Kundenrezensionen


6 Rezensionen
5 Sterne:
 (5)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Tag, drei Generationen, viel leckeres Essen ... und ein Schmetterling, 9. April 2011
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Still Walking (DVD)
Wie jedes Jahr versammelt sich im Hochsommer die Familie Yokojama im Haus der mittlerweile ergrauten Eltern: Sowohl die Tochter ist mit Mann und zwei Kindern gekommen als auch der jüngere Sohn, Ryota, seine neue Frau (eine Witwe) und deren Sohn mitbringt. Anlass ist seit 15 Jahren das Gedenken an den ältesten Sohn Junpei, der auf tragische Weise ums Leben kam, als er versuchte einem Jungen das Leben zu retten. Auch diesen Jungen lernt der Zuschauer später als alljährlichen Gast - allerdings nur kurz - kennen. Die Geschichte setzt zur Mittagszeit ein und endet ebenfalls mittags am nächsten Tag, wenn Ryota und seine Familie die Eltern wieder allein zurücklassen. Dazwischen wird gekocht, viel gegessen, gesprochen, das Grab besucht oder einfach zusammen Zeit verbracht.
Dies klingt unspektakulär und das ist es äußerlich auch, aber unter der Oberfläche des ruhigen und sonnendurchfluteten Familientreffens gären Konflikte, offenbaren sich Verletzungen und treten Lebensversäumnisse, aber auch Träume, Wünsche und Hoffnungen zu Tage: Der Vater hat seinem zweiten Sohn nie verziehen, dass dieser nicht in seine Fußstapfen als Arzt getreten ist. Die Mutter gibt bei aller Fürsorge und Freundlichkeit in kleinen Gesten zu erkennen, dass die neue Frau kein vollwertiges Familienmitglied ist. Der Sohn Ryota sieht sich im Schatten seines toten Bruders und fühlt sich missverstanden, während die Tochter mit schlichtem Gemüt Harmonie verbreitet, letztlich aber darauf sinnt, mit Familie ins elterliche Haus einzuziehen, um einige Alltags- und Geldsorgen weniger zu haben. Gleichzeitig zeichnet alle Beteiligten eine große Nähe, ein aufeinander Angewiesensein aus, so dass es bei einem steten Gefühl von Geborgenheit nie zu offenem Streit kommt.
Der Regisseur Hirokazu Kore-eda (Nobody Knows (2 DVD-Set) [Collector's Edition]) stellt erneut seine Meisterschaft unter Beweis, wie er durch einen poetischen Bilderfluss mit hervorragenden Darstellern faszinierend vom ganz normalen Alltag erzählen kann. So entwickelt der sehr ruhige Film von Beginn an einen eigentümlichen Sog, der den Zuschauer an dieser Familiegeschichte teilhaben lässt. Sicher ist durch den Unfalltod des Ältesten eine besondere Konstellation entstanden, alles in allem könnte aber diese (Mittelstands-)Familie überall auf der Welt zu finden sein. Japanisch ist an ihr wohl das Verschweigen und das Unausgesprochene stehen zu lassen. So gibt es keine hollywoodgemäße Auflösung der Konflikte, vielmehr kann der Betrachter die Geschichte selbständig weiterführen. Dazu verhelfen ihm Metaphern wie die des Schmetterlings, der sowohl abends im Haus als auch tagsüber auf dem Spaziergang die Mutter über Werden und Vergehen und über das Bleiben der Toten sprechen lässt. Denn auch die Verstorbenen sind solange gegenwärtig, wie sie die Lebenden in ihren Gefühlen und Erinnerungen bei sich tragen. Sehr sehenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht stehenbleiben..., 31. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Still Walking (DVD)
Auch wenn die Zeit zerrinnt, reiben die Mühlsteine der menschlichen Beziehungen
weiter aneinander, besonders dann wenn nichts vergessen und lang nichts vergeben ist.

Ein heiteres Familientreffen mit den üblichen Freuden,
Seitenhieben und wie-lange-müssen wir-noch-bleiben"-Blicken.
Und dahinter die Abgründe, von denen manch einer nicht weiß,
dass der andere darüber Kenntnis hat.
Zwischen den köstlichen Speisen und den Abendbad findet der eine Ruhe,
der andere Schrecken und mancher seine Familie.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Familiensitzung auf japanisch, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Still Walking (DVD)
Wer sich auf diesen wunderbar leisen, unmelodramatischen und zwischen Heiterkeit und Resignation, Lebenslust und bitterer Melancholie wie der Flügelschlag eines Schmetterlings changierenden Film einlässt, zieht daraus großen Gewinn. Einerseits erzählt der Film sehr viel über Japan und die japanische Mittelschichtsfamilie, andererseits ist der Film so angelegt, dasss er Allgemeingültiges über Familie an sich überall auf der Welt vermittelt. Und das macht die große Kunst dieses kleinen filmischen Meisterwerks aus Japan aus. Der Regisseur setzt den berühmten Tolstoj-Satz "Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche ist auf ihre Weise unglücklich" auf sehr japanische Weise in Film um.

Faszinierend ist, dass "Still Walking" von Hirokazu Kore-Eda nicht eine Sekunde lang langweilig wird, obwohl er fast ausschließlich in der Familienwohnung des alten Doktors und seiner Ehefrau spielt, abgesehen von kleinen Ausflügen auf den Friedhof oder an den Strand. Wir begleiten Familienmitglieder bei Fahrten mit Bus und Bahn, ein Auto können sie sich im reichen Auto-Land Japan nicht leisten. Wir nehmen teil am Zubereiten schlichter Speisen wie frittierter Maisplätzchen und eilen mit zur Tür, wenn der Lieferant im Kimono das Schnellimbiss-Sushi bringt. Eistee gibt es für alle aus dem Kühlschrank und im Bad wird eine riesige Wassermelone gekühlt. Immer unsichtbar dabei ist der vor 15 Jahre bei der Rettung eines Jungen ertrunkene Sohn, dem die Eltern einen kleinen Altar errichtet haben. Der Gerettete wird traditionell auch zu der Feier eingeladen, aus allerdings von Seiten der Eltern nicht ganz ehrenhaften Gründen. Zum Andenken des Verstorbenen trifft sich die Familie jedes Jahr, sonst sehen sie sich eher selten. Es wird gelacht und gestritten, gebadet und ein Nickerchen gemacht und es wird geredet. Meistens um den heißen Brei und selten über eigene Gefühle. Am meisten werden die Chancen verpasst, sich endlich einmal auszusprechen über all das unter den Teppich Gekehrte, Verletzungen in der Vergangenheit und unausgesprochene Animositäten zwischen den einzelnen Familienmitgliedern in der Gegenwart. Bis auf den verstockten alten Vater bleiben alle stets höflich.

Das japanische Familientreffen driftet nie in nervtötendes endloses Palavern und melodramatische Ausbrüche ab, wie man sie etwa aus den berühmt-berüchtigten Thanksgiving-Familienfilmen aus den USA kennt. Alles wird dezent und mit viel Zwischen den Zeilen sehr japanisch erzählt. Keine der Figuren wird denunziert, und wenn es sentimental zu werden droht, macht irgendeiner einen kleinen ironischen Spruch oder zieht einfach den emotionalen Stecker. Mit sehr viel Zuneigung werden die Kinder gezeichnet, besonders der sensible Stiefenkel des alten Doktors, zu dem sich eine besondere Beziehung anzubahnen scheint. Leider werden auch hier Chancen verpasst.

Ganz am Schluss verpasst vor allem der Sohn die Chance, die Fingerspitze seines völlig verbitterten Vaters, die dieser ihm vorsichtig aus seinem Schneckenhaus entgegenstreckt, zu ergreifen. Dass das Schicksal ihm dafür keine zweite Chance geben wird, sei hier ruhig verraten. Am Ende gibt es ein Familientableau der besonderen Art und die unausgesprochene Frage: Werden die Kinder des Film-Erzählers es selber in ein paar Jahrzehnten besser machen oder auch einfach nur immer voreinander weglaufen, bis es zu spät ist? Der Regisseur entwickelte sein Drehbuch übrigens nach der eigenen Familiengeschichte und hat den Film nach dem Tod seiner Mutter gedreht. Nach der Premiere des Films in Japan, erzählt er, hätten viele Zuschauer spontan ihre Eltern angerufen. Eine Vorstellung, die mir sehr gefallen hat so wie das sehr humanistische Weltbild des gesamten Films. Gut gefällt mir auch die sehr sparsam und nur dann gesetzte Musik, wenn mit ihr etwas auszudrücken ist. Fazit: ein rundum empfehlenswerter Film.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur für Japanfans, 2. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Still Walking (DVD)
Ein wunderschöner Film, der auf unspektakuläre aber liebevolle Weise den familiären Alltag einer japanischen Familie zeigt - mit all ihren Höhen und Tiefen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film, den muss man gesehen haben, 8. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Still Walking (DVD)
... um zu begreifen, dass die Japaner auch nur Menschen sind. Mit allem, was dazu gehört. Der obligatorische Generationen-Konflikt in japanischer Version, die nicht anders wie irgendwo auf der ganzen Welt zu beobachten ist .

Der Zweitgeborene, der eine schwere Bürde nach dem Tod des älteren Bruder zu tragen hat. Der ewig Zweite, der zudem nicht mal standesgemäß geheiratet hat ('eine Geschiedene ist besser, die trauert ihrem Ersten nicht nach. Eine Witwe wird immer vergleichen' , sagt die Mutter) .

Der Film lässt offen, ob die Tochter doch noch ins elternliche Haus eingezogen ist - eher nicht - und Ryota hat doch noch eine Tochter mit seiner Frau und er ist es, der nach Jahren das Grab seiner Eltern pflegt, was den Japanern so wichtig ist.

Man erfährt so Vieles über die Art von Japanern! Die Töchter, die zwar studieren dürfen, die aber aus dem Berufsleben ausscheiden, sobald sie 'nur' Ehefrau und Mutter sein wollen/müssen.

Der Familienvater, der zu stolz ist, selbst kleine Einkäufe zu erledigen. Die Mutter, jahrelang nicht in einem beruflichen Leben aktiv, die aber mit dem Kind auf dem Rücken (typisch Japanisch), dem untreuen Ehemann nachfolgt und erst Jahrzente danach diese Aktion beichtet ...

Erst hier fängt man den Titel zu begreifen - ein ganzes Leben in Bewegung, nie aufgeben, immer laufen, laufen, das Leben meistern !

Ein Film über den Schmerz, den verwaiste Eltern nie wirklich überwinden, egal wie lange der Tod ihres Kindes zurückliegt. Und wie schön, wenn man daran glauben kann, dass dieses Kind als gelber Schmetterling ins Leben der Familie für kurze Zeit für Aufregung sorgt.

Der Film ist so detailgenau gemacht wie es nur ein Japaner versteht - fast könnte man seine Schuhe ausziehen, um hineinzutreten ! Und man wird gewiss auch Tempura aus Mais zubereiten und vielleicht noch mehr über die Japaner und ihre Lebenseinstellung wissen wollen.

Die deutsche Synchronisation ist ziemlich genau, auf Japanisch mit deutschen Untertitel eingestellt hat man allerdings die Möglichkeit, sich noch näher der Familie zu fühlen ...

Sicher wird man auch Ishida Ayumi ( 'Blue Light Yokohama' - Der Lieblingssong von Ryotas Mutter) nach diesem Film lieben...

Ja, ein Film, den man immer wieder anschauen kann, ohne eine Spur von Langeweile zu fühlen ! aruite mo, aruite mo, das ist das Leben!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Wir sind alle nur Menschen.", 22. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Still Walking (DVD)
Ryota(Hiroshi Abe) platzt fast der Kragen, aber gegen seinen grimmigen, sturen Vater Kyohei(Yoshio Harada) kommt er nicht an. Der pensionierte Arzt hat dem Sohn noch immer nicht verziehen, dass er die Praxis des Vaters nicht übernommen hat. Zudem hat Ryota die Witwe und Mutter Yukari(Yui Natsukawa) geheiratet; in den Augen von Kyohei eine "gebrauchte Frau". Jetzt sitzen Kyohei und seine Frau Toshiko(Kirin Kiki) allein in ihrem kleinen Haus. Ihr ältester Sohn Junbei starb, als er einen Jungen aus dem Meer rettete, die Tochter Chinami(You) lebt mir ihrem Mann Nobuo(Kazuya Takahashi) und zwei Kindern zusammen und Ryota ist in der Stadt. Einmal im Jahr trifft sich die Familie, um an den Toten Junbei zu Gedenken. Die Spannungen sind vorgezeichnet.
Nobuo möchte gern in das Haus der Schwiegereltern einziehen, vor allem aus finanziellen Gründen. Ryota würde am liebsten gar nicht zu den Eltern fahren. Auf keinen Fall wird er ihnen erzählen, dass er seinen Job verloren hat. Yukari hat Angst vor dem Treffen mit den "Schwiegereltern". Die überfürsorgliche Toshiko nervt Tochter und Schwiegertochter mit ihren Eigenheiten und Kyohei ist und bleibt ein alter Griesgram, der scheinbar nicht verzeihen kann. Dazu wird in jedem Jahr noch der Junge eingeladen, dem Junbei das Leben rettete. Das ist für Toshiko ein unverzichtbarer Bestandteil des Gedenktages. So reiben und knirschen die Platten des Familiengebäudes hart und hörbar aneinander, bis der Tag ein Ende nimmt...

Hirokazu Kora-Eda hat mit -Still Walking- einen ruhigen, besinnlichen Film geschaffen, in dem er zeigt, wie sehr man mit dem Rühren in der Vergangenheit schmerzvolle Erinnerungen zurückbringen kann. Es geht um Vorwürfe, Anspielungen, Unzufriedenheit und Wunschdenken. Mir hat vor allem imponiert, wie detailgenau Kora-Eda die Konstellationen der einzelnen Familienmitglieder dargestellt hat. Jeder, der selbst in einer Familie lebt, erkennt sich da irgendwo wieder. Egal ob in Japan, Amerika, Russland oder Deutschland, die Geschehnisse innerhalb des Kosmos von Schwiegermutter und Tochter, Vater und Sohn oder Bruder und Schwester scheinen auf der ganzen Welt gleich zu funktionieren. Das hat Kora-Eda brillant in Szene gesetzt.

Zum Film gibt es einen schmalen Soundtrack mit schöner Gitarrenmusik und eine Kameraführung, die wirklich stark ist. -Still Walking- bordet dabei nicht gerade von handlungsintensiven Momenten über. Es sind eher die leisen Momente, die den Reiz der Produktion ausmachen. Wer auf zwischenmenschliche Beziehungen mit all ihren Sorgen, Ängsten und Problemen eingehen kann, der wird -Still Walking- lieben. Wer mehr auf eine Story mit einem starken Handlungsfaden steht, dem könnte der Film ein wenig zu ruhig ablaufen.

Mir persönlich hat -Still Walking- gut gefallen. Die herausragenden Kritiken und Auszeichnungen kann ich dabei nicht voll und ganz nachvollziehen. Wer sich auf dem japanischen oder koreanischen Filmmarkt umsieht, der weiß, dass -Still Walking- gut ist, aber der weiß auch, dass es auf diesem Markt, jedenfalls meiner Meinung nach, noch stärkere Filme gibt. In jedem Fall ist -Still Walking- sehenswertes Kino aus Japan.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Still Walking
Still Walking von Hirokazu Kore-eda (DVD - 2011)
EUR 14,99
Gewöhnlich versandfertig in 7 bis 13 Tagen.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen