Ringe" nicht ausschließlich als Fantasy-Ikone Aragorn in Erinnerung behalten werden will. Nach seiner grandiosen Vorstellung in David Cronenbergs "A History of Violence" spielt er völlig frei und authentisch eine sehr komplexe und anbivalente Figur. Wie viele andere Schauspiel-Kollegen gibt er für eine realistische Verkörperung gleich mehr als 100% Leistung und zeigt einen extra für den Film ausgehungerten Körper, dessen Anblick automatisch erschreckt, einfach weil man Mortensen so bisher noch nie gesehen hat.
Ähnlich abgemagert präsentiert sich Sohn-Darsteller Kodi Smit-McPhee. Als Newcomer fehlt ihm zwar noch die richtige Schauspielerfahrung und deshalb steht er immer im riesigen Schatten Mortensens, doch für sein Debut in einem großen Hollywood-Film ist seine Leistung gar nicht mal so schlecht. Die Spannung zwischen diesen beiden Vater- / Sohn-Darsteller, die dann entsteht, wenn der Sohn seinen Vater und Beschützer um Mitgefühl und Hilfsbereitschaft für andere Menschen bittet, kommt sehr glaubwürdig rüber.
Die übrige Prominenz taucht in kleinen Nebenrollen sehr kurz auf und weiss trotzdem ausnahmslos zu gefallen. Charlize Theron legt als voll von Todessehnsucht erfüllte Mutter trotz beschränkter Leinwandzeit einen sehr ansehnlichen Auftritt hin. Gleiches trifft auf Robert Duvall zu, der als einsamer, alter Mann einen der wenigen wehmütigen Momente für sich beansprucht. Zum Schluss wäre da noch Guy Pearce, der in den abschließenden Minuten die personifizierte Resthoffung an das Gute im Menschen verkörpert.

Fazit:
"The Road" - nicht nur einfach eine Straße, auf der Vater und Sohn Kilometer für Kilometer hinter sich lassen, sondern auch Sinnbild für eine ungewisse Zukunft. Von der man nicht weiss, ob es in dieser noch Hoffnung gibt oder nur der geduldige Tod auf einen wartet.
Nach "The Day after" der wohl beste Endzeit-Film der jüngsten Zeit. Wer mit Genre-Spektakeln wie dem bedeutungsschwachen "Book of Eli" oder dem reisserischen "Doomsday" nicht anfangen konnte, ist HIER vielleicht im richtigen Film.
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