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am 30. August 2013
schön moll, schon tief, ein absolutes highlight! bin via arte über den film gestolpert und war von der 1. minute an begeistert.
sicherlich eher was für den herbst, als den pool, aber wirklich ein schön schräges album, passend zum film!
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am 30. April 2012
"Simon Werner A Disparu" ist der Soundtrack des gleichnamigen französischen Teenage-Psychothrillers unter der Regie von Fabrice Gobert aus dem Jahr 2010. Gleichzeitig ist diese Platte die letzte reguläre SY-Albumveröffentlichung vor der Bekanntwerdung des Gordon-Moore-Splits. Den Film habe ich bisher nicht gesehen. Es gibt augenscheinlich bisher keinen deutschen DVD-Release, und was man so im Netz drüber lesen kann, weckt durchaus mein Interesse, aber selbstverständlich funktioniert diese Musik auch ohne den Film. Den Film, für den sie gemacht wurde, um es präzise auszudrücken. Wenn man sie hört, entstehen ohnehin Bilder im Kopf: Farbschlieren, Grobkörniges, Unter- oder Überbelichtetes, Fotos von Fremden, verblichene Super8-Fetzen, Erinnerungen an z.B. die Oberfläche eines Sees bei leichtem Wind, und das Sonnenlicht explodiert tausendfach auf den Wellen.
Die krude Schönheit dieser Aufnahmen wird sich dem geneigten Sonic Youth-Hörer sofort erschließen, vor allem denjenigen, die sich auch für die abseitigeren Arbeiten dieser über alles erhabenen Gruppe erwärmen können. Eine Fan-Veröffentlichung vor allem, und da ist es logisch, daß "Simon Werner A Disparu" auf Sonic Youth Records (SYR) erschienen ist. Dort gehört es sicherlich zu den am wenigsten sperrigen Werken.
Die Strukturen sind freilich weit offen. Viele Stücke durchlaufen Metamorphosen. Das zur Verfügung stehende Material wurde von Produzent Aaron Mullan und der Band ge-remixt und geschnitten. Fragmentarischer Ambient-Krach. Musik, die wie die skizzenhafte Vorstufe zu etwas Konkreterem klingt vielleicht auch, aber das würde in eine falsche Richtung führen, denn unfertig und vorläufig ist dieses Album beileibe nicht.
"Thème de Laetitia" besteht aus modulierenden und in Zeitlupe eskalierenden Gitarrentexturen über Steve Shelleys zischenden Cymbals, verwandelt sich später in einen monotonen, autistischen, moderat disharmonischen Jam, der abrupt endet. Andere Stücke sind stärker rhyrhmisiert, wie etwa "Chez Yves (Alice Et Clara)", bei dem Steve Shelley einen fordernden Rockbeat trommelt, über den Thurston Moore und Lee Ranaldo zunächst noisig improvisieren. Später trudelt das Stück in einer verhangenen Plateau-Phase langsam aus. Man hört klingelnde Flageolets. Man kennt diese Sounds. Diese Klinkenstecker-Klicks. Diese kaskadierenden Feedbacks. Es sind die typischen Sonic Youth-Geräusche, die eine Platte wie diese zu etwas Besonderem machen, das womöglich beliebig und selbstzweckhaft anmuten würde, hätten es geringere Geister auf weniger modifizierten Gitarren eingedengelt. Gelegentlich auch mal unter Zuhilfenahme eines Klaviers, wie in "Les Anges Au Piano", das sich zu einem flirrenden Drone entwickelt.
Obwohl so gut wie jeder Track eine Erwähnung wert wäre, funktioniert "Simon Werner A Disparu" am besten als Ganzes. Es ist nicht von Bedeutung, welches Stück gerade läuft, wie es heißt, oder welcher Szene des Films es zugeordnet ist. Diese Musik braucht sich nicht festzulegen. Sie ist frei und kann hingehen, wo sie will. Bewunderswert. Wer das Vinyl kauft, erhält im Download-Paket noch 13 Minuten "Thème D'Alice" dazu. Wahrscheinlich lagern Stapel ähnlichen Materials in den Archiven. Und hoffentlich gibt es zukünftig noch mehr davon.
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