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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, aber in der Tat kein "Metal"
Bevor meine Rezension total zerrissen wird, möchte ich darauf hinweisen dass dies alles natürlich Geschmackssache ist und ich hier keine Grundsatzdiskussionen mit anzetteln will. Vorweg deswegen auch schon mal der Hinweis, dass ich verstehen kann wieso einige "Fans" dieses Album nicht mögen.

Ich persönlich finde die Platte absolut...
Vor 16 Monaten von GTAce veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Niveauvolle Langeweile
Eines vorweg: Eine Band sollte sich auf jeden Fall weitereintwickeln dürfen, wenn diese Entwicklung von Herzen kommt, und nicht aus rein kommerziellen Gründen erfolgt. Aber die Band muss dann auch damit rechnen, dass nicht jedem diese Entwicklung zusagt. Der letzten Opeth-Platte kann ich auch nach mehrmaligem Hören nichts wirklich Großartiges...
Vor 2 Monaten von Doktor von Pain veröffentlicht


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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, aber in der Tat kein "Metal", 13. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Audio CD)
Bevor meine Rezension total zerrissen wird, möchte ich darauf hinweisen dass dies alles natürlich Geschmackssache ist und ich hier keine Grundsatzdiskussionen mit anzetteln will. Vorweg deswegen auch schon mal der Hinweis, dass ich verstehen kann wieso einige "Fans" dieses Album nicht mögen.

Ich persönlich finde die Platte absolut fantastisch aus vielen Gründen. Da ich nie ein Fan von "growlen" war und immer gehofft hatte, das Opeth mal ein Album ohne u.a. dieses rausbringt, ist diese CD wie für mich persönlich produziert. Als Porcupine Tree und Steven Wilson Fan, gefällt mir der Fakt dass eben dieser die Scheibe abgemischt hat natürlich auch sehr. Man muss aber, wie bereits erwähnt, klar sagen dass dies kein "Heavy Metal", "Death Metal" oder sonst was ist, sondern einfach recht harter "Progressive Rock", in etwa Vergleichbar mit eben Bands wie Porcupine Tree, oder in einigen Parts sogar King Crimson. Für meine Ohren ein absoluter Hochgenuss (entschuldigt die Euphorie ;)).

Viele Tracks haben sehr überraschende Elemente, breaks wo man sie nicht erwartet und Instrumente, bzw. Sounds mit denen man nicht unbedingt Rechnet. Flöten wie in alten Crimson Alben, oder wie bei Gentle Giant, sehr jazzige Schlagzeugparts und wunderschöne Mellotrons, aber ohne dass die Platte altbacken erscheind. Zum teil werden auch relativ typische Hardrock Elemente verarbeitet, aber eben mit komplett anderen Sounds als üblich, dadurch wirkt es sehr frisch und nicht abgelutscht wie es leider bei vielen Hardrock/Metal Bands der Fall ist. Überhaupt stecken einfach wahnsinnig viele Details in den Stücken, das man jedes mal wieder was neues entdeckt.

Der Mix ist auch super gelungen, alle Instrumente absolut gleichberechtigt, eine schöne Dynamik und insgesamt ein sehr warmer, transparenter Klang. Klasse, klasse!

Das einzige was ich wirklich kritisieren kann ist die Länge, die zwar nicht wirklich von der Norm abweicht, aber es wirkt einfach recht kurz, außerdem wirken einige Stücke ein wenig "abgeschnitten", sprich, man hätte einige Themen etwas länger ausführen können.

Fazit: Wenn man unvoreingenommen an die Sache rangeht und auf modernen Progressive/Hard Rock steht (Porcupine Tree, Riverside, Mars Volta, King Crimson etc.) dann ist die CD das Geld mehr als wert. Wenn man Heavy Metal mit growlen und 90% Double Bass erwartet, wird man aber sicher enttäuscht.

P.S.: Zu dem musikalischen können der Leute schreibe ich nichts, weil man da einfach nichts zu sagen kann, außer: Großartig!
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Album danach, 28. November 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Deluxe Edition) (Audio CD)
Peng, aus, vorbei die Würfel sind gefallen.

Die auf dem letzten Opeth Album Watershed bis zum bersten gefüllte Ideenblase ist geplatzt. Mit "Heritage" haben die nun wohl Ex-Prog. Deathmetaller Opeth eine Album auf die Menschheit losgelassen an dem sich die Geister scheiden werden. Es ist ein erhobener "Stinkefinger" gegen die Erwartungen der Fans. Ein gewagter und mutiger Schritt und die Erfüllung eines wohl lange gehegten Traums von Mikael Åkerfeldts. Wer von "Heritage" Metall oder auch nur Rock im herkömmlichen Sinn erwartet wird ebenso enttäuscht wie diejenigen, die auf ein zweites "Damnation" gehofft haben.

Heritage ist Psycedelic Rock im Opeth-Stil. Gedämpfte E- und noch viel mehr Akustikgitarren, ein weit vorne im Mix stehender Bass ,Klavier,Orgel, Melotron und teilweise richtig jazzige Schlagzeugideen das sind die Zutaten aus denen Heritage gemacht ist. Als weiteres Instrument, eher verstreut eingesetzt kommt Mikael Åkerfeldts Gesangstimme zum Einsatz. Dazu passend gibt es einen Sound der warm,analog und über weite Strecken fast live klingt.

Die "Songs" auf "Heritage" haben fast alle einen deutlichen Jamcharakter. An einigen Stellen fließen die Arrangements übergangslos ineinander, an anderer Stelle stehen sie sich fast unverwandt gegenüber. Richtig nach vorne geht es auf "Heritage" selten. Der Opener "The Devils Orchard" oder der Rocker "Slither" sind die Ausnahmen auf dem neuen Album das zwischenzeitlich auch mal krautrockige Züge annimmt.

Richtig entfalten kann sich "Heritage" meiner Meinung nach nur unter guten Kopfhörern oder in der Surround Version die ich allen Besitzern einer entsprechenden Anlage nur empfehlen kann. Heritage ist ein besonderes Album für besondere Momente, also nichts was man jeden Tag oder eben mal beim Autofahren hören kann.

Ich persönlich gratuliere für diesen quasi Neuanfang und auch für die kompromisslose und gekonnte Umsetzung. Es wäre trotzdem schön gewesen wenn die Scheibe hier und dort noch etwas mehr rocken würde. Eine verzerrte Gitarre mehr hier und dort hätte schon genügt um "Heritage" noch eine Ecke eindrucksvoller zu machen.
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43 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvoreingenommen, 16. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Audio CD)
Nach all den schlechten Kritiken enttäuschter Death Metal Fans möchte ich mich mal als neuer und unbefangener Hörer äußern. Ich kannte Opeth bisher gar nicht und bin erst durch die Rezension in der Zeitschrift Eclipsed (Album des Monats Oktober, Ausgabe 134) auf Heritage aufmerksam geworden. Ich habe mit Death Metal überhaupt nichts am Hut. Ich bin mit dem Prog der 70er aufgewachsen und zähle Genesis, Yes, Gentle Giant, Jethro Tull und all die unzähligen anderen guten Bands aus dieser Zeit zu meinen Favoriten, von den neueren Bands höre ich gerne Spock's Beard, Karmakanic usw. Von Heritage war ich vom ersten Moment an fasziniert, die Scheibe ist unglaublich spannend, melodiös, und im besten Sinne progressiv, ohne auch nur im Geringsten die alten Vorbilder zu kopieren. Die schlechten Kritiken aus der Metal-Szene sollten für alle Progger Anreiz sein, sich mit Heritage zu beschäftigen. Eine geile "neue" Band ist da und wartet darauf, entdeckt zu werden. Volle Punktzahl !
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein würdiges Erbe!!, 25. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Deluxe Edition) (Audio CD)
Zwar bin ich ein großer Fan der Death-Metal-lastigen Vergangenheit der extravaganten Schweden, aber dennoch habe ich mich mit jeder Vorabinfo über das Album seitens der Band mehr auf die Scheibe gefreut!
Und ich muss definitiv und ausdrücklich sagen: Diese Freude war absolut gerechtferigt!! Denn das Teil macht unheimlich Spaß, vor allem, weil es abwechslungsreich wie kein Album zuvor ist und mühelos mit verschiedenen Genres jongliert (kennt man ja schon von den Jungs). Das Fehlen der Growls und der abgrundtiefen Härte voriger Outputs stört mich überhaupt nicht, denn es sind eindeutig noch Opeth, nur eben in einem anderem Gewand.

Jeder Song strahlt seine eigene Magie aus, entfaltet sich meist nicht so harmonisch, wie man es von Opeth kennt, sondern überrascht den Hörer mit abrupten Tempo- und Stimmungswechseln, die aber dennoch an keiner Stelle deplatziert wirken, sondern da einfach hingehören!!

Vom ruhigen, leicht jazzigen Klavierstück ("Heritage") über progressive Glanzstücke ("Devil's Orchard", "I Feel the Dark", "Häxprocess", "Folklore") und einen nahezu reinen 70's-Hardrocksong ("Slither") reicht das Klangspektrum bis zum psychedelischen Trip mit jazzig-doomigen Ausbrüchen ("Famine") und stark Jazzrock/Fusion-beeinflussten Songs ("Nepenthe", "The Lines In My Hand"). Natürlich ist auch wieder ein wunderschönes Akustikgitarrenstück dabei ("Marrow of the Earth"), unterstützt von Orgel und E-Gitarre!

Die Musiker begeistern durch ihre großartige, aber nicht arrogant wirkende Virtuosität, die sie gekonnt einsetzen und ihr einmaliges Zusammenspiel. Akerfeldts Stimme klingt hier irgendwie dreckiger und dennoch sehr melodisch, auch sehr selbstbewusst, was mir gut gefällt. Dass das Gitarrenduo Akerfeldt/Akesson unschlagbar ist, zeigen die beiden von neuem mit durchdachten, intelligenten Riffs, magischer Akustikgitarre und melodischen genauso wie völlig abgedrehten Soli (man höre sich mal "Nepenthe" an, wow!). Der stark im Vordergrund präsente Bass von Mendez zeigt endlich mal, was dieser Mann eigentlich draufhat! Aber vor allem hat mich das Schlagzeugspiel von meinem Lieblingsdrummer "Axe" völlig umgehauen: So spannend, differenziert und kompliziert hab ich bis jetzt kaum einen spielen gehört! Die Keyboards sind auf "Heritage" auch ein Stück präsenter geworden und gestalten stark die Stimmung mit, weil sie sich nicht mehr hinter Gitarrenwänden verstecken müssen. Trotzdem hätt ich mir nach dem wahnsinnigen Hammond-Solo auf "Burden" ein bisschen mehr Soloeinlagen von Per Wiberg gewünscht, doch das wurde ihm wohl von Mastermind Akerfeldt nicht eingeräumt...irgendwie verständlich, dass er keine Lust mehr hatte schließlich. Er kam mir immer vor wie der letzte Mann der Band.

Nichtsdestotrotz ein Meilenstein der Bandgeschichte von Opeth und ein wahnsinnig guter noch dazu! Ob es auch ein Meilenstein der Musikgeschichte ist, das haben andere zu entscheiden...
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30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starkes Stück!, 16. September 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Deluxe Edition) (Audio CD)
Für mich war bisher jeder Opeth-Release ein Grund zum Feiern. In der Vergangenheit hat die Band stets mit meinen Erwartungen jongliert und oft genug etwas Unerwartetes, aber nicht minder Starkes zustande gebracht.

Nun also "Heritage". Im Vorfeld wurde bekannt, dass Åkerfeldt auf diesem Album (wie schon auf dem "Deliverance"-Zwilling "Damnation") komplett auf seine Death Metal-Growls verzichten würde. Einerseits mag ich die melancholisch-melodische Schlagseite von Opeth, aber andererseits war für mich der Konstrast zwischen überwältigend lauten und flüsternd leisen Passagen stets die Essenz der Opeth-Dramaturgie und letztlich ein ganz zentraler Grund, warum ich die Band so unfassbar verehre. "Damnation" war für mich aus diesem Grund eines der spannungsärmsten Opeth-Werke. Wie geht also "Heritage" mit dieser Erwartungshaltung um?

Beim ersten Hören vermisste ich die Growls tatsächlich ein wenig. Es gibt durchaus Passagen, in denen Åkerfeldt laut singt oder sich an der Grenze zum Schreien bewegt, dabei bleibt er aber stets melodisch. Die größte Überraschung war für mich jedoch wider Erwarten nicht der Gesang, sondern vielmehr die Rhythmik des Albums. Wie nie zuvor spielt "Heritage" mit Off-beat-Schlagzeug, Synkopen und quicklebendigen Soli. Spielen trifft dabei den Kern der Sache, da einige Songfragmente längst nicht so durchkomponiert wirken, wie viele der älteren Titel, sondern mehr im Jazz fußen und improvisiert anmuten. Doch immer wieder finden sich auch völlig untypische Überraschungsmomente: Hab ich da eben wirklich eine Querflöte gehört? Ist das ein Mellotron? Die Art Rock-Einflüsse, die insbesondere auf "Ghost Reveries" schon eine bedeutende Größe darstellten, finden sich auf "Heritage" verstärkt wieder. Der großartige Steven Wilson (Porcupine Tree) hat beim Abmischen des Werkes einen spürbaren Einfluss hinterlassen.

Sind die klassischen Opeth-Trademarks damit gänzlich aus dem Sound verschwunden? Nein, und das liegt insbesondere an den Melodien, die nach wie vor den sehr charakteristischen Sound nachfühlen lassen. Genau diese waren es auch, die für mich immer wieder der Ausgangspunkt zur Erkundung dieses Albums waren.

Opeth erschließt sich auf "Heritage" ganz bewusst und in dieser Breite in der Bandhistorie nie dagewesenem Ausmaß neue musikalische Territorien. Dies macht es für langjährige Fans der Band wie mich auf den ersten Blick schwierig, Zugang zu dem Werk zu finden. Ein Teil von mir wünscht sich auch nach mehrmaligem Hören des Albums noch die krassen emotionalen Eruptionen der Vorwerke in Form von Gitarrenwänden und Growls in den Sound zurück. Der andere (deutlich größere) Teil ist jedoch schlicht fasziniert vom neuen musikalischen Gewand der Band, welches viel weniger brachial, aber dafür umso frischer daherkommt. Besonders "The Devil's Orchard" und "Folklore" haben es mir dabei angetan.

"Heritage" ist fordernder als viele der vorigen Alben. Gleichzeitig ist es ein sehr mutiges Werk der Band, da es mit vielen langjährigen Konstanten bricht. Mehr als alles Andere jedoch ist es ein verdammt großartiges Stück Musik! Ich ziehe meinen Hut!

Update: Ich habe nun mehrmals die Bonustracks der Deluxe-Edition angehört. Beide sehr balladesk und stilistisch ähnlich dem Longplayer gehalten. "Face in the Snow" halte ich für sehr verzichtbar, "Pyre" ist zwar schön komponiert, aber zu lang und erreicht nicht die Klasse des regulären Albums. Die Zusatz-DVD lohnt sich somit nur für 5.1-Soundsystem-Nutzer wirklich.
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33 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Veränderung., 16. September 2011
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Deluxe Edition) (Audio CD)
Die neue Opeth-Platte wird anders werden, so viel war klar, aber inwiefern konnte man sich nicht vorstellen, wenn man nichts von dem Preview wusste. Die neue Scheibe ist wie schon von den Vorrednern beschrieben eindeutig anders, weniger Death Metal Anteile, mehr progressive Anteile und vor allem mehr Einflüsse aus Jazz und Fusion. Wem die "Damnation" gefiel, dem wird auch evtl. "Heritage" auf Anhieb gefallen. So ist es jedenfalls bei mir. Einerseits fehlen mir die Death Metal-Durchbrüche eindeutig, andererseits ist es aber auch schön ein Album zu hören, dass mal etwas anders ist. Mit "Heritage" ist ein Album entstanden das die "Damnation" mit der "Watershed" vermischt und es finden sich viele Anklänge an alte Bands die Opeth sicherlich beeinflusst haben, wie z.B. King Crimson, Deep Purple und andere. Wer zuletzt an der Veränderung nicht gerade unbeteiligt sein dürfte ist der fantastische Steven Wilson von Porcupine Tree, der die Platte abgemischt hat und auch schon an der "Watershed" und anderen beteiligt war.
Die "Heritage" wird die Fangemeinde wohl spalten und ich höre bereits aus diversen Musikforen schon Spott und Häme. Ich mag die "Heritage" allerdings schon jetzt sehr. Wer neben der Death Metal-Abteilung ebenfalls klassische Rockplatten von Bands ala King Crimson und weiteren in seiner Plattensammlung hat, der wird wohl von der "Heritage" begeistert sein.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwerverdauliche Neuerfindung, 9. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Audio CD)
Mit 'Heritage' lieferte die ehemalige Progressive-Death Metal-Band Opeth ein sehr markantes Futter ab, das die Fans, Pressen und Musiker auf eine noch viel härtere Zerreißprobe stellen sollte. Der Tonträger gehört sicherlich zu den meistdiskutiertesten seines Fachs und stellt somit den Streitpunkt des letzten Jahres dar. Zu diesem Anlass trug in erster Linie der riesige Überraschungseffekt, den das Album gekonnt mit sich brachte, bei. Das, was man bei 'Heritage' zu hören bekommt mag ganz sicher härtester Tobak für Opeth-Jünger der ersten Stunde sein. Der Band muss allerdings gutgeschrieben werden, dass in ihnen doch eine gehörige Portion Mut stecken muss, solch ein Brocken von einem Album auf den Markt zu werfen.

Als Musikinteressent konnte man sich zwar schon durch gewisse Interviews ins Gewissen rufen, dass das diesjährige Werk der Schweden alternativer und abweichend gegenüber den Vorgängeralben werden sollte, doch was dann kam, das hätte abgesehen von der Band selbst wohl niemand für möglich gehalten. 70er Jahre-Atmosphäre? Klarer Gesang? Keine Growls? Kein Death-Metal? Psychedelic? Jazz?

Ja, 'Heritage' ist mit keiner vorherigen Bandveröffentlichung vergleichbar, denn hier wird etwas Neues gewagt. Sehr neu sogar. Viele Fans zeigten sich zu Recht schockiert, da das Album wirklich vollkommen aus dem Muster fällt. Es dokumentiert sozusagen eine neue Ära. Man könnte meinen, die Band durchlebt eine sowohl musikalische, als auch zeitliche Verwandlung. Das Quintett legt seinen alten Stil bis auf kleinste Merkmale komplett ab, und wagt einen Schritt nach vorne. Besonders verändert sich die Atmosphäre der Lieder, des Albums. 'Heritage' versprüht ein progressives, psychedelisches Flair der 70er Jahre. Hinzu kommen einige Elemente, die dem Jazz zuzuordnen sind. Dennoch umfährt die Musik des Albums eine düstere, auch depressive Aura, die die Band früher schon auszeichnete. Hier passiert aber trotzdem etwas völlig Neues. Die Gemüter der Zuhörerschaft spalteten sich - Von den einen wird 'Heritage' als langweiliger Einheitsbrei abgetan, von den anderen wird es nahezu in den Himmel gelobt. Ich persönlich finde, beiden Kriterien wird die CD nicht gerecht. Auch ich halte sie für einen großen Schritt, da sie für Musikhörer, die ihre Ohren eben nicht nur im metallischen Bereich belasten wollen, auf musikalischer Basis mehr als nur überzeugend ist. Nichtsdestotrotz lassen sich auch hier kleine Mängel vorfinden. Ich finde, dass manche Stücke des Albums noch nicht ganz ausgereift sind, folglich auch unvollständig wirken. Besonders auf musikalischer Ebene hätte ich mir mehr Facetten gewünscht. Damit sei keineswegs gesagt, 'Heritage' sei nicht abwechslungsreich, das ist es definitiv, nur eben nicht im Rahmen einer Opeth-Produktion.

Fazit: 'Heritage' ist ein Schritt in die richtige Richtung! Opeth erfinden sich hier größtenteils neu, können aber weiterhin hochqualitative Musik abliefern. Der Unterschied ist nur, dass sie sich in einem anderen Genre bewegt. So liegt hiermit wohl eine der, wenn nicht sogar DIE unzugänglichste Veröffentlichung der Schweden vor. Dies rührt mitunter auch daher, weil die Band den Fans gnadenlos vor den Kopf stoßen. Ich bin gespannt auf den nächsten Tonträger. Es stellt sich die Frage, ob er in ähnlichem Stil abläuft oder eine erneute Variation bedeutet.
Wir werden sehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Niveauvolle Langeweile, 5. März 2013
Von 
Doktor von Pain "Doktor der Zombiologie" (Sassenburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Audio CD)
Eines vorweg: Eine Band sollte sich auf jeden Fall weitereintwickeln dürfen, wenn diese Entwicklung von Herzen kommt, und nicht aus rein kommerziellen Gründen erfolgt. Aber die Band muss dann auch damit rechnen, dass nicht jedem diese Entwicklung zusagt. Der letzten Opeth-Platte kann ich auch nach mehrmaligem Hören nichts wirklich Großartiges abgewinnen. Ich mochte diese Mischung aus ruhigen, melancholischen (Akustik-)Parts, nach denen man von einer tonnenschweren Prog-Death-Walze überrollt wurde; so war es bislang immer. Von jener Walze ist auf "Heritage" nichts geblieben, stattdessen regiert durchweg Progressive Rock im Stil der 70er Jahre. Das muss ja nicht einmal unbedingt schlecht sein, aber die Lieder plätschern einfach so -auf zugegebenermaßen hohem Niveau- vor sich hin. "The Devil's Orchard", welches auch schon vorab zu hören gewesen ist, lässt zwar durchaus aufhorchen, aber die wahren Höhepunkte bleiben einfach aus. Hier passiert ziemlich viel; und doch nichts. War das irgendwie verständlich formuliert? Schön, wenn Mikael Åkerfeldt & Co. diese Entwicklung gefällt und sie sich in dem Genre wohl fühlen, aber mich überzeugt "Heritage" einfach nicht. Da höre ich mir lieber noch einmal "Blackwater Park" oder "Ghost Reveries" an.
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38 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein verzichtbares Erbe, 17. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Deluxe Edition) (Audio CD)
In der aktuellen Ausgabe der Classic-Rock bereitete die Rezension von Heritage schon darauf vor, dass das Werk polarisieren würde. Und auch in dem Interview, das Rock Hard mit Mikael Akerfeldt geführt hat, wird sehr schnell deutlich, dass dieses Album anders ist als alle anderen Opeth-Alben zuvor. Ich war also vorbereitet und auf eine gewisse Andersartigkeit eingestellt. Aber dass es so anders sein würde, hatte ich dann doch nicht erwartet. Der Sound lehnt sich stark an den der 70ger Jahre an, eine Huldigung an eine Epoche in der Rockmusik, die zurzeit eine regelrechte Renaissance erfährt. Ich kann diese Rückwendung nicht ganz verstehen. Dass Leute wie Robert Plant behaupten, heute würde keine gute Musik mehr gespielt werden und allenthalben breite sich die Mittelmäßigkeit immer weiter aus, kann ich noch irgendwie nachvollziehen. Der Mann hat die vermeintliche Glanzzeit des Rock wesentlich mit geprägt und zehrt noch immer von seinem damit verbundenen Nachruhm, aber dass eine Death-Metall-Band, noch dazu eine Institution in diesem Genre, nun so ein retrospektives Album vorlegt, will mir beim besten Willen nicht in den Kopf. Es ist schön für Mikael Akerfeldt, dass er nach zwanzig Jahren meist harter Musik seine Passion für den Classic Rock voll auslebt und seinen Idolen huldigt, aber dann doch bitte schön nicht unter dem Label von Opeth. Würde die Band unter demselben Namen firmieren wie das Album, dann wäre alles in Ordnung. Heritage. Erbe. Einverstanden. Aber so.
Zur Kritik im Einzelnen: Um es gleich vorweg zu sagen: Die Platte ist gähnend langweilig. Es gibt keinen echten Höhepunkt, der die vorherrschende Langeweile in irgendeiner Weise entschuldigen könnte. Die ruhigen, jazzangehauchten Passagen, die auf Ghost Reveries einen interessanten Kontrapunkt bildeten und für Abwechslung sorgten, werden nun auf Heritage so exzessiv zelebriert, dass sie die Songs allesamt zerreißen. Dahinter steht eindeutig ein gewisses Konzept, das, so meine Vermutung, den Anschein von Komplexität und Progressivität vermitteln soll. Aber was bitte schön ist progressiv daran, in keinen Song richtig einzusteigen. Kaum, dass zwei Minuten lang eine gewisse Einheitlichkeit herrscht, wird diese just unterbrochen, um in mäßige akustische Spielereien hinüberzuwechseln, die ' und das verschlimmert die Sache noch ' nicht als ein Intermezzo dienen, sondern als ernst gemeinte Fortsetzung des gesamten Songs. Gleich mehrere Tracks enden auf diese Weise und lassen den Hörer mit dem Gefühl zurück, gerade nur ein Fragment gehört zu haben. In den Artikeln, die ich in voller Vorfreude auf das Album über Opeth las, wurde immer wieder das kompositorische Genie von Mikael Akerfeldt herausgehoben. Unfraglich hat der Mann mit Blackwater Park bewiesen, zu was er im Stande ist. Mit Heritage jedoch hat er unter Beweis gestellt, zu was er nicht im Stande ist.
Neben der kompositorischen Fragwürdigkeit des Albums richtet sich meine Kritik auch an die gesangliche Leistung. Jeder Frontmann in einer Rockband beweist Mut, wenn er seinen Gesang direkt und trocken, ohne untergelegte Effekte, einsingt. Man muss allerdings schon ein versierter Sänger sein, um damit zu überzeugen. Mikael Akerfeldt hat im Laufe seiner Karriere eine große gesangliche Entwicklung vollzogen. Man vergleiche nur einmal den Gesang auf Orchid mit dem auf Watershed. Dazwischen liegen Welten. Auf Heritage aber versucht er sich als Rockstimme ' und das gelingt ihm nicht. Weite Teile seiner Gesangsparts folgen keiner klaren, stringenten Melodielinie, sondern irren irgendwo zwischen den zwei Oktaven, die der Mann besitzt, hin und her. Dies führt dazu, dass keine Gesangslinie im Ohr hängen bleibt, worunter ' ich möchte fast sagen folgerichtig ' die Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit der einzelnen Songs leidet. Was hat der Mann nicht schon für großartige Melodien ersonnen. Und nun diese Einfallslosigkeit.
Der Erfolg hat seine Schattenseiten, und so, wie Heritage sich anhört, könnten Opeth diese Erfahrung bald machen. Ich will damit nicht sagen, dass das Album kommerziell ist. Nein, diesen Vorwurf muss es sich nicht machen lassen. Sein Problem besteht eher darin, dass es die großen Erwartungen, die man an das neue Album von Opeth stellte, nicht halten kann, und zwar zu keiner Sekunde. Natürlich wird dies jedem Bandmitglied bereits während des Studiogangs klar gewesen sein, am allermeisten Akerfeldt. Insofern ist der Schritt, so ein Album aufzunehmen, schon wieder zu bewundern. Jedoch muss sich die Band dabei die Frage gefallen lassen, ob es in Ordnung ist, die Fangemeinde so vor den Kopf zu stoßen. Dieses Album wird, wie in der jüngsten Ausgabe der Classic-Rock prognostiziert, polarisieren. Polarisieren heißt spalten. Die Zeitschrift bewertete das Album mit 9 von 10 Punkten und nennt es kostbar. Ich bewerte es mit 2 von 5 Punkten und nenne es verzichtbar. Man möge mir bitte glauben: Dieses Votum tut mir in der Seele weh.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Akerfeldts Visionen !!!, 12. Oktober 2011
Von 
kwichybo "Jörn M." (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: Heritage (Audio CD)
Offen gestanden war ich noch nie ein großer OPETH-Fan. Auch wenn mir jetzt alle langjährigen Die-hard-Fans vermutlich die Beulenpest an den Hals wünschen: Aber für mich klang das dauernde Wechselspiel aus Death/Black-Metal und seichten Rock-Arrangements immer zu künstlich auf Anspruch getrimmt, so dass speziell die neueren Werke ("Watershed", "Ghost reveries") im Langzeittest bei mir leider nie die besten Karten hatten. Und tatsächlich ist der nagelneue Longplayer "Heritage" die erste Scheibe seit knapp 15 Jahren - jawoll, das sagenhafte "Morningrise" - , die mich von der ersten bis zur letzten Sekunde komplett begeistert.
Wahrscheinlich hatte OPETH-Chefdenker Mikael Akerfeldt und seine Bandkollegen in dem von ihm mitkultivierten Stil einfach kein Entwicklungs-Potential mehr gesehen...besser kann man sich die musikalische Kehrtwende nicht erklären, die auf "Heritage" eingeläutet wurde. Ich persönlich würde hier jedoch nicht von einem abrupten Stilwechsel sprechen, sondern sehe den neuen 10-Tracker als logische Weiterentwicklung, um das eigene künstlerische Schaffen in andere Bahnen zu lenken.
Was heißt das nun ? Also: Der Schweden-Fünfer hat sich anno 2011 konsequent von allen Extrem-Metal-Elementen verabschiedet (Todesblei adé!) , und den eigenen Sound dafür auf ein warmherziges, unglaublich facettenreiches Fundament aus Seventies-Rock gestellt, dem zum Teil recht sperrige Jazz-Arrangements hinzugefügt wurden. Wenn man das Ganze also schon so treffend als "70er-Mucke" klassifiziert, dann ist damit in der Tat die komplette (!) Bandbreite gemeint, die in dieser Dekade musikalisch für Furore sorgen konnte. Während einige Parts einfach simpel-authentischen Hardrock im DEEP PURPLE bzw. RAINBOW-Stil liefern, so fühlt sich der Hörer im nächsten Moment augenblicklich mit dem "Woodstock"-Virus (u.a. THE DOORS oder JIMI HENDRIX) infiziert. Wenn auch nur mit wenigen Spurenelementen!
Der größte Teil des knapp 55minütigen "Heritage"-Brockens ist nämlich nichts anderes, als der Eintritt in die Beletage des Seventies-Prog...und zwar waghalsig auf die Spitze komponiert. Neben eindeutigen Parallelen zu KING CRIMSON , PINK FLOYD , ELP und (ganz viel!) JETHRO TULL ist dabei aber auch der Einfluss von PORCUPINE TREE schnell rauszuhören. Wenig verwunderlich, schließlich sind Steve Wilson und Mikael Akerfeldt schon seit längeren Jahren quasi "Brüder im Geiste". Nimmermüde Sound-Visionäre mit Herz und Verstand, die Vergangenheit und Zukunft allerbestens unter einen Hut bringen können. Unüberraschenderweise wurde "Heritage" von Steve Wilson natürlich auch gleich co-produziert.
Songs wie "The devil's orchard" , "Slither" , "Famine" , "Häxprocess" , "The lines in my hand" oder "Nepenthe" entwickeln ihren Reiz dabei nicht auf Anhieb, sollen wollen in schwieriger Kleinstarbeit unterm Kopfhörer entdeckt werden. Einzelne Highlights hervorzuheben ist ein Wagnis, welches dem restlichen Material nicht gerecht werden würde. Zudem bin ich felsenfest der Meinung, dass der neue OPETH-Sound am besten funktioniert, wenn der Hörer die Scheibe - idealerweise gleich mehrfach! - am Stück hört. Schließlich ist ein Puzzle auch immer erst dann fertig, wenn das letzte Teil eingesetzt ist. Dann, aber auch erst dann kann man die Qualität von "Heritage" bewerten bzw. beurteilen. Wunderschöne Piano-Melodien (wie z.B. beim einleitenden Titelsong) dienen als Leitfaden...die rauchigen Gitarrenriffs, mal traditionell, mal luftig, dann wiederum jazzig fordernd...feine Hammond/Flöten-Passagen mit Liebe zum Detail...die wohlige Stimme von Mikael Akerfeldt (komplett ohne Growls!), bei der die gesangliche Ähnlichkeit zu Doug Pinnick (KING'S X) immer offensichtlicher wird...das Ganze eingebettet in eine tolle analoge Produktion, bei der spielerische Fehler nicht ausgebessert, sondern als "menschlicher Faux-pas" beibehalten wurden. Motto: Räucherstäbchen statt Whiskey-Pulle! Jawoll, das Gesamtpaket war wohl noch nie besser.
Und trotzdem muss man gestehen, dass die musikalische Herangehensweise teilweise doch sehr "eigenwillig" ist. Manche Parts wirken unstrukturiert aneinandergereiht - die Übergänge oft nicht sehr sinnvoll und schwer nachzuvollziehen. Aber es liegt an jedem Hörer selbst, wie schnell er hier Licht ins Dickicht bringen möchte. Alle bisherigen OPETH-Heads dürfen sich gern abwenden...gleichzeitig gratuliere ich aber allen Gleichgesinnten, die sich mit Erfolg auf diese fantastische Scheibe einlassen!
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Heritage
Heritage von Opeth (Audio CD - 2011)
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