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am 22. August 2014
Der Film ist frei von jeglicher Hektik, was man bei der Person des Hauptdarstellers und seinem Job eher weniger vermuten würde. Der gesamte Handlungsablauf plätschert ganz selbstverständlich und aggressionsfrei vor sich hin. Da gibt es keine Action, ja sogar eher Monotonie, aber keineswegs im negativen Sinn. Die handelnden Personen sin frei von den üblichen Alltagsproblemen, denn der Hauptdarsteller verfügt über genügend Geld und somit über ein großes Maß an Freiheit. Alles was ihm in seinem Leben nicht gefällt, kann er selbst ändern. Er hat nicht die Sorgen eines Durchschnittsamerikaners, denn selbst wenn ihn sein bisheriges Leben nicht ausfüllt, so liegt es nur an ihm selbst, neue Wege zu gehen. Die Einsamkeit, die ihn zunächst trotz vieler Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld umgibt, nimmt er dank genügend Genussgifte entspannt hin bis ihn die plötzliche Anwesenheit seiner Tochter wach rüttelt. Der Umbruch, an seinem Leben etwas ändern zu wollen, erfolgt ebenso unaufgeregt wie der gesamte Film und das macht ihn zu etwas Besonderem. Man merkt, dass für die Person des Johnny Marco Luxusgüter im Grunde keine sehr hohe Bedeutung haben, weshalb es ihm letztendlich wohl auch leicht fällt, auf diese zu verzichten. Er bewegt sich in einer Glamourwelt, residiert in Luxushotels, legt aber keinen sehr großen Wert auf Kleidung oder besonderes Essen. Er trägt seinen beruflichen Erfolg nicht zur Schau, sondern lebt mit einer enormen Selbstverständlichkeit uneitel in den Tag hinein, was den Zuschauer verblüffen mag, aber auch den Reiz des Filmes ausmacht.
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am 14. März 2011
Sofia Coppola beschäftigt sich nun schon seit ein paar Jahren mit den Themen Einsamkeit, Isolation, Melancholie. Sie tut dies mit leichter Hand und mal mehr (Lost in Translation), mal weniger (Marie Antoinette) gelungen. Jetzt also SOMEWHERE. Mit einem überzeugenden Stephen Dorff in der Hauptrolle. Zwei Dinge möchte ich vorweg nehmen: 1. wer bisher nicht so besonders viel mit den Filmen der Tochter von Francis Ford Coppola anfangen konnte, der sollte auch um ihr jüngstes Werk einen großen Bogen machen. Und 2. ja, auch ich habe mich stellenweise "gelangweilt". Aber auf eine schöne Art und Weise. Wenn es das denn gibt.
Es ist in etwa so als würde man mit einem guten Freund rumlungern mit dem gemeinsam es nicht viele Worte braucht. Man hat nichts zu tun, aber irgendwie ist das auch okay so. Stephen Dorffs Hollywoodstar taumelt abgehalftert von Party zu Party ohne jemals wirklich anzukommen. Sex, Drogen und die bereits erwähnte Langeweile bestimmen sein Leben. Bis seine Tochter ihn langsam, gaaaanz langsam aus seiner Lethargie erweckt. Die Stärke von Sofia Coppola war und ist ihre Beobachtungsgabe. Es sind die kleinen Gesten, die zufälligen Begegnungen, das große Moment im augenscheinlich banalen Alltag das ihre Filme und somit auch SOMEWHERE auszeichnet. Man sollte schon in der richtigen Stimmung für diesen Film sein. Ein Sonntag Nachmittag, draußen regnet es, oder es schneit, oder was auch immer - so ein Tag würde sich wohl aufdrängen. Und dann lässt man den Film an sich vorbeifließen. Eine wirkliche Handlung gibt es nicht. Es ist vielmehr ein Moment auf den man sich einlässt, oder eben nicht. Wie gesagt, ich habe mich durchaus mal gelangweilt, aber seitdem geht der Film mir nicht mehr aus dem Kopf. Er glüht nach. Auf eine angenehme, warme Art. Bilder und Augenblicke bleiben in Erinnerung auch wenn man sie im Moment des sehens garnicht so wahrnimmt. Eine unaufgeregte Kinoperle. Mellow eben.
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TOP 1000 REZENSENTam 7. September 2011
Mit "Somewhere" präsentiert Sofia Coppola, Tochter von Regie-Legende Francis Ford, nach "The Virgin Suicides", "Lost in Translation" und "Marie Antoinette" ihren vierten, stark autobiografisch angehauchten Spielfilm. Wie schon in ihren vorigen Filmen wird sowohl thematisch als auch stilistisch eine ganz klare Handschrift erkennbar. Coppola behandelt auch hier hauptsächlich Themen wie Einsamkeit und Showbusiness. Zweiteres kennt sie durch die Erfahrungen mit ihrem Vater nur zu gut und nach "Lost in Translation" nimmt sie sich erneut einen fiktiven Hollywoodstar vor, der durch eine Lebenskrise geht.

Dieser Star ist Johnny Marco (Stephen Dorff), "Somewhere" ist eine Momentaufnahme seines Lebensalltags: Wir folgen ihm durch sein sinnentleertes Leben in Los Angeles, wo er die meiste Zeit im legendären Charteau Marmont residiert. Er fährt mit seinem Ferrari durch die Gegend, geht auf Partys, lädt sich Tänzerin auf sein Zimmer ein, hat bedeutungslose Liebeleien, muss Make-Up- und Pressetermine wahrnehmen. All dies tut er mit einer enormen Gleichgültigkeit, nichts scheint irgendeine Bedeutung für ihn zu haben. Dann erhält er Besuch von seiner elfjährigen Tochter Cleo (Elle Fanning), deren Mutter und Marcos Ex-Frau eine Zeit lang weg muss. Durch sie kommt Licht in Marcos Leben.

"Somewhere" ist ganz klar etwas Besonderes und höchst Eigenwilliges, das sicher nicht jedem gefällt. Der Film strahlt eine enorme Ruhe aus, er wirkt praktisch wie eine Art Blick hinter die Kulissen eines traurigen, leeren Hollywoodstars. Coppola verwendet von Beginn an extrem lange, meist völlig statische Einstellungen, die die die einen Zuschauer abstoßen und andere, so ist wohl die Intention, die Situation Marcos spürbar macht und in den Film aufsaugt. Alles wirkt sehr realistisch und lebensnah, Dialoge sind nur sehr sparsam verteilt und oft nur improvisiert. Musik läuft in diesen Szenen immer nur über den Originalton, was das Ganze sehr authentisch und uninszeniert wirken lässt.

Coppola zeigt unter anderem zwei Besuche zweier Pole-Tänzerinnen in Marcos Zimmer im Chateau Marmont, die minutenlang die etwas unbeholfene Tanz-Routine zeigen. Die Eröffnungsszene zeigt eine kleine Rundrennstrecke in sehr begrenztem Bildabschnitt, auf dem Marco einige Runden dreht. In einer anderen Szene sitzt Marco einfach nur an seinem Wohnzimmertisch und raucht. Diese Art von Inszenierung ist gewöhnungsbedürftig und reine Geschmackssache, sie kann für die einen entspannend und subtil humorvoll sein, für andere vielleicht einfach nur nervtötend.

Ganz klar, wer "Lost in Translation" kennt, wird hier wahnsinnig viele Parallelen erkennen, sowohl stilistisch, als auch inhaltlich, ganze Szenen wirken wie kopiert, u.a. gibt es eine übertriebene Preisverleihung in Italien, die sehr an den Auftritt von Bob Harris (Bill Murray) im japanischen Fernsehen in Coppolas Oscar-Gewinner erinnert. Das ganze Hotel-Setting und die dazugehörende Atmosphäre, die peinlichen und absurden Aufeinandertreffen mit der Presse erinnern sehr an den vorangegangen Film. Das stört aber auch nicht wirklich, das ist nun mal scheinbar Coppolas Interessens- und Erfahrungsgebiet.

Wie bereits gesagt ist der Film ganz langsam erzählt, es gibt keine wirkliche Handlung (eher viele Situationen, die einem diese Lebenssituation realistisch nahebringen) und auch keine aufgesetzten Konflikte und Dramatik. "Somewhere" ist eine meditative Charakterstudie, die die Personen größtenteils nicht über Dialoge, sondern über Verhalten und Lebensumstände definiert. Leider ist der Schlussmoment übertrieben symbolisch geraten und passt nicht wirklich zur unaufdringlichen Art des Films.

Es ist aber nicht so, als gäbe es keine Entwicklungen bei den Charakteren, sie ist nur sehr subtil. Stephen Dorff macht hier eine großartige Figur in der Hauptrolle, er spielt scheinbar mühelos und scheint den Charakter gut zu kennen, wodurch er komplett mit der Rolle verschmilzt. Besonders stark ist aber Elle Fanning, die in einer schwierigen Rolle alles überstrahlt. Ohne sie kann es gut sein, dass der Film verloren wäre. Das Zusammenspiel mit Dorff (und Chris Pontius, der einen Freund von Johnny Marco spielt) wirkt enorm natürlich und ist sehr gelungen.

Sofia Coppola- und Arthouse-Fans dürften sicher Gefallen an "Somewhere" finden, alle anderen sollten besser vorsichtig sein, denn der Gewinner der Filmfestspiele von Vendig 2010 ist eine sehr eigenwillige und minimalistische Kreation.
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TOP 500 REZENSENTam 25. März 2011
Dieser Film ist nur etwas für Freunde der ruhigen Gangart, als langweilig würde ich den Film allerdings nicht bezeichnen, auch wenn Regisseurin Sofia Coppola die Langeweile bisweilen ein wenig zu sehr überzeichnet. Auch ist das Ganze ein wenig zu steril und klinisch sauber dargestellt, Sex wird nur angedeutet, als Droge dient lediglich der Alkohol, auch hier sieht man jedoch nicht viel.

Stephen Dorff spielt den sympathischen, gelangweilten Schauspieler Johnny Marco, der sich nur wohlfühlt, wenn er mit seiner Tochter Cleo (superb gespielt von Elle Fanning, Schwester von Dakota Fanning) zusammen ist.

Es wird wohl nicht jeder Gefallen an diesem Film finden, aber wer "Lost In Translation" mochte, dem dürfte auch dieser Film gefallen.

Ein ruhiger, kleiner, warmherziger Film.
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am 18. Dezember 2011
Somewhere ist ein ruhiger, aber dennoch starker, intensiver Film abseits
der üblichen Pfade des Mainstreamkinos. Stepfen Dorff alias Johnny Marco
hat es vordergründig geschafft. Er ist - soweit im Film erkennbar -
ein Schauspieler der A-Liga, der vornehmlich mit niveauärmeren Action
Filmen sein Geld verdient. Doch auszufüllen scheint ihn seine Arbeit kaum.
Phlegmatisch verdingt er sich im Prominentenluxushotel Charteau Marmont
und weiß kaum, wohin mit seiner Zeit. Meistens mit Flaschenbier und Kippe
zu sehen scheint er merkwürdig ermattet. Schließlich muss er einige Zeit auf
seine noch junge Tochter aufpassen und merkt durch sie, dass er sich eventuell
auf abgetretenen Pfaden befindet.

Der Film erinnert stark an das Vorgängerwerk Lost in Translation, wo der Plot
sehr ähnlich ist. Ein vermögender Star langweilt sich in luxuriöser Umgebung
und steckt in der Sinnkrise. Der Regisseruin gelingt es dabei, die Protagonisten
sehr realistisch zu zeichnen. Ihre Verletzlichkeit, ihre Langeweile macht sie
sympatisch. Ihr wahres Leben hat mit der Scheinwelt der Filme, in denen sie
sie sich sonst bewegen, nichts zu tun. Somewhere wie Lost in Translation repräsentieren
für mich irgendwie das echte Leben mit allem, was dazu gehört. Wer nicht nur auf
Popcorn Kino abfährt, dem kann dieser Film viel bieten. Empfehlung !
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am 27. April 2016
Der Film findet sich selber glaub ich total genial in seiner Eintönigkeit. Ich leider nicht, nach der Hälte war mir das einfach zu blöd und ich hab ausgemacht. Jeder Ulrich Seidl ist besser...
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am 7. Oktober 2015
Habe den Film gesehen, ohne den Namen des Regisseurs zu kennen (hatte ihn mal vor langer Zeit auf Festplatte aufgenommen). Beim Abspann war dann alles klar: so ein Film passt für Sofia Coppola. Dass der Film mich auch ohne Ehrfurcht vor großen Namen und ohne "Pflichtbewusstsein" in seinen Bann gezogen hat, spricht eigentlich schon für sich.
Fazit: gar nicht schlecht, sollte man sich noch ein zweites Mal anschauen, bedenkenlos 5 Sterne!
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am 6. März 2011
Stephen Dorff spielt einen jungen Schauspieler, welcher in Hollywood in einem Hotel auf dem Sunset Strip haust. Die Tage verbringt er mit oberflächlichen Dingen wie Ferrari fahren oder Videospielen. Teils bestellt er sich auch Tänzerinnen auf sein Zimmer, betrinkt sich oder geht auf Partys. Diese Sinnlosigkeit in seinem leben wird erst durchbrochen als er sich für längere Zeit um seine elfjährige Tochter kümmern soll.

Die Szenen sind oft minutenlang wortlos oder ohne erkennbare Handlung. Dies wird von vielen sicher als extrem langweilig empfunden. Doch es ist nötig um die Inhaltsleere dieses Menschen zu verdeutlichen. Zugegeben, Popcornkino sieht anders aus. Allerdings ist der Film dennoch sehenswert.
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am 16. Juni 2014
Tja, auch amEnde des Films habe ich noch nicht verstanden, um was es eigentlich ging. Jemandem beim Autofahren, Schlafen oder Frühstücken zuschauen kann man woanders auch. Ich habe mich durchgequält immer von der Vorstellung getrieben, dass doch noch mal was passiert. Der Film hat null Handlung und ließe sich sicher auch als Low-Budget-Streifen klassifizieren, wäre da nicht das teure Auto, das die Hauptfigur em Ende einfach stehen lässt und zu Fuß weiter geht. Warum ? Keine Ahnung...
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am 17. Juli 2011
Melancholie und Eisamkeit - das sind die Grundparameter, die Sofia Coppolas neuestes Werk "Somewhere" ausmachen. Wer auf dialloglastige Filme steht, sollte um dieses neue filmische Kleinod, meiner Meinung nach ganz in der Tradition der Jim-Jarmusch-Filme, einen großen Bogen machen.

Es geht um die Sinnentleerung des Lebens, um die Dinge, die scheinbar die wirklich wichtigen sind. Oft finden minutenlang keine Dialoge statt - dennoch ist es eine schöne Zeit, die man mit den Protagonisten verbringt.

Sofia Coppola findet mit "Somewhere" meiner Meinung nahezu zur Qualität von "Lost in Translation" zurück - 90 Minuten ruhiges Arthaus-Kino. Von daher: Empfehlung für einen ruhigen Kinoabend!
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