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am 6. Januar 2015
Als ich die Introszene des Filmes sah, war ich recht verwirrt. Warum fährt ein Polizeiauto, das auf einem Feldweg schleicht, nacheinander dort stehende Stühle um und warum kommt der Sherriff aus dem Kofferraum gekrochen? Als er dann noch seine ins off gestellten fragen (Warum ist das Alien in E.T. braun? Warum können wir die Luft nicht sehen?) immer mit "reine Willkür" beantwortet, wusste ich, dass es um eine versteckte Message geht, aber nicht worum.
Mit der Zeit wurde es mir immer klarer. Nicht die Story um den Reifen ist die Message, sondern die Menschen, die mit ihren Ferngläsern den Reifen beobachten. Sie sollen das Publikum repräsentieren, dass in Blockbusterfilme rennt. Es werden Stereotypen der Kinogänger gezeigt. (Die Labertaschen, der Raubkopierer mit der Kamera, der, der zu laut isst, der, der sein Kind in die Vorstellung mitnimmt, obwohl es eigentlich zu jung ist. Und am Ende der, der eigentlich nur den Film in Ruhe sehen will)
Es geht mehr darum, dass eben diese Zuschauer eben diesen halbgaren Film vorgesetzt bekommen und alles was schön verpackt ist in sich hinein stopfen, obwohl es im inneren total vergiftet ist. Am Ende wird klar, dass es eine beabsichtigte Kritik gegen die am Anfang des Filmes angesprochene Willkür, nämlich die Hollywoods, sein soll.

Ich vergebe diese hohe Wertung an den Film hauptsächlich, wegen eben diesen Anspielungen, die, wenn man herausfindet worum es geht doch recht witzig sind. Von daher, wenn man im Laufe des Filmes herausfindet, was dieser Film zu verdeutlichen versucht, trifft er den Nagel voll auf den Kopf.

Empfehlen würde ich diesen Film denen, die versuchen über den Tellerrand hinaus zu schauen. Wer das nicht will, und den Film trotzdem hat, dem empfehle ich vorher eine Kiste Bier und eine Flasche Wodka
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"Rubber" ist ein durch und durch absurdes, extrem eigenwilliges und an Prätensiösität grenzendes Experimental-Filmkunstwerk. Bei der durchaus einzigartigen und originellen Ausgangslage eines telepathischen Reifens Killerreifens, der durch die Gegend rollt und Köpfe (und Tiere) zum Platzen bringt, würde man eigentlich ein amüsantes B-Movie erwarten, etwa im Stil der Killertomaten. Doch der französische Regisseur und Musiker (siehe der legendäre "Flat Beat") Quentin Dupieux hat das nur teilweise im Sinn.

Dupieuxs Film soll scheinbar keinen Spaß machen. Er bietet eine Art Reflektion auf B-Movies und Filme im Allgemeinen, bei denen Dinge ohnen bestimmten Grund passieren. Außerdem kommentiert er noch die Beziehung des Publikums zu Films.

Der Film beginnt mit der Hauptfigur Sheriff Chad (Stephen Spinella), der mitten in der Wüste (der Hauptschauplatz des Films) aus dem Auto steigt und direkt zum Publikum spricht. Auf dieser Meta-Ebene stellt er Fragen, warum etwa E.T. in Steven Spielbergs Films braun ist und beantwortet alles mit "Kein Grund". Er vollendet seinen Vortrag mit der Anweisung, dass dieser Film eine Hommage an "Kein Grund" ist. Dann sehen wir, dass er zu einem tatsächlich im Film anwesenden Publikum spricht, das dann mit Ferngläsern (cooles Bild) ausgestattet wird und fortwährend die "Handlung" kommentieren und darauf reagieren.

Der Anfang funktioniert, das ist amüsant, clever und ironisch. Auch das "Erwachen" des Reifens in der Wüste ist sehr gut gelungen, als Zuschauer ist man hier definitiv gefesselt. Der Reifen wurde ferngesteuert und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, niemals stellt man die Illusion in Frage. Auch die Splattereffekte sind hervorragend und sehen verdammt realistisch aus.

Doch leider baut der Film nicht die geringste Spannung auf. Das "Heranschleichen" an die Opfer und der Abschluss seiner Mordlust wird irgendwann sehr eintönig. Dann gibt es ein junges Mädchen (Roxane Mesquida), die durch die Wüste fährt und die es dem Reifen ganz besonders angetan hat. Ein weiterer Charakter ist der im Abspann betitelte "Accountant" (Jack Plotnick), der sich um die Zuschauer im Film ganz speziell kümmert.

Als Film funktioniert "Rubber" leider nicht. Man spürt dem Werk konstant an, wie überzeugt Dupieux von seiner Idee ist, wie clever er das Konzept findet. Ihm gelingt es durchaus, dass der Zuschauer sich selbst in Bezug auf Sehgewohnheiten hinterfragt, dass er irgendwann von dem Film genervt ist, scheint sogar Teil des Plans zu sein.

Jedoch ist der "Rubber" ausgezeichnet gefilmt. Die Bilder stammen von einer Canon 5D und sind kristallklar, besonders gut kommt das auf der Blu-Ray zur Geltung. Dupieux hat außerdem ein hervorragendes Gsepür für Bildgestaltung, somit sieht der Streifen wirklich toll aus und wirkt definitiv nicht wie eine Billigproduktion, sondern auf technischer Ebene sehr hochwertig. Auch Dupieux Musik funktioniert, wenig überraschend, sehr gut, dasselbe gelingt für die Soundgestaltung allgemein.

Die Darsteller, die man fast alle schon mal in größeren Filmen gesehen hat, machen ihre Sache eigentlich durchweg gut, jedoch tritt ihre Leistung bei dem Konzept des Films etwas in den Hintergrund. Besonders überzeugt jedoch Hauptdarsteller Spinella.

Der Film ist somit eine ganz eigenständige Kreation, sicherlich interessant, originell, kreativ und technisch hochwertig umgesetzt, doch er ist einfach zu besessen von seinen eigenen Ideen, die einfach nicht so rüber kommen, wie man sich das erhofft hätte. Wer gar nicht auf solche Skurrilitäten steht, wird sicherlich von "Rubber" schreiend davon rennen und auch sehr aufgeschlossene Zuschauer müssen hierfür vielleicht noch etwas aufgeschlossener sein.

Das Mediabook von Capelight Pictures ist jedenfalls wie gewohnt enorm liebevoll und sehr ansehnlich gestaltet. Auf dem Cover liegt nur ein abnehmbares Titelblatt, darunter befindet sich dann das Cover ohne FSK-Flatsche. In der Mitte des Mediabooks befindet sich dann ein mehrseitiges Heft mit aufschlussreichen Interviews, eins mit Dupieux selbst, eins mit den Produzenten Julien Berland und Gregory Bernard. Dazu gibt es noch den Soundtrack, der 15 Tracks enthält. Außerdem gibt es zu der Blu-Ray noch die DVD oben drauf. Bild- und Tonqualität sind ebenfalls erstklassig. Die Extras sind eher rar: Es gibt Interviews mit Dupieux (ca. 8 Minuten, nervigerweise teilweise rückwärts inkl. Untertitel), Stephen Spinella (ca. 6 Minuten), Roxane Mesquida (ca. 4 Minuten) und Jack Plotnick (ca. 9 Minuten).
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TOP 500 REZENSENTam 21. September 2011
Irgendwo in der Wüste: Ein Reifen erhebt sich. Zuerst schwankend und umfallend, dann immer sicherer und schneller.
Beobachtet wird dieses epische Spektakel von einer Menschenmenge die mit Ferngläsern bewaffnet dem unfassbaren Zeugnis tragen.
Derweil entdeckt der Reifen, dessen Name Robert lautet wie man im Abspann erfährt, die Welt und seine Vorliebe Dinge Platt zu walzen.
Aber diesem Trieb sind natürliche Grenzen gesetzt....wie eine Glasflasche eindrucksvoll beweist.
Da Robert aber auch Telekinetische Kräfte besitzt lässt er die besagte Flasche einfach platzen.
Ein unheilvoller Vorgang der sich auch an Menschen wiederholen soll....denn Robert ist ein Killer-Reifen.

Jeder von uns hatte doch schon mal das Gefühl von einem Reifen verfolgt zu werden....
Rubber aus dem Jahr 2010 von Quentin Dupieux (besser bekannt als Musiker Mr. Oizo) setzt diesem unheimlichen Gefühl ein Denkmal.
In faszinierenden Bildern, die fast dokumentarisch daher kommen, manifestiert der Meister des avantgardistischen Arthaus-Kinos ein Szenario des absoluten Schreckens.
In mir wurden Urängste ausgelöst und der Film lies mich verstört zurück.
Dieses Cineastische Juwel glänzt aber nicht nur durch die epische Bildsprache sondern auch durch essentielle Dialoge.
Hier geht es ans eingemachte.
Ich persönlich stellte mir mehrfach die Sinn-Frage.....also eigentlich unentwegt.

Garniert wird das ganze durch grandiose Darstellerische Leistungen der Schauspieler....Method-Acting bis zur Selbstaufgabe ist hier keine Seltenheit.
An dieser Stelle ärgert es mich das die Mimen Stephen Spinella als sinnierender Sheriff und Wings Hauser als stoisch-beobachtender Rollstuhlfahrer keinen Oscar gewonnen haben.
All diese Pluspunkte sind allerdings nur das Œuvre.
Die Brillanz dieses Kafkaesken Meisterwerks kulminiert in den Effekten und dem Soundtrack sowie der sensationellen Atmosphäre die ihres gleichen sucht.

Außerdem: Man wird förmlich in den Sessel gepresst wen Robert seinen Weg durch die öde Wüstenlandschaft sucht um seine Existenz als Individuum zu definieren.
Alles in allem also ein leider unterschätztes Meisterwerk des Surrealismus mit leichten Anklängen in der Gotischen Romantik.
Bei der ersten Sichtung war ich wohl noch nicht bereit für solch intensiven Stoff, daher eine schlechtere Bewertung.....aber nun wurde ich illuminiert und werde wohl alle anderen Filme in meinem Besitz verschenken.....
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am 26. April 2016
Der schlechteste Film aller Zeiten !
Die Goldene Himbeere in allen Kategorien !

Trashige Filme zu sehen mag ja unterhaltend sein, vor allem wenn sie so schlecht sind das sie wieder 'gut' sind (Killertomaten). Manche C....und doppel-D (Bitch-Slap)....Movies sind einfach Zerstreuung, - 'aber'...
...'Rubber' zu sehen ist ganz einfach Zeitverschwendung, denn dieser Film ist so richtig schlecht. So sehr das ich am liebsten Schmerzensgeld beantragen möchte um meine vertane Zeit zu kompensieren.

Ok... ...der obere Absatz wirkt wie die typischen Hass-Rezensionen die man hier öfters liest, doch so leicht werde ich mir es nicht machen. Ich versuche hier herunter zu brechen warum selbst Genre, Explorators und Trash-Fans die Finger von Rubber lassen sollten.

Ich habe dieses Mediabook für 12 Euro auf einer Filmbörse erstanden. Die Story über einen Reifen mit der telekinetischen Fähigkeit Bierflaschen, Vögel, Kaninchen und Menschen explodieren zu lassen hört sich ja erstmal lustig und originell an ' für einen neues krasses Trash-Movie.
Leider stellte sich schon nach den ersten 20 Minuten Ernüchterung ein. Langweilige Schauspieler, langatmige Einstellungen, kaum Musik und eine so abstruse Handlung das man bald die Lust verliert den Film zu Ende sehen zu wollen.

Es beginnt schon beim Intro: Da fährt es Auto mitten auf einer Wüstenpiste Klappstühle um die da Sinn frei rumstehen. Dann steigt ein gelangweilter Sherif aus dem Kofferraum (!) des selbigen Wagens und spricht direkt in die Kamera zu uns und erzählt von der Willkürlichkeit in Hollywoodfilmen und das 'Rubber' eine Homage an die Willkürlichkeit ist.
Ein Assistent verteilt Ferngläser an Zuschauer die da irgendwie in der Wüste tehen um sich den Film damit anzusehen.
Dann beginnt die eigentliche Handlung mit dem Erwachen des Killerreifens, die immer wieder mal von gelangweilten Kommentaren der Zuschauer unterbrochen wird.

Ok, für Genrefans mag das jetzt alles gar nicht mal sooo schlecht klingen. Man hätte da wirklich was frisches Flottes und Lustiges draus machen können, doch es hapert an der Umsetzung.
Während der gesamten Laufzeit von 82 Minuten kann 'Rubber' sein Potenzial nicht abrufen. Das ganze plätschert gemächlich vor sich hin... ...ist weder richtig spannend, noch richtig komisch. Die Ideen sind zwar da, werden aber dilettantisch vergeudet. Die spärlichen trockenen Gags zünden überhaupt nicht. Sie wringen einem höchstens ein müdes Schmunzeln ab. Dabei habe ich persönlich einen sehr guten Humor und kann so ziemlich über jeden Sch.... lachen.
Auch die Kameratechnik nervt mitunter. Da gibt es ellenlange Einstellungen wo eine wackelige Handkamera den Reifen so dicht verfolgt das dieser im Bild unscharf ist.
Bei längerem Betrachten dieser Bilder stellt sich bald ein flaues Gefühl im Magen ein. Man muss weg sehen um von dem Wackelbild nicht seekrank zu werden. Seit den Siebzigern gibt es eine Erfindung namens 'Steadycam' (Schwebestativ), welches man sich sogar als Amateur leisten kann.

Nun, - eventuell habe aber ich ja den falschen Humor für diesen Film den einige auch für ein Kunstwerk halten.
Jedenfalls wirkt dieser Streifen auf mich so, als hätte 'Helge Schneider' bei einem amerikanischen Film Regie geführt ohne selbst mit zuspielen.
Und das passt, denn obwohl ich Helge Schneider als Komiker recht Kult finde, - seine Filme kann ich nur lustig finden wenn man vorher ein bis zwei Kästen Bier geleert hat.

Im diesem Sinne könnten vielleicht einige wenige Zeitgenossen diesem Machwerk etwas abgewinnen.
Ich jedenfalls greife dann lieber zum X-ten mal zu 'Angriff der Killertomaten' oder richtigen Slapstick-Klassikern wie 'Die Nackte Kanone' die gegen diesen Z-Film wie Meisterwerke wirken.
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am 11. Januar 2016
Ein Reifen erhebt sich aus dem Sand: „Rise of the Tyre“, könnte man sagen. Was für ein gewaltiges Thema! Schließlich gibt es auch „Rise of the Machines“ beim Terminator und „Rise of the Force“ bei Star Wars. Worauf spielt die Auferstehung eines weggeworfenen Autoreifens aus dem nordamerikanischen Wüstensand an? Griechische Mythologie: Phönix aus der Asche? Umweltschutz: Werft nicht achtlos Reifen an den Straßenrand? Klassische Philosophie mit transzendentalem Einschlag: Selbstwerdung und Selbstfindung eines eben noch unbelebten Objekts auf höherer Bewusstseinsebene? Oder einfach nur Aufhänger für einen total abgefahrenen und schrägen Film? Fragen über Fragen.

Gleich zum Anfang wird klar, wohin die Reise geht. Es beginnt mit einer tiefsinnigen Reflexion des Sheriffs über die Willkür im Film. Warum waschen sich denn nun eigentlich die Leute im „Kettensägenmassaker“ nie die Hände? Ich habe mich auch schon öfter gefragt, warum man im Western nie einen Cowboy sieht, der mal kurz im Gebüsch verschwindet. Ist doch menschlich! Wird aber nie gezeigt. Reine Willkür.

Dann beginnt der Film im Film. Es werden Ferngläser verteilt, mit denen eine Gruppe Zuschauer das Geschehen live verfolgen kann. Der Reifen beginnt sein Leben und entdeckt nach kurzer Einschwingphase des Gleichgewichtssinns auch bald seine zerstörerischen Kräfte. Die Plastikflasche und den Skorpion kann man ja noch überrollen, aber die Glasflasche? Da müssen telekinetische Kräfte ran. Der Reifen macht’s wie der Bengel in der „Blechtrommel“ und bringt die Pulle mit Schall zum Platzen. (Später wird er das auch an den Köpfen von Menschen praktizieren, weshalb der Film erst ab 16 ist.) Aber nicht nur die Blechtrommel erkenne ich hier wieder. Diese Gewahrwerdung destruktiver Kräfte: Erinnert mich das nicht an „Odyssee im Weltraum“, wo der Affe den Knochen als Waffe entdeckt? Oder Skynet im „Terminator“, das ein eigenes Bewusstsein entwickelt und sich schließlich gegen die Menschen wendet? Auch bei Stephen King werden vertraute Alltagsgegenstände, die wir unter unserer Kontrolle glauben, mit einem Mal zu unseren Gegnern. Parallelen und Zitate ohne Ende.

Und der Rollstuhlfahrer unter den Zuschauern? Was will uns sein Verhalten sagen? Dass es gut ist, sich im Kino nicht den Wanst vollzuschlagen, dann bekommt man auch keine Bauchschmerzen? Oder: Gehöre zu den Zuschauern, die stets aufmerksam das Geschehen verfolgen, denn dann sind Regisseur und Schauspieler gezwungen, bis zum Schluss ihr Bestes zu geben, und können nicht einfach mittendrin aufhören? Oder: Misch dich nicht in die Filmhandlung ein, sonst wirst du Teil und Opfer von ihr?

Und wer könnte nicht die Trauer, die Wut und das Entsetzen des armen Reifens nachfühlen, wenn er mit ansehen muss, wie Hunderte seiner Brüder auf einer Reifenhalde verbrannt und vernichtet werden? Kann man es ihm verdenken, dass er, unter dem Eindruck solcher traumatischer Erlebnisse, zu einem Killer wird? Schwere Reifenkindheit ... Womit wir das Gebiet der Psychologie und Soziologie betreten. Könnte man stundenlang fortsetzen. Wenn man will.

Ich finde diesen Film klasse, weil er in seiner Machart einzigartig ist. Allein die Frage: „Wie haben sie diesen Reifen so zum Rollen gebracht?“ wird mich wohl noch auf Jahre hinaus beschäftigen und vom Arbeiten abhalten. (Oder kennt jemand die Antwort ..?) Der Film gibt die Möglichkeit, jede Szene auf ihre Bedeutung zu hinterfragen, alles Mögliche hinein- und herauszuinterpretieren ‒ oder den Film einfach nur als lustigen, irren Klamauk zu sehen. Ich glaube, ich steh da irgendwo in der Mitte. Und wenn zum Schluss der als Dreirad wiedergeborene Reifen der Anführer einer neuen Reifengang wird, die sich aufstellt zum letzten Gefecht, wie etwa die Glorreichen Sieben, oder die gefallenen Wikinger in Walhall am Tag des Jüngsten Gerichts ‒ dann kann man eigentlich nur noch auf eine Fortsetzung hoffen.
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am 11. Juni 2012
Der Hauptdarsteller ist flüssig und lebendig, das Setting erinnert an Vanishing Point S.F., und der Soundtrack ist passend und nicht aufdringlich, die Story originell.
Und nun zum Rest:
Wenn ich hier die Bewertungen lese, vor allem die mit nur einem Stern, huscht mir schon ein Lächeln über die Lippen. Ich musste bei den Zuschauern im Film ständig an die wirklichen Zuschauer vor dem Film denken.
Das sich über die Story streiten lässt, seh' ich ein. Wer einen trashigen Horrorfilm erwartet, wird sicher enttäuscht sein. Man muss schon die Haltung des (letzten) Zuschauers im Film behalten, als er gebeten wird, es doch sein zu lassen weiterzuschauen. Nach dem Motto: "Mir gefällt was ich seh, ich will sehen was passiert"
Der Film bietet viel Platz für Interpretationen, weil die Willkür, auf die der Film ja auch selbst Bezug nimmt, für den Menschen unerkärlich bleibt, aber er sie sich erklären will. Entweder man erkennt das Stilmittel und kann damit umgehen oder man schaltet genervt weg. Ich bin aber auch der Meinung, dass der Film nicht sinnloser als andere Filme ist. Nur der Regisseur Dupieux (aka MR. OiZO) will gar nicht den Zuschauer von seinem Sinn überzeugen. Er zeigt schon mit der Einstiegsszene in welche Richtung es geht - so als Hinweis, für die, die sich nicht damit anfreunden können, dass ein Reifen die Hauptrolle hat.

Das lässt mich zum Schluss kommen, dass ich hier ein eigenwilligen, selbstironischen und "doch mehr durchdachtem Film als es den Anschein macht" Film gesehen hab, und das gefällt mir: 5 Sterne.
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am 3. Februar 2015
Endlich mal ein Film, bei dem man nicht jede Szene schon vorausahnt oder wo die üblichen Klischees gezeigt werden. Wie auch? "Rubber" ist nahezu in jeder Szene irgendwie anders als andere Horrorfilme oder Trashfilme. Eine derart schräge Handlung muss man sich ja erst mal einfallen lassen.

Hier erscheint einem jeden Szene mehr oder weniger sinnlos, trotzdem schaut man fasziniert, was wohl als nächstes passieren wird. Jedenfalls garantiert nicht das, was man vielleicht erwartet hat.

Ich fand den Film überaus unterhaltsam, obwohl die "Handlung" in einem Satz erklärt werden könnte. Quentin Dupieux (alias Mr. Oizo) hat uns hier einen Film beschert, der einfach in keine Schublade passen will.

Für den Filmfreak, der glaubt, schon alles gesehen zu haben, ist "Rubber" definitiv ein Tipp.

Geschmäcker sind nun mal verschieden und ich verstehe auch, dass hier manch einer nur einen Stern vergibt. Mir hat der Film jedenfalls gut gefallen, auch wenn es keiner meiner persönlichen Kultfilme werden wird. Also bleiben 4 Sterne!
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am 19. November 2014
Reine Willkür - das ist das Thema im Film "Rubber". Dessen wird man bereits zu Beginn des Filmes in Form eines "Vorwortes" - das mich entfernt an den Anfang von "Dogma" erinnert - durch einen der Charaktere des Filmes belehrt.
Und mit diesen offenbarenden Worten im Hinterkopf kommt man während des Filmes nie in Verlegenheit, eine Handlung oder eine Äußerung im Film zu hinterfragen.
Den Film selbst betrachte ich, ähnlich wie andere Rezensenten hier, als Experiment.
Die Effekte im Film, welches hauptsächlich explodierende Köpfe, Tiere oder - wer hätte das gedacht - ein lebendig gewordener Autoreifen, sind eher mäßig. Aber das steht bei "Rubber" auch in keinster Weise zur Debatte.
Der Film soll eine Botschaft vermitteln, und das tut er auch.
Ich habe insofern nichts auszusetzen, gebe aber dennoch nur 4 Sterne. Warum? Ihr könnt es euch sicher denken.. ;)
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am 22. Dezember 2014
Habe selten von einem so verrückten Film gehört, der Plot so krank das es fast eine Sünde wäre diesen nicht zu sehen. Von dem Film habe ich auf einer Facebook Seite erfahren (Sinngemäß: Es gibt einen Film über einen Autoreifen namens Robert, der durch seine Gedankenkraft Menschen tötet) Vor einigen Wochen war es dann soweit, ich entdeckte den Film in den Regalen des Elektromarkts zwischen Jupiter und Uranus. Mein erster Gedanke war das ist nicht deren Ernst und der Zweite war, jetzt will ich den erst recht sehen, also erwarb ich die Special Edition [die Schwarze Hülle(Fotos bereits in den Rezensionen)] des Films von besagten Händlers. Durch eine kurze Whatsapp Nachricht an meine Freunde "Ihr kommt nie drauf was ich gerade für einen Film gekauft habe" fand sich auch in Kürze eine kleine Runde zusammen um sich den Film anzugucken.
Zum Film selbst jetzt noch einige Worte, es ist mit Abstand der Beste Killerreifen-Film den ich je gesehen habe !!!
Ich weiß was viele denken werden, so einen Mist kann man sich nicht nüchtern angucken, etc, diese Aussagen hörten wir auch von einigen in der Runde. Aber es ist genau das Gegenteil eingetreten, der Film überrascht mit Gesellschaftskritik am Publikum und Hollywood und mehr Tiefe als gedacht.
Wer diese nicht erkennt, wird dem Film nicht viel abgewinnen können, aber je länger man versucht, das Gesehene nachzuvollziehen, umso besser wird der Film. Meine persönlichen Lieblingsszenen im Film sind die, in denen die Vierte Wand durchbrochen wird, da man dies gerade in Filmen nur noch sehr selten sieht ...
Fazit: Wenn man sich darauf einlässt und sich auch mit dem Film auseinandersetzen möchte, ist dieser Film ein echter Geheimtipp für Filmfans, denn er wird definitiv aus Ihrer Sammlung herausstechen, weil es einfach mal nicht das typische vorhersehbare Hollywood Kino ist, sondern scheinbar nur Reine Willkür....
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am 5. August 2011
'Rubber' ist einer dieser Filme, die man entweder liebt oder hasst ' ich mag ihn sehr. Das hat nichts damit zu tun, dass der Regisseur Quentin Dupieux international unter dem Namen 'Mr Oizo' als DJ und Produzent bekannt ist, und ich bei seinen Sets schon sehr viel Spaß hatte; solche Leute gibt es ja, die jeden Unsinn gut finden, nur, weil sie den Kopf dahinter mögen.
'Rubber' ist Unsinn. Doch geplanter.

Zu Beginn gibt es eine kurze Einführung, ein Monolog, der über die 'Willkür' in Filmen (und eigentlich auch im Leben) philosophiert, und das ist 'Rubber' in weiten Teilen. Alles geschieht willkürlich. Alles? Nein. Eben nicht. Und genau darüber macht sich schon der Monolog lustig, denn nicht Alles, was der Sheriff da aufzählt, geschah wirklich willkürlich. So hat der Film in der Willkür selbst durchaus einigermaßen logische Handlungsstränge. Ansonsten würde gar keine Geschichte erzählt werden.

Die Geschichte ist die eines Autoreifens, der zum Leben erwacht. Zu dem hat er telekinetische Kräfte, mit denen er mordet ' aber nicht willkürlich ;) Verfolgt wird die Handlung von Zuschauern, die über Ferngläser dem Reifen bei seinem Treiben zusehen. Auch, wie der Reifen sich verliebt'

Das klingt Alles sehr abgefahren, doch bei genauerer Betrachtung spielt Dupieux mit dem Horrorgenre, den dort sind solche Verrücktheiten (vlt nicht ganz so überzeichnet) Normalität. Aber der Film ist nicht nur eine Hommage an Horrorfilme, sondern er spielt auch mit dem Zuschauer. Wo beginnt Voyeurismus? Und passieren Dinge noch, wenn man nicht hinsieht? Was ist Inszenierung, und was Realität? Ist der Zuschauer sogar hinderlich für die Handlung? Oder nur ein überschätztes Detail?
Da spitzelt schon der Humor heraus, den der Film auf jeden Fall besitzt (und damit wird leider sehr schlecht auf der Hülle geworben) und ihn an der eine oder andere Stelle sogar rettet; denn etwas dröge kommt die eine oder andere Szene schon daher ' wenn man sich nicht wirklich in den Reifen hineinfühlen kann.
DAS aber, kann man sehr gut. Ich kann nur sagen: 'Respekt', denn Gefühle für einen Reifen zu entwickeln (oder 'seine' nachvollziehen zu können), das muss man als Regisseur erst einmal hinbekommen.
Zurück zum Zuschaueraspekt: Immer wieder sieht man den Figuren über die Schulter, oder beobachtet sie selbst dabei, wie sie etwas ansehen ' auch wenn man selbst es gar nicht sieht. Es ist ein Spiel mit der Perspektive und den Erwartungshaltungen, was eigentlich wieder sehr David Lynch like ist: Der Film baut sich im Endeffekt erst im Kopf des Zuschauers richtig zusammen. Und wir wissen ja: Jeder hat seine eigene Realität.

Die Schauspieler sind sehr überzeugend und als Zuschauer kann man wirklich froh sein, dass keine 'großen Namen' für das Projekt verpflichtet wurden, die irgendeine unbegründete höhere Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Stephen Spinella sollte einen Oscar bekommen und Roxane Mesquida ist ein tolles Eye-Candy (yamm :. ).
'Rubber' ist eine Low-Budget-Produktion, doch das sieht man dem Film nicht an. Die Effekte sind Handgemacht und somit hervorragend (jetzt mal ehrlich: Seit ihr nicht auch genervt von schlechten Computeranimationen und wünscht euch echte Tricks zurück?) und die Bilder sind wirklich beeindruckend und fesselnd ' das Wüstenszenario erinnerte mich an 'Electroma' von Daft Punk; die elektronische Heroen mögen allgemein künstlerische Filme und staubige Bilder. Mir gefällt das.

Der Soundtrack ist nebenbei von (jetzt doch wieder so genannt) Mr. Oizo und Gaspar Auge (der eine Hälfte von 'Justice' ist ' auch beim Label 'Ed Banger' wie der Oizo selbst) und leider nichts Besonderes. Er fällt nicht weiter auf, hier und da hört man siebziger Jahre Einflüsse, aber Electroclash wie wir sie von den Tanzflächen kennen, gibt es kaum ' bezeichnenderweise ist der Track 'Rubber' nicht im Film, obwohl der in der Szene rauf und runter gespielt wurde.

Jeder, der auf den Film nur ein halbes Auge wirft, zuckt vlt nur mit den Achseln und meint: 'Schrott'. Kann ich auch verstehen, doch das sind dann wohl eher solche Menschen, die Blockbuster sehen und kein richtiges Kino (jaha, da kuckt ihr jetzt, doch Blockbusterkino ist leider nur noch Franchise-Scheiß) schätzen.

'Rubber' ist einfach einmal etwas anderes. Ein Film, der keine Antwort liefert und im Prinzip nicht viele Fragen stellt ' doch der Zuschauer beginnt selbst Fragen zu stellen. Auch so etwas mag ich
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